Alia Majida Al-Mahdi war nicht die Erste!


„Im Jahr 1923 riss sich die ägyptische Feministin Huda Sha’arawi ihren Schleier auf Kairos größtem Platz vom Kopf und rief die muslimischen Frauen auf, ihrem Beispiel zu folgen. Dadurch galt sie als Heldin, und eine Kairoer Straße wurde nach ihr benannt“. Das Zitat aus dem Buch: Der Untergang der islamischen Welt; von: Hamed Abdel-Samad

Huda Sha’arawi [هدى شعراوي] (*1879 – † 1947) ist eine der Pionierinnen der Frauenbewegung in Ägypten und die Gründerin der Union der ägyptischen Feministen. Im Jahr 1919 hatte sie mit der Bewegung, mehr Rechte für Frauen, in Ägypten begonnen und diese auch geführt. Danach gründete sie „die feministische ägyptische Union“; diese Union hatte später mit der internationalen Union für das Wahlrecht für Frauen eng zusammen gearbeitet.

Huda wurde am 23.06.1879 in einer reichen Familie aus Al-Minya geboren. Sie lernte die drei üblichen Sprachen in Ägypten, Arabisch, Französisch und Türkisch, veröffentlichte aber später ihre Gedanken in Arabisch. Sie wurde mit 13 zwangsverheiratet und ihr Mann war ihr 40 Jahre alter Cousin väterlicherseits, der mehrere Frauen und sogar ältere Kinder als Huda hatte. Huda setzte sich schon damals zur Wehr und blieb bis zu ihrem 21. Lebensjahr stur und wollte nicht ins Haus ihres Ehemannes Ali gehen.

Huda begann mit ihrer Aktivität im Jahr 1919 während der nationalistischen Bewegung gegen das Kolonialsystem der Briten in Ägypten und wurde ein Mitglied der Wafd-Partei [الوفد]; sie hatte in dieser Partei eine große Rolle bei der Organisierung der Frauen gegen die Briten in Ägypten. Damals hatten Frauen kleinere Rollen und Aufgaben am Rande der Parteiaktivitäten inne gehabt, wie Stickereien auf den Flaggen. Im Jahr 1920 wurde das Komitee der Frauen der Wafd-Partei gegründet und Huda hatte diesmal eine wichtigere Rolle und wurde als erster Vorstand dieses Komitees gewählt.

Sha’arawi gründete im Jahr 1923 aus Protest zu den nationalistischen Männern, die gerade ihre Unabhängigkeit feierten, den Frauen aber kein Wahlrecht geben wollten, „die feministische ägyptische Union“ und übernahm selbst die Führung der Union. Die Ziele der Union waren als erstes das Wahlrecht für Frauen, dann bessere Bildungsmöglichkeiten für Frauen und als letztes die Änderung der Gesetze, die Frauen benachteiligten. Die Mitglieder der Union waren meistens aus der gehobenen und mittleren Schicht der ägyptischen Gesellschaft. Das Interessante an dieser feministischen Union war, dass sie eine „feministische“ und keine „frauliche“ Organisation war und gehörte zu den aller ersten feministischen Organisationen in der Region, vom Mittleren Osten bis nach Nordafrika.

Huda ging im Jahr 1923 mit einer Delegation bestehend aus ihren Freundinnen und Unionskolleginnen nach Rom, um an dem Kongress der internationalen Allianz der Frauen (IAW) teilzunehmen und hielt auch da eine Rede. Auf dem Weg zurück nach Ägypten warf sie ihren Hidschab auf dem Weg von Alexandria nach Kairo weg, um damit zu demonstrieren, dass nun die feministische Bewegung in Ägypten den ersten Schritt genommen hat; sie sagte: „Hidschab ist ein großes Hindernis für die Frauen in Richtung gesellschaftlicher Aktivität“.

Die Wafd-Partei ignorierte nunmehr die Frauen und folgte einer männerdominierten Politik; daher trat Huda Sha’arawi im Jahr 1924 aus der Partei aus und schrieb einen offenen Brief:

  • „Außergewöhnliche Frauen erscheinen in besonderen Momenten der Geschichte und werden durch bestimmte Kräfte entmachtet und an den Rand gezwungen. Männer bezeichnen solche Frauen als außergewöhnliche Kreaturen, deren Taten sie als Ketzerei und Hexerei bezeichnen. Aber, Frauen sind strahlende Sterne, die trotz der dunklen Wolken am Himmel strahlen und glänzen. Sie erscheinen in schweren Zeiten, wenn die Männer es wollen; in den Zeiten der Gefahr, wenn die Frauen neben Männern erscheinen, protestieren Männer zuerst auf ihr Erscheinen nicht. Trotzdem werden die unendlichen und unermesslichen Aufopferungen und Bemühungen der Frauen nicht die Meinung der Männer über sie ändern […]. Um die Frauen und ihr Können nicht anzuerkennen, trennen die Männer die Frauen und sondern sie ab. Frauen sind mit ihrem ganzen Dasein dieser Angst der Männer bewusst. Die Ehre und innere Größe der Frauen sind zutiefst mit Füßen getreten. […] Frauen wollen sich mehr bei den gesellschaftlichen Aktivitäten beteiligen; als sie sahen, dass alle Wege ihnen versperrt sind, bestanden sie auf ihre Freiheit und ihr gesellschaftliches, wirtschaftliches und politisches Recht. Ihr Sprung nach vorne wurde mit Herablassung und Spott begrüßt, aber sie wurden nicht enttäuscht und haben nicht aufgegeben. Wenn die Männer die Rechte der Frauen nicht anerkennen, wird der Wille der Frauen sich in einem Kampf, ja sogar in einer entscheidenden Schlacht umwandeln“.

Huda hatte im Jahr 1925 die Zeitschrift ägyptische Frau [l'Egyptienne] veröffentlicht und im 1937 die Zeitschrift El-Masreyya [مجلة المصرية]. Huda Sha’arawi war eine Verfechterin der Verstaatlichung des Suez Kanals und war eine Gegnerin der Atomwaffe. Sie starb am 12.12.1947

Und heute kämpft eine junge Frau namens Alia Majida Al-Mahdi im selben Land für dieselbe Rechte als eine der unzähligen Töchter von Huda Sha’arawi.

