Unsere Tadschiken

Unsere tadschikischen Brüder und Schwestern sind mehr stolz auf die iranischen Persönlichkeiten als wir Iraner. Während im Iran die Geldscheine mit dem Gesicht von Xomeyni Gojastak [Khomeini der Verfluchte] verziert sind, werden die Geldscheine in Tâjikestân mit den Gesichtern der iranischen Berühmtheiten und Persönlichkeiten verziert. Die Tadschiken sind sehr stolz darauf.


Das ist das Bildnis des berühmten iranischen Wissenschaftlers Pur Sinâ [Avicenna], der den 20 Somoni Geldschein verziert.


Und das ist das Bildnis des Verderbens und des Gründers der Tyrannei und Barbarei im Iran.

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9 Gedanken zu “Unsere Tadschiken

  1. Auf Arte wurde gerade ein Film über die aktuelle tatschikische Mode gezeigt. Der Film ist noch einige Tage auf arte+7 abrufbar.
    Ich kann den Wahrheitsgehalt der Dokumentation nicht beurteilen. Genossen habe ich aber trotzdem, daß langes Frauenhaar, sichtbar gezeigt und geflochten fast bis zum Boden reichend, als tatschikisches Kulturgut bezeichnet wurde.

    Ich frage mich nun, wie solch eine iranische? Kultur in einer sozialistischen Diktatur überleben konnte, während sie im Kernland Iran unter einer islamischen Diktatur ausgelöscht werden konnte.
    Und warum haben die tatschikischen Afghanen die sozialistische Diktatur nicht genutzt, um ihre Kultur am Leben zu erhalten? Warum siegen dort die Taliban-Paschtunen.
    Und warum siegen im Iran die Taliban-Iraner?
    Sind die Tatschiken als Randgebiet zu Rußland einfach nicht nachhaltig genug islamisiert worden und deshalb iranischer geblieben? Werden sie sich gegen die arabische Einwanderung jetzt, gegenwärtig kulturell wehren können?
    Der auf Arte gezeigte Kontrast zwischen Minirock und Tschador erinnerte mich schmerzlich an deutsche Verhältnisse.

    • Verehrte Turandocht, kannst du dich an den Namen des Filmes erinnern? Wäre nett, wenn du den Namen hier schreibst, dann kann ich den Film finden und mir den anschauen.

      Warum nun die Tadschiken iranischer als wir geblieben sind, kann ich nach meinen Recherchen und Kenntnissen sagen, dass während des Kommunismus die Religion Islam und deren Ausübung bis zum Tode Stalin verboten war. Nach seinem Tod hatten die zur Sowjetunion gehörenden asiatischen (mit iranischer Abstammung und Kultur) mehr Freiheit bekommen, um eher die Tradition zu beleben. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass vor der Revolution ständig im Rahmen der gemeinsamen Kulturen künstlerischen Delegationen aus Tadschikistan und Aserbaidschan nach Iran reisten und wir konnten ihre Künste im staatlichen Fernsehen sehen. Nach dem Verfall der Sowjetunion hatten die Tadschiken auch eine Zeit lang bürgerkriegsähnliche Situation erlebt, bis der Staat sehr klug reagiert hatte und die Aufstände der Islamisten in diesem Land niedermachte und aufgrund der Erfahrungen der große Schwester Iran wurde die Religion Islam gezügelt. Der entscheidende Punkt war, dass Tadschikestan sich eher auf die alte und reiche Kultur der großen Schwester anlehnte und stolz darauf diese Werte anstatt einer rückständigen Religion in der Gesellschaft injizierte.

      Also, wenn von solchen Ländern mit sehr alter und reicher Kultur die Religion weggenommen wird, sie können leben, ja sogar weiter leben, und den Tadschiken wurde schon für fast 70 Jahre den Islam während des Kommunismus weggenommen und sie hatten sich mit ihrer alten Kultur am Leben gehalten.

