PERSISCHER GOLF (1)

Vor 6 Jahren habe ich ein komplettes Buch über den Persischen Golf übersetzt und das in mehreren Teilen im Internet frei zur Verfügung gestellt, damit die ganze Welt aufhört ständig den Persischen Golf Arabischen Golf zu nennen, denn dafür sorgen die Petrodollars aus den arabischen Ländern am Persischen Golf. Oder sollte man nur den Begriff “Golf”, um nicht  beide Seiten zu ärgern verwenden?! Die Frage, die dann ein Zuschauer, Leser und Hörer der Medien sich sofort stellen wird, ist, von welchem Golf ist die Rede? Vom Golf von Mexico, vom Golf von Thailand, vom Golf von Bengalen und so weiter und sofort; bis dann aus dem Kontext zu verstehen ist, dass es sich um den Persischen Golf handelt! Aber je mehr solche Medien einem etwas suggerieren, desto schneller gewöhnt man sich daran, “aha, damit meinen sie den Persischen Golf”!

Aus Liebe zu meinem heiligen Land und seiner Geschichte und Nation habe ich dieses Buch sehr mühsam übersetzt. Diese Reihe über den Persischen Golf ist in 4 Teilen aufgeteilt, damit die Leserschaft mehr Überblick bekommt und nicht müde des Lesens wird. Danach werden in verschiedenen Zeitabständen mehr Information über den Persischen Golf als gesonderte Artikel zu lesen sein.

Mohammad Ajam repräsentiert sein Buch

Der Verfasser des Buches ist der Forscher und Sprachwissenschaftler Mohammad Ajam [محمد عجم], der als erster das Buch Persischer Golf, ein Name älter als die Geschichte (Xalije Fârs, nâmi kohantar az Târix) [خلیج فارس نامی کهن تر از تاریخ] im Jahr 2005 zuerst mit einer  Auflage von 3000 Exemplaren veröffentlichte und diese dann vielen Ämtern, Behörden, Ministerien, Forschungsinstituten und Universitäten unkommerziell zur Verfügung gestellt hatte. Er ist der erste Blogger, der damit anfing diesen Namen im Netz zu verteidigen und stellte später auch sein Buch jedem im Netz zur Verfügung. Die Vorlage im Netz ist meine Quelle, die ich im Ganzen übersetzte.

Ich bitte die Leserschaft den Inhalt hier zu kopieren und weiter zu geben, dabei genügt es mich als Übersetzerin zu nennen und ich verzichte im Namen des iranischen Volkes auf alle weiteren Urheberrechte, die mir als Übersetzerin dieses Buches zustehen; ich bitte jedoch aus Respekt zu Mohammad Ajam ihn auch als der Verfasser des Buches in der Originalsprache Persisch anzugeben, denn das ist das Mindeste, was wir tun können, denn wir sind ihm zu Dank verpflichtet.

Die geophysische Merkmale des Persischen Golfs, „Bahrelfâresi“ (in Arabisch)

Aus dem Buch: Xalije Fârs, nâmi kohantar az Târix
(Persischer Golf, ein Name älter als die Geschichte)
Von: Mohammad Ajam
Pârt Verlag [Entešârâte Pârt]

Der Persische Golf reicht vom „Ende des Arvand Flusses (Arvandrud) in Xorramšahr und Basra bis nach Ra’selmusandâm im Norden von Oman“. Dieser Golf entstand in der Mitte der dritten Epoche der Geologie [das Känozoikum oder die Erdneuzeit] vor etwa 30 Millionen Jahren aufgrund der Ausbreitung der Meerenge des Omansees. Der Persische Golf hat zur Zeit eine Breite von 226.000 km². Die Länge seiner Küste beträgt von der Mündung „Al Fâw“ bis „Bandar Abbâs“ 1.375 km und die Tiefe ist im Durchschnitt 30 m; der Golf beinhaltet 0,62% des Wässers auf der Erde und war am Anfang doppelt so gross. Diese Wasserweite ist das „älteste“ Meer, das der Menschheit bekannt war. Nach den tektonischen Darstellungen gehört der Persische Golf zu den Erdbebengebieten Irans. In der Encyclopedia Britannica wird darüber berichtet, dass „die letzte Aktivität, die der Persische Golf zeigte und noch zeigt, von einer allmählichen Zunahme tektonischer Bewegungen gekennzeichnet ist; das Erdbeben im Persischen Golf ist ständig und manchmal sogar sehr stark.“

