Judenhass aus schiitischer Sicht

Von: Zichron Yaakov, Israel

Der iranische Mullahstaat und seine Ableger, die schiitischen Hisbollah des Libanon, hassen uns Juden aus ganzem Herzen. Sie hassen alles jüdische, den Staat Israel, die Juden der Diaspora, kurz, sie versuchen die Arbeit Hitlers fortzusetzen. Den Hass haben sie von diesem geerbt, die Motivation dazu offensichtlich ebenso. Ich grüble schon lange Zeit über diesen Judenhass nach. Warum hassen sie uns? Sie haben keinen praktischen Grund, wie vielleicht, wenn auch selbst verschuldet, die Palästinenser. Die Iraner und ihre Hisbollah sind Schiiten, nicht Sunniten. Während der Zeit des Schahs waren Israel und Iran sehr gute Freunde, Israel half maßgeblich die iranische Landwirtschaft zu entwickeln. Dann kamen Khomeini und seine Mullahs, die den autokratischen Schah mit einer totalitären und faschistischen Theokratie ersetzten, in der ungeheuer viel Blut floss und noch immer fließt. Und plötzlich war Iran unser schlimmster Feind, schlimmer noch als alle palästinensischen Terroristenbanden, die heute zu einem großen Teil von den Mullahs und ihren Hasszwerg Ahmedinejad ideologisch und materiell unterstützt werden.

Warum dieser Hass auf uns Juden? Warum die Leugnung des Holocaust, die Verleumdungen der Juden und des Judentums im Nazistil Iran gehorchender terroristischer Untergrund in vielen, vor allem arabischen, Ländern? Schiiten sind nie vor Juden geflohen. Weder im Iran oder im Libanon. Im ersten Libanonkrieg waren die libanesischen Schiiten, zusammen mit libanesischen Christen, Israels erste Verbündete im Kampf gegen die sie terrorisierende PLO. Warum also dieser Hass? Ich weiß es nicht, sondern kann nur annehmen, dass die fundamentalistische Religion, mit der die Mullahs, die in religiösen Dingen liberale Herrschaft des Schahs ersetzten, der Hintergrund sein muss. Analog zu den Nazis, wurde der Jude und stellvertretend für ihn Israel, als Sündenbock für alles Böse und Schlechte erklärt. Wie bei den Nazis gibt es keinen realen Hintergrund. Böswillige Ideologie oder Religion beschließt, das Volk folgt mit Überzeugung oder aus Furcht vor dem bis heute andauernden landesinternen Terror in arabischen Ländern.

Je ich mich damit befasse, umso mehr verstärkt sich meine Auffassung, dass die große Religion des Islams in eine misanthropische und hasserfüllte politische Ideologie psychopathischer Natur verändert worden ist – den Islamismus und Jihadismus. Hass wurde zum Selbstzweck, eine Entwicklung, die leider auch in gewissen Kreisen rechtsextremer durch Gewalttätigkeit und linksextremer Juden durch Verleumdung und Unterstützung Israels Feinden begonnen hat.

Der, wie es heißt, von Iran ausgelöste Selbstmordanschlag in Bulgarien ist hoffentlich nicht bloß der Anfang einer neuen, auf jüdische Ziele in aller Welt gerichtete Terrorwelle. Ich fürchte jedoch, dass dies der einzige Schluss zu diesem Thema sein kann. Vertrauen wir den Antiterrorspezialisten Israels und anderen Staaten, es nicht nur bei schönen Deklarationen bleiben zu lassen, sondern proaktiv den islamistischen Terror zu bekämpfen, statt Schönrednern verständnisreich zuzunicken.

Quelle: Uris Tagebuch

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30 Gedanken zu „Judenhass aus schiitischer Sicht

  1. Die Verwandlung des Schiitentums in eine dschihadistische Terrorideologie ist im großen und ganzen zwei Personen gelungen: Safavi und Khomeini.
    Da nach Khomeini-Diktion die Weltherrschaft des Islam errichtet werden soll, sollte man den leicht irregegangenen sunnitischen Brüdern helfen. (auch den Palästinensern)
    Das führt die sunnitischen Brüder auf den rechten Weg zurück (Das Imamat ermöglicht die Eroberung der heiligen Stätten von Jerusalem und die Vertreibung der Ungläubigen, die Sunniten werden dankbar sein) und bringt jede Menge Prestige für die Schia.

    Der Fakt der dem Westen in die Hände spielt ist dass man auf beiden Seiten (in Teheran und Riad) dermaßen vernagelte, verbohrte Idioten sitzen hat dass es nicht schwierig sein dürfte sie gegeneinander auszuspielen.

  2. http://www.compass-infodienst.de/Chaim_Noll__Judenhass_im_Islam.4924.0.html

    Ich denke, dass der Autor dieses Artikels sich diesenText ( Essay) von Herrn Noll anschauen sollte, um den Hass des Islams zu ergründen, der Juden trifft.

    Hass gegen Juden hat leider nicht nur im Christentum lange Tradition, sondern in der Gründungsphase des Islam von vornherein. Wer die Koranverse die Juden betreffend liest, sieht hier den Judenhass religiös begründet. Ob nun Schiiten Juden hassen, oder Sunniten, ist letztlich unerheblich. Der Koran als das sog. heilige Buch konstituiert förmlich den Judenhass für alle Muslime, seien sie Sunniten oder eben Schiiten. Wer Juden als Affen und Schweine tituliert, wer propagiert, dass der islamische “Gott” Juden in Affen und Schweine verwandelt hat und Juden und Christen als die “schlechtesten” oder “abscheulichsten” Geschöpfe ansieht und dieser Prophet Menschenrechtsverletzung der übelsten Art, deren Brutalität kaum überbietbar ist (Grabenkrieg, Köpfung von Hunderten jüdischer Kriegsgefangener, Verteilung der Kinder und Frauen an Muslime als Sklaven, perfider geht es nicht mehr), als “siegreiche Heldentat” des Islam definiert und sich u. a. mit diesen Taten, den rechtlichen Ungleichstellungen von Nichtmuslimen und Frauen, über alle Religionen darstellt, der muss nicht mehr fragen, wie der Judenhass zustande kommt. Er kann anhand des Koran feststellen,dass dieses unheilige Buch Gott einfach nur pervertiert, mehr nicht, aber auch nicht weniger.

    Hitler haben wir in Europa so gut es geht überwunden mit einem permaneten Kampf gegen rechts, der schon manchmal skurrile Züge annimmt, wie wir im Fall Drygalla haben feststellen dürfen. In gleichem Atemzug lassen wir jedoch den Islam, die judenfeindlichste Religion der heutigen Zeit überhaupt in unseren Gefilden groß werden und meinen, dass dieser Judenhass ja irgendwie anders und begründeter sei. Jedenfalls werden Muslime, die offen judenfeindlich auftreten, z. B. am Al Quds-Tag noch von unseren Linken unterstützt, kein Wunder, waren die Nationalsozialisten eben Sozialisten. Sozi und Nazi haben eines gemeinsam: Den Sozialismus als Wortstamm, in welcher Form auch immer.

  3. Warum man Juden hassen könnte:

    * Juden waren schon seit Jakob betrügerisch und vertragsbrüchig.
    * Sie legitimierten ihre Landnahme göttlich und mit der Sünde der dortigen Ureinwohner.
    * Sie verübten Massaker, darunter auch Genozide und Massenerstickungen.
    * Sie etablierten über Jahrhunderte Diskriminierung ethnischer Minderheiten im eigenen Land.
    * Sie fühlen sich als einziges Gotterwähltes Volk.
    * Sie postulierten für sich und den Rest der Welt unterschiedliche Pflichten (613 zu 7 Gottesgeboten).
    * Sie grenzen sich selbst aus jeder fremden Gemeinschaft aus.
    * Sie pflegen rassistisches Gedankengut und rassistische Sprache.
    * Sie haben zahllose weitergehende menschliche Satzungen und Ausnahmen mit religiösem Ansrpuch, welche z. T. sogar einfach verständliche Gottesgebote auf komplizierte Art ins Gegenteil verkehren.
    Beispiel ‘Schabbesgoi': Ein Goi ist Nichtjude, hat ggf. auch einen ‘gojischen Kopp’ (d. h. ist ein Dummkopf) und unterliegt nicht dem jüdischen Sabbatgebot, darf am Sabbat also arbeiten.
    2. Mose 20, 10 hingegen klingt ganz anders: “Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, AUCH NICHT dein Sohn, deine Tochter, dein KNECHT, deine MAGD, dein Vieh, auch nicht dein FREMDLING, der in deiner Stadt lebt.”
    * Juden hörten nicht auf ihren eigenen größten konstruktiven Kritiker (Jeshua von Nazaret).
    * Eine weltweit mehr als 100 mal größere Anzahl Nichtjuden steht diesem Kritiker jedoch ausgesprochen aufgeschlossen gegenüber, vollzieht seine Thesen eigeninteressiert sachlich nach, und hat besten Zugang zu der jüdisch dokumentierten Vergangenheit.
    * Juden übernahmen öfters als Minderheit mit Sonderrechten profitable gesellschaftliche Funktionen die geeignet waren Neid zu erregen.
    * Sie verweigern sich bis heute vehement der international vorgeschlagenen Zweistaatenlösung.
    * Sie nehmen sich quasi ‘per Holocaust-Keule’, international gesehen, Sonderrechte heraus (Auslands-Geheimdienst-Morde sind millitärische Aktionen)
    * Sie reagieren auf Kritik z. T. ausgesprochen dünnhäutig. Z. B. wurde Grass nur wegen eines Gedichtes (‘was gesagt werden muss).
    * Sie stehen häufig im Verdacht, verdeckte Interessenspolitik zu machen.
    * Sie wurden – wie hier erklärlich gemacht – so häufig verfolgt, dass dies wiederum zum Vorbild niederer Geister werden konnte. Sozusagen ein Selbstläufer.

    Übrigens wird das ‘Volk der Dichter und Denker’ – und damit meine ich jetzt die Deutschen aus ganz ähnlichen Gründen gehasst werden:
    Mit unserem Hang zu steilen Thesen (‘am deutschen Wesen soll die Welt genesen’) und vollständiger Konsequenz (‘nur ein totaler Krieg ist ein kurzer Krieg’) verübten auch wir den Genozid (‘Holocaust’), Massenerstickungen, pfegten (und beklagenswerter weise ja z. T. heute wieder) rassistisches Gedankengut und sind ebenso unermüdlich in Gesetzgebung und Normungswesen. Gleichzeitig grenzen wir uns selbst von Südeuropa ab und schimpfen auf dieses als Schuldensünder. Statt dessen verdrehen und verschleiern auch wir die (finanziellen) Fakten und belügen uns am liebsten (weil ja am konsequentesten) selbst gleich mit. Man muss weder Prophet sein noch eine ‘Strafe Gottes’ herbeireden, um zu wissen: Der Hass auf Deutschland wird mindestens ein Langläufer.

    Die schiitische Sichtweise des Judenhasses wurde vermutlich aus tatkischen Gründen entwickelt.
    Es liegt nicht fern, Freunde unter den Palistinensern gewinnen zu wollen und weiter zu polarisieren, um mit der A-Bombe die Führerschaft der einen Seite von dann nur noch zweien erlangen zu wollen.
    Nur: Mit dieser, dem Menschen naheliegenden Hasslogik wird man niemals Segen, Gewinn oder Wohlergehen erlangen. Es wird mit Schaden gedroht, Schad-Technologie wird entwickelt und alter Schaden wird zum moralischen Grund gelegt. Auch hier liegt Potential zum Selbst- oder Langläufer. Kriegsglück ist schon lange im besten Fall nur noch ein Ausbleiben von Schaden.

    Ich kann nur allen empfehlen, auf den größten aller konstruktiven Kritiker zu hören, und zu versuchen, Hass mit Liebe zu überwinden.

    • Meinst du das, was du da geschrieben hast wirklich ernst?
      Offensichtlich hast du sehr wenig vom Judentum verstanden. Ich gebe dir nur ein Beispiel: zu dem Vorwurf, dass wir für uns andere Gesetze etablieren, als für Nichtjuden. Nicht WIR machen die Gesetze, sondern sie wurden von G-tt gegeben, aber mal davon ab ist es richtig, dass für Juden 613 Gebote gelten, während die Nichtjuden dazu aufgefordert (! Und nicht gezwungen) sind, die 7 Gebote Noachs zu halten. Das sind mehr der weniger die Grundsätze der Humanität. Ergo: fuer einen Nichtjuden ist es sehr viel leichter, Anteil an der kommenden Welt zu haben, als für einen Nichtjuden. 7 statt 613 eben. Und schon unsere Rabbiner lehrten, dass ein gerechter Nichtjuden der nach den noachidischen geboten lebt, viel “höher” kommen kann, als unsere Größten Weisen. Soviel dazu.

      JEDE Religion betrachtet sich gewissermaßen als “auserwählt”, da sind Muslime und Christen keine Ausnahme. Aber im Gegensatz zu den beiden Religionen können im Judentum auch Menschen Anteil an der kommenden Welt haben/”erlöst” werden, die nicht dem jüdischen Volk angehören, sondern Nichtjuden sind. Sehr rassistisch ist das, muss man schon sagen.

      Jockel, nimm es mir nicht übel, wenn ich das jetzt so salopp schreibe, aber wenn man keine Ahnung vom Nahost-Konflikt hat, dann sollte man auch nicht darüber schreiben. Offensichtlich weißt du nicht von den zahlreichen Friedensinitiativen Israels. Nicht die bösen Juden verschließen sich einer Lösung, sondern die Araber. Die waren übrigens auch diejenigen, die den UN-Teilungsplan ’47 ablehnten oder vor nicht allzu langer zeit das Angebot von Olmert. Ich verstehe nicht, wie du zu der annahme kommst, dass es an den Juden läge, dass der Konflikt nicht gelöst wird (es sei denn, man betrachtet unsere bloße Existenz bzw die unseres Staates als Hindernis).

      Fuer dich mag die juedische Lesart des Tanach kleinlich und unverständlich sein (von wegen Gebote unverstanedlc machen), für uns im Gegenzug wirkt die christliche sehr oberflächlich und steif.
      Es sind einfach unterschiedlich Interpretationen, das muss man keinem zum Vorwurf machen. Und auch wenn du so sehr an Jesus glaubst, für dich mag das der weg sein, andere können damit nichts anfangen. Und aus meiner Sicht kann ich dir sagen, dass Jesus nichts besonderes war. Menschen, die umher zogen und ihre Auslegung der Schrift lehrten waren nichts ungewöhnliches, vor allem nicht zu dieser zeit. Wie gesagt, jeder aht eine andere Art, den Tanach zu verstehen.

      Und noch eine Info am Rande: man hat auch die Juden ins Gas geschickt, die sich selbst ausschließlich als deutsche betrachteten und keine Verbindung mehr zu ihre “juedischkeit” hatten, nebst ihren Brüdern mit peyes und Kaftan. Die liberalen Gemeinden wurden genau so wie die orthodoxen ausgelöscht. So viel dann zu dem Vorwurf, Juden würden sich selbst stets ausgrenzen.

