Alexander „der Große“ – Eskandare gojastak (4)

Die Niederlage bei der Schlacht an der Issos Passage, die Ungehorsamkeit der persischen und medischen Würdenträger, die seit Anbeginn der Herrschaft Darius III gegen ihn gerichtet war, die Demagogie dieser Würdenträger gegen ihn und die Ansprüche anderer im Persischen Reich, die ihm die Herrschaft streitig machten, schwächte Darius III so sehr, dass er, als Alexander die Stadt Tyrus belagerte, eine Delegation mit einem Brief zu Alexander schickte.

Dieser Teil wurde ins Russische übersetzt.

Er schlug in seinem Brief vor, das Persische Reich würde die Länder, die Alexander bis jetzt erobert hatte, als seine Herrschaftsgebiete anerkennen und setzte die Grenze der Länder Persien und Makedonien an den Euphrat, doch Alexander wollte König über ganz Asien werden und schlug sein Angebot aus. Als Alexander aus Ägypten nach Damaskus zurückkehrte, starb die Kaiserin, die Alexander nach dem Sieg an der Issos Passage erbeutet hatte, in den Armen der Kaiserinmutter, während der Entbindung, da im Lager Alexanders weder ein Arzt noch eine Hebamme zu finden war. Alexander befahl ihr zu Ehren eine prachtvolle Beerdigung nach persischen Bräuchen. Eine der Dienerinnen der Kaiserinmutter, die vom Lager Alexanders geflüchtet war und Persien erreichte, erzählte Darius III vom Tod der Kaiserin Stateira [Estâtirâ]. Sie berichtete ihm, dass Alexander die Kaiserin wie seine eigene Schwester behandelte und die beiden Töchter und die Mutter des Kaisers auch mit Respekt behandelt würden.

Die Schlacht von Gaugamela [Gâ’gamal]

Als Darius III keine Hoffnung auf Friedensverhandlungen mit Alexander mehr hatte, verkündete er, wer ihm den Kopf von Alexander bringe, bekomme Tausend Talente Gold als Kopfgeld. Aber, das Glück hatte Darius III und damit Persien verlassen und alle Aktionen von Darius III waren vergebens. Alexander konnte in Asien tun und lassen was er wollte. Die Zeit der persischen Herrschaft war zu Ende und damit ebenso die Zeit des Friedens, der Sicherheit und der Stabilität im Mittleren Osten. Jetzt herrschten Sklaverei, Elend und Katastrophen. Die zivilisierte Welt war auf dem Weg in alte Zeiten, vor der achämenidenischen Epoche, als Unruhe, Unsicherheit, Kriege und Armut herrschten, zurückzufallen. Chaos hatte sich, seit Alexander asiatischen Boden betreten hatte in ganz Westasien breit gemacht, jedes Mal wenn Alexander neues Territorium eroberte, brach hinter ihm durch Aufstände, korrupte griechische und makedonische Satrapen und schlechte bürokratische Strukturen zuvor erobertes Territorium wieder weg. Jetzt zeigte sich, dass so viele der politikbezogenen Theorien von Platon und Aristoteles, nichts weiter als leeres Geschwätz waren, mit dem man nirgendwo auf der Welt Ordnung und Disziplin schaffen oder gar ein Weltreich regieren konnte. Ein dunkles Schicksal hielt das Persische Reich in seinem Bann, von dem es kein Entrinnen mehr gab. Als Darius III nach der Niederlage an der Issos Passage nach Babylonien zurückkehrte, um neue Truppen zu sammeln, war er gleichzeitig gezwungen im Zentrum des Reiches gegen zahlreiche Aufstände zu kämpfen. Diese ständigen Kriege seiner Gegner, denen die Situation im Persischen Reich durch Alexanders Invasion sehr gelegen kam, hatten Darius III seiner Kräfte beraubt und hatte immer wieder den geplanten Krieg gegen Alexander verschoben. Dies war der Grund, weshalb Alexander erfolgreich Syrien [Šâm], das Land der Philister und Ägypten erobern konnte und dies war auch der Grund, weshalb die Stadt Tyrus vergeblich auf die Hilfe Darius III wartete und nach 7 monatiger Belagerung gefallen war. Alexander brach nun mit seiner Armee von der Stadt Aleppo in Richtung Zweistromland auf. An der Stadt Karxe Miš passierte er den Euphrat und trat ins Zweistromland ein und erreichte über die Stadt Harran Babylonien. Als er die Stadt Mosul erreichte, geschah eine Mondfinsternis; seine Wahrsager deuteten dies als ein gutes Omen und sagten ihm, der Himmel wäre gegen die Perser und auf der Seite Alexanders. Alexander opferte für die Sonne und den Mond und bat sie um den Sieg gegen die Perser. Wenige Tage später begegnete Darius III mit seiner Armee, in der Nähe des Dorfes Gaugamela [Gâ’gamal], am Ostufer des Tigris, im Herbst 331 v.Chr. Alexanders Armee. Das Dorf war nicht weit von der historischen Stadt Ninive, der Hauptstadt des ehemaligen Assyrischen Reiches entfernt. Wahrscheinlich war es genau der Ort, an dem 281 Jahre zuvor die Armee des letzten Assyrischen Königs gegen die Armee des medischen Königs Kyaxares II [Hovaxšatar] kämpfte und besiegt wurde. Dieser Sieg von Kyaxares II war es, der die Gründung des Persischen Reiches ermöglichte. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass fast genau an diesem Ort, an dem das größte Imperium das die Welt bis dahin gesehen hatte, das seine Größe und Erhabenheit durch Kyros dem Großen [Kūruš], Kambyses II [Kambūdschiya], Darius dem Großen [Dārayavahuš] und Xerxes I [Hšayāŗšā] erreichte, ausgerechnet an diesem Ort sein Ende fand.

