Was denkt die zweite Generation der Iraner in Deutschland?

Von Sherry, eine der besten Kommentatorinnen bei Pârse & Pârse

Ich kann Herr Kassaei in einigen Punkten überhaupt nicht zustimmen! Außerdem wirkt er auf mich wie ein sehr ungesunder und unausgeglichener Workaholic, der aufgrund alter Verletzungen das Wesentliche in seinem Leben aus den Augen verliert, auch wenn das Interview jetzt selbstbewusst und straight wirkt.

Nun zu meiner Ansicht: Wir müssen aus der Perspektive des “Wir sind nur Gäste” rauskommen. Wir gestalten dieses Land schon längst mit, wir bereichern es [ja, vor allem mit unserer Kultur], wir schaffen Arbeitsplätze und bringen unseren Intellekt, unsere wirtschaftliche Rafinesse und unseren Forschungsdrang mit ein. Ich werde mich nicht mehr als Gast behandeln lassen, sondern als Bereicherung. Als Mensch, der genauso wie ein Deutscher Fehler machen darf, sich nach einem Fußballspiel daneben verhalten darf, ohne direkt auf die schwarzen Haare und die dunklen Augen verwiesen zu werden. Und ich darf auch in meinem Kreis und in meiner Familie soviel iranische Kultur ausleben wie ich will. Und ich darf sogar noch mehr: Ich darf meinen Mitmenschen auch sagen, was ich an meiner iranischen Kultur besser oder schöner finde als an der Deutschen, und ich darf auch sagen, was ich an der Deutschen besser finde als an der Iranischen.

Ich kann mich hier an Wahlen beteiligen, Kritik an der deutschen Gesellschaft ausüben, über gewisse Eigenarten schimpfen, die mir zum Halse raushängen [z.B. eine gewisse Unterkühlung, mit der ich nicht klar komme! Und dem ewigen Misstrauen, und dieser „Meine Baustelle, deine Baustelle“-Mentalität, die ich gelinde gesagt scheiße finde!], immerhin muss ich ja auch dieselben Pflichten erfüllen wie ein normaler Deutscher. Nur, weil man hier auf die Welt gekommen ist, heißt das nicht, dass man resistent gegen Einflüsse und Kritik anderer Kulturen sein sollte. Die ureigene Fremdenskepsis der deutschen Gesellschaft, die ja historisch bedingt zu sein scheint, darf nicht auch noch gefördert werden, indem wir uns selbst als Bittsteller degradieren. Ohne eine anständige Reflektion der deutschen Gesellschaft zu dieser Haltung wird es entweder weiterhin zur Überskepsis bei gleichzeitiger Maulkorbmentalität aufgrund der Nazivergangenheit in Bezug auf andere Nationen kommen oder eben zu einem Ausbruch der Fremdenfeindlichkeit, sobald die Hemmungen fallen und sich die Gelegenheit dazu bietet. Das ist der falsche Weg.

Weder muss man erlauben, dass phallusartige Moscheen aus jeder Ecke herausragen und es in den Schulkantinen kein Schweinefleisch mehr gibt [btw., ich finde Schwein schmeckt bäh!], noch sollte man den Menschen eine Sonderstellung geben, nur weil sie hier auf die Welt gekommen sind. Sonst werden wir immer, immer, immer in versteckten “Kasten” leben. Dazu bin ich nicht bereit. Ich bin genauso viel wert wie ein Deutscher, und ich habe das selbe Mitgestaltungs- und Kritikrecht für dieses Land, in dem ich lebe, arbeite, forsche und zahle, und immer wieder zahle und zahle.

Ich werde auch niemals vergessen, warum ich hier bin und nicht in meiner Heimat. Und ich werde auch niemals die Beteiligung Europas an diesem Desaster vergessen, und auch nicht an Europas Beteiligung am Iran-Irak Krieg. Wenn wir immer nur das Gefühl haben, dass wir uns ergeben sollten, nur weil Deutschland so “nett” war, uns aufzunehmen, dann sollten wir uns nicht wundern, warum immer mehr Iraner Identitäts- und Selbstwertprobleme haben. Wir sollten vielmehr selbstsicher sein und ab und zu vielleicht auch die Perspektive wechseln und sagen: “Im Grunde hat Deutschland von der Islamischen Revolution so viel gehabt und mitgeholfen, dass es das Mindeste ist, was sie für uns Iraner tun können! Uns hier leben zu lassen und als gleichwertig zu betrachten. Und wir uns selbst auch.” Nein, Herr Kassaei, ich bin absolut nicht Ihrer Meinung! Und trotzdem danke ich Ihnen für das Interview, denn Ihre Perspektive war dennoch eine Interessante, und es war ja auch nicht alles falsch, sondern nur dieser eine Punkt.

