Ideologische Zensur der Frauen in iranischen Schulbüchern


Ein Interview mit Prof. Dr. Sa’id Peyvandi [Saeed Paivandi]*
Von: Âzâde Asadi

Fünf iranische Studenten, die in den amerikanischen Universitäten studieren, haben in Zusammenarbeit mit einer wissenschaftlichen Gruppe der Universitäten in Kanada, New York, Maryland und Paris die iranischen Schulbücher genau studiert. Bei dieser Studie wurden 100 Schulbücher von der ersten Klasse der Grundschule bis zur letzten Klasse des Gymnasiums untersucht. Es waren 11.000 Seiten und 3.100 Bilder, die daraufhin analysiert wurden.

In diesem sieben monatigen Projekt wurde die Thematik „Diskriminierung und Intoleranz“ in den Lehrbüchern aus dem Schuljahr 2006 – 2007 mit qualitativen und quantitativen Methoden untersucht. Das Thema „Diskriminierung und Intoleranz“ wurde unter drei Gesichtspunkten durchgeführt: die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts durch das männliche, die Diskriminierung von Volks- und Glaubensminderheiten und Irans Verhalten seinen Nachbarn gegenüber.

Doktor Sa’id Peyvandi ist Professor an der Pariser Universität 8; er ist ein Forscher, der im Bereich der iranischen Lernthematik die Forschung dieser Gruppe mit anderen Fachkollegen geleitet und betreut hat. Er sagt über den Lernzustand der Mädchen im Iran: „Wenn wir die aktuellen Meldungen, die in den letzten fünf sechs Monaten über die neuen Einschränkungen für Mädchen neben all den anderen Dingen, die schon seit je her im Lernsystem für Mädchen herrschen, betrachten, vermute ich, dass jeder zu dem selben Ergebnis kommen würde: Anstelle einiger Maßnahmen zur Verbesserung des Lehrsystems für Mädchen in Iran werden eher Maßnahmen gefördert, welche Iran im Vergleich zu anderen Ländern rückständig werden lässt“.

Er berichtet weiter: „Alle internationalen Abkommen und Konventionen der Menschen- und Jugendrechte sprechen über die Gleichberechtigung der Geschlechter im Bereich der Bildung von der Grundschule bis zu höheren Stufen der Bildung. Aber in Iran sind wir Zeugen dafür, dass umgekehrt gehandelt wird, man spricht von neuen Gedanken und Methoden, die die Diskriminierung im Bereich der Bildung verstärken“.

Der Dr. Peyvandi ist der Meinung, dass Analysen und Forschungen des iranischen Lehrsystems in den letzten 25 Jahren sich auf einen gemeinsamen Punkt zusammenfassen lassen: Lehrstoffe, die den Schülerinnen und Schülern beigebracht werden, haben alle klar religiöse und ideologische Richtungen: „Wir erleben eine Gesellschaft, in der die Mädchen mit großer Anstrengung die herrschende Diskriminierung bewältigen müssen, um die Stufen des Erfolges, in der sie sich momentan befinden, erreichen zu können. Bedauerlicherweise werden ihnen weitere Steine in den Weg gelegt, anstatt dass sie angespornt und unterstützt werden, Erfolge anzustreben, da das Regime gegen die Bewegung und Erscheinung der Frau in der Gesellschaft ist. Das Regime behindert die Mädchen mit immer strengeren Hindernissen an Bildung“.

Er ist folgender Meinung: „Trotz der ideologisch-islamischen Änderungen in den Jahren nach der Islamischen Revolution ist Mahmud Ahmadinežâd, der iranische Präsident, der Meinung, das Bildungssystem leide in Iran immer noch unter den säkularen Gedanken und Inhalten; er verlangt nach einer neuen Kultur- und Bildungsrevolution. Der Bildungs- und Erziehungsminister spricht auch von der Notwendigkeit der Lehrbüchertrennung für Mädchen und Jungen [mit getrennten Lerninhalten]“.

Das Lesebuch der 3. Klasse Grundschule,
in dem Tiere mit Kopftüchern anstatt Frauen dargestellt sind.

