Irans Opposition braucht die Hilfe des Westens

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Kronprinz Reza Pahlavi sprach mit der B.Z. über die Zukunft Irans

Prinz Reza Pahlavi (51, verheiratet, drei Töchter), Sohn des letzten Schahs und von Kaiserin Farah Diba, war eigentlich gestern vom Menschenrechtsausschuss des Bundestages zur Lage im Iran eingeladen worden. Kurz vorher lud man ihn aber per E-Mail ohne Angabe von Gründen wieder aus.

Auf Nachfrage der B.Z. erklärte eine Sprecherin des Parlaments: „Das Gespräch wurde aus terminlichen Gründen abgesagt. Derzeit ist offen, ob es nachgeholt wird.“ [Redaktion Pârse & Pârse: Das Gespräch hat später stattgefunden]. Der Schah-Sohn lebt in Washington und Paris. B.Z.-Redakteur Hossein Yazdi sprach gestern am Spreeufer in Berlin mit ihm.

Wie empfinden Sie die Ausladung des Bundestages?

Reza Pahlavi: Das war für mich verwunderlich, der Ausschuss gab mir auch keinerlei Erklärung.

Wie schätzen Sie die Politik der Bundesregierung ein? Wirken die Sanktionen?

Reza Pahlavi: Nicht nur die deutsche, sondern die Politik des ganzen westlichen Lagers ist sehr einseitig. Sie konzentriert sich auf die Gefahr, die von Teherans atomarer Aufrüstung ausgeht und versucht, diese mit Sanktionen zu stoppen. Damit allein kann man das Regime aber nicht in die Knie zwingen. Wirkliche Veränderungen kann nur das Volk herbeiführen. Deshalb muss die internationale Gemeinschaft die iranische Opposition unterstützen. Irans Opposition braucht die Hilfe des Westens.

Gestern begann eine neue Runde von Atomgesprächen mit dem Iran. Bastelt der Iran an der Bombe?

Reza Pahlavi: Davon bin ich überzeugt. Wie wäre es sonst zu erklären, dass Teheran sein Atomprogramm nicht offenlegt und nicht nur Sanktionen in Kauf nimmt, sondern sogar die Drohung eines Militärschlages auf seine Anlagen?

Und warum reichert Teheran Uran immer höher an?

Reza Pahlavi: Der Grund für die atomare Aufrüstung ist: Teheran strebt die Herrschaft in der ganzen Region an. Iran kann sich mit konventionellen Waffen nicht gegen die Weltgemeinschaft stellen, deshalb will er die Atombombe. Es geht ihm nicht nur darum, Israel anzugreifen.

In Israel wird über einen Präventivschlag auf Irans Atomanlagen diskutiert. Was halten Sie davon?

Reza Pahlavi: Irans atomare Aufrüstung ist für Israel existenzgefährdend. Israel kann das nicht hinnehmen. Entweder muss das Regime in Teheran stürzen oder die Atompläne aufgeben. Israel selbst will keinen Krieg führen. Natürlich muss man alles daran setzen, einen Krieg zu verhindern. Andererseits kann die Welt auch nicht weiter ewigen Verhandlungen zusehen.

Sie leben in Washington. Wie sind Ihre Verbindungen zu Ihrer Heimat Iran?

Reza Pahlavi: Exzellent. Sie sind in der Opposition sehr aktiv …Wir wollen schnellstens die verschiedenen Oppositionsgruppen zusammenführen. Da gibt es Linke, Republikaner, Liberale, konstitutionelle Monarchisten und auch religiöse Gruppen. Ein Rat wird sich bilden. Unser Ziel sind freie Wahlen in Iran. Das Regime wird das nicht akzeptieren. Also muss es gestürzt werden. Und die Welt muss die Opposition stärker unterstützen. Das ist auf jeden Fall billiger als Krieg.

Glauben Sie an die Rückkehr der Monarchie?

Reza Pahlavi: Ich denke, dass eine moderne Monarchie innerhalb anderer Formen eine gute Sache für mein Land ist. Aber ich bestehe nicht darauf. Das müssen die Iraner selbst entscheiden. Für mich ist der Inhalt eines neuen Iran wichtig: Pluralismus, Demokratie, Menschenrechte und Trennung der Religion von der Politik.

Quelle: bz-berlin

23 Gedanken zu „Irans Opposition braucht die Hilfe des Westens

  1. wahrscheinlich ist mit den religiösen Gruppen die quietistische Schia gemeint:
    Diejenigen Gruppierungen die den Obersten Rechtsgelehrten nicht anerkennen.

  2. „Deshalb muss die internationale Gemeinschaft die iranische Opposition unterstützen. Irans Opposition braucht die Hilfe des Westens.“
    Ist es klar, was er damit meint?
    Allen?

