Theologische Gedanken in einer turbulenten Zeit

von Bazillus

Frauenfeindlichkeit gab es schon immer. Der Mann ist in der Regel körperlich stärker und ist seit Erschaffung des Menschen offensichtlich neidisch auf die Frau, die sichtbar Leben „schöpfen“, Leben in sich wachsen lassen kann. Diese Mischung führte möglicherweise zur rechtlichen Benachteiligung von Frauen seit jeher.

Der Gipfel der Unverfrorenheit in dieser Frage war jedoch, dass ein Prophet vor 1 400 Jahren den Frauen durch sein „unveränderbares“ Wort, den Koran, der mit Ungeist in Richtung Frauen und Nichtmuslime ausgestattet war, die rechtliche Ungleichstellung bis hin zur direkten Unterstellung der Frau unter die Herrschaft des Mannes mit dessen Legitimation, die Ehefrau wie einen Acker betreten zu dürfen und sie bestrafen zu dürfen, göttlich überhöht und für alle Zeiten festgeschrieben hat. Da seine Religion nicht wie die anderen monotheistischen Religionen eine Entwicklung durchmachen konnte und musste, weil diese Religion die Gewalt darüber hinaus göttlich legitimiert hatte, verblieb es bei dem negativen Frauenrechtssystem im Islam. Und genau diese Festschreibung, diese geistige Unbeweglichkeit war und ist noch heute die Ursache der göttlich überhöhten, hier auf Erden aber umso wuchtiger wirkenden unseligen Frauenunterdrückung, die alle Reformversuche im Islam zunichte machen.

Es hat immer wieder Reformversuche gegeben, die aber von den Orthodoxen immer wieder aufs Neue niedergeschlagen wurden. Diese tapferen Frauen wie Frau Huda Sha’arawi, die 1923 ihren Schleier auf Kairos größtem Platz vom Kopf riss und die muslimischen Frauen aufforderte, ihrem Beispiel zu folgen, nach der sogar eine Straße benannt wurde, haben jedoch möglicherweise einen Denkfehler begangen. Sie haben die Schuld bei den Männern, bei der männlich dominierten Gesellschaft, usw.  gesehen. Sie hätten die Ursache und somit folgerichtig die Schuld bei der Doktrin ihrer eigenen Religion sehen müssen. Untaten, zu denen auch Gesetzgebung und Gesellschaftsgestaltung gehören, die Männer den Frauen übergestülpt haben, setzen Ungeist voraus. Jede Tat (auch Gesetzgebung ist eine Tat), ob gut oder schlecht, wird in der Regel erst im Kopf durch Geist angestoßen. Dass Männer ihre Privilegien der Macht freiwillig nicht aus der Hand geben, ist so klar wie Kloßbrühe. Die Macht der Männer ist im Koran, d. h. göttlich für alle Zeiten in dieser für Frauen unsäglicher Weise festgeschrieben. Das ist die ewige Ursache für Ungleichbehandlung der Frau im Islam.

Soll Frauengleichberechtigung im Islam erfolgen, muss der Islam selbst auf den Prüfstand nicht nur auf einen historischen, sondern auch auf den politischen und gesellschaftlichen sowie auf den theologischen Prüfstand in aller Öffentlichkeit. Der Geist des Islams und das Ziel dieses Geistes gehört auf den Prüfstand. Europa hätte diese Chance gehabt, vertut sie aber durch Feigheit unserer Politiker und Geistlichen. Es ist ja augenfällig, wie gerade Frauen auch hier wieder die führende Rolle in der Kritik an der Frauenrechtspolitik im Islam spielen. Necla Kelek, Seyran Ateş, Ayaan Hirsi Ali und andere. Aber auch hier machen einige Frauen den Fehler, ihre Unterdrückung nicht an Gottes unveränderbaren Worten, nämlich den Hadithen und dem Koran sowie der Vita des Lebens des Propheten festzumachen. Selbst einige dieser Frauen sehen im Islam nicht die Ursache für ihre rechtliche Ungleichstellung, sondern diese Doktrin wird selbst von ihnen geschont und somit geschönt.