Er sagt weiter: „Ziel der Lehrbücheranalyse war auch das Erforschen der verschiedenen Diskriminierungsmethoden, welche die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden im iranischen Bildungssystem bestärkt. Ein weiteres Ziel dieses Projektes war auch die Feststellung und Belegung der qualitativen und quantitativen Arten der Diskriminierungen durch die verschiedenen Schichten der Gesellschaft, von weiblichen Personen, die das Opfer von Diskriminierungen werden. Die Forschung hat festgestellt, dass die Rolle der Frau, aus der Sicht der herrschenden Geschlechtertheorie in Iran, vom Beginn der Grundschuljahre an, nur als die Frau am Herd bestimmt sei; die Frau soll den gesellschaftlichen Aktivitäten fern bleiben“.

Âzâde Asadi: „Fürchtet sich etwa das Regime in Iran vor der Frauenunabhängigkeit?“

Der Professor der Pariser Universität 8 antwortet: „Die Ereignisse, die in den letzten 15 – 16 Jahren in der iranischen Gesellschaft passiert sind, treten für die Zuständigen, besonders die neunte fungierende Regierungsperiode [die jetzige Regierung] im großen Grad unerwartet auf. Den Mädchen werden konservative Lehrinhalte beigebracht, und so wie man aus dem Inhalt der Lehrbücher herauslesen kann, werden Mädchen ad Infinitum gelehrt, dass die eigentliche Rolle der Frau für das zu Hause bestimmt sei, eben eine Mutter- und Ehefraurolle.

Das Englisch Lehrbuch der 2. Klasse, Mittlere Schule

Er fügt noch hinzu: „Sie [die Mädchen] sind in den Lehrbüchern eher eine Frau, eine Mutter, die Tochter, die Ehefrau oder die Schwester dieses oder jenes Mannes, als ein in der Gesellschaft vollkommen agierender Mensch. Aber die Ergebnisse derartiger Lehrinhalte an den Schulen, zeigen etwas, was viele nicht erwartet haben. Der Bericht über die Intoleranz und Diskriminierung in den Lehrbüchern beinhaltet fünf Abschnitte“.

Er formuliert die Kerngedanken der einzelnen Abschnitte wie folgt: „Im ersten Abschnitt werden religiöse Texte und ihr Ausmaß auf verschiedene Lehrbücher diskutiert. Im zweiten Abschnitt geht es um das ungleiche Porträt männlicher und weiblicher Rollen und Illustrationen in Lehrbüchern. Der dritte Abschnitt beschreibt das Verhalten und die Präsenz der in Iran lebenden verschiedenen Minderheiten“. Der Universitätsprofessor berichtet weiterhin: „Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit der Haltung gegenüber den Nachbarländern und den Ländern in der selben Region. Im fünften Abschnitt werden Einzelheiten, die zur Gründung eines islamischen Staates führen, genauso wie der ideologische Platz der islamischen Werte, das Märtyrertum, die Leichtsinnigkeit der Aufopferungen und der heilige Krieg (Jihad) [jahâd] analysiert“.

Das Geschichtsbuch der 3. Klasse, in dem israelischen Soldaten Kinder unterdrücken und töten; eine Gehirnwäsche, durch sie die Kinder zum Märtyrertum vorbereitet werden.

Dr. Peyvandi fasst die neuen Pläne des Regimes in Iran zum Stoppen der Unabhängigkeit und Entwicklung der Frauen zusammen: „Die Mädchen leben trotz des rückständigen und mehr oder weniger negativen Porträts der Frau in den Lehrbüchern, und der vorgesehenen, traditionellen und konservativen Rolle, absolut die heutige Welt aus; sie [die Mädchen] haben aber von der Gesellschaft eine andere Rolle aufoktroyiert bekommen. Wenn wir die soziologische und gesellschaftlichen Aspekte in Iran vor 15 Jahren studieren, erkennen wir, dass die Frauengesellschaft in Iran sich in diese Richtung bewegt“.

