Die Roten des Dachs der Welt

Obwohl die Provinz Badaxšân (Badachschan) in Tadschikistan die größte Region ist und 45% dieses Landes ausmacht, ist ihre Bevölkerung die kleinste unter allen anderen Provinzen. Die Ursache dafür sind die hohen, unpassierbaren und unbewohnbaren Berge in diesem Gebiet. Diese Berge sind der Grund dafür, weshalb die 200 Tausend Menschen in dieser Provinz in sieben verschiedenen Dialekten, die alle zur Familie der ostiranischen Sprachen gehören, sprechen. Die Architektur der Häuser ist auch unterschiedlich: Jedes Zimmer hat fünf Säulen, und es gibt in der Mitte der Decke eine Öffnung, die in den pamirschen Sprachen (badaxši) „Tag“ genannt wird.

Die Badaxšân Berge haben nicht nur die antiken Dialoge der Bevölkerung beschützt sondern auch dafür gesorgt, dass ihre Traditionen und Gebräuche nicht von der Zeit beeinflusst, oder beraubt werden. Traditionen und Gebräuche, die seit tausenden von Jahren ihre Praxis haben, und daher unterscheiden sie sich von den Traditionen und Gebräuchen der persischsprachigen Bevölkerung in Tadschikistan.

Die Musik beansprucht einen besonderen Platz in der Kultur der Badaxši Bevölkerung, und in jedem Badaxši Haus wird immer Daf (eine Tamburin; eine Handpauke) und Rabâb (Rabab, ein Saiteninstrument) zu finden sein. Das Spielen dieser Instrumente wird vom Kindesalter an erlernt, sonst würde man unter seinen Dorfmitbewohnern als untalentiert bezeichnet.

Die Musik wird nicht nur bei fröhlichen Zeremonien und Feiern benutzt, sondern auch bei Trauerfeiern. „Cerâq Roušan“ (angelassenes Licht) ist die Bezeichnung einer Zeremonie, die für ein verstorbenes Familienmitglied gehalten wird. Bei dieser Zeremonie sammeln sich die Verwandten und Freunde des Verstorbenen zusammen und singen „Madâ“. „Madâ“ als besondere Lobeshymnen und Nekrologe, die meistens aus den Gedichten von Jalâloddin Balxi (Moulânâ/Moulavi/Mevlana), Hâfez und Sa’di ausgesucht werden und jemand bekommt die Aufgabe, während der ganzen Zeremonie diese Gedichte in dem Dialog der Einheimischen zu erzählen. Für den Verstorbenen wird am dritten Tag nach seinem Tod das Licht von acht Uhr abends bis vier Uhr morgens angelassen und immer wieder „Madâ“ gesungen. Diese Zeremonie wird gehalten, um die Hinterbliebenen zu trösten.

Die Hochzeitszeremonie der Badaxši Bevölkerung unterscheidet sich absolut von anderen Hochzeitszeremonien in anderen Regionen in Tadschikistan; von der Musik und Tanz bis zur verschiedenartigen Brautbegrüßung, bei der sie die Schwiegermutter (Xošdâman) begrüßt; der Zeremonie der Milch und Öl Bringung für das frisch vermählte Paar; der Bekleidung der Braut und des Bräutigams. Das Kleid der Badaxši-Braut beim Eintreten in das Haus des Bräutigams ist rot; denn die Einheimischen halten diese Farbe für das Sonnenlicht und das Leben. Abgesehen von der weißen Kopfbedeckung der Braut sind ihre Bekleidung, Schmuck und Schuhe in der Farbe rot.

Die Einheimischen nennen die Hochzeitszeremonie, die meistens im Herbst und Winter gefeiert wird, „Sur“ (Hochzeit). „Daf Bazm“ (Tamburin Fest) ist eine der wichtigsten Gebräuche während der Hochzeit in Badaxšân. Frauen und Männer schlagen auf ein Tamburin und bewegen es dabei ständig nach oben und unten; diese Art Tamburin zu spielen ist auch eine Besonderheit dieser Region. Während der ganzen Zeremonie – bei der der Bräutigam verabschiedet wird, um sich zum Haus der Braut zu begeben, bis er sie begrüßt und die Braut dann sich mit ihm zu seinem Haus begibt – hört man den Gesang der Männer und Frauen und ihr Tamburin Spiel.

Jadidonline
Von: Hasan Ârâ Mirzâ

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31 Gedanken zu “Die Roten des Dachs der Welt

  1. Der Artikel beruhigt mich. Dort wird Musik in allen Lebenslagen gefördert, was ein Geschenk Gottes ist.

    http://alrahman.de/hadith-und-sunna/musik-nicht-verboten.

    Ich empfehle einmal, die Kommentare zu lesen, die diesen Artikel, der davon ausgeht, dass Musik im Islam erlaubt ist. Daran ist zu erkennen, wie seelisch krank und deformiert einige Menschen im Islam sind. Diese ständige Bevormundung, dieses Muss an Einhaltung von Verboten, diese halal-haram-Keule, die ständig geschwungen wird, führen dazu, dass die Seele verkümmert und sich nicht entwickeln kann. Ich freue mich, dass sich im Iran Musik und ich nehme auch an, Tanz als positive Lebensfreude bewahrt haben.

    Da habe ich einmal eine persönliche Frage. Wenn ich mir die fernöstliche oder die arabische Musik anhöre, kommt sie mir so fremd vor und sie bleibt mir auch irgendwie fremd. Sie geht mir nicht so leicht ins Ohr. Wie empfinden Menschen aus diesem Kulturkreis, die sie das erste Mal z. B. Mozart oder Beethoven, Bach oder so hören. Werden Sie da musikalisch erschlagen, kommt sie auch so fremd rüber? (wobei klassische Musik bei unseren Jugendlichen, die in unserem untergehenden Kulturkreis aufgewachsen sind, ja bereits durch die Dauerberieselung im walkman oder in den Medien auch bereits ein musikalschen Fremdkörper darstellt, leider)
    Wie ist da die musikalische Gefühlslage? Haben die werten Blogbetreiber da Erfahrungen oder Kenntnisse von anderen?

    • Werter Bazillus, mit diesem Artikel wollte ich auch mal meiner Seele eine kleine Pause geben, bevor ich wieder anfange über die Misere in meinem Land zu schreiben oder über den Islam und sein blutiges Schwert und die Mist-Salafisten, die jetzt hier für Unruhe sorgen. Irgendwann ist man müde von allen diesen negativen Berichten. Irgendwann sehnt sich die Seele nach Ruhe, fröhliche Farbe und Berichten, in denen über die fröhliche Menschen berichtet wird.

      Also, wenn Du mich fragst, ob in diesen Kulturkreisen dasselbe Gefühl wie bei Dir herrscht, da muss ich diese Kreise nach ihrer Kultur trennen. Zum Beispiel bei den Arabern findest Du den Grad der Bekanntheit westlicher Musiker wie Beethoven, Mozart und… nicht. Bei uns ist die klassische Musik wohl sehr bekannt und hat ihren Platzt und wir kennen diese Klassiker. Man lebt auch mit ihnen und hört sie gerne und ich bin eine davon, die schon sehr früh damit anfing. Die Araber, besonders die die am Rande des Persischen Golfs leben, sie holen sich mit Geld alles auf dieser Erde zu sich, verstehen und lernen tun sie aber nicht. Schau mal, sie habe das Autorennen, Tennis Tournee, ich glaube sogar Snooker zu ihren Ländern gebracht und astronomische Preise dafür aufgestellt. Sie selbst bleiben so, wie sie sind und geben damit an und die westliche Welt und Veranstalter wissen es auch aber Petrodollar schmeckt halt umsonst und leckerer und dafür nehmen sie auch jede Erniedrigung in Kauf und die Völker der westlichen Welt beklagen sich über die zunehmenden Moscheen und Frauen mit Kopftücher und jetzt Männer mit salafistischem Outfit und das ist der Preis dafür, dass die Araber Milliarden Geschäfte mit westlicher Welt machen, andererseits wollen sie, dass die Regierungen der westlichen Länder die Muslims in Europa lebend nicht so hart unter die Lupe nehmen und ihnen gewisse Freiheiten einräumen!

      Diese Araber kaufen mittlerweile von ihren Petrodollars Stück für Stück Ecken und Länder der westlichen Welt und man fragt sich, warum plötzlich in einem Stadtteil deutschfreie Zone gibt!!!

      Wir haben über die Musik gesprochen! Weswegen? Alles in einem, wir sind vertraut mit der Musik der westlichen Welt und haben sogar sehr gute Komponisten, Dirigenten und OperettensängerInnen. Sogar in anderen Musikrichtungen haben wir namhaften Persönlichkeiten, die hier Songs und die Musik schreiben und komponieren auch Soundtracks für Filme! Hier jetzt zum Schluss, hör mal und staune die Kunst dieses großartigen Künstler! Was er macht, ist einmalig und hörzu, was hörst Du? Mit einem ganz kleinen Instrument:

      Er musste leider auch nach Deutschland auswandern, weil seine Arbeit von der Regierung als frevelhaft abgestempelt wird. Er ist ein Genie und wir haben auch solche großen Musiker, die leider irgendwann nach Ausland kommen, um weiter zu machen. Wenigstens ehren die Deutschen ihn:

      Das ist auch ein traditionelles Lied aus meiner Ecke, das er meisterhaft mit Tonbak spielt, amazing:

      • Danke für die Links,

        sorry, ich wollte diese seelisch wichtige Pause nicht herunterziehen. Ich habe noch nie einen Künstler gesehen, der mit einer “Trommel” so virtuos umgehen kann. Ein ganz großes Lob von meiner Seite!!!Ja, er entfacht wirklich ein Feuerwerk auf seinen Instrumenten.

        Einen solchen Künstler – auch noch aus ideologischen Gründen – zu begrenzen ist eine Schande. Was sind das für Idioten, die so ein “künstlerisches Aushängeschild” mit ihrem Schwachsinn vertreiben. Normalerweise schreibe ich keine Beleidigungen in meine KOmmentare. Aber hier mache ich eine einmalige Ausnahme, und zwar aus innerster Überzeugung.

        Dazu kommt er äußerst sympathisch rüber. Er revolutioniert gerade die Kunst rund um die “Schlagzeugwelt”. Ich glaube, von ihm wird man noch Größeres hören. Er ist experimentierfreudig und genial im Umgang mit seinen Instrumenten.

        Ich finde es spitzenmäßig, dass er in der Berliner Philharmonie ein so großes “Parkett” vorfindet. Dies hat er sich mit seiner Kunst redlich verdient.

        Toll ohne jede Einschränkung!!

        • Mein Freund danke, Du hast es verstanden und Du hast meine seelische Pause überhaupt nicht gestört, im Gegenteil, ich freu mich immer mit Dir über einiges zu diskutieren. Dieser Künstler ist in der Tat ein Genie seiner Zeit und ja ich freu mich sehr, dass er in Berlin ein großes Publikum hat und von ihm werden wir in der Zukunft vieles zu hören haben. Du siehst ja, wir Iraner sind auf der ganzen Welt für vieles schon berühmt, leider können diese Künstler nicht im eigenen Land arbeiten, denn entweder müssen sie gewisse Grenzen behalten oder ab und weg mit ihnen.

  2. DER LETZTE macht das Licht nicht aus.
    Die Sonne hat wirklich etwas Rotes.

    Psalm 139, 7-12:
    “Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muß die Nacht auch Licht um mich sein. Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.”

    • Wertet Jockel,
      Gott ist wahrlich nicht in der Hölle. Ich finde ihn dort nicht. Gott kann ich nur wie Jesus gut, vollkommen gut denken. Dann macht Gott als Allmächtiger, der nur Gutes schöpft, Sinn. Gott als Herrscher der Himmel und der Hölle wäre eine islamische Gottesvorstellung, in der die Charaktereigenschaft der Allmacht, nur in menschlicher Manier gedacht werden kann als inthronisierter Herrscher des Guten und des Willkürlichen (Bösen) in Tyrannenmanier. Dann habe ich persönlich mit Gott ein echtes Problem. Diesen bete ich nicht an. Er wäre ein größerer Sünder als ich. Warum sollte ich ihn ehren, nur weil er mich erschaffen hat? Damit beleidigen wir ihn. Dann kommt ein Gott des Koran zum Vorschein und den lehne ich aus tiefster Überzeugung ab. Der Rest des Psalmsteiles ist super, stehe ich voll hinter.

      Kirchenlied, der auf diesen Psalm hindeutet, heißt es:
      Wenn ich zum Himmel flöge,
      ich könnt dir nicht entfliehen;
      wenn ich zum Abgrund zöge,
      ich fände dich darin.
      Trüg mich das Morgenrot bis zu der Erde Enden,
      du hieltest mich in Händen im Leben und im Tod.
      Hier heißt es nicht Hölle, sondern Abgrund, menschlicher Abgrund der Süchte, der Kriminaitlät, des Suizids, usw. Damit kann ich etwas anfangen. Aber Jesus oder Gott in der Hölle? Nur in der Gestalt als Retter aus der Hölle kann ich mir einen Kurzaufenthalt Gott dort vorstellen. Oder er sendet einen seiner Engel, damit er nicht dem Bösen direkt ausgesetzt ist wie Jesus auf Erden. Sonst kann ich mir Gott nicht dort vorstellen als einen, der sich im Himmel und in der Hölle “aufhält”.

      Damit würde er sie ja bejahen,sie als einen Teil seiner “Heimat” ansehen. Ihm wurde sie aufoktroyiert vom Lichtträger, der durch die Kernsünde des Stolzes Gott gegenüber die Hölle erst zur Existenz gebracht hat.

      Leider liegt im Menschen das Schwarz-Weiß-Denken begründet, vielleicht genetisch bedingt, weil er hier auf Erden mit Gut und Böse alltäglich konfrontiert wird und selbst Beides in sich trägt. Somit projiziert er sein eigenes januistisches Unvermögen auf Gott, auch die verschiedenen Autoren in der Bibel. Das ist m. E. zu kurz, zu unvollkommen gedacht und wir beleidigen den wahren allliebenden Gott mit dieser Sichtweise (meine persönliche Sichtweise)

      Gott hat Adam und Eva im Paradies erschaffen, vollkommen, in Harmonie. Gott schaft nichts Böses. Der Baum der Erkenntnis ist an sich nichts Böses.Nur der Umgang mit ihm. Somit nur ein Gebot an die Menschen. Selbst dieses eine Gebot schaffen sie nicht. Traurig. Gott denkt nichts Böses. Er wird nur unfreiwillig mit Bösem konfrontiert, durch Satan, durch uns. Denn Liebe mag einen Konstruktionsfehler haben. Sie ist freiwillig!! Deshalb ist die Sünde Beleidigung Gottes. Und nur wenn ich Gott gut denke, machen Sünde als Beleidigung Gottes und das “Bilderverbot” des AT Sinn, weil alle menschliche Darstellungskunst unvollkommen zu kurz greift und Gott in seinem Licht und in seiner Liebe nie voll erfassen kann. Jedes Bild könnte ihn dann herunterziehen in seiner Würde, in seiner Majestät der Liebe.
      Wenn ich aber Gott gut und böse denke, kann ihn kein Bild beleidigen und das Bilderverbot macht überhaupt keinen Sinn. Denn jedes Bild des Menschen würde ihn dann zumindest stückweit ausschnittweise genau treffen. Allerdings könnte ihn dann kein Bild mehr herunter ziehen und herabwürdigen, denn jedes noch so schlecht gemalte Bild hätte Platz in der Wirklichkeit Gottes.