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen sind Frauen besonders in Iran, Mittleren Osten, von Ägypten bis zum Horn von Afrika die Opfer der Gewaltanwender, Opfer der religiösen und fanatischen Stämme und Vereine, Opfer der männerdominierten Kultur. In einer Zeit, in der Vernunft und Verstand die Ketten der religiösen Verherrlichung, Vergöttlichung und Verdummung durch aufgeklärte Menschen zerreißen, werden immer noch buchstabengetreu die heiligen Bücher zitiert, besonders der Koran und Hadith. Aus beiden entsteht eine grauenvolle und magenumdrehende Mischung, die ihre Wurzel in der Dummheit und Ignoranz hat, und durch sie werden bis heute die Grundrechte der Menschheit ihnen weggenommen.

Wir haben den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen so gefeiert:

In Ägypten, während die Zahl der Vergewaltigungen und Ehrenmorde nach einer Revolution, deren Schicksal noch unklar ist, immer mehr zunimmt, wurde Alia Majida Al-Mahdi, die aus Protest wegen der Diskriminierung der Frauen sich im Internet nackt dargestellt hatte, am Tahrir (Freiheit!) Platz geschlagen und mit Füßen getreten! Solche traurigen Szenen von Gewalt vor Kameras sind alarmierend. Wir konnten 41 Sekunden Gewalt sehen, den Rest der Gewalt an Frauen tagtäglich auf der ganzen Welt sehen wir nicht! Die Szene der Gewalt an Alia ist alarmierend für die Zukunft Ägyptens, das auch Frauen wie Huda Sha’arawi vollbrachte.

Der „arabische Frühling“ hat sich sehr schnell zum „islamischen Winter“ entwickelt. Aus dem Sumpf des Islams kommt keine Gleichberechtigung der Geschlechter; es gibt keinen „gemäßigten und friedvollen“ Islam, das ist eine Lüge.

Quelle über Huda Sha’arawi: عصر الحريم – يحكي مذكرات المرأة المصرية

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21 Gedanken zu “Alia Majida Al-Mahdi war nicht die Erste!

  1. Pingback: Misurata

  2. Es gibt ja ein paar Vollhonks im Internet die nun in Kommentaren bezweifeln, daß das in dem Video Alia ist.

    Als wenn das einen Unterschied macht!
    Oder wäre das was man da sieht etwa in Ordnung wenn’s irgend ein anderes Mädchen ist?

    • ein schlimmer rassist würde jetzt sagen:

      sehen wir da islamische rechtgeleitete Herrenmenschen oder rassistische Untermenschen …?

      ein gemäßigter rassist würe vermutlich sagen: was ist denn das für eine scheisse, was die da mit der jungen frau anstellen …?

      die GRÜNEN würden sagen: die ist doch selber schuld! was provoziert die denn die Moslems???

      denen kotze ich vor die füße. den grünen.

  3. Frauenfeindlichkeit gab es schon immer. Der Mann ist in der Regel körperlich stärker und ist seit Erschaffung des Menschen offensichtlich neidisch auf die Frau, die sichtbar Leben “schöpfen”, Leben in sich wachsen lassen kann. Diese Mischung führte möglicherweise zur rechtlichen Benachteilligung von Frauen. Der Gipfel der Unverfrorenheit in dieser Frage war jedoch, dass ein Prophet vor 1 400 Jahren den Frauen durch sein “unveränderbares” Wort, den Koran, der mit Ungeist in Richtung Frauen und Nichtmuslime ausgestattet war, die rechtliche Ungleichstellung bis hin zur direkten Unterstellung der Frau unter die Herrschaft des Mannes mit dessen Legitimation, die Ehefrau wie einen Acker betreten zu dürfen und sie bestrafen zu dürfen, göttlich überhöht und für alle Zeiten festgeschrieben hat. Da seine Religion nicht wie die anderen montheistischen Religionen eine Entwicklung durchmachen konnten und mussten, weil diese Religion die Gewalt darüberhinaus göttlich legitimiert hatte, verblieb es bei dem negativen Frauenrechtssystem. Und genau diese Festschreibung, diese geistige Unbeweglichkeit war und ist noch heute die Ursache der göttlich überhöhten, hier auf Erden aber umso wuchtiger wirkenden unseligen Frauenunterdrückung, die alle Reformversuche im Islam zunichte machen. Es hat immer wieder Reformversuche gegeben, die aber von den Orthodoxen immer wieder aufs Neue niedergeschlagen wurden. Diese tapferen Frauen haben jedoch möglicherweise einen Denkfehler begangen. Sie haben die Schuld bei den Männern gesehen. Sie hätten die Schuld bei den Doktrin der Religion sehen müssen. Untaten der Männer setzen Ungeist voraus. Jede Tat, ob gut oder schlecht, wird in der Regel erst im Kopf durch Geist angestoßen. Dass Männer ihre Privilegien der Macht freiwillig nicht aus der Hand geben, ist so klar wie Kloßbrühe. Die Macht der Männer ist im Koran, d. h. göttlich für alle Zeiten in dieser für Frauen unsäglicher Weise festgeschrieben.

    Soll Frauengleichberechtigung erfolgen im Islam, muss der islam selbst auf den Prüfstand nicht nur der Geschichte, sondern auch auf den politischen und gesellschaftlichen sowie auf den theologischen Prüfstand in aller Öffentlichkeit. Der Geist des Islam und das Ziel dieses Geistes gehört auf den Prüfstand. Europa hätte diese Chance gehabt, vertut sie aber durch Feigheit unserer Politiker und Geistlichen. Es ist ja augenfällig, wie gerade Frauen auch hier wieder die führende Rolle in der Kritik an der Frauenrechtspolitik im Islam spielen. Kelek, Ates, Ali und andere. Aber auch hier machen einige Frauen den Fehler, ihre Unterdrückung nicht an Gottes unveränderbaren Worten, nämlich den Hadithen und dem Koran festzumachen. Selbst einige dieser Frauen sehen im Islam nicht die Ursache für ihre rechtliche Ungleichstellung an, sondern diese Doktrin werden selbst von ihnen geschont und geschönt.

    Der islam muss als solcher auf den Seziertisch der Wissenschaft, der Politik und der Theologie, wie dies andere Religionen bereits hinter sich haben. Kritik führt zur innovativen Erneuerung. Ohne Kritik bleiben Ideologie oder Religon stumpfe Werkzeuge der brutalen Machterhaltung einiger weniger. Nur durch Kritik und Zulassen von Kritik bleibt ein immerwährendes geistiges Weben und Wehen hin zu besseren Qualitäten erhalten. Ansonsten bleibt Stumpfsinn, Monotonie, Primitivität und Monokultur für alle Zeiten erhalten.