  3. Da gibt es Linke, Republikaner, Liberale, konstitutionelle Monarchisten und auch religiöse Gruppen.

    Fragen wir uns doch mal ganz praktisch: Wieviel % der Bevölkerung können diese Kräfte einschließlich des Prinzen hinter denn sich scharen und vor allem gemeinsam bündeln? Die Info würde zeigen, wie stark die Opposition überhaupt werden könnte, falls der Westen „helfen“ würde, was ich jedoch nicht glaube. Wenn aber in einem solchen Land wie Iran diese oppositionellen Gruppen nicht einmal in der Lage sind, so etwas wie Einigkeit zustande zu bringen, weil sie Berührungsängste haben, sehe ich schwarz. Wenn gegenseitiger Argwohn die Oppostion daran hindert, jeden Strohhalm zu ergreifen, dann hat die Opposition im Grund keine Chance und die Mullahs können sich beruhigt in ihren Amtssesseln zurücklehnen. Welche Gruppierung sollte der Westen denn dann unterstützen? Und es müsste auch eine Gruppierung sein, deren Anhängerschaft gegenüber dem Regime zur Gewalt bereit wäre. Denn mit Geld und guten Worten werden die sich nicht aus dem Sattel heben lassen. Wie die Aufstände des Volkes brutal niedergeschlagen wurden, haben wir ja mehrere Male gesehen.
    Wie sollte die Hilfe des „WEstens“ konkret aussehen? Waffenlieferungen? Der Westen schafft es ja noch nicht einmal, realitätsnah über den Iran zu berichten.

    • Werter Bazillus,
      Sie fragten nun schon wiederholt nach Waffen, und ich glaube, dass Sie, wenn der Prinz nach Hilfe ruft, auch als erstes an ‚Waffen‘ denken.

      Bei dem von Ihnen beigesteuerten Link (http://koptisch.wordpress.com/2012/05/21/die-nacht-der-umkehr-zu-christus), von Kopten ohne Grenzen, sagen diese im Kommentar zum Maspero-Massaker: „Bekanntlich haben die Christen eigene Waffen: Gebet und Fasten!“

      Und wenn ich Sie richtig verstehe, dann zählen Sie wohl auch das Singen zu diesen ‚eigenen Waffen‘ (wogegen ich auch nichts habe).
      Später sagten Sie, dass der von mir erhoffte Gewaltverzicht ja von allen in der Gesellschaft, also auch von Ihnen, erhofft werde.

      Doch dann sehen Sie wieder die Größe des Problems, und fürchten, dass es ja nur mit Waffengewalt gehen werde.

      Nur all zu schnell wird da die FRAGE nach Waffen zu einem WUNSCH nach Waffen.
      Ich meine beobachtet zu haben, dass Sie hier dieses noch niemals als Wunsch ausgesprochen haben.
      Doch scheint es mir für Sie sehr naheliegend zu sein.

      Das erinnert mich sogar an Ahmadinedschad, der ja ’nur‘ sagte, das Israel (irgendwann) von der Landkarte verschwinden werde, aber nicht, dass er dieses veranlassen wolle. Zu nah am Feuer verbrennt man sich auch !!!

      Und wenn ich den Gedanken der den Christen eigenen Waffen noch einmal aufgreifen darf, dann sind die anderen, herkömmlichen Waffen: uneigene, uneigennützliche und eigentlich sogar insgesammt unnütze Werkzeuge.

      Im Film ‚The Green Wave‘ über den Sommer 2009 im Iran wurde gesagt, dass das Unrecht, das die Schergen taten, ihnen zum Grund wurde, weiterzumachen. Daran kann man schon sehen, wie schwierig es ist, aus so einer Spirale wieder heraus zu kommen. Wie schwierig es ist, nach einer gewaltvollen Rebellion zu einer friedlichen Gesellschaft zu gelangen. Und wie sehr man sich vor so etwas hüten sollte!

      Ich kann verstehen, wenn manch einer aus Mangel an sichtbaren Alternativen denkt, „vielleicht einmal zur Waffe greifen?“

      Wie viele Kriege wurden uns schon verkauft, mit den Worten „das geht ganz schnell“, ja sogar ‚Chirurgische Eingriffe‘ gab es schon mit Raketen?!?

      Wenn es uns an sichtbaren Alternativen mangelt, dann wissen wir als Christen ja noch von den Unsichtbaren!
      Das ist es gerade, dass Gottes Gedaken höher macht als die unsrigen!

      Daniel 2,21 sagt: „Er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand“

      Und sein Arm ist auch niemals zu kurz. Wenn es ihm gefällt, kann er auch einen 18-jährigen ‚Spinner‘ zum Werkzeug nehmen und ihn zum Kreml fliegen lassen. In dessen Folge konnte Gorbatschow rund 200 Hardliner des Regimes auswechseln.
      Doch das geschah sicher nicht alles sofort, wie von Menschen gewünscht.
      Rust wollte kein Spinner werden, sonder Held; und auch das Regime war sicher noch eine ganze Weile mit sich selbst beschäftigt. Vermutlich auch noch 1989, als schon Hoffnung in Friedensgebeten ostdeuscher Kirchen zu hören war!

      Hier begann ein Meinungsformungsprozess auf breiter Front. Ganz klar mit dem Wohle des Menschen zum Ziel, und ohne Zwang zu einem (für manchen vielleicht überalterten) Glaubensbekenntnis, aber mit einer stetig steigenden Sicherheit (zu wissen was man will). So etwas kann der Herr segnen!

      Jeder kleine Fortschritt kann auch bei einem anderen – so Gott will – Mut, Entschlossenheit oder auch nur eine Idee zum wachsen bringen.

      Wenn wir aber bewusst zweideutig reden, um uns für später diametral unterschiedliche Wege offen zu lassen (z. B. ob wir nun Hilfe als Waffen, oder in anderer Form wollen), dann schwächen wir uns selbst.
      Wie wollen wir Vertrauen gewinnen, wenn wir nicht sagen, zu welchem Weg?
      Wie soll der Himmel verstehen, was wir denn eigentlich wollen?

