Das Interview des Kronprinzen Rezâ Pahlavi mit dem israelischen Kanal 10

Rezâ Pahlavi: „Anstatt den Iran zu bombardieren sollte Israel die Opposition und das iranische Volk bei ihrem Kampf gegen das Mullah-Regime unterstützen. Den Iran zu bombardieren ist die größte Hilfe und Unterstützung des Mullah-Regimes, denn danach würde das Mullah-Regime eine unfassbare Säuberung veranstalten! Das iranische Volk ist die beste Armee, die durch die Unterstützung der westlichen Welt und Israel dieses Regime bekämpfen und besiegen kann.

Meine Botschaft an das israelische Volk ist: Wir sind die Kinder Kyros des Großen, die Kinder der jüdischen Perserkönigin Esther, wir brauchen Eure Unterstützung und Hilfe. Was ist Eure Antwort? Wollt Ihr uns bombardieren oder uns helfen? Jetzt liegt die Entscheidung bei Euch, aber Ihr sollt wissen, dass die Geschichte die beste Zeugin und Beobachterin ist!“

15 Gedanken zu „Das Interview des Kronprinzen Rezâ Pahlavi mit dem israelischen Kanal 10

  1. Reza spricht mir aus dem Herzen. Seine Mutter kann Stolz auf ihre Kinder sein. An Rezas Schwester Durchhaltevermögen unter außergewöhnlichen Bedingungen können sich viele eine Scheibe abschneiden.

    • In der Tat sehen viele Iraner in ihm die letzte Hoffnung. Seine Worte sind im Bezug auf Israel und Iran in die Geschichte gegangen! Wir wollen Frieden!

  2. 1. Satz: Vom Denkansatz her völlig richtig die Lage eingeschätzt. Da ich in der Regel praktisch denke und auch nichts von einem „prophylaktischen“ Erstschlag Israels auf die Atomanlagen der unterirdischen Art Irans halte, frage ich, welche Personen aus der Bevölkerung
    Ansprechpartner sein könnten, israelische Hilfe annehmen zu können. Gibt es aus der Bevölkerung heraus Oppositionelle, die, wenn sie mit Waffen ausgestattet würden, das Mullahregime besiegen könnten? Denn ohne Waffengewalt oder Gewalt wird ein Regierungssturz im Iran nicht möglich sein. Wie loyal steht die Armee zur Regierung? Wie könnte die Unterstützung der iranischen Opposition, sollte sie existieren und noch agieren können, praktisch aussehen? Könnte ein Militärputsch diese Regierung der Mullahs wegfegen? Wie stehen da die Chancen? Diktaturen haben grundsätzlich eine gegenseitige agentische Mehrfachüberwachung der engsten Mitarbeiter, insbesondere der Armee und der Leibgarde installiert, um Putsche aller möglichen Art zu verhindern.

    Gut gemeinte und auch gut gedachte Theorie und die harte dem Lebensalltag geschuldete Praxis sind nicht immer miteinander vereinbar und haben unüberbrückbare Hindernisse zu überwinden, wenn gute theoretische Gedankengänge in die Praxis umgesetzt werden sollen.

    Dass sich die israelischen und iranischen Bevölkerungen nicht bekriegen wollen und sich gegenseitig sogar sympathisch sind aus geschichtlichen Gründen heraus hat ja die kürzlich stattgefundene von Israelis initiierte Sympathiekundgebungsaktion bewiesen.

    2. Satz: Diesen kann ich voll unterschreiben. Die Einschätzung ist völlig korrekt.
    3. Satz: Vergleiche obige Bedenken bzw. Fragen.

    Der letzte Abschnitt ist ein psychologisches Meisterwerk. Nach den vorangegangenen Aussagen lässt dieser Mann keinen Zweifel daran, wie die psychologisch untermauerte rein rethorische Pseudofrage unter Zuhilfenahme der Alternativworte „Bombadieren“ und „Helfen“ zu beantworten ist. Der letzte Satz baut den letzten notwendigen moralischen Druck auf, das Verhalten der israelischen Regierung an die Kette zu legen. Ein gelungenes taktisch gut ausformuliertes intelligentes Interview des Reza Pahlavi

    Toll.

