IDF Chef prangert israelische Regierungsvertreter an, öffentliche Erklärungen über den Iran seien haltlos

Der Artikel wurde ins Russische übersetzt

Jerusalem – Im Gespräch mit der Knesset, sagte Benny Gantz, Konflikte in Syrien führen zu mehr Aktivitäten an der israelisch-syrischen Grenze, und wird zum Ausbau des Verteidigungsetats führen. Der israelische IDF Chef Benny Gantz kritisierte ehemalige israelische Beamte am Dienstag für die vorveröffentlichten Fragen zum Iran.


„Es hat viel Gerede über den Iran im öffentlichen Diskurs gegeben,“ sagte Gantz während einer Knessetsitzung des außenpolitischen und verteidigungspolitischen Komitees. „Gequatsche voller Übertreibungen. Operativ ist es unmöglich zu wissen, auf was sie zielen, oder wo sie planen. Nur sehr wenige Menschen wissen überhaupt, was möglich ist, und was unmöglich ist. Viele Menschen rühmen sich ihrer Kenntnisse aber nur wenige wissen wirklich etwas. „

Gantz fügte hinzu, dass Debatten über den Iran nur in den entsprechenden Ressorts stattfinden sollten. „Es gibt Menschen, die mit dem Wissen von früher arbeiten, aber nicht mehr,“  gab Gantz an. „Die einzigen, die über einen Baustopp eines Kernreaktors entscheiden können, sind die Iraner selbst. Iran hat sich angestrengt, und strebt immer noch nach einem militärischen Atomreaktor. Iran hat noch nicht entschieden diese Grenze zu überschreiten, wegen der strategischen Überlegungen „

Gantz betonte, dass die Isolation innerhalb der internationalen Gemeinschaft, Wirtschaftssanktionen, und glaubwürdige militärische Bedrohungen den Iranern deutlich gemacht haben, dass jetzt nicht der Zeitpunkt ist, um die Grenze, die für sie festgelegt wurde zu überschreiten. „Die Chancen eines  von unseren Feinden initiierten Krieges sind niedrig, obwohl die Möglichkeit einer Verschlechterung der Spannung bis in den Krieg hinein, möglich ist, da der gesamte Nahen Osten davon durchsetzt ist“, fügte Gantz hinzu.

„Diese Spannungen sind wie ein Virus, sie breiten sich in der gesamten Region aus und jede Nation behandelt das anders. Bis jetzt, haben die Spannungen es noch nicht geschafft, die Arenen für Israel zum Problem zu machen, das gilt auch für Iran“, sagte Gantz. Gantz erwähnte auch bei den Knesset Mitgliedern des Ausschusses, dass die IDF (Israel defense forces) über den Schmuggel von militärischer Ausrüstung aus Syrien an die Hisbollah verzweifelt ist. „Dieses Thema quält uns jetzt so viel wie eh und je, vor allem wenn die syrische Regierung auseinander fällt. Wir sehen eine große Zusammenarbeit der Iraner und der Hisbollah und eine Beteiligung an Aktionen in Syrien. Die Instabilität der Entwicklung in den Golan-Höhen wird immer schlimmer und schlimmer, wegen der Konflikte in Syrien, einschließlich der Gebiete an der Grenze Israels. Sie brauchen noch um das Niveau der destruktiven Handlungen zu erreichen, aber es ist in Reichweite „, sagte Gantz.

Gantz sagt, dass jede Entwicklung vor Ort in Syrien ein Verlust für Israel ist. „Wenn Assad fällt, in der Tat wird es ein Riss in der radikalen Achse sein, obwohl es Instabilität in Syrien schaffen wird“, erklärte Gantz.Wenn Assad an der Macht bleibt, wird er schwach sein, und in derselben Instabilität wie heute verbleiben. Es gibt einen Preis für die Instabilität in der Region, und ich denke, wir werden ihn in Form von mehr Aktivität entlang der Grenze zwischen Israel und Syrien zu spüren bekommen, und wir werden ihn mit dem Schmuggel aus Syrien an die Hisbollah bezahlen“, fügte Gantz hinzu.

