Die Kaaba und die Götter

Von: Dr. Nurialâ
Übersetzung: ©Fartâb Pârse

Warum bedeutet Säkularismus “die Trennung von Religion, Religionsstiftern und den dazugehörigen Konfessionen und Staat bei der Bildung und der Form einer Regierung”? Der Grund hierfür liegt bei den Religionsstiftern, die nur ihre Religion, ihren Gott und ihr Dogma akzeptieren; sie versuchen mit Gewalt und Einschüchterung alle für ihre Sache zu gewinnen; um dies zu erreichen, hecheln sie nach der Macht und Machtergreifung. Für jede dieser Gruppierungen zählt nur ihr Gott und nichts anderes; es zählt nur das Gebot ihres Gottes und der Glaube an jeden anderen Gott außer ihrem Gott ist Polytheismus, der Strafe nach sich zieht. Aber der Säkularismus hat sein Fundament auf der Basis der Akzeptanz aller Götter, Religionen und Dogmen; er lässt nicht zu, dass diese sich untereinander bekämpfen.

Um diese Aussage besser zu verstehen, lade ich Sie ein, zusammen mit mir für einige Momente an das einfache viereckige Gebäude in der Stadt Mekka zu denken, an die Zeit bevor die siegreichen Muslime an die Pforte der Stadt Mekka aus der Stadt Madinatonnabi (Medina; vor Islam hieß die Stadt Yathrib) gekommen sind und diese Pforte geöffnet haben. Bis zu dem Tag war dieser raum-ähnliche Kubus berühmt als Kaaba (in Deutsch: kubische Form), das Götzenhaus der arabischen Stämme. Jeder Stamm betete zu einem Gott (oder eine Gottheit), der in der Form eines Götzen verehrt und im zentralen Götzenhaus/Götterhaus namens Kaaba seinen Platz hatte. Jeder Mann und jeder Stamm konnte seinen Gott selbst wählen und ihn anbeten und den Gebräuchen, die dafür von Gottesmännern desselben Gottes vorgeschrieben wurden, folgen. Somit war die Kaaba Zeichen der Vielfältigkeit von Religionen, des Zusammenlebens der Religionen miteinander und der religiösen Nachsichtigkeit. Keiner stritt sich darum, welcher Gott überlegener und machtvoller war. Jedes Jahr kamen Pilger aus verschiedenen Stämmen nach Mekka, um an der “Hajj” (Hatsch) Zeremonie teilzunehmen; jeder kam mit der Absicht seinen Gott anzubeten. Die Hajj Zeremonie wurde dennoch von allen synchron und harmonisch durchführt. Sie alle machten den Rundgang um die Kaaba, versammelten sich abends und sangen Hymnen und Lieder; sie hielten “Gedichtsabende”, an denen Dichter ihre Gedichte vortrugen; Zuhörer wählten die besten dieser Gedichte aus, um sie dann für ein Jahr lang an die Wände der Kaaba zu hängen. Man nannte diese ausgewählten Gedichte “mo’allaqe” (in Deutsch: aufgehängt; hängend) [1] und “mo’allqât” (in Deutsch: aufgehängt; hängend) [2]. Die Stadt Mekka war eine friedliebende Stadt, ein Ort der Sicherheit. Bevor dieser Ort betreten wurde, wurde zum Krieg Lebewohl gesagt.

Bis zum Jahr 10 nach Hidschra [3]. Die Muslime waren ein Jahr zuvor aufgebrochen, um Mekka einzunehmen. Die Ältesten der Stadt Mekka aber hatten mit ihnen außerhalb der Stadt ein Friedensabkommen unterzeichnet und um eine einjährige Frist und Bedenkzeit zur friedlichen Übernahme der Stadt gebeten. Diese Frist war abgelaufen, die Ältesten der Stadt hatten die Tore der Stadt geöffnet; und die Muslime zogen nun mit den Rufen “la ilâha illallâh” (es gibt nur einen Gott) und “allâho akbar” in die Stadt ein. Damals war “Allah” der Name eines der Götter in der Kaaba, aber die Muslime eroberten in diesem Augenblick mit zwei antithetischen Parolen die Stadt.

Der Prophet, der zehn Jahre zuvor aus der Stadt Mekka geflüchtet und nach “Yathrib” (heutige Medina) ausgewandert war, betrat jetzt siegreich seine Geburtsstätte. Er ging sofort zur Kaaba, machte ihre Tür auf, und stürzte eigenhändig die Götzen. Sunniten und Schiiten haben jeder eine eigene Überlieferung über “das Götzenbrechen”. Schiiten behaupten, der Cousin des Propheten “Ali ebne Abitâleb” [4] sei Helfer und die rechte Hand bei diesem Akt gewesen.

Der Kerngedanke dieser Bewegung hieß für die Muslime “touhid”. Touhid wird in der Sprache der Soziologie als “Monotheismus / nur ein Gott” übersetzt, damit dieses Wort seine religiöse Bedeutung verliert, um dann als ein Phänomen zwecks wissenschaftlicher Nachforschung erklärt zu werden. Aus dieser Sicht betrachtet, ist die Vorstellung, bei der Abraham anderen Götzen stürzte, um “Jehova / Jahwe” anstelle ihrer zu ersetzen, und dann die Übertragung dieses Szenarios auf die islamischen Überlieferungen, in denen Mohammad auch die Götzen stürzte und “Allah” anstelle ihrer ersetzte, die beste Szene, in der die Epoche des “Polytheismus” zu Ende ging und der Beginn der Ära des “Monotheismus” verkündet wurde. Diese Geschichte beschränkt sich aber nicht nur auf Araber und andere semitische Stämme. Zweitausend Jahre vor ihnen brachte Zartošte Pârsi (Zarathustra) auch die arische Götterhierarchie durcheinander (- die drei “Ahurâ” und eine große Anzahl an “Izadân”); er wählte zwischen drei Ahurâ nur “Mazdâ” und bezeichnete alle anderen Ahurâ und Izadân als die Helfer, Stellvertretende und Ausführende Gottes [5]. Hier muss ich aber sagen: in der Gottesanschauung Zarathustras wurde kein Gott und keine Gottheit elisiert, nur ihre Rollen wurden geändert, aber die Zusammenarbeit und die Harmonie untereinander blieben so, wie sie waren, im Gegensatz zu Jehova / Jahwe und Allah, die keine anderen neben sich duldeten und dulden.

Wenn wir auf eben solche ähnlichen Prozesse in verschiedenen Epochen der Geschichte mit verschiedenen geographischen Orten stoßen, wird uns klar, dass ein gesellschaftliches Geschehen mit seinen Gesetzen im Gange war, in einem bestimmten Moment der geschichtlichen Existenz einer Gesellschaft das Noema des “Polytheismus” in den “Monotheismus” umzuwandeln. D. h., diese gesellschaftliche Umwandlung von Polytheismus, (der allerdings zwischen manchen Völkern noch seinen Platz besitzt) in den Monotheismus ist ein Zeichen der gesellschaftlichen Evolution, in deren Verlauf westentliche Teile der  Menschheit nach ihrer Erkenntnis über die ganze Schöpfungsgeschichte vom Polytheismus zum Monotheismus übergetreten sind; genauso, wie sie die Jägerepoche, Agrarepoche und dann die Industrieepoche erreicht hatten.

In Wahrheit und aus der Sicht der Soziologie setellt sich die Frage, warum der Mensch – besonders seit dem fünften Jahrtausend bis heute aber mit zeitlichen und räumlichen Unterschieden – sich mit dem “Monotheismus-Gedanken” beschäftigte und versuchte, seine Vorstellung über “die Herrlichkeit des nur einen Gottes” in die Vorstellung “eines Götzenhauses / Götterhauses” – in dem die Natur- Elemente und Kräfte, die Wurzel seines Stammes und andere Dinge, die als verschiedene Gottheiten erscheinen – zu ersetzen versucht. Ein sehr interessantes und anziehendes Thema, das wiederum von einer Reihe der bestimmten geschichtlichen Ereignisse berichtet, dessen Wesen nur mit der Verwendung gut trainierter Phantasie der Forscher und dem inbrünstigen Verlangen nach Entdeckung der Natur- und Geschichtsgeheimnisse erforscht werden kann.

“Das Befürworten der Mehrgötterexistenz” war eine primitive Methode für den archaischen Menschen, um die Schöpfung und ihre andauernde Änderung zu erklären; er schrieb seine eigenen Eigenschaften den Naturelementen zu, erweckte sie nach seiner Vorstellung zum Leben, um sie und ihre Wirkungen auf ihn besser zu verstehen und zu interpretieren. Als er dann die Naturelemente als Götter mit all seinen negativen und positiven Eigenschaften sah, die menschliches Verhalten aufwiesen, war er dann in der Lage sich mit ihnen zu unterhalten, zu sprechen und zu handeln. Um ihnen wohlgesinnt zu sein, brachte er ihnen sogar seine eigene Frau und Kind als Opfer dar [6], er fing an zu ihnen zu beten, erfand Gebete, um das Herz dieser Götter zu erobern, wurde einfallsreich und erfand Berufe wie Hexer und Wahrsager und Religionsmänner, die Gebete und Formeln zur Abwehr des bösen Blicks und der Krankheiten schrieben.

Aber was geschah denn, dass zwischen so vielen Göttern, die jedes Volk für sich erdacht hatte, plötzlich der Gott eigenwillig und ungehorsam sich von allen anderen abhob und alles für sich allein beanspruchte?

In Wahrheit, wenn die Evolution des Polytheismus zum Monotheismus eine beobachtende Evolution – und mit anderen Worten eine “wissenschaftliche” – wäre, dann wäre es auch eine Notwendigkeit, bei allen Weltanschauungs- und Glaubensverläufen der Menschheit im Bezug auf ihre Götter eine grundlegende Veränderung zu zuzulassen. Aber dies geschah nicht und dieser “Einzelgott” nahm die Gestalt eines unheimlich starken und allmächtigen Gottes ein, der zu Anbeginn der Zeit das Universum und alle in ihnen, samt Menschen (, ja sogar Halbgötter, heilige Geister und Engeln) erschuf und alle waren seinen Willen unterworfen. Dennoch unterschieden seine Merkmale und Eigenschaften sich nicht von denen der ehemaligen Götter. Er besaß auch die Merkmale und Eigenschaften eines Menschen. Mal war er wütend auf den Himmel und die Erde, auf Lebende und nicht Lebende, mal war er liebenswürdig zu allen. Mal zerstörte er eine Stadt, mal war er glücklich und zufrieden für ein bisschen Beknien, Beten, Gelübde und Ersuchen. Mal befahl er Abraham, seinen Sohn Ismail für ihn zu opfern, mal schickte er aus dem Paradies, im letzten Moment ein Lämmchen als Zeichen der Treue Abrahams’  ihm gegenüber für bedingungslosen Gehorsam und Ergebenheit. Somit ist dieser “Eingott” wie ein Mensch nur nach größeren Maßstäben, der die Bedingungslosigkeit seiner Untertanen liebt; er liebt alle seine Sklaven; er liebt es vergöttert zu werden, er will sein Geschöpf, die Menschen immer erniedrigt und unterwürfig sehen; er schlachtet, und köpft die Ungehorsamen.

Nun könnte man sich fragen, ob es ein Zufall in der fortlaufenden Geschichte ist, dass die Monotheismusepoche sich nach der politischen Form in einer gesellschaftlichen Evolution gebildet hatte? Sind die Entstehungen der Bourgeoisie, die Ausdehnung der Gesellschaften, die Anhäufung der Reichtümer und das Einstellen einer Masse, die statt produktiver Aktivitäten ihre Dienste den mächtigen Machthabern anbieten, nicht dafür verantwortlich, dass einerseits der Weg zur Entstehung der organisierten Organe führt, die im Namen der Regierung alles unterdrückt und niederschlägt – andererseits übertragen sie das Bild und die Vorstellung dieses ganzen Apparats auf den Himmel?