Diese Wasserweite wird als die Wiege der Zivilisation und einer der ersten Existenz- und Wohnorte der Menschheit bezeichnet. Die Bewohner dieses Meeres (Persischer Golf) hatten die Schifffahrt erfunden und damit den Osten mit dem Westen verbunden. In der alten Geologie [Erdkunde] gehörte das „Persische Meer“ (Daryâye Pârs) zu den 4 Meeren die bekannt waren, aber jetzt nennt man diese Wasserweite [Persisches Meer, Daryâye Pârs] den „Persischen Golf“, der als ein Golf mit 1.000 km² Länge und mehr als 240 km² Breite 56% der Erdölreserven der Welt beansprucht und immer noch als der wichtigste „Golf“ der Welt bezeichnet wird. Der Persische Golf ist mit seinen 226.000 km² Fläche und mit seinen 68 Milliarden Erdölbarrels (56%) der gesamten Erdölreserve der Welt ein großer Kanal und von internationaler Bedeutung. Der Persische Golf hatte seit der Achämenidischen Zeit, insbesondere im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Kalten Krieges, und danach mit der iranischen Revolution und das Durcheinanderbringen der internationalen politischen Kalkulationen, drei Kriege mit der Bezeichnung „drei Golfkriege“ zur Folge, dazu kommt noch die wichtige wirtschaftliche und touristische Bedeutung für die arabischen Länder am Rande des Persischen Golfs, die wiederum wegen seiner Wichtigkeit das Augenmerk der Welt auf sich gezogen hat und damit der berühmteste geographische Punkt der Welt geworden ist.

Trotz all dem Auf- und Abwärts der Geschichte ist der Iran immer noch das „wichtigste“ Land der Region, dem ein „großer“ Teil des Persischen Golfs seiner Souveränität zuzuschreiben ist. Der Persische Golf ist die wärmste Wasserweite der Welt; der breiteste Teil beträgt 180 Meilen (289,68 km) und der tiefste Punkt ist 93 Meter tief in der Nähe von der Insel „Tonbe Bozorg“, der seichteste Teil liegt im Westen und hat eine Tiefe zwischen 10 bis 30 m. Die seichte Tiefe des Golfs ist ein Grund, weshalb das Festland langsam im Meer verschwindet. Trotz des Übermaßes an Salz im Wasser, gibt es 200 Süßwasserquellen auf dem Grund und es fließen 25 Süßwasserquellen an den Küsten dieses Golfs, die alle ihren Ursprung in den „Zâgros“ Bergen oder „Pârs“ haben, Arvand, Kârun, Diyâle, Zâb, Jarrâhi, Mand, Dâlaki und Minâb sind die größten Flüsse, die in den Persischen Golf fließen. Die Hitze beträgt im Sommer manchmal bis zu 50°C und die Kälte im Winter bis zu 3°C. Der Persische Golf zählt zu den reichsten Wasserweiten der Welt mit seinen Rohstoffquellen wie: das Erdöl, die Perlen, das Erdgas, der Phosphat, der Schwefel, die Korallen und verschiedenartige Fische und Garnellen. Die Hafenstädte Dubai, Šârje, Bandar Abbâs, Xorramšahr und Basra haben den Persischen Golf zu einem wirtschaftlichen und touristischen Zentrum der Welt verwandelt.

Der Persische Golf wird als eine geopolitische, strategische, militärische, geschichtliche und kulturell einzigartige Wasserweite der Welt bezeichnet. Die archäologischen Befunde der letzten Jahre auf beiden Seiten der persischen und arabischen Küsten des Persischen Golfs beweisen, dass diese Wasserweite eine der wichtigsten und vielleicht der erste Wohnort der Menschheit und die Wiege und das Zentrum des Austauschs der Zivilisationen wie die elamische, akkadische, assyrische, babylonische, medische, persische, griechische, islamische und …war.