    • Ich würde dich Bazillus gerne als ein Autor begrüßen, wenn du nicht kommentieren würdest, sondern eher diese Gedanken als gute Beiträge verfassen würdest. Denn die Kommentaren gehen irgendwie unter, aber ein Artikel ist immer da, um gelesen zu werden. ;)

      Und der andere Punkt, den du sehr weise angesprochen hast, ist die Schuld zum Teil bei den Frauen! Ich hatte gestern eine Diskussion gehabt, bei der eine iranische Frau mir gesagt hat, dass die Frau selbst hier die Schuld trägt, und heute lese ich erstaunlich dieselbe Worte! Irgendwie ein kollektives Bewusstsein! Ich denke, dass ich bald auch einen Artikel darüber schreibe, warum die Frau das Opfer ist, versucht aber nicht, oder ist es ihr nicht bewusst, dass sie es selbst zulässt. Und das kommt daher, weil es ein Teil der Kultur in diesen Ländern, Iran mit eingeschlossen, geworden ist. Es muss der Frau erst bewusst werden, wo der faule Zahn ist!

      Zum Beispiel die Huda Sha’arawi, über sie mein Kollege hier einen guten Bericht geschrieben hat, dachte, die Wurzel der Misere der ägyptischen Frau liege in der Klonialismuspolitik der Briten in ihrem Land und nicht in Islam und setzte den Islam mit der vor islamischer Kultur der Ägypter gleich. Auch wenn sie eine Feministin und Pionierin war, wusste sie damals nicht, das die Wurzel der Misere in Islam ist. Einige dieser Frauen hast du schon in deinem Kommentar mit Namen erwähnt. Und das ist der Unterschied, den uns iranischen Frauen, die erleuchtet sind, von den Frauen anderer Kulturen unterscheidet. Meiste von diesen Frauen kommen aus Kulturen, die auf der Basis des Islam gegründet sind, daher kennen sie nichts anderes als nur “eine islamische” Kultur, wie die Türkei und ein großes Teil der arabischen Länder. Aber bei Ägypten ist es anders. Dieses Land hat eine sehr alte Geschichte und Zivilisation und es ist den Ägyptern nicht so bewusst, dass wenn sie von heute auf Morgen sich vom Islam verabschieden, auf eine alte Zivilisation und Kultur zugreifen können! Bei den arabischen Länder und der Türkei wird ein Kulturschock sein, wenn sie sich von heute auf Morgen vom Islam trennen. Es muss ihnen bewusst werden, dass sie ab dem Tag, wo sie Schluss machen, können sie mit einer neuen Geschichte anfangen!

  4. Poor children in the Islamic fascist regime in Iran /
    Die armen Kinder im islamisch faschistischen Regime im Iran /
    کودکان تهیدست در فرمانروائی خودکامه ء اسلامی در ایران

    Poor children in the Islamic fascist regime in Iran
    Die armen Kinder im islamisch faschistischen Regime im Iran
    کودکان تهیدست در فرمانروائی خودکامه ء اسلامی در ایران

  5. Danke für die Blumen, werte/r Blogbetreiber/in,
    aber als Autor eigne ich mich wahrlich nicht. Ich kann manchmal nur reagieren, jedoch nicht das Heft von Gedanken in die Hand nehmen. Ich bin da ein sehr kleines Licht.

    Der Ursprungsbericht Ihres Kollegen war sehr fundiert und informativ.

    Kulturen bilden sich u. a. auch aus religiösen Werten. Wenn diese religiösen Werte frauenverachtend sind, sind auch Kulturen, die auf diesen Werten gründen, frauenverachtend. Religion ist zunächst einmal Geist oder je nach Religion oder Religionsaussage Ungeist. Die daraufhin erfolgte Tat von Menschen ist Bestandteil der Religion, aber eben auch der gelebten Kultur.

    Beispiel: Relgiöser Wert: Mohammed heiratet seine Cousine und ein 9-jähriges Mädchen und lässt seinen Gott die Polygamie als ewig verbindlich bleibend verkünden = Mohammed ist Religionsführer, der vollkommenste Mensch, dem es in allem nachzufolgen gilt im islamischen Religions-Kultur-Kreis. Folge: Verwandtenehe und Kinderehe als kulturelle Handlungen, die letztlich auf das Vorleben eines Religionsgründers zurückgehen sowie die vom islamischen Gott legitimierte Polygamie.
    Folge 1: Verwandtenehe innerhalb eines Stammes: Folge: Vermehrte Behindertenrate.

    Folge 2: Kinderehe: a) Versagung und Unterdrückung der Rechte von Mädchen, b) Förderung der pervertierten Pädophilie, c) Ansteigende Zahl von Kindern, die nicht die gebührende Bildung bekommen können, insbesondere dann, wenn diese Kinder in finanziell schwachen Familien aufwachsen müssen d) Gewöhung an Vergewaltigung in der Ehe, da ein Mädchen niemals bzw. kaum die Folgen seiner Behandlung in diesem Bereich voll ermessen kann.

    Folge 3: a) Die Polygamie achtet nicht auf die Gefühle von Frauen, im Gegenteil, sie tritt sie mit Füßen, b) drastische Überbevölkerungsstrukturen, die wegen Arbeitslosigkeit junger Männer zu Kriegen und Unruhen führen und c) dient nur dem Triebbefriedigungsanspruch der Männer.

    Religiös-kulturelle Handlungen können somit weltweitreichende Folgen haben, die die Erde letztlich nicht lange mehr wird aushalten können. Im Übrigen ist im Islam das Jenseits wichtiger als alles Irdische. Folge: Die Bewahrung der Erde ist nebensächlich, der religiöse Dschihadaufruf ist teilweise wichtiger, da dieser für den Einzelnen, der in Armut lebend ohnehin nichts zu verlieren hat, direkt in den islamischen Himmel führt. Viele Frauen in Afghanistan und Pakistan sind stolz, Jungen als Dschihadkämpfer geboren zu haben. Sie opfern diese ihre Kinder gern, selbst wenn diese im Kampf fallen sollten, denn sie dienen im islamischen Sinne einer guten Sache.

    Nicht umsonst hört man aus dem Munde von Terroristen islamischer Art: “Ihr liebt das Leben, wir den Tod”. Dieses Wort ist charakteristisch für die Prioritäten, die manche Muslime setzen. Sie lieben den Tod, weil sie nur im Kampf das islamische Himmelreich sicher verdienen können. Denn das ist von ihrem Gott höchstpersönlich als der sicherste Weg in himmlische Gefilde vorgezeichnet.

    Ich kann nicht sagen, ob die vorägyptische Geschichte gleichberechtigte Frauen an der Seite von Männern oder umgekehrt kannte.

    Ich denke, wir und im islamischen Kulturkreis die Frauen müssen immer unbedingt einen Zusammenhang herstellen zwischen den Religionsdogmen und den in dieser Religion gelebten Kulturen. Die gelebten Kulturen spiegeln halt in den meisten Fällen die Religionsregeln wider.