Der Islam muss als solcher auf den Seziertisch der Wissenschaft, der Politik und der Theologie, wie dies andere Religionen bereits hinter sich haben. Kritik führt zur innovativen Erneuerung. Ohne Kritik bleiben Ideologie oder Religion stumpfe Werkzeuge der brutalen Machterhaltung einiger weniger. Nur durch Kritik und Zulassen von Kritik bleibt ein immerwährendes geistiges Weben und Wehen hin zu besseren Qualitätsstandards erhalten. Ansonsten bleibt Stumpfsinn, Monotonie, Primitivität und Monokultur für alle Zeiten bewahrt.

Kulturen bilden sich u. a. auch aus religiösen Werten. Wenn diese religiösen Werte frauenverachtend sind, sind auch Kulturen, die auf diesen Werten gründen, frauenverachtend. Religion ist zunächst einmal Geist oder je nach Religion oder Religionsaussage Ungeist. Die daraufhin erfolgte Tat von Menschen ist Bestandteil der Religion, aber eben auch der gelebten Kultur.

Beispiele religiös begründeter Werte, die gesellschaftspolitische Folgen nach sich ziehen:

  1. Mohammed heiratet seine Cousine und
  2. ein 9-jähriges Mädchen und
  3. lässt seinen Gott die Polygamie als ewig verbindlich bleibend verkünden.

Mohammed ist Religionsführer, der vollkommenste Mensch, dem es in allem nachzufolgen gilt im islamischen Religions-Kultur-Kreis. Die Morgengabe des Korans in Verbindung mit dem von den Eltern ausgesuchten Ehegatten  deutet auf einen Geschäftsabschluss hin, nicht auf eine Liebesheirat und auf ein Sakrament.

Folge 1: Verwandtenehe, die  innerhalb eines Stammes kostengünstiger abgeschlossen werden kann: Folge: Vermehrte Behindertenrate. Vor allem in armen Familien bedeutet dies, dass das behinderte Kind nicht optimal versorgt und gefördert werden kann. Fernere Folge: Zwangsehe oder von anderen arrangierte Ehen, in der Vergewaltigung ein Dauerzustand werden kann, nicht muss.  Jedoch ist die Gefahr größer.

Folge 2: Kinderehe: a) Versagung und Unterdrückung der Rechte von Mädchen, b) Förderung der pervertierten Pädophilie, c) Ansteigende Zahl von Kindern, die nicht die gebührende Bildung bekommen können, insbesondere dann, wenn diese Kinder in finanziell schwachen Familien aufwachsen müssen d) Gewöhnung an Vergewaltigung in der Ehe, da ein Mädchen in diesem Alter niemals bzw. kaum die Folgen seiner Behandlung in diesem Bereich voll ermessen kann.

Folge 3: a) Die Polygamie achtet nicht auf die Gefühle von Frauen, im Gegenteil, sie tritt sie mit Füßen, b)  sie dient nur dem Triebbefriedigungsanspruch der Männer und c) sie führt zu drastischen Überbevölkerungsstrukturen, die Bildungsnotstand herbeiführt und zu Arbeitslosigkeit junger Männer führt, die eine bevölkerungspolitische Spirale in Gang setzt und möglicherweise leicht  zu Kriegen und Unruhen führen kann.

Religiös-kulturelle Handlungen können somit weitreichende Folgen haben, die die Erde letztlich nicht lange mehr wird aushalten können. Während z. B. im Christentum und möglicherweise auch in anderen Religionen die Bewahrung der Schöpfung  ein Kernthema geworden ist, ist dieser Punkt im Islam in Ermangelung von Innovation und Reformen nach wie vor unterentwickelt. Das Jenseits ist wichtiger als alles Irdische. Folge: Die Bewahrung der Erde ist nebensächlich, der religiöse Dschihadaufruf ist teilweise wichtiger, da dieser für den Einzelnen, der in Armut lebend ohnehin nichts zu verlieren hat, direkt in den islamischen Himmel führt. Viele Frauen in Afghanistan und Pakistan sind stolz, Jungen als Dschihadkämpfer geboren zu haben. Sie opfern ihre Kinder gern, selbst wenn diese im Kampf fallen sollten, denn sie dienen im islamischen Sinne einer guten Sache.