      • @ Yocheved! Schön Dich wieder hier zu lesen!
        @ Jockel! Da unser Prinz und Yocheved beide Deinen Kommentar kommentiert haben und auf eine Antwort warten, möchte ich auch wissen, was der Sinn der genannten Punkte sind? Bitte um die Erläuterung!

      • Hallo, liebe Yocheved,

        schön dich mal wieder zu lesen.

        Ernst?
        Nein – natürlich meine ich das nicht ganz ernst.
        Deshalb habe ich auch die Überschrift gewählt, warum man hassen KÖNNTE !

        Man muss sich aber immer selber überlegen, ob man hassen WILL, egal wie einem die Lage auch erscheinen mag.
        Ich weiß auch nicht, wie intensiv du meine sonstigen, teils ja sehr umfangreichen Kommentare verfolgt hast. Jedenfalls ist der Gott Abrahams auch meiner. Nur hier hatte ich – ausnahmsweise – mal aus der Perspektive der Nicht-Gott-Gläubigen getextet. Um zu belegen, warum MAN die Juden hassen könnte. Und wer auf die christliche Art an diesen Gott glaubt, der hasst so wie so nicht, denn er ist so frei, dass er sich dazu nicht gezwungen sieht.

        Es überrascht mich nicht, dass ihr eure Andersartigkeit und die damit verbundenen Abgrenzungen als von Gott legitimiert anseht. Und da gehe ich sogar zu großen Teilen mit!
        Warum auch sollten Gottes Berufungen alle völlig gleich sein?

        Nur wo sich die jüdische Bibelauslegung (von der du sagst, dass Christen sie als kleinlich empfänden) die Bedeutung ins Gegenteil verkehrt (wie im Beispiel), kann ich mir auch mit mehr Mut zu Genauigkeit nicht weiter helfen. Da scheint dann etwas anderes nicht zu stimmen.

        Als Christ erkenne ich Gott als den Lieben, meine dies so richtig zu verstehen, und will mit diesem Verständnis unserem Gott als Vorbild nacheifern. Also aus Liebe die besten Antworten auf Entscheidungen suchen, egal ob Pflicht, Zwang oder Aufforderung. Auch versuche ich gar nicht erst, dabei zu sparen, um so ‘billig wie möglich’ in die neue Welt zu kommen.
        Das wäre dann ja ein Deal mit mir als Egoisten auf der einen und Gott auf der anderen Seite.
        Nachfolge ist keine Sammlung von Verzichts- und Ersatzübungen. Jüngerschaft ist Leidenschaft.
        Jesus sagte: Liebet ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.

        Leichter ist das in der Tat, aber nicht weil ich es so ‘leicht’ hätte, am Sabbat schwere Arbeit tun zu dürfen. Gott liebt auch die Fremdlinge in deiner Stadt und gönnt auch ihnen den Ruhetag. Auch sie sollen am Sabbat keine Arbeit tun. Ich finde: Da hat sich Gott klar genug ausgedrückt.

        Darf der Schabbesgoi Gott denn lieben und seinen Willen lesen, verstehen und entsprechen wollen?
        Oder ist er zu der Leichtigkeit des Dummkopfes verdammt?
        Dann hätte ja sogar die Koranverteilung in der Aufforderung ‘LIES!’ noch einen Vorsprung.

        Leichter ist das aus einem ganz anderen Grund:
        Über das sichere Wissen der eigenen Unzulänglichkeit tröstet mich die Hoffnung auf Gnade.

        Die Bibel der Christen spricht in Offenbarung 5, 9 aber davon, dass wohl niemand aufgrund seiner Herkunft vom Heil ausgeschlossen sein muss: “und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen.”
        Juden, Iraner, Araber, Deutsche, … alle inklusive!

        Alle dürfen die Gnade annehmen, auch ohne christlichen Kirchen beizutreten. Gottes Arm ist auch dann nicht zu kurz, wenn Menschen ihn entstellen. Aber vielleicht stößt du dich nicht an Menschen, sondern an Christus? In der Tat, da geht kein Weg dran vorbei, denn (Apg. 4, 12) “in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.” Ich frage mich nur, wer euch denn lieber wäre, als ein Jude.

        Doch, ich weiß von Friedensinitiativen Israels. Aber ich weiß auch, dass Israel nicht homogen ist, und die Spannungen quer durch das Land über die einzelnen Lager gehen.

        Wie ich zu der Annahme komme, dass es AUCH an Israel liegt, dass der Konflikt nicht gelöst wird:
        Aussagen wie z. B. die einer Siedlerin, das Wort ‘Zweistaatenlösung’ dürfe nicht einmal in den Mund genommen werden.

        Mir geht es nicht darum, zu sagen: “Juden sind böse”, “Araber lehnten ab” oder “Der da ist schlimmer”. Das ist alles großer Quatsch und so wie so keine christliche Denkweise.
        Schlimm und Schlimmer sind beide unrein. Die (Er-)Lösung verlangt den Reinen.

        Erst wenn die ‘Makel-Liste’ leer ist, kann auch der letzte Idiot keinen Vorwand mehr finden, zu hassen. Tja und zumindest soviel muss ich da wohl zugeben: Der Nicht-Gott-Gläubige kann in der Tat mit dem Dummkopf Gemeinsamkeiten haben.

        • Jockel, danke für deine Erklärungen. Ich lese aus Zeitgründen nur sporadisch die Kommentare, aber konnte mir nicht vorstellen, dass du wirklich hinter diesen Punkten stehst, und jetzt versteh ich dich besser.

          Zu dem Beispiel, was du angeführt hast, kann ich im Prinzip nur folgendes sagen: die stelle setzt voraus, dass wir in Eretz Israel sind (“asher besha’areicha”- der in DEINEN Toren ist), hierzu der Kommentar zu 5.M 5, 12-15 aus dem Artscroll Chumash: “the term slave and maidservant of this commandment refers to non-Jewish slaves, who are required to observe the commandments. Consequently, the Torah stresses that they must observe the Sabbath like you, i.e., not only are they forbidden to desecrate the Sabbath for their masters, they personally must observe all the Sabbath laws (Rambam to Exodus 20:10)”
          Aus religionsgesetzlicher Perspektive ist die Sache mit dem Shabbesgoi sehr umstritten, da weder ein Kind, noch ein Nichtjude gebeten werden darf, am Schabbat arbeiten auszuführen, die einem selbst verboten sind. Allerdings gibt es trotzdem “Regeln” was den Shabbesgoi betrifft, so darf er beispielsweise nur ganz leichte arbeiten verrichten, er darf die Arbeit nur aus eigener beobachtung heraus und nicht auf Anweisung hin, machen und, was ich für ungleich wichtiger halte, er
          MUSS selbst von der Arbeit profitieren.
          Der Begriff “Goi” ist übrigens keineswegs negativ oder abwertend gemeint (von der jiddishen Redewendung einmal abgesehen), es ist einfach die Bezeichnung für einen Nichtjuden. Ich glaub, der Plural “Goyim” kann man als “Voelker” übersetzen.

          Du hast vollkommen recht, dass ich mich auf Jesus bzw an den glauben an/in ihn bezog, als ich davon sprach, dass im Christentum Nichtchristen nicht an der kommenden Welt Anteil haben oder-aus christl Sicht- ins Paradies kommen. Es gab in der Geschichte meines Volkes immer wieder solche, die sich als Erlöser verkaufen wollten, Menschen um sich versammelten, die Schrift auslegten usw. Am Ende sind sie alle gestorben. Und die Welt drehte sich weiter, wie bisher. Guck dir bspw Shabtai Zvi an, diesen Verbrecher! Die Menschen gaben alles auf, um ihm zu folgen, die Prophezeiung schien ja auch auf ihn zuzutreffen, allerdings schien sie es nur. Als er Konstantinopel betrat wurde er verhaftet ud vor die Wahl gestellt: als Jude sterben oder zum Islam zu konvertieren. Er wählte letzteres.
          Was ich damit sagen will: nur weil jemand scheinbar die Voraussetzungen erfüllt, Wunder bewirkt und polarisiert, sprich anhaenger um sich sammeln kann, bedeutet es noch lange nicht, dass er der erloeser in irgendeiner Art und weise ist. Um die jüdische Sicht auf Jesus zu verstehen, möchte ich dir ein Buch ans Herz legen, (sofern es dich interessiert): Ein Rabbi spricht mit Jesus.

          Ich sage dir ganz offen, dass ich die “Zweistaatenloesung” für so ziemlich das dümmste und schlimmste halte, was uns passieren könnte. Allerdings nicht, weil ich dagegen bin, dass die Araber einen Staat bekommen, es geht um die Bedingungen. Es kann nicht sein, dass sich Menschen im 21. Jhdt immer nach für “judenreine” Gebiete einsetzen, denn genau das steht hinter diesem Vorschlag. Alle Juden sollen aus “Palästina” verschwinden. Das haben deren Führer immer wieder klar zu verstehen gegeben. Zugleich wäre ich die erste, die einem arabischen Staat zustimmen würde, wenn dieser sich dazu verpflichten würde, eine jüdische Minderheit in seiner Mitte zu dulden, ihr gleiche rechte wie der Mehrheit zugestehen würde und darüber hinaus allen Juden freien Zugang zu unseren heiligen Stätten gewähren würde. Schließlich haben wir in Israel auch eine große arabische Minderheit, die gleiche rechte wie alle anderen Israelis auch haben. Und es ist nun so, dass Shomron und Yehuda unser biblisches Kernland sind, dort sind unsere wichtigsten Stätten. Uns zu verbieten in dem Land zu leben, zu dem wir die stärkste Bindung haben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ebenso sind es diverse andere Forderungen seitens der Araber.
          Nichtsdestotrotz steht die große Mehrheit der Israelis hinter der Zweistaatenloesung.

          • Danke, sehr aufschlussreich.
            Natürlich steckt der ‘Teufel’ auch im Detail (den Bedingungen).
            Die Forderung nach Judenreinen Gebieten ist mir in diesem Zusammenhang neu.
            Auch mit dem von dir freundlicherweise gebrachten Kommentar bleibt mir dieses Denken befremdlich. Sinnerkennung erübrigt Klauseln.
            Nach diesem Rabbi werd ich mich mal umschauen.

            • Liebe Fartab,
              leider schaffe ich es viel zu selten, hier zu kommentieren und nicht nur zu lesen… Aber ich danke Dir für die tollen Beiträge auf diesem Blog!

            • Bitte werte Yocheved, das ist mir eine Ehre, dass Du still kommst, liest und ab und an eine Blume hinterlässt. Schön Dich hier zu haben auch wenn es selten ;)

  4. @jockel Die ganzen hier gemachten Vorwürfe kann man aus deutscher Sicht den Franzosen vorwerfen. Was ist denn nun die Quintessenz? Es ist einfach nur Neid. Weil im Judentum über Jahrhunderte Bildung eine größere Rolle spielte als anderswo waren Juden im öffentlichen Leben erfolgreicher. Wie sagte schon jemand aus der SPD im 19. Jh. : Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen Kerle.

    • Neid auf die Besserstellung durch Bildung kann auch mit dabei gewesen sein.
      Aber das mit den Franzosen verstehe ich jetzt nicht. Von welchem Deutschen werden die denn (noch) gehasst? Schon in meinen Kindertagen schlug selbst Napoleon im Schuluntericht nur Bewunderung entgegen. Hatten die auch steile Thesen? Oder hab ich gepennt?

      • Heute nicht mehr aber verfolg mal die Geschichte bis zur Zeit der Türkenkriege zurück wo sich der allerchristlichste französische König gegen Habsburg mit den Osmanen verbündet hat.
        Danach hat man sich Elsass und Lothringen geraubt, die Pfalz verheert und bis nach dem Ersten Weltkrieg war es Usus in Frankreich, linksrheinische Gebiete (also inklusive Mainz und Köln) für sich zu fordern.
        Also man sieht: Viel mehr muss man nicht tun um Feindschaft zu schüren.
        Das man sich dann wechselseitig hochschaukelte versteht sich von selbst.

  5. Die Islamische Republik Iran mit Hitler-Regime gleichzusetzen ist einfach zu billig und angesichts der schon bestehenden Anti-Iran-Propaganda und der Anti-Iran-Stimmung (inklusive Krieg) einfach nur fahrlässig!
    Gleichwohl gibt es Diskriminierungen gegenüber den jüdischen Iranern, doch in Iran gibt es noch derzeitg die grösste Ansammlung von Juden im Orient ausserhalb Israels und soweit mir bekannt ist gibt es keine KZ´s in Iran für Juden. Dieser Artikel ist diesem Blog nicht würdig!

    • Bahrâm jân, schön Dich wieder zu lesen. Ich habe die Gedanken und GEFÜHLE eines in Israel lebenden Juden veröffentlicht! Wir (DU und ich und viele Iraner, paraktisch das iranische Volk) wissen, wie wir zu Juden stehen und diese seit Jahrtausenden ins Herz geschlossen haben und keine Differenzen haben! Nur es sind andere Gedanken, die ich hier auch veröffentlichen! Es mag sein, dass der Autor sich nicht so intensiv mit unseren Juden (die größte Gemeinschaft nach Israel im Iran) befasst hat, aber ich lasse seine Stimme auch gelten, denn Du siehst ja, wie die Angst und Bange ist und nicht alle Israelis wissen und denken, dass das iranische Volk nichts mit dem Mullah-Regime zu verwechseln ist! Daher denke ich doch, der Artikel ist unserem Blog würdig! Was Du machen kannst, überall den Juden im Internet zu schreiben, dass das iranische Volk nicht gleich zu setzen ist mit dem Mullah-Regime!

  6. Werte Yocheved, werter Jockel,

    ich möchte mich dieser interessanten Diskussion nicht beteiligen, weil ich vom Judentum zu wenig weiß. Nur zu einem Punkt, so meine ich, muss ich meinen privaten Senf dazugeben:

    Außer den orthodoxen jüdischen Menschen sind es gerade Juden, die sich assimilieren und sich eben nicht ausgrenzen. Sie nehmen teil am Leben ihrer Umgebung. Wer sich ausgrenzt, wissen wir hier alle.

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_German_Jews

    Wenn ich an Mendelssohn-Bartholdy denke, einen Super-Komponisten, der sogar Kirchenmusik geschrieben hat, so kann ich z. B. an diesem Menschen nichts entdecken, womit er sich “ausgegrenzt” hätte, im Gegenteil. Die Nazi-Idioten, die eine solche Musik verbieten, sind nur noch lächerliche primitive Winzlinge, die allein aus diesem Grunde (geschweige denn aus den viel gewichtigerne Gründen) bereits im Staub der Geschichte zertreten werden sollten.

    Juden und Jesus sind wohl zwei Paar Schuhe, deren Diskussion wohl nie zu Ende gehen wird.