Anmerkung ©Fartâb Pârse:
Weitere Kartenquellen:
Hier bitte auf das Alter der Quelle achten (Quelle: William Shepherd, Historical Atlas, 1923):
Persischer Golf-Karte

Die Landkarte Irans

Persischer Golf

Persischer Golf und die Hormoz-Straße

Die Etymologie des Namens Persischer Golf

Die archäologischen Befunde in den Küstenstädten wie Bušehr, Xârk, Sirâf und Bande Tâheri erzählen von einer 6000 Jahre alten Zivilisation. Die geschriebenen und aufgezeichneten Befunde sind wenig älter als 3000 Jahre, und es gibt noch Unklarheiten über das Leben und die Geschehnisse in den Zivilisationen wie Elam, Medien, Assyrien, Darâvidiyân und Pišdâdiyân. Die Lebensweise der Bewohner dieser Region ist noch verborgen. Allein in der Zeit des mächtigen und großen persischen Imperiums fand der Persische Golf eine internationale Bedeutung. Die Forscher, die über den Namen „Persischer Golf“ geforscht haben, befinden alle einstimmig, dass der Name „Persischer Golf“ in allen Jahrhunderten besonders in den letzten 2500 Jahren ein „einziger“, „internationaler“ und „unangefochtener“ Name war; und in der Geschichte des Mittleren Ostens und ihrer geschichtliche Perioden gibt es keinen Namen, über den alle Forscher, Autoren und Historiker sich nicht einig sind. Darüber hinaus gibt es zahlreiche wertvolle Bücher und Artikel, in denen über die Geschichte des Persischen Golfs und seine Beschreibung in den alten Büchern und Überlieferungen vor und nach Christus berichtet wird. Es gibt sogar alte Landkarten und Kartographien, die gesammelt und aufbewahrt werden.

Das Buch von Sir Arnold Wilson, das im Jahr 1928 mit dem Namen Persian Gulf heraus kam, ist ein Beispiel von sehr vielen wertvollen Büchern. Er schreibt in diesem Buch über die Geschichte und geologische Lage des Persischen Golfs und über die Erzählungen der westlichen Autoren; nebenbei schreibt er über seine eigenen Besichtigungen. Er schreibt: „Kein Wasserweg (Kanal) war und ist in der Vergangenheit und heute so wichtig für Geologen, Archäologen, Historiker, Geographen, Kaufmänner, Politiker, Touristen, Wissenschaftler und Forscher. Dieser Kanal, der das Iran-Plateau von der arabischen Halbinsel trennt, hat seit tausend v. Chr. eine „persische“ und „iranische“ Identität bis heute“.

Einer von den westlichen Autoren, der über den Namen „Persischer Golf“ geforscht und eine Abhandlung darüber geschrieben hat, ist C. Edmund Bosworth. Er sammelte Beschreibungen von 20 griechischen und europäischen Historikern und Reisenden über den Golf, von dem griechischen Heerführer Niarchos (325-240 v. Chr.) bis zu Priidicks (1876 n. Chr.). Die Dokumente und geschriebene Geschichte Irans vor dem Islam sind leider verloren gegangen, es gibt wenige fundierte persische Quellen, aber die mündliche Geschichte der damaligen Zeit, die von dem großen Dichter Ferdowsi (908-990 n. Chr.), der sie unter dem Namen Šâhnâme oder Nâmeye Bâstân gedichtet hatte, zeigt, dass Iraner alle Gewässer wie den Persischen Golf, den Omansee und den arabischen See als „Persischer See“ (Daryâye Pârs) und den indischen Ozean als „Ariyâtrâs“ bezeichnet hatten.

Außer den griechischen und römischen Historikern und Reisenden, die C. Edmund Bosworth nennt, kann man mindestens 200 berühmte Historiker und Reisende aus arabischen und islamischen Ländern erwähnen, die in den letzten Jahrhunderten über den Namen Persischer Golf und seine Etymologie direkt oder indirekt Erläuterungen abgegeben haben. Im Buch Majmu’e maqâlâte Xalije Fârs (eine Sammlung der Artikel über den Persischen Golf) in den Seminaren vor der islamischen Revolution, im Heft Motâle’âte siyâsi va beynolmelali (politische und internationale Studien) im Jahr 1991 (1369) schreibt Dr. Javâd Moškur im Abschnitt über den Namen Persischer Golf von den Erläuterungen der 47 Autoren der letzten Jahrhunderte in Bezug auf die Etymologie des Persischen Golfs. Der ägyptische Schriftsteller Ahmad Mirzâ [احمد ميرزا] schreibt auch in seinem Buch [خليج الفارسي عبر التاريخ] [Xalijelfâresi abrattârix] (Persischer Golf die Brücke der Geschichte) von den Erzählungen und Beschreibungen der 20 arabischen Schriftsteller der letzten Jahrhunderte über die Etymologie des Persischen Golfs. Im Buch Nâme Xalije Fârs bar pâyeye asnâde târixi va naqšehâye joqrâfiyâyi (der Name Persischer Golf auf historischer und geographischer Basis) von Iraj Afšâr Sistâni sind auch Beschreibungen von mehr als 50 europäischen, arabischen, islamischen und iranischen Autoren der letzten Jahrhunderte zu lesen.