Wenn wir diesen erstaunlichen Aspekt näher betrachten, sehen wir, dass zu Beginn der menschlichen Zivilisation, die Mehrgötterexistenz das Zeichen der nicht zentralisierter Macht und der Vielfältigkeit der Menschen war. Jedes Dorf hatte seinen beschützenden Gott, jedes Haus seinen beschützenden Geist und jeder Mensch seinen eigenen Schutzengel. Jeder genoss die Freiheit den Gott zu ehren den er wollte, und seine Weltanschauung war eine vielfältige und sehr bunte Vorstellung.

Rufen wir uns ins Gedächtnis, dass die alten Griechen sich “Pantheon” (Göttertempel) in der Gestalt der Götterskulpturen aus Stein vorgestellt hatten, und die Spiegelung dieser Vorstellungen brachte ihnen eine Art aristokratische Demokratie, d. h., der Aufbau der Politik in ihrer Gesellschaft bildete sich nach dem Aufbau ihres Pantheons. Die alten Perser handelten genauso bis zum Ende der Epoche von Kuroš (Kyros) des Achämeniden. Die Gesellschaft hatte keine “Staatsreligion” und “Ein-Gott”; und die höchste Eigenschaft, die das bunte Zusammenleben ermöglichte, war die “Nachsichtigkeit” und die Akzeptanz, jeder kann seine Ideologie, Gebräuche und seinen Gott haben und anbeten, alles in einem miteinander und in Harmonie leben.

Eigentlich war es kein Zufall, dass der Despotismus dann die Oberhand gewann, und der Monotheismus gleichzeitig an der Tagesordnung war, und dort wo die Harmonie und das Zusammenleben herrschten, fand man eine frühere Art der Demokratie vor, und diese war dann vom Polytheismus gekennzeichnet. Aber kann jenseits des Regierens mit Gewalt- und Alleinherrschaft an die ungehinderte Existenz eines “Ein-Gottes” geglaubt werden? Was hat es zu bedeuten, wenn Muslime immer noch nach 1500 Jahren den Götterstürzer aus der  Kaaba und die Verkündung, es gebe keine “Gottheit” (Elâh) außer “Allâh”, jeden Tag unzählige Male sagen oder rufen “allâho akbar” (Allah ist Größer)? Bestätigt diese Parole nicht selbst, dass es andere “Gottheiten” (Âleha) gibt, die der islamische Monotheismus immer noch nicht geschafft hat – wie die Götzen in der Kaaba – zu stürzen?

Ich will damit sagen, dass meiner Meinung nach die Bewegung vom Polytheismus zum Monotheismus ein politischer Aspekt ist, der den politischen Aufbau in einer Gesellschaft kontrolliert, sonst waren menschliche Gesellschaften immer an “Mehrgöttern” orientiert. Die Behauptung, die Götter von Moses, Jesus, Mohammad und Zarathustra wären derselbe und eine Gott, ist eher Schönträumerei, und wird nur verwendet, um “andere” zu verschlingen und auszurotten, weil allein unter unserem Dach (in Iran) die Juden ihren Gott, Christen, Bahâyi Anhänger, Muslime, Zoroastrier und andere ihre Götter anbeten. Die Götter ähneln sich einander überhaupt nicht; ihre Forderungen ihren Anbetern gegenüber sind anders, sogar die Gebete und Gebräuche der Gebetsanrichtungen.

Und auf der politischen Ebene betrachtet, sehen wir das Prinzip des “nur einen Führers”, das wiederum die Spiegelung des Monotheismus (nur ein Gott) ist; der Gott der schiitischen Iraner ist “Allah”, dessen Namen auf der Flagge des Landes geschrieben ist und sein Stellvertreter ist “valiye faqih” (der oberste religiöse Führer), der im Namen seines Gottes sunnitische Moscheen und den Bahâyi Friedhof zerstört, er lässt das Kuroš Mausoleum vom Wasser befallen [7]; und mit anderen Worten, ist er auf der politischen Ebene dabei Götzen zu vernichten, zu stürzen.

In der fernen Vergangenheit waren die Kriege der Völker gegeneinander auch die Kriege ihrer Gottheiten gegeneinander. Die Babylonier brachten die Götter der besiegten Völker in ihren Tempel und ihr Gott hatte die Macht und Kontrolle über die besiegten Götter. Aus diesem Grund wurde Kuroš der Achämenide (Kuroše Haxâmaneši) zwischen den Völkern und Stämmen verehrt und respektiert, denn er befreite die gefangenen Gottheiten / Götter und ließ sie mit ihren Anbetern und Anhängern frei, um in ihre Heimat zurückzukehren. Er war derjenige, dessen Erlass verbot, keine Gottheit habe der Gottheit anderer Völker gegenüber eine höhere Stellung; aus eben diesen Erlass entstand die erste Menschenrechtsdeklaration.

Mit der Betrachtung des Geschichtsverlaufs sehen wir, dass das Gesetz, das für jeden (und nicht für bestimmte Menschen) erlassen war, Mehrgottheiten, Mehrreligionen und Glauben akzeptierte, in der Tat gab es die Vielfältigkeit einer bunten Gesellschaft. Aus dem Grund verabscheuen “der Ein-Gott” und “der Despot” beide, die Idee “Menschenrechte”, und verdammen sie als eine Art Austretung aus dem Reich des Gottes oder der politischen Vorliebe eines Despoten. Wer neben einem Gott noch an einen anderen Mitstreiter glaubt, ist “kâfar” (Heide; Ketzer); und wer auf der Suche nach einer anderen Persönlichkeit als “sein heiliger Führer” (maqâme mo’azzame rahbari) ist, wird unter dem Verbrechen “die Missachtung des Führers” verhaftet und landet im Evin [8] Gefängnis.

Nun, wenn wir es vertiefen, merken wir, dass die Parole aller Despoten der Geschichte “la ilâha illallâh” ist, nur dass jeder Despot seinen eigenen für ihn bestimmten “Allah” hat, so weit dass er mit dieser Bezeichnung auch als “der Proletarier” oder “die überlegene und reine arische Rasse” erscheinen und allen über eine Art “Vielgötterei” (šerk) belehren will.

Das Wort “šerk” hat seine Wurzel im Wort “šerka” (Teilnahme; Beteiligung; Zusammenarbeit) [9]; in diesem Wort versteckt sich das Zusammenleben in einer Gesellschaft in Harmonie; und aus dem Grund mögen die Eingottgläubigen diesen Begriff nicht und der Glaube daran wird verdammt, als harâm (verboten) abgestempelt; und derjenige, der daran glaubt, wird nach “hadd” (Scharia Strafe) gerichtet oder geköpft.

Wir können das Resultat sehen, wie in der Geschichte der Völker, abhängig davon, wo sie sich im Wandelungsprozess befanden, Propheten erschienen, um die Demokratie und Harmonie zu stürzen, und den Weg zum Absolutismus und der Unterwerfung zu ebnen. Sie hatten den Begriff “Eingott” als etwas wunderbar Wertvolles so im Bewusstsein der Menschen injiziert, dass wir heute sehr viele erachteten Denker haben, die ja so stolz darauf sind und sich damit brüsten, „Iraner wären die ersten Monotheisten der Geschichte und der Monotheismus habe seine Wurzel im Iran“!

Hier lässt sich aber die Frage stellen: Ist der Verlauf der Wandlung vom Polytheismus zum Monotheismus in der Menschheitsgeschichte schon gestoppt und wird er in keine neue Phase eintreten? Auf der Basis der Vernunft würde die Antwort nein lauten. Das Universum wurde mit dem Gesetz der Veränderung und Verwandlung ausgestattet, nichts wird unberührt sein, und auf Dauer so bleiben, wie es ist. Aufgrund dessen wird der permanente Aufenthalt des Monotheismus in einer Gesellschaft auch nicht fortdauern. Aus dieser Sicht gesehen würde jede neue Bewegung in einem monotheistischen Glauben in der Wahrheit eine Art Widerstand gegen die Vorstellung von nur “einem Gott” sein; und somit würde die Art Bewegung auf das Schlimmste von den Religionsstiftern unterdrückt und bestraft werden.

Mazdak [10] und Mâni [11] hatten beide neue “Vorstellungen” von Eingott Ahurâ Mazdâ und wurden entsprechend auch bestraft. Jesus wagte den tyrannischen und unbarmherzigen Jehova / Jahwe herauszufordern; die schiitischen Iraner der Sekte Esmâ’iliye (Ismailiten) [12] und Karmaten Anhänger [13] – die bis zu den arabisierten Safawiden als Schiiten in Iran bezeichnet wurden und erst durch den Zwang der Safawiden, die Iraner zum Schiismus der 12 Imame gezwungen hatten – setzen Gott deren Imame gleich und er hat denselben Wert wie sie; und damit sind sie auch Polytheisten, wie sie selbst glauben: „Wir bezeichnen den Imam Ali nicht als Gott; aber er ist auch nicht weniger Wert und heilig als der Gott selbst“.

Die iranischen Philosophen zogen dann aus dem Wort “touhid” (Glauben an einen einzigen Gott; Monotheismus) das Wort “vahdat” (Einheit; Einigkeit) und dann den Begriff “vahdate vojud” (Pantheismus) heraus, um diese Begriffe so zu verwenden, die ihre Art Verstand vom Monotheismus erklären ließen. Mit anderen Worten, sie ignorierten die Wörter “touhid” und “vahdat”, die das gemeine Volk aus der Parole “la ilâha illallâh” verstand. Diese Philosophen und Sufis verabschiedeten sich komplett von dem alten Gebrauch dieser Begriffe. Moulânâ verteidigte den großen Philosophen Mansur Hallâj, der sagte: „Allâho fi jobbati“ (der Gott ist in meiner Tracht) [14] und dichtete ihm zu Ehren das Gedicht, in dem er über die Begegnung von Moses mit Gott in Gestalt eines Busches dichtete; der Moses sagte, er wäre Gott und schrieb: „Ravâ bâšad analhaqq az deraxti, cerâ nabvad ravâ az nikbaxti?“ (Warum erlaubt sich ein Busch / Bäumchen zu sagen, er sei der Gott persönlich, ist es aber ein Verbot, wenn eine gute Seele sagt, er sei auch der Gott?). Aus dem Grund betrachten sie die Religionsstifter Moulânâ und seinesgleichen eher als Ketzer und Heiden, dessen Bücher nicht würdig genug sind, um mit der Hand angefasst zu werden, eher mit einer Zange, sich ja nicht daran schmutzig zu machen! [15]

Der Unterschied zwischen der Thora und der Bibel liegt eben darin, dass es in der Thora nur einen Gott gibt, was in der Bibel “drei Einigkeiten” heißt. Der trockene und barsche Ton des Korans berichtet uns über einen Gott, der Vernichtender als alle Vernichtenden, der Listiger als alle Listigen und der mehr Rächer als alle anderen  Rächer [16] ist, der jeden Handel und jede Tat der Menschen mit kleinsten Messeinheiten misst; er verteilt Lob, bestraft aber auf das Schlimmste und dazu noch akzeptiert und duldet er keinen anderen Gott neben sich. Das spiegelt sich wiederum im politischen Aufbau der muslimischen Länder wieder.

Warum sind die Inder mehr als wir nachsichtig und vielfältig? Weil sie es akzeptiert haben, dass jeder seinen eigenen Gott anbeten kann. Haben etwa unsere Philosophen und Sufis nicht “eine Überlieferung” (Hadis) erfunden/verfälscht, dass „alle Wege zu Gott unzählig und gleich der Anzahl der Menschen auf der Erde seien“? Ist dieser Satz kein Zeichen des Polytheismus (šerk) und dem Monotheismus gegenüber frevelhaft und ketzerisch? Warum sagt Moses von Moulânâ zum Hirten: „Halte dich nicht an die Regel und rede so mit Gott, wie du es möchtest“ (hic âdâbo tartibi majuy, harce mixâhad dele tangat beguy? [17] Könnte es eine raffinierte Art von Moulânâ gewesen sein, um eine Brücke zwischen dem engen und kargen Monotheismus zum bunten Polytheismus zu bauen?

