Das Schicksal eines Genies der Atomphysik im islamischen Kalifat Iran: 10 Jahre Haft!

Auch im Spanisch zu lesen

Omid Kokabai [امید کوکبی] wurde nach 15 Monaten vorübergehender Haft (!) in einem Gericht unter Verdacht der „Zusammenarbeit mit dem Mossad für Israel“, am Sonntag den 12.05.2012 zu 10 Jahren Haft verurteilt. Mit Omid Kokabi wurden noch 12 andere beschuldigt als Agenten für Israel beschäftigt zu sein. Der Richter der Verhandlung war kein anderer als der berühmte Salavâti [قاضی صلواتی], der für seine erbarmungslosen Urteile sich einen Namen gemacht hat. Der staatliche Rundfunk des Mullah-Regimes hat die Gerichtsverhandlung unter dem Namen „israelische Agenten“ ausgestrahlt.

Einer der Angehörigen von Omid Kokabi: „Omid sagt, nur noch der internationale Druck könne ihm helfen!“

Ein enger Angehöriger der Familie von Omid Kokabi, das iranische Genie, sagte der Internationalen Kampagne für Menschenrechte in Iran, Omid sei gezwungen worden bei seiner Gerichtsverhandlung teilzunehmen, währenddessen er monatelang unter starken Druck gestanden haben soll, um gegen sich selbst ein Geständnis abzulegen. Dieser Angehörige, der aus Sicherheitsgründen unbekannt sein will, sagte weiter: „Wegen des Urteils stehen Omid und seine Familie unter Schock; sie haben nicht damit gerechnet, dass Omid zu 10 Jahren Haft verurteilt wird. Er war über eine lange Zeit unter Druck gegen sich ein Geständnis abzulegen und wurde sogar mit Gewalt ins Gericht gebracht. Im Gericht und während der ganzen Verhandlung sagte Omid kein einziges Wort und das Gericht verurteilte ihn zu 10 Jahren Haft!“

Das 30 jährige iranische Genie, Omid Kokabi, ist ein Student des Postdoc der Atomphysik der Texas Universität, der am 30.01.2011, am Imam Khomeini Flughafen, während er das Land verlassen wollte, verhaftet wurde. Er war nach seiner Verhaftung über eine längere Zeit in Einzelhaft und seine Familie und sein Anwalt bekamen keine Möglichkeit ihn zu sehen. Er studierte an der Sharif Universität für Technologie, dann besuchte er für seinen Doktoranden die Universität Barcelona, anschließend um seinen Postdoc zu bekommen, wurde er von der Texas Universität eingeladen.

Omid Kokabis enger Bekannte sagte: „Omid sagte, nur noch der internationale Druck könne ihm helfen, ansonsten bleibt er 10 Jahre im Gefängnis, ohne etwas verbrochen zu haben. Wir hoffen, dass das Gerichtsurteil in einer Berufung revidiert wird, denn er ist kein Agent, sondern nur ein Student, der in den USA studierte und immer während seines Studiums nach Hause kam, um seine Familie und Freunde zu sehen“. Auf die Frage, welche Beweise nun das Gericht vorgelegt hat, um Omid als Agent zu entlarven, antwortete der Bekannte, dass sie (die Ermittler) keinen einzigen Beweis für ihre Anschuldigung haben und sie haben während des ganzen Verhörs und der Gerichtsverhandlung nichts vorgelegt, und haben nur im allgemeinen einiges gesagt, dass er ein Agent der USA und Israel sei, während Omid nur in einer „amerikanischen“ Universität studierte.

Während seiner Haft hat Omid Kokabi einen Brief an den Leiter der Justiz geschrieben und in seinem Brief beschrieb er die Art und Weise seiner ungesetzlichen Verhaftung bis zu seinem Verhör und das erzwungene Geständnis und wie er dabei unter massiven Druck gesetzt wurde. Omid schrieb bezüglich seiner Verhaftung: „Am Flughafen wurde ich mit der unglaublichen Anschuldigung „die Gefährdung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ verhaftet und habe für 36 Tage in Einzelhaft verbracht“.

Omid schrieb, dass aus seiner Sicht der ganze Ablauf der Verhaftung, Anschuldigung und des Verhörs illegal und verachtend sei und aus dem Grund sei das ganze Geständnis wert- und gegenstandlos. Omid Kokabi schrieb in diesem Brief: „Die Ermittler haben mich gezwungen immer wieder ein neues Geständnis zu schreiben, als sie alles Zeile für Zeile lasen und die Antworten nicht zufriedenstellend waren; sie drohten mir und schrien mich an und gaben mir immer wieder ein neues Blatt für ein neues Geständnis, wie sie es wollten; sie haben mich gezwungen das zu schreiben, was sie wollten und leider Gottes tat ich auch das, was sie von mir verlangten“.