Um die Weitschweifigkeit zu verhindern, wird eine Auflistung der Namen dieser Historiker und Autoren am Ende des Artikels angegeben. Diese Historiker haben alle in ihren Büchern über den Namen und die Etymologie des Persischen Golfs geschrieben: „Dieses Meer, das von Sand und Kermân bis Fârs [Pârs] fortdauert, und in Jenâve [Genâve], Mahrubân, Sirâf und Abbâdân (Âbâdân) endet, wird in allen Ländern mit dem Namen „Pârs“ (Fârs) bezeichnet, weil das Land Persien (Fârs) von allen Ländern kultivierter (blühender) und fortgeschrittener war, und seine Könige hatten/haben alle weiten und nahen Küsten dieses Meeres unter ihrer Herrschaft. In den alten Zeiten waren die persische Könige größer, erhabener und mächtiger, und heute sind die Völker Persiens die Herrscher dieser Küsten“.

Solche Worte sind in vielen historischen Büchern zu lesen. Als Beispiel: Auf der Seite 30 des Buches Al-Boldân [البلدان] von „Ebne Faqih“ [ابن فقيه], den Seiten 5 u. 35 u. 109 des Buches Masâlek va mamâlek [مسالك و ممالك] von „Estaxri“ [استخري] und der Seite 941 des Buches Souratolarz [صوره الارض] von „Ebne Hoqel“ [ابن حوقل]. In den Büchern Al-Boldân und Târixe Ya’qubi [تاريخ يعقوبي] auf der Seite 224 gibt es Hinweise über das „Persische Meer“ (Daryâye Pârs): „Um nach China zu reisen, nimmt man den Weg nach „Xârazm“ (Choresm od. Choresmien, Gebiet am Aralsee) und „Tabbat“ (Tibet); und wenn du den Weg durch das Meer nimmst, musst du durch 7 Meere; das erste ist das Persisches Meer; da muss man in Sirâf das Schiff nehmen; das Ende davon ist Ra’se Jomjome“.

Alle Historiker und Geographen haben mehr oder weniger gleiche Beschreibungen über den Persischen Golf abgegeben. Diese nannten allgemein die Grenze des Persischen Meeres vom heutigen arabischen Meer, Oman, bis Sand; und zum Lande Persien nannten sie die heutige Türkei bis Syrien (Šâm), Ägypten, Teile von Indien, Kâbolestân, Toxârestân, Mâvarâ’onnahr (Transoxanien) und Adan (Aden). Viele von ihnen bezeichneten die Bevölkerung von „Zahhâr“ (Zaffâr und Umân, der heutigen Oman), Bahrain und Aden als Perser. Sogar Ebne Battute (1304 – 1377 n. Chr.) [ابن بطوطه] unterhielt sich in allen seinen Reisen durch diese Regionen mit der Bevölkerung dieser Regionen in Persischer Sprache. Alle die genannten Historiker glauben, dass die Perser die erste Herrschaft in den Jahren zwischen 559 bis 330 v. Chr. gegründet hatten und die Herrschaft des Persischen Imperiums über den ganzen Mittleren Osten besonders den ganzen Persischen Golf und die Arabische Halbinseln bis zur Erscheinung des Islam andauerte; und die iranischen Seefahrer und Kaufmänner waren im ganzen Persischen Golf, Rotem Meer und dem Indischen Ozean präsent, und weil die Perser das eigentliche Volk und die größere Bevölkerung der gesamten Küsten des Persischen Golfs waren, war es selbstverständlich, dass von den ersten Reisenden wie Pythagoras (608 – 509 v. Chr.) bis zu den Weltreisenden wie Stanley und Speek und den zeitgenössischen Reisenden, die den Persischen Golf bereist und über diese Wasserweite geschrieben hatten, alle die Vorsilbe „PERSISCH“ für diesen Golf benutzten. 

