Alexander „der Große“ – Eskandare gojastak (3)

Alexander Büste

Diese Reihe wurde auch in Russisch übersetzt.

Die Niederlage Darius III an der Issos Passage machte den Persern in Syrien deutlich, dass Alexander gefährlicher war, als sie es für möglich gehalten hatten. Nach der Eroberung Syriens marschierte Alexander nach Damaskus, wo sich ein großes Schatzhaus befand. Die Mutter, die Ehefrau, die Schwestern und Kinder Darius III, die er nach seinem Sieg an der Issos Passage erbeutet hatte, verbrachte Alexander nach Damaskus.

Die  Historiker berichten, dass das Verhalten von Alexander gegenüber der königlichen Familie angemessen war. Laut dieser Berichte, verzichtete Alexander die Frau von Darius III, die eine sagenhafte Schönheit war, zu vergewaltigen und sie für sich zu beanspruchen. Als die Frauen zu ihm geführt wurden, soll er gesagt haben: „Wie schön und anmutig sind diese persischen Damen!“

Der Fall von Damaskus

Als Alexander dem Satrapen von Damaskus versprach, die Stadt und ihre Reichtümer zu verschonen, ergab sich der Satrap und verhandelte mit Alexander. Wie zu erwarten war, hielt Alexander seine Versprechen gegenüber dem Satrapen in Damaskus nicht. Nach seiner Machtergreifung in Damaskus, ließ er den Satrapen  und alle männlichen Würdenträger der Stadt ermorden und nahm ihre Frauen und Kinder als Sklaven: Die weiblichen Würdenträgerinnen der Stadt und ihre Kinder, darunter die Ehefrau und die Kinder von Artabanos [Artabâd], dem ehemaligen Satrapen von Lydien, die Ehefrau und Kinder von Pharnakes, dem Admiral der persischen Seestreitkräfte des Mittelmeeres, die Ehefrau und drei Töchter von Mentor, dem Bruder von Memnon von Rhodos, die Ehefrau Barsine [Persisch: Barsina] und deren Kinder, vom verstorbenen Memnon von Rhodos, wurden alle versklavt. Barsina, die auch die Enkelin Darius III war, war eine sagenhafte  Schönheit, so dass sich Alexander schon beim ersten Anblick in sie verliebte, sie dann vergewaltigte und fortan zu seiner Sexsklavin machte.

Der Wert der Schätze im Schatzhaus von Damaskus, in Form von Goldbarren und Goldmünzen, namens „zarik“ [golden], die Alexander im Schatzhaus in die Hände fielen, belief sich auf etwa 3.000 Talente  (ca. 100 Tonnen) Gold. Plutarch schrieb: „Nachdem die Makedonier, so viele Schätze als Beute und so viele schöne Perserinnen, deren Schönheit, Verhalten und grandiose Haltung ihnen den Verstand geraubt hatte, als Sklavinnen bekommen hatten, waren sie noch mehr denn je bereit und entschlossener denn je, alles zu tun, was Alexander verlangte“.

Der Fall von Phönizien

Phönizien, das unter den Feldzügen  von Artaxerxes III und den damit verbundenen Schändungen ihrer Heiligtümer sehr gelitten hatte, wollte nicht mehr unter persischer Herrschhaft leben, denn die Wunden die er den Phöniziern zugefügt hatte, waren tief und noch lange nicht verheilt. Arrianus schreibt, dass die Würdenträger der Stadt Sidon, heute die  libanesische Stadt Sidâ,  Alexander einluden ihre Stadt zu nehmen. Nur die Stadt Tyrus, heute die libanesische Stadt Sur, die die Kommandozentrale der Seestreitkräfte des Persischen Reiches im östlichen Mittelmeer beherbergte, entschloss sich gegen Alexander Widerstand zu leisten. Alexander, der vom geplanten Widerstand in Tyrus erfuhr, schrieb einen Brief an Azemilkos, den König von Tyrus und versicherte ihm, er beabsichtige nicht die Stadt zu erobern, sondern teilte ihm mit, dass er lediglich die Stadt besuchen wollte, um Herkules den Gott der Stadt Tyrus zu ehren und ihm ein Opfer zu bringen. Der König von Tyrus antwortete ihm, dass es besser wäre, wenn er nach Sidon reise, um dem Gott Baal in Sidon, der ein viel  größerer Gott als Herkules war, zu ehren. Als Alexander aber darauf beharrte nach Tyrus zu reisen, kam die Antwort: „Wir sind keine Darius Anhänger, lassen aber auch keinen fremden Makedonier in unsere Stadt“