    Wichtig bei Religionen auch zu beobachten, wie sich das Gottesbild ändert und entwickelt. Damit sage ich nicht, dass Gott sich ändert, sondern nur die Sichtweise der Menschen auf Gott. Eine Religion, die sich nicht entwickelt, ist in sich selbst schon tot und kann sich nur mit äußeren Machtstrukturen wie die Scharia und der Förderung der allgemeinen Bildungsferne über Wasser halten. Dasgleiche gilt für das Kastenwesen der Hindus.

    • Bazillus, jeder von uns ist ein kleines Licht, vergiss aber nicht, dass sehr viele kleine Lichter zusammen die Erleuchtung mit sich bringen.

      Deine Gedanken sind sehr interessant und aufschlussreich. Mal schreibst du aus der Sicht eines Religionskritikers, mal über die politische und gesellschaftliche Folgen. Ich habe aber auch hier die Gedanken eines spirituell denkend und handelnden Menschen gelesen, dem die Mutter Erde sehr am Herzen liegt; dann fiel mir auch ein, warum wir überhaupt sagen und schreiben: Der Gott! Warum nicht die Göttin! Woher haben wir die Sicherheit, dass nun die schöpfende Kraft männlich war und ist? Ich habe auch sehr viel über die alten Kulturen der archaischen Zeit gelesen, bei denen es sich eher um eine Göttin handelt! Wir benutzen sogar den weiblichen Artikels für die Erde, und manchmal sprechen wir mit einem schönen Gefühl den Namen “die Mutter Erde” aus! Ich vertiefe dann die Gedanken und komme zu der Erkenntnis, dass doch in sehr geraumer Zeit, die Macht und alles schöpferische von dem weiblichen Geschlecht aus hervorgegangen ist; und irgendwann hatte in jeder Kultur das männliche Geschlecht dominiert, nur in einigen war diese Dominanz zu krass und gewaltig.

  6. Nachzutragen wäre noch, dass Ägypten vor dem Islam überwiegend koptisch-christlichen Glaubens war. Durch den Islam sind die Kopten zu einer Minderheit in Ägypten degradiert worden, die noch heute von islamischen Machthabern und einzelnen Imamen verfolgt und diskriminiert werden.

    Ich weiß nicht, ob Frau Huda Sha’arawi, wenn sie den Islam aufgrund ihrer Erkenntnis, dass dieser die Ursache für die Frauenunterdrückung darstellte, zum koptisch-christlichen Glauben übergetreten wäre.

    • Also, wenn es nach mir ginge, würde ich eher die Kopten zu den wahren Christen erklären! Denn das, was im Namen des Christentums a´ la katholische Kirche sich verbreitet hat, ist nicht das, was Jesu Christi sagte.

      Über die Kopten in Zeit Huda Sha’arawi muss ich mich mehr informieren, denn die Verfolgung war ja ständig da, aber die Frage ist, wie die Kopten damals gelebt hatten. Und vergessen wir nicht, dass zur Hudas Zeit die Aufklärung noch nicht wie heute stattfand. Ich würde aber gerne unseren koptischen Brüdern schreiben, wie es vor ca. 100 Jahren in Ägypten den Kopten ergangen ist. Heute ist es extrem, als erste fingen sie mit den Kopten an und Frauen ja sowieso.

  7. Ich denke, das Judentum und das Christentum, jedoch insbesondere jedoch der Islam haben zur “Vermännlichung” Gottes enorm beigetragen. Da die meisten Christen an die Dreifaltigkeit glauben, an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, hat in diesem Gottesbild einerseits das “Männliche” die “Oberhand” bekommen wegen der Begrifflichkeiten “Vater” und “Sohn”, andererseits erinnert dieses Gottesbild an einen “familiären” Gott, der im Du und in Jesus ohne Vorbedingung als “Mann” auf die Menschen zuging und nicht auf seinem jenseitig-himmlischen Thron blieb. Der heilige Geist könnte den “weiblichen” Part in diesem “Bild” spielen. Aber im Letzten geht es nicht um eine Vermännlichung oder Verweiblichung Gottes. Das wäre zu primitiv, weil menschlich-irdisch gedacht. Es geht um das Vertrauensverhältnis im Du, um die Wertschätzung Gottes für sein Geschöpfe und den Menschen und umgekehrt. Am Judentum ist für mich faszinierend, dass in archaischer Zeit so etwas “Modernes” und Allgemeingültiges wie die 10 Gebote und die Begründung der Menschenwürde am Anfang stand, als dieser Gott den Menschen als sein Ebenbild erschuf und den Menschen segnete. Ja ein echtes Wunder für mich.

    Viele Götter, so auch der despotische Gott des Islam und auch teilweise der Gott des AT wurden meiner Meinung nach nach dem Ebenbild von Menschen geschaffen. Weil der Mensch die Unbilden des Lebens ertragen musste, sah er Vieles als Strafe Gottes an, die heute naturwissenschaftlich erklärt werden können. Die Strafe Gottes wurde als Instrument der Knechtschaft von den Religionsführern gern verwandt, um die Menschen bei der Stange zu halten in allen Religionen wie auch Ideologien. Der Blitz war ein direktes Zeichen Gottes der Bestrafung. Heute ist er ein normales Naturphänomen. Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Pest und Epidemien und Co. wurden als Strafe Gottes angesehen, nicht als Naturphänomene. So kam es zu menschlichen strengen Regularien im AT und so manche Stilblüte von Gesetzen, die aus diesem Denken heraus in den Mund Gottes gelegt wurden und so Gott letztlich beleidigten und in Misskredit brachten.

    Mit Ebenbildlichkeit Gottes ist lediglich gesagt, dass der Mensch wie Gott zur Liebe fähig ist, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Sofern er dem Nächsten Liebe entgegenbringt, trägt er einen göttlichen Funken in sich. Das macht m. E. die menschliche Ebenbildlichkeit Gottes aus. Diese Ebenbildlichkeit Gottes begründet den Begriff “Menschenwürde”. Am Anfang stand nach dem Sündenfall der Paradiesforttrieb die Erkenntnis zwischen Gut und Böse. Diese Erkenntnis ist Geist und dieser Geist trifft den Menschen mit voller Wucht. Er muss sich nun entscheiden, wie er sein Leben gestalten will, mit Gott oder ohne Gott, mit Gewalt oder ohne Gewalt. mit Regeln oder ohne Regeln. Gott gibt dem Menschen die 10 Gebote an die Hand, um sich im Leben zurecht zu finden. Du sollst nicht töten, das in der damaligen Zeit wohl Revolutionärste angesichts von Menschenopfern, die gebracht wurden. Die Story aus dem AT (Opferung Isaaks) macht dies noch deutlicher.