Mit all diesen “Gotteslästerungen” wollte ich nun sagen, dass mit den soziologischen und politologischen Maßstäben die Schwingung von Monotheismus zum Polytheismus die Schwingung von einer despotischen Regierung zu einer liberal-demokratischen (und sogar föderalen) Regierung ist; und am Ende dieses Prozesses wurde die Menschenrechtsdeklaration ins Leben gerufen, die der Menschheit die Religions- und Glaubensfreiheit brachte, und damit wurden alle Götter der Menschheit akzeptiert; sie eröffnete dieses Mal in einer größeren Form Götzenhäuser, die von monotheistischen Religionen geschlossen und zerstört wurden.

Aber solange eine Gesellschaft, beherrscht von Religionsstiftern ist, die jedem die Meinungs- und Glaubensfreiheit verbietet, unterdrückt wird, würde diese Richtigkeit nicht erreicht werden; aufgrund dessen ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen der Säkularismus, in dessen Schatten dann alle genannten Paragraphen der Menschenrechtsdeklaration funktionieren könnten. Nur der Säkularismus versichert die Meinungs- und Glaubensfreiheit; er lässt nicht zu, dass die Anhänger einer Glaubensrichtung Menschen belästigen und entwürdigen, weil diese keinen Glauben an einen Gott oder ihren Gott haben. Wie ein Dichter mal sagte: „behešt ânjâst ke âzâri nabâšad, kasi râ bâ kasi kâri nabâšad“ (Das Paradies ist dort, wo keiner dem anderen Schaden zufügt, dort wo jeder sich wohlfühlt).

Anmerkungen von Fartâb Pârse:

[1] “Muallaka” ist die Bezeichnung für die sieben vorislamischen arabischen Versdichtungen, die an den Wänden der Kaaba hingen.
[2] Wie die Anm. [1]
[3] Nach Duden: Hedschra ist das Jahr, an dem Mohammad von Mekka nach Medina geflüchtet war. Es geschah im Jahr 622 n. Chr.
[4] Der erste Imam der Schiiten nach Prophet Mohammad; die Sunniten dagegen haben das Kalifat nach Mohammad, und nach dem Kalifat ist Ali, der erste Imam (Führer) der Schiiten, der vierte Kalif nach Abu Bakr, Omar, Osman.
[5] Ahurâ: Der absolute Schöpfer, der alles erschuf. Izadân: Izad in Singular bedeutet: anbeten; verherrlichen. Izadân ist die Pluralform. Nach Zarathustra hatte Ahurâ Mazdâ (in Deutsch Mazdâ der Allschöpfer) bei der Schöpfung Mithelfer, die Amšâspandân (heilige Unsterbliche) hießen. Es sind mit Ahurâ Mazdâ eingerechnet 7 an der Zahl.
[6] Hier ist die Rede von Abraham gemeint.
[7] Unter dem Vorwand einen neuen Damm bauen zu lassen.
[8] Das Evin Gefängnis liegt am nördlichen Stadtrand von Tehrân. Das Gefängnis ist bekannt für seinen Ruf politische Häftlinge in sich zu beherbergen, darunter aber auch Häftlinge, die aus konventionellen Gründen inhaftiert sind, allerdings sind sie in einem anderen Teil des Gebäudes untergebracht. Hinrichtungen und Steinigungen finden auch hier statt.
[9] Im Persisch wird das Wort “šerkat” geschrieben. Šerk (Teilhaberschaft) wird aber auch im Islam als “Vielgötterei / Polytheismus” verwendet.
[10] Mazdak der Sohn von Bâmdâd lebte im 5. Jahrhundert n. Chr. und war ein Anhänger des Manichäismus.
[11] Mâni lebte im 3. Jahrhundert n. Chr. und war der Gründer des Manichäismus.
[12] Ismailiten sind eine Glaubensgemeinschaft, die die sogenannten Siebener-Schiiten bilden. Sie glauben, dass das Imamat mit dem Tod von Ismail dem älteren Sohn des sechsten Imam Ja’far Sâdeq zu Ende ging, und ab da akzeptierten sie nicht mehr die Ernennung des jüngeren Bruders Kâzem als der Nachfolge von Ja’far Sâdeq. Diese Sekte wurde im Jahre 765 n. Chr. gegründet.
[13] Karmaten oder auch Qaramitah / Qarmaten genannt ist eine schiitische Gruppierung, die abgeleitet von Ismailiten ist.
[14] Mansur Hallâj (Mansur Halladsch) einer der größten Philosophen des 10. Jh. n. Ch. in Iran. Er glaubte an die Auflösung des Ichs in Gott, durch die Erkenntnis, Gott sei überall und in allem zu sehen. Sein ketzerischer Satz: „analhaqq“ (ich bin Gott) etwa: Ich bin die absolute Wahrheit, und seine Gedanken wurden ihm zu Verhängnis, so dass er deswegen öffentlich erhängt wurde. Laut Überlieferungen hatte er bis zum letzten Moment nicht aufgehört zu sagen “analhaqq”. Nach seinem Tod am Galgen wurde seine Leiche verbrannt, denn die Angst vor seinen wahren Worten war zu groß.
[15] Diese werden nicht tatsächlich das Buch mit einer Zange nehmen, die Art und Weise, wie sie Moulânâ behandeln und versuchen seine Gedichte für sich zu interpretieren, ja sogar die verbale Attacken. Das ist eher eine Metapher.
[16] Laut islamischem Glauben besitzt Allah 100 Namen, darunter “qâsemol jabbârin”, “al-makkâr”, “al-montaqem”.
[17] Eines der schönsten Gedichte vom erhabenen Xodâygâne Balxi [Moulânâ], in dem  Moses die Unterhaltung von einem Hirten mit Gott auf seine einfachste Art und Weise belauscht hatte, ihn dann aber wegen der Verniedlichung Gottes tadelte. Der Hirte war entsetzt und flüchtete dann in die Wüste und schämte sich für die Art Unterhaltung mit Gott. Gott wurde zornig und sprach zu Moses, er habe kein Recht dazu zu bestimmen, wie seine Untertanen mit ihm sprechen und ihre Gebete verrichten. Darauf bat Moses um Verzeihung, Gott aber sagte zu ihm, er müsse die Verzeihung beim Hirten suchen. Moses machte sich dann auf den Weg und fand den Hirten völlig gebrochen und sagte ihm dann die Worte zur Besänftigung.

47 Gedanken zu “Die Kaaba und die Götter

  1. Die Kaaba – eine ehemals christliche Kirche ?

    Unter dem Vorhang verbirgt sich jedoch das Mauerwerk einer
    christlichen Kirche mit zugemauerten Türen und Fenstern.
    Ebenfalls noch vorhanden , jedoch im Bild selten gezeigt,
    die Fundamente der ehemals runden Apsis.
    Zur Zeit Modammeds war der größte Teil der arabischen Halbinsel
    christlichen Glaubens, gebetet wurde in Richtung Jerusalem, in
    diese Richtung war auch die ehemalige Kirche ausgerichtet.

    http://www.pi-news.net/wp/uploads/2008/05/kaaba_eine-kirche.pdf

    • Die Kaaba ist viel älter und die Erbauer sind bis heute unbekannt, denn die Saudis lassen niemanden da rein! Und es hat auch nie als eine Kirche gedient und es tut mir leid, ich weiß nicht, woher diese Leute gerne ihre Infos bringen. Die Christen haben schon ihre Kirchen gehabt! Juden und Christen betrachteten Jerusalem als einen heiligen Ort, aber nur die Muslims beteten am Anfang gen Jerusalem. Auch wenn die Christen gerne die Kaaba als eine Kirche sehen wollen, geht es nicht! Sorry!!!

      • Tja aber wenn man sich die Maße und vor allen Dingen mit der Ausrichtung der Kaaba auseinandersetzt hat die These von der christlichen Kirche schon einen harten Kern den man mal nicht eben einfach so beiseite wischen kann ;-)

        Übrigens sind auch die ältesten Kirchen in Europa auf Jerusalem ausgerichtet, die Christen haben schon immer Richtung Osten gebetet.

        • Alles schön und gut, aber bei allem Respekt, das Gebäude von Kaaba wurde vor ein paar tausenden von Jahren errichtet und die Erbauer hatten einen anderen Zweck dafür und die waren irgendwann verschwunden und die Araber und Semiten fand es. Dann haben die Semiten erklärt, dass dieses Haus von Abram (Abraham) restauriert wurde und es diente sogar zur Zeit von Abram als ein Götzenhaus! Und bitte! Nie war es eine Kirche! Derjenige, der diesen Artikel geschrieben hatte, hatte leider keinen Zugang zu den alten arabischen Quellen! Das ist das Problem des Europäers, wenn er schreiben will, aber begrenzte Quellen hat!!!! Alle diese ältesten Kirchen und Kathedrale, die wir auf der ganzen Welt kennen, liegen auf den Meridianlinien der Erde, wo alle zusammen verbunden waren und sind und diese Orte haben starke magnetische Energien und damals waren sie irgendwelche Paläste, Tempel und Gebäude wie auch Stonehenge und nach der Christianisierung wurden alle zur Kirchen und Kathedralen und Äbte und was weiß ich genannt und später haben die Araber im Zuge ihrer Islamisierung auch dasselbe getan.

          • Ok, Du hast da einen weitergehenden Ansatz, das verstehe ich.
            Für vollkommenen Blödsinn halte ich allerdings die These dass sich der Stammvater Abraham dort aufgehalten hätte. Das ist klassische islamische Legendenbildung.

            • Nicht unbedingt islamisch, denn der Islam hat es von dem Judentum und die Juden wissen es um ihren berühmten Abram doch besser! Er hat sich auch eine Zeit lang da aufgehalten, und er war ein Bildhauer, der Götzen anfertigte in der Stadt Ur!

            • Ur liegt bzw lag nach jüdischer Tradition nicht einmal in der Gegend von Mekka…

              Eine kleine Anmerkung hätte ich noch zum Text: Avraham sollte nicht Ismael, sondern Itzchak (Isaac) opfern. Das würde ich als “klassische islamische Legendenbildung” ansehen.

            • Ah Yocheved, der Himmel schickte Dich und dafür bin ich dankbar. Also, dann hat hier der Besuch von Avraham in der Gegend von Mekka nicht stattgefunden, dass er jemals auf die Idee gekommen sein sollte, die Kabaa restauriert zu haben! Richtig? Da, wo ich Dich als beste Quelle habe, kannst Du uns bitte mit Deinen Antworten erleuchten, falls ich hier falsche Infos. gegeben hab, bitte auch korrigieren.

              Und das zu Itzchak hast Du auch Recht, denn die Araber wollten unbedingt diese Ehre Schamoil zuschreiben und dann deren Prophet sollte auch von Schamoil abstammen!!!! So verfälscht man die Geschichte und die Tatsachen!!

              Aber schön Dich zu lesen.

            • Genau, Du hast vollkommen Recht. Wie gesagt, ich kenne nur die jüdische Tradition, und laut derer liegt Ur um einiges weiter nördlich. Mit der Kaaba hat Avraham demnach auch nichts zu tun. Ich denke, das wurde, so wie bei der Vertauschung von Itzchak und Ismael, gemacht um dem Islam mehr Legitimation oder Bedeutung zu verschaffen. Es gibt ja sehr viele Beispiele von -ich nenne es boesartigerweise mal- “Kulturdiebstahl” seitens der Muslime…

              Es ist auch sehr schön, mal wieder auf Eurer Seite unterwegs zu sein!!