Nicht umsonst hört man aus dem Munde von Terroristen islamischer Art: „Ihr liebt das Leben, wir den Tod“. Dieses Wort ist charakteristisch für die Prioritäten, die manche Muslime setzen. Sie lieben den Tod, weil sie nur im Kampf das islamische Himmelreich sicher verdienen können. Denn diese Art  ist von ihrem Gott höchstpersönlich als der sicherste Weg in himmlische Gefilde vorgezeichnet.

Ich denke, die Frauen im islamischen Kulturkreis müssen immer unbedingt einen Zusammenhang herstellen zwischen den Religionsdogmen und den in dieser Religion gelebten Kulturen. Die gelebten Kulturen spiegeln in den meisten Fällen die Religionsregeln wider.

Wichtig bei Religionen ist auch zu beobachten, wie sich das Gottesbild ändert und entwickelt. Damit sage ich nicht, dass Gott sich ändert, sondern nur die Sichtweise der Menschen auf Gott. Eine Religion, die sich nicht entwickelt, ist in sich selbst schon tot und kann sich nur mit äußeren Machtstrukturen wie der Scharia und der Förderung der allgemeinen Bildungsferne über Wasser halten. Das gleiche gilt für das Kastenwesen der Hindus.

Auch der Gedanke, dass Gott nur männliche Attribute von Menschen zugeordnet worden sind, trug dazu bei, der Frauenunterdrückung hier auf Erden Vorschub zu leisten. Es stimmt, dass das Judentum und das Christentum, jedoch insbesondere  der Islam  zur „Vermännlichung“ Gottes enorm beigetragen haben, da von jeher der missverstandene und von Menschen missbrauchte Begriff „Allmacht“ in diesem Zusammenhang eine große Rolle spielte. Allmacht, menschlich gedacht, besagt, dass Gott der Stärkere ist und mit dem Menschen und seiner Schöpfung willkürlich umgehen kann, wie es ihm beliebt,  wie z. B. Naturkatastrophen wie die Sintflut als Strafe Gottes so plastisch vor Augen führten. Allmacht Gottes ist ein männlich besetzter Begriff, da der Mann im Grunde auf Erden ebenso Macht hatte, seine Diener, seine Frauen, sein Vieh zu behandeln wie er wollte, gut oder schlecht. Schon der Zoroastrismus hat vor dem Christentum im Rahmen des Monotheismus ein anderes Gottesbild begründet. Da die meisten Christen an die Dreifaltigkeit glauben, an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, hat in diesem Gottesbild einerseits das „Männliche“ die „Oberhand“ bekommen wegen der Begrifflichkeiten „Vater“ und „Sohn“, andererseits erinnert dieses Gottesbild an einen „familiären“ Gott, der im Du und in Jesus ohne Vorbedingung als „Mann“ auf die Menschen zuging und nicht auf seinem jenseitig-himmlischen Thron blieb.

Aber auch im Christentum spielte zunächst die Allmacht Gottes eine entscheidende Rolle. Aber im Letzten geht es nicht um eine Vermännlichung oder Verweiblichung Gottes. Das wäre zu primitiv, weil menschlich-irdisch gedacht. Es geht um das Vertrauensverhältnis im Du, um die Wertschätzung Gottes für sein Geschöpfe und den Menschen und umgekehrt.

Am Judentum ist für mich faszinierend, dass in archaischer Zeit so etwas „Modernes“ und Allgemeingültiges wie die 10 Gebote, die Begründung der Menschenwürde am Anfang stand, als dieser Gott den Menschen als sein Ebenbild erschuf und den Menschen, ja Mann und Frau!!!!! segnete. Ja ein echtes Wunder für mich.

Weil der Mensch die Unbilden des Lebens ertragen musste, sah er Vieles als Strafe Gottes an, die heute naturwissenschaftlich erklärt werden können. Die Strafe Gottes wurde als Instrument der Knechtschaft von den Religionsführern gern verwandt, um die Menschen bei der Stange zu halten in allen Religionen wie auch Ideologien. Der Blitz war oftmals ein direktes Zeichen Gottes der Bestrafung. Heute ist er ein normales Naturphänomen. Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Pest und Epidemien und Co. wurden als Strafe Gottes angesehen, nicht als Naturphänomene. So kam es m. E. zu menschlichen strengen bis strengsten  Regularien im AT und so manche Stilblüte von Gesetzen, die aus diesem Denken heraus in den Mund Gottes gelegt wurden und so Gott letztlich beleidigten und in Misskredit brachten. Allerdings dürfen wir die archaischen Zeiten hierbei nicht unberücksichtigt lassen.