    Selbst die angedachte Bombardierung aus Regierungskreisen israels ist nicht gegen die Bevölkerung Irans gerichtet, sondern soll ausschließlich den Atomanlagen gelten. Aber das ist im Interview wohl aus taktischen Gründen so gewollt. Aber letztlich könnte dieser Erstschlag auch die Sympathien in der Bevölkerung Irans gegen Israels auslöschen und das sollte Israel nicht riskieren. Israel würde hier als Angreifer in die Annalen der Geschichte eingehen. Das wäre für das Image Israels wohl tödlich. Hier schließt sich der Kreis. Bleibt also die Unterstützung der Opposition. Wie ist das jedoch praktisch zu bewerkstelligen?

    • Werter Bazillus, sehr gute Fragen hast Du wieder mal gestellt. Wenn wir über die „iranische Opposition“ sprechen, dann gibt es eine Reihe Organe, Einrichtungen, Parteien, sogar einzelne Personen, die von rechts nach links entweder die „Position“ des Mullah-Regimes in Ausland sind und als „die Opposition gegen die Mullahs“ agieren, die nichts anderes wollen als Weiterleben des Regimes und stecken ständig einen Keil zwischen den wahren Oppositionellen; diese werden von Mullahs bezahlt und werden auch leider als die Sprachrohr der Nation im Ausland von der westlichen Welt sehr oft eingeladen und man hält diese als die Opposition und Alternative gegen die Mullahs. Beispiele sind zuhauf und einige Personen aus dieser Reihe sind auch bekannt als Akbar Ganji, Soruš, Shirin Ebadi und viele andere kleinere Fische, die leider auch in Deutschland sitzen und bis nach oben in der deutschen Regierung Befürworter haben. Wir haben auch Kommunisten als Opposition, aber ihre Organisationen und Personen haben außer Mina Ahadi (sie ist richtig gegen die Mullahs) alle Techtelmechtel mit den Mullahs haben, weil die Kommunisten wollen die Form als Republik behalten und nur das Islamische wegpacken, ohne dafür zuerst die Stimme des Volkes bei einem Referendum zu fragen, ob das Volk „eine parlamentarische Monarchie“ oder „eine Republik“ haben will! Es sind auch eine große Zahl an Republikaner, denen es lieber ist, dass die Mullahs noch regieren und ihre Regierung heißt „Republik“, als das Volk entscheiden zu lassen, wenn die Mullahs weg sind und da ist der Punkt, warum bis heute die Monarchisten und Republikaner (alle durch bis auf ein paar sehr wenigen) sich nicht einigen können! Die Monarchisten sagen, dass das Volk sich über die zukünftigen Form der Regierung später nach der Befreiung des Iran entscheiden muss, aber die Republikaner wollen es nicht und haben Angst, dass die Mehrheit der Nation sich für die Monarchie entscheidet! Es zeigt also, dass nach 33 Jahren immer noch die Eifersucht und Neid und Habgier als erster Stelle ist, als die Liebe zum Vaterland und Du siehst, wie wir seit 33 Jahren immer wieder nach unserem Schwanz greifen wollen!

      Wenn also der Kronprinz von einer Opposition spricht, meint er nicht unbedingt diejenige, die hier eher unterstützt und bezahlt werden, damit die Lage sich nicht verbessert (oben schon erwähnt), sondern diejenige, die wirklich etwas tun wollen. Und mit der „Armee“ meint er die iranische Nation, die besser als jede bewaffnetet Armee den Kampf gewinnen kann. Erinnerst Du Dich wie die Ägypter für paar Wochen auf den Straßen blieben, bis die westliche Welt ihre ganze Kameras und Medien und Politiker auf Tahrir-Platz fixiert hatte und endlich Obama sagte, der Mubarak muss weg? Kurz davor wurden hunderte Iraner auf den Straßen erschossen und das Volk kam raus und wollte endlich die Mullahs weg habe und am Ende gaben sie die Parole: „Obâmâ yâ bâ unâ yâ bâ mâ“ [Obama, entweder bist du mit ihnen (Mullahs) oder bist du mit uns]! Diese Parole ist in die Geschichte gegangen, denn das Volk hat schon klipp und klar der westlichen Welt aufgefordert die Mullahs an keinem Gesprächstisch einzuladen und alle Verbindungen zu brechen und sich auf die Seite des iranischen Volks zu stellen. Was machte aber Obama nach diesem gewaltigen Aufschrei? Er ließ heimlich mit Mullahs Gespräche führen, schrieb noch an Khamenei einen Liebesbrief und zeigte dermaßen Feigheit, dass das iranische Volk sehr enttäuscht wurde, nicht nur von Obama sondern von der EU auch! Und der Kronprinz sagt heute noch, dass wenn die freie Welt eine Gefahr in Mullahs sieht, nichts ist besser diese Armee der Menschen, die auf der Straßen kamen und kommen, zu unterstützen und sie müssen sie nicht bombardieren, denn keiner kann mit absoluter Genauigkeit sagen, ob da Zivilisten getötet werden oder nicht!? Man rechnet immer mit Kollateralschaden!

