Altiranische Kosmogonie – der Vertrag (4)

Ahurâ Mazdâ-AhrimanVon Artaxerxes I.
Nachdem nun auch die böse Schöpfung unter Ahriman ins Leben gerufen wurde, wurde Ohrmazd in seinem hohen Wohnsitz auf sie aufmerksam. Er betrachtete mit prüfendem Blick die dunklen Kreaturen seines Gegners, welche nach dem Willen ihres Meisters schrecklich, moderig und böse beschaffen waren. Für einen Gott wie Ohrmazd schienen sie ihm kaum verehrungswürdig, deshalb pries er sie nicht an. Ahriman dagegen blickte voll Bewunderung auf die reinen Geschöpfe des Ohrmazd, denn auch wenn er sich in heftiger Opposition zu ihnen sah, konnte er nicht umhin zuzugeben, dass sie aufgrund ihrer Allwissenheit, Sieghaftigkeit und Tiefsinnigkeit absolut preiswürdig waren; so kam es, dass der böse Ahriman die Schöpfung seines Gegenübers in höchsten Tönen lobte. Weiterlesen

Altiranische Kosmogonie – Der Uranfang (2)

$233154Von Artaxerxes I.
Die alten Iraner glaubten, dass seit Anbeginn der Zeiten zwei geistige Urwesen im kosmischen Raum existierten. Einer von ihnen war Ohrmazd1, der mit Allwissenheit (Harwisp-Āgāhīh) und Güte (Wehīh) gesegnete Herr der Weisheit, von dem alles Gute hervorgeht; dieser befand sich seit unendlicher Zeit (Zamān-ī Akanārag2) in den höchsten Höhen des Kosmos, dort wo die Essenz des Lichtes gelagert ist, das seit alters her als das unendliche Licht (Asar Rōšnīh) bezeichnet wird. Weiterlesen

Altiranische Kosmogonie (1)

Big BangVon Artaxerxes I.
Das heutige Avesta als ältestes schriftliches Zeugnis über die religiösen Traditionen der alten Iraner enthält selbst keine systematische Zusammenstellung der iranischen Schöpfungssage. Erst in sehr viel späterer Zeit unter der Herrschaft der Sassaniden, wurde die iranische Schöpfungssage in einem Text kompiliert. Dabei handelt es sich um den Dāmdād-Nask („Erschaffung der Geschöpfe“), einem der 21 Nask des sassanidenzeitlichen Avestas. Zwar ist dieses Buch in den Wirren der arabischen Invasion verlorengegangen, doch ist sein Inhalt uns größtenteils noch durch spätere Werke wie dem Bundahišn und den Vizīdagīhā ī Zādspram („Selections of Zād-Spram) überliefert. Diese beiden sich ergänzenden Werke zeigen eine kohärente Abhandlung der iranischen Schöpfungssage und sind damit unsere vorzüglichsten Quellen für die iranische Schöpfungsgeschichte. Weiterlesen

Jašne Cahâršanbe Suri – Der rote Mittwoch

Am Vorabend des letzten Mittwoch vor Nowruz [نوروز], dem persischen Neujahrsfest am 20. oder 21. März eines jeden Jahres, finden die letzten Feuerfeierlichkeiten des iranischen Jahres mit Namen Cahâršanbe Suri [چهارشنبه سوری] – “Der rote Mittwoch” statt. Dieses Fest entstand in der frühzoroastrischen Ära, etwa um 1700 v. Chr. im antiken Iran. Es wurden bei Sonnenuntergang Feuer angezündet, die die ganze Nacht brannten, um das Licht bis zum Sonnenaufgang am Leben zu halten. Man sammelte zuvor trockene Grashalme und Dornbüsche und entfachte ein Feuer in den letzten kalten Winternächten und verbrachte mit dem heiligen Feuer Ahuras die Nacht, um bald das neue Jahr „Nowruz“ zu begrüßen und um Ahrimans Armee, der Dunkelheit, den Kampf zu erklären. Weiterlesen

Iranische Mythologie I – Das Ur-Rind der iranischen Mythologie

Gāve-iektā-āfaride_Malerei von Hamid Fâm

Gāve-iektā-āfaride_Malerei von Hamid Fâm

Von: Bahrâm

In den Mythologien vieler Völker existiert das Konzept des Ur-Rindes, welches am Anfang der Welt das erste erschaffene Tier ist. Auch wenn die Vorstellung und das Schicksal des Ur-Rindes in diesen unterschiedlichen Kulturen stark variiert, so verweist das Konzept des Ur-Rindes auf einen verbreiteten alten Rinderkult, der in dieser Form einen starken Wiederhall in den Mythologien dieser Kulturen fand. Weiterlesen

Nowruz, das persische Neujahrsfest

Am 20. oder 21. März eines jeden Jahres findet das Frühlings- und Neujahrsfest Nowruz [نوروز(pers. „der neue Tag“), dessen Wurzeln bis in die Zeit des 4. Urkönigs Dschamschid [Jamšid] zurückreichen und das wichtigste zoroastrische Fest darstellt, statt. Dieses Fest zählt zu den ältesten Festen der Menschheit und wurde im Jahre 2010 von der 61. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler „Nowruz Tag“ anerkannt und die UNESCO nahm diesen Tag in die Liste des Menschheitskulturerbes auf. Das kanadische Parlament hatte bereits am 30. März 2009 Nowruz dem offiziellen kanadischen Kalender hinzugefügt.

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Mein Weltbild von Zarathustra

Zartošt

Von: Evelucas

Ich habe sehr interessiert den zweiteiligen Artikel „Zarathustra, ein Denker oder Philosoph?“ [Teil 1; Teil 2] gelesen, beabsichtigt aber viele der darauffolgenden Kommentare anderer „Leser“ dazu, nur überflogen, so ich sicher gehen wollte, hier völlig unbeeinflusst, meine ganz persönliche Meinung über Zarathustra sagen zu können. Zugleich jedoch, erhebe ich deswegen auch keinen Anspruch auf völlige Wahrheit meiner Anschauungen hier, da ich es von mir selbst als vermessen ansehen würde, dies überhaupt beurteilen zu können. Weiterlesen