            • Danke, dass Du mal bei uns vorbei schaust. In der Tat kannst Du ruhig von einem “Kulturraub” sprechen, denn das haben wir Iraner schon seit 1400 Jahren und für ihre Legitimation, wie Du schon erwähnt hast, musste Mohammad am Anfang sehr viel aus dem Judentum, Christentum und später auch Zarathustrismus nehmen! Wir werden darüber berichten, wie der Mohammad am Anfang den Juden in Yathrib schmeichelte und als er sah, dass diese ihn nicht ernst nehmen und nichts neues in seiner Botschaft sehen, musste er auch eine Zeit lang mit Christen versuchen. An dieser Religion und deren Buch wurde derart gebastelt und zurecht gebogen, dass da keine Rede mehr von einem wahren Gott und seinen Worten sein kann!

            • Ich habe zu danken und zwar für diesen wunderbaren Blog. :-)
              Es ist einfach grausam, wie seit der islamischen expansion versucht wird, die großartige iranische Kultur zu verbiegen, wenn nicht gar zu zerstören. Immer wieder wird versucht, Dinge mit Muhammad zu verbinden und sie so zu entfremden, damit sie als “islamisch” angesehen werden. Auch hier in Israel machen die Muslime das, beispielsweise mit der Westmauer, mit der Machpelah in Hevron und mit so vielen anderen Orten. Was ich so erschreckend finde, ist das westliche Medien das oft ungefragt übernehmen und dem ganzen somit eine nicht verdiente Legitimation erlauben.
              Ich bin schon sehr auf Euren Artikel über die Juden gespannt!

  2. Soweit ich weiß, machte Muhammad Jerusalem zur gebetsrichtung um den Islam unter anderem für die jüdischen Stämme attraktiv zu machen und als diese den Islam nicht annehmen wollten, änderte er die Richtung nach Mekka. Ist das korrekt?

    Ich find den Artikel sehr interessant, auch wenn ich mit einigen Aspekten nicht übereinstimme. Danke für die Übersetzung! :-)

    • Peilung aufnehmen, Richtung Jerusalem!
      Das ist Orientierung finden, wenn man mitten im Durcheinander lebt.
      Das ist hoffen, wenn man in der Ferne ist.
      Es ist etwas sehr schönes.

      Es ist aber kein Produkt von Mohammed.

      Schon Salomo sah diese Möglichkeit in Weiser Voraussicht und machte sich damit bezüglich entscheidender Herzensangelegenheiten zu einem Mitbeter für alle die nach ihm kommen sollten (1. Könige 8,46-49):

      “Wenn sie … sprechen: Wir haben gesündigt …, und bekehren sich … in ihrer Feinde Land, … und beten zu dir nach ihrem Lande hin, … nach der Stadt hin, … und nach dem Hause (dem Tempel), … so wollest du ihr Gebet und Flehen hören im Himmel, vom Sitz deiner Wohnung, …”

  3. Eine interessante Abhandlung des Themas Säkularisation in Wechselwirkung mit Polytheismus und Monotheismus. Allerdings hat der Autor sich zu sehr, aber verständlicherweise vornehmlichst mit dem Islam auseinandergesetzt, was insbesondere den Iran betreffend nur zu verständlich ist.

    Abraham sollte Isaak opfern, was Gott verhindert hat. Die vordergründigste Erklärung ist die Prüfungssituation Abrahams. Gott handelt aber in der Regel nicht nur vordergründig offensichtlich. Damals waren wie der Autor schrieb, in polytheistischen Zeiten Menschenopfer gängig. Theologen haben daraus gefolgert, dass der Gott Israels mit dieser Unsitte durch diese Handlung nach außen hin seinem Volk eindringlich zeigen wollte, dass Gott kein Menschenopfer will. Ich denke, dass gerade diese Episode durchaus äußerst positive göttliche Initialzündung gehabt hat. Menschenopfer waren in aller Welt, selbst wohl bei den Mayas weit verbreitet. Ich denke, dass gerade dieser alttestamentarische Bericht sehr viel Leid verhindert hat. Letztlich aber hat der Autor recht, wenn er den alttestamentarischen Gott sowie den islamischen Gott durch das durch Menschen gemachte Gottesbild der missbrauchten Allmacht in Ausgrenzung anderer Götter in Bezug setzt zur Diktatur.

    Den soziologischen Aspekt hat der Autor recht gut ins Verhältnis zum Polytheismus und MOnotheismus gesetzt und verständlich erklärt. Da er jedoch sich vornehmlich auf den Islam konzentriert hat, wo diese FEststellungen auch zutreffen, gerät der Vergleich doch etwas ins Wanken, wenn das Judentum und das Christentum als ebenfalls monotheistische Religionen in dieses Schema passen sollten. Leider hat der Autor übersehen, dass der Monotheismus sich sowohl im Judentum als auch im Christentum evolutionär entwickelt hat. Durch ständige Hinterfragung des Gottesbildes, welches gerade auch im Judentum tradionsreich war und im Christentum insbesondere durch Jesus, der so gar nicht in das Machtschema des Autors in Bezug auf Monotheismus passen will, hat der Monotheismus dazugelernt. Erst durch Jesus Christus ist das Gottesbild des allmächtigen Gottes zurechtgerückt. War im frühen AT Gott noch in erster Linie sowohl ein Liebesgott als auch eine STrafgott, ein strenger Richter aller Sünder, so war bei Jesus kein Ding für Gott unmöglich. Er rückte die liebende Vollkommenheit Gottes in den Vordergrund des Charakters Gottes. Die Kirchen haben diesen Aspekt lange nicht verstanden oder wollten es nicht verstehen aus Machterhaltungsgründen. Die Kirche ist das beste Anschauungsobjekt, wie schädlich es sein kann, dass Religion und Staat in einer Hand die Macht übernehmen. Während der Islam in seinen Grundstrukturen politische Gesellschaftsform und Religion in sich vereint, sagt Jesus, dass dem kaiser gegeben werden soll, was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Ein Wort, dass auf Trennung von Relgion und Politik hindeutet.
    Nun ist aber gerade Europa, welches ja das Christentum lange Zeit beherbergt hat, zumindest hier im “Abendland” inspiriert durch die griechische Pholosophie, die ihre Ursprünge ja auch aus dem persischen Raum, wie ich hier lernte, entnommen hat, nach langem Hin und Her demokratisch geworden. Und diese Demokratie. Hier wurde die Sklaverei zuerst abgeschafft, während sie im arabischen Raum so richtig erblühte und Jahrhunderte länger anhielt. Ich denke, dass in Europa sich ja auch im Christentum im Gegensatz zum Islam die Wissenschaften haben entwicklen dürfen bis auf einige Rückschläge, durch die Kirche inszeniert, wobei ich zu deren Ehrenrettung sagen muss, dass gerade in Klöstern Wissenschaft betrieben wurde.

    Warum sind die Inder mehr als wir nachsichtig und vielfältig?
    Sind sie das wirklich? Wenn ich mir z. B. den polytheistsichen Hinduismus mit seinen vielen Göttern anschaue, schaue ich aber auch entsetzt auf das Menschen verachtende Kastensystem, welches seinen Gipfel in den Menschen der letzten Kaste, den “Unberührbaren” aufweist. Diese System ist allerdings ein knallhartes Machtsystem, welches nicht so recht in das Schema, welches der Autor hier schildern will, passt.

    Da der Autor dieses Problem wohl eher am Beispiel des Iran zu Recht sieht, ist sein Schema stimmig in sich. Weltweit gesehen wird er mit seiner Argumentation etwas ins Schwimmen geraten.

    Richtig ist die Erkenntnis im Fazit, dass Säkularisation dem politischen Staat nur Vorteile bringen kann. Der Versuch eines Vergleiches kann aber letztlich nicht m. E. nur schwer greifen, weil der Autor nur irdisch und nicht religiös denken muss. Religion ist allerdings mit kaum einer Ideologie zu vergleichen. Religion weist immer auf ein Weiterleben nach dem Tod. Sie sieht den Menschen hier auf Erden als einen Gast an, der sich hier bewähren soll. Ich denke, dass diese Denkweise die meisten Relgionen gemeinsam haben, die einen nehmen Wiedergeburt an, die anderen eben das Jenseits.

    Eminent wichtig und das hat der Autor wohl auch außer Acht lassen müssen, ist das Gottesbild, welches er zu Recht dem Denken der Menschen zuschreibt. Die einfachste Denkweise der Unterscheidung der Gottesbilder im Monotheismus ist die Frage der Erschaffung der Hölle. Wenn Gott die Hölle als seine ureigene Schöpfung in die Welt gesetzt hat aus sich heraus, ist dieser Gott der Herr des Himmels, also der Herr des absolut Guten und der Herr des absolut Bösen. Und genau den finden wir im Islam. Darum auch dieses tyrannische Gottesbild. Hier ist Gott zu einem Ebenbild des Menschen verkommen und degradiert worden. Und darum ist der Islam eine Irrlehre.

    Im Judentum und Christentum hat sich die theologische Sichtweise nach einer langen Evolution durchgesetzt, dass Gott nicht die Hölle aus sich selbst heraus geschaffen hat, sondern dass die ersten Geschöpfe, die Engel gut erschaffen waren, diese aber aus Stolz und Neid aus sich selbst heraus so sein wollten wie der Schöpfer selbst, in sich verkrümmten, in sich verstockten und aus der direkten Liebensbeziehung zum Schöpfer eine Hassbeziehung der unüberbrückbaren Art wurde. Dann folgte der Engelsturz, der die Hölle gebar. So die Mythologie im Raffer. Dieser Unterschied in der Sichtweise auf Gott hat große Folgen. Da Gott das Böse nicht erschaffen hatte, sondern durch Luzifer oder Satan in die Welt gekommen ist, konnte Gott vollkommen gut gedacht werden. Der Gott des Islam ist kein Geheimnis, weil er wie ein rachsüchtiger und sadistischer Gewaltdespot entscheidet und agiert. Seine Barmherzigkeit ist nur den Muslimen vorbehalten. Ein vollkommen liebender Gott ist für den Menschen nicht vorstellbar und somit das tiefste Geheimnis, welches denkbar ist.

    Und nun stellen wir uns vor, was aus Menschen werden kann, die einem Allah nachfolgen (Taliban und Salafisten, die Hass auf Ungläubige verkünden) oder eben diesem Gott der vollkommenen Liebe, die er uns aufgetragen hat und wir diese nicht annähernd erreichen können, aber immer wieder VErsuche starten können. DAbei könne eine Mutter Teresa herauskommen.

    Wenn ich den einen Gott gut und liebend denke und an einen solchen glaube, fällt das Konzept des Autors, den Monotheismus als Urheber des Schlechten in Bezug auf die Säkulatisation zu sehen, m. E. in sich zusammen.

    Trotz allem: Trennung von Religion und Staat ist und bleibt auch nach meinen Ausführungen sinnvoll.
    Wen es interessiert:
    http://koptisch.wordpress.com/2012/04/14/allen-kopten-und-christen-gesegnetes-osterfest/#more-31896

    • Im Judentum existiert die Höllen-Vorstellung nicht oder zumindest nicht so, dass es einen G-tt und einen Satan gäbe. Der Mensch hat sowohl den guten Trieb (Yetzer haTov) und den schlechten Trieb (Yetzer haRah). Er kann frei wählen, welchem Trieb er folgt, wobei die Perfektion die wäre, G-tt sowohl mit dem guten, als auch mit dem schlechten Trieb im positiven Sinne zu dienen.
      HaSatan ist im hebräischen ein Name, den der “Engel”, schlechte Trieb, wie auch immer, erhält, der den Menschen und dessen Vertrauen in den Allmaechtigen testen soll. Er ist aber keinesfalls der gefallene Engel des Christentums und vor allem ist er keine eigenständige Macht, er ist genauso wie alles andere G-ttes Untertan. Anschaulich dazu seit auch das Buch Ijov.

      eines ist mir noch wichtig: Der G-tt des Tanachs ist vor allem eines, nämlich Vergeber der Sünden. Während er bis in die vierte Generation bestraft, so erweist er noch tausenden nachkommenden Generation Gnade. Es steht also nicht die Bestrafung der Sünden, sondern die Vergebung dieser im Vordergrund.