Der Postdoc Student Omid Kokabi hat in diesem Brief weiter geschrieben: „Die Ermittler drohten meine Familie zu belästigen; an das Einzige, was ich dachte, war schneller aus dem Gefängnis rauszukommen und wieder mich meiner Familie anschließen zu können. Der erste Kontakt zu meiner Familie, nach all dem Verhör und psychischem Druck und den Drohungen, war erst 24 Tage nach meiner Haft und dieser dauerte auch weniger als 2 Minuten. Ich merkte schon, wenn ich jedes Mal das schreibe, was die Ermittler mir vorschrieben und diktierten, würde das Verhör schneller und mit wenigem Druck sein und die Drohungen und der psychische Druck würden nachlassen, deshalb schrieb ich ein Geständnis, was sie von mir verlangten“. Omid schrieb in diesem Brief an den Leiter der Justiz, dass die Ermittler ihm gesagt haben, sie würden gar keinen Beweis zeigen brauchen, denn Omid ist derjenige, der „sich selbst darum kümmern muss, und die Wahrheit sagen und seine Unschuld beweisen muss“. Der enge Angehörige von Omid Kokabi sagte auch, dass das Gericht auch gar keinen Beweis vorlegte, der zeigt, dass Omid ein Agent war.

15 Gedanken zu „Das Schicksal eines Genies der Atomphysik im islamischen Kalifat Iran: 10 Jahre Haft!

  1. Könnte es sein, dass dieser junge Mann nicht bereit ist für sie zu arbeiten, und einen wunderbaren Sündenbock abgiebt!?

    • Ich gehe sehr stark davon aus, dass die Mullahs ihn so sehr unter Druck stellen, damit er selbst mal sagt, Schluss, ich mache, was ihr wollt! Praktisch seine Willen brechen. Wer weiß? So ein Genie gibt es nicht jeden Tag!

  2. Ist bekannt, was er im einzelnen gestehen mußte, Kontaktaufnahme zu atomphysikalischen Geheimnisträgern oder so? Interessanter weise dürfte es die ja kaum geben, da der Iran ja ’nur friedlich‘ forscht und das sowieso vollständig offenlegt. Oder ist ein Physikstudet per se zu Millitärs affin? Wahrscheinlich ist das aber ebenso geheim, wie die Beweise unnötig sind. Wer denken kann und englisch spricht, ist doppelt verdächtig. Zumindest für die groben Unrechtsnaturen. Ich glaube, das Regime hat Angst.

    • Als der Witz des Tages lass ich den Link da sein 😆 Als ob diese Tüten selbst da wären und alles selbst gesehen und begutachtet hätten! Der Iran baut diese Atombombe, koste was es wolle, denn dadurch kann er wie Nordkorea die Welt erpressen, nur in Nordkorea finden Israel und die USA keinen Feind, weil China der Pate ist!

      • So: Er sagt so deutlich wie sonstwo kaum jemand, dass IM IAEO-Bericht und nach amerikanischer Geheimdiensteinschätzung (1:35 – 2:00) kein einziger Atomwaffen-Hinweis vorhand sei.

        Was ist mit dem Anreicherungsgrad von 20% ? (Zivil: unnötig)
        Was mit der Zugangsverweigerung für Parchin (Simulation von Atomsprengköpfen)?

        Einfach weggelassen: Vielleicht gerade noch OK.
        Aber dazugesagt, „es gibt sie nicht“: Ganz klare Falschaussage.

        Darf man das? Nein!
        Außer: Man spricht als Abgeordneter vor dem Bundestag. Da hat man Indemität. Das ist der Witz dabei!
        Vor unserem höchsten Haus darf man lügen wie gedruckt.
        Und das dann noch garnieren mit der Forderung nach Vertrauensbildenden Maßnahmen, gegenseitigem Verständnis und Entgegenkommen.
        Das ist noch eine Steigerung.

        Woanders macht man es anders. Bei Elsässer wird aus einer Atomsprengkopf-Simulation eine Computersimulation.
        Die Frage, warum eine Computersimulation denn an Parchin gebunden wäre, stellt er einfach nicht.

        Alle, die sich einseitig Informieren, gehen zu 100% auf den Leim!
        Im Bundestag wird die Gegenrede vermutlich deutlich genug ausgefallen sein, aber den Videoclip kann man ja problemlos vorher beenden.

        Tragisch finde ich: Das ganze ist schon solch eine Routine, dass die anderen Parlamentsteilnehmer es einfach regungslos über sich ergehen lassen.

        • Die Parlamentsteilnehmer denken bestimmt im Augenblick seines Schwachsinns an ihre Diäten und wie sie die nächste Wahl gewinnen können! Wer diese Politiker und Abgeordneten wählt, darf sich später nicht über sie beklagen oder fluchen, warum wir solche Situationen in Deutschland haben!