Dr. Peyvandi: „Schauen Sie sich das Bevölkerungswachstum an. In dem Zeitabschnitt, an dem die Frauen angeregt wurden, mehr Kinder zu bekommen, eine Muster- Mutter oder Ehefrau zu sein, sind wir tatsächlich Zeugen eines Rückgangs des Bevölkerungswachstums überhaupt in der Geschichte des Irans. Von einem 3% Bevölkerungswachstum sind wir auf 1,4% Wachstum herunter gerutscht“. Der Professor der Pariser Universität 8 sagt weiter: „Vor 15 Jahren wurden in Iran etwa 2,5 Millionen Kinder im Jahr geboren, jetzt liegt die Quote bei etwa 1,1 Millionen Kinder; die Geburtenrate hat sich fast halbiert. Mit den Veränderungen, die im Gange sind, sieht die iranische Frau ihre Rolle als Mutter und Ehefrau in der Gesellschaft nicht mehr als die Hauptrolle, sie will sich durch das Studieren, aktive Teilnahme am Arbeitsmarkt oder anderen gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten einen Weg in der Gesellschaft öffnen“.

Er sagt weiter: „Schauen Sie sich die Anzahl der Frauen als Romanautorin, Dichterin, Malerin und Regisseurin an, ihre Anzahl überholt in manchen Bereichen die der Männer. Und das geschieht, obwohl die Tätigkeitsmöglichkeiten für sie viel begrenzter sind als bei den Männern. Trotz all der Einschränkungen sehen wir das gesellschaftliche Wachstum der iranischen Frauen; besonders im Bereich der kulturellen Schöpfung, der Wissenschaft und der Beteiligung in der Forschung; und das ist das Ergebnis, mit dem das Regime nicht gerechnet hat“.

Dr. Peyvandi fügt hinzu: „Von drei Ärzten, die in den Universitäten studieren, sind zwei Frauen. Von drei Absolventen der wissenschaftlichen Bereiche sind zwei junge Frauen und von vier Absolventen der künstlerischen Bereiche sind drei Mädchen. Diese Zahlen sind für das herrschende System unangenehm, denn sie haben solche Zahlen nicht erwartet. Das Projekt „Geschlechter Kontingent“ ist nur eine Maßnahme, durch die sie die Entwicklung stoppen“.

Der Professor der Pariser Universität verdeutlicht: „Das “einheimische Aufnahme Projekt“ ist eine von den Maßnahmen, durch sie verhindert werden soll, dass Mädchen auch überall im Land aufgenommen und versetzt werden können. Dass die Lehrbücher auch unter Mädchen-Lehrbüchern und Jungen-Lehrbüchern aufgeteilt werden, ist rückständiger als alles andere; und schließlich das letzte Projekt, von dem nur gesprochen wurde, aber es ist noch unklar, ob sie es tatsächlich ausführen werden – ich bin der Meinung, sie wollen es versuchen, um die Reaktionen dazu zu sehen – ist die Trennung des Ausbildungskursus unter weiblichem und männlichem. Unter dem Vorwand, Mädchen seien klüger als Jungen, beabsichtigen sie den Ausbildungskursus für junge Frauen zu verkürzen; und somit sollten sie [Mädchen] früher eine Familie gründen, früher Mütter werden und früher Kinder bekommen“.

Der Professor berichtet über das genau geplante Diskriminierungsprogramm der fungierenden Regierung, Zweck der Rückerziehung der Frau in der Gesellschaft mit dem Hinweis auf die Wahlkampfreden des jetzigen Präsidenten zu seiner Kandidaturzeit: „Welches andere Bild könnte die neue Diskriminierungswelle, neue Aggressionen gegen die Rechte der Frauen und mehr Einschränkungen haben? Wir haben darauf gewartet, was nun die neue Regierung mit all ihren Versprechungen tut? Als Herr Ahmadinežâd über die Thematik Hejâb gefragt wurde, reagierte er sehr gereizt und sagte, „warum ist das Thema Hejâb so wichtig, dass wir unbedingt darüber diskutieren müssen? Was gehen uns die Frauen überhaupt an? Unser Land hat wichtigere Probleme“. Der Professor sagt weiter: „Er wollte sich auf eine Art und Weise zeigen, er sei nicht so streng, was Hejâb angehe. Damals war dies eine Wahlkampagne, aber wir sehen, was nun danach passierte. Was andere Themen angeht, müssen wir abwarten, wie genau reagiert wird. Mit Sicherheit katapultieren die Projekte, die sie verfolgen und wie wir vier von ihnen genannt haben, die iranische Gesellschaft zurück und sind sehr diskriminierend“.