Sofern er dem Nächsten Liebe entgegenbringt, trägt er einen göttlichen Funken in sich. Das macht m. E. die menschliche Ebenbildlichkeit Gottes aus. Diese Ebenbildlichkeit Gottes begründet den Begriff „Menschenwürde“. Am Anfang stand nach dem Sündenfall der Erstmenschen Adam und Eva deren Paradiesforttrieb die Erkenntnis zwischen Gut und Böse. Diese Erkenntnis ist Geist und dieser Geist trifft den nunmehr materiell geschaffenen Menschen aus Fleisch und Blut mit voller Wucht. Er muss sich nun entscheiden, wie er sein Leben gestalten will, mit Gott oder ohne Gott, mit Gewalt oder ohne Gewalt, mit Regeln oder ohne Regeln.

Gott gibt dem Menschen die 10 Gebote an die Hand, um ihn sich im Leben Orientierung finden zu lassen. „Du sollst nicht töten“, das in der damaligen Zeit wohl Revolutionärste angesichts von religiösen Menschenopfern in anderen Religionen, die gebracht wurden. Die Story aus dem AT (Opferung Isaaks) macht dies noch deutlicher. Dieser Gott wollte keine Menschenopfer mehr. Ebenso die Begründung der Einehe „Du sollst nicht ehebrechen“. Eine damalige Revolution, die insbesondere die Welt der Männer beschnitt. Die 10 Gebote hat der Islam nie verinnerlicht, weil sein Prophet nämlich gegen die meisten dieser Gebote verstoßen hatte. Darum spielten diese Gebote im Islam nie eine Rolle. Sie mussten außer Kraft gesetzt werden, da sie ja letztlich den allgemeinen Menschenrechten als Urgrundlage dienten (außer den ersten beiden).

Das Gottesbild hatte sich innerhalb des Judentums durch Kritik und Gegenkritik durch die Jahrhunderte gewandelt. Psalmen ließen erkennen, dass Gott in erster Linie gut war wie der Psalm 23 beweist:

1 Der HERR ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

 3 Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

 5 Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

In diesem Psalm erweist sich Gott als guter Hirte, der alles für seine „Schafe“ = Menschen tun würde und wie eine Mutter immer bei ihren Kindern bleibt, Gott bei den Menschen bleibt in aller Not und Traurigkeit. Gott zeigt hier förmlich eine mütterliche Rolle, die ihren Kindern Nahrung gibt und sie an nichts mangeln lässt.  Früher war Gott jemand, der Sodom und Gomorrha vernichtet hatte, die Sintflut angeordnet hatte, um möglichst vielen Menschen den Garaus zu machen, den Juden Mordaufträge an Midianitern gegeben hatte, damit sie das heilige Land erreichen konnten.

Dieser Psalm spricht vom genauen Gegenteil. Das augenscheinlichste Merkmal, wie sich ein Gottesbild im Laufe der Menschheit verändern kann.

Jetzt betritt Jesus als der Sohn Gottes (nach dem Glauben der Christen) die Bühne der Erde. Beim Christentum fasziniert mich neben Abendmahl, dem Tod (und der einhergehenden Vergebungsbitte seiner Feinde) und Auferstehung Christi insbesondere die Stelle im Matthäus-Evangelium, in der Jesus den für mich wichtigsten Hinweis auf den Charakter Gottes gibt, indem er die Feindesliebe mit der Vollkommenheit Gottes direkt in Verbindung bringt, 5, 43-48 Matth. Die Feindesliebe, mag sie noch so menschlich unverständlich sein, weil unermesslich schwer auszuführen, durchbricht jedoch den Kreislauf von Hass und Gewalt.