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39 Gedanken zu „Was denkt die zweite Generation der Iraner in Deutschland?

      • Ich habe zu danken mein Schatz, denn wir geben jedem hier die Möglichkeit zu sagen, was ihm nicht gefällt, das muss natürlich konform zu unseren Blogregeln sein!

        Das ist der Unterschied zwischen meiner, Ardaširs und Kassaeis Generation zu Deiner hier! Wir waren froh aufgenommen zu werden, ihr habt es von euren Vätern und Müttern schon bekommen und denkt anders! Aber weil Deine Denkweise anders ist als meine, darf ich sie nicht unterdrücken, im Gegenteil sie Gehör zu verschaffen, denn ihr seid auch die Zukunft Deutschlands und Irans!

  1. „Ich werde mich nicht mehr als Gast behandeln lassen, sondern als Bereicherung.“
    Ein netter Gast ist doch eine Bereicherung.
    Deine Kommentare sind es auf jeden Fall.
    Ein Gast ist – finde ich – schon etwas besonderes, und eine völlige Gleichbehandlung ist glaube ich nicht ganz das richtige.
    Das sollte auch der Gast wissen, aber seine Position auch nicht schamlos ausnutzen.
    Dieses Gastrecht zu genießen, sollte meiner Ansicht nach auch keine Schuldgefühle erzeugen.
    Wenn so etwas passiert, dann läuft noch irgend etwas anderes schief.

    Ich finde, es gibt ein paar Dinge, die sich einfach ‚gehören‘.
    Völlig egal, ob man nun viel Schuld hat, oder wenig;
    auch egal, welcher Nationalität man ist,
    und egal, ob Frau, Mann, Edler oder Geringer.

    Gästen und Gastgebern kommen – finde ich – darüber hinaus ein bisschen unterschiedliche Rollen zu.
    Damit meine ich aber kein Kastendenken, sondern Dinge, mit denen man ebenso einverstanden wäre, wenn man sie bei einem ‚Gegenbesuch‘ entsprechend anders herum halten würde.

    Die zweite Generation ist ja eine Generation weiter, aber nicht nur für diese möchte ich gelten lassen:
    Wer sich voll integrieren will, der sollte dies dürfen.
    Wer sich assimilieren will, ebenfalls.
    Und wenn sich jemand für unser ganzes Land so einbringt, dass er dieses sogar mit verändert, gestaltet, prägt – solange es beiderseits freiwillig ist – nur zu!

    Ich finde übrigens auch, Herr Kassaei könnte ein bisschen vom Gaspedal gehen.
    Leistung über alles?
    Schön und deutsch und gut?
    Aber an so einem Deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen!

    Unser Schöpfer hätte uns auch als Maschinen schaffen können. Hat er aber nicht!
    Er gab uns Mechanismen mit, so dass wir einfach merken: Wir werden müde, hungrig, …
    Jawohl einfach, ohne Berechnung; dafür aber mit Reserve!

    Etwas übrig zu haben, macht einen reicher, als alles Geld was man noch braucht.
    In einem Rhythmus zu stehen aus geben und nehmen, arbeiten und ruhen, schaffen und gedenken – das macht das Menschsein reich.
    Freiräume zu haben, dasselbe noch mal mit Abstand betrachten, das Erlebte aus der Sicht des Anderen zu reflektieren – das ist viel mehr als das Ansinnen darüber, wie man dem Anderen wohl andrehen kann, was er von allein gar nicht vermisst.

    • Lieber Jockel,

      ich find‘ deine Meinung eigentlich ganz ausgewogen und in Ordnung. Die Frage, die sich mir stellt ist nur: Warum müssen wir uns noch als Gäste betrachten? Wir tun, was die Gastgeber tun, wir leisten, was sie tun, wir glauben an die Freiheit, an die sie glauben und wir sprechen zusätzlich zu unserer eigenen Sprache auch ihre Sprache. Wir sind keine Gäste mehr, wir sind Teil der Gastgeber geworden, wir gestalten das Wohnzimmer mit, wollen genauso, wie die Gastgeber selbst, das Beste für dieses Land, weil das Beste für dieses Land auch das Beste für uns ist.

      Verstehst du, was ich meine? Warum also noch an diesem Gast- und Gastgeberverhältnis festhalten bei Menschen, die schon längst alle Pflichten des Gastgebers tragen?