      Das ist auch das Grunddilemma des Islam.

      Falsch zu meinen wäre auch, dass ein Gott der absoluten Liebe “richten”, in die Hölle werfen müsste bei entsprechenden Kandidaten. Nein, muss er nicht. Wir werden im Jenseits unsere “Sündenkette”, die wir selbst geschmiedet haben, erkennen, wir werden erkennen, wen wir beleidigt, wen wir zu wenig geliebt haben und welche Auswirkungen das auf denjenigen gehabt hat. Darum sollte jeder seine Angelegenheiten in Ordnung bringen, bevor er von der Welt Abschied zu nehmen hat. Im Jenseits angekommen, erkennen wir, auf welchen Platz wir gehören. Gott braucht dann kein Wort mehr zu sagen. Er braucht uns nur ins Herz zu schauen, dann wissen wir.

      ich weiß, ich wiederhole mich. Werde mich aber jetzt mit diesem Thema nicht mehr beschäftigen. Bin `ne richtige Laberstrippe. Aber einen Gedanken wäre diese Einstellung wert. Muss ja niemand folgen. Aber das ist mein Gottesbild, welches ich durch Jesus bekommen habe. Die Vollkommenheit des Vater im Matthäusevangelium in Zusammenhang mit der Feindesliebe gebracht ist der Schlüssel für die Liebe Gottes und Jesu Verhalten am Kreuz, an dem er in übelster Situation seinen Feinden vergibt, da sie nicht wissen, was sie tun. Sie wussten nicht, dass Gott ein vollkommen Liebender ist.

      • ‘Hölle’ aus dem Munde Davids ist nicht das, was die Katholische Kirche und der Islam mit ihren reichlich verqueren Gedankengebäuden aus diesem Begriff gemacht haben!
        Davon müssten Sie sich vielleicht etwas lösen, um David besser verstehen zu können.
        Ich verstehe ihn so, dass überall, wo wir hingehen können, ER doch da ist.
        Man kann Gott nicht entfliehen, auch wenn man es wie Jona versucht.
        ER ist der gute Hirte, der uns auch nachgeht, wenn wir auf Abwegen sind.
        Auch intensives Verstricken in Schuld macht seinen Arm nicht zu kurz, um uns doch noch zu erreichen.
        Es kann keinen (virtuellen) Ort geben, wo Gott keinen Zugang hat.
        Ihm fehlt niemals ein ‘intellektueller Zugang’, denn er ist die Quelle der Weisheit.
        Er kann sich auch herabbeugen zu uns Sündern – und tut dies auch.
        Manchmal sind wir wie ein strampelndes Kind und widerstreben ihm.
        Manchmal sind wir in selbstgemachten Situationen, die manch einer Hölle nennen würde, aber auch dann kennt er unser Herz und lässt uns nicht fallen.
        Er kennt uns sogar besser als wir selbst. Sogar wenn wir ihn verleugnen, wie z. B. Petrus es tat, weiss er, ob das unser allerinnerstes ist, oder nicht.

        Wenn David sagt, Gott wäre auch in einer Hölle noch bei ihm, dann sagt er nicht, dass Gott Herrscher und Gestalter dieses Höllenreiches ist!

        Gott lässt auf dieser Welt so einiges zu, ohne der Initiator zu sein.
        Das Prinzip der freiwilligen Liebe bringt die Möglichkeit zur Sünde mit.
        Die Sünde bringt Leid und Tod über die Welt und nur zu gern machen wir Gott dafür verantwortlich. David tut das mit diesen Versen nicht. Er sagt nichts über eine Gottesherrschaft in der Hölle. Es ist auch nicht sein Thema, dass es eine so und so geartete Hölle ja geben muss. Er sagt im Prinzip: “sogar wenn ich an den schlimmsten vorstellbaren Ort entflöhe, so wäre Gott doch da.” Und dafür hat er einen Begriff verwendet, der zu seiner Zeit vermutlich besser passte, als zu unserer.

        Anscheinend stehen Sie auch mit dem Endgericht auf Kriegsfuß.
        Es wäre vielleicht ein schöner Gedanke, wenn Gott alle und jeden zum ewigen Leben verhelfen würde. Wenn Gott ein Allerbarmer wäre, der auch die Bösen, die durch und durch böse sein wollen, um böse zu sein, auch noch gerade biegen würde.
        Da wäre natürlich die Frage, ob diese dann überhaupt noch sie selbst sind.
        Ähnlich wäre die Frage, ob man so eine verquere Lehre, wie z. B. der Islam, noch zu einem guten Charakter umbiegen kann.
        Mein Vorstellungsvermögen sagt mir: Es gibt Fälle, da kann man nichts machen.
        Die Bibel sagt es auch (Matthäus 7,21-23):
        “Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
        Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan?
        Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!”

        Das alte und neue Testament sprechen von einem Endgericht mit Konsequenzen.
        In diesem kann kein Mensch bestehen.
        Niemand wird noch schnell irgend etwas regeln können.
        Weder mit Täuschung noch Bestechung oder Bußleistung.
        Es wird ausführlich sein, nachvollziehbar und gerecht.

        Doch Jesu Gnadenangebot haben wir zu unseren Lebzeiten.
        Es gilt uns allen, das sollten wir nutzen!

        • Werter Jockel,
          wieso hat die Kirche eine verquere Einstellung zur Hölle? Auf kath.pedia nur kurz:
          Hölle bedeutet ein Ort oder Zustand nie endender Unseligkeit, indem sich die von Gott verworfenen befinden. Sie ist eine ewige Trennung von Gott. In der Heiligen Schrift wird sie als “Gehenna” bezeichnet.

          Dem kann ich mich voll inhaltlich anschließen. Ort oder Zustand. Ich neige zum Zustand. Ich habe kein Problem mit meinem “Glauben” an Hölle. Ich habe auch nicht gesagt, dass alle Seelen in den Himmel kommen und schon garnicht damit, dass alle die Herr, Herr sagen, aus dem Schneider sind. Meine Meinung, vielleicht nicht die der kath. Kirche, ist meine Version, dass ich im Jenseits erkennen werde, welchen Platz ich einnehme ohne dass ein Wort von Gott kommen muss, also ein Richterspruch. Ist nur meine persönliche Einstellung. Ich schließe es ja nicht aus. Im Übrigen richten wir uns durch die Begehung von Sünden – hier den Unglauben – selbst. Jesu Wort: “Ihr seid schon gerichtet”, deutet an einer Stelle darauf hin. Wir werden es sehen, wie es laufen wird. Da können wir uns noch lange interessante Debatten liefern, die letztlich jedoch die Hölle zu sehr in den Vordergrund rücken. Dieses hat sie nicht verdient.

          Mit dem Rest Ihrer Ausführungen volle Übereinstimmung. Danke!

          • Die kath. Kirche hat nicht nur zur Hölle ‘verquere’ Gedanken, sondern zu ziemlich vielen biblischen Lehren. Aber wenn man kath.pedia zum Maßstab nimmt, dann liegt natürlich die Bibel quer zur Kirche. Und auch David muss klein beigeben, denn er hat kath.pedia ja noch nicht gehabt.

            Jesus sagte, (Johannes 7,38): “Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, …”

            Natürlich kann man sich fragen, was denn nun genau (und warum) zu den Heiligen Schriften zählen soll. Und auch außerhalb einer so hervogehobenen Zusammenstellung (Canon, wie es die Bibel ist) halte ich Göttliche Führung, Inspiration und Offenbarung durchaus für denkbar, u. U. sogar, ohne das es derjenige selbst merkt. Aber, wenn sich ein Lehrgebäude nach und nach immer weiter von dem wegentwickelt, was Jesus selbst gesagt hat, dann habe ich so meine Zweifel. Auch Jesu Wort “Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.” könnte so nicht mehr stehenbleiben.

            Ja, da bin ich wohl etwas fundamentalistisch. “vergehen nicht” verstehe ich auch als “verkehren sich nicht”, “verdrehen sich nicht” und “verbiegen sich nicht”, denn genau wegen solcher Machenschaften hatte Jesus immer wieder Streit mit den Pharisäern.

            Ich weiß auch nicht, woher sich jemand das Recht nehmen kann, seinen eigenen Auftraggeber umzudeuten, denn “der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer denn der ihn gesandt hat.” (Johannes 13,16).

            Auch würde ich nur ungern jemandem, der historisch gesehen sich schon so viele gelbe und rote Karten verdient hat, zum Schiedsrichter machen, oder ihm gar Deutungshoheit zusprechen.

            Für mich ist und bleibt Jesus der Herr seiner Gemeinde.

            Treue zu meinem Herrn, den ich schon ein Stück weit entdecken und begreifen durfte, dessen Stimme ich persönlich kenne und von dem ich mich geführt weiß, weil ich ihn erfahren durfte, ist für mich viel mehr, als ein ‘verhaftet sein in Gewohntem’.

            Die Kraft Gottes kann Menschenherzen berühren, verbinden, heilen und verändern. Wer so etwas zulässt, erfährt etwas. Es ist kein kurzes Abenteuer, nicht Gehirnwäsche und auch kein gefühlsechter Trip.

            Ich habe schon einige solche Veränderungen und Berührungen erfahren, auch hier in diesem Blog und auch durch Sie, werter Bazillus, dem älteren von uns, und ich finde trotzdem jetzt nicht das richtige Wort dafür.
            Danke kommt ihm jedenfalls schon nah.

            • Werter Jockel,
              Treue zu meinem Herrn, den ich schon ein Stück weit entdecken und begreifen durfte, dessen Stimme ich persönlich kenne und von dem ich mich geführt weiß, weil ich ihn erfahren durfte, ist für mich viel mehr, als ein ‘verhaftet sein in Gewohntem’.

              Würde ich Ihnen zu nahe treten oder gar zu neugierig erscheinen, wenn ich über diese “persönlich kenne” und “ihn erfahren durfte” mehr erfahren könnte?
              Diese direkten Erfahrungen habe ich nämlich noch nicht machen dürfen.Diese Gnade ist mir noch nicht zuteil geworden. Das wäre sehr spannend. Wäre aber auch wirklich nicht gram, wenn Sie dies nicht veröffentlichen wollten.

              Wie stehen Sie zu dem Wort Petrus, der Fels, auf dem ich meine Kirche baue und die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen” oder an Petrus gewandt” Weide meine Lämmer und Schafe” oder “Sünden vergeben, denen Ihr sie erlasst, dem sind sie erlassen”. Sind das alles Anweisungen Jesu, die nicht mehr die Nachfolge des Petrus begründen könnten? Kann man sich da Verse herauspicken und einige für wahr und andere für falsch halten?

              Die roten und gelben Karten für die kath. Kirche ist eine tolle Ausdrucksweise. Ja, Jesus hat sich einen Petrus ausgesucht, für mich einen der schwächsten, aber auch interessantesten Apostel, der sogar Jesus 3 x verleugnete, also eine Tat, die vom Schuldgehalt her gleich nach der Tat des Judas kommt. Auch sonst hat Petrus ziemlich ins Fettnäpfchen getreten. Das war auch eine rote KArte wert. Darum befindet sich die kath. Kirche da wohl in guter Gesellschaft, weil dort halt auch nur Menschen am Werk sind, die wie Petrus so “menschlich” gedacht haben.

              Begriffe wie Gehirnwäsche oder im “Gewohnten verhaftet bleiben” hören sich aber sehr negativ an. Ich bin seit Kindheit in dieser Kirche aufgewachsen. Gehirnwäsche, sorry, habe ich dort nie erlebt, wenn Sie das Lernen von üblichen Gebeten nicht mitzählen wollen wie z. B. das “Vater unser” welches uns ja Jeus selbst empfohlen hat oder das “Gegrüßet seist Du, Maria”. “Im Gewohnten verhaftet bleiben” ist ein Begriff, der die Routine z. B. beim Kirchgang sonntags aufs Korn nimmt, mitunter zu Recht. Die Menschen, die heute noch regelmäßig zur Kirche gehen sind, m. E. eher weniger “Gewohnheitstäter”, sondern eher “Überzeugungstäter”. Hier hat sich wohl schon etwas Spreu vom Weizen getrennt.

              Ich habe nur bewusst die beiden letzten Päpste erlebt, vielleicht noch Paul VI und hatte aber nie den Eindruck, dass beide sich über unseren Herrn Jesus Christus gestellt haben und sich selbst als Söhne Gottes selbst inszeniert, sondern ihm eher intensiv gedient haben. Nun hatte unser Herr Jesus Christus keine expliziten Problemstellungen wie Abtreibung oder Verhütung (Pillenenzyklika) oder Homosexualität im NT angesprochen, so dass die Kirche versucht, ob gut oder schlecht, im Sinne Jesu diese Problematiken zu kanalisieren. Ob ihnen das immer gut gelingt steht auf einem anderen Blatt.

              Wenn ich die Stimme Jesu persönlich hören würde oder ihm visionär begegnen würde, würde ich möglicherweise auch so denken wie Sie. Nun steht jedoch unzweifelhaft fest, dass die Wenigsten diese direkte Stimme Jesu hören und ihn persönlich “erfahren” durften. Welche eine Gnade, welch ein Geschenk, welche Ihnen zuteil wurden.

              Ich will glauben, ich will auch Jesus glauben und da vertraue ich auf seine Worte: “Die Pforten der Hölle werden sie (die Kirche) nicht überwältigen”. Die Kirche ist, so verstanden, Bestandteil seines Testamentes, so meine ich. Die hl. Kommunion ist für mich die Verbindung mit Jesus direkt, weil ich keine anderen Möglichkeiten habe, direkt mit ihm in Verbindung zu treten. So wird ein Stück Brot, die Hostie von mir als Leib Christi erfahren. Warum hat er diese Worte des Gründonnerstag gesprochen? Sie ergeben keinen Sinn, wenn sie nicht praktiziert werden. Wie kann er seinen Jüngern Brot und Wein reichen und diese als seinen Leib und sein Blut bezeichnen, wenn dieses nicht so verstanden werden soll. Ist das das Brot, welches er meinte, ewiges Leben zu verleihen? Dass es eine leere Phrase war, kann ich mir nicht vorstellen. Dafür war Jesus nicht der Typ. Er war voll vertrauenswürdig. Und eines solche Feier braucht einen liturgischen Rahmen.
              Die Kommunion bewirkt zweierlei m. E.:
              Sie verbindet uns mit JEsus selbst und die Kommunizierenden miteinander. Denn das Brot wird von dem Priester am Altar im Geist Jesu “verwandelt” und ausgeteilt und macht die Menschen in Christus zu Geschwistern, wenn Sie so wollen, zu “Blutsgeschwistern”.
              Die Beichte ist für mich eine Auftragslossprechung im Namen Jesu direkt und kann meine Seele heilen. Die Taufe ist Verpflichtung. Die Sakramentierung der Ehe durch die Kirche ist eine unerhörte Gleichstellung von Mann und Frau vor Gott und gegeneinander, ein Akt wunderbarer echter Emanzipation der Seele schon zu frühen Zeiten, als Emanzipation noch absolut keine Rolle spielte.