    Aber, werte Yocheved, Jesus war ein Wanderprediger, von denen es viele gab. Aber offensichtlich war er einer, der Besonderes predigte (Bergpredigt) und den damaligen Pharisäern, den führenden Juden, wohl ins Gewissen geredet hatte, indem er ihnen den Spiegel vorgehalten hat. Auf äußere Befolgung von Gesetzen kam es wohl nicht an, wenn bei dieser Befolgung keine Liebe dabei war. Für diese Juden war Jesus ein Scharlatan, ein Zauberer und das Gegenteil dessen, was sie sich von dem ersehnten Messias erhofften. Dieser Jesus konnte ihrer religiösen Autorität gefährlich werden, weil er wohl so viele Menschen mobilisieren konnte. Meine Meinung: Allein durch die Predigt hätte er diese Mobilisierung wohl nicht geschafft. Er hat sich wohl zu häufig über strenge jüdische Gesetzgebungen hinweggesetzt. Ihm waren wohl die Menschen wichtiger als Gesetze. Aber er war durch und durch Jude.

    Diesen jüdischen Wanderprediger beten wir als Teil unseres Gottes an, für andere unfassbar, für Juden der Eckstein überhaupt, für Christen teilweise tödlich.

    Ich persönlich bin dem jüdischen Volk zutiefst dankbar, diesen Menschen hervorgebracht zu haben. Allerdings kann ich es gut verstehen, wenn Menschen es ablehnen, einen Menschen als Gott anzubeten.

    Aber dieser Mensch hat durch seinen Tod und seine Auferstehung eben allen Menschen reale Hoffnung gebracht auf ein Weiterleben nach dem Tod, so deutlich und klar wie kein anderer, wenn man den Texten des NT glaubt. Wenn wir glauben, dass das, was die Jünger Jesu gesehen haben wollen, wahr ist. Religionen können viel erzählen, vor allem viel Unbeweisbares, viel Theorie und viel Schwammiges, sprich Theologie. Jesus ist konkret. Es ist im Grunde eine Frage des Glaubens an die Richtigkeit und Wahrheit der Beweismitlel der Zeugenaussagen des Inhaltes der entscheidenden Stellen der NT, War Jesus wirklich irdisch tot und stand er tatsächlich auf, zeigte sich vielen seiner Jünger, Frauen wie Männern. War die Story um Thomas wahr? Die überlieferte Predigt des Jesus von Nazareth, so denke ich, hat das Potential, die Welt zum Guten hin verändern zu können.

    Aber das ist die entscheidende Frage:
    Ist es wahr, dass Gott-Vater, also der jüdische Jehova seine Stimme erschallen ließ und Jesus als seinen geliebten Sohn öffentlich bestätigte und sogar anordnete nicht auf ihn, sondern auf Jesus zu hören? Eine bessere Vollmacht von Gott kann es nicht geben. Ist es wahr, dass er Wunder, die die Naturgesetze aufhoben, gewirkt hat oder waren das alles nur Tricks, Zauberei wie bei Houdini? Sind die Apostel alles Lügner, hatte Paulus wirklich das Erlebnis mit dem “verstorbenen” Jesus und seiner Berufung. Wie kann aus einem strengen Christenverfolger ein strammer “Soldat” Jesu werden, den er doch so verfolgt hatte?

    Das und vieles mehr in dieser Richtung ist letztlich Glaubenssache. Ich glaube den Worten des NT und ich glaube, dass wir uns das Leben selbst schwer machen, diesen Worten nicht zu glauben. Wir nehmen uns viel Hoffnung.

    Ist das alles wahr oder fallen Christen auf einen Betrüger herein, der uns nur vorgegaukelt hat.

    Dann bleibt die Frage: Welche Nutzen hätte Jesus gehabt von seiner Predigt, von seinem Sterben, von seinem nur 3-jährigen Wirken? Er wirkte ja nicht, um irdische Macht zu erreichen wie z. B. Mohammed. Er wirkte ja nicht, um sich selbst darstellen zu wollen als Held. Die Jünger liefen fort wie feige Hasen. Er wirkte ja nicht, um sein Image aufzupolieren. Er hat sich in den Jahren seines Wirkens lediglich Feinde geschaffen bei den Leuten, die über Leben und Tod zu entscheiden hatten. Was war der Sinn dessen, was er tat, was er predigte? Wenn dies sein Leben keine “himmlische” Bedeutung hatte, welche Bedeutung hatte das Leben Jesu dann? Völlig schräg, völlige Narretei, völliger Irrsinn?

    Er selbst hat ja die Entwicklung seiner Lehre nicht mehr persönlich erleben können, wenn er lediglich nur gestorben wäre. Er hätte nichts, aber auch garnichts davon gehabt. Oder war sein Ziel das Seelenheil der Menschen? Das ist mein fester Glaube, dass er dies für uns wollte.

    Wie gesagt: Alles nur Glauben, aber eine andere Art des Glaubens, die sich an realen hier auf Erden abgespielten, vor aller Augen abgespielten Fakten ereigneten, die er geschaffen hat im Gegensatz zu anderen Religionen, die im Grunde nur aufs Jenseits theoretisch verweisen können ohne dafür einen Beweis liefern zu können. Welchen Beweis hat Mohammed erbracht, dass sein Wort, der Koran, von einem Engel stammte. Haben Zeugen diesen Engel jemals gesehen als Engel? Jesus hatte Zeugen, die seinen Tod erlebt hatten und Zeugen, die sein Leben nach seinem Tod erlebt und bezeugt haben. Das ist das Faszinierende am christlichen Glauben, eine sichtbar irdische Initiierung für das Leben im Jenseits. Das ist die Faszination am Christentum. Im Christentum kommt Gott auf die Menschen zu ohne Vorleistung, einfach nur geschenkt, in anderen Religionen müssen die Menschen sich in eine Richtung bewegen. Gott ist da sehr unbeweglich.

    Eine Lehre der Liebe bringt weder Machtpositionen noch finanzielle Vorteile. Eine Lehre der Liebe ist im Grunde sogar dem normalen menschlichen Selbsterhaltungstrieb und dem “gesunden” Egoismus abhold. Sie widerspricht jeglicher menschlichen Lebenserfahrung, da der Mensch ja schließlich dazu verdonnert worden ist, sein Brot im Schweiße seines Angesichts zu verdienen. Da passt Jesus Lehre von der Liebe Gottes und der Liebe des Menschen zueinander, ja zu seinen Peinigern und zu Gott überhaupt nicht ins Bild. Es ist im Grunde menschlich gesehen, völlig unfassbar und unnormal.

    Jesus ist für mich der Prototyp der Selbstlosigkeit, der Prototyp des menschlichen Antlitzes Gottes bis hin zur Vergebung am Kreuz. Ja am Kreuz vergibt er seinen Peinigern. Das will erst mal nachgemacht werden.

    Aber genau deshalb fasziniert mich diese Persönlichkeit, weil sie so ganz anders ist, als Menschen sich Messiasse, Mahdis oder göttliche Machtmenschen oder Himmelswesen vorstellen. ER ist für mich das irdische Antlitz des einzigen Gottes, ja des jüdischen Gottes, der durch den Juden Jesus bestens und am vollendetsten glaubwürdig in Lehre und noch glaubhafter in sich stimmiger Haltung uns Gott nahe gebracht und ihn in würdigster Weise hier vertreten hat. Ein normaler Priester, Rabbi oder Imam oder andere, die Gott verkünden, haben diese meinen Glauben nie in dieser Intensität hervorbringen können. Er war glaubwürdig bis zum Tod am Kreuz, ja, wenn das alles stimmt, was im Evangelium steht. Ich glaube daran. Das Christentum ist leztlich eine echte Revolution jeglichen Glaubens, weil dieser Glaube von hier aus die Tür zum Jenseits öffnet, durch Jesus von der Erde aus zum Himmel führt. Darum habe ich keine Scheu, Jesus zusammen mit dem hl. Geist und dem Jüdischen Vatergott als eine Einheit anzubeten.

    Ob meine Sichtweise hoher theologischer christliche oder jüdischer Anschauung entspricht, ist für mich letztlich nicht wichtig. Durch die Person Jesus bin ich Glaubender, ansonsten wäre ich bekennender Atheist.

    • Werter Bazillus,
      danke für deine Ausführungen, denn obwohl wir teils sehr unterschiedliche Auffassungen haben, ist es sehr interessant, andere Meinungen zu hören bzw lesen.

      “Auf äußere Befolgung von Gesetzen kam es wohl nicht an, wenn bei dieser Befolgung keine Liebe dabei war.”
      Absolut, da kann ich dir nur zustimmen! Es ist genauso, wie beim Gebet- wenn aus reinem Pflichtbewusstsein und aus “schlechtem Gewissen” gebetet wird, welche Bedeutung hat es dann noch? Ich meine, eine sehr geringe, wenn nicht sogar gar keine.

      Ich kann als Jüdin über Jesus Worte durchaus nachdenken und sie als Bereicherung empfinden, aber ich kann Jesus nicht als Erlöser und schon gar nicht als Teil G-ttes ansehen oder zumindest nicht mehr als Teil G-ttes wie jeden anderen Menschen auch. Schliesslich sind wir alle G-ttes Kinder.

      Für mich ist es so: Wenn ich daran glaube, dass der Tanach G-ttes Wort ist und dass die Versprechungen darin keine leeren Phrasen, dann KANN ich Jesus als Mashiach nur ablehnen. Und bitte versteh mich jetzt nicht falsch, ich will dich nicht von deinem Glauben abbringen (was ich mit Sicherheit auch nicht schaffen würde, sollte ich es versuchen) oder etwas in der Richtung, sondern euch nur meine Sicht der Dinge schildern. Sollten meine Formulierungen hart klingen-was ich nicht hoffe!-, schiebt es dem Umstand zu, dass ich hebräisch denke und das dann versuche, ins deutsche zu bringen. :D
      G-tt hat uns also diese wunderbare Geschenk gemacht- die Torah- er hat einen Bund mit meinem Volk geschlossen, uns Eretz Israel als ewigen Besitz oder besser uns ewige Pächter dieses wunderschönen Landes sein lassen. Dank unseres Fehlverhaltens wurden wir in ein schmerzhaftes Exil geschickt, lebten verstreut über die ganze Erde, aber- hat ER uns verlassen?! Hat ER sich einfach ein neues Volk gesucht oder mal eben die Bedingungen für den Bund geändert?! Würde denn ein Vater seinem Kind sagen, dass die Verbindung zwischen ihnen nicht mehr besteht, weil das Kind Fehler (schreckliche Fehler!) gemacht hat? Sucht sich ein Vater dann einfach so ein neues Kind aus, geht mit ihm eine neue Verbindung ein und das wars? Nein, G-tt ändert sein Wort nicht! ER hat einen EWIGEN Bund mit Avraham, Itzchak und Yaakov geschlossen, ER hat selbst gesagt, dass Israel auf ewig sein ist. (5.M. 7:6-11) Dass Israel sein Volk ist, und ER seinem Volk ein besonderes Land gibt und dass ER diesen Bund niemals auflöst, auch wenn Israel ihn enttäuscht. “For Hashem shall not cast off his people for the sake of His great Name; for Hashem has sworn to make you for a people unto Him” (1.Sam. 12:22)

      Dieser neue Bund oder meinetwegen auf diese Art mit Jesus erneuerter Bund ist aus jüdischer Sicht ein direkter Widerspruch zu G-ttes Wort, wie es im Tanach steht.

      Dann ist die Heilige Schrift sehr deutlich, wenn es darum geht, sich ein Bild von Hashem zu machen, es ist so wichtig, dass wir uns kein Bild von G-tt machen, sondern in unseren Herzen wissen, darauf vertrauen, dass ER da ist, dass es sogar das dritte Gebot ist. und genau das ist doch glauben. Wenn ich wirklich glaube, wozu brauche ich Beweise, wozu Bilder? KEIN anderer, nichts anderes darf und verdient es, angebetet zu werden, außer G-tt (aus christlicher Sicht müsste das G-tt-Vater sein, richtig?) (2.M. 20:3-6)
      Hier habe ich im übrigen eine Frage und ich wäre sehr dankbar, wenn Du sie beantworten könntest: Das Christentum versteht sich doch auch als monotheistische Religion, wie kann es dann sein, dass G-tt dreigeteit ist?
      Juden beten zweimal täglich das “Shma Israel” (erste Passage davon ist 5.M. 6:4-9) und es heisst “Höre Israel, Hashem ist unser G-tt, Hashem ist eins” (eins im Sinne von einer, also nicht geteilt oä). Wie stehen Christen dazu?

      Aber, du sagst sehr schön, dass letztlich alles Glaubenssache ist und wie gesagt, ich stimme dir voll und ganz zu. Jeder Mensch muss seinen Weg selbst wählen, selbst für sich entscheiden, ob und an was, wen und wie er glaubt. Dafür haben wir den freien Willen, unser Herz und unseren Verstand. Mögen wir es dazu nutzen, trotz unserer unterschiedlichen Meinungen und allem, was uns trennt, aufeinander zuzugehen und mit Respekt und miteinander umzugehen.

      • Werte Yocheved,
        ich danke Ihnen für Ihre Stellungnahme und habe auch nur versucht, meine Sicht der Dinge darzustellen, wie Sie auch. Ich finde es kostbar, andere Glaubensinhalte kennen zu lernen und auch von ihnen zu lernen. Hätte ich jedoch nur das Alte Testament kennen gelernt, hätte ich für mich Teile davon ablehnen müssen, weil Gott darin doch eine sehr dubiose Rolle gespielt hat, wie z. B. den Umgang mit den Midianitern. ich glaube nicht, dass Gott Mordaufträge auch nicht an die Juden erteilt hat, den Midianitern, die damals im heiligen Land lebten, durch Mord und Totschlag leiden zu lassen. Ich habe auch mit Elias meine Schwierigkeiten, der nachdem ihm Gott geholfen hat, ein Wunder zu vollbringen, mal eben viele Baalspriester eben so umgebracht hatte. Ich glaube nicht, dass Gott dies wohlgefällig war.

        Trotzdem stimme ich Ihnen voll zu, dass die Juden das auserwählte Volk Gottes war und auch immer noch ist. Ich glaube, dass die Bedeutung des Volkes Gottes Israel nach Jesus eine andere ist.

        Nun zu Ihrer Frage, die ich nur aus meiner Sicht beantworten kann. Dazu stelle ich mal meine Gedanken ein, die ich an anderer Stelle über die Dreifaltigkeit gegeben habe. Sie ist sehr lang, aber vielleicht für Dich interessant. Sie wissen ja aus dem Kommentarbereich, dass ich eine ungeheure Laberstrippe sein kann. Wie gesagt, ist nur meine Sicht der Dinge. Ich hatte sie seinerzeit in Bezug auf einen Koranvers in Beziehung gesetzt.

        Selbstverständlich möchte ich niemanden von seinem Glauben abbringen, was ich bei Ihnen auch erst gar nicht versuchen würde.

