Die drei Helden des Avesta – Garšāsp (3)

Von Bahrâm

Zum dritten Mal fragte Zartōšt:

„Wer hat dich, o Haoma [Hōm], als der dritte Mensch in der mit Körper begabten Welt zubereitet? Welche Heiligkeit wurde ihm dafür zu Teil, welcher Wunsch wurde ihm erfüllt?“ (SPIEGEL F, 1859, S. 71)

Hōm eröffnet ihm:

„Thrita, der nützlichste der Ḉāme [Sāma] hat mich als der dritte Mensch in der mit Körper begabten Welt zubereitet, diese Heiligkeit würde ihm dafür zu Theil: dieser Wunsch ging ihm in Erfüllung:
Dass ihm zwei Söhne geboren wurden: Urvākhshya [Urwaxšya] und Kerečāčpa [Garšāsp] . Der eine – ein Ordner in Bezug auf Herkommen und Gesetz. Der andere mit hoher Wirksamkeit begabt, ein Jüngling, Träger der Keule Gaečus.“
(SPIEGEL F, 1859, S. 71-72)

Der Clan der Sāma ist neben der der ĀѲßya das zweite bedeutende Geschlecht, dass im Avesta Erwähnung findet. Aus dieser Linie gehen drei Figuren hervor, die in jeweils einem Bereich großartige Taten vollbrachten. Weiterlesen

Die drei Helden des Avesta – Fereydūn (2)

Von Bahrâm

Zartōšt fragte anschließend den Hōm:

„Wer hat dich, o Haoma, als der zweite Mensch in der mit Körper begabten Welt zubereitet? Welche Heiligkeit wurde ihm dafür zu Theil? Welcher Wunsch wurde ihm gewährt? “ (SPIEGEL F, 1859, S. 70)

Der Yazd antwortet ihm:

„Àthwya [Ābtīn] hat mich als der zweite Mensch zubereitet in der mit Körper begabten Welt, diese Heiligkeit wurde ihm dafür zu Theil, dieser Wunsch wurde ihm gewährt: Dass ihm ein Sohn geboren werde mit tapferem Clane: Thraetaonô [Fereydūn], welcher die Schlange Dahâka [Dahāk] schlug, welche drei Rachen, drei Köpfe hatte, sechs Augen, tausend Kräfte (…) welche als die kräftigste Druj hervorgebracht hatte Agra-mainyus [Ahriman], hin zu der mit Körpern begabten Welt, zum Verderben für das Reine in der Welt.“ (SPIEGEL F, 1859, S. 70-71) Weiterlesen

Die drei Helden des Avesta – Ĵamšīd (1)

Von Bahrâm

Ĵamšīd 1 , der Sohn des Wiwangahān 2, hat in der iranischen Mythologie eine herausragende Stellung. Im Besitz der besten königlichen Majestät herrschte dieser vor langer Zeit über die siebenteilige Erde im sagenhaften goldenen Zeitalter, in der es weder Tod, Krankheit, Neid, Alter, Dürre oder noch eine andere von den Dīw 3 geschaffene Plage gab.
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Die drei Helden des Avesta – Einleitung

Erhabener Zartošt

Erhabener Zartošt

Von Bahrâm

Eines frühen Morgens, als die Sonne über die ostiranischen Berggipfel hervorging, begab sich Zartōšt 1 auf eine kleine Anhöhe und nahm sich der Reinigung des Feuers an. Während er sich daran machte, die heiligen Gesänge zum Lobe des Schöpfers anzustimmen, erschien vor ihm plötzlich eine Person in der Gestalt eines wunderschönen, fünfzehnjährigen Knabens.

Zartōšt richtete seinen Blick auf den Fremden und fragte verblüfft:

„Wer, o Mann, bist du? Der du mir als der schönste erscheinst in der ganzen mit Körper begabten Welt, mit eigenem Leben begabt, majestätisch und unsterblich?“ (SPIEGEL F, 1859, S.69) Weiterlesen

Irans schrumpfende zoroastrische Gemeinde feiert seine Geschichte

Unbenannt

Yazd - Die Anhänger einer der weltweit ältesten und faszinierendsten monotheistischen Religionen versammelten sich vergangene Woche in der Höhle Chak Chak, um an die Prinzessin Nikbânu zu erinnern, berichtete die Assoziated Press am Wochenende.

In den, in der Nähe von Ardakan [Ardakân] in der Provinz Yazd gelegenen Bergen, rund 600 km südöstlich der Hauptstadt Teheran, befindet sich eine Höhle, die den Namen Cak Cak [چک‌ چک] trägt. In dieser Höhle findet jedes Jahr zum Sade-Fest eine Zeremonie der Zoroastrier statt. Es war der Ort, an dem Nikbânu, die zweite und jüngste Tochter des letzten Sassanidenkaisers Yazdegerd III vor den arabischen Invasoren Zuflucht suchte. Sie betete zu Ahurâ Mazdâ, dem Gott aller Güte, der die Höhle der Legende nach dann geöffnet haben soll, um sie vor den arabischen Invasoren zu schützen. Von der Decke der Höhle tropft heute noch Wasser. Das persische Wort Cak (Chak) [چک] bedeutet im Deutschen tröpfeln und der Legende nach sind diese Tropfen die Tränen des Berges zur Erinnerung an den Kummer Nikbânus in jenen Tagen.