Die Gegner von Darius III hatten durch ihre Aufstände seine Kräfte so sehr geschwächt, dass er keine ausreichende Schlagkraft gegen Alexanders Armee mehr mobilisieren konnte. Die griechischen Historiker schreiben, um den Sieg Alexanders sehr pompös erscheinen zu lassen, dass die Armee von Darius III aus 40.000 Kavallerie Einheiten, eine Million Infanterie Einheiten und 16 Elefanten bestand, während die Armee von Alexander aus 7.000 Kavallerie Einheiten und 40.000 Infanterie Einheiten bestanden haben soll. Das Interessante an den Berichten dieser Historiker ist, dass bei dieser Schlacht nur 100 Soldaten der Armee Alexanders getötet worden sein sollen, aber die persischen Streitkräfte sollen mehr als 300 Tausend Soldaten verloren haben. Spätestens jetzt sollte jedem einleuchten, dass sowohl der Hergang der Schlacht, als auch die Größe der Persischen Armee, sowie die Verlustzahlen frei erfunden sein müssen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass Darius III bereits die Hälfte des Reiches an Alexander verloren hatte und die andere Hälfte des Reiches auf Grund der Kriege, die er mit seinen Gegnern im Reich führte, nicht vollumfänglich zur Verfügung stand. Darius III konnte daher seine Truppen im Wesentlichen nur aus dem Zweistromland, dem Norden und dem Süden des heutigen Iran und Âzarbâyjân [Âtarpâtikân], sowie aus Teilen der dünn besiedelten Ostprovinzen rekrutieren. Wenn man davon ausgeht, dass eine Stadt im 4. Jahrhundert v.Chr. mit 50.000 Einwohnern bereits eine Weltstadt war, wird umso deutlicher, dass es unmöglich war ein Heer von mehr als einer Millionen Soldaten aufzustellen, ganz abgesehen davon, dass die Logistik für ein solches Heer niemals zu bewerkstelligen war. Das Heer Darius III bei Gaugamela könnte daher auch viel kleiner als das Heer Alexanders gewesen sein. Genau wie in der Schlacht an der Issos Passage, griff Alexander Darius III direkt an. Darius wurde dabei verwundet und entfernte sich, genau wie an der Issos Passage, vom Schlachtfeld und verursachte damit Konfusion innerhalb der persischen Kampfeinheiten. Die Schlacht dauerte bis in die Nacht und die Perser verloren die Schlacht. Nicht Alexanders militärisches Genie, sondern Alexanders Taktik, nämlich stets die Militärführung des Gegners in der Schlacht auszuschalten, um die Armee führerlos im Chaos versinken zu lassen und Alexanders Entschlossenheit, die Darius III gänzlich fehlte, der Verrat im Persischen Reich und die andauernden innerpersischen Kriege, hatten letztlich das Persische Reich zum Einsturz gebracht. Darius hatte zunächst den Rückzug der Truppen nach Arbil und dann nach Ekbatana [Hagmatâna, heute Hamadân] befohlen um dort neue Kräfte zu sammeln. Doch Darius III hatte durch die Niederlage bei Gaugamela seine Legitimität als König des Persischen Reiches gänzlich verloren. Viele der Heerführer ahnten, dass das Ende der Herrschaft Darius III nahte und beschlossen daher sich von ihm zu trennen. So der Heerführer Âtropât von Âtarpâtikân, denn er hatte die Hoffnung, das medische Reich wieder beleben zu können und beschloss den nördlichen Teil des Gebiets der Meder für sich zu beanspruchen. Gleichzeitig beanspruchte der medische Heerführer Briax ebenso das Königreich der Meder für sich. Jahre später, als Alexander ganz Persien erobert hatte, nahm Âtropât, der Heerführer aus Âtarpâtikân, mit Alexander Kontakt auf und schenkte ihm den Meder Briax, den er im Krieg um die Herrschaft in Medien gefangen genommen hatte. Auf Befehl Alexanders wurde er in Persepolis bestialisch gefoltert und getötet. Der Heerführer Âtropât verheiratete dann auch noch seine Tochter mit einem der mächtigsten Generäle Alexanders, namens Perdikkas.