        Wenn Sie möchten und sich das antun wollen:

        S. 4 V. 172. O Volk der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und saget
        vom Gott des Islam nichts als die Wahrheit. Der Messias, Jesus, Sohn der
        Maria, war nur ein Gesandter des Gottes des Islam und eine frohe Botschaft
        von ihm, die Er niedersandte zu Maria … und saget nicht: „Drei.“ Lasset ab
        – ist besser für euch …

        Warum soll der Nichtglaube an die Trinität Gottes besser für Christen sein? Warum degradieren der Gott des Islam und somit auch dessen Prophet einen Großteil der Menschheit (Christen) zu Lügnern, die eine Religion haben, die durch den „Propheten“ Jesus die Feindesliebe und die Abschaffung der Knechtschaft der Menschen hin zur Freundschaft der Menschen mit Gott verkündete und verkündet? Kann der Gott des Islam es nicht ertragen, dass die Menschen Freunde und nicht Knechte oder Sklaven Gottes sein sollen? Der Unterschied wäre nämlich, dass Freunde auch mal ihren Freund hinterfragen und kritisieren und Vorhalte machen dürfen. Das sollten sich mal Sklaven herausnehmen!? Warum hat der Gott des Islam nicht mit Religionen z. B. der Hindus, der Buddhisten „abgerechnet“, die ja noch älter waren als das Christen- oder Judentum. Er ist doch allwissend und hätte hierzu ebenfalls Ausführungen machen sollen. Offensichtlich kannte er sie nicht, weil Mohammed sie nicht gekannt hat.

        Wie diese Verse zustande gekommen sind, ist jedoch recht irdisch nachzuvollziehen. Mohammed hat sich wohl häufig mit Mitgliedern einer juden-christlichen Splittergruppierung, den Ebionitern, unterhalten, die die Dreifaltigkeitslehre ablehnten. So fühlte er sich bestärkt, gleichartige Verse als seines Gottes Verse verkünden zu lassen. Die „Eingottchristen“ wie die Ebioniter wurden dann ja auch in die Huld des Gottes des Islams eingebettet mit dem Vers…

        Können diese Worte echte Aussprüche des Gottes des Islams sein, indem er andere Religionen diffamiert, Andersgläubige zu Sündern, weil Lügnern abstempelt und degradiert bzw. ihnen Vorschriften machen will?

        Ich frage mich, was an der Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit (Trinität) so schlecht sein sollte? Ich kann mir deren heiligen Grund sehr gut vorstellen. Gott fließt über vor Geist-Liebe. Ihm als einzelner Person wäre es nicht genug, seine Liebe nur zu seinen unter ihm stehenden Geschöpfen, den Engeln und den Menschen und der Materie überhaupt zukommen zu lassen, sondern ihm wäre mit Sicherheit auch daran gelegen, diese seine überbordende Liebe und seinen heiligen vollkommenen Geist auch einem gleichwertigen Gegenüber in eigenständiger Person in gleich liebender und vollkommener Denkweise und Charakter in Einheit und in einer Einheitsform entgegen zu bringen. Denn dieser innergöttliche Fluss der Geistliebe von einer vollkommenen Persönlichkeit zur anderen vollkommenen Persönlichkeit potenziert diese Liebe, bringt sie dann geist- und liebevoll zum Schwingen und Überlaufen und übermittelt und lässt die Schöpfung entstehen und bietet diese seinen Geschöpfe als Grundlage ihres irdischen Lebens an. Der göttliche „Geist-Liebesgenerator“ hält die Liebe Gottes ständig in Bewegung und hört niemals auf, weil er vom „Motor“, dem Heiligen Geist, angetrieben wird. Warum sollte eine Person dieser Gotteseinheit nicht in einem Akt der vollkommenen Liebeshingabe in einem Menschen vorübergehend Wohnung mit allen Konsequenzen des irdischen Lebens genommen haben und den Menschen den gewaltlosen, vertrauensvollen und liebevollen Weg zu ihm gewiesen haben? Welcher Mensch wäre da besser geeignet gewesen als Jesus?

        So wie lediglich ein einziger Gott bereits ein Geheimnis und wissenschaftlich nicht beweisbar ist (die Nichtexistenz Gottes ist jedoch ebenso unbeweisbar), so ist die Dreieinigkeit halt auch ein Geheimnis, aber durchaus vorstellbar und faszinierend. Wem es gegeben ist, an sie zu glauben, dem ist es gegeben. Gerne wird der Glaube an die Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit als vernunftlose Dummheit oder Narretei abgetan, ist sie aber nicht, sondern als Gedanken- und Glaubensinhalt viel wertvoller als man annehmen sollte mit unerhört guten Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Der Glaube an die Dreifaltigkeit ist ein unverdientes Geschenk Gottes an die Menschen. Dieses Geschenk Gottes, dass eine Person dieser Gotteswesenheit als „Teil“ Gottes freiwillig in liebevollster Absicht seinen Geschöpfen gegenüber auf einer Stufe mit dem Menschen höchst persönlich als Mensch (Jesus) in dieser Welt auftritt und durch ihn allen Menschen den Weg zu ihm und seinen Vater weist und sich gleichzeitig mit seinen Geschöpfen (und zwar sogar mit den Ärmsten der Armen und sogar den Sündern, wenn sie umkehren) solidarisch erklärt, ist doch eine großartige Vorstellung und solide Glaubensgrundlage. Diese göttliche Person, also letztlich Gott selbst, wird so sehr Mensch, das diese Person sogar noch menschliche, sei es körperliche (Kind zum Mann) aber auch geistig-religiöse Entwicklung durchlebt. Das zeigt eben seine unendliche, aber auch dienende Liebe zu den Menschen, welche ihm eben nicht egal sind, eben nicht willkürlich mit ihnen umgeht und er sie durch diese Tat eben nicht allein lässt (selbst ungläubigen Frauen gegenüber nicht), auch nicht in den dunkelsten Stunden eines menschlichen Lebens, weil er als Mensch und Gott das menschliche Leid selbst erlebt und zuinnerst mitgelitten hat und es somit bis in die tiefsten Fasern seines Seins versteht. Gerade weil Gott den Menschen als sein „Ebenbild“ ansieht, ihm einen göttlichen Funken, den der Mensch annehmen kann oder auch nicht, eingepflanzt hat, ist ihm der Mensch nicht egal. Der Mensch hebt sich eben wegen dieser Ebenbildlichkeit von den übrigen Geschöpfen, die auch herrlich geschaffen sind, ab. Gottes Dreieinigkeit kann verständlich machen, dass Gott eben nicht nur über uns, sondern mit uns und durch die Eucharistie sogar in uns ist. Sprich: Er ist eben überall, den Menschen nahe und nicht ein Gesetze und Regeln bis in die kleinste Lebenssituation verordnender, die Freiheit des Menschen unterdrückender willkürlicher Throngott, dem sich die Menschen nur in unterwerfender Haltung, als Sklaven eben, nähern dürfen.

        Hier geht Gott selbst in einem Menschen auf die Menschen zu ohne Vorleistung. In anderen Religionen muss der Mensch angstvoll auf einen unbekannten Droh- und Willkürgott zugehen.

        Einige Religionen warten noch heute auf eine Person, von Gott gesandt, wie das Judentum auf den Messias, der schiitische Islam auf den Mahdi und der Buddhismus auf Maitreya, u. a. Im Christentum ist diese Person halt schon gekommen! Wir müssen nicht mehr warten.

        Was ist daran eigentlich so schwer zu begreifen? Erst durch die Dreifaltigkeit haben wir erst die wahre Liebe Gottes zu den Menschen erkannt.

        Er (der Gott der Dreifaltigkeit) ist eben nicht nur der ferne, unerreichbare, hoch über uns wohnende Gott und Richter der Menschen, sondern er (eine Person aus der Einheit) gibt sich freiwillig selbst in die Hände der Menschen und hält ständig Kontakt mit seinem Vater. Durch Kreuzigung und Auferstehung Jesu, nach unserem und meinem Glauben also durch den Teil der Gotteseinheit, ist dem Menschen ein unmittelbares und anschauliches Beispiel gegeben, an den liebenden Gott der Liebe in Liebe zu glauben mit der konkreten Beweiskraft des ewigen Lebens durch die Auferstehung Jesu.

        Diese meine zugegeben überschwängliche persönliche Sichtweise auf die Dreifaltigkeit Gottes kommt ja nicht von ungefähr. Sie gründet sich auf die Inhalte der vier Evangelien:

        Auch wenn Jesus sich selbst in der Bibel in den Evangelien ausdrücklich nicht als Sohn Gottes bezeichnet, allerdings sich als solchen von anderen bezeugen lässt (und Jesus nicht widerspricht), so lassen wir doch den glaubwürdigsten aller Zeugen, den es im Universum gibt, nämlich Gott selbst, den Vater Jesu, zu Wort kommen, gerichtet an die Menschen, die um Jesus herum waren, als er zu einer Lichtgestalt verklärt wurde, der da aus einer leuchtenden Wolke heraus sagte:“ Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Auf ihn sollt ihr hören“. Ähnliches in anderer Form im Lukas-Evangelium bei der Taufe Jesu (Öffnen des Himmels, Hl. Geist in Gestalt einer Taube). Auch hier Bestätigung Gottes, dass Jesus sein geliebter Sohn sei. Der allmächtige Gott, der ja im AT noch selbst gesprochen hat, lässt jetzt durch Jesus sprechen. „…Auf ihn sollt ihr hören.“ Er hat noch nicht einmal gesagt: „Auf mich und ihn sollt ihr hören“, sondern nur: „ Auf ihn sollt ihr hören“. Das Gehör wird nur dann gebraucht in Zusammenhang mit der Sprache, wenn Worte gesprochen werden und Erkenntnis und Wissen vermittelt werden sollen. Wenn Gott solches sagt, ist Jesus, wie Johannes sagt, das „fleischgewordene Wort Gottes“. Recht hat er. Jesus brauchte kein Selbstzeugnis zu geben, weil sein Vater, den alle monotheistischen Religionen als Gott anbeten wollen, dies selbst von Jesus in den Evangelien, nicht einmal in der Apostelgeschichte und den Briefen der Apostel bezeugt hat. Braucht es da eines weiteren Zeugnisses? Selbstverständlich kann eingewendet werden, dass es ja nur eine aus einer leuchtenden Wolke herabkommende Stimme war und nicht Gott selbst. Wer hätte es sonst sein sollen? Ein Engel? Der Satan? Ein Außerirdischer? Gott lässt sich nun einmal nicht anschauen. Die Wolke hat er ja meines Wissens schon einmal im AT benutzt. Jeder kann alles anzweifeln. Mohammed hat seine Worte auch nur durch einen Engel erfahren. War der Engel im Auftrag Gottes unterwegs? Konnte Mohammed in jedem Falle unterscheiden, ob dieser Engel im Auftrag Gottes unterwegs war?

        Im Gegenteil war und ist die knallharte Realität doch folgende: Wenn Jesus bereits nach der Taufe im Jordan bei seinem ersten öffentlichen Auftreten von sich behauptet und vor den damaligen Schriftgelehrten darauf bestanden hätte, er sei der Sohn Gottes, hätte er niemals mit seinen Lehren und Taten beginnen und sie über drei Jahre hinweg durchführen können. Die Bergpredigt wäre nie gehalten worden, kein öffentliches Wunder Jesu wäre geschehen. Er wäre sofort nach den damals geltenden jüdischen Gesetzen (wie auch nach den heutigen Gesetzen des Islams wegen Blasphemie oder Gotteslästerung in einigen Ländern) legal verurteilt und der Todesstrafe zugeführt worden. Aus diesem Grunde und weil er sein Werk auf Erden vollendet sehen wollte, hat Jesus immer nur indirekt von sich bestätigt, unter anderem a) dass er im Vater sei und der Vater in ihm, b) man nur durch ihn zum Vater komme, c) wenn ihr mich kennen würdet, würdet ihr auch den Vater kennen, d) Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, e) Wer an mich glaubt (nicht: wer mir glaubt!), hat das ewige Leben, f) wer von diesem Brote isst, wird leben, auch wenn er stirbt, f) mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott, g) ehe Abraham ward, bin ich usw. All diese seine Aussprüche hören sich in keiner Weise so an, als wäre Jesus nur Mensch. Sie sind also indirekte Worte Jesu über seine „Sohnschaft“ zum ewigen Vater, die ihn drei Jahre davor schützten, getötet zu werden. Welcher Mensch kann von sich behaupten, „…dass er die Wahrheit, Weg und Leben sei“, „dass er in Gott sei“, „…dass die Menschen an einen, nicht einem, Menschen glauben sollen“, „…Brot des Lebens sei“, „…Licht der Welt“, „… Gott würde ihn (einen Menschen?) ehren“, usw. Aber sein Ausspruch: „…Ehe Abraham ward, „bin ich“, deutet sehr wohl schon recht direkt und konkret darauf hin, dass er Gott ist, weil er offensichtlich in seiner Existenz keinen irdischen Zeitrahmen kennt und diesem somit nicht unterworfen ist. Ich bin, der ich bin oder Ich bin da (für Euch) ist ein Name Gottes unter mehreren im Alten Testament. Die Reaktion der Menschen auf dieses Wort war die versuchte Lynchsteinigung. Sie hätten dies nicht getan, wenn er nicht indirekt behauptet hätte, dass er der Sohn Gottes sei. Und genau das wollte er drei Jahre lang verhindern, um sein Werk zu vollenden.

        Wenn er Satan durch den Besessenen von Gerasa bezeugen lässt, dass er der Sohn Gottes sei, ist das zwar ein sehr zweifelhaftes Zeugnis, was die Herkunft dieses Zeugnisses anbelangt, aber letztlich doch ein sehr starkes zutiefst überirdisch göttliches, weil Gott-Jesus hier seinen Widersacher lediglich wie eine Marionette nur zum Guten benutzt und es zeigt, welche Macht Jesus eben als Gott über die Dämonen hatte. Keine langen Exorzismen waren nötig. Ein Wort von Jesus oder nur seine bloße Anwesenheit reichen aus und Satan zittert und will in damals unreine Tiere, eine Herde Schweine fahren. Ist das nicht wahrlich göttlich? Sollte Satan vor einem „Nur“-Menschen zittern? Das wäre neu in jeder Religion. Jesus vergibt Sünden. Seit wann hat je ein Mensch Sünden vergeben? Jesus sagt zu seinem Mitleidenden am Kreuz, der mit Sicherheit ein Sünder war und seine gute Tat darin bestand, Jesus am Kreuz vor den verbalen Angriffen des anderen in Schutz zu nehmen: „Noch heute wirst Du mit mir im Paradiese sein.“ Welcher Mensch kann das sagen? Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, als Jesus am Kreuz starb als Zeichen und Bestätigung Gott-Vaters, dass sein Sohn dieses Leiden auf sich genommen hat und gestorben ist. Im jüdischen Bereich ist es Brauch, ein Tuch zu zerreißen, wenn ein naher Angehöriger stirbt. Er wirkt Wunder. Nicht immer hat er vorher die Kraft seines Vaters auf ihn herab gerufen. Er hatte diese göttliche Kraft offensichtlich selbst von vornherein in sich. Er befahl, ohne vorher zu beten und seine Blicke zum Himmel zu erheben, dem toten Jüngling von Naim, aufzustehen.

        Insbesondere werde ich in meinem Glauben an die Dreifaltigkeit noch bestärkt, wenn Jesus vor Pilatus in einer entscheidenden irdischen Hinrichtungssituation von sich sagt, dass sein Königreich nicht von dieser Welt sei und er dort (zur Verdeutlichung) den Hinweis auf irdischen Verteidigungskampf gibt und er sagt, dass er der König dieses nichtirdischen Reiches ist. Wenn Jesus ein Reich außerhalb dieser irdischen Welt hat, welches kann damit gemeint sein? Die Hölle kann es nicht sein, da Mohammed Jesus ja angeblich immerhin im 2. Himmel gesehen haben will. Wenn er aber von „seinem“ Reich spricht, kann er nur der König dieses Reiches sein, ein Herrscher.