              Natürlich kann jeder Christ sich selbst in der Bibel vertiefen und zu wunderbaren Interpretationen der Worte Christi kommen. Und das ist auch gut, wichtig und legitim, nein sogar erforderlich. Im Interpretationszweifel jedoch bin ich persönlich gern bereit die Interpretationsentscheidung des Papstes zu akzeptieren, wenn “was Du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein” noch Geltung haben soll. Das ist auch ein Wort “Jesu”, welches einem Menschen einen im wahrsten Sinn des Wortes “maßlosen” Vertrauensvorschuss gibt, welches wirklich unerhört missbraucht werden kann. Trotz dieses Wortes hat die Kirche – und das hat verflixt lang gedauert – dazugelernt, vielleicht nicht für alle akzeptierbar, aber dazugelernt durch alle Gräueltaten, Fehler und Schwächen und Machtstreben des Bodenpersonals hindurch sich auf den Weg der Liebe gemacht, zumindest in der Verkündigung.

              An der realen Welt scheitert sie jedoch genauso wie jeder von uns. Sie ist in der schwierigen Situation etwas verkünden zu müssen, nämlich die vollkommene Liebe Jesu , die sie selbst als Menschengruppe oder menschliche Organisation nicht annähernd ausführen kann. Jesus war der Sohn Gottes und konnte die Liebe verkünden und leben und er hat sie überzeugend gelebt wie kein Mensch je zuvor bis hin zur wunderbaren Auferstehung. Die Kirche jedoch stand stets im Spagat mit der Verkündung der vollkommenen Liebe und dem “Nicht-Erfüllen-Können”. Das macht sie zu Recht angreifbar. Sie ist eine Organisation, die den Ansprüchen Jesu nie vollkommen gerecht werden kann, selbst, wenn sie es intensivst versuchte und wollte. Jesus hat die Messlatte der Liebe so hoch gelegt, dass die Kirche diesem Ideal niemals auch nur annähernd gerecht werden kann. Und genau das ist selbstverständlich voll kritikwürdig. Aber lebt der einzelne Kritiker diese Liebe Jesu besser? Vor diesem Hintergrund spricht die Kirche nur einzelne Menschen “heilig”, deren Lebenslauf dem Gläubigen Impulse geben kann, in deren Vita-Fußstapfen zu treten. Sie zeigt damit, dass sie als menschliche Organisation im Ganzen selbst nicht den Ansprüchen Jesu gerecht werden kann.

              Das ist meine BEgründung, warum ich der Kirche trotz aller Kritik mit Respekt gegenüber stehe. Sie werden aber schon bemerkt haben, dass ich meine eigene Denkweise über das Christentum entwickelt habe. Ich bin nicht gezwungen, in allem meiner Kirche zu folgen. Ich bin kein Gewohnheitstäter und mir wurde auch keine Gehirnwäsche zuteil. Ich habe nicht einmal den Katechismus gelesen, nur auszugsweise. Für mich ist der Katechismus eine Art Glaubens- und auch Lebenshilfe, die ich als eine unter mehreren akzeptieren kann, kein unumstößliches Dikat. Ich komme mit den Formeln: “Gottesliebe” und “Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst” aus. Die Sakramente der Kirche helfen mir lediglich dabei, diese Liebe zu erhalten und zu fördern, sozusagen als geistliche “Energiequelle”.

              Ein Beten in Wald und Flur oder im Kaufhaus allein, welches ich auch hier und da bewerkstellige und es sogar super finde, reicht mir da nicht aus. Warum soll ich auf das “Brot des Lebens” des Johannes 6, 35 ff. verzichten, wenn ich seiner doch habhaft werden kann.

              Für mich ist die hl. Messe eine sonntägliche geistige Kraftquelle, auf die ich
              nicht verzichten möchte. Ich sehe den Priester am Altar im Moment der Durchführung der Eucharistie, also der Gabenbereitung, Wandlung, Kommunion als Jesu Stellvertreter, unbeachtlich der Person, die diese Zeremonie durchführt. Ich sehe diesen Menschen als von Jesus selbst bevollmächtigt an, weil er Petrus bevollmächtigt hatte. Das ist mein Verständnis von und mein Verhältnis zur kath. Kirche.

              So wie jeder Christ, also auch Sie seine Treue auch außerhalb der Kirche beweisen und leben kann, so kann ich es aber m. E. in Fülle mehr innerhalb der Kirche aus den vorgenannten Gründen, nicht etwa, weil ich mich als Christ “elitär” ansehe, sondern weil mir Jesus in der Bibel diese Sakramente schenkt für alle Zeiten. Warum soll ich diese jesuanischen Geschenke nicht annehmen?

            • zu 4380:
              Werter Bazillus,
              “Mehr persönliches erfahren?”
              Liebend gern, und danke für diese Frage. Sie haben aber so viele Fragen angeschnitten (OK, ich habe auch provoziert) und Sie haben sich immer als ordentlich streitbar gezeigt, dass ich nun auch darauf eingehen möchte.
              Darüber ist es spät geworden und weil es ordentlich sein soll, hab ich auch nicht mit hartem Tobak gespart.
              Dieses würde ich gerne ausdiskutieren, ohne mit meinen Gotteserfahrungen ‘aufzutrumpfen’, denn diese Meinungsverschiedenheiten bestünden auch ohne diese. Ich möchte also diesen Teil noch ein bisschen vertagen.

              Noch wichtiger ist es mir aber, dass wir unseren gegenseitigen Icons auch danach noch brüderlich in die Augen schauen können.

              Das Wort “Gehirnwäsche” habe ich nicht auf Sie bezogen. Ich weiß, dass ICH mittlerweile schon ein Stückchen ‘ungewöhnlich’ geworden bin. Dies sehe ich u. a. auch als Folge eines individuellen Weges, den Gott mit mir ging. Manch einem erscheine ich befremdlich und er könnte denken, mir wurde Gehirnwäsche zuteil, und diesem wollte ich zuvorkommen.
              Ich möchte auch nicht Menschen wertend miteinander vergleichen. Sieh mal, ich bin schon ungewöhnlicher als du, oder heiliger, gesegneter, erleuchteter, frommer, oder was auch immer.
              Es ist nicht gut, wenn sich Christen profilieren wollen. Mir reicht es, ein von Gott Geliebter zu sein.

              Und wenn ich hier doch noch von dem für mich so Großartigem erzählen werde, dann nicht um mich zu profilieren.
              1. Jeder andere kann in Gottes Augen mehr wert sein als ich, auch ich könnte am Ende scheitern.
              2. Ich kann nicht sagen, dass ich mehr habe, in der Art, dass ich alles hätte, was ich auch sonst haben könnte und noch ein paar schöne Gotteserfahrungen dazu. Ich glaube, etwas derart persönlich Bedeutsames erfährt man nur, wenn man sich ‘einlässt’. Es gibt für mich kaum mehr den Weg ‘zurück’. Ich fühle mich zwar nach wie vor ziemlich frei, aber genau zu dem Punkt, wo ich vormals war, kann ich nicht mehr zurück. Dazu müsste ich vollständig vergessen können. Und um so weniger mag ich mich als gehirngewaschen bezeichnen lassen.

              “Im Gewohnten verhaftet bleiben” haben Sie vielleicht auch schlimmer aufgefasst, als ich es meinte.
              Natürlich gibt es gute Gewohnheiten, Jesus ging auch “nach seiner Gewohnheit” in die Synagoge.
              Die Frage wäre eher, wie lange man wider besseren Wissens (so man dieses erlangt) bei alten Gewohnheiten/Aussagen bleibt.
              Und auch dann noch wissen wir ja, das Gott barmherzig, gedulig und gnädig ist.
              Und an mir selbst sehe ich auch, wie schön das ist. Wie könnte ich dann andere verurteilen?

              “Gelbe und rote Karten”
              Petrus, als er Jesus 3x verleugnete, würde ich aus meiner Sicht keine rote Karte geben, denn er blieb ja im Spiel.
              Petrus Schuld würde ich auch nicht so hoch ansetzen, denn
              1. Er wollte wohl nur seine eigene Haut retten. Er wollte nicht bewusst sündigen, nicht böse sein, um Gott selbst oder seinem Werk zu schaden. Er war gefangen in seiner Angst, die ihn blind (und taub) machte, und nicht erkennen ließ, dass der Hahn schon krähte und er immer noch das tat, was Jesus ihm schon vorhergesagt hatte.
              2. Er hat kaum konkret geschadet (einmal abgesehen vom schlechten Vorbild). Er hat keinen laufenden Rettungsplan (wie ihn der Islam ja lehrt) vereitelt, denn der Kreuzestod gehörte meiner Ansicht nach zum göttlichen Erlösungsplan.
              3. Große und kleine Schuld sind meiner Ansicht nach sowieso eher zweitrangig. DASS sie vergeben wird, ist doch viel wichtiger.

              “Päpste über Jesus?”
              Nun sind die letzten Päpste natürlich nicht so krass, wie die früheren einmal waren.
              Aber alle zusammen bilden sie auch das ‘Papsttum’, und die kath. Kirche mit all ihren Ansprüchen.
              Und da gibt es einiges Krasses:
              * Veränderung der 10 Gebote (immerhin die einzigen Weisungen der Bibel, die in Stein gehauen wurden).
              * Titel “Stellvertreter des Sohnes Gottes auf Erden”.
              * Unfehlbarkeitsanspruch
              * Inquisittion (Einschüchterung, Verfolgung und Hinrichtung andersdenkender, z. B. Jan Hus, Hieronymus von Prag).
              * Ablasshandel (Vergebung gegen Geld).
              * Unterdrückung des muttersprachlichen Zugangs zu den Schriften.
              * Verwässerung der Kernlehren durch Ergänzung vieler ‘kleiner Zusätze und Frömmigkeiten’ (z. B. Heiligenanbetung)
              * Segnen von Waffen, Kreuzzüge.
              Nun mag man denken, so krass ist’s doch heute gar nicht mehr.
              Aber dann muss man sich fragen, warum es selten das Papsttum selber war, das die Initiative ergriff, um Gottes Willen wieder näher zu kommen.
              Nein, meistens waren es andere (z. B. Luther, Gallilei), die diesem Papsttum gegen dessen Widerstand und auf eigene Kosten entgegentreten (‘entschärfen’) mussten.
              Außerdem wurde dieses ‘Krasse’ selten zügig (‘verflixt lang’ räumten Sie ja schon ein), klar und endgültig abgelegt (z. B. wurden die Inquisitionsorgane erstmal nur ‘umbenannt’ und ‘restrukturiert’ (warum nicht abgeschafft), noch im Jahr 2000 gab es Klärungsbedarf, so dass es zu der Erklärung http://www.dominikaner.de/fileadmin/documents/themen/dominikaner_und_inquisition/Erklaerung_des_Provinzkapitels_2000.pdf kam.)
              Kurz gefasst, sagt die katholische Kirche zu den Evangelischen:

              Ihr beruft euch ‘allein auf die Schrift’, aber haltet nicht alles; wir dürfen aufgrund unserer Autorität davon abweichen.

              Einen gut Teil hat sie also noch behalten, und noch während alte Schwächen bereinigt wurden kamen schon wieder neue hinzu.
              Sollte man sie nicht auch an ihren eigenen (imensen) Ansprüchen messen?
              Wenn der Koran sagt, alles würde er erklären, dann hat er auch die Verantwortung für die Schandtaten seiner Getreuen.
              Man muss ja nicht alles sofort verdammen, aber zumindest sollte man eine persönliche (revidierbare) Meinung entwickeln.

              Ja, es gibt viele Verheißungen zu einer ‘Gemeinde’ Gottes (im AT mehr ‘Volk’ Gottes genannt), die Sie auch unter dem Begriff ‘Kirche’ in Anspruch nehmen. Aber wer ist Gemeinde, Volk, Kirche, Freikirche oder gar eine Sekte?
              Wer hat die göttliche Legitimation?

              Zur Zeit der ersten Christen beanspruchten die Juden die göttliche Legitimation für sich.
              Aber so war es schon nicht mehr (ausschließlich).
              Dafür ließen (einige) Christen ihr Leben.

              Im Mittelalter beanspruchte die katholische Kirche die göttliche Legitimation.
              Andere Christen ließen für Reformvorschläge (die teilweise später sogar angenommen wurden) ihr Leben.
              Hatte die Kirche dafür noch die (in Anspruch genommene universelle) göttliche Legitimation, oder war es aus Gottes Sicht schon anders?

              Die Bibel formuliert folgendes(Römer 8.14):
              “Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.”
              Das ist aber auch der Geist der Wahrheit (Johannes 16, 13), und nicht der der Lehrverkehrung.
              Ist diese biblische Aussage nicht höher zu werten, als nur zu sagen “wir beziehen uns auf Petrus, und deshalb haben wir die göttliche Legitimation.”, egal, was wir tun? – Klingt doch irgendwie selbstgemacht.

              “Jesu Stimme hören”
              Ein Vergleich: Ich sage meinen Kind: “Saug bitte den Flur!”, und dieses antwortet: “Ja klar, aber spiel mir deine Ansage erst auf meinen MP3-Player!”
              Wie würde Gott sich fühlen, wenn wir von ihm Visionen fordern, aber das nicht tun, was wir auch so verstehen?
              Jesus sagt (Johannes 10, 27):”… meine Schafe hören meine Stimme …”
              Dies ist kein Hören im direkt akkustischem Sinne, von etwas, was auch Mikrofone hören und aufzeichnen könnten.
              Dann könnten sie ja sofort alle hören, notfalls mit Verstärker (in der Türkei kommen diese tatsächlich deshalb zum Einsatz).

              Es ist also geistlich zu verstehen, als individuelle Erkenntnis, die unbeweisbar bleibt, weil Gott Glauben haben will.
              Und wie Kinder ihre eigenen Fehler machen müssen und ihre eigenen Lehren daraus ziehen, so kann man auch Glaubensstärkung dem anderen nur nahelegen, niemals erzwingen.