Um die Loyalität des Heerführers Âtropât zu sichern, gab Alexander ihm den nördlichen Teil von Medien, das nach seinem Stamm Âtarpâtik, Âtarpâtikân benannt wurde. In diesem Gebiet, das bis zum Fluss Aras ausgedehnt war, wurde das autonome Königreich Âtarpâtikân gegründet. Dieses Territorium, heute die Provinz Âzarbâyjân, einige Teile der heutigen Türkei und die Republik Âzarbâyjân waren die Gebiete, in denen vor der Gründung des Meder Reiches, das Königreich der Mannäer [Mânnâyiyân] existierte. Der Stamm Âtarpâtik gehörte damals zu den Stämmen, die das Königreich der Mannäer mit anderen Stämmen gegründet hatten und später im Königreich der Meder integriert wurden. Somit kehrte Âtarpâtikân nach der Niederlage von Darius III bei Gaugamela zu seiner früheren Staatsform, vor der Zeit des konföderierten medischen Königreiches zurück. Darius III konnte nach seiner Flucht von Gaugamela nicht mehr in Ekbatana bleiben und war, um neue Kräfte zu rekrutieren, gezwungen, nach Zentralpersien auszuweichen. Anscheinend flüchtete er aus Ekbatana, wegen der Auseinander-setzungen zwischen den Medern. Der mächtigste Konkurrent von Darius III war in dieser Zeit der Heerführer, der in griechischen Quellen Bessos genannt wird. Wir kennen die richtige Form seines Namens in persischer Sprache nicht sicher, er soll aber wahrscheinlich „Baqa Vohuš“ genannt worden sein. Dieser Heerführer war der Satrap von Baktrien [Bâxtariya] im heutigen Afghanistan. Er gab sich den Herrschertitel Artaxerxes V [Ardašir V] und ernannte sich zum Kaiser des Persischen Reiches und hatte einen Teil der persischen Armee unter seinem Befehl. Im Kampf um die Macht im Inneren des Persischen Reiches wurden so viele wertvolle Kräfte vergeudet, die durchaus in der Lage gewesen wären, diesen zivilisationsfeindlichen Bengel zu stoppen. Doch der Kampf im Inneren des Reiches ging weiter, während Alexanders Armee seinen Marsch ins Innere des Persischen Reiches fortsetzte.