    Beim Christentum fasziniert mich neben Abendmahl, dem Tod (und der einhergehenden Vergebungsbitte seiner Feinde) und Auferstehung Christi insbesondere die Stelle im Matthäus-Evangelium, in der Jesus den für mich wichtigsten Hinweis auf den Charakter Gottes gibt, indem er die Feindesliebe mit der Vollkommenheit Gottes direkt in Verbindung bringt, 5, 43-48 Matth. Die Feindesliebe, mag sie noch so menschlich unverständlich sein, weil unermesslich schwer auszuführen, durchbricht jedoch den Kreislauf von Hass und Gewalt. Ich denke mir, wenn Gott in Jesus die Feindesliebe vom Menschen fordert, obwohl er genau weiß, dass der Mensch anders gestrickt ist und gern Gleiches mit Gleichem vergilt, wird er selbst nicht anders handeln. Darum glaube ich an die Barmherzigkeit, Liebe und Güte Gottes im Jenseits. Gott denkt überirdisch, nicht irdisch wie wir Menschen. Er erwartet von uns nur Versuche, immer wieder ernsthafte Versuche hin zur Liebe und zur Vergebung. Dass wir kläglich scheitern, weiß er. Aber der ernsthafte willentliche Versuch zählt. Dieses Streben nach Vollkommenheit im Sinne von Liebe und Vergebung sollte eine jede Religion als Markenzeichen vor sich hertragen, um überhaupt den Namen “Religion” verdient zu haben.

    Ich gebe Ihnen Recht, dass die kath. Kirche innerhalb des Christentums zeitweise einen extrem falschen Weg gegangen ist. Ich selbst bin Katholik und möchte es auch gern bleiben. Ich weiß, dass meine Kirche schuldig geworden ist an Mitchristen und Nichtchristen. Ich weiß aber auch, dass Jesus gerade Petrus, den feigsten seiner Apostel, den er bei einer Gelegenheit “Satan” nannte, der ihn verleugnete und schmählich im Stich ließ als seinen ersten Papst eingesetzt hat. Er hat also einen zutiefst fehlerhaften Menschen als Leiter seiner Gruppe eingesetzt. Kirche ist immer fehlerhaft. Menschen sind immer fehlerhaft. Darum bedarf es auch Menschen, die immer wieder nach dem Willen des Dreieinen Gottes fragen und diesen ernst nehmen und diese Kirche immer wieder im Sinne des Hl. Geistes und Jesu auf den richtigen Weg bringen. Ich vertraue da auf Jesus, der Petrus eingesetzt hatte. Die kath. Kirche geht nun einmal trotz allen Verschuldens den Menschen und insbesondere Jesus gegenüber auf Petrus und somit auf Jesus selbst zurück. Das ist für mich faszinierend und entscheidend. Ich bin jedoch ein kritischer Gläubiger und werde es wohl auch bleiben. Damit muss meine Kirche leben. Sie besteht bei aller berechtigten Kritik über 2 000 Jahre wie die orthodoxen Kirchen auch, und ich bin ihr dankbar, dass sich in ihr auch in früheren Zeiten nicht nur Schlechtes und Inhumanes, sondern auch viel Gutes und Humandes finden lässt. Nur wie in der Tagesschau heutiger Zeit: Das Schlechte springt mehr ins Auge und daran wird natürlich auch zurecht Maß genommen.
    Für eine Kirche ist es grundsätzlich schwer, ja fast unmöglich, die von Jesus an höchste Stelle angesetzte moralische Denkweise der Feindesliebe glaubhaft zu vertreten. Das klappt nie. Aber wenn Religion keine erstrebenswerte ideale mehr hat, begibt sie sich auf ein totes Gleis.

    Es ist verständlich, dass Außenstehende mit der kath. Kirche ihre Schwierigkeiten haben. Ich freue mich über jeden Christen, der sein Christentum im Sinne Jesu Christi vertritt, lebt, verkündet, auch außerhalb der kath. Kirche und freue mich für und über jeden Menschen, der diese Ideale in seiner Religion und Ideologie versucht zu leben.

    • Verehrter Bazillus,
      mir hat dieser Kommentar am meisten gefallen, denn ich habe sehr viele Bücher, pro und kontra, über den Christentum gelesen und vieles widerspiegelt sich in diesem Kommentar, nicht nur pro oder kontra, sondern beide zusammen und da kann man sich die Meinung über den Christentum bilden. Das mit Petrus wusste ich auch, und warum er gerade als der Hirte gewählt wurde. Ich denke, der Jesus wollte damit auch uns mehr dran erinnern, dass wir Menschen sind mit allen positiven und negativen Kräfte in uns und Menschen begehen eben auch Fehler; wichtig ist aus diesen Fehlern zu lernen und nicht dogmatisch sie immer wieder wiederholen und keine Änderung zulassen. Der Unterschied zwischen dem Islam und Christentum besteht auch, meiner Meinung, darin, dass Mohammad sich vom Anfang an göttlich gemacht hat, dessen Befehle und Worte direkt vom Gott und durch den Erzengel Gabriel kamen, und das hatten die spätere und kommenden Kalifen so legitimiert, dass weil sie die “Stellvertretenden” Mohammads sind und er selbst sich als der “Stellvertretender Gottes” [xalifatollâh] ernannte, werden sie alle unantastbar sein und was sie im Namen Gottes sagen und tun, ist halt der Gottes Wille und dafür haben sie auch gesorgt, dass das Gesetzt bis zum Jüngsten Tag [Qiyâmat] unwiderruflich funktioniert; daher scheitern immer wieder die Versuche der Reformer der islamischen Religion an diesem Punkt. Manche müssen mit ihrem Leben zahlen, manche begeben sich ins Exil, manche machen Touba [Beichten] und kehren diesmal wieder mit voller Wucht zu den brachialen Gesetzen der Scharia zurück und werden sogar zu Fundamentalisten, die nun die Sünde begangen haben, an dem Gott des Islams zu zweifeln und versuchen in ihrer Wahn andere Menschen mit sich in den Tod zu ziehen; denn erst durch ihren Tod und Landung in Jannat [Paradies] werden sie selig und rein und vom Gott begnadigt.

      Die Diskussion ist so faszinierend mit dir, dass ich nicht den Finger davon lassen kann.