        Es ist doch nicht eine Tat, ein Ausspruch, eine Bezeugung, die mich an die Gotteseigenschaft Jesu denken und glauben lässt. Es ist die äußere und innere Stimmigkeit der Worte und Taten Jesu, die Christen und mich an die Dreifaltigkeit glauben lassen. Wenn Gott als „Einzelperson“ schon nebulös und geheimnisvoll ist, wie viel mehr die Dreifaltigkeit. Jeder Gottesglaube hat immer mit Geheimnissen zu tun. Der Eingottglaube in der Form des Judentums und/oder des Islams lief und läuft immer Gefahr, einem Janusgottesbild anzuhängen. Er impliziert einen Gottesbegriff der teilweise missbräuchlichen Allmacht. Er sieht Gott als Herrscher über allem an ohne Rücksicht auf Verluste. Er lässt ein Gottesbild der Willkür entstehen. Der Dreifaltigkeitsglaube zeigt Gottes wahren Charakter, nämlich den der allumfassenden Liebe. Glaube, Wahrheit und Liebe gründen sich nicht auf kleinliche buchstabengetreue Befolgung einzelner Gesetzgebungen bis in den letzten Winkel des Lebens hinein. Da verliert man Gott aus den Augen. Man sieht dann vor lauter Bäumen (Gesetzen) den Wald (Gott) nicht mehr. Gott kann der Mensch nur erahnen und erspüren, wenn der/die Gläubige sein/ihr Herz in Liebe öffnet und keine Fleißkärtchen in dem egoistischen Bewusstsein sammelt, in den Himmel zu kommen. Das ist Religionsausübung 2. Klasse, weil sie im Grunde egozentrisch (Hauptsache, ich komme in den Himmel, andere sind mir da egal) ist und so nicht von Gott gewollt. Deshalb freue ich mich, wenn Jesus zugleich Gott ist, denn er kennt die Vergebung in Reinkultur und dann kann ich mich auch erlöst, als Kind Gottes und nicht als Sklave auf den Weg zum Himmel machen (selbst wenn er nur im 2. Himmel wohnt, Ironie aus!). Wenn der Gott des Islams sein eigenes Wort, sein eigenes Zeugnis, welches ja in der Bibel offenbart wurde und diese soll ja richtig sein, wie der Koran sagt, vergessen haben sollte, dann ist der Gott des Islams nicht identisch mit dem Vater Jesu. Bei Jesus spüre ich förmlich, dass er ein hohes himmlisches Wesen ist, weil er in göttlicher Autorität inneres göttliches Wissen nicht nur kundtat, sondern auch in sich konsequent lebte und ausführte. Wenn wir Christen uns schon Kinder Gottes und Gott unseren Vater nennen dürfen und dies in geistiger Weise, weil alle Menschen Ebenbilder Gottes sind, wie viel mehr ist dann Jesus als wahrer Sohn Gottes anzusehen. Ich denke, dass in seinem ganzen Wesen niemand näher bei Gott war als Jesus. Warum soll ich dann nicht glauben, dass er der Sohn Gottes tatsächlich ist? Wenn wir auf den Sohn hören sollen laut Gott(vater), dann glauben wir auch gern an denjenigen, den Jesus uns gesandt hat, den Heiligen Geist, der durch Jesus, den Sohn, als dritte Person Gottes angekündigt wurde. So einfach kann die Dreifaltigkeit sein. Ich denke, niemand hat sich zu erdreisten, Menschen anderen Glaubens als Ungläubige hinzustellen, höchstens als Andersgläubige.

        Weil die die menschliche Vorstellung sprengende göttliche, weil liebende Kraft und Bedeutung Jesu nicht verstanden wurde, vielleicht auch nicht verstanden werden konnte, nannte er sich selbst und wurde er Menschensohn genannt, ja x-mal im Neuen Testament, weil nicht einmal die Jünger ihn zu seinen Lebzeiten verstanden und die Vorstellung eine Person oder einen Bestandteil des lebendigen Gottes in Jesus vor sich zu haben, diese wohl glatt überfordert hätte. Dieser Ausdruck will m. E. nur sagen, dass Jesus (über Adam stehend) in seiner Gottmenschlichkeit als Sohn (oder Vertreter) des gesamten „gottesebenbildlichen“ Menschengeschlechts, aber auch Gottes, betrachtet als ein Mensch, der in seiner Denkweise der vollkommenste Mensch auf Erden war, förmlich kulminiert. Er konnte nur deshalb vollkommen sein, weil er als Sohn Gottes von diesem selbst anerkannt wurde, und somit auch vor den Menschen in den göttlichen Stand erhoben wurde von Gott selbst, wenn er selbst ihn „Sohn“ nennt. Und wenn Jesus vor Abraham „da ist“, welchen Zweifel sollte mein Herz da haben? Wenn viele Engel (Himmlisches Heer) bei der Geburt Jesu – also von vornherein – anwesend waren, wird das schon seinen Grund gehabt haben. Mohammed hatte es nur mit einem Engel zu tun. Jesus hat jedenfalls nie Gewalt, die Menschen tötet, gelebt, von seinen Jüngerinnen und Jüngern Nachfolge gefordert in der Vergebung, in der Liebe, sogar in der Feindesliebe, selbst wenn er einige Sprüche getätigt hat, die ich nicht unterschreiben könnte. Er hat an Menschen grundsätzlich heilende göttliche Wunderkraft gezeigt, welche selbst vom Koran bestätigt wird, keinen Menschen verflucht, wohl aber harte Streitgespräche mit den damaligen Schriftgelehrten geführt. Was ist daran auszusetzen, welcher religiös verstandene Weg sollte besser sein als der von Jesus vorgezeichnete? Etwa der von Mohammed, der Gewalt selbst ausführte (er musste wohl mehrfach sein Schwert säubern) und noch schlimmer, ausführen ließ, der Beutezüge aktiv anordnet, für sich 1/5 einfordert und diese göttlich legitimieren lässt, der Ehebruch legalisierte durch die Erlaubnis, vier Frauen zu heiraten, der die Ehebrecherin völlig anders behandelte als Jesus, der Rache legitimert, der auffordert, nicht für Ungläubige zu beten, selbst nicht an deren Grab, der die Tötung von Kriegsgefangenen als göttlich legitimiert verkündet, der das Strafen für Frauen rechtlich rechtfertigt, der Frauen sogar als Minderheit im Himmel sieht, der Frauen eine mindere Intelligenz zubilligt, der Kriege anführt, usw.?

        Wenn der inzwischen verstorbene Islamgelehrte Ahmad Deedat in einem seiner Vorträge über die Dreifaltigkeit – ich habe mir nur diesen angehört – . (Er war einmal unter http://video.google.com/videoplay?docid=1171503476160002076 veröffentlicht) Jesus als Wurm und die Menschen als Maden im Verhältnis zu Gott (des Islams) bezeichnet, so ist dies wohl kennzeichnend für das Verhältnis der Muslime zu ihrem Gott. Wenn er den Menschen erklärt, dass Gott selbst sich doch wohl nie soweit herablassen würde, als Mensch alles Irdische (sprich: von einer Frau geboren werden – ist ja eine Zumutung!), sprich die Verdauung zu durchleben und meint zu behaupten, dass dann ja Adam, der ja weder irdischen Vater noch irdische Mutter sein eigen nennt, eher der Sohn Gottes sein könnte als Jesus, kennt er die grenzenlose Liebe Gottes nicht, die ja nur sehr schwächlich als Eigenschaft in den 99 Gottesnamen zu finden ist und möglichst vermieden wird, so kann ich Herrn Deedat versichern, dass er ein völlig falsches Gottesbild sein eigen nennt. Adam hat sich von Gott abgewandt. Jesus hat die Menschen Gott zugeführt. Jesus versteht man erst, wenn man sein Wort (und sein Leben) als Wort (und Tat) Gottes ernst nimmt und es zutiefst glaubwürdig, weil in sich stimmig ansieht, dass „..derjenige der Größte (unter uns) ist, der der Diener aller ist“. Gott ist eben nicht nur Schöpfer und Herr, sondern auch Helfer des Menschen in all seiner Not und als Helfer dient er dem Menschen, wenn man ihm nur glauben und auf ihn vertrauen würde. Er liebt die Menschen so sehr, dass er sogar als Hirte hinter einem verirrten Schaf herlaufen würde und dieses nicht, wenn es die Herde verlässt, umbringt, wie im Islam vorgeschrieben. Gott schuf die Erde u. a., Flora, Fauna, letztlich den Menschen und sah (er stellte fest), dass es gut war. Was ist also schlecht an der Verdauung, an der Frauengeburt? Sie ist Bestandteil menschlichen Lebens und hat im Urteil Gottes das Attribut „gut“ erhalten. Selbst wenn die Erde durch menschliche Sünde im Gegensatz zum Paradies irgendwie „versteinert“ ist, Verdauung ist Stoffwechsel. Kein Stoff unterliegt dem Tod und somit der Schlechtigkeitsbewertung, keine Geburt der Unreinheitsbewertung, selbst wenn sie im AT als gesetzliche Grundlage zusammengestellt und vom Islam übernommen wurde. Es kommt immer auf die geistige Haltung an, mit den Dingen umzugehen. Lediglich das Verhalten der Menschen unterliegt der Schlechtigkeitsbewertung laut sinngemäßem Wort Jesu, dass „…Unreines nur aus dem Menschen austritt in Form schlechter Gedanken wie der Habgier, Unzucht usw…“. Er lässt Kontakt zu den damaligen Aussätzigen, den Unreinen zu und sucht ihn. Er bezeichnet diese nicht als unrein. Im Gegenteil: Er hilft ihnen. Jesus sagt nicht, dass Stoffe, Steine oder anderes unrein sind. Er schaut wie immer ins Herz. Kein Stoff auf Erden wird vernichtet, sondern nur verwandelt. Und genau da liegt das krasse Missverständnis zwischen Islam und Christentum. Wenn Gott bzw. der Geist Gottes in seiner gesamten Schöpfung zu finden ist, ist er überall. Jeder Stoff ist vom Geist Gottes durchdrungen, letztlich sogar Exkremente. Denn Exkremente düngen den Boden und helfen dem Leben, dass es sich voller entfalten kann, wieder zu unserem Nutzen, zu unserem irdischen Heil, dienen letztlich der Schöpfung. (Mit welcher geistigen Haltung benutzen wir Exkremente: Boden düngen = gut, diese anderen ins Gesicht werfen = schlecht.) Wir müssen endlich lernen, das sichtbar Vorhandene (ja auch Schweine und schwarze Hunde) als (geistigen Plan) Geist Gottes zu sehen, als vom Geistigen selbst durchdrungen, wenn wir es nur zum Guten benutzen in Weisheit und Klugheit. Gottes Schöpfung kann ich doch nicht unterteilen in Gut und Böse, in rein und unrein. Gott ist in seiner Allmacht und Weisheit in der Lage, aus von Menschen eingeordnet, angeblich Unreinem Gutes hervorbringen zu lassen, selbst irdisch sichtbar. Darum sind Unreinheitsgesetze aller Religionen bis auf Ausnahmen im Grunde ungeistig. Sie negieren, dass irdisch Unreines Gutes hervorbringen kann, dass aus irdisch Unreinem mitunter Leben spendendes hervorgehen kann. Damit will ich hier nicht der Unsauberkeit das Wort reden. Aber selbst dort ist Gutes zu finden. Wenn der Mensch „klinisch rein“ nur in sterilem Raum leben würde, wäre sein Immunsystem kaputt. Jedes Staubkörnchen, welches ihn dann treffen würde, würde den Menschen krank machen oder sogar töten. Gott (zumindest ein Teil von ihm, auch Person genannt) ist in Jesus in der Lage, vorübergehend Mensch zu werden in allen Fasern seines irdischen Lebens. Er zeigt so ungeahnte unvorstellbare (Der Islam hat die unendliche Liebe in sein Gottesbild nicht einfließen lassen und somit ja leider bis heute auch noch nicht verstanden!) Liebesgröße, dass er das schafft und sich u. a. in der Gestalt eines Menschen der irdischen Natur unterwirft und sich somit mit uns zutiefst solidarisch erklärt in unserem Sein in jeder Form, in unserem Leiden, in unserem Schmerz. Von Abraham hat er es letztlich nicht verlangt, seinen Sohn Isaak zu opfern. Aber in dieser Szene deutet er schon die Vorgehensweise Jesu an. Er selbst ist sich dafür nicht zu schade. Er lässt seinen eigenen Sohn, weil dieser es, erwachsen geworden, freiwillig auf sich nimmt, durch dieses Liebesopferdrama gehen. Deshalb versteht uns der christliche Gott auch so gut, auch dann, wenn selbst wir Christen ihn in seiner ganzen liebenden Dimension nie verstehen können. Jesus hat halt die tiefsten Tiefen des menschlichen Lebens – also auch das Gefühl des von Gott Verlassenseins – von der Angst über den Kreuzestod über noch tiefere Abgründe bis hin zum Heldentum in der Auferstehung real durchlebt. Weil er das als Mensch und als Gott getan hat, kann er mit Recht von sich sagen, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben sei. In seinem Wirken und Vorleben ringt Jesus dem Leid des Menschen großen Sinn ab, indem der Mensch Leiden bewusst für andere wie ein Gebet „aufopfern“ kann. Herrn Deedat würde ich zurufen: Ich brauche keine geistigen Verrenkungen, um an die Heilige Dreifaltigkeit zu glauben, sondern nur gesunden Menschenverstand. Und gesunden Menschenverstand habe ich, wenn ich die Bibel und da insbesondere das Neue Testament als Vollendung des AT zum Maßstab meines Glaubens nehme. Während das Christentum mit seinem Gottes- und Menschenbild eine geistliche Bereicherung gerade u. a. gerade mit dem Dreifaltigkeitsglauben darstellt, verarmt der Islam letztlich den Glauben an einen charakterlich zwiespältigen Gott ausgedrückt in einem umfassenden Regel- und Gesetzeswerk in 5 mal täglichen aufgezwungenen (Lippen)Gebeten (zu erkennen daran, dass ein Durchqueren der Gebetsrichtung betender Muslim – Mekka durch Frauen und Hunde ein Gebet ungültig macht) unter Einforderung von unterwerfendem Sklavengehorsam, um die im Koran mehrfach betonte Willkür Gottes zu besänftigen, halt ein Formalglaube, in dem der Gläubige durchaus Halt finden kann, aber leider seine geistig-kreativen Seiten zu kurz kommen lässt auf Anordnung des Gottes des Islams und seines Gesandten.