Dr. Peyvandi ist der Meinung: „Das Porträt der Frau ist in den iranischen Lehrbüchern sehr diskriminierend (anhand der Analyse, die wir dieses Jahr im Bezug auf alle Lehrbücher in englischer und persischer Sprache durchgeführt haben), und das zeigt, dass die iranischen Lehrbücher zu den meist diskriminierenden Lehrbüchern der Welt gehören. Auf der ganzen Welt sind nur Saudi Arabien und Jemen schlimmer als der Iran. Die durchgeführte Analyse über das Porträt und die Rolle der Frau in den Lehrbüchern zeigt, dass aus der Sicht der Lehrbücher der Mann und die Frau eher zwei vollkommen unterschiedliche Personen in der Gesellschaft sind, die sich eher komplementär verhalten. Ihre Rollen sind bestimmt und geschlechterbedingt“.

Der Professor der Pariser Universität 8 sagt: „Wenn die Bildungsjahre bei Mädchen verkürzt werden, heißt es, dass tatsächlich die Mädchen in der Zukunft keine Möglichkeit mehr besitzen würden bei gleichberechtigten Wettbewerben den Jungen gegenüber teilzuhaben. Obwohl zurzeit den Mädchen eine große Anzahl an Wissenszweigen in den Universitäten verwehrt ist, schaffen die Mädchen es öfter als die Jungen in den Universitäten aufgenommen zu werden. Wie ich Ihnen gerade erklärte, die Analyse spricht von einer Geschlechterideologie. In der Geschlechterideologie sind der Mann und die Frau keine gleichberechtigten Menschen, das heißt, sie sind keine gleichgestellten Bürger der Gesellschaft“.

Der Professor erzählt weiter: „Die Frau spielt eine ergänzende Rolle dem Manne gegenüber. Das heißt, sie muss die Tätigkeiten erledigen, die ein Mann nicht im Stande ist zu erledigen; in den Beispielen, die in den Lehrbüchern beschrieben werden, übernimmt die Frau überall zu Hause die Rollen, die die Aufteilung der Haushalttätigkeiten auch für sie am einfachsten sind, wie z. B. die Umstellung der Gegenstände, das Anstreichen des Hauses und die täglichen Lebensmitteleinkäufe. Die Figur der Frau wird dann in den Lehrbüchern zur Sprache gebracht, wenn der Mann einige Tätigkeiten nicht ausführen soll, oder er sie nicht ausführen kann, ja sogar besser wäre, wenn er sie nicht erledigt“.

Dr. Peyvandi glaubt: „Wörter wie “der Vormund der Familie“, “der Verantwortliche der Familie“, “das Oberhaupt der Familie“ und “der Ernährer der Familie“ werden grundsätzlich dem Manne zugeschrieben. Aus dieser Sicht kann man sagen, dass eine der Grundlagen der Geschlechterideologie eben die komplementäre und ungleichberechtigte Rolle der Frau ist. Die Frau ist ein Geschöpf, das einen “Unterschied“ darstellt, und sie bekommt auch aufgrund des Unterschieds unterschiedliche gesellschaftliche und familiäre Rollen. Meiner Meinung nach ist diese Ansicht der Frau gegenüber der Ausgangspunkt für den Beginn der Geschlechterideologie; und diese Ansicht wurde ohne jegliche Verschleierung allen offenbart, nämlich, dass es keine Gleichheit zwischen der Frau und dem Manne gibt“. [Näher dazu siehe: Das Schicksal der Frauen im Islam]

Sozialkunde und Gesellschaftslehre der 1. Klasse, Mittlere Schule: Die Kinder lernen über die Aufgaben und Tätigkeiten der Basij Organisation und Basijis

Der Professor der Pariser Universität 8 sagt: „Sie [die Frauen] haben aufgrund dieser Ungleichheit verschiedene gesellschaftliche Rollen; die Handlungsweisen haben in der Gesellschaft unterschiedliche Akzeptanz, in Wahrheit unterscheiden sich die Erwartungen der Gesellschaft ihnen [den Frauen] gegenüber von der Art und Weise, wie die Frauen ihr Leben führen. Sie [die Regierung] stellt sich eine Gesellschaft vor, die zwei Hälften besitzt; eine unterwürfige Hälfte und eine Hälfte, die in der Gesellschaft alle Haupttätigkeiten inne hat, nur diese bessere Hälfte ist in den Bereichen der Wissenschaft und Kultur produktiv, und diese bessere Hälfte heißt “die Gesellschaft der iranischen Männer“. Die Geschichte wurde immer so geschrieben; die persischen Lehrbücher wurden auch so geschrieben“.