Ich denke mir, wenn Gott in Jesus die Feindesliebe vom Menschen fordert, obwohl er genau weiß, dass der Mensch anders gestrickt ist und gern Gleiches mit Gleichem vergilt, wird er selbst nicht anders handeln. Darum glaube ich an die Barmherzigkeit, Liebe und Güte Gottes im Jenseits. Gott denkt überirdisch, nicht irdisch wie wir Menschen. Er erwartet von uns nur Versuche, immer wieder ernsthafte Versuche hin zur Liebe und zur Vergebung. Dass wir kläglich scheitern, weiß er. Aber der ernsthafte willentliche Versuch zählt. Dieses Streben nach Vollkommenheit im Sinne von Liebe und Vergebung sollte eine jede Religion als Markenzeichen vor sich hertragen, um überhaupt den Namen „Religion“ verdient zu haben.

Selbstverständlich ist zu Recht zu kritisieren, dass die kath. Kirche innerhalb des Christentums zeitweise einen extrem falschen Weg gegangen ist. Ich selbst bin Katholik und möchte es auch gern bleiben. Ich weiß, dass meine Kirche schuldig geworden ist an Mitchristen und Nichtchristen. Ich weiß aber auch, dass Jesus gerade Petrus, den feigsten seiner Apostel, den er bei einer Gelegenheit „Satan“ nannte, der ihn verleugnete und schmählich im Stich ließ als seinen ersten Papst eingesetzt hat. Er hat also einen zutiefst fehlerhaften Menschen als Leiter seiner Gruppe eingesetzt. Kirche ist immer fehlerhaft. Menschen sind immer fehlerhaft. Darum bedarf es auch Menschen, die immer wieder nach dem Willen des Dreieinen Gottes fragen und diesen ernst nehmen und diese Kirche immer wieder im Sinne des Hl. Geistes und Jesu auf den richtigen Weg bringen. Ich vertraue da auf Jesus, der Petrus eingesetzt hatte. Die kath. Kirche geht nun einmal trotz allen Verschuldens den Menschen und insbesondere Jesus gegenüber auf Petrus und somit auf Jesus selbst zurück. Das ist für mich faszinierend und entscheidend. Ich bin jedoch ein kritischer Gläubiger und werde es wohl auch bleiben. Damit muss meine Kirche leben. Sie besteht bei aller berechtigten Kritik über 2 000 Jahre wie die orthodoxen Kirchen auch, und ich bin ihr dankbar, dass sich in ihr auch in früheren Zeiten nicht nur Schlechtes und Inhumanes, sondern auch viel Gutes und Humanes finden lässt. Nur wie in der Tagesschau heutiger Zeit: Das Schlechte springt mehr ins Auge und daran wird natürlich auch zu Recht Maß genommen.

Für eine Kirche ist es grundsätzlich schwer, ja fast unmöglich, die von Jesus an höchste Stelle angesetzte moralische Denkweise der Feindesliebe glaubhaft zu vertreten. Das klappt nie. Aber wenn Religion keine erstrebenswerten Ideale mehr hat, begibt sie sich auf ein totes Gleis.

Es ist verständlich, dass Außenstehende mit der kath. Kirche ihre Schwierigkeiten haben. Ich freue mich über jeden Christen, der sein Christentum im Sinne Jesu Christi vertritt, lebt, verkündet, auch außerhalb der kath. Kirche und freue mich für und über jeden Menschen, der diese Ideale in seiner Religion und Ideologie versucht zu leben.

Die Qualität einer Religion ergibt sich immer aus der Beobachtung einer Entwicklung heraus. Alle Religionen streben nach absoluter Wahrheit und alle Religionen, insbesondere die Führer dieser Religionen, leiten über die vermeintliche Wahrheit der Religionen die Rechtfertigung zum Machterhalt ab. Das haben von den Lehren Zarathustras einmal abgesehen, Religionen und Ideologien gemeinsam.