      Der Himmel weiß, dass (Matthäus 12.25)“jegliches Haus, so es mit sich selbst uneins wird, nicht bestehen kann.“
      Diesem Gedanken folgend, sagte ich: Gewaltverzicht sei für uns (als Friedensboten) nicht mehr als der Verzicht der sofortigen (logischen) Selbstaufgabe.
      Auf jeden Fall wäre dieses Wort hinten groß geschrieben schöner. Also, wenn Verzicht geübt würde, anstatt nur auf das Ausbleiben von Gewalt zu hoffen.

      Der Prinz hat gesagt: Hilfe ist billiger als Krieg und (letztens): Hilfe sind keine Bomben. Ich kann mir bei ihm konsequente Friedensliebe in einem solchen Sinne durchaus vorstellen und bei Axel-Springer-Blättern (B. Z.) auch, dass sie gerne weglassen, was ihnen nicht passt. Aber wie gesagt, das sind bis jetzt ja leider nur ‚Vorstellungen‘.

      Was bleibt, ist die Suche nach Ideen: WIE denn dem Land geholfen werden kann.
      Vielleicht wäre es schon eine Hilfe, wenn Iran nicht so viele Drogenkuriere aus Afganistan aufgreifen müsste. Ein regelmäßig großer Anteil der Hinrichtungen. Dort haben wir uns doch schon teuer Einfluss erkauft!

      • Werter Jockel, Dein Kommentar hat mir sehr gut gefallen und ich bin dabei ein anderes Interview des Kronprinzen zu übersetzen, indem viele Gemeinsamkeiten gibt zwischen Deinem Kommentar und seinen Antworten.

      • Werter Jockel,
        wir haben es mit einem Regime zu tun, welches wie in Ägypten, in Syrien (wobei ich da jedenfalls auch die Rebellen in die gleiche Verantwortung nehme) mit Panzern in die Menge fährt und auch schießt, wenn sich sogar friedliche Demonstrationen auf dem Tahiriplatz in Kairo oder eben in Teheran bilden.

        Ich traue dem Gebet sehr viel zu, vor allem im persönlichen Bereich. Leider nimmt das Gebet und die Zuwendung hin zu Gott in Europa stetig ab.

        Hier haben wir es jedoch mit einem religiös-politischen Problem zu tun: Ich frage mich bei diesem Problem und da müssen wir bei allem christlichen Opferdenken zur Kernfrage vorstoßen: Würde das iranische Volk in Notwehr handeln, wenn es mit Waffengewalt gegen das Regime vorginge oder nicht? Wenn es den Menschen im Iran unter dem Regime noch so gut geht, dass objektiv nicht von Unterdrückung und damit von Notwehr gesprochen werden darf, hat sich das Problem erledigt. Kein Wort mehr über Waffen.

        Wer aus der Unterdrückung heraus will, falls es sie im Iran gibt und es gibt sie nach den Artikeln der Blogbetreiber, muss tätig werden, und zwar einheitlich tätig werden. Daran mangelt es bereits wohl in der Opposition. Wird das iranische Volk nichts unternehmen, bleiben die Zustände wie sie sind oder verschlimmern sich noch mit Zunahme der Bevölkerung. Wird das iranische Volk viele Menschen auf die Straßen bringen, die jedoch ohne Waffen kalt kalkulierbare Opfer des Regimes sein werden, weil das Regime tödlich handeln wird. Selbstverständlich hoffe ich immer auf innovative neue und friedliche Wege, die es ermöglichen, das Regime freiwillig zur Aufgabe zu bewegen. Glauben Sie praktisch jedoch wirklich daran?

        Diese Regimes in muslimischen Ländern brechen nicht so schnell zusammen wie z. B. das atheistische System Russlands. Sie finden Halt in ihrer Religion, die ja der Motor ist für dieses unselige Treiben dieser Menschen in Machtpositionen. Und Sie wissen, werter Jockel, dass Hass, welcher ja strategische Glaubensbedeutung im Islam hat, eine große ungeistige Macht hat. Und religiöse Beweggründe können sehr stark sein und sich leicht ins Irrationale steigern. Sie sehen sich als Vollstrecker ihres Gottes, der ihnen diese Machtposition durch den Unsympathen Khomeini verschafft hat.

        Hinzu kommt: Der Westen ist einer der unzuverlässigsten Partner überhaupt. Der sieht nur sein eigenes Wohlleben. Leider ist der Edelkapitalismus und das Geld zum Gott und somit zum alles entscheidenden Faktor – zu einer Religion des Westens – mutiert. Die soziale Marktwirtschaft des Maßhaltens sowohl nach oben (unchristliche Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf Verluste) als auch nach unten ( Überdehnung der sozialen Hängematte) ist zugunsten von Geldbeschaffungsblasen in Form von Spekulationen zum reinen Machtstreben nach Geld verkommen. Die Arbeit zählt nicht mehr als Kultur- und Wirtschaftsfaktor und -gut, sondern nur noch Gewinne der Unternehmen für die geldfixierten Aktionäre. Darum auch das Aufblähen der Arbeitsstellen im Niedriglohnbereich. Ein Partner mit einer solchen Geisteshaltung ist ein schlechter und leider unzuverlässiger Partner. Darauf sollten sich die Opposition und der Prinz nicht verlassen. Sein Vater könnte ein trauriges Lied davon singen.

        Der Wunsch nach Waffen ist bei mir nicht vorhanden. Und er mutiert auch nicht zum Wunsch, wenn der christliche Glaube in Verbindung mit Vernunft in Form der goldenen Regel geistig eingeschweißt ist. Das ist bei mir der Fall.