              Und wir haben Möglichkeit mit Jesus in Verbindung zu treten. Wir können beten!
              Jesus empfiehlt es auf eine Art, bei der man niemand anderen vorher fragen und auch keine Liturgie über sich ergehen lassen muss (Matthäus 6.6):
              “Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen …”

              “Brot und Wein”
              Im wesentlichen Zustimmung: Das Feiern des Abendmals in christlicher Gemeinschaft ist durchaus biblisch anempfohlen (1. Korinther 11, 17-34). Ich würde allerdings nicht ganz soviel hineinlegen. Ich sehe Symbolik und Erinnerung und auch die Pflege guter Gewohnheit. Weniger direkte (mechanikartige) Auswirkungen auf einen Glaubensstatus.
              Natürlich ist die gedankliche Sünde während der Feier des Andenkens (ja schon im Wortsinn eine Tateinheit) nicht folgenlos (wie alle anderen Sünden auch), also eine ernste Sache, …

              “Heilige”
              Die Bibel bezeichnet unzählige namentlich nicht genannte Christen der ersten Gemeinden als Heilige.

              “Lebt der einzelne Kritiker die Liebe Jesu besser?”
              Eine sehr berechtigte Frage. Ich denke kaum, nur weil er kritisiert. Denken, Reden und Handeln sollte übereinstimmen und die Liebe in allem erkennbar sein! Der selbständig Denkende hat die stete Verpflichtung, die Gemeinschaft zu suchen, genauso wie die Gemeinschaft die stete Verpflichtung hat, die Einzelnen zu beachten (nicht nur die Kritiker, sondern auch die im Schatten stehen). Jesus ist Herr der ganzen Gemeinde und geht trotzdem jedem einzelnen nach.

              Volle Zustimmung über die Wichtigkeit geistlicher Erbauung mit kleinen Unterschieden:
              Wo Sie den Stellvertreter Jesu zum Vollzug der Zeremonie sehen, sehe ich eher den Botschafter zum Vermitteln des Glaubens. Ich sehe darin mehr göttliche Intention.
              Die gute Erkenntnis führt zu guten Taten und zu besseren Schicksalen.
              Unser Einstimmen in den Willen Gottes (der Glauben) schaft uns Frieden mit Gott (Römer 5,1).
              Wenn die Zeremonie so angelegt ist, dass sie den Glauben, den Gott haben will, vermittelt und auch zu guten Werken führt, dann könnte ich sagen: OK. Wenn es aber darum geht, IHR (die Gläubigen) seid die Teilnehmer UNSERER (der Priesterschaft) Zeremonie, und WIR halten nach, das auch alles korrekt läuft, und WIR machen ggf. den Haken dran (oder auch nicht), dann fördert das mehr Abhängigkeit als gute Gewohnheit.

              Abschließend noch eines:
              Das Sie sich selbst als kritischen Christen bezeichnen, freut mich sehr, und macht Sie für mich auch sehr interessant.
              Gott segne Sie!

    • Nun habe ich gerade festgestellt, dass das, was ich nicht schrieb vermutlich auch nicht ankam. Ich wollte mir auch ein bisschen Pause gönnen und hatte mich deshalb kurzgefasst. In dem von mir zitierten Versen war auch das Wörtchen ‘Hölle’, worüber es mit Bazillus auch schon einen kleinen Dissenz gab, und leider rückte dieses Wort sogleich ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
      Dabei sehe ich dieses Wort hier gar nicht als so wichtig an (es ist mir sogar irgentwie ‘durchgegangen’), und auch das von Bazillus erwähnte Kirchenlied lässt genau dieses Wort aus.

      Ich kommentiere noch nicht sehr lange interkulturell, das ist auch für mich eine Herausforderung.
      Ich bedaure diese ‘Irritationen’ und erlaube mir noch einen Versuch zu beschreiben, was mir dieser Artikel bedeutete:

      Zunächst las ich ‘die Roten…’, und fragte mich, was das wohl meint.
      Und ebenso schnell fällt ins Auge: Die Bräute sind rot gekleidet, und nicht weiß, wie bei uns in Deutschland.
      Ich erinnere mich an die Roten (Kommunisten) aus Russland und an eine Erklärung, dass ‘rot’ und ‘schön’ im Russischen wortverwand sei. Leider bin ich sprachwissenschaftlich zu unbeschlagen, um dies zu überprüfen, ich fragte mich aber, woher eine solche Verbindung wohl kommen könne.
      Für mich ist das erst einmal der wärmste Farbton überhaupt, und ich vermute, dass die Ost-Tadschiken, wie auch die meisten Bewohner Russlands es überwiegend kälter haben, als es ihnen lieb ist.
      Wie sehr man sich nach der lebensspendenden Wärme der Sonne sehnen kann, das mekrt man zum Beispiel an einer durchgefrorenen Nacht im freien.
      So ein Erlebnis gönnte ich mir einmal in jungen Jahren, ohne elterliche Befürwortung und ohne Hightech-Ausrüstung. An diese Erfahrung erinnere ich mich, wenn ich mir überlege, was es wohl heißen mag, einen ganzen Winter zu frieren – egal ob die Gegend so unwirtlich ist, oder das Haus so zerbombt.

      So eine Sehnsucht nahm ich auf aus dem Artikel. Sehnsucht nach Wärme und Leben. Sehnsucht in der durchgefrorenen Nacht nach der Morgenröte – und, klack, es sitzt bei mir tief: Mir kamen Stellen, in denen auch die Bibel von einer solchen Sehnsucht spricht. Und auch christliche Liedfragmente in meinem Kopf taten das ihre: Und der zitierte Psalm, von David geschrieben, spricht von

      ‘Flügeln der Morgenröte’.
      Ich stelle mir David u. a. auch als einen sehr guten Beobachter vor. Er musste sich in jungen Jahren verstecken, und auf der Hut sein, ob sich nicht von irgendwo Gefahr näherte. Ich weiß nicht, ob der Ausdruck ‘Flügel der Morgenröte’ von David stammt, oder vielleicht noch deutlich älter ist. Aber David wird siniert haben, ob er im Fall der Fälle schnell genung wäre, seinen Verfolgern zu entkommen. Ich denke nach, womit kann man schnell sein?
      Zu Fuß, mit dem Pferd, auf einem Schiff?
      Vögel können noch schneller sein.
      Vielleicht hat David beobachtet, wie bei Sonnenaufgang die ‘Morgenröte’ die Schattenherschaft der Nacht Tal um Tal verjagt. Heute können wir ausrechnen, dass dieses mit über 1600km/h vonstatten geht! Mehr, als Schallgeschwindigkeit. Für David unerreichbar. Sich selbst so zu bewegen – für David höchstens eine Fiktion.
      Und doch kann man regelmäßig beobachten: Die Sonne ist allmorgendlich allumfassend und siegreich!
      Denen, die sich nach Wärme sehnen bringt sie die Erfüllung ihrer Hoffnung, und auch für die, die ihre bösen Taten lieber verborgen halten gilt: Die Sonne bringt es an den Tag.
      David geht bewusst bis an die Grenzen seiner Vorstellung und sagt bei der Entfernung: “bis ans äußerste Meer”.
      Man kann sich nicht schneckenlahm aufmachen um so weit zu kommen, aber mit ‘den Flügeln der Morgenröte’ ginge es vielleicht – und selbst dann wäre Gott mit seiner Liebe dabei.

      Und wenn er sich nicht von Gott entfernen kann: Dann vielleicht abwenden (selbstgemachte, ‘gebettete’ Hölle, will ich jetzt nicht nochmal ausführen), oder verstecken? Verstecken in der Finsternis?
      Auch das wäre nicht möglich. Das erkannte David schon ohne das Wissen von Radartechnologie, Ultraschallortung und kosmischer Strahlung. Wunderbar!

      …’vom Dach der Welt’
      eine wirklich unwirtliche und unzugängliche Gegend. Möglicherweise muss man für einen Nachbarschaftsbesuch durch ein tiefes Tal hindurch. Und doch gibt es seit alters her schon Kommunikation. Wo man Licht erkennen kann, da ist jemand. Und wo das Licht an- und ausgeht, da lebt auch jemand!
      (Ein Prinzip, das sich heutzutage Microcontroller zunutze machen, um festzustellen, ob sich ihr Programm nicht zufällig schon aufgehangen hat).
      Eine einfache Kommunikation aus einer Gegend, die sparsames Leben mit Sicherheit sehr gut gelernt hat. Es erinnert mich an zwei alte Damen, zu denen die Telefonflatrate noch nicht vorgedrungen war, und die sich die Gesprächsgebühren einzusparen gelernt hatten: Sie riefen sich allmorgendlich abwechselnd und pünklich an, ließen es dabei nur einmal Klingeln und wussten: Der andere lebt!

      Nun kenne ich von uns in Deutschland, dass Beisetzungsfeiern meistens in ein bis zwei Stunden ‘erledigt’ sind. Zusammenzukommen um eine ganze Nacht lang zu beklagen, was man überhaupt nicht wahr haben möchte…
      Das ist für mich ein Ausdruck von ganz tiefer Anteilnahme. Wir bleiben bei dir und lassen dich nicht die Nacht über allein. Und wenn dir die Augen zu fallen, und du uns nicht siehst, dann kannst du uns immer noch hören. Stark!

      Aber wir Menschen müssen irgendwann das unabänderliche akzeptieren. Wir können die Toten nicht wieder lebendig machen. Aber am Ende siegt nicht die Dunkelheit, sondern das Licht. In diesem Zusammenhang wirkt die Anspielung auf das geflügelte Wort “der letzte macht das Licht aus!” vielleicht unpassend.
      Aber die Handlung bei der Trauer, die da sagt: ‘wir machen das Licht diese Nacht NICHT aus’, die sagt mir auch: Das Licht ist das bessere, das, wonach wir uns sehnen, das was uns am Leben hält.

      Gott ist der Erste und der Letzte, er spricht das letzte Wort und er ist Licht und wählt: Den Tag.

      Es wird immer Tag sein in der Ewigkeit (Offenbarung 21, 25) und die Öffnung zum Himmel, die Tag genannt wird, kann auch eine Öffnung zu Gott sein und eine Öffnung zur Hoffnung.

      Ich las gerade noch bei Wikipedia, dass Christliche Gemeinschaften in Tadschikistan (mehr) arbeiten (dürfen), als die muslimische Mehrheit!
      Bemerkenswert!

  3. Ich habe nichts, aber auch garnichts von dem verstanden, was die Menschen da gesungen haben und meine, das Wort “Halleluja” herausgehört zu haben. Ich weiß auch nicht, ob dieses Lied einen religiös-christlichen Inhalt hatte.

    Bei diesem Video sind mir die Tränen gekommen. Bin schon bald 60. Da geht das leichter. Die Menschen dort haben so “erlöst” ausgesehen. Sie haben mit echter Freude und voller Inbrunst, ja aus vollem Halse gesungen. Ihnen sehen wir an: Wo das Herz voll ist, fließt der Mund über. Kein einziges verkniffenes und fanatisches Gesicht. Ich spürte förmlich, dass die Freude von innen kam. Die Körperhaltung, die Arme nach oben, das Zeigen nach oben, das Klatschen, alles Ausdruck von Freude. Die Gesichter offen. Als ob eine Befreiung sie in diesem Moment erfasst hat. Eine einfache, aber schöne rhythmische Musik, die Herzen gen Himmel gerichtet.

    Und dann kam das Ikonenbild von Jesus. Kein Wunder, in seiner Gegenwart kann man frei, erlöst und glücklich sein im Sinne von: “Wo zwei oder drei zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen”. Ein Vorbild für Muslime. So offen können sie gegenüber ihrem Gott nicht auftreten. Aber genau das fehlt ihnen. Ich wünsche es ihnen. Hier bewahrheitet sich das Wort, dass Singen doppeltes Beten bedeutet. „Wer singt, betet doppelt!“ Wir finden diese Aussage bei Martin Luther, dieser hat sie seinerseits beim Kirchenvater Augustin entdeckt. „Wer singt, betet doppelt!“

    Wer nicht singen will oder kann, dem fehlt etwas ganz entscheidendes.

    Viele seelische Verstimmungen könnten durch das Singen geheilt werden:
    „1. Hab`oft im Kreise der Lieben im duftigen Grase geruht, und mir ein Liedchen gesungen, und alles war hübsch und gut.
    2. Hab`einsam auch mich gehärmet in langem düsterem Mut und habe wieder gesungen, und alles war wieder gut.
    3. Und manches, was ich erfahren, verkocht` ich in stiller Wut, und kam ich wieder zu singen, war alles auch wieder gut.
    4. Sollst uns nicht alles klagen, was alles dir wehe tut. Nur frisch, nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut.“
    Die Älteren kennen dieses Lied des Adalbert von Chamisso, welches Friedrich Silcher vertont hat. Wer nicht singt, der versäumt auch viel!

    • Laus Deo, das hat mir unheimlich gut getan in der Seele. Das ist ein Lobeshymne an Herrn Jesu Christi und es sind die Kopten. Stelle Dir vor, wie dieses Meer von Menschen, die so viel positive Energie erzeugen und diese ans Universum schicken. Und das Schöne und Wunderbare daran ist, dass das Gebet sooft wiederholt wird und alles synchron und in einem bestimmten Moment. Das ist die Macht das Böse zu vertreiben, so wie immer wieder in dieser Hymne gesungen wird, dass nun der Teufel verbannt wird. Wunderschön. Danke Bazillus. Ich fühle mich jetzt sehr stark und im Herzen sehr froh und der Tag wird auch sehr schön werden. Das ist die Macht der Musik! Halleluja!

    • Ich möchte berichtigen: Wer nicht singen will oder darf, denn kann, zählt nicht. Selbst wenn jemand den Ton nicht exakt halten kann, darf er dennoch genauso erlöst und frei singen, wie jeder andere auch. Dieser falsche Gesang ist dann nocht befreiender und ehrlicher.

    • Mannnn, wann ist wieder Weihnachten :)? Das ist schön und beruhigend. Und wenn ich mir aus dem Koran lesen vorstelle, dann ist alles so düster und berichtet nur über das Elend und den Jüngsten Tag und die Hölle und Drohungen. Nichts ist da göttlich. Dafür muss ich Beispiele hier setzen, wie es ist aus dem Koran zu lesen, aber dafür will ich hier nicht besudeln. Und das Schöne hier zerstören.

    • Danke Bazillus, für diesen Link!
      Wie schaffen es die Christen, so friedlich und erlöst zu wirken?
      Wenn Muslims Tote zu beklagen haben, sieht das immer so aus, als würde es nach dem Trauermarsch direkt zur Waffenkammer gehen.

  4. Werter Jockel,
    ich finde es toll, wie Sie Petrus in Schutz nehmen. Aber Judas war mit Sicherheit auch Teil des Heilsplans Gottes. So makaber es klingen mag. Ohne Judas wäre Christus möglicherweise eines natürlichen Todes gestorben.
    Ich setze die Schuld des Petrus so hoch an, weil er das völlig unverdiente Glück hatte wie die übrigen Jünger, Jesus persönlich getroffen, erlebt zu haben. Er hat selbst die intimsten Höhepunktstationen der Verklärung Jesu erlebt, Wunder, Austreibungen wirklich erlebt und hat so schäbig gehandelt. Auch wenn er sein Leben nach der Auferstehung Jesu vorbildlich geführt haben mag, so hat er dennoch wie die anderen Jünger außer Johannes und Maria sowie die Frauen eklatant, m. E. in Bezug auf unseren Herrn Jesus Christus wirklich eklatant versagt. Nicht umsonst nennt Jesus in an einer Stell – wenn auch situationsbedingt – Satan und er fragt ihn als auferstandender Herr dreimal, ob er die Schafe weiden wolle. Petrus war war geknickt, dass Jesus so wenig Vertrauen zu ihm hatte. Aber angesichts seines Verhaltens in der Passionssituation wohl völlig angemessen.