Gantz nutzte die Gelegenheit, zusätzliche Mittel für den Verteidigungshaushalt zu beantragen. „Ich muss sicherstellen, dass keine operativen Einheiten unwirksam sind, und jede Aufgabe ausführen kann“, sagte Gantz. „Ohne eine Erhöhung des Budgets, werden es weniger Flugzeuge sein. Wir sind nicht in einer ähnlichen Situation wie 2006. Die meisten unserer Einheiten sind in Top-Form und in Bereitschaft“, sagte Gantz. „Generell aber, wenn ich zu einem überraschenden Besuch zu einer der Notfallausrüstungs- Lagereinrichtungen war, sind wir in einer völlig anderen Situation. Ich habe ein großes Vertrauen in unsere Armee, und volles Vertrauen in unsere Luftwaffe und den Meldestellen. Der aktuelle Budget-Rahmen kann nicht ohne einen Multi-Jahres-Plan fortgesetzt werden. Die strategische Realität ist kompliziert, und es zeigt einen negativen Trend. Wir dürfen nicht ohne einen Multi-Jahres-Plan weitermachen „, fügte Gantz hinzu.

Quelle: Haaretz

6 Gedanken zu „IDF Chef prangert israelische Regierungsvertreter an, öffentliche Erklärungen über den Iran seien haltlos

  1. Es wird neu gemischt:
    Traditionell standen in der Nachkriegszeit Israel, USA und Westeuropa auf der einen (eher politsch rechten) Seite, und der Ostblock mit dem Kommunismus auf der (politisch linken), anderen Seite.
    Dieser Ost-West-Konflikt ist aber – im Blick auf die Jahrtausende eher ein Intermezzo – wohl eher dabei, allmählich wieder zu verschwinden.
    Die Menschen erkennen, über die Zeit des Gleichgewicht des Schreckens hinaus, dass sie einander gar nicht so unähnlich sind. Es gab mal eine Anfrage (kann ich jetzt leider nicht belegen) des Weißen Hauses, wie der Kreml reagieren würde, wenn es eine außerirdische Bedrohung gäbe. Die Antwort war eine klare Zusammenenarbeit.
    Auch Sting sang: „What might save us, me and you: Is that the russians love their children, too!“

    Leider sind viele Staatenlenker teuflischer Logik verhaftet.
    Dazu zähle ich Thesen, wie: „Der Feind unserer Feinde muss unser Freund sein.“
    M. E. wurden unter diesem Motto die Mudschadhidin des Sowjetisch-Afghanischen Krieges in den 1980er Jahren von den USA unterstützt.
    Aktuell könnte sich diese teuflische Logik noch eine Stufe weiter empor geschwungen haben:
    „Der Feind des Freundes unseres Feindes muss unser Freund sein.“
    Übersetzt: „Die Rebellen gegen Assad, dem Freund von Ahmadinedschad müssen wohl unsere Freunde sein.“
    Wohlgemerkt: Diese Logik ist so noch nicht allgemein etabliert, weshalb es auch innerhalb Israels noch heftige Diskussionen gibt.

    Aber: Teuflische Logik ist niemals sicher !!!

    Teuflische Logik ist vor allem auf den Schaden des Menschen gerichtet (deshalb kann man sie teuflisch nennen).
    Dass derjenige, der diese teuflische Logik anwendet (gewissermaßen im Packt mit dem Teufel) am Ende den Nutzen erhält, den er sich anfangs davon versprach, wird garantiert von wem?
    Der Teufel ist der Vater der Lüge!

    Die ‚Hilfe‘ der 1980er an die Mudschadhidin war nicht an die Menschen gerichtet, sondern nur für den Kampf, genauer: Zum Töten, also gegen Menschen.
    Logischer weise haben das die Menschen auch irgendwie erkannt, und es hat sie nicht zu Dankbarkeit gegen den Westen inspiriert. Erst später merkte der Westen dann, dass er nun dummer weise gegen selbst gelieferten Waffen kämpft, aber er begreift nicht den eigentlichen Fehler: Dass er zu sehr auf teuflisches baute.
    Auch heute noch stehen in Afghanistan nicht die Menschen im Zentrum des Interesses, sondern viel mehr die Machtsysteme. Hätte man unsere Soldaten zu Anfang auf die Familien der Einheimischen verteilt, dass sie erst einmal in deren Schuhen gehen lernten, dann bräuchte heute Merkel nicht beklagen, dass „der Versöhnungsprozess noch nicht weit genug fortgeschritten sei.“

    Leider, so fürchte ich, wird immer mehr auf teuflische Logik gebaut. Und – was für ein Wunder – die Welt wird immer unsicherer.