Der Fall von Babylonien [Bâbiruš] und Susa [Šuš]

Alexander eroberte zunächst die Stadt Arbil und machte sich dann auf dem Weg nach Babylon. Babylon, lag etwa 90 km südlich vom heutigen Bagdad entfernt und war bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. gegründet worden. Sie war einer der drei Hauptstädte des Persischen Reiches und gehörte seit 539 v. Chr. zum Persischen Reich. Sie beherbergte die Hängenden Gärten von Semiramis, eines der sieben Weltwunder der Antike. Die Tagesschau berichtete am 26. Juni 2008, dass während des Irak-Krieges US-amerikanische Truppen zwischen 2003 und 2005 erhebliche Schäden in Babylon anrichteten. Unter anderem seien die Drachen des Ischtar-Tors bei dem Versuch eines Unbekannten, Steine herauszubrechen, in Mitleidenschaft gezogen worden. Zudem sei die 2600 Jahre alte bepflasterte Prozessionstraße durch die Befahrung mit schweren Militärfahrzeugen zerstört worden. Babylon wurde ohne jeglichen Widerstand von Alexander erobert, denn der Statthalter von Babylonien war gezwungen sich Alexander zu ergeben und ihm die Stadt zu überlassen.

Alexander ruhte sich für einige Wochen in Babylon aus und ließ den gesamten Inhalt des Schatzhauses der Stadt Babylon auf Kamelen nach Makedonien transportieren, dann machte er sich auf den Weg nach Xuzestân, der südlichen Provinz Persiens. Aristoteles hatte Alexander geschrieben, er solle alle wissenschaftlichen Werke, die sich in Babylon befinden nach Makedonien schicken und Alexander tat wie ihm geheißen; er ließ alle wissenschaftlichen Werke aus Babylon auf Kamele laden und übergab dann die Karawane in die Obhut des Neffen von Aristoteles. Dies ist wahrlich ein schändlicher Bericht der Historiker, über den Raub aller wissenschaftlichen Werke babylonischer Wissenschaftler, die auf Tierhäute niedergeschrieben waren. Mehr als 2 Jahrtausende Forschung und Wissenschaft steckten in diesen Werken und das waren die Werke, die Aristoteles und seine Schüler nun für sich beanspruchten. Später gaben sie sich zu Unrecht als die Urheber dieser Werke aus und erst in der Diadochenzeit entwickelte sich deshalb Griechenland zum Zentrum des Geistes. Viele dieser Werke brachten Aristoteles erst auf den hoch angesehenen Platz eines berühmten Wissenschaftlers, denn erst die Diadochenzeit leitete den Aufschwung in Wissenschaft und Technik der hellenistischen Zeit ein, von dem noch die Neuzeit profitieren sollte. Erst im Hellenismus bildeten sich einige der bedeutendsten philosophischen Strömungen heraus (siehe beispielsweise Stoa, Epikureismus und Peripatos), wobei sich aber auch die Mathematik, Kunst und Medizin in dieser Zeit weiter entfalten konnten, weil Alexander alle persischen Bibliotheken plündern gelassen hatte. Dr. Ali Mirfetros schreibt in seinem Buch Einsichten in der iranischen Geschichte [Molâhezâti dar târixe Irân], 4. Auflage, von Dr. Ali Mirfetros, 1. Kapitel: „Zuerst befahl er alle Werke aus den Wissenschaft und Philosophie Bereichen, die in ganz Persien in den Bibliotheken aufbewahrt wurden zu sammeln, sie zu übersetzen, und anschließend befahl er alles niederzubrennen.“