    Zunächst einmal: Ich bin wirklich froh, dass die kath. Kirche einen Teil der 10 Gebote geändert hat. Und im Übrigen mit besten, mit allerbesten Empfehlungen durch unseren Herrn Jesus Christus. Die mosaischen 10 Gebote waren für die damalige Zeit wichtig und richtig, wiesen aber für das sich entwickelnde Gottesverständnis Mängel auf. Diese 10 Gebote in der mosaischen Form führten nicht zur Liebe. Sie waren die Grundlage, die zur Liebe führen konnten. Sie bedurften eines Anstoßes, den Jesus textlich zementiert hat. Deshalb wird das Matthäus-Evangelium 19, 16 ff. von einigen Christen möglicherweise nicht so gern gesehen. Wenn dort Jesus explizit die 10 Gebote benennt und ein Gebot davon das Nächstenliebegebot so hervorhebt, so kann ich nicht erkennen, dass die kath. Kirche diese Gebote geändert hat. Sie hat sie an das Denken Jesu berechtigt angepasst, nicht eigenmächtig geändert. Das Bildnisverbot hat sie weggelassen aus gutem Grund. Vor Jesus konnte man sich von Gott kein Bild machen. Nach Jesus ist das Kreuz ein Symbolbild Gottes, weil Jesus als Mensch auf die Welt kam und das Kreuz freiwillig auf sich nahm und dort starb. Schließlich ist nicht Moses für das Christentum entscheidend, sondern Jesus. Moses ist eine wichtige Voraussetzung, aber für unseren Glauben wähle ich die bessere Alternative. Die Kirche hat die 10 Gebote im Übrigen nicht “geändert”, sie stehen in der Einheitsübersetzung noch genauso wie sie einmal gedacht waren. Die 10 Gebote hatten Gott-Vater als Schirmherrn. Die 10 Gebote der heutigen Zeit weisen Jesus als Schirmherrn auf, so dass ich da keinen Mangel, sondern eine Extrembereicherung sehe. Mögen die 10 Gebote des Moses in Stein gehauen sein, die 10 Gebote des Jesus von Nazareth sollten im Herzen eingemeißelt sein.

    Bilderverbot hatte zur damaligen Zeit Sinn. Kein Bild, keine Musik, keine künstlerische Darbietung kannt auch heute noch nicht Gott in seiner guten Vollkommenheit ganz erfassen. Heute macht es nicht mehr den Sinn aus, den es früher ausmachte, weil Jesus, den wir als Gott, als Bestandteil der hl. Dreifaltigkeit anbeten, irdische Lebenszeichen hinterlassen hat wie das Kreuz, wie die “Himmelfahrt”. Diese Bildnisse aus dem Leben Jesu sind berechtigt und auch sinnvoll. DAmit erfassen wir Gott selbstverständlich nicht in seiner Vollkommenheit, in seiner Fülle, aber diese Bildnisse könnten die Herzen der Gläubigen helfen, sich zu Gott zu erheben. Wenn ich vor einem Kreuz in der Kirche knie, bete ich nicht das Kreuz, das Holz, aus dem es gemacht wurde, an, sondern den, der an einem solchen Kreuz gehangen hat. Bilder werden nie angebetet. Sie dienen nur der geistlichen Erhebung zum Ziel der Anbetung.

    Marienverehrung: Schauen Sie bitte auf den Rosenkranz: Ein Beispiel:
    Gegrüßet seist Du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir = Biblischer Text Begrüßung der Jungfrau Maria durch den Engel Gabriel
    Du bist gebenedeit (= gelobt) unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes Jesu (Biblischer Text. Begrüßung Marias durch Elisabeth), der Du am Kreuz gestorben bist (biblische Tatsache)
    Jetzt folgt die Bitte an Maria, sich bei Gott für uns zu verwenden wie folgt:
    Heilige Maria, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

    Sehen Sie an diesem Gebet irgendeine Form der Marienanbetung? Ich erkenne sie nicht. Es ist legitim, Heilige um Fürsprache anzurufen. Heilienverehrung heißt nie Heiligenanbetung. Immer wieder kommt dieses Vorurteil auf, dass Katholiken oder Kopten oder orthodoxe Kirchen Heilige “anbeten” würden. Ich hoffe, ich habe Sie da etwas sensibilisiert.
    Selbstverständlich gab es Zeiten, da wurde Heiligenverehrung übertrieben und Jesus wurd aus dem Blickfeld genommen. Das war zu kritisieren und ist radikal abzulehnen.
    Das AVe Maria des Rosenkranzes weist immer auf Jesus hin. Maria dient nur als “Mittel zum Zweck”. Schauen Sie sich einmal das Evangelium der Hochzeit von Kanaa an. Für mich persönlich das “marianische Evangelium”. Es ist förmlich schon reizend, wie Jesus sich da hilflos wehrt gegenüber seiner Mutter: Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen”. Was macht Maria? Sie kümmert sich nicht um das was er sagt, sondern sagt zu den Dienen” Tut, was er Euch sagt” Und Jesus gehorcht wie ein kleiner Junge. Toll. Das als Beispiel zur Wirkmacht der irdischen Mutter Jesu. Für mich ein starkes Zeichen dafür, dass Maria auch heute noch Einfluss auf ihren Sohn, den wir ja als Gottes Sohn, letztlich als Bestandteil Gottes verehren haben wird. Nicht umsonst tritt Maria als Erscheinung z. B. in Guadalupe (Mein Rat: Beschäftigen Sie sich bitte einmal mit diesem Phänomen) auch in letzter Zeit als Botschafterin für Gott auf.

    Der Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes bezieht sich auf “Glaubens- und Sittenlehren”. Naja, ich kann verstehen, dass da viele Christen ihre Schwierigkeiten damit haben. Es gründet sich wohl auf das Wort Jesu derV ollmacht der Bindung des Petrus für den Himmel und die Erde.
    Ich will jedoch gern zugeben, dass das nicht Jedermanns Sache sein kann. Was soll ich da großartige Ausführungen machen? Aber letztlich stützt sich dieses Dogma auf ein Wort Jesu, zumindest kann es so interpretiert werden.

    Segnung von Waffen in der NS-Zeit ist nicht so ganz fair, darauf spielen sie an. Erstens wissen wir nicht, was in den Köpfen der Priester vorging. Sie mögen sie gesegnet haben in der Intention, dass sie nicht soviel Schaden anrichten mögen. Es kann aber auch sein, dass da echte Nazipriester am Werk waren. Selbstverständlich war die Waffensegnung abzulehnen. Wer jedoch ablehnte, in der damaligen Zeit, musste mit dem Tod rechnen. Das wird immer so gern vergessen. Ich will diese Segnungen weiß Gott nicht verteidigen. Aber hier sollten wir ein differenziertes Bild abgeben. Es wird sehr leicht vergessen, dass gerade viele kath. Priester im KZ geendet haben. Die kath. Kirche und die kath. Gläubigen einschließlich der evangelisch Bekennenden Kirche waren diejenigen, in denen die NsDAP nie so recht zum Zuge kamen. Mein Vater war im Münsterschen Dom Hilfsküster unter kardinal von Galen. Er erzählte uns immer, dass der Kardinal immer seinen Koffer gepackt hatte, weil er damit rechnete, jederzeit abgeholt zu werden. Die Hitlerjugend traf sich sonntags immer vor dem Dom mit Parolen wie: “Gegen Juden, gegen Rom, für den Deutschen Dom”. Ich denke, dass das vieles aussagt.
    Natürlich hätten Kirche viel mehr machen müssen im 3. Reich. Aber vor dem TV-Sessel kann das alles leichter gesagt und geurteilt werden. Ich hätte in der Zeit nicht leben mögen.

    Die Kreuzzüge sollten Sie offener beurteilen. Der damalige Papst hat zu Kreuzzügen aufgerufen, die in ihrer Folge auch brutal und menschenverachtend waren. ABer was war die Ausgangssituation. Jerusalem wurde seit mehreren Jahrunderten von muslimen besetzt. Nun war man daran die Grabekirche zu schleifen. ERst da rief der papst zu Kreuzzügen auf. Diese waren also keine Eroberungszüge, sondern der erste zumindest war zumindest als reiner Verteidigungszug gedacht. Selbstverständlich wurden sie später zum brutalen Selbstläufer. Es wäre also nie zu diesen Kreuzzügen gekommen, wenn die Muslime wenigstens die Heiligtümer der Christen und der Juden in Ruhe gelassen hätten. Hätten wir sie so weitermachen lassen sollen? Bitte informieren Sie sich da einmal genauer zumindest was den 1. anbelangt.

    Zur Inquisition und Ablasshandel gibt es nichts zu beschönigen. Sie waren reine Machtinstrumente, die die Kirche zutiefst missbräuchlich zur eigenen Machterhaltung benutzt hat.

    Es stimmt, dass Jesus keine einzige katholische heilige Messe gefeiert hat. Aber das ganze Leben Jeus war eine einzige heilige Messe. Und dieses Leben wird in dieser Messe letztlich im Rahmen einer Liturgie gefeiert. So wie die Mutter oder der Vater das Abendgebet oder andere Dinge vor dem Schlafengehen der Kinder ritualisiert, so meine ich, dass es legitim ist, unserem höchsten Gut, nämlich Jesus, eine besondere Liturgie zu widmen. Selbst die Liturgie für Jesus beinhaltet Lobpreis und Gebet. Es ist eine Möglichkeit, mit Jesus ins Gespräch zu kommen mit den Vorteilen, die ich versucht habe im letzten Kommentar zu schildern, unter vielen. Darum sind die kath. Kirche und ich selbst als Katholik nicht einen Deut besser als Sie oder irgendein anderer Mensch in der weiten Welt ob Christ, Muslim, Bahai, Zoroastrier oder Atheist.
    Ich persönlich sage mir immer, dass dies der erfüllteste Weg hin zu Gott ist. Eine Kirche, die 2000 jährige Erfahrung mit dem Umgang Jesu, wie er zu verstehen ist, hat, kann nicht ganz falsch liegen in ihrer Verkündigung, wohl in der praktischen Umsetzung und Ausführung des christlichen Lebens. Dafür gibt es auch heute genügend Negativbeispiele. Mein Vater als Küster hat genügend selbst erfahren. Das hat aber nichts mit der Verkündigung zu tun.

    Werter Jockel, ich freue mich über diese Diskussion (nicht Disput oder Streitgespräch) und ich bestehe mitnichten auf das letzte Wort. Bin da ganz demütig und bescheiden. Ich versuche nur etwas zum Verstehen beizutragen, warum ich mich in dieser Kirche wohlfühle. Niemand muss das akzeptieren, niemand muss deshalb Katholik werden. Ich habe noch heute genügend Kritikpunkte an dieser Kirche aufzubringen, z. B. ihr unerklärlich affines Verhältnis zum Islam, welches vielleicht der Nächstenliebe geschuldet ist, die ich jedoch in diesem Fall nicht ganz nachvollziehen kann, wenn es umdie Frage geht, ob wir denselben Gott anbeten. In diesem Punkt kann mir die kath. Kirche verkünden, was sie will, Ich bete niemals diesen Gott des Muslime an, ohne Muslime jetzt herabzusetzen. Dieser Gott ist nicht mein Gott. Trotz aller Mängel, die ich auch heute noch an ihr feststelle, fühle ich mich glaubensmäßig in ihr wohl und zum Teil sogar geborgen.

    Auch Ihnen, werter Jockel, den werten Blogbetreibern und allen Menschen werde der heilsame Segen Gottes zuteil.

    • Werter Bazillus,

      Judas hat mit viel mehr Vorsatz gehandelt als Petrus. Er hat den Entschluss gefasst, als für ihn noch keine unmittelbare Not bestand. Und wie ich denke, hat er danach nicht mehr um Vergebung bitten können, sondern sich selbst umgebracht. Wenn Sie Petrus Schuld so hoch ansetzen, wie Petrus bitterlich geweint hat, dann ist das OK für mich, dann stimmen Sie ja mit ihm überein.

      Aber: Eigenes Versagen und mit unser eigenen Mitteln nicht mehr gutmachbare Schuld erkennen, und dann dieses mit der vollsten Entschlusskraft die wir aufbringen können bedauern, – dass kann uns auch passieren, auch ohne die Erlebnisse des Petrus.

      Petrus ist mir immer noch lieber als, … (lassen wir das lieber).
      Jesus fragte Petrus nicht, ob er seine Schafe weiden wolle, dieser Teil war eine Aufforderung (Johannes 21, 17).
      Ich verstehe das so, dass er Petrus Kraft und (Selbst)Sicherheit in dieser Berufung mitgeben wollte, für den (zunehmend schweren) Dienst, der ihm noch bevorstand (Märtyrertod inklusive).
      Die Frage war, ob er (Petrus) ihn (Jesus) lieb habe.
      Diese Frage stellte er dreimal, obwohl er die Antwort schon kannte.
      Damit setzte er glaube ich die Priorität der Liebe unumstößlich in Petrus Herz.
      Petrus zeigte sich öfters als ‘Mann der Tat’. Ganz sicher ist es gut und wichtig, das Richtige mit Entschlossenheit zu tun. Aber aus Gottes Sicht sind die Beweggründe noch wichtiger.
      Dieses dreimal wiederholte Gespräch griff nicht die Verleugnung auf, sondern richtete sich auf die Zukunft.
      Es ist für mich deshalb nicht Ausdruck des Tadels, sondern der Ermutigung.

      “Bedeutung / Verbindlichkeit der 10 Gebote geändert?”
      Mängel kann ich in der ‘alten Fassung’ nicht erkennen.
      Sie gehen aber auf sehr schmalen Grat, und schreiben:
      “Sie (die Gebote) führten nicht zur Liebe, (sondern) waren Grundlage, die zur Liebe führen konnte.”
      Schwer verständlich, Zwangsliebe geht doch so wie so nicht.

      Die allerbesten Empfehlungen unseres Herrn Jesus Christus persönlich (Matthäus 5.17):
      “Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.”