    Nun beklagt Benny Gantz ein „Gequatsche voller Übertreibungen“ von Menschen die kaum „wirklich etwas wissen“. Wie ich es verstehe, beklagt er etwas, was ich als ‚Gerede der Scharfmacher‘ bezeichnen würde. Und dabei ist ganz sicher auch wieder ein teuflischer Baustein im Spiel: Angst.

    Angst ist nicht von Gott, denn „Gott ist die Liebe“ und „Furcht ist nicht in der Liebe“.
    Angst kann sich gut entwickeln gegenüber Unbekanntem und Andersartigem.
    Je größer der Abstand zwischen dem ja ach so entwickelten Westen und den (ebenso ach) so unterentwickelten und islamistischen Ländern, desto leichter hat es auch die Angst.
    Mithilfe dieses Bausteines, so fürchte ich, wird der so genannte Nord-Süd-Konflikt an Brisanz weiter zunehmen.

    Auch Demagogie über Angst funktioniert sehr gut, und vor allem schnell! Schneller noch, als der Verstand. Demagogische Religionen unterschiedlichster Coleur arbeiten damit.
    Die Bibel rät uns nicht, die Angst einfach zu ignorieren und auch nicht dazu, kriegerisch mitzumischen. Sie sagt „seid nüchtern“, „seid wachsam“, „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost … „, „Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschreckt euch nicht.“

    Jetzt müsste man fragen: Wenn schon nicht wegschauen, ignorieren, oder mitmischen; was rät uns denn dann die Bibel?
    Was sagt sie uns denn, wenn wir inmitten der echten Konflikte stehen?
    Bleibt uns denn nichts, als eine „permanente Opferrolle“, die uns doch irgendwie „schwächen“ wird?

    Johannes dem Täufer, einem ‚Wegbereiter‘ von Jesus Christus wurde von Soldaten diese Frage ganz konkret gestellt (Lukas 3, 14): „Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!“

    Johannes verlangte nicht, dass alle Soldaten sofort den Dienst quittierten.
    Er sagte, dass sie innerhalb des Spielraumes, den sie hatten, sich zum Guten orientieren sollten.
    Und genau hierin stimmt er mit Benny Gantz überein. „Gequatsche voller Übertreibungen“ nutzt nämlich genau diesen Spielraum unnötiger weise zum Unguten hin.

    In gleicher Weise sagt die Bibel auch nirgends: „liebet die ganze Welt!“, sondern immer nur „liebe Gott und deinen Nächsten!“
    Manches mal erscheint es ja leichter, die ganze Welt mit Ausnahme des Nächsten zu lieben.
    Und wir bemerken gerne kritisch, dass damit doch gar keine umfassende Lösung möglich sei.
    Aber Gott sagt es uns so, jedem, wo er gerade steht: Liebe deinen Nächsten, kümmere dich um deine Aufgaben und nutze deinen Handlungsspielraum – nach meinen Leitlinien! Den Rest mache ich.

    Und so viel anders ist das auch nicht, wie der Einsatzbefehl an einen Soldaten. Kein Soldat würde das tun, was er soll, wenn er nicht daran glaubte, dass es die befehlende Instanz (z. B. das Land, für das er kämpft) überhaupt gibt, und denken müsste, dass er alles allein tun müsse.