      • Ja, es sind Vorurteile, Verallgemeinerungen und auch damit verbundene Ängste, z. B. aus Unwissenheit heraus.
        Erst einmal sieht man nur das Fremdländische.
        Ich kenne dich ja auch nicht so genau, ich weiß nicht, ob du einen deutschen Pass hast, ob du gute oder schlechte Möglichkeiten hast, wieder wegzugehen, und auch nicht, welche/wieviel unserer Werte du dir zu eigen gemacht hast. Vielleicht bist du mir in Punkto Sprachen und internationaler Mobilität sogar deutlich überlegen. Und wenn du es nicht geschrieben hättest, wüsste ich auch nichts über dein Verhältnis mit unserem Finanzamt. Wenn du dann noch in Verdacht gerätst, kriminell zu sein, dann bist du viel eher ein ‚Internationaler Autoschieber‘, als der neulich noch kleine Peter von nebenan, dessen Oma auch meine Oma schon kannte.
        Eine Verfolgung bzw. Aufklärung wäre Aufwändiger, die Versuchung größer, Wahrscheinlichkeiten höher und Assoziierungsmöglichkeiten mit vordergründig vergleichbaren Fällen, die die eigene Weste zudem schön sauber halten, näherliegend.
        Dass ist jetzt keine saubere Beweisführung, sondern eher Fuzzi-Logic aus dem Bauch heraus (um die sich übrigens auch ein Iraner verdient gemacht hat).
        Kaum ein Deutscher analysiert das, die meisten verhalten sich einfach so: Was der Bauer nicht kennt, das frist er nicht.
        Polizisten werden übrigens sogar darauf geschult, dort genauer nachzusehen, wo der erste Anschein den üblichen Klischees entspricht.

        Ich verstehe wohl was du meinst. Aber ein Recht, sich daneben zu benehmen kann man doch wohl keinem ernsthaft einräumen. Die Nachsicht allerdings ist ungleich und wird sich wohl erst anpassen, wenn die Unterschiede nicht mehr sichtbar sind. Juristen sagen es ungefähr so: Es gibt wohl gleiches Recht für alle, aber deswegen noch lange keine Gleichheit im Unrecht.

        Ändern kann ich das leider auch nicht.
        Wenn ich mit befreundeten Ausländern zusammen bin, ist es mir nur recht, wenn ich schlechter gekleidet bin, als sie. Das lenkt dann wenigstens die Pöbler von ihnen ab. Die latenten Benachteiligungen kommen weniger zum Zuge und zu helfen wusste ich mir bis jetzt immer irgendwie.

  2. „Ich werde mich nicht mehr als Gast behandeln lassen, sondern als Bereicherung.“
    Werden Gäste hier generell schlecht behandelt?
    Wenn Sie mit Ihrer Arbeit, oder einfach nur als Person eine Bereicherung sind, wird sich Ihre Umwelt erkenntlich zeigen.
    Mit Sicherheit haben Sie die Erfahrung gemacht, aufgrund eines vom hiesigen Durchschnitt abweichenden Äusseren argwöhnisch betrachtet zu werden. (Ich bin weißer Hautfarbe und jahrelang durch Afrika gereist.)
    Lassen Sie sich dadurch nicht in Ihrer Selbstsicherheit einschränken und das Gefühl oberhand gewinnen, sich in irgend einer Form rechtfertigen zu müssen.
    Es gibt überall auf der Welt gute und böse, intelligente und weniger intelligente Menschen.
    Schaffen Sie sich, egal wo Sie leben, Ihr persönliches Umfeld, das zu Ihnen passt und in welchem Sie sich verwirklichen können.
    Und seien Sie sich versichert, auch mir als „Urdeutschen“ passiert es jeden Tag, dass ich irgendwo wie ein ungebetener Gast bahandelt werde.
    Und, obwohl auch ich „…lebe, arbeite, forsche und zahle, und immer wieder zahle und zahle“ ist mir einigermaßen klar, das die Abänderung an mir nicht genehmen Umständen in meiner eigenen Verantwortung liegt.
    Bitte wundern Sie sich nicht über eine „gewisse Unterkühlung“, Sie haben wahrscheinlich viel mit jungen Akademikern zu tun. Wir können auch anders.

    Herzliche Grüsse

    • Lieber Krokodil,

      vielen Dank für deinen Beitrag. Verzeih‘, wenn ich dich duze, aber das tut man im Internet so, gehört tatsächlich zur Netiquette.