      In Afghanistan sind auch viele der Meinung und schreiben sogar in ihren Bloggs und Seiten, dass sie sehr stolz darauf sind zu Groß-Xorâsân und somit immer noch Iraner zu sein, und dass die Paschtun und Afghanen jetzt die Machthaber in diesem Land sind und die Macht wird ständig zwischen diesen bieden Gruppen aufgeteilt, und der Rest wird unterdrückt. Die Paschtun und Afghan Stämme suchen sich die Legitimation und die Macht in Islam, während die Gegner sich auf eine sehr alten und reichen Kultur der großen Schwester Iran beruhen. Der eine will mit Islam regieren und unterdrücken, der andere will aber nicht und wenn es keine Möglichkeit zur Wiedervereinigung mit dem Iran geben soll, dann wenigsten wie die Tadschiken zu sein.

      Ich hoffe, ich konnte dich etwas aufklären.

      • Hallo Fartaab,
        der Bericht auf Arte heißt “Kleider und Leute”
        Er wurde am So.,27.Nov.2011, 00:02 gezeigt und müßte noch bis Sonntag abrufbar sein.

        Danke für Deine Erklärungen und ich möchte noch etwas anmerken.

        In dem Arte-Bericht werden Worte wie Iran, iranisch usw. überhaupt nicht erwähnt. Würde ich nicht bei “Euch” lesen, wüßte ich garnicht, daß Tatschiken Iraner sind. Ich habe den Eindruck, daß uns historische Zusammenhänge ganz bewußt verschwiegen werden.

        Liebe Grüße
        Turandocht

        • Vielen Dank Turândochte gerâmi für die Info.
          In der Tat versucht die westliche Welt die glorreiche Geschichte des Irans und seiner Schwestern so zu behandeln, ab ob diese Länder nie zu den iranischen Ländern gehörten! Wir werden in der Zukunft darüber schreiben, ab wann Tâjikestân uns weggenommen wurde und Afqânestân genauso. Mein Kollege Ardašir hat schon im neuesten Artikel http://parseundparse.wordpress.com/2011/12/02/der-ausverkauf-persiens-durch-die-qajarturken/ darüber berichtet, aber ich denke, dass wir in der Zukunft das Thema vertiefen werden, damit die Iranliebhabenden wie Du (wenn ich duzen darf) mehr Informationen bekommen.

          Wie schon im “Über uns” geschrieben, wollen wir anhand unserer eigenen Recherchen die Geschichte so berichten, wie es tatsächlich passiert ist, ohne Hass und Parolen und Pamphlet artig, und ohne einseitige Berichterstattung.

          Danke nochmals, dass Du uns so interessiert verfolgst.

          • Ich habe gerade die Reportage “Kleider und Leute” gesehen. Das war sehr interessant. Falls jemand die Reportage sehen möchte:
            http://videos.arte.tv/de/videos/kleider_und_leute-4276084.html

            Die Tracht, die das Zeichen des Reichtums und der Größe ist, heißt Jâme [جامه]. Schade, dass man hier nichts weiter über die Wurzel der Tâjikân und woher sie eigentlich kommen, erzählt hat, und lediglich ihre Geschichte ab dem Verfall der Sowjetunion begrenzt hat! Manchmal werde ich sehr wütend über solchen Reportagen von Arte und schreibe ihnen sehr oft, ohne dass sie mir jemals eine Antwort schreiben, obwohl sie jedem eine Antwort versprochen haben. Auch wenn ich keine Antwort bekomme, schreibe ich, dass sie nicht jeden für dumm halten!

  2. Hallo Fartâbe gerâmi,
    Kommt zwar bisschen spät, aber ja…Für mich stimmt das auch, was du festgestellt hast. Das habe ich vor allem daran gemerkt, dass sie womöglich Unmengen von Geld in den Film “The Timeless Story of Rustam and Sohrab from Shahnama” investiert haben. Der ist zwar bisschen älter, aber wegen seiner guten Umsetzung zeitlos. Originalsprache ist Russisch, aber man kann ihn auch auf Tadjikisch-Farsi anschauen. Ist lustig :) Verstehe nur wenig. Etwas vergleichbares findet man glaube ich in der iranischen Filmgeschichte nicht.
    Der Film ist auf Youtube zu finden –>http://www.youtube.com/watch?v=hrXsZZsecFc

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