Natürlich blieb der Name in den nächsten Epochen einstimmig und sicher derselbe. Aus diesem Grund war der Name Persischer Golf in allen Büchern, Berichten und Kartographien der damaligen Zeit gängig. Die alten Inschriften, Briefe und Landkarten wie das Relief von Darios (Dâriyuš) der persische Imperator, das in Tal Al-Masxuteb [تل المسخوتب] (in Ägypten) gefunden wurde, das zum 5. Jahrhundert v. Chr. gehört, die assyrischen und babylonischen Reliefs, die Erzählungen von Niarchos (325 – 240 v. Chr.) bis Herodotos (486 – 420 v. Chr.), Ronus, Ptolemäus (der Berühmte), Flavius Arrianus, Ptolemaios der ägyptische Geograph (90 v. Chr.), Ebne Faqih, Ebne Raste [ابن رسته], der erhabene Ferdowsi, Ebne Šahriyâr Râmhormozi [ابن شهريار رامهرمزي] bis in die heutige Zeit von allen Reisetagebuchschreibern, Reisenden, Geographen, Kartographen aus aller Welt wie die Griechen, Römer, Chinesen, Inder und Europäer, die diese Region besucht hatten, nannten den Persischen Golf als den Namen dieses Golfs und schrieben seine Zugehörigkeit dem Iran zu.

Namen des iranischen Territoriums

Nach den historischen Befunden, Dokumenten, mündlichen Überlieferungen sind 4 Namen für den Iran und das südliche Meer zu sehen:

1- Kešvare Jam (Jamšid) [das Lande Jam, Jamšid]
2- Mamlekate Ajam (arabische Version) [das Lande Ajam]
3- Pârs (Fârs) [Persien]
4- Iran (Irâk, Arâq mo’rab šodeye Irâk, Ilâm) [Irak, Arâq ist arabisierte Deklination von Irâk, Elam]

Es gibt unterschiedliche Meinungen, welcher Name älter und welche geographische Grenze dem zuzuschreiben ist. In den alten Geschichten und Erzählungen, die mit einigen Unklarheiten mündlich bis zum ersten Jahrtausend v. Chr. überliefert und in manchen Büchern gesammelt sind, wird berichtet: Jam, der in Avestâ Yam, und in der Pahlavi Sprache (Mittel-Persisch, mitteliranische Sprache) und Kurdisch Jamšid, Jamšir, Jam und manchmal auch Hajam genannt ist, war einer der ersten Könige und iranischen Propheten. Ihm wird in vielen Überlieferungen und „Xodâynâmehâ“ (Herrscherbriefe) die Erfindung der Kleidung, Malerei, Erfindung der Metallgewinnung, Erbauung des Bades (Garmâbe), Medizin und Heilkunde, und das Neujahrsfest (Nouruz) nachgesagt und zugeschrieben. Die Eigenschaften dieses Kaisers (Pâdešâh) haben große Ähnlichkeiten mit Noah im Koran, und manche betrachten ihn sogar als Salomon der Prophet. In der  Avestâ wird berichtet: „In der Zeit Jamšid gab es für 300 Jahre keinen Tod und keine Krankheit. Ahurâ Mazdâ verlangte (wollte) von ihm, sein Prophet auf der Erde zu sein, aber er hat sich für die Herrschaft entschieden. Eines Tages kam eine große Kälte. Er baute eine Festung (Burg) namens Jamkarât (Varjamkarat) und beherbergte die Tiere dort. Zu seiner Zeit nahm die Zahl der Tiere zu. Er besaß einen Becher (eine Schale) [Jâm], in dem/der er alle Geheimnisse der Welt sah“. In die Glaskugel zu schauen und von Geheimnissen zu erfahren wurde ab der Zeit gängig. Am Ende beanspruchte Jamšid die Göttlichkeit und war vom Wege abgekommen und Zahhâk gewann die Oberhand. Der erhabene Ferdowsi deutet:

Mani kard ân šâhe yazdânšenâs [1] [مني كرد آن شاه يزدان شناس]
Ze yazdân bepicido šod nâsepâs [2] [زيزدان بپيچيد و شد ناسپاس]

[1] Der gottgläubige König stieg seine Selbstgefälligkeit zu Kopfe

[2] Er wandte sich vom Gott ab und wurde undankbar

Somit ist vielleicht das Land Jam (kešvare Jam) der älteste Name  Irans, den die Araber der vorislamischen Zeit arabisch dekliniert hatten und dazu Ajam [عجم] sagen und die Ableitungen ajame (Nichtaraber, Perser, Iraner, Barbaren) [عجمه], ajamu (Fremdheit, Barbarei, ebenfalls Nichtaraber) [عجمو], a’jami (der arabischen Sprache nicht mächtig, Barbar) [اعجمي], al a’âjem (die Pluralform von ajam und ajame) [الاعاجم] davon kommt.