      Eine Hervorhebung des Nächstenliebegebotes sehe ich in Matthäus 19, 19 auch nicht.
      Es ist auch keines der zehn, sonder eher Zusammenfassung und erklärende Ergänzung. Es stammt nicht aus 2. Mose 20ff, sondern aus 3. Mose 19, 18.
      Das dies Zusammenfassung des zweiten Abschnittes der zehn Gebote ist, geht auch aus Römer 13, 9 hervor.
      Das es auch noch eine gleich gestellte Zusammenfassung des ersten Abschnittes gibt (Gottesliebegebot), geht aus Matthäus 34-40 recht gut hervor.
      Hier wird sogar das Nahelegen einer Gebotshervorhebung als Fangfrage (wörtlich Versuchung) getadelt!
      Sie sollen ALLE beachtet werden!
      Und weil sie sich in keiner Weise widersprechen, muss man auch nicht zwischen ihnen ein mehr und weniger wichtig unterscheiden. Gottes Wort ist wichtig genug um ge- und beachtet zu werden, Punkt.

      Wo ist der Unterschied zwischen altem und neuen Testament, wo zwischen

      5. Mose 11.22: “Denn wo ihr diese Gebote alle werdet halten, die ich euch gebiete, daß ihr darnach tut, daß ihr den HERRN, euren Gott, liebet und wandelt in allen seinen Wegen und ihm anhanget, …”

      und Johannes 14.15: “Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote.” ?

      “Heilige Maria, bitte für uns Sünder, …”
      Keine Anbetung, sondern nur ‘Verehrung’?
      Beten hängt doch mit bitten zusammen.
      Maria wird angesprochen und gebeten, für uns zu handeln.
      (Setzt außerdem voraus, dass sie noch lebt, was ich der Bibel auch nicht entnehmen kann!)
      Also: Ansprechen und bitten ja, auch noch hochgradig verehren, sogar außerbiblisch für lebendig erklären, – aber das alles ist nicht Anbetung?
      Erscheinungen aus Guadalupe? Würde mein Weltbild durchaus erschüttern, wenn ich so etwas für echt halten müsste.

      Selbst einer solchen Verehrung stünde ich sehr skepisch gegenüber. Alle menschlichen Vorbilder verblassen im Vergleich mit Jesus.
      In vielen Briefen an die ersten Gemeinden, werden alle Gläubigen als ‘Heilige’ bezeichnet.
      Auch Römer 3.23 sagt: “Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,”
      Ich finde es deshalb mindestens sehr befremdlich hier solche Unterschiede zu machen, und einzelne Heilige hervorzuheben.

      Natürlich gibt es Vorbilder, auf die auch die Bibel zurückgreift, wie z. B. Abraham.
      Auch er hatte ‘Einfluss auf Gott’, und nötigte ihm ab, keine Gerechten in Sodom zu vernichten.
      Ich glaube, jeder hat irgendwie – mehr oder weniger – Einfluss, ‘Wirkmacht’ auf den Lauf der Welt, und das hat auch Konsequenzen für das Endgericht und die Ewigkeit. Aber unsterblich (oder mit unsterblicher Seele ausgestattet) ist man, nur weil man mal etwas bewirkte, noch lange nicht.

      “Wirkung der Erde auf den Himmel”
      In Matthäus 16, 13-20 geht es m. E. nach hauptsächlich um die Erkenntnis, das Jesus der (erwartete) Christus ist.
      Simon sprach diese ‘Schlüsselerkenntnis’ erstmalig aus, und als direkte Reaktion darauf unterstrich Jesus diese Aussage, indem er Simon Petrus (=Fels) nannte. Und er sprach bildhaft von der Auswirkung des irdischen auf das himmlische. Mit den Herzenskämpfen im Diesseits stellen wir Weichen für das Jenseits. Für diese Wirkungsentfaltung ist auch das Bild der Schlüsselgewalt (Vers 19), das Jesus hier gebrauchte nur zutreffend.

      Nun stellt sich die Frage, ob sich aus dieser ‘Schlüsselrollen-Vergabe’ eine Legitimation für eine Institution wie sie die Katholische Kirche ist, ableiten lässt. Deshalb zunächst einmal die Frage: Wer bekommt diese Schlüsselgewalt?
      In Matthäus 16 spricht Jesus erst einmal nur Petrus diese Schlüsselgewalt zu.
      Dazu möchte ich anmerken, dass nur Petrus diese Erkenntnis (das Jesus der Christus ist) hatte. Das war in keinster Weise allgemeines Denken, auch nicht unter den Jüngern. Jesus sagte sogar, dass dies eine Geistesoffenbarung bei Petrus war. Und weil in diesem Augenblick sich nur Petrus diese Aussage zu eigen gemacht hatte, sprach er auch erst einmal nur Petrus an. Was du da gesagt hast, das ist entscheidend! Bleib darin fest (wie ein Felsen, und das schaffts du auch), denn das hat Folgen (für das Himmelreich)! Geh damit richtig um!
      Alle anderen hätten denken müssen: Äh, wie jetzt, was jetzt? Ich seh doch keinen Schlüssel!
      Ich glaube, sie (und ihre Umgebung noch mehr) mussten zur Aufnahme dieser Botschaft erst noch ein bisschen weiter vorbereitet werden (deshalb sollten sie dies auch nicht gleich ausplaudern).

      Wenig später beschrieb er dann genau den gleichen ‘Wirkunsmechanismus’ wie in Matth. 16,19 noch einmal, nur dass er jetzt nicht nur Petrus autorisierte und das Schlüssel-Bild nicht bemühte (Matthäus 18, 18): “Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein.”
      An dieser Stelle geht es um Konfliktbewältigung und Vergebung, einem Kernthema der Bibel überhaupt.
      Und dem Handeln aller seiner Jünger werden genau die gleichen Auswirkungen auf den Himmel zugesprochen.
      M. E. passt dann auch das Schlüssel-Bild ebenso gut, auch wenn es hier nicht buchstäblich erwähnt ist.
      Hat also nun einer (ein Anführer, Ober-Jünger, …) aus der Jüngerschaft mehr Rechte, oder sind hierin nicht vielmehr alle gleichbefugt?

      Bei den Unfehlbarkeitsansprüchen (in der Lehre) ist es noch viel einfacher. Hier braucht man nur einen einzigen Text, der klipp und klar für die Gleichstellung aller spricht (Matth. 23, 8-10): “Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.”
      Gegenüber diesem Text hat sich das Papsttum also gleich zweimal verstiegen: Erstens hätten sie sich überhaupt nicht Lehrer nennen lassen sollen, und zweitens, erst recht nicht unfehlbare!
      Auch als ich einmal schrieb: “Er (Roland) hätte seinen Meister finden können”, war mir klar, dass ich ihn höchstens zu Jesus hätte führen können. Aber ich glaube, er wollte nicht. Und bei ihm gab es noch viel mehr Gründe, ihm nicht gleich alles auf einmal ‘zu verraten’…

      Sie sprechen selbst von Machtinstrumenten der Kirche. Aber sind nicht auch diese überhöhte Lehrbefugnis und die in Anspruch genommene Vergebungskompetenz (alle sollen in der Beichte ihre Gewissensgeheimnisse der Priesterschaft anvertrauen) probate Instrumente des Machterhalts?

      Kreuzzüge:
      Sie sagen “Es war aber schlimm, sogar die Grabeskirche stand auf dem Spiel, die anderen haben angefangen.”
      Jesus sagte “Liebet eure Feinde, haltet die andere Wange hin!”
      Ich weiß nicht, was ich damals getan hätte. Jesu Weg kann zweifelsohne auch sehr hart sein.
      Ich denke nur, wenn sie ihren heiligen Stuhl nicht vorher schon so unbiblisch überhöht hätten, hätte auch kein so tiefer Fall gedroht. “Wer sich selbst erhöht, der wird (irgendwann) erniedrigt werden.”

      “Mein unerklärlich affines Verhältnis zum Islam”
      Es hat sich, seit ich diesen Blog hier lese, schon sehr gewandelt.
      Ich war noch nie geneigt, zu Allah auf muslimische Art und Weise zu beten, geschweige denn, jemand anderen dahin zu bringen.
      Ich bin kurz davor, kürzeren Sätzen zuliebe, Allah und Gott auch verbal zu trennen.
      Die Verschiedenartigkeit schein schier unendlich, und die Gemeinsamkeiten sind sehr rar.
      Ich bin aber auch unausweichlich und regelmäßig in Kontakt mit Muslimen.
      Dies nehme ich ganz anders wahr, als das was ich hier lese.
      Dabei erscheint mir dieser Blog SEHR glaubwürdig, und trotzdem muss man doch – und gerade als Christ – versuchen, eine Lösung für alle zu denken, zu hoffen, zu befördern.
      Wir können doch nicht 4 Millionen Muslims ihr Hiersein oder gar Dasein beenden.
      Vieleicht muss man sogar um die wenigen Gemeinsamkeiten wissen, um einmal muslimische Menschenherzen zu erreichen, oder irgend ein Unheil abzuwenden.

      Parteibuch?
      Wir wählten eine rote Regierung und bekamen Harz IV und Agenda 2010.
      Wir wählten eine grüne Regierungsbeteiligung und bekamen den ersten Bundeswehr-Auslandseinsatz.
      Wir wählten eine schwarze Regierung und bekamen die Energiewende.
      Wem kann man noch vertrauen?

      Sie erwähnten zu Recht den Wert von Gemeinschaft, Erbauung, Wohlfühlen und vorbildliches Verhalten von Menschen aus Ihrer Umgebung. Auch davon muss ich Ihnen nichts nehmen. Möge das alles Sie weiter begleiten!

  5. Weter Jockel,
    Die 10 Gebote des Moses haben das Wort “Liebe”, wenn überhaupt nur für Gott im Programm, nicht aber für den Menschen.
    Wenn ich aber die Liebe zu Gott und zum Menschen beachte, werden sämtliche anderen Gebote letztlich, wenn ich den Heilgen Geist bemühe, überflüssig. Wer liebt, kann weder stehlen, töten, ehebrechen, neiden. Die Liebe ist genau das Gebot des menschlichen Lebens überhaupt. Ich klebe nicht immer am Wort, was falsch sein mag. Die übrigen 8 Gebote sind eher Anweisungen für die allgemeinen Menschenrechte, die sogar politisch umsetzbar sind oder auch wichtig für die Menschenwürde. Das Gebot der Liebe kann, wie Sie schon richtig ausführten, nicht auf Kommando erzwungen, also geobten werden. DAs Gebot jedoch – so verstehe ich es – ist nichts anderes als eine Lebensrichtschnur. Es setzt selbstverständlich voraus, dass die Liebe – das liegt in ihrem Chrarakter – freiwillig und gern gegeben, gelebt wird.

    “…Petrus ist mir immer noch lieber”. Genau: Die Kirche ist mir immer noch lieber, als (lassen wir das)

    Aber bedenken Sie: Warum hat Jesus den Petrus schon fast rituell 3 x nach seiner Liebe gefragt? War er sich seiner Liebe nicht sicher?

    Heilige Maria, bitte für uns Sünder, …”
    Wir können uns dazu denken: Heilige Maria bitte (bei Gott) für uns Sünder. Ich denke, das wird durch die vorangegangenen Sätze eindeutig. Das setzt voraus, dass Maria eine völlig ander Stellung hat, als Gott. Nur Gott kann ich anbeten. Maria wird sozusagen darum gebeten als Mittlerin bei Gott für uns aufzutreten. Jeder mag dazu stehen, wie er will, jedoch das ist uralte kirchlich Praxis. Ich kann auch meine verstorbene Oma bitten, bei Gott etwas zu bewirken. Nur glaube ich, dass sie, so lieb sie auch war, nicht soviel Einfluss hat wie Maria auf ihren göttlichen Sohn. Maria weist auf Jesus hin. Ihr ganzes Leben. Und genau durch Maria wird Jesus erst als göttlich offenbar. Da wo Maria aus dem Blickwinkel gelassen wird, sprießen bei verschiedenen theologischen Ansichten die Sichtweisen über Jesus selbst ins Kraut. Mal wird er als Bestandteil der hl. Dreifaltigkeit angesehen, mal wird er nur als der Sohn Gottes angesehen, mal wird er nur als Mittler zu Gott angesehen oder nur als Kumpel von nebenan, der als Pazifist keiner Fliege was zuleide tun könnte. Diejenigen, die Maria, ja, ich sage bewusst, verehren, stellen sich diese Fragen nicht. Diese Gläubigen glauben an die Göttlichkeit Jesu. Irgendwie scheint Maria da – schwer zu schreiben – einen gewissen Einfluss zu haben, auf die Sichtweise Jesu.

    Ja, ich glaube, werter Jockel, ganz fest daran, dass die Verstorbenen leben, direkt nach dem Tod. Sie leben weiter. Denn Gott ist ein Gott von Lebenden, nicht von Toten, denn die (geistlich) Toten sollen ihre Toten begraben. Die menschliche Seele, somit auch die der hl. Maria, lebt.

    Und deshalb macht es auch Sinn, für Verstorbene zu beten, sie mit in die Feier der Eucharistie gedanklich mit hineinzunehmen. Das ist keine esoterische Masche,sondern jahrhundertealte Tradition der Kirche, die sich im Übrigen gut mit 2 Makk 32 ff., insbesondere 45.

    Werter Jockel, ich will Sie doch auch nicht dazu überreden, zur kath. Kirche über zu treten. Sie haben Ihre Gotteserfahrungen. Seien Sie dankbar deswegen.

    Erscheinungen aus Guadalupe? Würde mein Weltbild durchaus erschüttern, wenn ich so etwas für echt halten müsste.
    Sie müssen garnichts für echt halten. Sie können da Schwindeleien hinter vermuten. Das bleibt Ihnen doch überlassen.
    Schade, versuchen Sie, offen zu sein. Ich bin nicht wundersüchtig. Aber wir sollten dem alliebenden Gott schon erlauben, in besonderer Weise die physikalischen Gesetze, die ihm durchaus bekannt sein dürften, auch wenn er damit das Weltbild von Menschen verstören würde, durchbrechen zu dürfen und seine Besonderheit auch in diesen Dingen demonstrieren zu dürfen. Maria wirkt aus sich nicht ein einziges Wunder, sondern nur Gott allein. Und wenn Sie das zu einem Maßstab ihres Glaubens und Denkens machen, dann wird Sie auch Guadalupe nicht anfechten. Es lohnt sich. Wenn wir solche Zeichen Gottes erleben dürfen, warum sehen Sie diese nicht als zusätzlliches Geschenk zu Jesus, zur Bibel an. Wir machen es uns doch nur schwerer.

    Wenn objektive Unerklärlichkeiten, die wissenschaftlich wohl nicht erklärbar sind, diese “Wundertaten” begleiten, so habe ich kein Problem damit, dies der Größe, Erhabenheit und Liebe Gottes zuzuschreiben und ihm für solche Zeichen zu danken. Er zeigt damit, dass er sein wanderndes Volk begleitet auf dem Weg zu ihm. Wir sollten es dankbar annehmen.

    http://www.tilma-von-guadalupe.de/

    Dies ist eine kurze und knappe Zusammenfassung der Ereignisse. Lassen Sie bitte alle Priester, Bischöfe und Päpste und Heiligsprechungen und das “drumherum” weg und konzentrieren Sie sich bitte auf die Fakten. Das dürfte nicht uninteressant sein.