Alexander hielt  eine Unterredung mit seinen versammelten Offizieren.  Er soll gesagt haben: „Wenn die Stützpunkte der Seestreitkräfte in Tyrus und Zypern nicht erobert werden, werden wir Ägypten nicht erobern können, es besteht auch die Gefahr, dass Griechenland uns nicht mehr untertänig bleibt, denn die griechischen Städte, darunter Athen, suchen nach einer Möglichkeit, um sich von uns zu befreien. Aber, wenn wir Tyrus erobern, werden wir ganz Phönizien bekommen, und es könnte sein, dass die persischen Seestreitkräfte, die in Tyrus weilen,  und die best ausgerüsteten Streitkräfte sind, danach uns gehorchen und unter unseren Befehlen dienen; dann wird Zypern sich von Persien trennen und unter unsere Herrschaft kommen. Unter diesen Umständen könnte es sein, dass die Stadt Tyrus und die Seeleute kein Interesse mehr haben, den Persern beim Feldzug behilflich zu sein; sondern sie werden in diesem Fall das tun, was wir ihnen vorschreiben; danach können wir in Ruhe nach Ägypten marschieren, und sicher sein, dass hinter unserem Rücken auch keine Gefahr mehr aus Griechenland droht“. Dann erzählte er ihnen von seinem Traum, den er in der Nacht hatte, er habe hinter den Toren von Tyrus gestanden und Herkules, der Gott von Tyrus, habe ihn an der rechten Hand genommen und in die Stadt geführt; er interpretierte ihnen in seiner soziopathischen Art seinen Traum, als ein göttliches Versprechen. Alexander machte sich daraufhin mit seinen Truppen auf den Weg nach Tyrus, um die Stadt zu belagern. Die Stadt Tyrus hielt 7 Monate der Belagerung stand, in der Hoffnung, dass König Darius im richtigen Moment zu Hilfe kommen wird und den Fall der Stadt verhindert.

Der iranische Historiker Gardizi schreibt in Târixe Gardizi, dass drei Städte Phöniziens  sich  gegen die persische Herrschaft erhoben und viele Soldaten desertierten. Sie liefen mit Teilen der Persischen Flotte zu Alexander über. Große Teile der persischen Flottenverbände der  Insel  Rhodos verbündeten sich ebenso mit Alexander und dies führte zum Zerfall der persischen Seestreitkräfte im Mittelmeer. Zeitgleich erreichte  ein Schiff aus Makedonien voller neuer Kräfte Alexander. Die Verhandlungen der Gesandten Alexanders mit den Führern in Zypern verliefen ebenso erfolgreich, denn die Verbreitung der Nachricht über den Sieg Alexanders bei der Schlacht an der Issos Passage und die Verbreitung der Nachricht über die Flucht Darius III vom Schlachtfeld, vernichtete die Erhabenheit und das Bild der Unbesiegbarkeit des Persischen Imperiums.

Ruinen Seefestung in Sidon - Von Robysan at de.wikipedia

An der Küste von Sidon schlossen sich 120 Schiffe aus Zypern Alexanders Armee an. Hinzu kamen 4000 griechische Söldner, die auf Kriegsschiffen in Sidon sich mit Alexanders Truppen verbündeten. Jetzt konnte Alexander die Stadt Tyrus auch vom Meer aus angreifen und die Hoffnung der Bewohner von Tyrus, dass König  Darius III rechtzeitig zu Hilfe kommen wird, war vergebens. Nach 7 monatigem Kampf fiel die Stadt im Herbst des Jahres 332 v.Chr., Alexander hatte tausende von Soldaten bei dieser Belagerung der Stadt verloren. Er war nicht nur rücksichtlos seinen Feinden gegenüber, sondern seine psychopatische Art kannte ebenso keine Grenzen beim Opfern der eigenen Soldaten.

Diodorus schreibt, dass nachdem Alexander die Stadt erobert hatte, er 2000 Männer der Stadt kreuzigen ließ, und Arrianus schreibt, dass 30.000 Bewohner der Stadt in die Sklaverei verkauft wurden. Die Menschen, die vor diesen Teufeln noch fliehen konnten, flohen nach Karthago und die Stadt Tyrus verwandelte sich zu einer nahezu menschenleeren Ruine. Die Eroberung durch Alexander bewirkte den Niedergang der Stadt und die Stadt Tyrus hörte auf zu existieren. Sie konnte nie mehr, so wie damals, politische Eigenständigkeit erringen. An dem Damm lagerte sich im Laufe der Zeit Schwemmland an, so dass aus der Insel eine Halbinsel wurde und die Zivilisation ausstarb. Der König von Sidon, Abdalonymos, der seine Stadt freiwillig Alexander angeboten hatte, behielt nach der Ankunft des Makedoniers 332 v.Chr. die Herrschaft, jedoch überließ Alexander ihm nur die Herrschaft über eine Geisterstadt. Um die Herrschaft über das besiegte Syrien zu vereinfachen, ließ Alexander arabische Wüstenstämme aus dem Norden Arabiens einwandern, die die einheimische Bevölkerung vertrieben und sich die fruchtbaren Ländereien einverleibten.