Der edle Sa’di sagt:

Conin goft šurideyi dar ajam be kasrâ ke ey vârese molke jam

[چنين گفت شوريده اي در عجم به كسرا كه اي وارث ملك جم]

Agar molk bar jam bemândiyo taxt torâ key moyyasar šodi tâjo taxt

[اگر ملك بر جم بماندي و تخت تو را كي ميسر شدي تاج و تخت]

[Anm. ©Fartâb Pârse: Erklärung zu Sa’dis Gedicht: Ein Wanderer (Derwisch) sagte dem Kasrâ (gemeint Xosrou Anuširvân), wenn deine Untertanen nicht wären, könntest du nicht deren Herr und Herrscher sein!]

Der Ruhm von Jam/Jamšid war der Grund, weshalb die muslimischen Historiker den Bau von Persepolis ihm zugeschrieben hatten und diesen Ort Taxte Jamšid nannten.

Die Werte Parvin E’tesâmi hat auch so gedichtet:

Taxte jamšid hekâyat konad ar porsi ke ce âmad be fereyduno ce šod bar jam [1]

[تخت جمشيد حكايت كند ار پرسي كه چه آمد به فريدون و چه شد بر جم]

Marâ zibad az xosrovâne ajam sare taxte kâvuso eklile jam [2]

[مرا زيبد از خسروان عجــــــــم سرتخت كاووس و اكليل جــم]

[1] Wenn du fragst, was aus dem Lande Jam und dem König Fereydun (ein König aus der ersten Dynastie Pišdâdiyân) wurde, kann Persepolis (Taxte Jamšid) dir die Antwort geben. [Anm. ©Fartâb Pârse: Hier ist die Größe und Pracht und Herrlichkeit des Persepolis gemeint.]

[2] Mich schmückt von den Königen Persiens (Xosrovân: kaiserlich, majestätisch, würdevoll) der Pfauenthron (Taxte Tâvus auch Taxte Kâvus genannt; Kâvus ist ein König der Sasaniden Dynastie, der auch Qâbus [in Arabisch] genannt wird) und die Krone (das Diadem) von Jam. [Anm. ©Fartâb Pârse: Sie meinte hier: Iran hat eine glorreiche großartige Geschichte, mit der man sich gerne identifiziert und stolz darauf sein kann.]

Geschenke und Gaben waren einer der Eigenschaften der persischen Könige.

Zur Zeit der Geburt des Islampropheten stürzte ein Teil der Mauer von Ktesiphon unter der Herrschaft von Xosrou Anuširvân der Sohn von Kobâd ein!

Die Berühmtheit des Königs Jam, einem prähistorischen König übertrifft alle andere persischen Könige, und in den mündlichen Überlieferungen wird immer wieder von seiner Pracht und Größe erzählt.

Bevor die griechischen und ägyptischen Seefahrer die Namen „Persia“ (Peršiâ) und „Polisia“ für das Iran-Plateau in Erwähnung brachten, wurde diese Region eher als das Land Jam, „Sarzamine Yam“ (das Land Yam), Aritrân, Arnâ (Ernâ), Âryânâ und Irân bezeichnet, und somit sind die Namen „das Land Jam“ und „das Land Irân“ älter als der Name „Persien“ (Pârs). Aus den griechischen und iranischen Dokumenten (Berichten, Schriften) ist zu lesen, dass drei große Volksstämme die ganzen südlichen Küsten bewohnt haben. Sie waren im Osten die Parther (Pârthâ), die Mokranen (Mokrânihâ; Mokrân ist ein Gebiet im Südosten Irans) und Kermâniyâ (heutiges Kermân Gebiet); und im Zentrum die Perser (Pârshâ); und im Westen die elamische (Ilâmihâ) und Xuzihâ (die Bewohner von Xuz, heutiges Süd-West-Provinz Xuzestân).