        Herr Deedat kann die Offenbarung des Johannes ansehen als einen Traum als Folge guten Essens. Diese Offenbarung mag eine Vorausschau sein, die sich in unendlich langen Zeiträumen abspielt und für uns halt nicht so offen darliegt wie z. B. ein Gegenstand gesehen wird. Träume spielen in der Bibel eine große Rolle. Träume des Josef haben Jesus das Leben gerettet, indem er nach Ägypten floh, wo sich nach Jesu Tod die koptische Kirche bildete, die heute noch unter dem Machtanspruch des Islams zu leiden hat. Und ohne Jesus kein Koran wie auch ohne das AT kein Koran. Hoffentlich erweist sich der Islam nicht als das Tier aus der Offenbarung. Es wäre schade. Eine geistig-geistliche Erneuerung – es geht doch immer ums Ganze – stünde dem Islam in Richtung von Gott geforderter Liebe, die das Christentum zwar auch nicht vollends bewerkstelligen kann, weil auch wir nur schwache Menschen sind, jedoch zumindest verkündet und auch nur ansatzweise versucht in die Tat umzusetzen, recht gut an. Es wäre schön, wenn der Islam die Lehren Jesu, der ja im Islam als Prophet anerkannt wird, mehr Gewicht zukommen lassen würde. Dabei muss man noch nicht einmal an die Dreifaltigkeit glauben, um uneigennützige Liebe zu Gott und dem (auch ungläubigen) Nächsten leben zu können. Leider finde ich im Koran wenig über die Liebe Gottes zu den Menschen, sondern nur Liebe zu denen, die mit Gut und Blut gegen Ungläubige kämpfen. Und deshalb konnten solche ausgrenzenden Verse hinsichtlich der rechtlichen Ungleichstellung der Frau und der Minderwertigkeit der Nichtmuslime dort sich festsetzen.

        Gerade der Nichtglaube an die Dreieinigkeit nimmt dem Menschen vieles an Hoffnung, so auch den Menschen im Islam. Jesus fungiert hier also nicht als „Vermittler“, sondern wer nach dem Christenglauben Jesus anbetet, betet den Vater oder/und den Heiligen Geist direkt und gleichzeitig mit an, weil der Vater in ihm ist und er im Vater wie sich drei Flammen in einer großen vereinen. Wer den Heiligen Geist anbetet, betet somit auch den Vater und den Sohn in Einheit an. Die Begrifflichkeiten „Vater“ und „Sohn“ können für jeden ersichtlich doch nur zum Ausdruck bringen, dass jeder Mensch sich diesem Gott in kindlich-liebevollem Vertrauen, wie dies in einer Familie gegenseitig geschieht, nahen darf.

        Als ein sehr schwaches und irdisches „Symbol-Bild“ für die Dreieinigkeit kann zum besseren Verständnis das Ei herhalten. Das Ei besteht (oberflächlich und nicht aus mikroskopischer Sicht gesehen) auch aus drei Teilen innerhalb der Schale, welche die Einheit darstellt, dem Eigelb, dem Eiweiß und der Schnur, die beide Elemente als Sinnbild für den Heiligen Geist verbindet. Das lebende Ei ist also durchaus tauglich in seiner Einheit als zeichenhaftes Symbolbild der Existenz der Dreifaltigkeit, des Lebens und Schöpfung und somit auch tauglich, in diesem Sinne ein Zeichen für Ostern = Auferstehung = Leben nach dem irdischen Tod zu sein.

        Ein anderes Bild, sich die Dreieinigkeit vorzustellen, sind drei Flammen, die zu einer Flamme vereinigt werden können.

        Also, so absurd und narrenhaft und unvernünftig wäre die Sache nicht, muss aber doch niemand glauben, wenn er nicht will. Selbst wenn sich im Jenseits herausstellen sollte, dass dieser Glaubensinhalt falsch wäre (wovon ich nach dem Geschriebenen zutiefst nicht überzeugt bin und führe jetzt eher unzulässig „berechnend“ weiter für andere aus:) und Jesus nur ein Mensch und nicht Gottes Sohn gewesen wäre, was wäre daran lieblos und verachtenswert? Selbst wenn man Jesus als reinem Menschen bzw. „Propheten“ nacheifern würde, würde man auf Gott immer in liebevollem Charakter und auf seine offenen Arme treffen, weil Jesus sich selbst und sein ganzes Leben direkt in dieser liebenden Art und Weise auf diesen lebendigen und liebenden Gott vorbildhaft (d. h. ohne Schwert und Krieg und Beutemachen und Hassverkündigung Andersgläubigen gegenüber) ausgerichtet hat. Jesus hat bereits im Namen Gottes den Menschen in Wort und Tat bis in die Tiefen seiner Existenz gedient. Gott ist der Inbegriff des Heiligen Geistes, denn dieser hat die Welt erschaffen. Die dienende und uneigennützige Liebe (und nicht das Befolgen von kleinlichen Anweisungen, das für den islamischen Himmel Punkte sammelt bis hin zur Erlangung des Märtyrerstatus durch Selbstmordattentate, die im Zustand des Hasses geschehen) zu Gott und den Menschen ist es doch, die Jesus lehrte und in die Tat umsetzte und von allen Menschen forderte und von Fall zu Fall über das damals geltende (z. B. Unreinheits-)Recht setzte. Die Gebete, die an Jesus direkt gerichtet waren und werden, sind ja bereits direkt beim Vater angekommen, weil jedes Gebet an und zu Jesus, den Vater und den Heiligen Geist immer aufgrund des Dreieinigkeitsglaubens und -gedankens immer mit der Ansprache der Dreifaltigkeit beginnend, mit einbezieht und Jesus ausschließlich im wahrsten Sinne des Wortes im Namen oder im Auftrag Gottes im edelsten Sinne tätig war. Der Christ ist also immer auf der sicheren Seite. Darum ja auch der christliche Gebetsbeginn „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Alle drei Gottesbegriffe sind in Gott lebendig enthalten. Es kann ihn nicht beleidigen, weil die Begriffe „Sohn“ und „Heiliger Geist“ („Sohn“ kann stehen für die Schöpfung, Heiliger Geist für die Kreativität Gottes, der dem guten und liebevollen Charakter Gottes entspringt) Bestandteile Gottes bereits jetzt sind. Der Islam hat 99 Namen für Gott. Die meisten sind uneingeschränkt gut und beschreiben Charaktereigenschaften. Gott umfasst, da er ja vollkommen ist, alle diese Charaktereigenschaften. Ist der islamische Gott dann 99-faltig? Jede gute Charaktereigenschaft, die die 99 Namen enthalten, füllen Gott aus.
        Ende der „berechnenden“ Ausführungen!

        Die Reihenfolge des Kreuzzeichens, die Herr Deedat kritisiert, ist in sich stimmig und der Bibel gemäß geschuldet. Der Vater wird zuerst genannt, da er Bestandteil des jüdischen Glaubens war, welcher zeitlich vor dem Neuen Testament liegt, das Kommen des Sohnes, damals als Messias angesehen, wurde mehrfach im AT in die Zukunft prophezeit. Der heilige Geist wurde zeitlich irdisch durch Jesus zuletzt angekündigt zum Pfingstfest. Selbstverständlich waren materiellgedanklich ursächlich gegenständlich sowohl Jesus als der Sohn Gottes als auch der Heilige Geist Bestandteil Gottes von vornherein. Deren Verkündigung erfolgte halt zu verschiedenen irdischen Zeitpunkten. Daher die Reihenfolge. Aber selbst wenn Jesus oder der Heilige Geist als erster genannt werden würde, würde das Gebet gleich viel wert sein. Immer sind es die Früchte, an denen die Qualität der Auswirkungen eines liebenden Gottesglaubens erkannt werden können, wie das nur auf den ersten Blick unverständliche Verhalten Jesu zeigt, den Feigenbaum, der keine Früchte trägt, auf der Stelle verdorren zu lassen. Immerhin hat Jesus zwar einen Baum „ermordet“, jedoch nie das „Ebenbild Gottes“, nämlich einen Menschen morden lassen wie Mohammed dies selbst bewerkstelligt hat und zum Mord an Menschen aufgerufen wie Mohammed, selbst nicht an Ungläubigen, wie dies z. B. im Koran an mehreren Stellen grausam zu finden ist. Das wäre Jesus einfach nur zu profan und zu rachsüchtig und zu wenig liebevoll gewesen, da er doch zur unendlichen Vergebung und Feindesliebe, die ja auch nur nach menschlichem Ermessen göttliches Gedankengut sein kann, weil für Menschen schwerlichst zu verstehen und wohl kaum praktisch durchführbar, aufgerufen hat im Gegensatz zur Rachelegitimierung im Koran. In jedem Fall hat Jesus dem Charakter Gottes ein liebendes „Gesicht“ gegeben und ihn befreit von seinem durch Menschen gegebenen Janus-Charakter.

        Wie sagt der Koran an anderer Stelle so schön und auch göttlich:„Kein Zwang im Glauben“.

        Nur dann darf der Gott des Islam nicht solche hier zitierten Verse verlautbaren, wenn kein Zwang im Glauben herrschen soll, oder soll dieses Wort nur für seine Gläubigen gelten? Dieses gute koranische Wort muss absolut gesetzt werden und darf nicht nur für Muslime untereinander gelten. Er wird sich dann wohl auch an seine eigenen Worte in der Bibel erinnern und sie ernst nehmen wollen.

        Werte Yocheved, das sind meine Gedanken zur Dreifaltigkeit. Vielleicht in Ihren Augen viel Geschwafel darunter. Aber so sinnlos ist diese Gottesvorstellung nicht. Aber, wie geschrieben, muss niemand glauben. Ich fühle mich bei diesem Gott gut aufgehoben. Auch hier bin ich wie Sie auch auf die Realität die Historizität der Worte Jesus angewiesen wie wir alle auch auf die historischen Gegebenheiten des AT. Gebe aber zu, dass es schon eine Zumutung ist, einen Menschen als Bestandteil Gottes anzubeten. Wäre es Mohammed oder ein anderer würde ich es nicht tun. Ich habe ja nur die überlieferten Worte des NT und da die direkten Berichte über Jesus. Bei der Schöpfung Gottes war auch niemand als Protokollführer anwesend. Die Gesetzmäßigkeiten des Levitikus, wo Gott sehr spendabel mit der Todesstrafe umging, können mir kein Bild des guten Gottes vermitteln. Die Sintflut oder Mordaufträge Gottes, die sich ja leider in den Koran rübergerettet hatten, sind für mich Sinnbild, aber niemals Realität des Charakter Gottes. Den Gott des AT könnte ich nicht in allem folgen. Erst Jesus hat mir da religiöse Heimat gegeben.

        Eines noch zum Schluss: Ich freue mich über jeden Menschen, der Gott seine Liebe, sein Lob und seine Dankbarkeit im Gebet und in der Tat zukommen lässt. Nur wenn sich in Gebete Hass- und Ausgrenzungsgedankengut einschleichen, dann disqualifizieren sich diese Gebete selbst und werden nie bei Gott ankommen und von diesem angenommen werden.
        Wie soll ich einen Gott anbeten, der Millionen Menschen durch die Sintflut hat umbringen lassen, der Mordaufträge erteilt hat und Racheakte an Menschen durchführt? Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ein solcher Gott, der von Menschen absolutes Tötungsverbot verlangt, sich selbst aber nicht daran hält, nicht glaubwürdig ist. Wenn Gott, dann nur einen Gott der Liebe oder kein Gott. Sonst würde das Bilderverbot auch keinen Sinn machen.

        Ich hoffe, Sie halten mich nicht für verrückt!

  7. Hallo ihr Lieben,
    ich brütete ja eigentlich noch unter dem Thema der Beschneidung am Lied des Mose.
    Leider lief mir der Umfang irgendwie aus dem Ruder, was glaube ich dazu führte, dass ich immer noch nicht fertig bin und es keiner mehr liest, oder zumindest keiner mehr Sinn darin sieht, sich zu beteiligen. Ich fand viele Entsprechungen zweifelhaften jüdischen Verhaltens mit zweifelhaftem deutschem/Nazi-/Rassisten-Verhalten und war selbst erst mal beeindruckt. Dann kam das Thema Judenhass hier, und ich hielt es für angebracht, hier loszulassen (anzusprechen).

    Nun zweifel ich gerade daran, wieviel Sinn es macht, mit solchen Vorwürfen anzufangen.
    Üblicherweise schießt man da mit Schrot und trifft immer auch einige falsche Leute und Aspekte.
    Beispiel Ausgrenzung: Sicher verletzt dieser Vorwurf auch ungerechtfertigt. Denn die Abgrenzung ist ja von Gott geboten. Auch uns Christen (Röm. 12, 2; Jak. 4, 4; 1. Joh. 2, 15).

    Ich glaube, diese Abgrenzung ist die Hauptursache des Hasses.
    1. Joh. 3,13: “Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn euch die Welt hasst.”
    So erklärt es auch Jesus in Joh. 15, 19: “Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.”

    Die Abgrenzungsaussage: “Ich bin anders, als du” ist für den anderen schon irgenwie naturgemäß schwer erträglich. Und man kann den anderen kaum von seinen automatisch kommenden unbequemen Fragen abhalten. Ob er sie ausspricht oder nicht – das Unbehagen ist erst mal bei ihm. Steile Thesen verstärken dies noch, egal ob richtig verstanden, berechtigt oder nicht. Da kann sich in den Köpfen viel ‘Schwammiges’ ansammeln und sich auch mal verselbständigen.

    Neid verstärkt dies auch, aber allein kann er mMn. nicht zu solch einen Hass führen, was auch die Millionen Amerikaner belegen, denen von den Reichen ihr Amerikanischer Traum ins Hirn gesetzt wurde: “Auch du kannst es schaffen, denn du bist ein Amerikaner in Amerika (also: einer von uns)”.

    Juden und Jesus sind für mich keine zwei Paar Schuhe, sondern gehören zusammen.
    Er hat niemanden gesagt, dass er aus dem Judentum austreten solle, sondern (nur) dass man seine Kritikpunkte beherzigen und weitergeben müsste.

    Die Sozialwissenschaften haben Worte wie ‘Identifikation’ parat, um zu beschreiben.
    Konzilien entwickelten eine Dogmatik, welche die Abgrenzung noch verstärkte.
    Das Neue Testament aber wendet sich in dem Brief an die Juden (Hebräerbrief) mit keiner Silbe an das Identifikationsstiftende Abgrenzungsmerkmal der Beschneidung.

    Warum?
    Weil die Abgrenzung als solche nur vorübergehende(!) Begleiterscheinung ist und kein Eigenwert.
    Tatsächlich lehrt das NT aber die Einheit (Röm. 3, 30): “Denn es ist der eine Gott, der gerecht macht die Juden aus dem Glauben und die Heiden durch den Glauben.”

    Auch die ‘Erwählung’ Israels zum Bundesvolk ist KEIN Eigenwert an sich, sondern sie geschah zu einem Zweck. Die Bestimmung des Volkes Israel war von Anfang an (1. Mose 12,2+3): “zum Segen für ‘alle Geschlechter auf Erden’ zu werden.”

    Ich glaube, das haben die Juden bis heute vergessen und ich weiß auch noch nicht, ob der Rabbi, der mit Jesus spricht, erklären kann, wie Israel das versteht, und wie sie selbst diese Aufgabe erfüllen wollen.

    Für Jesus war das mehr als ein frommer Wunsch. Er stellte es als Faktum hin und sagte:
    “Das Heil kommt von den Juden”.
    Und er erneuerte und konkretisierte den alten Auftrag und sagte: “machet zu Jüngern alle Völker … und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe”
    Und das sind weder 613 noch 7 Gebote, sondern den Sinn zu erkennen: Die Liebe!