Gott bleibt. Die Sichtweise der Menschen auf Gott hat sich im Laufe der Jahrhunderte gravierend verändert und sie musste sich verändern. Mohammed hat dies 700 Jahre nach Jesus einfach nicht erkannt, weil er Jesus nicht als starken König sah, sondern als Schwächling, der am Kreuz starb. Ein schwerer Denkfehler. Es gehört Stärke, Mut und Kraft dazu, den vermeintlichen Verlierer auf so schmerzhafte Weise zu geben. Durch die Auferstehung wandelte sich die Schwäche aber in absolute Stärke. Das haben Mohammed und viele andere nicht verstanden. Gott am Kreuz, welche desaströse Vorstellung für Muslime und auch Gläubige anderer Religionen. Mohammad ist dabei soweit gegangen, dass er die Kreuzigung Jesus schlicht und einfach geleugnet hat und behauptete, dass nun Judas anstatt Jesus gekreuzigt wurde, und Jesus wurde im letzten Augenblick vom Allah gerettet und in den Himmel mitgenommen: Sure 4 (An-Nisa), Ayat 157 und 158:

[…] “Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet”, während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht; und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer Vermutung; und sie haben ihn nicht mit Gewissheit getötet. Vielmehr hat Allah ihn zu Sich emporgehoben, und Allah ist Allmächtig, Allweise.

Vorab: Wäre ich Jesus in der Bibel nicht begegnet, wäre ich Atheist mit Überzeugung. Denn Jesus zeigt mir, was Gott will, was sein Anliegen ist. Die Allmacht Gottes wurde vom Zoroastrismus einmal abgesehen, in allen monotheistischen Religionen missverstanden, so mein Eindruck. Die Allmacht Gottes kann sich aber nur auf die schöpferische Allmacht beziehen, nicht auf die theoretische Allmacht, alles tun zu können. Würde Gott alles tun, wozu er in der Lage wäre, wäre er ein janusköpfiger Gott, ein Gott, in dem wie eben in Allah Gutes und Böses in einer Persönlichkeit innewohnt.

Meines Erachtens begradigt Jesus die üblichen Meinungen und Sichtweisen, die sich Menschen über Gott gemacht haben zu allen Jahrhunderten. M. E. erlöst er Gott, seinen Vater, von seinem Image als Straf- und Rachegott. Für Zarathustra war bereits lange vor Jesus Gott kein Rache- und Strafgott, und wie wir wissen, sind die Gedanken des Mithraismus und Zoroastrismus ins Christentum eingeflossen.  Die Menschen in allen Jahrhunderten schilderten ihn als strafenden Rachegott, als strengen Richter aller Sünder, in der kath. Kirche noch bis vor kurzem im Kirchenlied gesungen. Wer Jesus richtig versteht, findet schnell heraus, dass er selbstverständlich Anforderungen an den Menschen stellt, aber er mit der Liebe Gottes rechnen kann, wenn der Mensch in seinem Tun und Streben eben die Tugenden der Liebe und der Vergebung aus Gottes Geist heraus, versucht zu praktizieren. Sein Bestreben, mit Gott umzugehen, ist die Freiwilligkeit. Z. B. die „Vater unser“- Stelle: Wenn ihr betet, betet so: Es folgt das Vater unser. Wenn ich bete, heißt, ihr seid nicht verpflichtet zu beten Nichts ist vorgeschrieben. Er zeigt uns Gott in einem ganz anderen Licht, in einem befreienden Licht, nicht in einem erdrückenden Licht. Er als Sohn Gottes, (glauben wir Christen) hat nicht einen Menschen, selbst Judas oder den anderen Schächer am Kreuz oder die jüdischen Hohepriester und Schriftgelehrten explizit verflucht, getötet oder misshandelt. Als hohle Gräber hat er sie bezeichnet, aber sie nicht verflucht. Dieses Verhalten ist für einen Religionserneuerer ein würdiges Verhalten. Wer Mohammed mit Jesus messen will, hat einfach keine Chance. Jesus steht in allem über diesem selbst ernannten Propheten, der seinen Gott gedanklich für seine Zwecke schnitzte, um seinen persönlichen Machterhalt zu sichern. Der Gott des Islams denkt wie ein hass- und racheerfüllter Machtmensch. 700 Jahre nach Jesus wendet er sich dem alten Gottesbild aus dem AT zu und erklärt ihn und seine Religion für die Siegelreligion.  Der dreifaltige Gott, deutlich an den Predigten und am Verhalten Jesu, hat Macht und Gewalt nicht nötig. Er kommt ohne Vorbedingung auf den Menschen zu, bietet ihm seine Solidarität an, die der Mensch in Freiheit ablehnen oder annehmen kann und was noch wichtiger ist, er bietet ihm seine Liebe an, eine Liebe, die für die Freunde in den Tod geht.