Der  Fall Palästinas und Ägyptens

Nach der Eroberung und Verwüstung Phöniziens, war die Eroberung der Städte der Philister für Alexander eine leichte Sache. Er machte sich dann auf den Weg in Richtung Süden, in Richtung der nördlichsten Stadt Ägyptens: Gaza.  Nachdem sich Gaza nicht ergeben wollte, belagerte Alexander die Stadt. Die Belagerung der Stadt dauerte zwei Monate: 10 Tausend persische und einheimische Soldaten fielen bei der Verteidigung der Stadt und auch Alexanders Armee hatte große Verluste und er selbst wurde dort  verwundet.  Der Statthalter von Gaza, ein Perser mit Namen Batis, wurde gefangen genommen. Was Alexander diesem tapferen Mann angetan hat, ist eines von vielen Beispielen seiner unermesslichen Brutalität. Der Statthalter, der schwer verwundet und dem Tode nah war, wurde zur Zielscheibe der ganzen Wut, Perversion und des Hasses dieses Psychopathen:  Alexander befahl, die Fußfersen des Mannes zu durchlöchern und ein Seil durch diese Löcher zu ziehen, um ihn dann angebunden an einem Streitwagen um die ganze Stadt zu schleifen, solange, bis er unter großen Schmerzen mit herzzerreißendem Geschrei starb. Die Männer der Stadt Gaza ließ er alle töten und ihre Frauen und Kinder ließ er an den Sklavenmärkten in Griechenland verkaufen. Die einst blühende autonome Stadt wurde menschenleer und auf seinen Befehl hin komplett zerstört. Auch die Stadt Gaza hatte nach seinem Erscheinen aufgehört zu existieren. Der amerikanische Historiker Arnold T. Olmstead erzählt uns mit großer Erregung in seinem Werk History of the Persian Empire: „Mit der üblichen Barbarei, wurden Frauen und Mädchen als Sklaveninnen verkauft, und die Umgebung der Stadt wurde arabischen Stämmen überlassen, aber in der Stadt selbst, ließ sich niemand mehr nieder“

Alexander überließ diese Ruine den Arabern und seitdem wurde Gaza von Arabern besiedelt und bewohnt.  Viele  Griechen aus dem anatolischen Gebiet, die wütend über Alexanders Gräueltaten und Verbrechen in Griechenland waren, gingen nach Sparta und verbündeten sich mit dem Statthalter von Sparta, der auch finanzielle Hilfe aus Persien  bekommen hatte, um Griechenland zu befreien. Die flüchtigen persischen Seestreitkräfte aus Phönizien und zahlreiche andere Kriegsschiffe der Insel Kreta erreichten Sparta, um Seite an Seite für die Befreiung Griechenlands  zu kämpfen. Einer der griechischen Offiziere mit persischer Staatsbürgerschaft, namens Amyntas, der früher in Kilikien diente, nahm die besten Kriegsschiffe der Stadt Tripolis in Syrien und segelte mit 4.000 griechischen Freiwilligen nach Zypern. Er eroberte Zypern und  ernannte sich dort  zum Satrapen von Ägypten.  Amyntas sammelte Kräfte und segelte nach Ägypten um zu verhindern, dass Alexander Ägypten erobert.  Aber, als er Ägypten erreichte, fand er die Bevölkerung in Aufruhr gegen die persische Herrschaft und bereit  Alexander und seine Herrschaft zu feiern. Amyntas  wurde samt seiner Soldaten im Kampf gegen die Aufständischen getötet. Die Ägypter, die auf der Suche nach der fiktiven Freiheit waren, wussten nicht, dass Alexander einige Städte von der Erde getilgt hatte und die Überlebenden dieser Städte als Sklaven verkauft. Sie ahnten nicht, dass dieser Mann der Zorn Gottes auf Erden war, und wo immer er auftauchte, brachte er den Menschen nur Leid, Sklaverei, Armut, Unglück und Katastrophen.