        Nur sieht die Realität leider anders, weil komplizierter im Iran aus.

        Im Iran sehe ich letztlich drei große Faktoren:

        1. Das Mullahregime, welches nach eigenem Machtstreben im Auftrag des Gottes des Islam wirkt, und zwar größtenteils gegen das Volk
        2. Das Volk, welches leider in der Opposition uneins ist und Uneinigkeit macht schwach.
        3. Der Islam, der sowohl im Mullahregime als Betonbestandteil die Begründung der irdischen Macht im Auftrag ihres Gottes für alle Zeiten festschreibt als auch sich in einem Großteil der iranischen Bevölkerung als religiöse Geisteshaltung eingenistet hat.

        Hier beginnt das Paradoxon: Die Regierung glaubt sich in religiösem Wahn als Religionsdiktator profilieren zu können und die Bevölkerung kann zwar nicht das Regime verstehen und ist vielleicht mehrheitlich gegen das Regime, wird aber letztlich auch durch die Religion Islam in seiner Abwehrhaltung gegen diese Regierung geschwächt. Es kommt somit darauf an, dass sich das islamische Volk seiner Wurzeln besinnt und sich von dort die geistige Kraft holt, gegen dieses falschreligiöse Regime anzutreten. Da der Islam jedoch seit Jahrhunderten in den Köpfen der Menschen herumspukt und die Menschen halt doch islamischer geprägt sind, als die werten Blogbetreiber dies vielleicht wahrhaben wollen, wird die Abwehrstrategie immer schwieriger werden. Wie soll das Zurückgreifen auf zoroastrische Wurzeln geschehen? Die Blogbetreiber wissen, wie schwer das ist. Es fällt ja auf, dass in andern islamischen Ländern der „pseudoarabische Frühling“ die Dikatoren gestürzt hat. Aber in Saudi Arabien und Iran sind solche Unruhen zumindest zurzeit nicht feststellbar, wenn nicht jetzt, wann dann?

        Als der Schah gestürzt wurde, bestanden die Gegner des Schahs aus zwei großen Blöcken a) die Linken, eher säkularen Menschen und b) die Islamreligiösen Anhänger des im französischen Exil lebenden Khomeini. Das war eine Übermacht im Lande, gegen die der Schah nichts ausrichten konnte. Darüberhinaus wurde er vom Westen fschamlos allengelassen.
        Der Faktor „Islam“ zwischen dem Mullahregime und der Bevölkerung ist vielleicht doch als geistiges Schmiermittel stärker als erwartet, so dass der Aufstand durch das Volk erst gar nicht zustande kommen kann oder nur schwerlich in Gang kommen kann. Die Linke ist für mich natürlich eine unbekannte Größe. Ich glaube aber nicht, dass sie allein den Ritt gegen das Regime erfolgreich durchziehen kann.

        Hinzu kommt natürlich, dass das Regime die empfindlichen Stellen, die wichtigen Schaltstellen wie Behörden u. a. mit eigenen islamistisch denkenden Leuten besetzt hält, so dass wie hier für die 68er kein Gang durch die Institutionen möglich ist, die zu einer inneren Aushöhlung des Systems führen könnte wie hier in Deutschland prächtig zu beobachten war und ist. Dieser Weg, der ja auch ein friedlicher ist, ist dem iranischen Volk versperrt.

        So sehe ich die Faktenlage im Iran. Vielleicht liege ich da falsch, die werten Blogbetreiber mögen mich gern berichtigen. Aber die religiöse Übereinkunft zwischen Regime und einem Großteil der religiösen Bevölkerung ist m. E. zu groß, um das Gros des Volkes in eine erfolgreiche Opposition hineinziehen zu können.

        Für mich persönlich stellt sich die Frage nach Waffen insofern nicht wirklich.

        Aber vom Grundsätzlichen her bleibt die Eingangsfrage der Notwehr. Berechtigt Unterdrückung des Volkes Notwehr mit Waffengewalt oder nicht? Wenn es Notwehr ist, ist sie auch im Christentum erlaubt. Ob sie die erste und beste, insbesonder christlichste Wahl ist, ist natürlich die berechtigte 2. Frage. Aber die gefühlte und insbesonder die erlebte Realität und der urchristliche Glauben können da durchaus für den Einzelnen in einen echten Gewissenskonflikt führen.

        Wir haben es im Iran mit wenigen Christen zu tun. Das mehrheitlich islamische geprägte Volk denkt möglicherweise anders als Christen in dieser Situation. Christen in Minderheitssituation in islamischen Ländern passen sich an, ja auch in kommunistischen Ländern. Sie machen keinen Aufstand und holen als unterdrückte Minderheit nicht zum „Militärschlag“ aus und leben ihr Leben weiter unter ungünstigen Bedingungen. Sie versuchen immer diplomatisch ohne Waffen mit den Waffen des Christentums vorzugehen und gehen den Weg des geringsten Widerstandes, was bleibt ihnen auch anderes übrig bei der Lehre Jesu. Ob sie das weitergebracht hat, wage ich zu bezweifeln. Denn die Anzahl der Christen z. B. im Nahen Osten nimmt permanent ab. Betlehem, die Geburtsstadt Jesu ist bald christenfrei. Libanon, Irak, jetzt Syrien, Palästinensergebiete und jetzt las ich im Blog Kopten ohne Grenzen, dass viele junge Kopten ebenfalls abwandern wollen. Damit will ich nicht sagen, dass Christen sich jetzt Pistolen und Waffen aller Art besorgen sollen. Aber die permanente Opferrolle, in der sich die Christen in diesen Ländern befinden, wird das Christentum schwächen, weil viele nicht mehr bereit sind und auch sich nicht mehr in der Lage fühlen, sich als Opfer herzugeben, was ich nur gut verstehen kann, auch wenn Jesus Verfolgungen um seinetwillen prophezeit und letztlich gutheißt.