Wie viele babylonische Wissenschaftler von Alexander nach Griechenland verschleppt wurden, ist in den Berichten der Historiker nicht zu lesen, aber die späteren Ereignisse in Babylon zeigen, dass diese berühmte Stadt nie wieder ihre Wissenschaftler sah. Die Rolle Babyloniens im Allgemeinen und Babylons im Besonderen, als Zivilisationsbringer und Zentrum der Wissenschaft wurde nach dem Erscheinen Alexanders beendet. Die späteren Berichte zeigen, dass innerhalb von wenigen Jahrzehnten nichts mehr von den wissenschaftlichen Zentren und Instituten, die in Babylonien vor und während der achämenidischen Epoche existierten, übrig geblieben war. Zu Lebzeiten Alexanders zählte Babylon zu den fortschrittlichsten Städten der Welt, doch Alexanders Heerscharen hatten Babylon in der Folgezeit geplündert und verwüstet. Die Stadt Babylon sah nie wieder ihre Pracht und ihren Glanz, die sie in der achämenidischen Epoche inne hatte. Nur wenige Jahrzehnte später verwandelte sich die Stadt Babylon in ein unbedeutendes Dorf. Susa [Šuš] in Chuzestan/Chusistan [Xuzestân] war ebenso einer der Hauptstädte des Persischen Reiches und ist eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt. Bevor Alexander Susa erreichte, kamen einige Gesandten und berichteten ihm, dass die Würdenträger und Ältesten der Stadt Susa bereit wären sich zu ergeben.

Die Eroberung der Stadt Susa war so einfach und schnell, dass der griechische Historiker Diodorus der Meinung war, „die Kapitulation der Stadt hätte auf Geheiß des Königs Darius III stattgefunden, denn Darius III dachte, wenn die Städte Babylon und Susa von Alexander erobert werden, würde Alexander und seine Armee damit beschäftigt sein, die Städte zu plündern und die Schatzhäuser zu leeren, und er würde genug Zeit haben, um die inländischen Gegner und Wettstreiter zu besiegen, um dann in Ruhe gegen Alexander mit neuen Kräften zu kämpfen und Alexander zu besiegen, würde ihm leicht fallen“. Aber diese Hoffnung des Königs war vergebens, denn die Situation des Landes war von Grund auf so katastrophal geworden, dass es eine lange Zeit gebraucht hätte, um wieder Ruhe und Disziplin in diesem Land herrschen zu lassen. Ob die Bevölkerung Chuzestans [Chusier] Alexander beim Fall und der Eroberung der Hauptstadt Susa geholfen hatte und in wieweit, verschweigen die Berichte der Historiker.

Die Stadt Susa war damals die Braut unter den Städten der Welt, mit ihren breiten Straßen aus Pflastersteinen, großen und prachtvollen Häusern, Villen und ihren weißen Gartenhäusern, wunderschönen, zauberhaften Gärten und den seltenen Promenaden. Ihre Bevölkerung waren die freiesten und großmütigsten Menschen der ganzen zivilisierten Welt. Die Schätze, die während 200 Jahren im Schatzhaus der Stadt Susa gesammelt worden waren und Alexander beschlagnahmte, waren so gigantisch, dass allein die Goldbarren, Münzen, Juwelen und angefertigten Kunstgegenstände aus Gold mehr als 40 Tausend Talente (ca. 1200 Tonnen Gold) wert waren. Die königlichen Schatzmeister sammelten während zwei Jahrhunderte Kunst über Kunst und es gab tausende Kunstgegenstände mit Juwelen verziert, die von den besten Künstlern und Handwerkern der damaligen Welt für die persischen Könige angefertigt und in den Schatzhäusern aufbewahrt wurden. Die goldenen und silbernen Statuen und Statuetten der persischen Prinzen und Könige und andere kostbare Gegenstände aus Gold und Juwelen waren so zahlreich, dass ihre Zählung unmöglich schien. Daneben gab es auch Lagerhäuser voller kostbarer Bekleidung und Stoffe mit Gold und Juwelen verziert.