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Iranische Mythologie II – Gayōmard und die Entstehung der Menschheit

111von Bahrâm

In meinem letzten Artikel behandelte ich das Wesen des Urrindes und seine herausragende Rolle für die Erschaffung der Tiere der guten Schöpfung.

In der iranischen Mythologie stammt auch die Menschheit von einem Urwesen ab, das persönlich vom einzigen Schöpfer Hormazd erschaffen wurde. Dieses Urwesen erleidet das gleiche Schicksal wie Gāve-iektā-āfaride; es wird durch Ahriman grausam aus seinem Leben gerissen. Aus seinem Samen entsteht dann zunächst 50 Jahre später das erste Menschenpaar, Mašyā und Mašyāna und diese alte iranische Geschichte, wird später sehr ähnlich in die nordische Mythologie als Ask und Embla und dann als Adam und Eva in die heiligen Bücher der abrahamitischen Religionen eingehen.

Das menschliche Urwesen bzw. der Urmensch der iranischen Mythologie trägt den Namen Gayōmard, welches die mittelpersische Form des avestischen Namens „Gaya maretan“ ist. Gaya maretan heißt so viel wie „sterbliches Leben“; Gaya bezeichnet hierbei „Leben“ und ist direkt mit dem griechischen Wort „Gaia“ verwandt, maretan bedeutet „sterblich“. Sinngemäß lässt sich Gaya maretan auch als „sterbliches Wesen“ übersetzen, was den Kern der Sache gut trifft. Im Neupersischen wurde dann aus dem Namen Gayōmard „Kiumars“ geformt, so wie es im Ŝāhname von Ferdowsi beschrieben ist. Auch heute ist Kiumars in Iran noch ein sehr beliebter Vorname. Ich werde in diesem Artikel jedoch ausschließlich die mittelpersische Variante Gayōmard benutzen, da diese im Gegensatz zum neupersischen Kiumars noch die avestische Abstammung des Wortes klar erkennen lässt. Weiterlesen

Mein Weltbild von Zarathustra

Zartošt

Von: Evelucas

Ich habe sehr interessiert den zweiteiligen Artikel „Zarathustra, ein Denker oder Philosoph?“ [Teil 1; Teil 2] gelesen, beabsichtigt aber viele der darauffolgenden Kommentare anderer „Leser“ dazu, nur überflogen, so ich sicher gehen wollte, hier völlig unbeeinflusst, meine ganz persönliche Meinung über Zarathustra sagen zu können. Zugleich jedoch, erhebe ich deswegen auch keinen Anspruch auf völlige Wahrheit meiner Anschauungen hier, da ich es von mir selbst als vermessen ansehen würde, dies überhaupt beurteilen zu können. Weiterlesen

Zarathustra, ein Denker oder ein Prophet? (2)

Zarathustra, ein Denker oder ein Prophet? (1)

Von: Dr. Nurialâ
Übersetzung: ©Fartâb Pârse

Wenn wir Zarathustra allein wegen seiner Gespräche mit Gott oder seiner Rolle als Prophet etwa mit dem Propheten des Islam vergleichen, und wenn wir seine Weltanschauung mit der islamischen Weltanschauung des Propheten Mohammad (die ihre Wurzeln im Israelischen [11] hat) vergleichen, fällt einiges auf:

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Zarathustra, ein Denker oder ein Prophet? (1)

Von: Dr. Nurialâ
Übersetzung: ©Fartâb Pârse

Der 6. Farvardin (25.03.) ist der angenommene Geburtstag [1] von Zarathustra (vermutet, vereinbart aber bedeutend, angebracht und gesegnet), der legendären und weltberühmten Persönlichkeit Irans. Zu diesem einmaligen Anlass befasse ich mich mit einigen interessanten Themen über Zarathustra. Weiterlesen

Ahurâ Mazdâ

Das Tunnelsystem von Derinkuyu, das im Jahr 1963 entdeckt wurde, liegt im Gebiet Kappadokien in der heutigen Türkei. Dieser Zufluchtsort berichtet über das heimliche Leben der Generationen der Menschheit, tief in der Erde vor tausenden von Jahren. Anscheinend hatten diese Menschen große Angst vor einer vernichtenden Macht, die nicht irdisch schien, und bauten auf Befehl einer Person, die vermutlich Ahurâ Mazdâ sein soll, dessen Gefolgschaft, die antiken Zoroastrier waren.

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