        Eine islamisch geprägte Bevölkerung ist da vielleicht lockerer im Umgang mit dieser Frage, aber eben nicht gegen eine islamische Regierung. Mullahs haben eine große Suggestivmacht, die nicht zu unterschätzen ist. Die Höllenandrohung für die Bevölkerung würde neben brutaler Waffenniederschlagung nicht lange auf sich warten lassen, wenn die eigene Bevölkerung den Aufstand betreiben würde und das zieht und funktioniert.

        Werter Jockel, ich habe leider den sich verstärkenden Eindruck, als ob die Welt (ich spreche hier nicht vom Iran isoliert) immer mehr aus den Fugen gerät. Das Hauptproblem sehe ich in der Überbevölkerung vorwiegend in islamischen LÄndern. Leider sehe ich da einen allgemeinen Geburtenjihad nicht nur auf uns zukommen. Die Zerreißentwicklungen hat auch jedes islamische Land zu tragen wie sich bereits jetzt in den islamischen Ländern andeutet mit dem zum eiskalten Winter erstarrten „arabischen Frühling“. Die Unruhen lassen da nicht lange auf sich warten. Die „wilden“ vielfach nicht gebildeten jungen Männer sind ein zunehmendes Problem, welches sich möglicherweise in Kriegen ihr Ventil suchen wird. Schauen wir uns an, wie hoch jedes insbesondere islamische Land aber auch andere LÄnder wie Indien usw. überbevölkert sind. Schauen wir uns die Zahlen von 1970 und heute an. Wir werden uns wundern. Das kann nicht lange gutgehen, denn die Armut und Bildungslosigkeit nimmt drastisch zu und nicht ab. Es ist vielfach schwerer ein Volk zu lenken in den Größenordnungen von heute als noch in den 70ern. Die Ressourcen Wasser und Nahrung (Meerüberfischung) nehmen mit Zunahme der Bevölkerung stetig ab. Irgendwann ist die Erde am Ende, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Das wird nicht ohne Waffengänge abgehen, weil islamische Staaten zusätzlich noch vom Geburten-Jihad und infolgedessen von Machtübernahme träumen, wenn es schon längst Kriege um Wasser, Land und Nahrung geben wird.

        Da werden Fragen von Christen nach Waffen das kleinste Problem sein. Selbstverständlich ist es im jesuanisch-christlichen Sinne immer christlich, ohne Waffen mit dem Gegenüber im Gespräch zu bleiben und Problem lösen zu wollen. Der Gesprächspartner muss aber auch guten Willen zeigen. Da sehe ich bei zunehmender Radikalisierung, hervorgerufen durch den Islam, der mit Überbevölkerung, infolgedessen vermehrter Armut und gesteigerten Sozialproblemen von Bildungslosigkeit, keine angemessenen Antworten geben kann als den heiligen Krieg als Ablenkung von den hausgemachten Problemen auszurufen, wenn er sich dem Westen in seiner mancherorts suidizialen Greisengesellschaft sogar zu Recht überlegen fühlt, große Schwierigkeiten auf uns zukommen. Hinzu kommt die irrationale Opferrolleneinstellung und das Beleidigtseinsyndrom der islamischen Führer, die diese Stilmittel perfekt beherrschen und dieses als zusätzlichen Grund ansehen, in dieser unseligen Jihad-Weise tätig zu werden, um ja keine selbstkritische Einsicht erkennen zu müssen. Das ist das größte geistige Problem.

        Das ist Realität im Denken von islamischen Führern.

        Und wie sieht es hier aus? Selbst gut ausgebildete junge Menschen bekommen in Europa keinen Job mehr. Stichwort: Verlorene Generation.

        Ich bin nicht nur Christ, sondern auch Realist. Ich selbst werde mir keine Waffen anschaffen. Vielleicht ist auch mein Glaube zu schwach, das will und kann ich nicht in Abrede stellen. Aber es wird von Tag zu Tag schwieriger, Probleme der Überbevölkerung gewaltfrei in den Griff zu bekommen, sei es in den die Überbevölkerung produzierenden Ländern, sei es in den Ländern der Aufnahmegesellschaften.

        Nun wird im ehemals christlichen Europa kaum noch gebetet. Ich glaube fest daran, dass Gott uns helfen würde, wenn wir auf Dauer ausgerichtete Massengebete als Christen intensiv sprechen würden. Aber das war einmal. Man wendet sich hier zunehmend von Gott ab, verzettelt sich auch unter Christen in mehr oder weniger begründete Meinungsverschienheiten, die die Christenheit ebenfalls schwächt, betet entweder den falschen Gott (Islam) an,der Gewalt legitimiert und damit bei der zunehmend schicksalhaften natürlichen Konstellation mehr als gefährlich ist und riskiert damit eine Gewaltspirale, ob wir wollen oder nicht.

        Ich will diese unter allen Umständen zwar nicht, werde es möglicherweise aber noch erleben. Da bin ich ein wenig pessimistisch auch ohne die Apokalypse des Johannes gelesen zu haben.