  8. Verehrter fartaabpaarse,
    vollkommen richtig erkannt.
    Die Qualität einer Religion ergibt sich immer aus der Beobachtung einer Entwicklung heraus. Alle Religionen streben nach absoluter Wahrheit und alle Religionen, insbesondere die Führer dieser Religionen, leiten über die vermeintliche Wahrheit der Religionen die Rechtfertigung zum Machterhalt ab. Das haben Religionen und Ideologien gemeinsam.

    Gott bleibt. Die Sichtweise der Menschen auf Gott hat sich im Laufe der Jahrhunderte gravierend verändert und sie musste sich verändern. Mohammed hat dies 700 Jahre nach jesus einfach nicht erkannt, weil er Jesus nicht als starken König sah, sondern als Schwächling, der am Kreuz starb. Ein schwerer Denkfehler. Es gehört Stärke, Mut und Kraft dazu, den vermeintlichen Verlierer auf so schmerzhafte Weise zu geben. Durch die Auferstehung wandelte sich die Schwäche aber in absolute Stärke. Das haben Mohammend und viele andere nicht verstanden. Gott am Kreuz, welche desaströse Vorstellung.

    Vorab: Wäre ich Jesus in der Bibel nicht begegnet, wäre ich mit Atheist mit Überzeugung. Denn Jesus zeigt mir, was Gott will, was sein Anliegen ist. Die Allmacht Gottes wurde in allen monotheistischen Religionen missverstanden, so mein Eindruck. Die Allmacht Gottes kann sich aber nur auf die schöpferische Allmacht beziehen, nicht auf die theoretische Allmacht, alles tun zu können. Würde Gott alles tun, wozu er in der Lage wäre, wäre er ein janusköpfiger Gott, ein Gott, in dem wie eben in Allah Gutes und Böses in einer Persönlichkeit innewohnt. Das ist der Missbrauch des Verständnisses der Allmacht Gottes. Gott kann nicht Böses denken.

    Meines Erachtens begradigt Jesus die üblichen Meinungen und Sichtweisen, die sich Menschen über Gott gemacht haben zu allen Jahrhunderten. M. E. erlöst er Gott von seinem Image als Straf- und Rachegott. Die Menschen in allen Jahrhunderten schilderten ihn als strafenden Rachegott, als strengen Richter aller Sünder, in der kath. Kirche noch bis vor kurzem im Kirchenlied gesungen. Wer Jesus richtig versteht, findet schnell heraus, dass er selbstverständlich Anforderungen an den Menschen stellt, aber er mit der Liebe Gottes rechnen kann, wenn der Mensch in seinem Tun und Streben eben die Tugenden der Liebe und der Vergebung aus Gottes Geist heraus, versucht zu praktizieren. Sein Bestreben, mit Gott umzugehen ist die Freiwilligkeit. Z. B. die “Vater unser”- Stelle: Wenn ihr betet, betet so: Es folgt das Vater unser. Wenn ich betet, heißt, ihr seid nicht verpflichtet zu beten Nichts ist vorgeschrieben. Er zeigt uns Gott in einem ganz anderen Licht, in einem befreienden Licht, nicht in einem erdrückenden Licht. Er als Sohn Gottes, (glauben wir Christen) hat nicht einen Menschen, selbst Judas oder den anderen Schächer am Kreuz oder die jüdischen Hohenpriester und Schriftgelehrten explizit verflucht, getötet oder misshandelt. Als hohle Gräber hat er sie bezeichnet, aber sie nicht verflucht. Dieses Verhalten ist für einen Religionserneuerer ein würdiges Verhalten. Wer Mohammed mit Jesus messen will, hat einfach keine Chance. Jesus steht in allem über diesem selbst ernannten Propheten, der seinen Gott gedanklich für seine Zwecke schnitzte, um seinen persönlichen Machterhalt zu sichern. Der Gott des Islams denkt wie eine hass- und racheerfüllter Machtmensch . Der dreifaltige Gott, deutlich an den Predigten und am Verhalten JEsu, hat Macht und Gewalt nicht nötig. Er kommt ohne Vorbedingung auf den Menschen zu, bietet ihm seine Solidarität an, die der Mensch in Freiheit ablehnen oder annehmen kann und was noch wichtiger ist, er bietet ihm seine Liebe an, eine Liebe, die für die Freunde in den Tod geht.
    Ein besseres Gottesbild kann ich mir in meiner demütigen Endlichkeit nicht vorstellen.

    Er führt uns nur vor Augen, wohin Lieblosigkeit, Neid, Hass usw. führen, nämlich in die Gottesferne und die Gottesferne kann brennen, sehnsuchtsvoll brennen. Er spricht von Gott, als einem, der geliebt werden will, nicht weil der Gläubige dies tun muss, sondern weil er dies freiwillig tun will. Das drückt sich insbesondere im “Missionsauftrag” Jesu aus, der eindeutig vor 2 000 Jahren freiwillig angenommen werden konnte oder auch nicht. Was die Kirche daraus gemacht hat, ist eine andere Frage. Jesus hat dies nie so in Auftrag gegeben. Die Freiwilligkeit ist selbstverständlich in jeder Religion möglich. Aber das Bewusstsein der Freiwilligkeit, wird in Jesus Christus m. E. am deutlichsten.

    Mohammed hat sich nach außen nicht göttlch gemacht. Er ging geschickter vor. Er war Stellvertreter seines eigenen erfundenen Gottesbildes. Er oktroyierte seine Gedanken, seine Ränke und Listen seinem Gott, der im Grund ja nicht in dem Sinne existierte, auf. Sein Gott war sein willfähriger unsichtbarer Handlanger seiner persönlichen Vorstellung, die er von Gott hatte und die er personalisiert hatte, sozusagen ein unsichtbarer Freund, der einigen Kindern nachgesagt wird. Er formte diesen gedanklichen Gott nach seinem Bild. Mohammed hat diesen jedoch bewusst erfunden, um seine Macht zu festigen. Denn er hatte keine Wunderkraft wie Jesus und offensichtlich auch kein Charisma. Denn wer auf Gewalt als Stilmittel einer Religion zurückgreifen muss, und zwar von vornherein, dem ist jedes Mittel recht, nur um an die Macht zu kommen. Und so lässt er seinen Gott auch agieren. Denn sein Koran ist ja im Grunde nichts Neues. Er berichtet viele Episoden aus dem AT, einige aus dem NT und interpretierte sie, wie Mohammed diese Texte halt verstand. Dabei ergänzte er diesen Koran um Gesetze, die ein Feindbild kreierten, nämlich das der Ungläuibigen und Frauen, die eben noch heute diese fürchterlichen Auswirkungen der Schubladenglaubens- und -denkens nach sich ziehen. Wenn ich den Koran lese, glaube ich, dass dieser Gott sich erst über den Umgang mit und die Ungläubigen sebst definiert. Er braucht Kampf, um existent zu sein, permanenten Kampf gegen das Haus der Krieges. Zurzeit hier in Europa agiert er wegen der Schwäche der Nichtmuslime als Listenschmied, der keinen Kampf braucht, um Mehheiten zu schaffen.