Alexander wurde von allen griechischen Geschichtsschreibern hoch gelobt und verehrt; aber selbst bei diesen Verehrungen erzählten sie von seinen Untaten.  Aus Sicht der damaligen Perser und der moralischen Werte des vorherrschenden Zoroastrismus, waren Alexanders Taten empörend und schändlich. Die griechischen Gesellschaften waren damals Sklavenhaltergesellschaften und deshalb empfanden die griechischen Historiker die Versklavung von Menschen nicht als Unrecht.

Alexander und Aristoteles

Aristoteles, der Alexander in seiner Jugend unterrichtete und mit Pan-hellenistischer Ideologie indoktriniert hatte, hatte dem jungen Alexander vermittelt, dass die Befriedung und Einigung Griechenlands nur durch die Vernichtung des Persischen Imperiums erreicht werden könne. Daneben, stellte er nichtsnutzige Rassentheorien auf, die nirgendwo in der zivilisierten Welt zu gebrauchen waren und  vermittelte Alexander, die damals unter den Griechen herrschende Überzeugung, dass alle anderen Völker „Barbaren“ und in charakterlicher und kultureller Hinsicht unterlegen seien. Aristoteles erklärte dies aus den andersartigen klimatischen Verhältnissen, denen sie ausgesetzt waren. [Geulen, S. 19-23]. Sie nannten die Perser vor allem deshalb Barbaren, weil im Persischen Reich die Sklaverei verboten war und die Menschen im Reich der Achämeniden, dieselben Rechte wie der König hatten. Aristoteles ließ für Alexander eine Abschrift der Ilias anfertigen, die Alexander als Verehrer des Achilleus später auf seinen Eroberungszügen durch Persien mit sich führte, und unter seinem Kopfkissen aufbewahrt haben soll. Der berühmte arabische Historiker Ebne Xaldun berichtet im 14. Jahrhundert im Al Mughaddimah, im ersten Band, Seite 212: Aristoteles schlug Alexander vor: „Lass die Verachtenswerten und die Böswilligen die Perser beherrschen, damit es zwischen ihnen nur Differenzen, Reibereien und Streit gibt, so kannst du die Perser am besten beherrschen“

Ägypten ergab sich Alexander ohne jeglichen Widerstand. Die ägyptischen Würdenträger, die aufgrund der Propaganda ihrer Ältesten und der Priesterschaft  an die Erlösung durch Alexander glaubten, empfingen Alexander feierlich und Alexander wurde in der Stadt Memphis wie ein Nationalheld empfangen. Dennoch konfiszierte er alle ägyptischen Reichtümer. Das Gold und die Schätze, die Alexander dem ägyptischen Schatzhaus entnahm, betrugen an die 800 Talente (mehr als 240 Tonnen Gold). Er verkündete in Ägypten, er wäre der Sohn des himmlischen Gottes und müsse den Tempel seines Vaters Amun in der Oase Siwa in der Lybischen Wüste besuchen. Schon seit der Zeit der Pharaonenherrschaft über Griechenland wurde diese Gottheit auch in Griechenland verehrt. Die Griechen, die wichtige Entscheidungen treffen mussten, befragten gerne das Orakel um  Erleuchtung und Antwort zu bekommen.

Amun-Tempel in der Oase Siwa

Als er das Orakel im Amun-Tempel in der Oase Siwa  besuchte, soll Amun durch seinen Priester offenbart haben, Alexander wäre sein himmlischer Sohn, der bald die ganze Herrschaft auf Erden inne haben würde und bis Alexander  eines Tages wieder im Himmel regiert, würde er auf  Erden regieren. Der Priester sagte den Begleitern Alexanders, sie sollten ihn wie einen Gott verehren und anbeten, und das war genau das, was Alexander sich schon immer erträumte. Er, der immer betonte, er wäre nicht der Sohn von Philipp II, sondern der Sohn von Zeus, war nun offiziell der Sohn Amuns, des größten Gottes auf Erden.

Er glaubte so sehr an die Offenbarung des Gottes Amun, dass er in einem Brief, den er seiner Mutter Olympia schickte, schrieb, „als der Gott einst in Gestalt einer Schlange seiner Mutter erschienen wäre, wäre das ein Zeichen, dass Amun seinen Geist in sie hauchte und Alexander wäre aus diesem Geist entstanden.“ Die ägyptischen Priester sagten ihm, dass der Geist von Pharao Ahmose einmal seine Mutter besuchte und mit ihr, genau wie Zeus, geschlafen hätte, und somit wäre Alexander auch der Sohn des Pharao Ahmose, und das Blut des großen Pharaos würde auch in Alexanders Adern fließen. Damit hatten die Priester im Amun-Tempel die Herrschaft dieses brutalen Bengels über Ägypten legitimiert. Die Ernennung Alexanders zu einer Gottheit führte dazu, dass die makedonisch-griechische Armee gezwungen war ihren alten Glauben abzulegen, um Alexander wie einen göttlichen Pharao anzubeten.