      Sehr interessant finde ich Ihre Aussage, dass Jesus das G-ttesbild zurechtgerückt habe. Ich fände es toll, wenn Sie das ausführen könnten.

    • Danke mein Freund für Deinen ausführlichen Kommentar. Ein paar Punkte, die ich gefunden habe: Da hast Du schon die Inder und ihr Kastensystem kritisiert! Soziologisch gesehen ist es ein gesellschaftliches Fehlverhalten! Aber, religiöse Freiheiten und an die fast 6 Millionen Götter zu haben, ist doch was anderes, es hat eher mit dem Glauben zutun. Es sind zwei Sichtweisen, die wir nicht verwechseln dürfen, religiös und gesellschaftlich.

      Dann hast Du diesen Satz geschrieben: “Religion ist allerdings mit kaum einer Ideologie zu vergleichen”. Was würden Du dann schreiben, wenn ich den nächsten Artikel von diesem Autor veröffentliche, in dem er die Religion und die Ideologie gleich stellt und ihre Ähnlichkeiten und Unterschiede nennt!

      Und nicht außer Acht lassen, dass dieser Autor eher ein Atheist ist.

      • Religion und Ideologie kann m. E. deshalb nicht miteinander verglichen werden, weil eine Ideologie, die z. B. gottlos ist wie Faschismus, Sozialismus, Kommunismus und Edelkapitalismus zu sehr, nein ausschließlich auf das Diesseits ausgerichtet ist und den Menschen als das Maß aller Dinge setzen muss, weil in diesen Systemen Gott keine Rolle spielt oder aber atheistisch gedacht wird. Die weltlichen Ideologien zielen, wenn sie Menschen wohlwollend gesonnen sind, was die genannten Ideologien ja in der Praxis nicht sind, im Gegenteil, sie sind zynisch und Menschen verachtend, wie wir im 3. Reich, unter Lenin und Stalin, unter Caucescu, Mao und Pol Pot gesehen haben oder im Römischen Imperium usw. letztlich auf ein formales Funktionieren des menschlichen Zusammenlebens hin. Auf den Einzelnen kann da keine Rücksicht genommen werden.

        Religion hat andere Spielregeln. Gott ist mehr oder weniger der Handelnde, der die menschlichen Handlungsweisen vorgibt. Religion ist immer von der Ewigkeit her zu sehen und geprägt, also die Menschen als Gläubige sehen sich nicht als Maß aller Dinge, sondern in erster Linie als Geschöpfe Gottes, die in den eigenständigen Seelen ein Weiterleben nach dem irdischen Tod als gegeben ansehen. Die religiösen Handlungsweisen hier auf Erden haben auch ein ganz anderes Ziel, nämlich eine gute Ausgangspostion für das Jenseits. Und deshalb kommt es entscheidend auf das Gottesbild an. Ist das Gottesbild ein Liebendes, geht von Religion keine Gefahr aus. Sie passt sich einer irdischen Ideologie, sofern sie religionsneutral ist, an. Der liebende Gott fordert aber, die Erde zu erhalten, sie zu achten, zu würdigen und jedes Leben zu respektieren im besten Sinne des Wortes (selbstverständlich nach langer Evolution des Gottesbildes). Der liebende Gott fordert Nächstenliebe und macht die Menschen, die es geschafft haben ihm in dieserFrage zu folgen, glücklich. Helfen macht glücklich a) den Geholfenen und b) den Helfenden.

        Ist dieses Gottesbild jedoch wie im Falle des Islam ein tyrannisches, ein despotisches, ein willkürliches Computerzufallsentscheidungswesen und wird dieses religiöse Denken gekoppelt mit Handlungsweisen, die mittels einer Gesellschafts- und Rechtsordnung (Scharia) auf Erden einzuhalten sind, nämlich von Gottes wegen = Gottesstaat, wird es gefährlich und Menschenverachtend, Frauenverachtend und ausgrenzend, weil Hass, Verachtung und Abscheu gegen Ungläubige in Szene gesetzt wird und zum religiösen Gebot erhoben wird. Dieser Hass ist es dann, der aus Menschen BEstien machen kann, die noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben müssen, weil dieser Hass ja von Gott angeordnet worden ist. Dann kann diese Religionsideologie fatal nicht nur für Mensch und Tier, ja sogar für die Erde als Planeten werden a) in Sachen Frauenunterdrückung und infolgedessen Überbevölkerung und b) mangelndem Bewusstsein für den Erhalt des Planeten Erde. ich erinnere an das Wort von islamischen Terroristen, die da sagten: Ihr liebt das (irdische) Leben, wir den Tod. Sie sehen die Erde halt als unvermeidliche Zwischenstation an, die für sie letztlich ein Sprungbrett in einen Himmel ist, der an Primitivität nicht mehr überbietbar ist.

        Ich will damit natürlich nicht sagen, dass z.B. alle Muslime oder alle Atheisten über einen Kamm zu scheren sind. Das liegt mir vollkommen fern. Aber die Gefahr besteht wie bei allen Ideologien, aber auch Religionen, die Gewalt als Mittel zum Zweck in ihrem Programm haben, dass diejenigen, die keine Skrupel kennen, Gewalt auch anzuwenden, immer die Sieger sein werden. Dazu bedarf es ja immer nur einiger Weniger.

        Das ist auch der Grund, warum das Christentum mit der Demokratie
        kompatibel ist, weil hier Achtung, Respekt und Liebe zum Nächsten Gebote dieses liebenden Gottes sind und der Islam sich eben unter die Knute seines Hass- undRachegottes begeben muss, so dass Freiheit des Einzelnen ein Fremdwort bleiben wird.

        • Danke werter Bazillus, wie immer sehr aufschlussreich und interessant. Den gemeinten Artikel werde ich Morgen veröffentlichen und möchte auch gerne Deine Meinung dazu wissen, nachdem Du den Artikel gelesen hast.

  4. Werter Yocheved,
    danke für die Erläuterungen. Selbstverständlich, das meine auch ich, ist “Satans Reich” nicht gleichwertig, da Satan ja auch Geschöpf ist und somit untertan. Völlig richtig, dass der Gott des AT von Buch zu Buch vergebender wird. Die Strafe ist aber schon noch allgegenwärtig wie Jeremia schon noch verkündet. Ezechiel verkündet von der Zerstörung der Stadt, Strafgericht, Amos lässt das Königreich durch Gott von dem Erdboden verschwinden. usw. Der Strafgott hält sich im AT noch recht lange.

    Aber auch als Geschöpf der “Geisterwelt” scheint Satan, die paradiesische Schlange, durchaus große Macht in Form von Einfluss auf die Menschen zu haben wie wir an der Weltgeschichte (selbst als Schlange im Paradies) sehen können. Selbstverständlich kommt das Böse aus dem Menschen heraus. Beides, das Gute und das Böse kann m. E. aber durch “Einflüsterungen” von außen beeinflusst werden.

    Beispiel: Mir begegnet z. B. ein Bettler, der aufdringlich seiner Beschäftigung nachgeht. Mein erster Gedanke möglicherweise: “Was ist das denn wieder für ein Kerl, der soll dahin gehen, wo der Pfeffer wächst”. ich meine, dass dieser erste Gedanke möglicherweise von außen eingepflanzt werden kann. Für diesen Gedanken können wir im Grunde nichts. Er ist einfach da und steht uns vor dem inneren Auge. Jetzt kommt es darauf an, wie ich mit diesem Gedanken umgehe. Vertiefe ich diesen und folge letztlich dem Bösen und strafe diesen Menschen weiterhin mit Verachtung oder suche ich Verständnis für diesen Menschen in irgendeiner Form aufzubringen und komme evtl. sogar mit ihm ins Gespräch. Wir kennen alle den Umgang mit Suchtproblemen. DEr erste Gedanke z. B. nach einer Zigarette, ist möglicherweise nicht nur der eigene, vielleicht auch ein von außen an uns herangetragener, wenn die Sucht noch nicht so weit fortgeschritten ist. Dann beginnt der Kampf, wenn wir mit dem Rauchen aufhören wollen, nehme ich sie oder nehme ich nicht nicht.

    DAs mag alles jetzt lächerlich klingen, aber ich glaube, dass das Böse, wenn wir es gedanklich zulassen und den ersten negativen Gedanken, wie gesagt, den wir schuldlos gedanklich vorgesetzt bekommen, vertiefen, sich dann in uns einnistet. Die Initiierung kann möglicherweise von außen kommen, vielleicht nicht immer, aber immer öfter. Das Gehirn als Empfänger guter oder weniger guter Eingebungen. So wie es unerklärlich ist, wie Mozart im Kindesalter schon wunderbare Musik wie ein Profi komponieren konnte und es Autisten oder Genies in anderen Bereichen gibt, so unerklärlich ist die Eingebung des Bösen, aber auch des Guten. Wir entscheiden den weiteren Umgang mit diesem Erstgedanken. Dazu bedarf es allerdings einer Grundierung dessen, was wir unter Gut und Böse verstehen. Die Selbstdisziplin oder Selbstkonditionierung spielt möglicherweise ein große Rolle. Die Gewissenserforschung kann uns dabei helfen, das Böse zunehmend (nie ganz, sonst wären wir ja alle Heilige) in uns aufzunehmen oder aber das Gute zu erreichen. Was im Einzelfall gut und böse ist, ist nicht immer einfach zu beantworten. Dazu bräuchte es vertiefte Psychologie, aber m. E. auch Hören auf das Wort Gottes, wenn es mit Liebe, Achtung, Respekt und Würde zu tun hat.

    Ich zitiere ja nicht gerne aus der Bibel oder aus dem Koran, da jedes Zitat mit einem Gegenzitat zu entkräften ist. Ich schaue lieber den roten Faden eines “hl. Buches” an, aus dem ersichtlich werden kann, was Gott im Großen und Ganzen von mir will und wie er im Großen und Ganzen charakterisiert wird. Aber hier mache ich eine Ausnahme, weil ich meine, dass es eine bessere Gottescharakterisierung nicht geben kann.
    Was ich mit Jesu “Zurechtrücken” des Gottesbildes meinte, kommt m. E. insbesondere in der Matthäus` Berpredigt in Sachen Feindesliebe zum Ausdruck.
    Einer meiner Lieblingsstellen im Evangelium überhaupt, Matth. 5 43-48: .

    … Ich aber sage Euch: liebt eure Feinde und betet für die, die Euch verfolgen, damit ihr Söhne (wir verstehen dieses Wort selbstverständlich gleichwertig für Frauen) eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt die Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nichtauch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?