    Mohammed wähnte sich auf der sicheren Seite, da es Christen gab, die einen Eingottglauben praktizierten und den Dreifaltigkeitsglauben ablehnten. Der Dreifaltigkeitsglaube, so geheimnisvoll er auch gedacht werden kann, ist aber Grundvoraussetzung für das liebende Gottesbild. Wer Jesus nicht als göttlich anbeten und als Bestandteil Gottes ansehen kann, kann die Liebe Gottes ohne Jesus kaum begründen. Wie will er das bewerkstelligen? Erst Jesus hat Gott, seinem Vater, m. E. ein Gesicht, ein Antlitz gegeben in einer Weise, wie niemand vor ihm. An einen solchen Gott kann ich glauben. Ihm kann ich vertrauen.

    Ein Gott des Korans ist m. E. nur schwach, weil er gegen Menschen Listen ersinnen muss, um sich gegen die Listen der Ungläubigen wehren zu können, gewalttätig, weil er seine ihm zugeschriebene Allmacht missbraucht, ein souveräner Gott würde dies nicht tun, spaltend, weil der die Welt mehrfach in Muslime erster Klasse (Männer) und zweiter Klasse (Frauen) sowie in Muslime und Nichtmuslime einteilt und darüber hinaus die Wertigkeit von Menschen unterschiedlich beurteilt und Gesetze erlässt, die sich nur ein unvollkommener Machtmensch einhergehend mit einem sexistischer Menschen hat ausdenken können. Einen solchen Gott kann ich weder anbeten, vertrauen noch akzeptieren. Da widerspricht und rebelliert mein gesunder Menschenverstand und meine Seele. Wer sich von Jesus gefangen nehmen lässt erreicht geistige Freiheit, wer sich von Mohammed gefangennehmen lässt, erreicht geistige Gefangenschaft.

    Das AT sagt zu Recht, dass der Mensch von Gott kein Bildnis fertigen soll, der Islam erweitert dies sogar auf Mohammed. Wer Gott in die herrlichste Musik fassen, in das schönste Bild integrieren, in die herrlichste Philosophie denken, in die wunderbarste Ornamentik oder Kalligraphie beschreiben oder in irgendeiner Form des Denkens oder des Handelns darstellen wollte, wird immer scheitern, weil er irdisch denkt. Gott ist so unfassbar, dass ein Bild auch in bester Meinung gemalt, ihn nur unvollkommen darstellen könnte und dieses gemalte Bild nur unvollkommene Wirkung auf Menschen haben würde. Das Universum ist so überaus unvorstellbar und so ist Gott eben auch.

    Der Begriff “Fundamentalismus” hat in heutiger Zeit einen üblen Beigeschmack.
    Wenden wir ihn einmal praktisch auf den Islam und auf das Christentum an:
    Wer islamisch fundamentalistisch denkt, glaubt und handelt, wandelt sich zu einem der vielen Scharfmacherimame der Taliban (Koranschüler), die direkt nach den Gesetzen des Mohammed handeln und wenn nötig den Dschihad aufrufen.
    Wer jesuanisch-christlich fundamentalistisch denkt, glaubt und handelt, wandelt sich zu einer Mutter Theresa.
    Kürzer und prägnanter kann ich die Unterschiedlichkeit zwischen diesen Religionen nicht ausdrücken und klarmachen.

    Wer Unrecht in irgendeiner Form zu religiösem Recht erklärt wie der Islam dies permanent tut, kann keine gute Religion erwarten. Muslime müssen noch heute bei jeder Anrufung ihres Propheten ein Bittgebet für ihn aufsagen. Bitter nötig hätte er diese Gebete bei seinem irdischen Vorleben schon. Nur richten die Muslime diese ihre Gebete an einen Gott, der nicht existiert.

    • Weißt Du, was ich in Zeiten der Not und Verzweiflung und innerer Unruhe ständig sage und wiederhole, obwohl ich an keine Religion der Erde glaube? Psalm 23:

      Der HERR ist mein Hirte,

      mir wird nichts mangeln.
      2 Er weidet mich auf einer grünen Aue

      und führet mich zum frischen Wasser.
      3 Er erquicket meine Seele.

      Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
      4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

      fürchte ich kein Unglück;
      denn du bist bei mir,

      dein Stecken und Stab trösten mich.
      5 Du bereitest vor mir einen Tisch

      im Angesicht meiner Feinde.
      Du salbest mein Haupt mit Öl

      und schenkest mir voll ein.
      6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

      und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

  9. Wundervoller Psalm, voll Vertrauen in Gott. Wenn Du diesen Text bei innerer Unruhe und Problemen sagst und die innere Kraft dieser Worte spürst, die Dich etwas zur Ruhe bringt, so bist Du schon kein Atheist mehr.

    Wer an Religionen glaubt, muss nicht an Gott glauben. Religionen sind meistens religiös-ideologisch verpackte Denksysteme, die zu Gott hinführen sollenund wollen. Sie sind nicht Gott selbst. Sie beschäftigen sich mit Gott und geben theoretische und teilweise auch praktische Anleitung ihn zu finden. Gott ist für mich so unvorstellbar, dass ich mich an die Person Jesu halte.

    So wie ich Liebe, Vertrauen, Barmherzigkeit, Mitleid, Hass, Neid und Rache spüre, alles abstrakte Begriffe, die mit biologisch-chemischen Abläufen in Verbindung zu bringen sind, fühlt der Mensch aber als existent. Liebe zum Partner ist da, obwohl die Liebe noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat. So ist es auch mit Gott. Ehrlich kann nur das Herz Gott erspüren und die Gedankenwelt für ihn öffnen. Abschiedsschmerz bei Tod eines geliebten Menschen fühle ich überdeutlich und krass, kann den Abschiedsschmerz jedoch nicht sichtbar darstellen, sozusagen personifizieren. Und doch ist er existent. Eifersucht ist eindeutig da und wird erlebbar gefühlt, kann aber nicht sichtbar gemacht werden.