      Du hast über die Armee gesprochen. Diese Armee, die so stark ist, um die Armee der Revolutionswächter zu entmachten, gibt es nicht. Sie werden zwar vom Volk sehr respektieren, besitzen aber nicht die Macht und die nötige Waffen, um das Land zu befreien. Und das iranische Volk hat genug gelitten und will auf gar keinen Fall einen Putsch (war ja nie eine gute Sache und wird nie anerkannt werden), einen Bürgerkrieg und eine blutige Revolution! Diese Wege sind ausgeschlossen, also die einzige Alternative ist, dass im Ausland endlich die „wahre“ Opposition sich einigen, egal welche Ideologie und Richtung sie haben, der gemeinsame Nenner muss heißen: Die Befreiung des Iran! Sie müssen endlich einen Nationalrat hier im Ausland gründen, denn in Iran können keine Führer agieren. Und die westliche Welt soll und muss endlich aufhören, ständig mit Mullahs liebäugeln und sie an jeden Tisch einladen und wenn da die Rede von Boykott und Sanktionen geht, dann bitte schön sich richtig dran halten und sie müssen mit diesem Nationalrat ins Gespräche kommen und ihn als die einzige Alternative sehen! Und sowas wollen die Politiker unserer Länder nicht, aber die Nationalräte irgendwelche arabischen Länder zu unterstützen und sie mit Millionen Dollar zu pumpen, das können sie sehr gut, denn es kommt der westlichen Welt willkommen, wenn Salafisten und Islamisten in den arabischen Ländern an die Macht kommen! Aber den Hauptader und das Krebsgeschwür nämlich das Mullah-Regime und die Saudis zu vernichten, will keiner! Es ist ein Kampf über die Ressourcen und es steht im Guinness Buch der Rekorde, dass der Iran für 89 Jahre Erdöl hat, nur Erdöl! Andere Mineralien lassen wir beiseite!

    • Alternativworte „Bombadieren“ und „Helfen“

      Ja, das ist tatsächlich ein Unterschied.
      Dabei erinnere ich mich an eine Erklärung vom Ex-Prä Busch, dass er den Irakern mit seinen Bomben helfen würde.
      Dies hat er dann bei seiner Ansprache auch noch rethorisch mit Armbewegungen untermauert. Und ich glaube, er wusste dass dafür ziemlich viel Gymnastik nötig war. So sah es jedenfalls aus.

  3. Werte Fartab Parse,

    danke für die Erläuterungen, die das Interview des Kronprinzen noch verständlicher machen und die Umstände begreiflich werden lassen.
    Ja, eine Opposition des 1. Abschnitts, die in sich uneins ist, zerfällt. Spätestens nach dem „arabischen Winter“ weiß jedes Land, dass sich kein Land mehr auf den opportunistischen Westen verlassen kann, schon garnicht auf das greisig-grausige Europa.

    „…Diese Wege sind ausgeschlossen, also die einzige Alternative ist, dass im Ausland endlich die “wahre” Opposition sich einigen, egal welche Ideologie und Richtung sie haben, der gemeinsame Nenner muss heißen: Die Befreiung des Iran! Sie müssen endlich einen Nationalrat hier im Ausland gründen, denn in Iran können keine Führer agieren….“

    Diese Aufforderung und richtige Schlussfolgerung daraus wird jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden können. Ich sehe es an den verschiedenen Kräften, die die Islamkritik hier in blogs abbilden. Erfolg: Gleich null. Da streiten sich Christen, Atheisten und viele andere Gruppen, die in diesem Ziel vereint sein sollten, es aber nicht schaffen, die Vorurteile gegeneinder für die eine gute Sache hintanzustellen und sich gemeinsam auf die Islamkritik zu konzentrieren und das, obwohl die Islamisierung hier in Europa noch in den Jugendschuhen steckt und die Politik diese mit vernünftigen Maßnahmen noch stoppen könnte.

