Eine Minderheit im eigenen Land

Manchmal entsteht eine neue Diskriminierung, wenn versucht wird, eine andere Diskriminierung abzuschaffen. Mit anderen Worten, werden die Personen oder Gruppen, die diskriminiert wurden, selbst zum Diskriminierungsgrund für andere Personen oder Gruppen werden, denen man das Handwerk zum Diskriminieren aus der Hand nehmen wollte.

Ich nenne ein paar Beispiele, damit besser verstanden wird, wann, wo und wie dieses Phänomen entsteht:

Die Frauendiskriminierung gibt es bis heute noch in allen Gesellschaften, obwohl die Gleichberechtigung der Frau in liberaldemokratischen Gesellschaften per Gesetz (nicht unbedingt praktisch aber zumindest theoretisch) garantiert wurde, wurden bei familienrechtlichen Angelegenheiten in Familiengerichten eher durch dieses Gesetz die Rechte der Ehemänner ganz außer Acht gelassen und nur zu Gunsten der Frau bzw. Mutter entschieden, um zu zeigen, dass das Gesetz „wirklich“ gegen die Diskriminierung der Frau in der Gesellschaft ist. Z. B. in Deutschland wurde jahrelang das Sorgerecht im Falle einer Scheidung automatisch der Mutter übertragen. Erst nach einer großen Anzahl von Berufungen der benachteiligten Ehemänner, und auch in einigen Fällen durch die Frauen selbst, die glaubten, dass es nicht unbedingt notwendig sei, nun dem Vater das Sorgerecht zu entziehen, wurden nun neue Gesetze verabschiedet, die dem Gericht mehr Freiheit geben, in besonderen Fällen Entscheidungen zu treffen.

Ein anderes Beispiel ist die häusliche Gewalt, die in der Regel von Männern ausgeübt wird; aber dann sehen wir, dass allmählich in Deutschland nach Frauenhäusern nun Männerhäuser eingerichtet werden, um Männer zu schützen, die das Opfer der häuslichen Gewalt durch Frauen werden.

Noch ein Beispiel ist das Gesetz in den USA, nach dem die Rassenminderheiten im Arbeitsleben besonderen Schutz genießen; d. h., der Arbeitgeber kann sie nicht so einfach kündigen, denn man genießt eine gewisse Immunität am Arbeitsplatz. Nun, wenn der Arbeitnehmer etwas im Betrieb absichtlich unternimmt, und damit das Unternehmen in Gefahr bringt, und dadurch gekündigt wird, kann er immer noch von diesem Gesetz Gebrauch machen und ungerechterweise das Recht bekommen. Der Unternehmer kann dann sehr schlecht Beweise vorlegen, da der Arbeitnehmer von vornherein das Diskriminierungsgesetz in Anspruch nimmt und den Arbeitgeber als Rassisten und seine Handlung rassistisch darstellt.

Solche Fälle zeigen, dass die besondere Aufmerksamkeit zum Schutz der Rechte „der diskriminierten Gruppe“, zur Diskriminierung der bisher „überlegenen“ Gruppe führen kann.

Wenn nun in Deutschland der Ottonormalverbraucher oder eine politische oder nicht politische Persönlichkeit sich eine Bemerkung über die Ausländer, Muslime, Juden oder andere Gruppierungen, die unter „Minderheiten“ kategorisiert werden, erlauben, wird hier für sie die Hölle heiß gemacht! Sie werden mit unzähligen Bezeichnungen abgestempelt wie ausländerfeindlich, Antisemit, Faschist, Nazi, Anti-Menschenrechtler, Anti-Demokrat usw. Bis vor ein paar Jahren war das Scherzen und Witze erzählen über diese „Minderheiten“ unmöglich, außer wenn der Witzeerzähler selbst diesen „Minderheiten“ angehörte, wurden seine Späße nicht als „Schimpfen“ und „Diskriminierung“ bezeichnet. Aber andersrum dürfen eben diese „Minderheiten“ sich alles über die Deutschen erlauben und sagen.

Und genau solche Vorfälle sind meiner Meinung nach, einer der Gründe für derartige Verbrechen wie  Mord und der Anschlag in Norwegen. Das Ziel des Bombenlegens und Massakers des 29 jährigen Brevik war klar: Das Regierungszentrum und das Ferienlager der Partei, die die Diskriminierung der ethnischen, religiösen und ideologischen Minderheiten, die in seinem Land leben, abschaffen und ihn dadurch jetzt an den Rand der Gesellschaft zwangen, und ihm in seinem eigenen Land das Recht verweigerten  seine Meinung frei zu äußern.