        Fazit: Überall wo es geht, ist selbstverständlich auf Waffen zu verzichten. Die Frage bleibt jedoch: Kann dies unter allen denkbaren Umständen einzuhalten sein?

        • Werter Bazillus,

          Wenn ich einen höflichen Umgangston mag, dann verfasse ich kein Lexikon der Kraftausdrücke.
          Wenn ich Spinnen und Schlangen nicht mag, dann bette ich meinen Schlafplatz nicht im Terrarium.
          Wenn ich ein ‚gebranntes Kind‘ bin, dann mach ich keine Survival-Tour in akutem Waldbrandgebiet.
          Und wenn ich Gewalt verabscheue, dann referiere ich nicht über ‚gerechten Krieg‘ und ‚Präventivschlagrecht‘.

          aus http://de.wikipedia.org/wiki/Gerechter_Krieg :
          „Der Begriff entstand in der griechisch-römischen Antike und wurde seit der Konstantinischen Wende (313) in der christlichen Theologie zu einer detaillierten Theorie entfaltet.“

          Man beachte allein den Umfang bei Wikipedia!
          Wie viele sich darüber zu äußern wussten!
          War da der Wunsch der Vater der Gedanken?
          Darf man selbst mehr, als alle anderen?
          Zumindest lag allen diesen Schreibern der Krieg doch auch nahe.
          Wer schreibt denn schon zu dem, was er erdulden muss „das ist gerecht“?
          In dieser Literatur ist immer nur ‚gerecht‘, was man dem anderen antun darf!
          Doch wie viele dieser Schreiber können nicht zur Weisheit gelangen, denn die Bibel sagt es ganz kurz (Pred. 9,18): „Weisheit ist besser als Kriegswaffen.“

          Sie, werter Bazillus, gelangen nun von einer objektiv feststellbaren Unterdrückung über den Begriff der Notwehr zur möglicherweise gegebenen Rechtfertigung eines Waffengebrauchs, dies ist für Sie eine Kernfrage.

          Nein, Sie wünschen sich keine Waffen, aber Sie erklären, es könnte gerecht sein!
          Sie sehen, wie die Lage ist, und schreiben allen, die Ihre Texte lesen: Ein Waffengang könnte gerechtfertigt sein!
          Darunter sind Menschen – viel näher am Schmerz, als Sie und als ich!
          Wie fein von Ihnen, dass SIE diesen Wunsch nicht pflegen!
          Wieviel eher kommt so ein Wunsch doch bei denen, die so viel näher dran sind?
          Dann können Sie immer noch sagen: Ich? – Nein, ich hab das nicht gewollt.

          Pilatus wusch seine Hände in Unschuld. Auch er war aus seiner Sicht ja nicht selbst verantwortlich. Nein, nein, DAS VOLK hat ja geschrien!

          Ich wollte Ihren Glauben stärken, und Ihnen zeigen, worin man Gottes Wirken erkennen könnte.
          Ich sagte Ihnen: Es gibt noch mehr, als das, was man sieht (an Alternativen)!
          Und Sie antworten: Ja, aber hier ist es anders, denn: Ich sehe ja so viel (und das ist noch viel schlimmer).
          Muss ich mich jetzt wiederholen?
          Ich will Sie wiederholen: Sie sagten selbst: Gott kann auch heute noch Wunder tun.
          Sie sagten, dass er auch physikalischen Gesetzte außer Kraft setzen kann.
          Was ist das anderes, als zu sagen: Es gibt noch mehr, als das was man sieht?
          Wenn Sie schon mir nicht glauben, dann glauben Sie doch sich selbst!

          „Alles christliche Opferdenken“ ist für Sie geringer, als diese, Ihre Kernfrage.
          Es mag Sie ehren, wenn Sie den Iranern nah sein wollen. Aber näher als Christus?
          Christus sagte nicht: „Haltet die andere Wange hin, aber nur, solange ihr es aushaltet“
          Er sagte nicht: „Seid nett, bis es zu arg wird! Und wenn Panzer in die Menschen fahren, oder wenn es sonstwie anders offensichtlich ist – dann reagiert auch anders!“
          Er sprach nicht von dosierter Hingabe und auch nicht von begrenzter Liebe.
          Und er tat auch, was er sagte, und zwar bis zum Ende.
          Und gerade und nur damit hat er den Sieg errungen – und nicht ein Christentum geschwächt.

          Nun sind wir alle Menschen und sehen ersteinmal nur genau das, was vor Augen ist.
          So hat uns Gott gemacht. Ein jeder geht mit seiner Perspektive über Gottes Welt und soll mit seinen Augen seinen Weg und seinen Nächsten erkennen.
          Gott wollte nicht, dass wir alle Seher sind, sonst hätte er uns alle als Seher erschaffen.
          Dann wäre der Lauf der Welt – philosophisch gesehen – vielleicht sogar genau wieder der selbe, nur eben eine Ebene höher.

          Nun sehen auch Sie ersteinmal nur genau das, was vor Augen ist, und fragen mich:
          „Glauben Sie praktisch jedoch wirklich daran?“

          Jetzt scheint es, als sei ich in der angenehm komfortablen Position des Glaubensstärkeren.
          Denkste! – Erstens geht es nicht darum und zweitens stimmt es auch nicht.

