Brzeziński: Militärisches Eingreifen destabilisiert Syrien

Zbigniew Kazimierz Brzeziński ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und gilt neben Henry Kissinger als graue Eminenz unter den US-amerikanischen Globalstrategen. Von 1977 bis 1981 war er Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter. Heute ist er Professor für US-amerikanische Außenpolitik an der School of Advanced International Studies (SAI) der Johns Hopkins University in Washington, D.C., Berater am „Zentrum für Strategische und Internationale Studien“ (CSIS) in Washington, D.C. und Verfasser von politischen Sachbüchern. Daneben betätigt er sich als Berater für mehrere große amerikanische und internationale Unternehmen.

Washington hat angeblich Gespräche mit Verbündeten über eine mögliche militärische Intervention in Syrien eröffnet, als die Außenminister der UN den syrischen Konflikt diskutierten. Eine militärische Lösung des syrischen Konflikts wäre “kontraproduktiv, voreilig und destabilisierend“, sagt der ehemalige US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński.

Nachdem die internationale Gemeinschaft , nach wie vor nicht in der Lage ist, einen Konsens darüber zu finden, was Im Fall Syrien zu tun ist, gab es Anrufe von einigen Ländern für eine militärische Intervention. Aber selbst wenn der Westen eingreift, und die USA direkt an einem Militärschlag beteiligt sind, besteht die Gefahr, dass der Konflikt sich ausweitet, und den USA mehr schadet als hilft, sagte Brzeziński, insbesondere im Hinblick auf die muslimische Wahrnehmung Amerikas. Er erinnerte seine Zuhörer an seine Bedenken über den Irak und Afghanistan Einsatz, indem er sagte, „die USA braucht zu lange“.

Allerdings haben US-amerikanische Sicherheitsberater ein militärisches Engagement der USA nicht ausgeschlossen und sagten, dass sie glauben, wenn die Nachbarn Türkei und Saudi-Arabien, zusammen mit der arabischen Gemeinschaft es unterstützen, “ein solches Vorgehen, die Lösung des syrischen Problems mit sich bringe, Washington wird es voll unterstützen”.

Und wenn ja, werden die USA genau wie in Libyen agieren: Unterstützung im Hintergrund. “Ich denke, ein Militärschlag wäre kontraproduktiv, voreilig, und wahrscheinlich sogar regional, destabilisierend”, schloss Brzeziński.

Syrien ist nicht Libyen

Brzeziński, der die militärische Invasion in Libyen von Anfang an unterstützt hatte, sagte, “dass das Szenario, das bei Gaddafi funktioniert hat, bei Assad nicht funktionieren wird, weil Syrien ist nicht Libyen und Assad ist nicht Gaddafi.”

Brzeziński hat dabei die signifikanten unterschiedlichen Bedingungen vor Ort im Auge, geographische und politische Bedingungen, aber auch die Fähigkeit Syriens Widerstand zu leisten und auch noch  andere Unterschiede. “Und alle diese Unterschiede betonen die größere Komplexität des syrischen Problems, und die Grenzen dessen, was von außen getan werden kann. Zum Beispiel gab es unter Gaddafi eine bedeutende militärische und politische Opposition, auf einem hohen Niveau, die sofort reagierte, als die gewalttätigen Unruhen ausbrachen. Und außerdem handelte es sich bei dem Gaddafi-Regime nicht um ein voll institutionalisiertes Regime, sondern um ein sehr persönliches Regime mit speziellen Abkommen mit bestimmten Wüstenstämmen, die auch dazu beigetragen haben, politische Stabilität zu erhalten. Als diese Abkommen zerbröckelten, zerbrach das ganze System “, erklärte Brzeziński, während einer Podiumsdiskussion an der Universität von Maryland.

Auf dem Plakat: “Freiheit”

“Libyens Geographie machte den Standort für den Einsatz externer Kräfte zugänglicher als im Falle von Syrien. Wesentlich waren auch die Standpunkte des Zentrums des Lebens in Libyen, die im Wesentlichen in Küstennähe liegen, so dass Seestreitkräfte und Luftstreitkräfte mit hoher Effizienz eingesetzt werden konnten”, sagte er. Abgesehen davon, sagte Brzeziński, “werden Luftschläge gegen das Assad-Regime nicht sehr effektiv sein”.

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6 Gedanken zu „Brzeziński: Militärisches Eingreifen destabilisiert Syrien

  1. ich bin ja mal gespannt wann die NATO den Bündnisfall ausruft (da die Demokratische “Friedliche” syrische Opposition selbstverständlich die Waffen nicht niederlegen dürfte).
    Zu Brzesinski schreibe ich noch mal was, falls gewünscht auch einen Artikel.

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