  2. Falsch-Israel war zuerst auf der „Linken“ Seite und wurde von RUssland unterstütz.Im ersten Krieg bekam Israel allerdings nur Waffenlieferungen aus der Tscheslowakei-und das wohl nur weil viele dort Jüdische Vorfahren haben.Im Kibbuz wurde auch wohl Weltweit einmalig bis heute ein Kommunismus praktiziert der auch Wirtschaftlich profitabel ist-das funktioniert anscheinend nur in einer Gemeinschaft die zusammenhält(Im Ostblock wurde auch auf der Arbeit gesoffen und um die Geräte wurde sich nicht gekümmert da sie einem ja nicht gehörten und bezahlt wurde man immer).

    • Stimmt.

      Israel ist – besonders im Hinblick auf seine Größe – erstaunlich souverän, und man kann es wohl nicht einfach komplett einer Seite (rechts / links) zuordnen. An dieser Stelle war ich zu pauschal. Danke für die Ergänzung.

  3. Ich denke, dass die gesamte Situtation im Nahen Osten so undurchschaubar ist wie zu keiner Zeit in der neueren Geschichte Israels. Was entwickelt sich in Syrien, was in Ägypten? Niemand weiß es. Unter Mubarak war für Israel wenigstens der bilaterale Friedensvertrag sicher. Dieser steht mit einer neuen, islamistisch geprägten ägyptischen Regierung auf sehr wackligen Füßen, das für die gesamte Region nicht gut sein kann. Syrien unter Assad war zumindest „status- quo-mäßig“ berechenbar. Was kommt, weiß niemand. Sicher ist in Syrien eines. Die Destabilisierung wird von innen, aber auch von außen betrieben. Die Leidtragenden in Syrien werden wie in Irak die Christen, aber auch die Aleviten, deren Anhänger Assad unterstützen, sein, die unter den zunehmend islamistischen Tendenzen zu leiden haben werden. Ist der Alevit Assad weg oder geschwächt, wid sich evtl. ein inneristlamistischer Machtkampf entwickeln ähnlich Irak?

    Welche Konstanten gibt es?
    Konstante 1: Beiden Nachbarn ist eines gemein: Hohes militärisches Rüstungsgut, Syrien ausgerüstet durch russische Waffensysteme und Ägypten ausgerüstet durch US-Waffensysteme.
    Konstante 2: Die Palästinenser, die den Hass auf Israel zusammen mit Hisbollah, Fatah und Hamas mit der Muttermilch aufgesogen haben.
    Konstante 3: Eine zunehmende Islamisierung der direkten Nachbarstaaten Israels (auch in Libanon) ist feststellbar.
    Konstante 4: Der Hass auf Juden allgemein aufgrund koranischer Dogmen, darauf gründend: insbesondere auf den „jüdischen“ Staat Israel, in allen islamischen Ländern.

    Wenn sich also in den Nachbarstaaten die Islamisten durchsetzen werden, so gerät Israel zunehmend in die Zwickmühle und somit unter Druck. Was Islamisten in der Regierung befindlich mit hochgerüsteten Waffenarsenalen anfangen, wage ich mir nicht einmal im Traum vorzustellen. Werden Hisbollah nicht nur von Iran unterstützt, sondern auch von Syrien und Ägypten? Stellvertreterkrieg gegen Israel wird dadurch nicht unwahrscheinlicher.

    Letztlich ist das alles noch Spekulation. Wir werden abwarten müssen.

    Eine Tendenz ist jedoch unverkennbar: Die Destabilisierung des gesamten Nahen Ostens, betrieben durch a) den Westen und b) insbesondere von Saudi Arabien, welches überall da seine Finger in Geld drin hat, wenn es um die Islamisierung der Völker geht. Und wie schon einmal geschrieben: In Saudi Arabien und Iran dringt zumindest nach außen nichts von Destabilisierung und Protest in Form des „arabischen Frühlings“. Ich denke, dass die beiden Staaten diese Situation der Destabilisierung ausnutzen, um ihren unterschiedlichen jeweiligen islamischen Einfluss in Syrien und Ägypten geltend zu machen (ich spreche jetzt nicht von den Völkern Irans oder Arabiens, sondern von den jeweiligen Regierungen).

    Optimismus ist angesichts der zumindest möglichen politisch-religiösen Optionen nicht unbedingt angesagt.

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