Die Kyros-Sage des Herodot (2)

Kyros der Große

Kyros der Große

Von Bahrâm
In den folgenden zehn Jahren wuchs der junge Kyros unter der liebevollen Obhut seines Ziehmutter Kyno zu einem stattlichen, jungen Knaben heran. Als Sohn eines Rinderhirten arbeitete er dabei schon recht früh auf den weiten Viehweideplätzen, welche dem Mithradates gehörten. Die wahre Identität des jungen Burschen war in dieser Zeit gegenüber Fremden nicht offenbart worden, denn seine Zieheltern hüteten das Geheimnis streng und vermieden so oft wie es ging den Umgang mit den anderen Medern. Doch eines schicksalsträchtigen Tages begab es sich, dass das Geheimnis des jungen Kyros aufflog. Weiterlesen

Die Kyros-Sage des Herodot (1)

Kyros der Große

Kyros der Große

Von: Bahrâm

Am Mittwoch dieses Jahres, dem 29. Oktober (7. Ābān), wurde an die großartige Persönlichkeit Kyros dem Großen gedacht, der schon in der Antike zu einer Legende verklärt worden war. Kyros erstaunliche Leistungen konnten niemanden damals verborgen blieben, denn er hatte nicht nur mittels seines militärischen wie gleichermaßen politischen Geschickes in zwanzig Jahren drei große Reiche gestürzt und das erste bekannte Weltreich der Geschichte errichtet, sondern auch in bewusster Abgrenzung zu früheren Königen die religiösen Überzeugungen seiner fremden Untertanen, solange diese nicht die persische Herrschaft anfochten, nicht angetastet. Selbst als er den Persern die Herrschaft über die alte Welt schenkte, blieb er seinen Wurzeln immer treu, weshalb er von den Persern liebevoll als Vater bezeichnet wurde. Seiner charismatischen Aura konnten selbst die Griechen sich nicht entziehen, obwohl diese aufgrund der Machtpolitik der Achämeniden mit denselben oft auf Kriegsfuß standen. Wie kann man sonst erklären, dass Xenophon Kyros in seiner Kyroupaideia-Schrift seinen griechischen Lesern als Ideal eines politischen Herrschers darstellt und über ihn sagte: Weiterlesen

Ayādgār-ī Zarērān

Abb.1: Der heldenhafte Spandyād, der Sohn des Wištāsp Šāh

Abb.1: Der heldenhafte Spandyād, der Sohn des Wištāsp Šāh

Von: Bahrâm

Das mittelpersische Werk Ayādgār-ī Zarērān – („Erinnerungen an Zarēr“) ist die sasanidische Nachbearbeitung eines parthischen Epos über die religiösen Kriege zwischen dem Königreich des Wištāsp Šāh und dem Reich des Arĵāsp, dem Herrn der Xyons. Die Grundlage der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Fraktionen wird dabei durch den Übertritt des Wištāsp Šāh und seines Hofstaates zur mazdayasnischen Religion gebildet. Arĵāsp, der Herr der Xyons, ein den Iranern verwandtes Volk, akzeptiert die neue, durch Zardušt offenbarte Religion nicht, denn er hält an dem vorzarathustrischen, iranischen Paganismus fest und legt in einem Brief dem Wištāsp Šāh nahe, die mazdayasnische Religion zu verwerfen, um wieder gemeinsam den alten Glauben zu praktizieren; andernfalls würde Arĵāsp die iranischen Gegenden mit seiner Armee angreifen und großflächige Zerstörung bringen. Wištāsp Šāh weigert sich standhaft und so kommt es zu einem unvermeidlichen Zusammenprall der verfeindeten Armeen. Bezüglich des Schreibstils beschrieb die verstorbene Iranistin Mary Boyce das Ayādgār-ī Zarērān als ein Werk, „welches den Konventionen der heroischer Epik folgt, die durch viele Hyperbeln, fixen Epithetons und einer reichen Fülle an Vergleichen und formalen Repetitionen gekennzeichnet ist.“ (BOYCE M., 2012) Weiterlesen

Lammfleisch-Eintopf mit Kichererbsen und Porreehäubchen

Abgusht 02

ein Rezept von Ardašir Pârse Weiterlesen

Altiranische Kosmogonie – der Verteidigungskampf der materiellen Schöpfung (8)

Âfarineše HastiVon Artaxerxes I.
Als der unterlegene Ahriman und sein dämonisches Gefolge zur eiligen Flucht in die unendliche Finsternis ansetzten, lösten sich die materiellen Schöpfungen langsam aus ihrer lähmenden Ohnmacht und gingen nun ihrerseits entschlossen zum Angriff über.

Die erste materielle Schöpfung, die sich Ahriman in den Weg stellte war dabei der Himmel. Der Geist des Himmels, der zuvor aus Furcht klein beigegeben hatte, erschien nun in der Gestalt eines agilen, heldenhaften Kriegers, der mit einer metallenen Rüstung gewappnet ist und stellte sich mutig Ahriman in den Weg. Um ihn an der Flucht zu hindern, erbaute der Geist des Himmels zunächst eine unsichtbare Mauer um das Himmelsei. Dieser Mauer wurde dann von Ohrmazd anschließend zu einem massiven Wall umgewandelt, deren Härte dabei die des metallenen Himmelgewölbes bei weitem überrragte, so dass Ahriman nicht wie zuvor ein Loch in sie schlagen konnte. Um diese Festung stellte Ohrmazd die Frawahr der wohltätigen Menschen auf, die so dicht formiert waren „wie die Haare auf einem Menschenhaupt“. Weiterlesen

Altiranische Kosmogonie – der Einbruch in die gute Schöpfung (7)

Âfarineše GitiVon Artaxerxes I.
Während der 3000 Jahre, in der die materielle Schöpfung in Verteidigungsbereitschaft stand, verbarg sich der ohnmächtige Ahriman weiterhin in den tiefsten Abgründen der unendlichen Finsternis. Der böse Geist vermochte es nicht, sich aus seiner Ohnmacht zu befreien, denn zu tief saß der Schock, den der heilige Gesang des Ohrmazd in seinem Körper und seinem Geist einst ausgelöst hatte.

Die dämonischen Kreaturen sorgten sich deshalb sehr um ihren Meister und schmiedeten umgehend einen Plan. Sie versuchten dabei ihren Vater aus der Passivität zu locken, indem sie ihn mit ihrer Kampfesbereitschaft zu einem Angriff auf die gute Schöpfung ermutigen wollten. Die gesamte Schar an Dämonen versammelte sich dazu in seiner Nähe und jeder sprach abwechselnd vor ihm diese Worte:

“Erhebe dich, unser Vater! Denn wir wollen in der Welt Krieg anstiften; dieser Krieg wird es sein wodurch dem Ohrmazd und den unsterblichen Heiligen Bedrängnis und Ungebürlichkeit entstehen soll!“ Weiterlesen

Altiranische Kosmogonie – die Erschaffung der Lichter (6)

$233483Von Artaxerxes I.
Nachdem die sieben materiellen Schöpfungen ausgeformt waren, begann Ohrmazd die irdischen Lichter zwischen der Erde und dem Himmel anzubringen. Von diesen Lichtern erschuf Ohrmazd zuerst die Sterne der Konstellationen (Stārān-ī axtarīg 1); diese fixierte er an das dunkelblaue Firmament (Spīhr 2) oberhalb der Wolkenspähre, dass aus dem leiblichen Körper der unendlichen Zeit geformt ist. Weiterlesen