Ich bin mir darüber bewusst, dass das Kommentieren eines solchen Themas sehr viel Fingerspitzengefühl verlangt, wie das Laufen über die Schneide eines Messers. Wieder als Beispiel, wenn ich nun mit Feministinnen Diskussionen führe, oder mit Leuten, die sich nicht allzu lange Zeit mit Themen wie den Menschenrechten, Demokratie, Liberalismus oder sogar Föderalismus befassen und erst jetzt diese Begriffe für sich entdeckt haben, machen dann aus diesen Begriffen eine riesige Keule, um bei nächstmöglicher Gelegenheit mit voller Wucht mir auf den Kopf zu schlagen, um mich dann mit all den Abstempelungen, wie oben aufgelistet, zu verzieren, so dass ich anfange an meinen Gedanken zu zweifeln und denke, vielleicht kennen die Leute mich besser als ich mich selbst!

Aber Spaß beiseite, ich persönlich bin für eine Gesellschaft und politische Form, in denen Jedermann die Möglichkeit bekommt sich frei zu äußern. Aus dem Grund denke ich, trotz all meiner Antipathie, die ich für Neonazis und extrem Linke Gruppierungen habe, dass die Führungspolitik der Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf die Freiheit dieser Gruppierungen bei den Wahlen teilzunehmen, richtig ist; denn die Deutschen haben (wie schon im Clip) dafür sehr gut gesorgt, dass diese Gruppierungen unter Umständen nie in der Lage sein werden die rechtliche Grundlage der demokratischen Form des Landes anzutasten und sie zu ihren Gunsten umzuändern. Das verdanken die Deutschen dem Dritten Reich, das sie bis kurz vor die totale Vernichtung ihres Landes führte und danach jahrelang die herablassenden Blicke der Welt nach sich zog.

Trotzdem, zeigen die Länder Deutschland und Norwegen, die in fast allen Bereichen zu den Besten der Welt gehören, in Bezug auf „die andere Seite“ der Diskriminierung Schwäche. Solche Länder, die stolz darauf sind, trotz all der Probleme und Schwierigkeiten, die es gibt, eine Gesellschaft für alle Bürger des Landes mit verschiedenen Zugehörigkeiten erschaffen zu haben, ignorieren das gute Recht derjenigen, die von Anfang an die natürlichen Eigentümer und Besitzer des Landes waren (eigenes Volk ohne die einbürgerten und dauerhaft lebenden ausländische Bevölkerung), frei ihre Meinung zu äußern und dabei nicht im eigenen Land die Angst bekommen von anderen Personen, politischen Parteien und Medien verspottet oder attackiert zu werden; sie sollen sich nicht derart abkapseln, dass sie ihre einzige Möglichkeit mit der Gesellschaft, der öffentlichen Meinung und den Medien Kontakt aufzunehmen darin sehen, sich entweder extremistischen Gruppierungen anzuschließen oder als Einzeltäter Gewalt und Völkermord zu begehen und glauben, je größer die Bombe und schrecklicher das Massaker, desto größer die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung und der Medien! Das ist eine bittere Erfahrung, wenn Menschen durch solche terroristische Handlungen sich Gehör verschaffen, um gehört zu werden.

Unter solchen Umständen ist die einfachste und unverantwortlichste Reaktion den oder die Täter links und rechts, die religiös und faschistisch orientierten Gruppierungen einzuordnen, oder sie gar als geistig verwirrte Menschen zu bezeichnen. Die ideologischen und politischen Gedanken solcher Menschen, die die Gewalt als eine Art „Medium“ wählen, könnte zwar als Grund für ihre Tat erklärt werden, kann aber nie erklären, warum dieses Gehirn zu diesen Gedanken oder dieser politischen Tendenz gezwungen wurde, derartige Gewalt auszuüben und Morde zu begehen. Obwohl der Grundgedanke und das Ziel des islamistischen Terrorismus gegen die freie Welt das Gegenteil zu derartigem Terrorismus ist, um die Errungenschaften dieser Welt vor dem Islamismus und auch der „marxistischen Kultur“ zu bewahren, Gewalt anwendet und tötet; aber im Grunde genommen fühlen beide Arten des Terrorismus sich von der freien Welt diskriminiert und in die Enge getrieben; sie sind das Ergebnis der widersprüchlichen und unvermeidlichen Globalisierung.

Der islamistische Fundamentalismus war eine übereilte Antwort auf den Beginn der Globalisierung ohne sich darüber bewusst zu werden, dass ausgerechnet das Globalisieren unter vielen Aspekten wie die Ausschöpfung der wirtschaftlichen Vorteile und die große Welle der Immigration auch den Samen der Muslime mehr denn je in die freien Länder streut; mit anderen Worten, sie können sich heute leichter in der westlichen Welt sesshaft machen.

Der Gedanke, der hinter dem Bombenattentat und dem Massaker in Norwegen steckt, war an für sich, eine müde und paralysierte Antwort auf „dieses Samen Streuen“. Oriana Fallaci, die verstorbene italienische Journalistin versuchte in ihren letzten Büchern die Wut und der Stolz und die Kraft der Vernunft die Gefahr, die die europäische Kultur und Freiheit hinsichtlich ihrer Vernichtung droht, darzustellen.