    Im Iran jedoch ist das Feld schon islamisch vermint. Die Bevölkerung erhält keine Unterstützung aus dem Westen oder anderen LÄndern. Sie ist auf sich letztlich allein gestellt. Die Opposition ist ein in sich zerstrittener Hühnerhaufen und eine im Ausland aufzubauende Opposition in Form eines Nationalrates wird nicht ohne Gewalt im Inland agieren können, um das sehr fest im Sattel sitzende REgime zu stürzen. Und inwieweit das Volk wirklich vom Islam die Nase voll hat, kann ich nicht einschätzen. Aber ich glaube schon, dass zwar das Regime verhasst ist, aber nicht die Religion als solche, kann das wohl sein? Die Menschen haben trotz allem die irrationale Angst vor der Hölle, die der Islam mit perfekter Perfidie betreibt. Auch im Christentum war diese Methode schon seinerzeit recht erfolgreich. Diese Methodik ist sehr wirksam. DAs dürfen wir bei all den politisch gedachten Befreiungsphantasien nicht vergessen. Wenn es dem Volk nämlich wirtschaftlich schlechter geht, z. B. durch die Sanktionen des Westens, dann wird die Religion wieder aus der Schublade hervorgekramt. Und leider hat der Islam im Iran schon recht lange Fuß gefasst und hat eine Macht außerhalb des Mullahregimes, die nicht unterschätzt werden sollte. Das iranische Volk, wie ich es einschätze, ist letztlich ein religiöses Volk. Ich hoffe, dass es sich auf seine eigenen religiösen Wurzeln, die theologisch, moralisch, rechtlich und kulturell ungleich höher angesiedelt sind, als es der Islam je fertigbrächte, rückbesinnen kann.

    • Da hast Du schon richtig getippt mein Freund, dass das iranische Volk religiös tickt! Aber, nicht mehr mit Islam! Dieses Volk hat keine Angst mehr vor der Hölle des Islams, sondern Angst vor der Hölle der Mullahs, denn heute wurden wieder 8 Menschen erhängt! Und weitere 26 warten die Tage darauf erhängt zu werden! Diese Menschen haben keine Angst vor Allah und seiner Hölle!

      Wo Du auch über die Gemeinsamkeiten geschrieben hast, über die ich schon geschrieben habe, dass „ein gemeinsamer Nenner“ gefunden werden muss, musste ich nach Deiner Erklärung lachen! Lachen darüber, dass vor einiger Zeit wir als Opposition auch wie Kriegshähne Blog gegen Blog gekämpft haben und Du siehst, wie es endet und was alles dabei passiert und welche Hässlichkeiten ans Tageslicht kommen! Und jetzt stelle Dir das in größerem Raum vor, wo wir jeden Tag über unsere Opposition lesen, wie sie alle gegeneinander und in diesem Sinne für Mullahs sind! Wir haben es noch nicht begriffen und verstanden (ein Teil davon nicht alle), dass das Gemeinsame uns retten kann! Sehr oft stellen andere republikanischen Gegner den Kronprinzen die lächerliche Frage: „Wollen Sie als König herrschen, wollen Sie die Monarchie wieder in Iran haben?“ Und er lacht darüber und antwortet verbittert: „Leute, lasst erstmals das Haus vom Despoten und Dieb befreien, dann macht euch Sorgen darüber, welche Tapete und Teppiche getragen werden sollen! Und derjenige, der darüber entscheidet, ob ich wieder ein Monarch sein darf, ist das „Iranische Volk“ und das nach einem Referendum!

    • Mein Freund, er hat wirklich Format und er beantwortet alle Fragen und seine Antworten sind sehr überzeugend und ehrlich. Ich muss mal ein paar Interviews in Englisch oder Französisch von ihm finden, denn er ist beiden Sprachen sehr mächtig und ich denke, Du würdest mit der englischen Sprache eher zurecht kommen. Dann wirst Du selbst hören, was er sagt! Und danke!!! Halte beide Daumen hoch, denn ich will ihn als den Vater (symbolisch) einer Nation sehen, die wieder ihren Stolz und ihre Ehre gefunden hat! Er ist meine erste und letzte Wahl.

  4. Werter Bazillus, hier sind zwei Interviews in Französisch und Englisch, zwar etwas älter aber immer noch aktuell vom Kronprinzen Rezâ Pahlavi:

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