          Auch ich schaute mich schon nach Waffen um.
          Es war vor ungefähr zehn Jahren, da gingen die Kampfhunde-Attaken durch unsere Medien.
          Zu dieser Zeit sah ich auch große Hunde und kleine Kinder in meiner Gegend, und bei den Gedanken, die mir kamen, war mir gar nicht mehr wohl.
          Dann stand eine Mistgabel in meinem Keller.
          Wie viele Parallelen zu den literarisch erschlossenen Aspekten der Gerechtigkeit waren in mir?
          Aber nur ein einziger ist für mich wichtig:
          Das Gebet, die Mistgabel niemals benutzen zu müssen. Es wurde (bisher) erhört!

          Gott verurteilt niemanden für seine Endlichkeit.
          Und wenn ich schreibe ‚Verzichtet auf Gewalt‘, während ich selber im Trockenen sitze, dann brauche ich mir darauf bestimmt nichts einzubilden. Auch mein Glauben hat seine Grenzen.

          Ich denke, bei beiden Wegen – und die Wahl ist auch für mich sehr wichtige Frage – muss man glauben:
          Beim bewaffneten Kampf muss man erst mal glauben, dass man es schafft.
          Am nächsten dabei liegt die Gewissheit, dass es schon mal nicht genauso weiter geht.
          Doch noch bevor die erste Kugel ihr Opfer trifft, wird schon der Schütze zum Täter.
          Die Welt wird also auf gar keinen Fall ausschließlich besser.
          Der Glaube an den Sieg stützt sich oft auf Verbündete.
          Wie dünn dieses Brett ist, schrieben Sie selbst.
          Ich denke, es ist Kalkül der Geheimdienststrategen, in den Ölländern möglichst lange und möglichst viele Menschen unterdrückt zu halten, damit man an diesen vorbei zu billigem Öl kommt.
          Ob diese Menschen religiös unterdrückt sind, sie sich gegenseitig bekriegen, oder sie von Schlafmohn darnieder gehalten werden, ist ihnen herzlich egal. Wir Demokraten sollten uns fragen, warum wir diese nicht sehr demokratische Hinterzimmer-Willensbildung überhaupt dulden!
          An Einigkeit muss geglaubt werden. Sie beklagen selbst die Uneinigkeit der Opposition, aber mahnen zur Eile und fragen: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
          Sie wünschen nicht die Waffen und mahnen zur Eile?
          Sie argumentieren strategisch und favorisieren diesen, selbst als ungünstig erkannten Zeitpunkt („jetzt“)?
          Und dann muss man auch noch glauben, dass man am Ende ‚die Kurve‘ wieder kriegt. Dass aus den Rebellen wieder friedliebende Menschen werden.

          Auch mit den geistlichen Waffen ist man zum glauben gezwungen.
          Hier ist der Name schon Programm.
          Und das kann – besonders gefühlt – auch ganz schön lange dauern.

          Sie erkennen schließlich selbst, dass Sie an einen erfolgreichen Waffengang nicht glauben mögen.
          Sie kommen zurück zum völkerrechtlichen Aspekt.
          Und schauen Sie mal, wie lang allein der ‚Überblicksartikel‘ bei Wiki ist.
          Wie sich die Auffassungen gewandelt haben (wohlgemerkt: die menschlichen)
          Am Ende ist so vieles überholt, und kaum mehr das Papier noch wert!
          Wieder mal: ‚Verflixt langsam‘ zum Gemäßigten, aber wenns begrenzend wirken könnte: Doch schnell ignoriert!
          Was nutzt uns das Völkerrecht, wenn es nicht eingehalten wird?
          Nahezu jeder Krimi betont die Akuratheit der Beweisführung und hält die Illusion sehr hoch: In was für guter Ordnung leben wir doch!
          In der Praxis schießen Drohnen auf Verdächtige, ohne jede Anklage, je schweige denn Beweis oder gar Prozess!
          Sollen wir nun die ganzen Völkerrechtsaspekte miteinander diskutieren?

          So kompliziert will ich es gar nicht haben. Ich versuche es lieber einfach: Nah an dem, was Jesus sagte. Wenn Sie die Bibel studieren, werden Sie feststellen, dass es ein ‚christlich, christlicher, am christlichsten‘ überhaupt nicht gibt. Das ist wie beim schwanger sein: Entweder – Oder!

          Nun feue ich mich, dass Sie nach einem kleinen Ausflug zu Zukunftsszenarien – wo ich sehr viele Ihrer Meinungen teile – sich doch noch einmal deutlich gegen einen Waffengang aussprechen.

          Nur ganz so weit wie ‚Notwehr‘ oder ‚gerecht‘ mag ich nicht gehen. ‚Verstehbar‘ wäre das äußerste.

          Und deshalb möchte ich Sie und mich und uns alle noch einmal ermutigen, mit Bezug auf Ihren inzwischen von mir gelesenen Kommentare 4512:

          Ja, lassen Sie uns es von ganzem Herzen hoffen!
          Lassen Sie es uns ungeteilter Herzenswunsch sein!
          Möge Gott uns alle bewahren, vor Äußerungen die andere falsch verstehen!
          Und möge Gott uns leiten, dass wir nicht zweifeln müssen!

  4. Nachtragsfrage. Und wie würde bei Hilfe des Westens Russland reagieren, welches ja überall auf der Welt Terroristen waffentechnisch unterstützt (nicht nur derWesten)..