    Und jetzt kommt m. Erachtens der entscheidende Satz:
    Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

    a) Er sagt damit aus, dass der Vater zunächst alle ohne Vorbedingungen einmal alle gleich liebt, indem er sie sowohl mit Sonne und dem lebensnotwendigen Regen “versorgt” ohne auf ihren Charakter zu schauen. Ein schönes Bild und letztlich wahre Aussage.
    b) Die Alltagsfreundlichkeit meint Jesu also nicht, wenn wir nur zu denen gut sind, die zu uns auch gut sind, denen wir schenken und letztlich Geschenke zurückerwarten. Das ist für Jesus selbstverständlich und offensichtilch nicht der Rede wert.
    c) Die Feindesliebeaufforderung an die Menschen mit der Vollkommenheit Gottes in direkten Bezug gebracht, ist m. E. die geistliche Höchstleistung Jesu das Gottesbild betreffend. Er hängt mit diesem Wort die Definition des Charakters des Gottes der absoluten Liebe (keine Liebe kann größer sein als die Feindesliebe, gemeint ist Vergebung in Reinkultur) so hoch, dass sie nach menschlichem Ermessen kaum gedacht, geschweige denn, nachgelebt werden kann. Wenn ein Mensch es nicht schafft und zur Hölle (in die Gottesferne) fährt, tut dies Gott leid. Nur so lässt Gott sich denken.
    d) Er traut uns schwachen Menschen diese Liebe selbst zu den Feinden zu, denen, die uns verachten und verraten und uns Böses wollen. Er hat es am Kreuz selbst vorgelebt. Darum seine innere Glaubwürdigkeit. Diese Glaubwürdigkeit macht er sichtbar am Kreuz, verlang dies, für uns völlig unverständlich, auch von uns, ja er traut uns das zu. (Da traut er mir zuviel zu, mir persönlich würde es sehr schwer fallen!!!!). Aber darum geht es hier ja nicht.
    e) Unter größten Schmerzen verzeiht er am Kreuz seinen Feinden, also all jenen, die ihn ans KReuz gebracht haben, dem Kaiphas, dem Pontius Pilatus, dem Schächer am Kreuz, die ihn zusammen mit den umstehenden Menschen verspottet hatten, den Soldaten, den Menschen, die “Kreuzigt ihn” gerufen haben, den Jüngern, die hasenfeige davon gelaufen sind, Petrus, der ihn verleugnet hat und vielleicht sogar Judas, der ihn verraten hat.

    Dieses Wort zusammen mit den tatsächlichen Geschehnissen am “Karfreitag” ergeben somit m. E. ein stimmiges Bild von Jesus, aber er poliert das Image seines Vaters, den die Menschen Gott nennen, ungeheuer auf. Er gibt ihm sozusagen ein Charaktergesicht. Das liebe ich an meinem Gott, ohne sein in mich gesetztes Vertrauen erfüllen zu können, weil ich einfach nicht vollkommen bin und immer wieder falle. Ich weiß aber, dass mein Bemühen der ernsthaften Art bei diesem Gott gut aufgehoben ist.

    Es wird immer ein Mysterium bleiben. Aber Jesus ist für mich tatsächlich irgendwie zum “Entscheidungseckstein” geworden. Wäre von Jesus nicht berichtet worden, wäre ich wahrscheinlich Atheist. Ich hoffe, ich habe Ihnen mit den Ausführungen dienen können.

    • Ich danke Ihnen sehr für diese Erklärung! Jetzt verstehe ich Ihren Standpunkt auf jeden Fall besser.
      Ich denke, Juden und Christen haben trotz aller Gemeinsamkeiten ein anderes Verständnis vom Tanach, also eine andere Lesart, und ein anderes Verständnis von G-tt darin (ich hab einfach ein Problem mit der Bezeichnung “Strafg-tt” :-D ). Was ja auch absolut in Ordnung ist.

      Nur eine Sache noch: wertE Yocheved. Bitte :-)
      Beste Gruesse

      • Bei dem Strafgott sind sich auch nicht alle Christen einig.
        Ich helfe mir da mit dem Gedanken der unvermeidlichen Konsequenz, und dass das Böse nicht auf ewig leben (und wuchern) darf.
        Auch ‘Evolution des Gottesbildes’ ist für mich ein schwieriger Begriff, ich würde lieber von einer Reifung des Verständnisses sprechen.
        Auf jedem Fall finde ich sowohl im AT wie auch im NT ein Endgericht, und empfinde schon beim Lesen die große Bedeutung davon, dass eine schlussendliche Gerechtigkeit ganz transparent hergestellt werden wird.
        Nicht zu vergessen, aber das ist wohl noch ein anderes Thema ist natürlich die Gnade!

  5. Ich ahne schon, was bei dem Vergleich von Ideologie und Religion herauskommen wird. Jemand, der Gott nicht als liebenswert und Urquell allen Lebens erkennen konnte, wird Religion kaum höher werten, als irgend eine Ideologie.

    Aus meiner Sicht sind uns Menschen einige Grundfragen des Daseins in gewisser weise ‘gottgegeben offen’ (bzw. unbeweisbar) überlassen worden:
    Wo komme ich her, wo gehe ich hin, welchen Sinn hat das Leben, und ähnliche.
    Damit wahrt Gott – so es ihn denn gibt – in letzter Konsequenz das Prinzip der Freiwilligkeit und ermöglicht überhaupt erst so etwas schönes wie Liebe!
    (Hierin sehe ich übrigens auch einen Grund dafür, dass Offenbarungen und Gebetserhörungen nicht immer so geschehen, wie es sich Menschen wünschen.)

    Alles, was ich von der Begrifflichkeit her mit Religion verbinde, sind Antwortversuche auf solche natürlicher weise offenen Fragen.
    Geschichtlich gesehen kamen dabei dann früher oder später fast zwangsläufig recht unterschiedliche Dinge heraus. Doch im allgemeinen unterstelle ich religiösem Denken und Handeln zunächst einmal etwas edles (ich nannte es auch schon mal: ‘etwas sehr wertvolles’), nämlich eine Suche nach, oder Annäherung zu Antworten auf diese wichtigen Fragen.

    Wenn aber eine Lehre sich dieser – für mich mit Religion imanent verbundenen – Offenheit selbst beraubt, indem es alle denkbaren Fragen auf brutale Art und Weise (als Doktrin) beantwortet, stellt sich mir die Frage, ob diese Lehre die Bezeichnung ‘Religion’ überhaupt verdient (und das wäre dann ein Streit um ein einziges Wort).

    Bezeichnungen wie ‘Machtapparat’ oder ‘Opium für das Volk’ können u. U. zutreffender sein.

    Dennoch denke ich, sollten wir auch religiöse Gefühle, religiöses Denken und Handeln von Moslems achten, solange es von diesen auf religiöse Art und weise (d. h. also kurz gesagt: ohne Zwang) betrieben wird.

    • Werter Jockel,
      völlig richtig, war auch nur meine Sicht der Dinge. Evolution des Gottesbildes ist möglicherweise ein missverständlicher Begriff. Reifung des Verständnisses passt tatsächlich besser. Klar ist, dass Gott selbst sich nicht verändert, nur die menschliche Sicht auf ihn. Das eint uns.
      Während Muslime wissen, wer in die Hölle kommt, haben andere Religionen – egal wie man dazu stehen mag – Menschen “heilig” gesprochen, jedoch immer Gott das Urteil überlassen, wer Insasse der Hölle sein wird. Nur Muslime wissen das alles ganz genau.

      Islamkritik wäre nicht vorhanden, ja, wäre sogar schädlich, wenn der Islam von seiner Grundstruktur her – das versuchte ich mit dem dem unterschiedlichen Gottesbildern bewusst zu machen – kein Gewaltproblem hätte.

      Islam hat nur deshalb ein Gewaltproblem, weil er selektiv Gewalt im Namen seines Gottes rechtfertigt. Keine Religion heute erklärt Unrecht zu Recht im Namen Gottes außer dem Islam. Das ist das Dilemma. WEr wie Mohammed gegen fast alle 10 Gebote verstoßen hat, der hat, den allgemeinen Rechtskodex außer Acht gelassen und hat Selbstverständliches mit Füßen getreten. Aus diesem Grunde werden diese Gebote des AT im Islam als nicht bindend angesehen.

      Mohammed und die 10 Gebote
      +Das erste Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
      Mohammed legte fest, dass der altarabischen Gott, der mit seinen drei Töchtern als Obergott Chef über über 360 Tagesgöttern in der Kaaba herrschte, als alleiniger Gott zu verehren sei.
      + Das zweite Gebot: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
      Mohammed benützte den Namen Gottes bei all seinen Morden, wie es noch heute seine Anhänger tun, wenn sie Rache üben oder Terroranschläge begehen. (1) Schlachtruf (Allah uh akbar) unter den Bezug Gottes des Islams.
      + Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag (Sabbat) heiligen.
      Mohammed änderte ihn auf den Freitag.
      + Das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
      Bei Mohammed gilt das nur, wenn es sich dabei um Muslime handelt. (1+2) Waren und sind sie keine Muslime, sollte den Eltern nicht gefolgt werden.
      + Das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten, morden.
      Man braucht das im Falle des Propheten Mohammed nicht zu kommentieren. Das Töten war und ist legitimierter Bestandteil der Ausbreitung des Islams durch Mohammed. Er tötete selbst und ließ töten. (3)
      + Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
      Ehebruch bedeutet, mit jemanden anderen Sex zu haben, während man verheiratet ist. Mohammed war nicht nur ein Vergewaltiger, sondern er hatte auch mehrere Frauen, inklusive eine 9-jährige Ehefrau, Aisha, die ihm von Abu Bakr gegeben worden war. Wenn man mehr als eine Frau hat, dann ist das Ehebruch. Von den Vergewaltigungen reden wir gar nicht. Auch seine Anhänger durften 4 Ehefrauen, und weiters noch mit Gefangenen Sex haben. Das ist mit anderen Worten Ehebrechen und Vergewaltigen. (4)
      + Das siebte Gebot: Du sollst nicht stehlen.
      Mohammed fing seine Karriere als Karawanenräuber an. Er befahl Plünderungen ganz im Sinne der Beutesure des Korans.
      + Das achte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
      Mohammed war der schlimmste Feind all seiner Nachbarn. Er wollte sie entweder tot, oder unter seiner Herrschaft des Glaubens. Mohammed stellte mehrere religiöse Lügen auf, u. a. Jesus sei nicht gestorben, Jesus habe ihn und nicht den Heiligen Geist als Propheten angekündigt, die Christen würden den Vater, Jesus und seine Mutter als Trinität ansehen, usw.
      + Das neunte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus
      Mohammed enteignete die Juden von Medina. Außerdem vertrieb er sie bzw. ließ sie töten und deren Frauen versklaven.

      + Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.
      Mohammed machte ein Gebot daraus, die Frauen und Töchter der Ungläubigen die vorher durch seine „Armee“ getötet wurden zu entführen und zu vergewaltigen. Mohammed war ein Karawanenräuber. Was seine Räuberbande nicht plündern konnte, das zerstörten sie.

      Wenn Muslime ehrlich ihre Gebete und gute Werke verrichten und Hass, Abscheu und Verachtung aus ihrem Herzen verbannen können, ist deren Gebet genauso viel wert wie alle Gebete von Gläubigen auf der Welt.

      “…Dennoch denke ich, sollten wir auch religiöse Gefühle, religiöses Denken und Handeln von Moslems achten, solange es von diesen auf religiöse Art und weise (d. h. also kurz gesagt: ohne Zwang) betrieben wird.

      Ein wenig muss ich aber doch differenzieren. Wenn diese religiösen Gefühle, das religiöse Denken und Handeln von Muslimen Gewalt mit einschließen, so ist dies abzulehnen. Sollten wir dann, nur um die religiösen Gefühle, das rel. Denken und Handeln nicht zu stören, von Islamkritik absehen, wenn offensichtlich klar ist, dass religiöse Regeln wie die Ausgrenzung beim Mittagstisch in Schulen, die ja religiös motiviert ist, die gesellschaftliche Teilung der Gesellschaft fördern? Oder die Namengebung von Moscheen nach Schlächtern des Islam?

      Ich denke, ab einem gewissen Grad der Ausgrenzungsforderungen von Muslimen, ihre religiösen Gewohnheiten der Mehrheitsgesellschaft aufoktroyieren zu wollen, muss die Verletzung falscher religiöser Gefühle in Kauf genommen werden. Diese Gefühle basieren auf Diskriminierung und Ausgrenzung. Der Rechtsstaat (deshalb auch Trennung von Religion und Staat – Säkularisation) solle schon den Begriff Religionsfreiheit rechtilch definieren, was bislang sträflich vernachlässigt worden ist und sich nicht diese Definition von Islamisten und Islamvertretern aufdrängen lassen, ausgrenzende Handlungen unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit gelten zu lassen.