    Das Weltbild, welches Sie haben, wird dadurch nicht erschüttert werden. Aber: Bleiben Sie offen.

    Gottes Heil und Segen für Sie, werter, Jockel.

    • Werter Bazillus,
      die 10 Gebote haben die Liebe zu den Menschen sehr wohl im Programm. Zwar nicht als Wort, aber doch als etwas, was über harte Fakten bzw. justiziable Paragraphen hinausgeht.
      2. Mose 20, 17: “Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.”
      Dieses, 10. Gebot mit seinem “du sollst nicht begehren…” richtet sich

      ganz klar an unser Herz!

      Nun wurde im katholischen Katechismus, wie Sie auch selbst schrieben und zu begrüden versuchten, das 2. Gebot ersatzlos gestrichen.

      Dann wären es ja nur noch 9 !

      Warum ist der eine Vers 17 dann auf zwei Gebote aufgeteilt worden, und zwar in: “du sollst nicht begehren
      … deines nächsten Frau
      +
      … deines nächsten Gut”?

      Ich denke, dass es den Katechismusschreibern lieber war, dass es wieder 10 sind. Marketingtechnische Aspekte! Es soll nicht allen so schnell auffallen, wie sich die Kirche erdreistet, Gottes originale Botschaft zu verändern!


      Wie gewünscht, eine Konzentration auf die Fakten von Guadalupe. Erscheint vermutlich allein aufgrund der Verkürzung nicht so liebevoll, wie Sie das Original lesen. Ich habe versucht, mich auf das Übernatürliche als Ursache und wesentliche Hauptauswirkungen zu beschränken:

      1531:
      Ein ‘Blumenwunder’,
      vier vorübergehende Erscheinungen der Jungfrau, wahrgenommen von zwei Personen,
      ein Bild der Jungfrau erscheint, bis heute dauerhaft, auf einer Decke (Tilma), dieses hat bis heute bemerkenswerte und teilweise rätselhafte Einzelheiten (u. a.: keinerlei Farbspuren, Augenspiegelungen, Herztöne aus dem Bauch) und auch einen Salpeter-Unfall einen Bombenanschlag und ein Erdbeeben schadlos überstanden. Hauptaussage dabei: Das Bild auf der Decke ist kein Gemälde, sondern ein Wunder.
      eine tödliche Krankheit wird geheilt.
      ein tödliches Unfallopfer wird zum Leben erweckt.
      Eine (erste) Kapelle wird auf dem Erscheinungshügel gebaut.

      1533: Eine zweite, dem Tilma-Wunder gewidmete Kapelle wird gebaut.
      1539: Mexikos Missionierug gewinnt – Tima sei Dank – dramatisch (8 – 9 Millionen) an Fahrt.
      1544: Eine verheerende Seuche wird – Tima sei Dank – beendet.
      1556: Eine dritte, dem Tilma-Wunder gewidmete Kapelle wird gebaut.
      1571: Eine Seeschlacht wird – einer Tilmakopie sei Dank – gewonnen.
      1647: Die Tima – bis dahin schadlos – wird erstmals unter Glas verwahrt.
      1709: Eine erste der Jungfrau gewidmete Basilika wird eingeweiht.
      1737: “Unsere liebe Frau von Guadalupe” wird zur Schutzpatronin von Mexiko. Eine Typhusseuche endet abrupt. Der 12. Dezember wird offizieller Feiertag für die Jungfrau von Guadalupe.

      1777: Eine der Jungfrau gewidmete Brunnenkapelle wird eingeweiht.
      1802: Eine einem Zeitzeugen gewidmete Brunnenkapelle wird eingeweiht.
      1821: Der Kaiser stellt Mexiko unter den Schutz der Tilma.
      1895: Die Tilma wird päpstlich gekrönt und dadurch Königin.
      1910: Die Tilma wird Patronin von ganz Latein-Amerika
      1970-76: Die Basilika wird erneuert.

      Ich muss schon sagen:
      Ein sehr beindruckendes Ursache / Wirkungs – Verhältnis!
      An die Echtheit dieser Wunders glaube ich persönlich allerdings trotzdem nicht.

      Die Bibel sagt (Matthäus 7.20): “An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!”
      Welches Früchte kann ich an diesen Wunder sehen (also nocheinmal verkürzt)?
      1. Kirchenbau wird gefördert.
      2. Millionen Indios werden Christen.
      3. Eine Schlacht wurde von der Seite der Deutenden gewonnen.
      4. Der Glaube wird auf diese Wunder fokussiert.
      5. Krankheiten und Seuchen werden beendet.

      Ist das jetzt gut oder schlecht?
      Natürlich finde ich es gut, wenn Menschen Christen werden, Seuchen beendet werden und Anbetungsstätten gebaut werden.

      Aber, das ist nicht die biblische Fragestellung!
      Hier muss man hinzunehmen, was aus biblischer Sicht Frucht ist. Galater 5, 22 sagt: “Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.”

      Hat nun also dieser ‘ganze Zauber’ (Entschuldigung für dieses böse Wort) in die Richtung der biblischen Ziele gewirkt?
      Die einzige direkte Übereinstimmung wäre der Glaube, aber da muss man doch sofort fragen: glauben woran?
      Ich sehe hier einen ausgesprochen großen Selbstzweck. Nicht göttliche Ziele stehen im Mittelpunkt, sondern die Kirche selbst. Sie lebt davon, im Mittelpunkt zu stehen.

      Gottes Ziel ist übrigens auch nicht die direkte Beseitigung von Krankheiten. Er will, dass wir Menschen dagegen kämpfen. Es wäre für ihn, ein leichtes, alle Krankheiten der Welt auf einen Schlag abzuschaffen. Könnte er seine Wunderkraft dosiert zum Zuge kommen lassen, um den Fokus immer wieder auf ‘das Wichtige’ zu lenken?
      Ist Gott jemand, der seine Nachfolger führt, wie jemand der die Hundemeute mit Bratwürsten ködert?

      Wenn wir zustimmen, zu dem, was Friedmann in der Talkshow sagte: “Der Islam beleidigt die Intelligenz des Menschen”, dann müssen wir als aufgeklärte Gläubige auch diesen ‘Wunderglauben’ sehr hinterfragen!

  6. Werter Jockel,

    Nachtrag:
    Klicken Sie bitte dann links “Chronologie” an. Dann sind Sie auf der Seite, die ich meinte.

  7. Werter Jockel,
    die 10 Gebote sind ja nicht von der Kirche geändert worden, sondern ich bleibe dabei und da mag dann auch diese Diskussion ein Ende haben – Jesus hat die Gottesliebe neben die Nächstenliebe gestellt, nicht mehr und nicht weniger.
    Während die 10 Gebote des Moses eher die Vermeidung der Sündenbegehung von mir aus ans Herz legen, so ist noch lange nicht die Liebe im Spiel. Sehen Sie es einmal praktisch. Wenn ich jemanden von Herzen nichts neide, so liebe ich ihn trotzdem nicht.
    “Du sollst nicht” ist die Abwertung von “Du sollst lieben”. Und genau das hat Jesus auf den Punkt gebracht und neben die anderen Gesetzen gestellt, ja sie sogar über die anderen Gesetze gestellt, m. E. Ich bin damit zufrieden, dass die Kirche die 10 Gebote nach Jesus propagiert, wobei ich selbstverständlich die Gebote des AT des Moses vollends als beste Tat Gottes ansehe und anerkenne. Liebe war möglicherweise ein Wort, was die Menschen in zu patriarchalischer Zeit, in der die Menschen ums Überleben kämpfen mussten, noch nicht reif. Nun hat dieser Gottvater über Jesus gesagt, übrigens auch “wundermäßig” aus einer Wolke heraus: “Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt Ihr hören”. Damit bin ich`s zufrieden.

    Wer Wunder negiert, die nach Jesus kommen (die Apostel haben auch Wunder gewirkt laut Apostelgeschichte), hat den Sinn des Wundes nicht verstanden. Jesus wirkte Wunder immer mehrdimesional a) als Herr über sämtliche Naturgesetze einschließlich Wetter und b) hat er mit diesen Wunder nicht nur seine “positive göttliche Stärke im Dienste am Schwächsten” in Szene gesetzt, sondern er hat dies meistens mit dem Glauben, der Heilung, der Vertrauensstärkung usw. verbunden. Er hat nie Wunder zum Selbstzweck gewirkt.
    Das Guadalupe-Wunder muss niemand glauben. Ich glaube daran, weil ich noch naiv bin. Ich traue Gott zu, dass er auch heute (nicht nur im 16. Jh.) noch Wunder tut. Ich glaube schon, dass es gut ist, wenn Millionen Menschen Christen werden, wenn Sie gestatten, dass Katholiken auch noch zu den Christen zählen.

    Selbstverständlich sind diese Wunder immer für einfache Gemüter leicht zu instrumentalisieren. Das kann eine Gefahr sein. Aber wenn ein solches Wunder bewirkt, dass auch nur ein Mensch zum Glauben an Jesus findet, egal ob katholisch oder freichristlich, so bin ich begeisterungsfähig und freue mich für diesen Menschen und für Jesus. Wenn eine Kirche gebaut wird, so freue ich mich, weil in der Kirche eben u. a. auch Liebe gepredigt wird, wie ich seit fast 50 Jahren feststellen durfte. Ich freue mich darüber mehr als wenn eine Moschee gebaut wird, wo Menschen Gefahr laufen, islamischen Hass inflitriert zu bekommen. Ich kenne Muslime, die mir bestätigen, dass in ihrer Moschee nie Hass verkündet wird. Ich glaube das einfach mal von der Mehrheit. Selbstverständlich wird nicht in allen Moscheen Hass gepredigt, aber die Gefahr ist größer als – ja selbst in der kath. Kirche. Selbst Jesus hat Geldwechsler aus dem Tempel gewaltsam geworfen, weil er den steinernen Tempel als “das Haus des Vaters” ansah. Deshalb, werter Jockel, sind Kirchenbauten nicht verwerflich. Im Gegenteil, sie bringen Liebe zu Gott (auch somit zu Jesus) in Stein gehauen zum Ausdruck. Wenn Jesus der in Stein gehauene TEmpel so viel wert war, dass ER sogar Menschen, die zweckentfremdend und geschäftssuchend tätig waren (sogar noch in der Vorhalle, nicht einmal im Kernbereich des Tempels, so habe ich mal gelesen, ob das stimmt kann ich aber nicht behaupten, aber egal) verjagte, dann kann es eine Kirche auch sein, wo Menschen sich versammeln und nicht nur über Wunder palavern, sondern Gott in Dreifaltigkeit anbeten, Eucharistie feiern und versuchen Jesus ein Stück im Gebet näher zu kommen, auch wenn in Ihren Augen, werter Jockel, möglicherweise Falsches dabei sein soll. Gebet ist eben allein im Kämmerchen und im Plural möglich. Beten in Gemeinschaft ist jedoch auch für einen gesunden Seelenzustand förderlich. Wenn jesus den Tempel jedes Jahr zum Passahfest besucht hat, so hat er für Gott errichtetet Steinbauten durchaus als legitim akzeptiert.

    Wenn ein Wunder dazu beiträgt, dass Menschen die hl Messe besuchen, so werden sie nicht zum Wundersüchtigen, sondern sie werden zu Gott und Jesus geführt. Darüber freue ich mich.

    Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.”

    Wenn ich die hl. Messe besuche und so geht es anderen Gläubigen auch, empfinden wir Liebe zu Jesus, die uns treibt, sich mit ihm zu verbinden, Freude über Jesus, dass er dieses Opfer auf sich nahm und uns allen in seiner Auferstehung Hoffnung gegeben hat, Freundlichkeit zueinander, Güte wird zumindest im Zeitpunkt des Gottesdienstes versucht in den Menschen zu erwecken (Fremde Menschen geben sich einander die Hand und wünschen dem Gegenüber Frieden! Gibt es Schöneres?) und Glaube, werter Jockel, doch erst recht. Und über allem steht im Gottesdienst, ja auch im kath. Gottesdienst, nicht der Papst, die Bischöfe und die Profi-Verantwortlichen, oder die Kirche im Vordergrund (für sie alle wird an einer Stelle gebetet, dass der hl. Geist sie erleuchten möge, was nicht immer gelingt, klar), sondern Gott, von dem wir Erbarmen erbitten, Gott, dem wir als hl. Dreifaltigkeit im Gloria Lobpreis zollen, dem wir durch Gebet, durch die Lesung aus der Apostelgeschichte oder aus dem AT, durch das Evangelium aus Markus, Matthäus, lukas oder Johannes, über das der Priester in der Regel mehr oder weniger gut predigt, huldigen, den wir im Lobpreis, in der Gabenbereitung, in der des Opfers Christi gedacht wird, gedenken, den wir im Sanktus, als unseren Gott preisen, Jesus, an den wir in der Wandlung mehr als gedenken, sondern ihn bitten im Brot und Wein bei und in uns zu sein, wie wir glauben, in dessen Auftrag der Priester Brot und Wein wandelt in jesu Leib und Blut in der Anrufung Jesu durch die Wandlungsworte, die Jesus selbst gesprochen hat, den wir durch Worte des Hauptmanns von Kapernaum, (Herr ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund), empfangen. Vorher wird das “Vater unser” gesprochen und an Jesu als Lamm Gottes gedacht und so wird er auch angesprochen. Dann folgen Kommunion und Schlusssegen. Das alles jedoch mit Orgelbegleitung und Gesang. Wer singt, betet doppelt. Dieser Ausspruch wird Ihnen geläufig sein, St. Augustinus, so meine ich. Ich bin da mit Leib und Seele dabei. Was, bitte, soll daran so falsch sein? Dogmen, Katechismus oder andere Reglementarien sind im Gottesdienst nicht vorgesehen. Sie kommen nicht explizit vor.

    Sie sehen, da ist nicht viel Platz für Wundersucht, Papstanbetung, Tilmaanbetung, Marienanbetung, was eh nicht geshcieht und vielfach Vorurteil ist. Das absolut Wichtigste in der hl. Messe ist Gott in Jesus. Was wollen Sie da mehr? Da wird nicht von Jesus weg gepredigt, auch wenn ich die ein oder andere Predigt kritisch sehe und mich nicht mit ihr identifizieren kann. Gerade im kath. oder noch intensiver im orth. Gottesdienst wird jesus so umfassend gefeiert wie m. E. nirgendwo.