Ein besseres Gottesbild kann ich mir in meiner demütigen Endlichkeit nicht vorstellen. Er führt uns nur vor Augen, wohin Lieblosigkeit, Neid, Hass usw. führen, nämlich in die Gottesferne und die Gottesferne kann brennen, sehnsuchtsvoll brennen. Er spricht von Gott, als einem, der geliebt werden will, nicht weil der Gläubige dies tun muss, sondern weil er dies freiwillig tun will. Das drückt sich insbesondere im „Missionsauftrag“ Jesu aus, der eindeutig vor 2 000 Jahren freiwillig angenommen werden konnte oder auch nicht. Was die Kirche daraus gemacht hat, ist eine andere Frage. Jesus hat dies nie so in Auftrag gegeben. Die Freiwilligkeit ist selbstverständlich in jeder Religion möglich. Aber das Bewusstsein der Freiwilligkeit, wird in Jesus Christus m. E. am deutlichsten.

Mohammed hat sich nach außen zwar nicht göttlich gemacht. Er ging geschickter vor. Er war Stellvertreter seines eigenen erfundenen Gottesbildes. Er oktroyierte seine Gedanken, seine Ränke und Listen seinem Gott, der im Grunde ja nicht in dem Sinne existierte, auf. Sein Gott war sein willfähiger unsichtbarer Handlanger seiner persönlichen Vorstellung, die er von Gott hatte und die er personalisiert hatte, sozusagen ein unsichtbarer Freund, der einigen Kindern nachgesagt wird. Er formte diesen gedanklichen Gott nach seinem Bild. Mohammed hat diesen jedoch bewusst erfunden, um seine Macht zu festigen. Denn er hatte keine Wunderkraft wie Jesus und offensichtlich auch kein Charisma. Denn wer auf Gewalt als Stilmittel einer Religion zurückgreifen muss, und zwar von vornherein, dem ist jedes Mittel recht, nur um an die Macht zu kommen.

Und so lässt er seinen Gott auch agieren. Denn sein Koran ist ja im Grunde nichts Neues. Er berichtet viele Episoden aus dem AT, einige aus dem NT und interpretierte sie, wie Mohammed diese Texte eben verstand. Dabei ergänzte er diesen Koran um Gesetze, die ein Feindbild kreierten, nämlich das der Ungläubigen und Frauen, die eben noch heute diese fürchterlichen Auswirkungen des Schubladenglaubens- und -denkens nach sich ziehen. Wenn ich den Koran lese, glaube ich, dass dieser Gott sich erst über den Umgang mit und die Ungläubigen selbst definiert. Er braucht Kampf, um existent zu sein, permanenten Kampf gegen das Haus des Krieges. Zurzeit hier in Europa agiert er wegen der Schwäche der Nichtmuslime als Listenschmied, der keinen Kampf braucht, um Mehrheiten zu schaffen.

Koran Sure 7, Ayeh 100: „Waren sie daher sicher vor der List Allahs? Nur ein Volk, das dem Untergange geweiht ist, hält sich sicher vor der List Allahs.“
سوره الأعراف (100) أَفَأَمِنُواْ مَكْرَ اللّهِ فَلاَ يَأْمَنُ مَكْرَ اللّهِ إِلاَّ الْقَوْمُ الْخَاسِرُونَ

Mohammed wähnte sich auf der sicheren Seite, da es Christen gab, die einen Eingottglauben praktizierten und den Dreifaltigkeitsglauben ablehnten. Der Dreifaltigkeitsglaube, so geheimnisvoll er auch gedacht werden kann, ist aber Grundvoraussetzung für das liebende Gottesbild. Wer Jesus nicht als göttlich anbeten und als Bestandteil Gottes ansehen kann, kann die Liebe Gottes ohne Jesus kaum begründen.

