Oh Frühling, Willkommen Frühling!

Dieser Artikel in Spanisch

Kurz nachdem Patrick Lumumba in Kongo im Jahr 1961 getötet wurde, wurde von einem Kommunisten in Iran ein Gedicht für ihn und seine Sache gedichtet und seiner Frau geschenkt. Die Musik dazu wurde auch von einem anderen Kommunisten, der gegen sein eigenes Volk in Iran terroristische Anschläge ausübte, komponiert.

Die Hymne, die Sie gleich mit diesem Clip hören, ist dieses Gedicht. Derjenige, der diesen Clip machte, hat wohl passend dazu Bilder ausgesucht, die das Gegenteil dieses Gedichtes zum Ausdruck bringen. Diese Hymne wurde während der Revolution 1979 gesungen und Monate danach, dann verschwand sie und wurde von dem Mullah-Regime für verboten erklärt, denn die Hymne war eine kommunistische Hymne. Wie die Kommunisten auch in Iran als Mullahhelfer tätig wurden, um die tapfersten Frauen und Männer des heiligen Landes Iran zu exekutieren, haben wir schon berichtet. Am Ende zahlten die Kommunisten genauso wie alle anderen dafür, das Land verraten zu haben; sie wurden entweder in erbitterten Straßenkämpfen zu Beginn des Sieges der Mullahs getötet oder exekutiert, oder saßen Jahre lang in den Gefängnissen. Die Leser werden die 33-jährige Mullah-Herrschaft in Iran in einem kurzen Clip sehen. Ich warne die Leserschaft, denn es sind Bilder, die einem in der Seele sehr wehtun können.

Bevor ich den Clip laufen lasse, will ich eine kurze Übersetzung des Gedichtes angeben. Es handelt sich um die Ankunft des Frühlings [man erinnert sich bitte an den arabischen Frühling] und die Hymne beschreibt, wie es schön ist, dass es wieder Frühling ist, und die Blüten wachsen aus der Erde. Die Schwalbe kommt nach Hause; die Pflanzen fangen an zu blühen; denn der gesegnete Frühling ist da! Oh, ihr Freunde, Mitkämpfer, und alle anderen Männer, die erbittert für die Freiheit kämpfen und die, die mit ihrem Stift gegen die Tyrannei schreiben, Euch allen gratulieren wir zur Ankunft des gesegneten Frühlings. Mögen alle Ketten der Gefangenschaft, Armut und Unwissenheit, egal wo sie auf dieser Welt an Füßen der Freiheitsliebenden gekettet sind, ein für alle mal zerrissen werden. Oh, Du Frühling, Willkommen Frühling.

Der Clip fängt mit dem großen Zeitungsausschnitt: شاه رفت [Der Šâh ist weg], auf der rechten Seite des Bildes an, und auf der linken Seite sehen Sie selbst, was das ist! Behalten Sie das Gedicht im Hinterkopf, wenn Sie den Clip sehen:

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7 Gedanken zu “Oh Frühling, Willkommen Frühling!

  1. Pingback: Un nuevo movimiento de protesta indignada ha nacido!!!La Sociedad para la Protección de los científicos nucleares iraníes « NUEVA EUROPA- Nueva Eurabia

    • Sherry jân, ich suche seit einiger Zeit nach dem Buch Šâhanšâh geschrieben von zendeyâd [Gott sei seiner Seele gnädig] Siyâvaš Baširi. Dieses Buch ist leider nicht im Internet zum herunterladen, und als Buch muss ich nach Amerika schreiben, vielleicht hat jemand das Buch zum Verkaufen. Das ganze Buch ist ein Interview mit dem Kaiser in Mexico, und wenn man das Buch liest, weint regelrecht über das Geschehene. Wenn ich das Buch finde, werde ich das Wichtigste übersetzen. Der Kaiser erzählte in diesem Interview über alles und aus seinem Munde erfährt man die bittere Wahrheit. Der Moment des Weinens wurde von einem Fotografen für solche Tage verewigt. Der Kaiser war sehr krank und hatte die letzten 6 Jahren seines Lebens wie ein Arbeitstier geschuftet, um alles, was er versprochen und vorgenommen hatte, noch zu seinen Lebzeiten zu erreichen und wir hätten schon 1979 die freie Wahl für eine parlamentarische Monarchie ohne die direkte Einmischung des Königs gehabt, und im Jahr 1985 wäre der Iran durch den neuen König Rezâ Šâh II offiziell zum zweiten Japan des Mittleren Ostens erklärt. Privat gesehen, wäre ich heute entweder in der Armee seiner Majestät als Colonel der Seestreitkräfte beschäftigt, oder Professorin an der Âbâdân Universität für die persisch und englische Literatur, als dritte Berufswahl hochrangige Beamte des NIOC (National Iranian Oil Company) im Bereich des Erdölsexportes durch die Hafenstadt Âbâdân.

      Er wollte alles nur für sein Land, mit sich hat er nichts ins Grab mitgenommen, nur einen guten Namen.

  2. Eine bedenkliche Tatsache, dass Vater und Sohn , die in Relation gesehen die besten padeshahs seit langem waren, im Exil sterben mussten, waehrend einem Lahmasab wie Chomeini bekommt ein Monument spendiert wird. Was für ein Volk…

    • Bahrâm, eines Tages bringen wir beiden wieder nach Hause. Der gute Name ist das Wichtigste, was einem nach seinem Tod bleibt. Bertold Brecht sagte einmal:

      Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.

  3. Das macht mich nicht traurig, sondern eher wütend, dass zwei Könige dieses Landes mit all ihrer Bestrebungen das Land aus dem Loch des Mittelalters zu befreien im Exil sterben müssen.
    Wie Bahram richtig erwähnt hat, das sagt viel über den Charakter eines Volkes.
    Das möchte ich hier gleichzeig zum Ausdruck bringen, dass ich persönlich auch einen großen Respekt vor damaligen ägyptischen Präsident Anwar Sadat habe, der den König trotzt des internationalen Drucks nicht nur warmherzig zu sich aufgenommen, sondern dafür gesorgt hat, dass er nach seinem Tod staatsmännisch und mit aller Würde beigesetzt wurde.

    • Sâm, die Undankbarkeit zeigt sich seit 33 Jahren, und ich will hoffen, wie ich schon mal geschrieben habe, dass dieses Volk endlich befreit wird von so vielen Ketten, die es sich aufgrund seiner Unwissenheit selbst erschaffen hat.

      Wir müssen noch viel lernen und probieren.

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