    Darum geht es mir aber nicht nur. Mir geht es um die herrlichen inhaltsvollen Gebete, ja um Rituale, die mir geistliche Heimat geben. Der Glaube wird eben nicht auf Wunder fokussiert. Wann ist bei uns zuletzt über Wunder nach Jesus gepredigt worden. Ich kann mich nicht erinnern. Vielleicht in Guadalupe direkt etwas mehr. DAs will ich nicht ausschließen. Die Menschen wissen, dass Wunder einmalig sind und nicht im Labor empirisch wiederholbar sind. Sie wissen, dass nur Gott Wunder wirken kann. Sie wissen, dass Wunder Geschenke der Gnade sind, nicht mehr und nicht weniger. Aber Wunder helfen, zu glauben, dass Gott auch heute noch Wunder tut. Und wenn es bei diesen technischen Höchstleistungen noch objektivierbare Unerklärlichkeiten gibt, dann sollten wir doch Gott seine positive Allmacht beweisen lassen. Denn die negative Allmacht wurde schon genug auch innerhalb der kath. Kirche missbraucht, aber auch von anderen Priestern oder die sich dafür halten.

    Ich war zweimal in Lourdes, das wird Ihnen ein Begriff sein. Es ist ein Erlebnis mit so vielen Menschen gemeinsam zu beten. ABer gerade die Liturgie der hl. Messe auch in Lourdes verhindert gerade, dass Maria die Hauptperson ist. Die Liturgie der hl. Messe rückt gerade die Wundersucht, die sich bei einigen einstellt, gerade, denn die Messe läuft überall in der Welt nach gleichem Ritus ab. Die hl. Messe ist das A und O des kath. Glaubens. Die Messe ist somit ein einziger Lobpreis Gottes und genau das ist es doch, was auch in Ihrem Sinne sein könnte, ich weiß, wenn da nicht Wandlung usw. wäre.

    Also, werter Jockel, ich freue mich, wenn Millionen von Indios = Menschen zu Christus auch in dieser Form finden.

    Leider wird in der kath. Kirche die Keuschheit nicht mehr so gefördert, wie ich es gern hätte, zumindest wird dazu kaum noch gepredigt.

    Aber so erreicht ein Gottesdienst selbst in einem Steingebäude doch die Herzen der Menschen, wenn sie es zulassen und sich auf Jesus einlassen. Denn eines ist gewiss aus eigener Erfahrung. Weder Gott-Vater noch zu meinem Leidwesen der Heilige Geist, sondern Jesus ist die Hauptperson im Gottesdienst der Katholiken. Das sollten Sie mir abnehmen. Aber kein kath. Gottesdienst ohne die Dreifaltigkeit im Gloria zu preisen. Das Gloria fällt nur in der Advents- und Fastenzeit aus irgendwelchen liturgischen Gründen weg. Im Hochgebet taucht sie wieder auf. Selbstverständlich verzichtet die Kirche nicht auf Vater und Hl. Geist in der hl. Eucharistie = Danksagung. Aber, Jesus dessen Lebensepisoden in der hl. Messe nachempfunden werden, ist m. E. präsenter.

    Also ich meine, dass jeder Christ, egal welcher Konfession, freie Christen ihren Weg zu Gott machen werden. Dabei schließe ich niemals Gläubige anderer Religionen aus, wenn sie Liebe in ihren Herzen tragen und ihrem Gott ihre GEbete weihen. Wird jedoch die Liebe des Herzens und deren Früchte, nämlich z. B. u. a. das Gebet zu Gott durch gedankliche Ausgrenzung, durch Abneigung gegenüber Ungläubigen, durch Legitimation gegenüber Frauen, durch Ausgrenzung von “minderwertigen” Unberührbaren oder Kasten vergiftet, so werden diese Gebete den einzig wahren Gott nicht erreichen, zu Recht nicht erreichen. Diese Gebete sind als Sünde wider den Hl. Geist einzustufen, wobei wir Menschen, die von Fanatikern so indoktriniert wurden, dass sie so handeln, Gott anvertrauen sollten und für sie beten sollten. Aber Hass, Rachegedanken, Abneigung, Ablehnung und Stolz hat keinen Platz im Herzen Gottes. Dessen sollten wir gedenken.

    Werter Jockel, wir werden nie auf einen Nenner kommen und das ist wichtig und richtig. Trotzdem können wir miteinander umgehen und uns hier und da Diskussionen leisten, und zwar in einem – und das freut mich besonders – in einem gesunden Ton, den anderen immer respektierend. Wenn das zwischen Christen und Muslimen auf der Straße auch möglich werden könnte, hätten wir keine Probleme in Sachen Integratiion.

    Den Blogbetreibern danke ich recht herzlich – und da spreche ich, da bin ich mir sicher, auch für Jockel, diese Diskussion nicht abgewürgt zu haben. Religion aus dem Herzen des Respekts, der Anerkennung und Liebe, auch wenn die Meinungen unterschiedlich sind, der Glaube unterschiedlich ist und die Bibelinterpretationen unterschiedlich sind, ist so wichtig in heutiger Zeit und wäre die Grundlage für eine positive Beziehung auch zu Muslimen und ihren Glaubensvorstellungen.

    Also nochmals ein Danke an Sie, werter Jockel und auch an die Blogbetreiber für ihre Geduld, weil wir doch von dem ursprünglichen Artikel so weitschweifig abgedriftet sind.

    • Ja, ich fürchte auch, dass wir sobald nicht ganz zusammen kommen.

      Liebes-Gebot positv oder negativ formuliert, hin oder her – so groß ist der Unterschied da nicht. Wenn ich meinen Nächsten nicht hassen will, muss ich ihn entweder lieben, oder ignorieren, aber ist er dann noch mein Nächster? (Siehe Barmherziger Samariter und http://parseundparse.wordpress.com/2012/03/19/israel-liebt-iran-und-iran-liebt-israel/#comment-2876 !)
      Die Juden haben die ‘Nächstenliebes-Zusammenfassung’ an anderer Stelle bekommen und auch als solche gewusst und zitiert. Sie brauchten dafür nicht auf Jesus in Person zu warten!

      Sie persönlich verbinden die Rituale Ihrer Kirche mit dem Sinn den sie haben sollen. Damit sind Sie aber eher in der Minderheit. Achten Sie mal darauf, was die Menschen bewegt, worüber sie sprechen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Da gibt es eher Sätze wie “hast’e gesehen, als der da dort war, hat er aber … “, als dass der Inhalt der Predigt nachbesprochen wird. Versetzen Sie sich mal in die Haut eines Gastes, der das erste Mal bei Ihnen ist. Er ist vermutlich den größten Teil der Zeit damit beschäftigt, alles richtig zu machen (und ich unterstelle: meistens, um nicht aufzufallen). Was steht im Vordergrund?
      Dies könnte auch Grund sein, wenn sich Menschen in kürzester Zeit zu Millionen bekehren: Gruppenzwang!

      Leider widersprechen Sie auch öfters Aussagen, die ich gar nicht gemacht habe. Ich habe z. B. nicht gesagt, dass die Menschen hier wundergläubig sind, weil in Mexiko eines geschieht. Aber sie fragen “Wann ist bei uns zuletzt über Wunder nach Jesus gepredigt worden.”
      Und mir scheint, dass es in Deutschland weniger Wundergläubigkeit gibt, als in Mexiko, weil hier der Katholizismus schon entschärft wurde.
      In Deutschland können Sie schön freiwillig Sinn in Ritualen sehen.
      Aber seien Sie mal in einem erzkatholischen mexikanischem Dorf der einzige (Einheimische!), der ein Ritual nicht mitmacht!
      Sehen Sie die Parallele zu Bosbach: “Wenn ich mich frage, welchen Charakter der Islam hat, dann schaue ich ihn mir in den Ländern an, wo er sich entfalten kann.”

      Ich habe übrigens gesagt: “ich finde es gut, wenn Menschen Christen werden, … und Anbetungsstätten gebaut werden.”
      Da haben Sie mir – und ich finde: ziemlich umfangreich – dasselbe gesagt.
      (gegen Gesang hatte ich übrigens auch kein Wort gesagt.)

      Die Frage ist nicht, wie schon gesagt, ob eine Folge gut zu heißen sei, und auch nicht, ob es Gott möglich wäre.

      Die Frage ist, WARUM sollte Gott das tun, und sich damit beweisen.
      Das hat er weder nötig, noch ist es in seinem Sinne. Sagte Jesus doch zu Thomas, der nach der Auferstehung seine Wunden betasten wollte: “selig sind die, die nicht sehen, und doch glauben.”

      Und: Warum kommt immer Maria so groß raus?
      Jesus sagte: “ICH bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”
      Auch sagte er: “ihr werdet … MEINE Zeugen sein.”
      Warum sprach er nie davon, dass Maria erscheinen werde?
      Kann Maria eigenmächtig handeln, ohne das Jesus dies weiß?
      Jesus sagte: “Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater.”
      Auch Maria selbst, oder irgend ein Apostel sprachen lt. Bibel nicht von solchen Vorhaben.

      Und warum spricht die Bibel (inklusive Jesus) dutzende Male von Auferstehung, wenn sowieso alle nach dem Tod noch weiterleben?

      Ich möchte die Möglichkeit von Pfingstwundern nicht ausschließen. Aber vergleichen Sie mal: Wurde aus irgend einem Wunder biblisch dokumentiert ein ‘Dauerlutscher’?

      Bei so vielen Gründen, die dagegen sprechen, kann sich die Kirche übrigens auch schön sicher sein, dass sie diesen Kult nicht teilen muss.
      Wem sonst kommen solche Erscheinungen?
      Dabei könnte doch bei allen anderen ein noch viel größerer Glaubensmangel behoben werden! Jesus kam explizit um zu suchen, was verloren ist, Maria scheint sich da eher auf bestimmte Zielgruppen zu beschränken.

      Nein, ich bleibe dabei: Hier hat die Kirche was dazu gebaut, was nicht der Bibel entspringt. Das ist für sie normal. Sie nimmt sich solche Rechte. Und dieses Thema ist eigentlich auch schon seit Jahrhunderten ausdiskutiert.
      Mindestens seit Luther ist auch belegt, dass sie zugibt, solches Kraft eigener Autorität (also außerbiblisch) zu tun.
      Daraufhin haben sich dann ja auch viele Christen getrennt (bzw. trennen müssen).
      Das hatte ich auch schon viel früher angedeutet, es ehrt Sie, dass Sie es nochmal persönlich versuchten, aber wir hätten uns in der Tat einiges sparen können.

      Lassen Sie uns versuchen, unsere Gemeinsamkeiten zu stärken.
      Wenn wir anfangen, uns zu wiederholen, enden wir vielleicht auch in hässlicher Besserwisserei. Ihren Schlusssätze, die Sie auch in meinem Namen sagten, schließe ich mich in vollem Umfang an.

      Es gibt noch mehr zu tun.
      Ich habe heute eine ungefähre Bedeutung des edlen QUR’ANs in deutscher Sprache bekommen. Von Abu-r-Rida, 5. überarbeitete Ausgabe, März 2012. Eine von den kostenlosen.

      Wie ist sie einzuordnen?

      • Werter Jockel,
        da hatte ich Sie falsch verstanden, sorry,. Da Sie schrieben “Auf Wunder fokussiert” habe ich auf Wundersucht geschlossen.

      • Werter Jockel,
        kann ich nicht sagen, wie diese Koranausgabe einzuordnen ist. Ich weiß auch nicht, ob da die bekannten Stellen entschärft wurden oder ob diese Koranstellen für “Westgehirne” geschönt wurden.
        Fest steht, dass da, wo Korane verteilt werden, davon ausgegangen wird, dass die Menschen von Allah erfahren (können), also das Angebot an Ungläubige gemacht wurde, den Islam anzunehmen und dieses Land dann als muslimisches Land gilt, ebenso wie der Standort von Moscheen ein Zeichen dafür ist, dass ein Land als muslimisch vereinnahmt betrachtet wird. Gleiches gilt auch für den Minarettruf.

        Fest steht auch, wie der Initiator, Herr Abou Nagi, über Konvertiten als Muslime denkt. Sinngemäß sagte er, dass Muslime (also auch Konvertiten) zunächst Ungläubige hassen, verachten und verabscheuen sollen, um von Allah als Muslime anerkannt zu werden. Diese Einstellung steht hinter dieser Aktion. Und weil Hass gegen “ungläubige” Mimenschen propagiert wird (ich persönlich verstehe nicht, warum dieser Videoteil auch in der islamkritischen Szene so “überhört” wurde, da dieser Mensch doch hier sehr deutlich wurde), kann ich diese Aktion nicht gutheißen. Das Schlimmste ist, dass er das völlig unaufgeregt sagt, als ob er etwas Belangloses dahersagen würde. Das bedeutet, dass dieser Hass für ihn offensichtlich nichts Besonderes mehr ist, sondern Bestandteil seines Glaubens.

        Kufr = Ungläubiger. Da achten Sie bitte einmal darauf, was er da sagt so ab 1:09

        • Werter Bazillus!

          Zum Video:
          Abou Nagie sagt doch im wesentlichen, dass, wenn man gläubig sein will, man dieses dann auch mit der ganzen Konsequenz tun muss.
          So etwas sagt die Bibel auch.

          Meine Meinung: Halbe Sachen sind meistens ganzer Unsinn!
          Wie wohl fühlten Sie sich in einem Transatlantikflieger, der nur halb aufgetankt wird?

          Der katholische Pfarrer und Hochschulseelsorger Wolfgang Beck stellte hingegen in einem Wort zum Sonntag, diese Konsequenz als eher bedenkliche Gemeinsamkeit von Evangelikalen, Piusbrüdern und Salafisten heraus.

          http://www.domradio.de/aktuell/81253/salafisten-evangelikale-und-piusbrueder-in-einem-atemzug.html

          Ich sehe so etwas als – Gott sei Dank: seltene – Entgleisung an.
          Schade aber, dass er sich selbst auf die Kritik nicht äußern will, d. h. also auch nicht entschuldigen! (Ich weiß aber nicht, ob das noch der letzte Stand ist.)

          Nun ist es aber doch ein riesieger Unterschied, ob man mit Konsequenz zum Kern eines boshaft angelegten Glaubens finden will, oder zum Kern eines liebevoll angelegten!

          Den Muslim, der mir den Koran gab, fragte ich, ob er persönlich irgendwelche Verse hat, die er liebt oder schätzt, wenigstens einen?

          Nein, kein einziger!

          Vermutlich hat der natürliche Mensch von Gott eine gewisse Hemmschwelle mitbekommen, die ihn schützt, Böses zu lieben, die aber – dem Freiwilligkeitsprinzip sei dank – nicht unüberwindlich ist.

          Ich hatte vergeblich ein Video gesucht, wo Abou Nagie sagt: “Unser Name steht nicht drauf, darf auch nicht drauf stehen!” und wollte das gegenüberstellen mit dem, was ich las:
          “Herausgeber Ibrahim Abou Nagie 50765 Köln Printed in Germany”

          Aber Ihr Video ist ja auch nicht schlecht.

          Abschließend noch zwei Bibelverse, die mir viel bedeuten und den Unterschied der Konsequenz herausstellen mögen:

          Lukas 10.27: “Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst.”

          Philipper 2.3: “Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre; sondern durch Demut achte einer den andern höher denn sich selbst, …”

          Ach ja, wenn es Sie immer noch interessiert, was mich so tief beeindruckt, dann gehen Sie doch noch einmal hier zu:
          #comment-4343

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