    • Werter Bazillus, die Fragen sind sehr gut und die Antwort kann ich Dir bei einem Artikel geben, der das Interview des DW-Radios (persische Sprache) mit dem Kronprinzen nach diesem Interview von B.Z. ist und da wird es noch klarer und genauer beschrieben, was diese Hilfe sein soll und wie es geleistet werden kann. Denn viele, darunter auch Du, denken, dass nur mit Waffengewalt von innen die Mullahs abgeschafft werden! Es muss nicht unbedingt mit Waffengewalt sein! Erinnerst Du Dich an den rumänischen Diktatur? Manchmal erreicht man einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt und die Sicherheitskräften und Basijis und Revolutionsgarde (nicht die Köpfe) alle schon diesen Punkt erreicht haben, wo sie nur darauf warten, bis das Volk sich erhebt und sie werden auch sofort zum Volk überlaufen! Denn die Rache des Volkes ist nicht zu bändigen, wenn diesmal wieder auf der offenen Straße unschuldigen Menschen getötet werden.

      Die Russen waren immer verhasst und es gibt keine Sympathie für Russen in meinem Land, dafür aber eine Menge für „den Westen“ und je mehr die Beliebtheit des Westen bei dem iranischen Volk, desto fester klammern sich die Mullahs an Russen! Die Russen können nichts erreichen und offen die Mullahs unterstützen (auch bei einem evtl. Krieg), denn es gibt genug ethnischen Gruppen und Muslimen, die für Unruhe in Russland sorgen können. Der Westen kann diese Gruppierungen wohl unterstützen und plötzlich wird überall in Russland flächendeckend für irgendwelche Probleme gesorgt.

      Wie gesagt, ich übersetze gleich das Interview von DW mit dem Kronprinzen, denn es ist nur in Persisch.

      • Allerdings spielte die Religion bei Herrn Ceaucescu keine Rolle. Er vertrat meines Wissens ein atheistisches Regime. Diese Rolle von Religionen, insbesondere die des Islam, der sich nicht scheut Gewalt anzuwenden und Hass als ungeistiges Stilmittel zu verwenden, ist m. E. nicht zu unterschätzen. Insbesondere nicht das so verfochtene Prinzip der Unterwerfung, welches vom einfachen Gläubigen gern angenommen wird. Bitte wo in islamischen Ländern ist eine islamische Diktatur gestürzt worden und von einer säkularen Regierung übernommen worden? Können Sie sich an einen solchen Fall erinnern? Putsche hat es immer mal gegeben, aber die Regierungen wurden dann durch andere islamische Regierungen ersetzt.

        Die atheistischen Regimes haben einen großen Nachteil. Sie erziehen Menschen gottlos und machen sich selbst zum Maß aller Dinge. Da werden sich die gottlos erzogenen Menschen fragen, wenn sie unterdrückt werden, warum sollen sie einem solchen Diktator folgen, wo sie doch genauso viel wert sind als er. Sie können genauso gut das Maß aller Dinge sein. Die geistige Ausgangslage ist schon eine andere, wenn die Menschen gegen ihresgleichen vorgehen als im Iran gegen Männer Allahs. Wie gesagt, es kommt darauf an, wie viel Einfluss der Islam beim Gros der Bevölkerung hat.

        • Werter Bazillus, es spielt keine Rolle, ob ein Volk von einer irdischen Ideologie versklavt und unterdrückt wird oder einer himmlischen, wir haben schon hier darüber berichtet:
          https://parseundparse.wordpress.com/2012/04/18/die-zwei-phasen-einer-ideologie/

          Du schreibst: „Bitte wo in islamischen Ländern ist eine islamische Diktatur gestürzt worden und von einer säkularen Regierung übernommen worden?“

          Und ich sage, dass es immer ein erstes Mal gibt! Wer hat damit gerechnet, dass wir Iraner selbst dazu beitragen und vor 33 Jahren eine islamische Diktatur über uns erschaffen? Es wird immer ein erstes Mal geben und die Iraner können es und haben das Zeug dazu, egal ob es friedlich oder mit Waffen voran geht, denn wir kämpfen seit 1400 Jahren gegen den Islam und wie so schön mein Kollege immer sagt, wir sind immer schlechte Muslim gewesen! Aber solche Prozessen kann man in den arabischen Ländern nicht sehen und bei denen, egal von welcher Seite die Rede ist, gibt es immer Gewalt, weil sie ihre Geschichte damit schrieben! Die Ägypter sind Ausnahme, denn sie habe auch eine Geschichte und Kultur minus Islam und ihre Gewalt aufzuweisen.

          Aller spätestens, wenn das iranische Volk sich befreit hat, kannst Du sogar, mein werter Bazillus, mit eigenen Augen sehen, wie das Volk bei seinem Aufstand keine Waffe brauchte.

  5. Meine größte Hoffnung in Bezug auf den Islam, die ich sehe, ist die mögliche Durchsetzung der Erkenntnisse die die religionshistorlische Wissenschaft, wie sie hier

    http://www.zukunftskinder.org/?page_id=23264

    unter dem Stichwort „Islam“ gut prägnant zusammengefasst ist, leistet.

    Nur die Zeit drängt. Die Probleme werden nicht kleiner. Ob sie sich durchsetzen kann, ist allerdings mehr als fraglich. Wenn sie sich überhaupt durchsetzen kann, dann in Europa. Ob die Strahlkraft jedoch auf die vier islamischen Rechtsschulen übergreifen wird, die ja nicht gern den Ast, auf dem sie sitzen, absägen, wage ich dennoch zu bezweifeln.

  6. Pingback: Iran visto desde otra faceta: Entrevista al príncipe heredero Reza Pahlevi « NUEVA EUROPA- Nueva Eurabia

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