Ehrlich gesagt, ich mache mir nicht als Europäer, sondern eher als „Ausländer“, der zufälligerweise auch aus einem muslimischen Land stammt Sorgen über die schleichende Islamisierung Europas, bei der die größten philosophischen, wissenschaftlichen und politischen Errungenschafen der Menschheit in Gefahr geraten, vernichtet zu werden. Ich mache mir letzten Endes auch Sorgen über die Tatsache, dass sich unter den Namen, Demokratie und Toleranz, Gruppierungen und Bewegungen gründen, die sich dann zur Pflicht machen, um die nationalistischen und kulturellen Errungenschaften ihres Landes zu retten und zu bewahren, den Weg des Kreuzzuges zu begehen.

Wahrlich könnte eines Tages die Welt, die vielleicht das Problem des islamistischen Terrors und der hiesigen Kulturvernichtung nie gelöst hat, die Zeugin einer anderen Art von Terrorismus werden, diesmal in Form vom christlich-fundamentalistischen Terrorismus, dessen Geburtsort Länder sind, die um die Diskriminierung der Minderheiten abzuschaffen, eine andere Art der Diskriminierung produziert haben, nämlich das Verdrängen der alten Mehrheit, die zur neuen Minderheit umgebildet ist.

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9 Gedanken zu „Eine Minderheit im eigenen Land

  1. Danke liebe Fartâb fuer diesen Artikel, denn er zeigt logisch und konsequent die Gefahr, wie durch falsche Politik, noch mehr Terror entstehen kann. Grosses Kino!

  2. Pingback: Tork: PI-News, ein Komplize von Antisemiten | Pârse & Pârse پارسه و پارسه

  3. Das ist ein toller Artikel, Fartâb joon. Er zeigt einige sehr wichtige Wirkungskreise. Ich würde so gerne noch mehr diesbezüglich schreiben, aber die Zeit macht mir gerade einen Strich durch die Rechnung. :(

  4. Ich kenne einen Mann, der seine Frau und Kinder des öfteren schlug.
    Zur Rede gestellt, antwortete er: “Dann dürfen sie mich nicht so wütend machen.”
    Das ist eine schlimme Form der Schuldverschiebung!
    Nicht er handele unangemessen, sondern es sei nur eine Folge der schlimmen Vorgeschichte.

    Linke Redner sagten noch vor kurzem, dass der Mauerbau der DDR eine späte Folge des dritten Reiches sei. Die Mauer wohlgemerkt, die laut Erich noch in hundert Jahren stehen sollte.
    Dies ist nicht nur eine Schuldverschiebung, sondern auch noch eine Ohnmachtserklärung. Zusammengenommen hätte das dritte Reich Fakten geschaffen, deren Folgen die Kommunisten auf ewig nicht aufheben können. Aber die eigenen Aussagen zuende denken? – Bei vielen ebenso selten.

    Wenn man Breiviks Massenmord an Jugendlichen nun als Folge vorausgehender Norwegischer Polik darstellt, dann ist das in meinen Augen ebenso unangemessen, wie seine Tat selbst!

    Selbstverständlich ist es immer schwierig, bei der Regulierung von Missständen nicht über das Ziel hinaus zu schießen.
    Natürlich gibt es Minderheiten-Schutzrechte, die von einigen schamlos ausgenutzt werden.
    Häufig haben wirksame Medikamente auch unliebsame Nebenwirkungen.
    Antibiotika bekämpfen Bakterien und ebnen Pilzen die Bahn.
    In solchen Dilemmas stecken wir Menschen nun mal. Wir müssen abwägen und versuchen angemessen zu reagieren.

    Vermutlich hat Breiviks Tat auch eine Vorgeschichte.
    Vermutlich ist sein Entschluss zur Tat auch irgendwie gereift.
    Vermutlich war persönliche Frustration und mangelde Bereitschaft auch einmal die Perspektive der anderen einzunehmen mit dabei.
    Vermutlich fehlte das Augenmaß.

    Aber zu sagen, dass solche Entschlüsse reifen müssten, wenn Schutzgesetze norwegische Dimensionen annehmen, das müsste dann doch noch genauer belegt werden!

    Soll die Gesetzgebung Mitschuld haben?
    Hat sie die Tat provoziert?
    Ist die politische Debatte nicht auf Breiviks (berechtigte) Argumente eingeganen?
    War sie dafür zu plump?
    Ich bin mir fast sicher, dass Breiviks Argumente um Klassen plumper sind.

    Mittlerweile ist viel Zeit ins Land gegangen, und ebenso die Diskussion, ob er nun krankhaft oder kriminell gehandelt habe.

    Ich persönlich beklage hier einen anderen Punkt, nämlich dass wir und die Norweger in unserer Gesetzgebung für derartige kriminelle Handlungen kein adequates Strafmaß haben, dass (zumindest ohne neue Beweise) nicht noch Aussicht auf Freilassung bietet.

    Ja, es ist schon hart, dem kriminell gewordenen Menschen jegliche Hoffnung zu nehmen, aber wenn die Relationen es gebieten?

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