      Sollte der Prophet kritikmäßig in Watte gepackt werden, wenn islamische Schriften seine Untaten (nach unserer Rechtsauffassung) als heldenhafte muslimische Vorbildhandlungen ansehen? Wenn wir aber den Propheten kritisieren, fühlen sich Muslime sofort beleidigt. Ich denke, dass sie lernen müssen, dass auch sowohl ihr Gott als auch der Prophet hinterfragt werden müssen, um zur Realität einer aufrichtigen Einschätzung zu gelangen.
      Wo soll Kritik beginnen und wo soll sie aufhören. Sachlich soll sie bleiben und die Kritik darf nicht dazu führen Muslime zu diskriminieren und gegen sie ein Feindbild aufzubauen. Dann würden wir uns auf ihr Niveau begeben.

      • Werter Bazillus!
        ich stimme Ihrem Beitrag weitgehend zu, würde aber gerne ergänzen:

        Allein von Hölle zu sprechen, halte ich für schwierig. Ich persönlich glaube nicht, dass dieses Thema überhaupt ein (Ur-)Anliegen Gottes ist. Ich nehme es vielmehr als religiöses Droh- und Druckmittel wahr, was aber eine ziemlich dünne Basis in den Schriften hat. Ich sehe hier eher eine Instrumentalisierung für eigene Zwecke und damit auch Missbrauch.

        Überall da, wo es ein großes Machtgefälle gibt, ist auch die Versuchung, diese Macht zu missbrauchen sehr groß!
        Der Mensch ist von seiner eigenen Natur aus – ohne Gottes Hilfe – sündig und damit auch böse veranlagt.
        Aus eigener Kraft kann es ihm nicht gelingen, zu einer Vollkommenheit, Perfektion, Erleuchtung, hinreichender Heiligkeit, oder wie auch immer man dieses ‘Sie haben ihr Ziel erreicht’ benennen mag – zu kommen.
        Jesus lehrte uns beten ‘…und führe uns nicht in Versuchung!’
        Hier kann sich ja jeder mal selber prüfen, ob er sich nicht hier und da doch gerne in die Versuchung begibt.
        Jesus konkretisierte das an anderer Stelle übrigens noch: ‘Ihr sollt euch nicht Lehrer nennen, den EINER ist euer Lehrer!’
        Religionen im Auftrag von Jesus sollten also nicht ‘von oben herab’ agieren!
        Ein Punkt, der mir bei ALLEN mir bekannten christlichen Kirchen und Denominationen zu wünschen übrig lässt (und beim Islam sowieso)!
        Beispiele von religiösem und nichtreligiösem Machtmissbrauch dürften zur Genüge bekannt sein.

        Die Änderung des Sabbatgebotes auf den Freitag zu beklagen, finde ich übrigens – entsprechend Ihrer Logik – ein ziemlich schwaches Argument, wenn man selbst die Änderung vom Sabbat auf den Sontag praktiziert.

        Der Vorwurf der Diskriminierung von Frauen an den Islam verliert ebenso seine Kraft, wenn man selbst einen diskriminierenden Sprachgebrauch praktiziert, wie z. B. Sarrazin mit ‘Kopftuchmädchen’; wo ich mich doch sehr fragen muss, ob dies liebevoll oder herabwürdigend gemeint war.

        Mohammed und die 10 Gebote:
        Abgesehen davon, dass ich diese Gebote anders zählen würde, sehe ich hier Jesu Rat “an den Früchten sollt ihr sie erkennen” als zielführend an, was zusammen mit Ihrer Auflistung eigentlich nur noch einen einzigen Schluss zulässt.

        Ein wenig differenzieren:
        Ich hatte vorher versucht, abzugrenzen, wie weit Religiösität geht, und wo sie – allerdings abweichend vom Allgemeinverständnis – bereits aufgehört hat.
        ‘Zwangloses Morden’ wäre ja widersinnig in sich selbst, weil es ja den anderen zu seinem Lebensende zwingt.
        Aber OK, vielleicht kann man es so kurz nicht sagen und muss (in jedem Satz?) erklären, dass Toleranz von Religion nur so weit geht, wie es Suche nach Antworten, oder Annäherungsversuche zu Gott betrifft.

        Appartheit: Ein weiteres, schwieriges Thema für sich. Ich finde sie nicht grundsätzlich verwerflich – z. B. wenn man sich selbst absondert, aus eigener gewissenhafter Überzeugung, um nicht alles mitzumachen -, aber meistens wird sie als Plattform für weitere bedenkliche Entwicklungen (‘kritikbefreite’ Hetze, Benachteiligungen, …) genutzt.

        Die Namengebung von Moscheen nach Schlächtern des Islam?
        Ich kenne eine Schule, die einen Nazinamen trug, und erst nach politischer Diskussion umbenannt wurde.
        Hier muss man also ansprechen, was dahinter steht!

        Es ist in der Tat eine Frage, wie weit man sich auf ein Niveau begeben muss (Paulus wurde sogar den Sündern ein Sünder!). Wenn ich ‘ansprechen’ verlange, muss auch eine Sprache gefunden werden, die der andere versteht.

        • Werter Jockel,
          Die Hölle kann als Druckmittel benutzt werden, wenn die Schäfchen mündig werden wollen. Ich schätze, dass es aber letztlich nicht auf die Absicht ankommt, die Hölle als Druckmittel zu missbrauchen, wenn sie existiert. Ich habe Jesus immer so verstanden, dass er die Existenz der Hölle glaubhaft bejaht. Er spielt nicht mit ihr im Sinne von Angstglauben, aber ich verstehe ihn so, dass die Hölle ein realer Ort/Zustand ist, wenn wir uns von Gott entfernen und uns insbesondere von der Liebe entfernen. Er droht nicht mit ihr, sonder er führt und die Hölle vor Augen. Dies als wahr vor Augen führen kann auch als Drohung aufgefasst werden. Die Hölle spielt aber im christlichen Glauben keine Rolle, wenn wir ernsthaft Jesus nachzufolgen versuchen.

          Ihre Einstellung, dass die Kirchen “von oben” gern diktieren, kann ich gut nachvollziehen. Aber eines kann ich auch gut nachvollziehen. Wenn ein “Irrlehre” droht sich zu manifestieren, ist Jesus nicht mehr da, um Einhalt zu gebieten. Seine Lehre ist abgeschlossen, weil alle Zeit gültig. Die Dogmen der Kirche sind ja nur deshalb entstanden, weil die Kirche meinte, der “wahre Glaube oder der “reine” Glaube” sei in Gefahr. Die meisten Dogmen sind nicht schädlich für den Glauben. Man kann sie annehmen, aber verwerfen für sich selbst. Die meisten Dogmen sind noch nicht einmal bekannt, Nebenschauplätze.

          Immer dann, wenn die Kirche zu den politisch Mächtigen gehalten hat oder selbst diese “Fürstbischöfe” stellte, zeigte sich, dass Kirche/Religion und Politik in einer Hand Unheil stiften kann, heute noch am Islam festzustellen. Ja, völlig richtig. Aber, werter Jockel, ohne die Kirchen vielleicht auch mit ihrem Machtstreben, haben es über 2000 Jahre geschafft, die Verkündung – wenn auch nicht Befolgung, da Kirche letzlich auch aus fehlbaren Menschen besteht – des Evangeliums aufrecht zu erhalten. Ohne die Kirchen wäre das Evangelium heute nicht mehr existent. Das sollte nicht vergessen werden. Selbstverständlich sind die Kirchen zu kritisieren. Und das wird ja auch zur Genüge getan.

          Bei Mohammed und den 10 Geboten wollte ich nur versuchen zu verdeutlichen, dass dieser Mensch tatsächlich gegen alle verstoßen hat. Andere Relgionsführer bringen es auf 2 oder 3. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass einige Begründungen relativ schwach in ihrer Argumentation sind, man beachte jedoch die Gesamtheit und insbesondere die wichtigsten, nämlich die Gewaltverbote, die Mohammed nun wirklich nicht beachtet hat. Die Gesamtheit macht den Unterschied.

          Namensgebung von Moscheen, z. B. Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim (derzeit noch größte Moschee Deutschlands) ——-

          Benannt nach dem von 1512 bis 1520 regierenden Sultan des Osmanischen Reiches, der seine Brüder, Neffen, und vier seiner Söhne umbringen ließ, um die Thronfolge für sich und seinen Ssohn Süleyman zu sichern.
          In einem groß angelegten Feldzug vertrieb er die in Ägypten herrschenden Mamluken 1516 und 1517 zunächst aus Syrien und Palästina, um dann das mameluckische Heer vor Kairo zu schlagen und am 22. Januar 1517 die ägyptische Hauptstadt zu erobern.
          Fatih-Moscheen (türkisch: Fatih-Camii; deutsch: Eroberer-Moschee) sind nach der von Sultan Mehmet II. im 15. Jahrhundert erbauten Fatih-Moschee in Istanbul benannt. Mehmet II. erhielt den Beinamen Fatih nach der Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453

          Gleichnamige Moscheen in Deutschland

          * Fatih-Moschee Augsburg, Bürgermeister Widmeierstraße, Augsburg [2]
          * Al Fath-Moschee Bergheim, Friedrich-Bessel-Straße, Bergheim
          * Fatih-Moschee Berlin, Pfülstraße, Berlin-Kreuzberg
          * Fatih-Camii Bielefeld, Vilsendorfer Straße, Bielefeld
          * Fatih-Moschee Bocholt, Langenbergstraße, Bocholt (DITIB)
          * Fatih-Moschee Bremen, Stapelfeldtstraße, Bremen-Gröpelingen [3]
          * Fatih-Moschee Bremerhaven, Weidestraße, Bremerhaven (IGMG)
          * Fatih-Camii Dietzenbach [4]
          * Al Fath-Moschee Dortmund, Mallinckrodtstraße, Dortmund [5]
          * Fatih-Camii Duisburg
          * Fatih-Moschee Düren, Veldenerstraße, Düren (DITIB)
          * Fatih-Camii Düsseldorf, Oberbilker Allee, Düsseldorf (IGMG)
          * Fatih-Camii Düsseldorf, Festenbergstraße, Düsseldorf (DITIB)
          * Fatih-Moschee Elsenfeld, Erlenbacherstraße, Elsenfeld [6]
          * Fatih-Moschee Essen, Katernberger Straße [7]
          * Fatih-Moschee Esslingen am Neckar, Fritz-Müller-Straße, Esslingen am Neckar
          * Fatih-Moschee Flensburg, Meiereistraße, Flensburg, (DITB)
          * Fatih-Moschee Hamm, Robertstraße, Hamm [8]
          * Fatih-Moschee Heilbronn, Goppeltstraße, Heilbronn (IGMG)
          * Fatih-Moschee Herford, Engerstraße, Herford
          * Fatih-Moschee Herzberg, Aue, Herzberg
          * Fatih-Moschee Karlsruhe, Dieselstraße, Karlsruhe
          * Fatih-Moschee Kiel
          * Fatih-Moschee Köln, Neusser Straße, Köln (IGMG)
          * Fatih-Camii Krefeld, Saumstraße, Krefeld
          * Fatih-Moschee Lage, Heidensche Straße, Lage
          * Fatih-Moschee Lörrach, Schwarzwaldstraße, Lörrach (IGMG)
          * Fatih-Moschee Lübeck, Katharinenstraße, Lübeck
          * Fatih-Camii Lünen, Altstedderstraße, Lünen
          * Fatih-Moschee Mannheim, Böckstraße, Mannheim [9]
          * Fatih-Moschee Marl, Bachackerweg, Marl
          * Fatih-Camii Mülheim an der Ruhr [10],
          * Fatih-Moschee Memmingen, Schlachthofstraße, [11]
          * Fatih-Moschee Neumünster, Friedrichstraße, Neumünster
          * Fatih-Moschee Nürnberg, Hessestraße, Nürnberg
          * Fatih-Camii Oberderdingen, Flehinger Straße, Oberderdingen [12]
          * Fatih-Moschee Pforzheim, Eutinger Straße, Pforzheim [13]
          * Fatih-Moschee Pleidelsheim, Am Kanal, Pleidelsheim [14]
          * Fatih-Moschee Remscheid, Industriestraße, Remscheid
          * Fatih-Camii Schüttorf [15]
          * Fatih-Moschee Sinsheim [16]
          * Fatih-Camii Spaichingen [17]
          * Fatih-Camii Stadtallendorf, Wupperweg, Stadtallendorf, 2004
          * Fatih-Moschee Steinbach
          * Fatih-Hicret-Camii Stuttgart, Heinrich-Baumann-Straße, Stuttgart
          * Fatih-Camii Unterschleißheim [18]
          * Fatih-Camii Werdohl, Altenaerstraße, Werdohl (IGMG)
          * Fatih-Moschee Wülfrath, Lindenstraße, Wülfrath
          * Fatih-Moschee Wuppertal, Dahlerstraße, Wuppertal-Langerfeld, 2006 (DITIB)
          Googlen Sie Mehmet II. Der war schon ein fleißiges Kerlchen. Stellen wir uns vor, wir würden Kirchen nach Alexander dem Großen oder anderen Feldherren benennen, die gegen islamische Reiche gekämpft hätten. Ich persönlich empfinde es schon als eine echte gelinde gesagt, Unverfrorenheit, in restchristlichen Europa Moscheen nach islamischen Kriegsherren zu benennen.