    Ich wünsche Dir bei Deiner Gottessuche, falls Du sie beginnen solltest, viel Erfolg. Neige Dich den kleinen Dingen zu, einem freundlichen Wort, einem Lächeln, beachte ein Blatt im Herbst, das zu Boden fällt, eine Blume, die im Frühjar erblüht, sieh Tiere als wertvolle Mitgeschöpfe an, sinniere über einen wertvollen Gedanken nach, wenn es sich lohnt, über ihn nachzudenken, sei bewussst freundlich zu jedermann, danke Gott leise mitten im Kaufhaus, indem Du ihm dankst, soviel Auswahl zu haben und auch noch Geld, die Waren, die Du kaufst, bezahlen zu können, nimm nichts und niemanden z. B. die Geschwister, die Eltern, Freunde und Bekannte, mit denen Du Dich gut verstehst als selbstverständlich an und die Welt wird sich verändern und Du veränderst die Welt im Kleinen, aber Du veränderst sie.

    Warte nicht auf andere, bis sie beginnen, sondern beginne selbst und wenn Du einen weiteren wichtigen Rat annehmen willst: Verlass Jesus nicht aus den Augen, sieh jeden Menschen als unsterbliche Seele an, die immer existieren wird. Mutter Theresa sagte einmal sinngemäß, dass sie in jedem Armen Christus selbst sieht, eben als Ebenbild Gottes, wobei es mir bei manchen Menschen verflixt schwerfällt.

    Ich danke Dir, dass Du Interesse an meinen skurrilen Gedankengängen hattest. Vielleicht kannst Du den einen oder anderen Gedanken für Dein Leben gebrauchen. Ich hatte nicht die Absicht zu missionieren, danke Dir für Deine Geduld, meine Worte gelesen zu haben.

    • Ich habe immer an den Gott oder die Göttin geglaubt und bin nicht Atheist. Nur, ich tue Religionen ab, die wie Du schon erwähnt hast, versuchen mit Gewalt oder Dogma sich für das Wahre und Einzige, koste, was es wolle, geltend machen. Das, was Du schon hier schreibst, ist stark ähnlich dem, was die Zoroastrier glauben, nämlich Gutes Gerede, Gute Gedanken und Gutes Benehmen. Ich bin stark Gottes gläubig, und benutze eher meinen Verstand, den der/die SchöpferIn mir gegeben hat. Daher sehe ich auch in Jesus oder Zarathustra und Buddha keine Propheten, sondern Philosophen und große Denker, denn sobald ich das Wort Prophet verwende, dann ist es als ein Schimpfwort, mit dem ich meinen Verstand begleite. Denn der/die SchöpferIn ist in jedem von uns und braucht keinen Propheten, um durch ihn mir seine Botschaften schicken kann.

      Und ich ehre die Natur und andere Geschöpfe, die Du schon genannt hast, und bin unermesslich dankbar dem/der SchöpferIn gegenüber. Als ich diese Zeilen las, musste ich an das Buch Gespräche mit Gott von Neale Donald Walsch denken.

      Verehrter Bazillus, ich erkenne sofort, ob nun jemand hier bei uns missionieren will oder nicht, es gab mal schon und sie haben auch ihre Antwort bekommen, aber was Du hier schreibst, hat meines Erachtens nichts mit dem Missionieren zu tun, sondern es sind die eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen, die Du gerne mit anderen Menschen teilst; und dafür segne ich Dich. :)

  10. Ich danke Dir für Deinen Segen und nehme ihn gern an und verinnerliche ihn. Dieses Segenspenden ist in heutiger Zeit gegenüber Jedermann dringend notwendig, notwendiger denn je. Ich bin nicht so belesen wie Du, aber auch ich schaue und erfasse mit hoffentlich wachen Sinnen die heutige Lebenssituation. Als ich den Koran las, wurde mir persönlich erst a) mein eigener Glaube und b) der Wert, die Schönheit der Lehre und die Taten sowie der Person Jesu sowie der Sinn insbesondere der reinen Evangelien und der Apostelgeschichte, in der Jesus noch persönlich auf Erden weilte (ohne die Briefe des Petrus, des Paulus und der Apostel, so wichtig und gut sie auch sein mögen) erst so richtig bewusst. So kann der Schöpfer auch auf krummen Wegen gerade schreiben und eine gewisse Erleuchtung bringen.

    Andererseits glaube ich schon, dass der Schöpfer Geschöpfe als Mittler gebraucht. Die Größe des Schöpfers wäre zu groß, um für den Einzelnen äußerlich wahrnehmbar erfassbar zu sein. Leider hat Mohammed die Bezeichnung “Prophet” durch sein Leben gewollt oder ungewollt in den Schmutz gezogen, so dass unangenehme Assoziationen mit diesem Begriff verbunden sein können. Nicht umsonst versteckt sich Gott hinter Wolken laut AT.

    Ich bin halt noch naiv und glaube z. B. an die biblischen Wunder Jesu. Wäre Jesus nur ein Denker gewesen, hätte er nicht so einen Erfolg gehabt. Die Leute liebten ihn gerade wegen seiner Wundertätigkeit. Die Predigten und Aussagen Jesu waren selbstverständlich auch äußerst beeindruckend und weise. Aber allein deretwegen glaube ich nicht, dass Jesus so einen Erfolg gehabt hatte. Letztlich waren öffentlicher Tod und Auferstehung durch Zeugen dokumentiert. Das tatsächliche Geschehen ließ Hoffnung für das persönliche Jenseitsleben konkret werden. Das ist einmalig in den Religionen, soviel ich weiß. Aber mein Wissen ist gering. Wenn dies einmalig sein sollte, so ist das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Das lässt für mich persönlich den Schluss zu, dass Jesus mehr als ein Mensch und auch mehr als ein Engel war. Aber das ist mein Glaube. In Jesu Geist fühle ich mich geborgen und von ihm angenommen. Ich wünsche jedem Gläubigen, dass er sich vom Schöpfer angenommen fühlt und ihm gefühlsmäßig “auf Augenhöhe” begegnen darf.

    Ich segne auch Dich. Jesus möge Dich und alle Menschen glücklich werden lassen. Bin halt Jesus-Fan.

  11. Pingback: Theologische Gedanken in einer turbulenten Zeit | Pârse & Pârse پارسه و پارسه

  12. Huda Sha’arawi hat eine Schwester in Deutschland: Carla Zetkin.
    Nur wenig älter als Huda (*1879 – † 1947) kämpfte Carla (*1857 †1933) wie ihre Ägyptische Kollegin für ganz wesentliche Grundrechte und publizierte, neben ihrer politischen Tätigkeit, das Frauenmagazin “Die Gleichheit”.
    Interessant, wie Dinge vor so langer Zeit überall begannen. – Interessant angesichts der Tatsache, wo wir Heute stehen.

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