Während Alexander in Ägypten verweilte, leisteten die Juden der Stadt Samara im damaligen Syrien [Šâm], die Verbündete des Persischen Reiches waren, erbitterten Widerstand. Die Juden nahmen Alexanders Statthalter fest und töteten ihn.  Als Alexander die Nachricht bekam, machte er sich schnell auf dem Weg zurück nach Syrien. Im Jahre 331 v.Chr.  tötete er  alle Bewohner der Stadt und verwüstete sie so, dass die Stadt Samara, genau wie viele andere Städte, nach seinem Erscheinen aufhörte zu existieren und ihr einst so bedeutsamer Name nun nur noch eine leere Hülle und Geschichte war. Ägypten, Syrien und Phönizien verloren nach dem Erscheinen Alexanders ihre historische und kulturelle Identität und Souveränität für immer und wurden zwangshellenisiert,  während sie im Persischen Imperium all ihre historische und kulturelle Identität (Religion, Sprache, Gebräuche, Gesetze, Schrift) bewahren konnten. Nachdem  Alexander sie unter seine Herrschaft brachte, wurden die Schrift und die Sprache dieser Länder beseitigt und die griechische Schrift zur offiziellen Schrift ernannt; der Glaube und die Religion der Menschen dieser Länder wurde verboten, um einen neuen Glauben, auf der Basis des griechischen Aberglaubens zu verbreiten, während er sich ungeniert ihrer Reichtümer bediente. Das, was Alexander diesen Menschen brachte, war nicht Freiheit, sondern die totale Versklavung, die in Folge dessen, die Sprache, die kulturelle und historische Identität den Menschen geraubt hatte. Alexander hatte damit das Zeitalter des Hellenismus eingeläutet.

Ägypten war schon seit der Eroberung durch Kambyses II [altpers. Kambujiya], der Sohn Kyros des Großen, die am schwierigsten zu beherrschende und die am weitesten entfernte persische Provinz. Durch den Aufbau und die Erhaltung eines neuen Verwaltungsapparates in Ägypten, indem eine bessere Umverteilung der Finanzmittel vorgesehen war, sowie die damit verbunden Einschnitte in die Finanzen der mächtigen ägyptischen Priesterschaft, sorgten von Zeit zu Zeit für Unruhe und führten zu diversen Feldzügen zur Befriedung Ägyptens.

Das Verhalten Artaxerxes III  bei seinem Feldzug in Ägypten im Jahre 342 v. Chr. , als er die ägyptische Gottheit  Apophis in Gestalt eines Stiers töten ließ und verspeiste, hatte tiefe Wunden hinterlassen, die nur mit viel Geduld und politischem Geschick heilbar gewesen wären. Diese Tat führte dazu, dass die Ägypter nicht mehr unter Persischer Herrschaft leben wollten. Die persische Satrapenverwaltung Ägyptens wusste, dass jeglicher Widerstand gegen Alexander sinnlos war und die Ägypter wollten nicht Darius III, sondern Alexander haben.

© Pârse & Pârse

[Quellen dieser Artikelreihe: „Irânzamin“, von Amir Hoseyn Xonji, Arrianus, Diodorus, A.T. Olmstead „History of the Persian Empire“, Plutarch, Ephippos, Xenophon, Gardizi „Târixe Gardizi“ „Einsicht in die iranische Geschichte“,[ „Molâhezâti dar târixe Irân“], 4. Auflage, von Dr. Ali Mirfetros, Quintus Curtius Rufus, Herodot, 1. Buch Religion und Sitten der Perser , G. Hancock, Heavens Mirror, 1998, Michael Joseph Ltd, s. V.Gordon Childe: New Light on the most ancient East. 1928, 1958, 134 + Abbildung Plate XXI, Nezâmi Ganjavi in Šarafnâme aus seinem Werk Xamseye Nezâmi, Tom Holland „Persisches Feuer“ Alfred von Gutschmid, 1888 „Die Geschichte Irans und seiner Nachbarländer“, Hans Delbrück 1920 „Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte“, Geulen, Ebne Xaldun „Al Mughaddimah“, tagesschau.de, Josef Wiesehöfer Iranians, Greeks and Romains 2006, C. E. Bosworth Encyclopädia Iranica]

Alexander „der Große“ – Eskandare gojastak (4)

4 Gedanken zu “Alexander „der Große“ – Eskandare gojastak (3)

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