  3. Umgekehrtes Rechtssystem.
    Im Iran scheint laut „Leiter der Justiz“ der Angeklagte seine Unschuld beweisen zu müssen, während hier die Staatsanwaltschaft die Schuld des Täters zu beweisen hat. Nunja, was wollen wir von Staatsorganen halten, die, so glaube ich – die werten Blogbetreiber mögen mich berichtigen – bis in die untersten Stellen des Justizapparates mit Anhängern des Mullahregimes besetzt sind.

    Denn das Justizsystem ist ja der Scharia unterworfen. Und innerhalb dieses Systems scheint ja sogar die Folter erlaubt zu sein.

    Auch ich bin überzeugt, dass Iran die Atombombe baut. Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

    Dieser Mensch ist mal wieder ein Opfer dieses Regimes. Wieder ein Einzelschicksal, welches leiden muss aufgrund eines totalitären Gewaltregimes. Sie, die Blogbetreiber, haben diesem Opfer ein Gesicht gegeben. Wie soll internationaler Druck aufgebaut werden? Gibt es da Ideen?

    Ist dieser Fall den Menschenrechtsorganisationen wie AI bekannt? Nicht jeder schaut iranische Justizsendungen. Andere Regierungen werden sich da wieder einmal nicht einmischen. Hatte dieser bedauernswerte Mensch überhaupt einen unabhängigen Verteidiger, falls es diese Unabhängigkeit bei politischen Prozessen überhaupt gibt?

    • Werter Bazillus, die AI ist schon darüber informiert! An für sich wird die AI durch sehr viele Organisationen sofort informiert! Und das Rechtssystem in Iran heißt, schuldig, bis die Unschuld bewiesen wird, wie Du schon geschrieben hast. Dann zu den Richtern! Die Richter sind zu 90% entweder Mullah in Anzug oder in traditioneller Tracht! Und zu den Verteidigern! Erinnerst Du Dich an Sakine Mohammadi Aschtiani, die immer noch im Gefängnis sitzt und jeder Zeit gesteinigt werden kann? Ihr Anwalt musste auch am Ende selbst aus dem Iran flüchten! Was ist mit dem Antwalt von Pater Jucef Nadarkhani? Er sitzt selbst im Gefängnis, weil er seinen Mandant verteidigte! Und der Anwalt dieses Genies konnte ihn nicht mal für 2 Min. sehen! So läuft das Rechtssystem in Iran.

      Wie Du siehst, da passiert täglich soviel in Iran, sodass wir manchmal uns ärgern, welche Nachricht hat den Vorrang! Was könnte der Deutsche noch mehr über mein Land und die Situation da erfahren?

      • Werte Fartab Parse,
        die schlimmsten Ungerechtigkeiten aus einer bestehenden Vielzahl von Fallgeschichten ist eine äußerst unangenehme Aufgabe, da im Grunde ja jedes Einzelschicksal ans Herz geht.

        Nur zu deutlich haben Sie mir wieder in Erinnerung gerufen, wie weit das islamische scharianische Rechtssystem von jedem Rechtsystem, welches den allgemeinen Menschenrechten dient, entfernt ist. Wenn Anwälte schon inhaftiert werden oder flüchten müssen, ist dies kein Rechtssystem, sondern ein in Stein gemeißeltes permanentes Unrechtssystem, welches wir dem arroganten und im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen menschenrechtsverachtenden Ausgrenzungsrechtsgedanken des Islam zu verdanken haben.

        Ich will Sie nicht desillusionieren und bin froh, dass es Menschen wie Sie gibt: Ich schätze jedoch, den Deutschen, aber auch den Europäern, geht das alles rechts hinten vorbei. Wie ich schon mehrfach schrieb: solange die Menschen ihre Marmelade aufs Brot bekommen, ist für sie die Welt in Ordnung. Leider ficht das Unrecht, das Menschen in aller Welt widerfährt, sie nicht an. Sie wollen es verdrängen, sie wollen es nicht wahrhaben, sie wollen im Grunde nur ihre unselige Ruhe haben. Über den Tellerrand zu schauen ist mit dem Erkennen der Wahrheit verbunden und Wahrheit kann die heile, kleine, enge, eigene Welt doch so stören. Aber ich will sie nicht verteufeln. Sie leben in ihrer Illusion ihr Leben, welches jedoch leider in den Augen Gottes so vergeudet wurde. Mir hat mal ein bereits länger verstorbener Pastor in meiner Jugendzeit gesagt: „Vergib (im Sinne von „vergeude“) Deine Zeit (Lebenszeit war gemeint) nicht durch zu wenig Liebe“. Ich wusste damals nicht, was er damit meinte. Aber ich verstehe diese Worte immer mehr und immer besser.

        Es gibt doch Worte, die sich einprägen, selbst aus der Jugend. Bin selbstreflektierend erstaunt.

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