Der Gott des Korans ist m. E. nur schwach, weil er gegen Menschen Listen ersinnen muss, um sich gegen die Listen der Ungläubigen wehren zu können, gewalttätig, weil er seine ihm zugeschriebene Allmacht missbraucht, ein souveräner Gott würde dies nicht tun, spaltend, weil der die Welt mehrfach in Muslime erster Klasse (Männer) und zweiter Klasse (Frauen) sowie in Muslime und Nichtmuslime einteilt und darüber hinaus die Wertigkeit von Menschen unterschiedlich beurteilt und Gesetze erlässt, die sich nur ein unvollkommener Machtmensch einhergehend mit einem sexistischen Menschen hat ausdenken können. Einen solchen Gott kann ich weder anbeten, vertrauen noch akzeptieren. Da widersprechen und rebellieren mein gesunder Menschenverstand und meine Seele. Wer sich von Jesus gefangen nehmen lässt erreicht geistige Freiheit, wer sich von Mohammed gefangen nehmen lässt, erreicht geistige Gefangenschaft.

Das AT sagt zu Recht, dass der Mensch von Gott kein Bildnis fertigen soll, der Islam erweitert dies sogar auf Mohammed. Wer Gott in die herrlichste Musik fassen, in das schönste Bild integrieren, in die herrlichste Philosophie denken, in die wunderbarste Ornamentik oder Kalligraphie beschreiben oder in irgendeiner Form des Denkens oder des Handelns darstellen wollte, wird immer scheitern, weil er irdisch denkt. Gott ist so unfassbar, dass ein Bild auch in bester Meinung gemalt, ihn nur unvollkommen darstellen könnte und dieses gemalte Bild nur unvollkommene Wirkung auf Menschen haben würde. Das Universum ist so überaus unvorstellbar und so ist Gott eben auch.

Der Begriff „Fundamentalismus“ hat in heutiger Zeit einen üblen Beigeschmack. Wenden wir ihn einmal praktisch auf den Islam und auf das Christentum an:

Wer islamisch fundamentalistisch denkt, glaubt und handelt, wandelt sich zu einem der vielen Scharfmacherimame der Taliban (Koranschüler), die direkt nach den Gesetzen des Mohammed handeln und wenn nötig den Dschihad ausrufen.

Wer jesuanisch-christlich fundamentalistisch denkt, glaubt und handelt, wandelt sich zu einer Mutter Theresa, ja einer Frau.

Kürzer und prägnanter kann ich die Unterschiedlichkeit zwischen diesen Religionen nicht ausdrücken und klarmachen.

Wer Unrecht in irgendeiner Form zu religiösem Recht erklärt wie der Islam dies permanent tut, kann keine gute Religion erwarten. Muslime müssen noch heute bei jeder Anrufung ihres Propheten ein Bittgebet für ihn sprechen.  Bitter nötig hätte er diese Gebete bei seinem irdischen Vorleben schon gehabt. Aus diesem Grunde wünsche ich allen Männern und vor allem Frauen, Jesus selbst und seine Wort nicht aus den Augen zu verlieren.

Jede Gewaltlegitimation gegen Jedermann (außer Notwehr), einschließlich der Legitimierung von  Frauenunterdrückung  in Religionen führt von Gott weg, nicht zu Gott hin, was im Grunde die Aufgabe einer jeden Religion sein sollte.

Hier auch ein guter und informativer Artikel über das Verhalten der Muslimen den Christen in den arabischen Ländern gegenüber bei unseren Brüdern die Kopten

4 Gedanken zu „Theologische Gedanken in einer turbulenten Zeit

  1. Bazillus hat ja immer sehr interessante Gedankengaenge, so auch in diesem Artikel. Besonders theologische Fragen sind immer sehr schwer zu erfassen, meistens ist es Quacksalberei, aber er hat hier wirklich auf einfache Weise einige Dinge verdeutlicht, so dass es jeder versteht und auch Sinn macht. Meinen Respekt fuer diesen Artikel den er fuer parse und parse geschrieben hat. Ich bin zwar kein Atheist, aber ich bin auch nicht religioes, trotzdem haben mich verschiedene Stellen dieses Artikels durchaus beruehrt.

    Danke Bazillus fuer Deine Arbeit!

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