Unter diesen königlichen Bekleidungen, die im königlichen Museum aufbewahrt wurden, gab es einen purpurnen königlichen Mantel, von dem die Griechen dachten, dass dieser Mantel einst Kyros dem Großen gehörte. Plutarch schrieb, „dass der Mantel trotz seines Alters von 190 Jahren immer noch wie am ersten Tag aussah.“ Er schrieb, „dass der Wert des Mantels sich auf ca. 5000 Talente (150 Tonnen Gold) belief.“ Ekbatana [Hagmatâna], eine weitere Hauptstadt der Achämeniden und laut Xenophon Sommerresidenz der achämenidischen Könige, war einer der einflussreichsten Städte des vor-achämenidischen Iran und Residenz der medischen Könige gewesen. Sie war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt des Persischen Reiches. Die Königsstraße führte vom persischen Kernland in das reiche Baktrien durch Ekbatana und eine zweite Straße quer durch das Zagrosgebirge verband die Stadt direkt mit Mesopotamien. Diese Straße führte, direkt hinter Ekbatana, an den Darius- und Xerxes-Inschriften von Ganj Nameh vorbei und passierte dann gut 100 km Luftlinie weiter südwestlich Bisotun in den Bergen Kurdistans, das durch eine Reihe persischer Königsreliefs und Inschriften Berühmtheit erlangte. Hier lag auch die Burg Sikayawautisch, in der Darius I den Usurpator Gaumata tötete, der hier seine Residenz hatte.

Im Jahre 330 v.Chr. ergab sich auch die Stadt Ekbatana ohne Widerstand. Alexander ließ den ganzen Inhalt des Schatzhauses der Stadt Susa nach Ekbatana schicken, um dann die Schätze in Ruhe nach Makedonien zu verfrachten. Er beauftragte einen seiner Offiziere namens Parmenion, dem er vertraute, mit einigen der besten Soldaten in Ekbatana den Schatz zu hüten. Parmenion wurde noch im selben Jahr von makedonischen Offizieren in Ekbatana ermordet. Von Susa aus machte sich Alexander dann auf den Weg zur eigentlichen Hauptstadt des Persischen Reiches: Persepolis. Zu dieser Zeit, weilte Darius III im Norden des Landes und war mit dem Krieg gegen den Heerführer und Satrapen von Baktrien, den die Griechen Bessos nannten, beschäftigt.

© Pârse & Pârse

[Quellen dieser Artikelreihe: „Irânzamin“, von Amir Hoseyn Xonji, Arrianus, Diodorus, A.T. Olmstead „History of the Persian Empire“, Plutarch, Ephippos, Xenophon, Gardizi „Târixe Gardizi“ „Einsicht in die iranische Geschichte“,[ „Molâhezâti dar târixe Irân“], 4. Auflage, von Dr. Ali Mirfetros, Quintus Curtius Rufus, Herodot, 1. Buch Religion und Sitten der Perser , G. Hancock, Heavens Mirror, 1998, Michael Joseph Ltd, s. V.Gordon Childe: New Light on the most ancient East. 1928, 1958, 134 + Abbildung Plate XXI, Nezâmi Ganjavi in Šarafnâme aus seinem Werk Xamseye Nezâmi, Tom Holland „Persisches Feuer“ Alfred von Gutschmid, 1888 „Die Geschichte Irans und seiner Nachbarländer“, Hans Delbrück 1920 „Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte“, Geulen, Ebne Xaldun „Al Mughaddimah“, tagesschau.de, Josef Wiesehöfer Iranians, Greeks and Romains 2006, C. E. Bosworth Encyclopädia Iranica]

Alexander „der Große“ – Eskandare gojastak (5)

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