Diese Analyse, die durch eine Forschungsgruppe in Washington durchgeführt wurde, ist ein Orientierungsbericht über die ideologischen und religiösen Anhaltspunkte in unserer heutigen Welt im Bezug auf die Art Bildung und ihre Gegensätze den Menschenrechten und der Demokratie gegenüber.

Dr. Peyvandi setzt seine Worte so fort: „Es ist nicht zufällig, wenn es in den Lehrbüchern außer dem Bild der Dichterin Parvin E’tesâmi keine anderen Bilder von berühmten Frauen gedruckt sind [in diesem Bild ist sie mit dem Kopftuch zu sehen]. Dies geschieht deshalb, da unsere Mädchen keine Vorbilder für ihre Zukunft haben. Sie sollen in der Zukunft namenlose Frauen sein, auf die nicht mal in den Lehrbüchern hingewiesen wird, ja man nennt nicht mal ihre Namen; z. B. nennt man sie nur in den Lehrbüchern: ’…das ist die Mutter von Imam Khomeini, die sich für ihren Sohn aufgeopfert hatte, um ihn aufzuziehen’, oder ’…das ist die Mutter von Herrn Rajâyi [der zweite Premierminister des Regimes nach der Revolution], die Putzen gegangen war, um ihn aufzuziehen’“.

Links: Parvin Etesami vor dem Verbot des Tschadors durch Reza Schah am 7. Jan. 1936

Rechts: Parvin Etesami nach dem Verbot des Tschadors durch Reza Schah am 7. Jan. 1936

Dr. Peyvandi kommt zum Schluss: „Diese genannte ’Mutter’ hat aber keinen Namen, weil die Frauen in unseren Lehrbüchern als Menschen dargestellt werden, die in ihrer eingeschränkten, unbedeutenden und unterwürfigen Rollen bleiben müssen. Diese herablassende Sicht der Frau, die sie als Bürger zweiter Klasse behandelt, bildet ihre [des Regimes] gesamte Ideologie. Diese Herrschaften können so viel, wie sie möchten predigen, von wegen die Frauen seien ’die Krone auf ihren Häuptern’ und ’sie hätten nichts gegen Frauen’. In Wirklichkeit aber ist alles, was diese Herrschaften tun, gegen die Frau gerichtet. Ihr Porträt der Frau ist ein rückständiges Bild, das mit dem Porträt der Frau in der heutigen Gesellschaft nichts Gemeinsames hat. Iranische Mädchen kämpfen in ihrem tagtäglichen Leben gegen eine solche rückständige Kultur und ihre dazugehörigen Normen, die man(n) ihnen aufzwingen will“.

*Prof. Dr. Sa’id Peyvandi [Saeed Paivandi] ist Professor für Soziologie an der Paris-8-Universität. Er besitzt umfangreiche Informationen bezüglich der Bildung und spezifische Fachkenntnisse im Bildungssystem des Iran nach der Revolution. Dr. Peyvandi hat mehr als 34 Artikel, zahlreiche Forschungsarbeiten und vergleichende Studien zu den Themen im Zusammenhang zur Bildung geschrieben, darunter ein Buch, das im Jahr 2006 durch den Verlag L’Harmattan – Paris, mit dem Titel Religion und Bildung im Iran: Der Misserfolg des Islamisierungsprogramm im Schulwesen, veröffentlicht wurde.

3 Gedanken zu „Ideologische Zensur der Frauen in iranischen Schulbüchern

  1. Pingback: Die islamo-faschistische Bildungspolitik in Iran | Pârse & Pârse پارسه و پارسه

  2. Pingback: Was ist aus meinem Land geworden? | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه

  3. Pingback: Was ist aus Iran geworden? « kopten ohne grenzen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s