    • Lieber Jockel,

      spontan fiel mir eine Geschichte ein, als ich deinen Beitrag, vor allem den letzteren Teil, las.

      Sie handelt von Rabbi Hillel dem Älteren. Er lebte in Eretz Israel und lehrte die Schrift. Viele Menschen kamen zu ihm, damit er ihnen bei ihren Problemen und Fragen helfen konnte.
      Eines Nachts klopfte jemand (manche Überlieferungen sagen, dass es ein Nichtjude war) an seine Tür und verlangte ihn zu sprechen. Rav Hillel wies ihn an, sein Anliegen vorzutragen. Der Mann fragte, ob der Rabbi ihn die ganze Torah lehren könne, solange er (der Mann) auf einem Bein stehe. Rav Hillel bejahte und sprach: Ma’she ssanu aleicha, lo ta’asse l’chaverecha- was dir verhasst ist, das tue auch niemand anderem an” Das sei die ganze Torah, der Rest sei Kommentar. Dann wies er den Mann an, lernen zu gehen.

      Du siehst also, die Liebe ist ein zentrales bzw das zentralste Gebot im Judentum.

      • Werte Yoheved,
        das, “was Dir verhasst ist, das tu auch keinem anderen an”. hört sich nach der goldenen Regel” an, die da lautet: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“, vielleicht eine abgeschwächte Form dieses drastischen Rabbi-Wortes.

        Die Goldene Regel hat jedoch zunächst nichts mit “Liebe” zu tun, sondern eher mit Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit. Die Liebe ist schon erheblich mehr. Sie ist in dieser Regel kaum zu finden. Diese Regel ist im Grunde nur der Grundstein des Zusammenlebens, soll es nicht auseinanderbrechen. Darin die Liebe zu verorten, ist m. E. nur anfangsweise ansatzweise gegeben.

        Genau, aber da hat Jesus eben schon nicht nur Bestätigung gegeben, sondern die Liebe, auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, d. h. wenn Verfolgung erfolgt und Feindschaft Dich trifft, konkret trifft, die Verzeihung im Rahmen der Feindesliebe gefordert. Das ist der Punkt, der über diese durchaus für alle geltende Menschenzusammenhaltsregel hinaus geht. Er geht auch im Übrigen über diese Regel hinaus, indem er sagt, was wir Besonderes täten, welchen Lohn könnten wir erwarten, wenn wir uns unter Freunden nett behandeln würden. Tun das nicht auch die “Heiden” oder heutig islamisch übersetzt, die Ungläubigen? Ja, das hat er als Jude, als “Rabbi?” sinngemäß gesagt. Das ist aber das Körnchen, nein das unendliche “Mehr (vielleicht auch Meer)” als nur die Einhaltung der “Goldenen Regel”. Dies beruht auf Gegenseitigkeit. Jesus fordert eben mehr und vielleicht überfordert er bereits da die Menschen? Wenn sie sich in die Lehre Jesu einlesen, im wahrsten Sinne des Wortes “einfinden”, sich dort “verorten” und “beheimaten”, dann ist das möglich.

        Die “Goldene Regel” spricht ja zunächst nur den Agierenden an, nicht den Leidenden. Der Leidende ist ja bereits mit dem Nichteinhalten dieser Regel konfrontiert und muss irgendwie mit den Ungerechtigkeiten und Feindlichkeiten zurecht kommen. Diese Regel funktioniert nur dann, wenn gleichartig denkende Menschen miteinander umgehen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Menschen sind, zumindest können sie “von Ideologie oder Religions wegen” eben anders gestrickt sein. Denen geht diese Regel rechts hinten leider vorbei. Sie wollen Macht über andere. Dann muss diese Regel eben aufgehoben werden, als hätte sie nie existiert. Das ist der Knackpunkt.

        Ein Liebender sieht die “Goldene Regel” als ganz unten, als sozusagen Selbstverständlichkeit an. Er lässt durch sein Handeln diese REgel hinter sich und lässt sie stumpf und zweckmäßig aussehen eben als das, was sie ist.

        Wir kommen hier mit unseren StGB-Strafgesetzen gut aus, wenn wir es mit zivilisiserten und hier kulturierten Menschen zu tun haben. Wenn wir es z. B. mit streng religiösen Muslimen zu tun haben, würden unsere Gesetze eben nicht ausreichen. Darum können sich diese Muslime in unsere Gesetzgebung so schlecht zurecht finden und wir lassen dies auch zu und fordern nicht strikte Einhaltung von Gesetzen hier in Europa. Sich an die Regeln des Aufnahmelandes halten sollte klar und selbstverständlich sein. Das ist aber nicht der Fall.

        Die “Goldene Regel” ist zunächst einmal das Grundgerüst eines friedvollen Zusammenlebens, aber eben nur eine Pflichtübung. Die Kür ist die Liebeslehre Jesu. Ich glaube, dass es in der Thora bereits erste Hinweise auf die bedingungslose Liebe gegeben hat und der gute Rabbi Hillel da bereits untertrieben hat. Das ist eben nicht die ganze Thora. Denn einer hat diese Regel bereits von Anbeginn überschritten. Er hat die Kür bereits an uns geliefert. Und das ist der Gott der Thora oder Torah. Er hat uns zu seinen Ab- oder Ebenbildern geformt und uns gesegnet. Dieser Segen ist neben unserer Erschaffung als solcher eine absolute Liebeshandlung, über die Negativform der “Goldenen Regel” hinausgehend, indem er uns Menschen überhaupt zur Liebe hat fähig werden lassen. Das macht eben Jesus m. E. als Vorbild deutlich. Wenn Gott sich verhält über die “Goldene REgel” hinausgehend, so fordert er dies auch zurecht von uns, weil er uns liebesfähig gemacht hat.

        Jede Gewährung von Verzeihung ist bereits eine Kür, die diese Regel übersteigt. Denn sie wurde ja bei Tatbegehung eben nicht angewandt. Der Verzeihende wächst damit über sich selbst und über die Regel hinaus.
        Der Rabbi benutzt m. E. auch die “Negativform”. Das “Dir verhasst” ist. Das was Dir lieb ist, tu auch anderen an. Diese Regel hätte ein positives “Flair”. Aber der Mensch versteht die Negativform wohl besser. Diese Regel will zweckmäßig vorbeugen. Sie sagt aber nichts darüber aus, wenn eine Sünde begangen worden ist. Sie ist eine rein propylaktische Lebensanweisung, die jedoch nur unter Gleichgesinnten funktionieren kann.

        Laut Matthäus 7, 12 steht dort, somit hat Jesus diese Regel bereits verkündet): “Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten”. Somit bestätigt Jesus diesen Rabbi in seiner Aussage. Aber er geht weit über diese Regel hinaus!!

        • Werter Bazillus,

          Der Satz von Rabbi Hillel ist die Goldene Regel und wir auch so, wie du geschrieben hast, ins deutsche übersetzt. Klingt, nebenbei gesagt, mit dem Reim auch sehr viel schöner, als meine Übersetzung.
          Die liebe zum nächsten ist in der Torah schon gegeben (3.M. 19:18), auch die Achtung vor dem “Feind” (Spr. 24:17 und Hi. 31:29-30) und es wurde von anfang an gelehrt, dass die Nächstenliebe die Essenz der Torah ist.
          So steht auch im Talmud im Traktat Derech Eretz Rabah 11:”R. Eliezer said: “He who hates his neighbor without cause is also considered such [a murderer], as it is written [Deut. xix. ii]: ‘But if any man be an enemy to his neighbor,’ etc. (i.e., if he is so, he is capable of doing what is further written in the verse).”
          Jemanden in der Öffentlichkeit zu beschaemen oder ihn in eine schlechte Situation zu bringen wird ebenfalls mit Mord gleichgesetzt.

          In meinen Augen ist der wirkliche Unterschied die selbstaufopfernde “Liebe” zum Feind, im Sinne von: wenn dir einer auf die Wange schlägt, halte ihm auch die andere hin.
          Wenn man es sich recht überlegt, hätte diese Einstellung das Ende des Judentums und des jüdischen Volkes bedeutet.

          Übrigens lebte Rav Hillel vor Jesus bzw starb kurz nach dessen Geburt.

        • Ich könnte mit der Regel des Rabbis sehr zufrieden sein.
          Wenn sie auch negativ formuliert ist, und dafür im Original poetisch – was solls?
          Yocheved wollte glaube ich belegen, dass die Liebe auch im Judentum und nicht nur im christlichen Verständnis des ATs enthalten ist.
          Immerhin bringt sie Orientierung, z. B. denen, die denken Liebe=Sex!
          Es muss doch nicht immer alles gleich allumfassend sein.

          Feindesliebe im Holocaust zu entwickeln?
          Ich glaube, viele Juden haben sie sogar gehabt, und dieses hat ihn nicht verschlimmert. Feindesliebe fragt nach dem was gut für den Feind ist, und ist ihm aber deshalb nicht hörig. Wie man auch sein Kind nicht mit Süßkram überfüttert, nur weil es immer mehr will.

      • Liebe Yocheved,
        da sind wir uns doch viel näher, als man denkt.
        Dein Verständnis entspricht nicht dem was Jesus kritisierte.
        Aber, was können wir daran ändern, dass nicht alle so denken wie du?

        http://www.sapientia.ch/E-Buecher/Weltengeschehen/Goeran%20Larsson%20-%20Die%20macht%20einer%20Luege.pdf , dort auf Seite 65:
        Der jüdische Gelehrte Emil Fackenheim gab nach dem Holocaust den Juden auch ein neues Gebot, das 614.. Sinngemäß: “Du (das jüdische Volk) sollst dich nicht töten lassen und Hitler nicht posthum zum Sieg verhelfen!”

        Ich denke: Wie unnötig, da sorgt Gott doch schon selber für (5. Mose 32, 26f u.v.a.).
        So ziemlich bei allen Schicksalsankündigungen der Propheten steht doch danach das Erbarmen Gottes mit dem Volk.
        Und: Beim nächsten Mal sind die Opfer selber schuld (zumindest an diesem Gebot)!
        Gott bewahre uns alle vor einem solchen nächsten Mal, aber das hätte man sich auch schon früher wünschen können.
        Und Gott bewahrt nunmal nicht immer, sondern gibt sogar sein erwähltes Volk “dahin” (Vers 30).

        Das neue Gebot von Jesus, die Liebe (Johannes 13,34) entbindet aber mMn. weder von der Tora, noch verlängert es sie, sondern fasst zusammen. Matthäus 5,17: “Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen…”

        Larsson analysiert Ursachen des Judenhasses, auch bei Christen und im Islam der arabischen Welt. Ich finde SEHR zu Recht kritisiert er auch das Verhalten der Christen (S. 49ff).
        Ich finde, die Kirchen haben sich mit ihrem Verhalten gleich mit in die Kritik von Jesus gestellt, und z. B. genau das getan, wofür er NICHT kam, und Gesetze, zumindest in ihrem Sinn und ihrer Verbindlichkeit aufgelöst und abgewandelt.

        Nun stehe ich in dem selben Dilemma, wie du:
        Was können wir daran ändern, dass nicht alle so denken wie ich?

        http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/kirchenblatt/links-dateien/2010_31_0808.pdf , dort Seite 3:

        Jacob Neusner, der Rabbi, der mit Jesus spricht, hat aber auch noch das selbe gesetzliche Denken, wie der Reiche Jüngling (und die Umstehenden), der seinerzeit Jesus fragte (Matthäus 19, 16-26): “was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?”
        Jesus antwortete: “Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, … und komm und folge mir nach!”

        Obwohl Jesus sich sogleich dagegen verwehrte, dies nicht als ‘kategorisch notwendige Bedingung’ aufzufassen (Vers 26), sieht auch Neusner immer noch nur die gesetzliche Ebene und sagt: “Angesichts der menschlichen Schwäche könne niemand Vollkommenheit als Preis für das ewige Leben verlangen.”
        Auch der Artikelautor, GILBERT ROSENKRANZ fragt sich: “Wie kommt er auf die Idee, Jesus würde die Vollkommenheit zur Eintrittskarte für das Himmelreich machen?”

        Ich glaube, Jesus hat die Antwort gegeben, um der Haltung entgegenzutreten: “Ich habe alles gehalten, mir fehlt nichts mehr”.
        Dafür spricht auch die Parallelstelle in Lukas 18. Jesus will genau die gegenteilige Haltung, die niemals fertig ist, sondern aus Liebe weiter sucht was noch zu tun ist… .

        Ich vermute mal, dem Namen nach, dass Rosenkranz ein Jude ist und hier die christliche Position vertritt.
        Ebenso ist Larsson ein Christ und eifert für jüdische Interessen.

        Solche Dinge die können wir tun, auch wenn niemals alle so denken werden, wie wir!
        Aber Einzelne haben eine Chance. Jeder kann für sich entscheiden. Und genau das macht den ‘neuen Bund’ aus, den Jeremia in Kapitel 31, 31-34 schon angekündigt hat: ‘Groß’ und ‘Klein’ können jeder für sich ‘erkennen’ (verstehen), müssen nicht ein fest vorformuliertes Verständis (Auslegung, Glaubensbekenntnis) befolgen. ‘Das Gesetz wird in ihrem Herzen sein’, also nicht weg sein, sondern man wird es verinnerlichen.

        Nun sagst du, ich will mich Jesu Argumenten stellen, auch wenn er nichts besonderes war.
        Die Wunder kann man 2000 Jahre später natürlich anzweifeln, und auch die Auferstehung.
        Jesus sagte (Matthäus 12, 38-42), dass denen die so denken, kein weiterer Beweis (als die Auferstehung) gegeben werden soll.
        Er verlangt also den Glauben!

        War Shabtai Zvi denn in Bethlehem geboren?
        Und warum spricht Micha 5,1 dann nicht von einem großen Verführer, der aus Bethlehem kommen soll?
        “Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.”

        Der sogenannte ‘Gottesbeweis’, dass Prophezeihungen eintreffen, ist schon einer, an den man durchaus GLAUBEN kann, zumal Gott selbst sich auch dieser ‘Herausforderung’ stellt. Jesaja 44, 6+7: “So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR Zebaoth: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. Und wer ist mir gleich? Er rufe und verkünde es und tue es mir dar! Wer hat vorzeiten kundgetan das Künftige? Sie sollen uns verkündigen, was kommen wird!”

        Der ‘NICHT-Prophet’ (ich finde so sollte man ihn nennen) Mohammed hingegen hat gekniffen und erst gar keine Prophezeihungen gemacht. Ich fand eine ‘Entlarvung’, die man im nachhinein als prophetisch bezeichnen kann, aber war das eine Prophezeihung?
        http://www.youtube.com/watch_popup?v=SVVkdljKlSU&vq=medium dort ab 08:36
        Oder irre ich mich, und er war ein Prophezeihungen gebender Prophet?

        Wie ich verstehe, dass Gott dreigeteilt ist:
        Nun, begrifflich gesehen, nehmen Christen traditionell lieber den Ausdruck dreiEINIG.
        Aber eine Teilung ist schon dabei, denn Jesus auf Erden betete ja zum Vater im Himmel und sagte: der Tröster, der Heilige Geist werde erst noch auf die Erde kommen. Es lag also durchaus eine RÄUMLICHE Trennung vor.