Aber die Perser (Pârshâ) hatten überwiegend den Nutzen vom Persischen Meer und hatten sich einen Namen in der Seefahrt gemacht, so dass ab 600 v. Chr. der Name Persien für einen großen Teil des Iran-Plateaus und später für das Ganze benutzt wurde. Die Perser waren ein arischstämmiges Volk, das in Reiten und Besitz der gut trainierten Pferde sich einen Namen gemacht hatten. Einige der Bedeutungen des Wortes „Pârs“ sind: „Reiter“, „gewandt“, „behände“, „flink“ und „tapfer“, „kühn“, „mutig“, „Held“.

Die Araber benutzen immer noch die Wörter „Fâres“ (Reiter) [فارس] und „Faras“ (Pferd) [فرس], die sie aus dem Persischen abgeleitet haben. Das Pferd und die Zypresse oder Zeder (Sarv) sind persische Symbole, die seit der Perserzeit geblieben sind, und diese beiden Symbole sind besonders in Persepolis (Taxte Jamšid) und Naqše Rostam zu sehen.

PERSISCHER GOLF (2)

12 Gedanken zu “PERSISCHER GOLF (1)

  1. Vaghean dastet dard nakone, Fartab joon. Khasteh nabashi. Das ist eine sehr wertvolle Arbeit, die Informationen sind es auch. Der A**b****e Golf hat sich nicht durchgesetzt und wird sich auch nicht durchsetzen, das käme nämlich einer Kriegserklärung gleich. Vielleicht bin ich auch nur zu optimistisch, aber das werden wir nicht zulassen, in dieser Sache sind sich die Iraner wenigstens einmal einig.

    Viele Nicht-Iraner finden unsere Reaktionen sehr übertrieben, aber sie verstehen einfach nicht, was damit zusammenhängt. Wir gehören inzwischen zu den Völkern, die nach all der religiösen Kontaminiation und den kulturellen Auslöschungsversuchen durch die historischen Invasionen, dazu genötigt sind, sich zu schützen. Es geht nicht anders … Danke, dass du hiermit (und allen anderen Mühen) deinen Beitrag dazu geleistet hast.

    • Ich danke Dir, dass Du den Artikel gelesen hast und ich gebe Dir in allen Punkten Recht! Will man eine Nation zerstören, fängt man an ihre Kultur und Zivilisation Stück für Stück zu berauben oder zu diffamieren. Ich habe noch eine erfreuliche Mitteilung, was den Persischen Golf angeht, will aber eher ausführlich darüber berichten, denn seitdem weinen die Araber am Persischen Golf Blut und ich lache ins Fäustchen deswegen! Dazu kommen wir noch.

      Was glaubst Du, was die Amerikaner und Mexikaner tun würden, wenn nun Kuba den Golf von Mexiko als den Golf von Kuba nennen würde, weil dieses Land nun mal sein Jahren kommunistisch geführt wird und als der Erzfeind der USA und Mexiko ist! Aber, sie tun es nicht, denn sogar sie haben es verstanden und gerafft, dass mit manchen Dingen nicht zu spaßen ist! Nur diese Araber sind echt porru (frech) und denken, weil sie nun mit Petrodollar fast alles kaufen können, dann können sie unsere Identität auch aufkaufen! Das werden sie mit ins Grab nehmen! Interessant ist, dass bis heute in einigen Landkarten von Saudi-Arabien ausgedrückt immer noch den Namen Bahrelfâresi oder Al-Xalijelfâresi zu sehen ist. Und da sage ich immer: “Zeki, axi!” :lol:

      Und wie sie immer so Parolen von sich geben, kann ich es auch: “Berruh, beddam, nefdik yâ Xalijelfâresi”! (Mit unserer Seele, mit unserem Blut opfern wir uns für Dich, oh Du Persischer Golf)!!

  2. Pingback: PERSISCHER GOLF (2) | Pârse & Pârse پارسه و پارسه

  3. Ich danke Euch für Eure tolle informative gut recherchierte Arbeiten und bin ganz stolz auf meine Landsleute wie Ihr,
    weiter so,…

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  5. Pingback: Die Araber und ihr Problem: Jean-Marc Ayrault | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه

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