          Appartheid: Hier ist m. E. die politische, aber auch die ausgrenzende religiöse Systemappartheit gemeint. Die politische, die wie in Südafrika, die weiße Rasse herrschen ließ und die einheimische farbige Bevölkerung die Rolle der dienenden Klasse zu spielen hatte. Ebenso funktioniert der Islam, der Ungläubige verachet.

          Ein privates “Nicht-alles-Mitmachen” ist doch ok. Im Gegenteil. Es ist sogar gut, wenn Menschen und auch Organisationen wie z. B. Kirchen ihren eigenen Standpunkt vertreten und nicht jedes profane Spaß- und Fangehabe mitmachen. Da ist meines Erachtens dieser Begriff fehl am Platz.

          • Ich bau da lieber mehr auf den ‘Geist’, als auf Institutionen.
            Matth. 18,20: “Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen”

            Die Kirche hat ettliche Jahrhunderte (bis Luther) alles getan, dass sich dieser ‘Geist’ in und bei den Menschen nicht richtig entfalten konnte.
            Dieser Kirche würde ich keine Hüterfunktion zuzuschreiben, wo sie doch tatsächlich mehr als Verhüterin gewirkt hat.

            Gott hat den Lauf der Welt in seiner Hand. Er bestimmt den Königen ihre Zeit (Daniel 2,21, freilich nicht so, als dass sich die jeweiligen Herrscher damit moralisch als gottgewollt legetimieren dürfen), hält also den (politischen) Lauf der Welt in seiner Hand.
            Nicht mal ein Vogel fällt auf die Erde, ohne dass Gott es zulässt (Matth. 10,29).
            Die Qumranschriften schlummerten Jahrtausende in Tonkrügen, um danach wiederentdeckt zu werden.
            Da fällt es mir nicht schwer anzunehmen, dass wenn Gott es will, das Evangelium auch ohne jede Institution überleben könnte.

            Bei der Menuekarte der Fatih-Moscheen wird mir allerdings ruckartig schlecht, da auch für mich was dabei ist (in meiner Nähe).

            Bei dem ‘nicht alles mitmachen’ sehe ich, wie Sie, einen Grenzbereich und denke nur an das Sportunterrichtsproblem der Mädchen der aus Osteuropa zu uns gekommenen Christen.

            Das Höllenthema können wir hier vielleicht erst mal so stehen lassen?

  6. Mein Kommentar weicht vielleicht etwas vom Thema ab Fartabjan. Ich lese gerade ein Buch: “Der Koran für Nichtmuslime” von Michael Celler. Darin werden die wichtigsten Suren inhaltsgetreu aber verständlich wiedergegeben. Mir ist etwas aufgefallen: Würde man statt dem Wort Allah einfah das Wort “Gott” einsetzen, würde einem sofort auffallen, wie rachsüchtig und jähzornig und unsympathisch Gott rüber kommt. Ständig sollen alle Ungäubigen in der Hölle schmoren. Dann aber ist er manchmal doch barmherzig zu den Ungläubigen. Heute würd ich diesen Gott schizophren und bracndgefährlich nennen. Ein Argument, den Koran in die Ecke zu legen, die altepersische Definition ist mir da näher.
    1. Frage an dich: Ich hatte es aber immer so verstanden, daß Mohammad nach seinen Exkursionen zu den Juden und Christen in Damaskus deren “selben” Gott neu interpretierte->er hat einfach Gott aus der Sicht arabischer Stämme neu interpretiert, der Text sagt, es sei ein anderer Gott gemeint. Allah war lt. islamischer Auslegung nicht der Selbe Gott der Christen oder Juden? (Ich weiß, die Juden und Christen haben ja bereits untereinander ein Problem mit der Definition, “wer nun der wahre Gott” sei)
    2. Das Wort Allah habe früher für Gott allgemein gestanden, und nicht für einen bestimmten Gott, den sich die Muslime ausgesucht hatten. Richtig oder falsch?

    • Schmasiye nâzaninam, dieses Buch, was Du im Moment liest, ist sehr gut. Ich bin auch dabei tüchtig eure Fragen zu sammeln und bald eine ausführliche Reihe mit meinem Kollegen veröffentlichen, die alle eure Fragen, Deine, Prinz Eugen und Bazillus beantwortet. Gib mir bitte nur etwas Zeit. Kurz zu Deiner Frage, Allah ist viel älter als Mohammad und kommt mit 90%ger Wahrscheinlichkeit aus dem Hebräischen und damit Du überhaupt Spaß hast: Es sind ca. 275.000 Wörter, die in Koran sind und aus welchen Sprachen sie kommen, werden wir ausführlich schreiben. Zur Frage 1 wird Ardašir bald schreiben, warum Mohammad zuerst mit Juden liebäugelte, und als sie ihn ignorierten, mit Christen und am Ende ein Mischmasch aus allem machte. Die Frage 2: Deine Antwort ist vollkommen richtig!

      • Jahwe->Allah? Ähnlicher Wortstamm?
        Ich bin gespannt auf Eure Erläuterungen und kann Euch nur dazu ermutigen, diese in anderen Foren zu verbreiten und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Ergebniss sollte ein Buch sein. Ich habe viele neue Erkenntnisse gewonnen. Damit der Knoten im Gehinrn unserer Landsleute und im weiteren Sinne aller Mitmenschen endlich gelöst werden kann (Ich meine die Trennung Islam Persische Kultur/ Lebensauffassung).

        • Danke Schamsi, falls unsere Reihen fertig sind, würde ich es begrüßen, wenn Du diese Links davon in anderen Foren setzt und auch selbst dazu beiträgst, dass mehr Menschen aufgeklärt werden! Das ist auch eine Art Kampf! Zarathustra hatte schon gesagt: “Um die Dunkelheit zu bekämpfen, ziehe ich kein Schwert, sondern spende Licht”!

        • Im hebräischen wird der G-ttesname nie ausgesprochen, daher passt die Gleichung nicht. Diese Vertonungen wurden im Nachhinein von Nicht-Juden so interpretiert, denn das was uns gegeben wurde, sind v.a. Konsonanten. Da hebräische ist ja, wie das arabische, eine Konsonantensprache.
          (Im Text, sprich im Tanach oder in Gebetbüchern stehen nur die vier Buchstaben jud, he, vav, he des G-ttesnamens und wenn wir beten oder aus dem Tanach lesen, sagen wir “Adonaj”, was “Herr” heißt)
          Allah würde eher zu “Eloha(i)” passen, bedeutet “(mein) G-tt”, das würde in meinen Augen auch vom Wortstamm her passen.. der wäre Aleph, lamed, vav, he und würde so aussehen אלוה.
          Wenn man Allah auf hebräisch schreibt, sieht es so aus אללה. Wobei das erst später, nach der Entstehung des Islams eingeführt wurde.
          Der Wortstamm beim G-ttesnamen ist ein gänzlich anderer :)

          • Vielen Dank Yocheved für diese ausführliche Erklärung und ich kann es nur noch mehr bestätigen, besondern mit Eloha, denn es ist genauso, wie ich in meinem Buch habe und die exakte Erklärung wie von Dir. Aber, ehrlich gesagt, mag ich das Wort Adonaj sehr. Der Begriff ist sehr erhaben und elegant! Ich muss mit Hebräisch anfangen! :)

            • Zu Deinem Punkt Mohammed’s Mischmasch:

              ich glaube eher dass dies die islamische Bewegung über Jahrhunderte gemacht hat um sich einerseits selbst zu legitimieren (unser Held Mohammed, der das alles allein geschafft hat) und sich andererseits bei Völkern anzubiedern, um ihnen die neue Religion schmackhaft zu machen (von jedem ein bisschen, ein bisschen Christentum hier, ein bisschen Judentum dort, ein bisschen Zarathustra was weiß ich wo).
              das alles allein Mohammed zuzuschreiben ist nur mit größter fantasie möglich und man müsste ihn für einen Übermenschen halten um das alles plausibel nachzuvollziehen zu können was er geschafft haben soll.

            • Das meine ich ja, man kann es ihm zuschreiben.
              Es gibt aber das Problem dass er in keinerlei außerislamischen Quellen auftaucht.
              Bis nach 750 hat z.B. im römischen Reich (Byzanz) niemand etwas von ihm gehört obwohl er ein soo mächtiger Mann (ab 630) gewesen sein soll…

            • Achso! Das meinst Du. Ja, da gebe ich Dir recht. Erst kurz vor seinem Tod konnte er endlich Mekka erobert und dann nach seinem Tod wäre alles vorbei und die Araber hätten wieder zu ihren alten Glauben gekehrt, wären die Kalifen Abubakr und Omar nicht gewesen! Abubakr (sein Schwiegervater und der Vater von Aische) hatte während seines Kalifats viele Aufstände und Bürgerkriege innerhalb der Stämme und Führer der Araber niederzumachen, und nach ihm hatte der Omar (auch ein Schwiegervater von Mohammad) Eroberungen außerhalb Arabischer Halbinsel (nach Persien) unternommen und nach ihm Osman und erst zur Zeit von Moaviyye von der Omayyaden Dynastie hatten die Araber nach Westen geschaut und erobert! Hätte das alles nicht passiert, wäre Mohammad ein kleiner unbedeutender Prophet für Araber gewesen, nach dessen Tod alles in Vergessenheit geraten.

            • Übrigens, Johannes redet dort von einem Buch (Sure??? ) “Das Kamel Gottes”
              soweit ich weiß taucht das im heutigen Koran nicht mehr auf.
              Da Johannes wohl um 690? 700? seine “Islamkritik” verfasst hat, kann es schon einmal nicht stimmen dass der Kalif Umar (bis 656?) alle anderen Koranversionen vernichten lies.

            • Richtig, es war nicht der Omar alleine sondern der Kalif Osman hatte mächtig seine Hände im Spiel gehabt und wie gesagt, wir schreiben bald darüber.

            • Sehr gerne! :) Wie heißt denn das Buch, von dem Du sprichst?
              Ich muss sagen, dass mir das Wort auch vom Klang her sehr gut gefällt. Und dadurch, dass man es nur im Gebet verwendet, hat es für mich eine ganz besondere Bedeutung.
              Hier schonmal was für Deinen Hebräisch-Wortschatz: be’Hatzlacha heißt viel Erfolg! :)

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