        Ich denke aber: Gott ist weit über Raum und Zeit erhaben. Und um solche Postulierungen geht es ihm überhaupt nicht.
        Er sagt selbst einerseits (Jes. 44, 6) “Außer mir ist kein Gott” und andererseits 1. Mose 26: “lasset uns Menschen machen”, also Mehrzahl.
        Und wenn es ihm gefällt, kann er sich auch 4-teilig oder sonstwie ‘konfigurieren’.
        Gott sagt auch in Joel 3, 1+2 eine Ausgießung des Geistes vorraus, und zwar über “alles Fleisch, Söhne, Töchter, Alte, Jünglinge, Knechte und Mägde.”
        In ausgegossener Form (amorph, oder liquide) hat dieser ‘Teil der Gottheit’ auch nicht unbedingt die Merkmale, die wir üblicher weise mit ‘Personen’ verbinden. Viele Christen meinen daher, der Geist sei eher eine Kraft, oder ein Verständinis.
        Eine Kraft ist aber üblicherweise nicht unbedingt empfindsam (Epheser 4, 30: “betrübet nicht den Geist!”).
        So können wir Gott niemals annähernd vollständig beschreiben und sollten da lieber Dinge offen lassen, als uns darüber die Köpfe einzuschlagen.
        Zumindest weicht Joel aber klerikale Hirachien auf, und liegt damit mMn. sehr auf der Linie des Neuen Bundes von Jeremia.
        Nur die Kirche beeilte sich leider sehr, ihrerseits Hirachien wieder aufzurichten, und dazu ist auch die ‘harte Dogmatik’ mit ihren superwichtigen, feststehenden Ausdrücken ein berüchtigtes Werkzeug.

        Dennoch gibt es einen ‘harten, springenden Punkt’ ein ‘Entweder / Oder’, wo man sich entscheiden muss.
        Ob man Jesus als Herrn und Vater annimmt, oder nicht. Und dies wiederum finde ich, drückt sich in der (übrigens jüdischen) Bekenntnistaufe (Großtaufe), sehr gut aus.

        Dieser Taufauftrag ist mMn. auch so ziemlich die einzige biblische Stelle, die Vater, Sohn und Geist in eine regelrechte ‘Formel’ bringt (Matthäus 28, 19+20): “Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”
        Ich finde es sehr bezeichnend, dass der Taufauftrag vor dem Lehrauftrag steht (weil es nicht um Perfektion geht), aber nach dem ‘zu Jüngern machen’, was ja eine bewusste Grundentscheidung impliziert.

        Und schon ein Satz später geht es Jesus nicht mehr um die perfekt korrekte Formulierung, wo er sagt, “ich bin bei euch alle Tage”, obwohl er doch wissen könnte, dass es der Geist ist, der dieses Versprechen erfüllt. Er sagte schon vorher (Johannes 16, 7): “Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.”

        Auch hier haben die Kirchen mMn. der Einigung der Gotteserwählten einen Bärendienst erwiesen.
        Sie haben die Formel der Dreieinigkeit (üb-)erhöht, aber den Sinn ihrer Einsetzungsstelle verschoben:
        Taufe ist bei ihnen Reinigung von Erbsünde, und deshalb so früh wie möglich angezeigt.

        Also: Locker werden, und erst einmal die Hauptsache erkennen!
        Auch ein gutes Stück ‘Back to the roots’ könnte nicht schaden.
        Übrigens finde ich die Taufformel im Original sehr gut abgerundet:

        Gott Vater
        Es erleichtert menschliches Verstehen imens, wenn man eine Grundlage hat, Basis, Ausgangspunkt, letzten Anker, Lender of Last Resort, oder wie auch immer.

        Jesus, Gottes Sohn
        Er ist das letztlich einzige Mittel, das Erlösung bewirken kann. Nur er konnte den teuflischen Thesen entgegentreten und beweisen, dass ein sündenfreies Leben nicht grundsätzlich unmöglich ist. Nur er konnte zeigen, wie man als Mensch einen richtigen, liebevollen Weg gehen kann. Deshalb musste er dieses Opfer erbringen und diesen Erdenweg gehen. Er hielt an seinen ‘göttlichen Privilegien’ nicht fest, wie ein Räuber seine Beute festhält, auch nicht, wie Jakob sich an den Segen klammerte (1. Mose 32, 27), sondern tat freiwillig das, was kein anderer konnte. Philiper 2, 6-8: “Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.”

        Heiliger Geist
        Römer 8, 14+15 erklärt es mMn. sehr treffend und schön: “Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!”
        Dieser Geist bewirkt demnach Verstehen, konsequentes Handeln, Liebe, Gotteskindschaft (auch eine Erwählung), aber nicht Perfektionismus und Wortglauberei, sondern eine wohlwollende milde Umgebung und familiäre Mitgliedschaft für uns.

        Und wenn man versteht, das Jesu Opfergang logischerweise notwendig war, erkennt man Gott auch leichter als den, der die Tieropfer nicht für sich haben will, sondern die Tieropfersymbolik einsetzte, damit die Menschen vor Jesus an seinem Opfer vorausschauend partizipieren konnten. Damit auch sie wichtiges verinnerlichen: Sünde ist schlimm, führt letztlich zum Tod und macht Sondermaßnahmen erforderlich: der Fehler bedarf der Reparatur, die Verwirrung des Überblickenden, das Unrecht den Richtigsteller, die zu Erlösenden des Retters, das Böse der Beendigung und das unreine des (einen) Reinen.

        • Lieber Jockel,

          ich schaffe jetzt nicht, auf den gesamten Kommentar zu antworten, da ich mitten in den Shabbat-Vorbereitungen stecke. Ich hole das aber nächste Woche nach.

          Das Buch, das unter dem ersten Link zu finden ist, scheint mir sehr interessant, das werde ich mir bei Gelegenheit noch genauer anschauen.
          Du hast vollkommen recht: Niemand, egal wer und wann, KANN der Torah Gebote hinzufügen oder welche wegnehmen. Er würde damit sogar deutlich gegen ein Gebot verstossen, nämlich dass man der Torah nichts hinzufügen darf und nichts weglassen darf. (5.M. 4:2) Da die Torah von G-tt gegeben wurde, ist sie perfekt, auch wenn wir manche der Gebote nicht verstehen. Was normal ist, wie soll ein endlicher und beschränkter Geist, wie der menschliche es ist, das auch können…

          Der “neue Bund”…ich denke, man muss dazu noch die weiteren Verse aus Jer. 31 hinzunehmen. Es ist in meinen Augen keinesfalls von einem neuen Bund die Rede, sondern vielmehr von einem erneuerten (im übertragenen Sinne, tatsächlich heisst es im hebraeischen “Brit Chadash”=neuer Bund) mit dem Volk Israel, das sein Land wieder bewohnen wird, denn die messianische Zeit ohne nationale Erlösung, ohne Rückkehr des Volkes nach Eretz Israel gibt es- aus jüdischer Sicht- nicht. Die Hügel Shomrons werden wieder zu Weinbergen (was heute, in unseren Tagen tatsächlich geschieht), die Menschen werden die Torah in den Herzen tragen usw.
          “30. Behold, days are coming, says the Lord, and I will form a covenant with the house of Israel and with the house of Judah, a new covenant.
          31. Not like the covenant that I formed with their forefathers on the day I took them by the hand to take them out of the land of Egypt, that they broke My covenant, although I was a lord over them, says the Lord.
          32. For this is the covenant that I will form with the house of Israel after those days, says the Lord: I will place My law in their midst and I will inscribe it upon their hearts, and I will be their God and they shall be My people.
          [...]
          34. So said the Lord, Who gives the sun to illuminate by day, the laws of the moon and the stars to illuminate at night, Who stirs up the sea and its waves roar, the Lord of Hosts is His name.
          35. If these laws depart from before Me, says the Lord, so will the seed of Israel cease being a nation before Me for all time.
          36. So said the Lord: If the heavens above will be measured and the foundations of the earth below will be fathomed, I too will reject all the seed of Israel because of all they did, says the Lord.”
          Aber es ist nicht so, dass die Menschen die Lehre G-ttes in ihren Herzen tragen, es gibt immer noch Neid, Hass, Gewalt und all diese Dinge. Menschen können mit sich und ihrer Umwelt im reinen/ im Einklag leben. Doch das macht diese Welt noch lange zu einer erlösten, das ist nicht die kommende Welt, wenn Menschen verfolgt werden, wenn es weiterhin G-tteslästerung gibt usw. Kannst du mir vielleicht erklären, wie man das im Christentum sieht? Ich meine, dass es all diese Sachen noch gibt.

          Shabbtai Zvi war nicht aus Beitlehem, sondern Smyrna, wenn ich mich recht erinnere… was bei ihm hingegen gepasst hätte, war, dass er am 9. Av geboren wurde, ausserdem soll er ein immenses Wissen über die Schrift, die Auslegung und alles was damit zu tun hat gehabt haben. Ich weiss nicht, ob er bzw sein Vater, was ja das ausschlaggebende ist, von König David abstammte, was auch ein “Kriterium” ist. Auf der anderen Seite hat er Dinge getan, wie den Namen G-ttes ausgesprochen, was verboten ist. Nur der Hohepriester durfte an Jom Kippur ins Allerheiligste gehen, den Namen aussprechen und um Vergebung für die Sünden Israels beten. Vielleicht waren es aber auch Dinge wie diese, die die Menschen dazu bewegten, ihm zu folgen, denn ersprach den Namen aus und lebte- zumindest in dieser Zeit- weiter. Kurzum, der Mann war ein Blender, spätestens seine Konversion zum Islam beweist das.

          Was für mich auch unverständlich ist: Jesus stammte doch aus Nazrat und soll der Sohn von Maria, aber nicht von Josef, sondern eben von G-tt gewesen sein, oder?
          Damit ist es doch ausgeschlossen, dass Jesus ein Nachfahre von König David ist, denn im Judentum zählt in diesem Fall nur die väterliche Linie. Die Mutter gibt die Volks- und der Vater die Stammeszugehörigkeit weiter. Ich sollte besser sagen, so WAR es. :-D Ob wer Jude ist, entscheidet sich zwar immer noch über die Mutter, aber der Rest wird doch nicht mehr verfolgt (ausser beim Cohen und Levi).

          Was genau meinst du mit “jüdischer Bekenntnistaufe”? Das Bad in einer Mikveh?

          Weisst du, ich glaube, dass Jesus lebte und lehrte, vllt nicht so, wie es in der christl. Bibel steht- es waren ja keine Augenzeugen- aber ich halte Jesus für kein Hirngespinst. Und wie gesagt, es lohnt sich, über seine Worte nachzudenken- die Messiahsbeteuerungen einmal ausgeschlossen.

          Soviel für heute, ich wünsche ein schönes Wochenende!

          • Liebe Yocheved,
            Christen warten auch noch auf ein zweites Kommen des Messias.
            Dann wird mMn. so vieles so anders, dass es müßig ist, jetzt schon irgendetwas mit unseren menschlichen Mitteln für diese Zeit strategisch zu planen. Er wird SEHR mächtig kommen, und allein deshalb wird alles so werden, wie es am besten ist.
            Auch die Verheißungen der endgültigen Zuteilung des Erblandes in vollkommenem Frieden richten sich vielleicht erst auf jene Zeit ‘danach’. Zugegeben liegt es einem Nichtjuden natürlich näher, jetzt nicht nach dem gelobten Land zu streben, als einem Juden. Das könnte man auch nicht verlangen.
            Ich seh das übrigens nicht so, als dass der Neue Bund den Christen gehörte, und die Juden nun ihre Identität aufgeben und Christen werden müssten. Auch der Neue Bund ist primär euer, und wir sind die Gäste. Irgendwie seid ihr halt alle beschnitten, und wisst gar nicht was euch fehlt. Oder weniger böse: Manchmal sieht auch der Lotse mehr, als der Kapitän.
            Hesekiel 16, 60: “Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit DIR geschlossen habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit DIR einen ewigen Bund aufrichten.”

            Allerdings ist die Wiederkunft des Herrn bei den meisten Christen ziemlich in Vergessenheit geraten.
            Die ersten Nachfolger hatten noch die sog. Nah-Erwartung, dass Jesus zu ihnren Lebzeiten wiederkäme.
            Deshalb schrieb man die meisten Berichte erst, als die Zeitzeugen begannen wegzusterben.
            Augenzeugenschaft wird aber trotzdem zumindest zu großen Teilen noch behauptet.

            Meine Meinung: Prophezeihungen bleiben oft verborgen (versiegelt), bzw. rätselhaft, weil nicht immer alle alles wissen sollten. Oft haben sie mehr als nur eine direkte Bedeutungsebene, richten sich z. B. auf unterschiedliche Zeiten.
            Wenn sie in Erfüllung gehen, können sie dennoch beeindrucken.
            Ein vaterloses Kind z. B. beeindruckt heute natürlich so wenig, dass man sich fragt, warum Jesaja 7, 14 überhaupt davon redet. Andererseits können wir heute viel leichter eine Verbindung von Genetischer Information zu so etwas wie ‘Geist’ herstellen. Die Zeiten ändern sich halt.

            Die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland (Matthäus 2) erklärt auch, warum der in Bethlehem Geborene in Nazareth aufwuchs, ohne dass man davon wusste, aber die hat glaube ich noch ein paar Monate Zeit.

            Einer seiner Jünger, Nathanael hatte bei seiner Berufung jedenfalls genau deshalb bedenken (Joh. 1, 46): “Was kann aus Nazareth Gutes kommen?”
            Die Antwort war: “Komm, und sieh!”

            Jüdischer Bekenntnistaufe, Bad in einer Mikveh?
            Warum nicht? Wasser ist doch dabei.
            Johannes taufte (auch Jesus) im Jordan.

            Da war ja noch ein Rabbi, der mit Jesus sprach. Es war ihm zu heikel, ihn am Tag zu fragen, deshalb kam er nachts (Johannes 3,5): “Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.”
            Aber keine Angst, ich sage jetzt weder, dass Abraham in Brunnen kletterte, noch dass er verloren geht.
            Buchstaben sind nur das eine…

            http://newsgroups.derkeiler.com/Archive/De/de.sci.theologie/2007-03/msg00016.html
            Scheint mir die beste Erklärung zu sein. Ganz versteh ich das auf die schnelle selbst nicht, ich mach jetzt auch lieber erst mal Sabbat.

  8. Juden und Jesus sind für mich keine zwei Paar Schuhe, sondern gehören zusammen.

    Werter Jockel, wahrscheinlich hast Du mich da falsch verstanden, weil ich mich falsch ausgedrückt habe. Ich meinte, die Sichtweisen von Juden und einigen Christen auf die Person Jesu sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich verorte Jesus recht fest eingebunden in die jüdische Gesellschaft. Ja, er war Jude. Er hat nicht einen christlichen Gottesdienst gefeiert. Er hat m. E. das Judentum im Christentum vollendet. Zumindest wird es seine Absicht gewesen sein.
    Sorry für das Missverständnis.

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