      Ich weiß nicht, wie Gäste in diesem Land im Besonderen behandelt werden, denn ich habe keine direkten Vergleiche, weiß aber, dass es einen Grund geben muss, warum Migranten in Canada oder USA sich besser integrieren als hier. Die Probleme, die Migranten hier mit der Gesellschaft und die Gesellschaft mit den Migranten haben, gehen leider viel tiefer, weil die Disparitäten auch zwischen den Migrantengruppen sehr hoch ist und die Einschätzung der Migranten als „Gruppe“ somit erschwert wird. Das erzeugt Skepsis. [Aber das ist ein anderes Thema!]

      Ich bin nicht mehr verunsichert. Aber wenn ich hier bereits mit 5 Jahren eingeschult werde, weil die schulärztliche Untersuchung mich dafür als geeignet erachtet und ich in der Grundschule bei gleichen oder besseren Leistungen um eine Empfehlung ins Gymnasium bangen muss, dann ist das schlicht und ergreifend scheiße. Dabei wollte ich nicht einmal auf’s Gymnasium. In dem Alter habe ich schon begriffen, dass diese ganze Tradition der Stigmatisierung sich im Gymnasium noch stärker fortsetzen wird, weil der Ausländeranteil dort natürlich gering ist und ich noch mehr auffallen würde. Also ging ich auf die Gesamtschule; was mir nie und nimmer geschadet hat, ich bin heute froh darum, neben einem straffen Leistungsstreben und Elitärgehabe viele soziale Kompetenzen erlernt habe, allen voran in meiner Fähigkeit, wirklich stark umzuswitchen, je nach dem, mit welchem kulturellen Hintergrund ich konfrontiert wurde durch mein Gegenüber.

      Trotzdem: Egal, ob man hier Gäste gut oder schlecht behandelt: Als Gast wird man immer anders behandelt als Gast. Immer. Gäste sind befristet irgendwo, nur Mitbewohner sind gleichberechtigt. Und da ich mindstens – und ich sage das ganz bewusst – mindestens soviel in dieses Land einbringe wie meine deutschen Mitbürger, will ich diesen Sonderstatus nicht. Wir können nicht ständig „jammern“, dass Integration nicht klappt, aber dann den Migranten – egal in welcher Richtung – einen Sonderstautus verleihen, der genau dieses Dazugehörigkeitsgefühl hemmt. Wenn jemand ein Gast ist, dann impliziert das, dass er irgendwann einmal gehen muss. Und wenn jemand bewusst oder unbewusst immer mit der Information rumläuft, dass er irgendwann gehen muss, wird er sich nicht optimal integrieren oder integrieren lassen. So einfach ist das.

      Zum Anderen: Dieses elitäre Gehabe von Herrn Kassaei geht mir auf die Nerven. Wir müssen endlich verstehen – gerade wir Iraner – dass alle Berufe dieser Welt, außer der Beruf der Zuhälterei und des Menschenhandels – ihre Berechtigung haben. Ich muss nicht unbedingt ein Großkonzern führen, um mich wichtig zu fühlen, im Gegenteil, ich würde glaube ich an der moralischen Verwerflichkeit zugrunde gehen. Wir müssen nicht alle Ärzte werden, wir müssen uns auch nichts auf unseren Doktortitel einbilden. Denn jeder tut das, was er am Besten kann [wenn er Glück hat], und das zu tun, was man gut kann, ist vielleicht gar nicht mal so eine großartige Leistung. Aber das ist ein völlig anderes Thema wieder …

      Lieben Gruß,
      Sherry

      • Jetzt gehts rund (sprach der Papagei ja auch, als er in den Ventilator flog):

        „Ich bin nicht vollends integriert, wenn ich hier keine Kritik ausübe. Ich bin es, wenn dieses Land mir soviel am Herzen liegt, dass ich es verbessern will. Mit meinen Gedanken und mit meiner Kritik!“

        Als Deutscher sage ich danke, denn genau so ist es.

        Danke, für deinen Spirit !!! ! ! ! !!!

        „Verzeih’, wenn ich dich duze, aber das tut man im Internet so, gehört tatsächlich zur Netiquette.“
        Dann kann Bazillus mir ja auch mal das ‚du‘ anbieten. Er ist auf jeden Fall der Ältere von uns.

        „Gäste sind befristet irgendwo, nur Mitbewohner sind gleichberechtigt.“
        Das kam in dem Film ‚Maria, ihm schmeckts nicht‘ auch gut raus.

        „Und wenn jemand bewusst oder unbewusst immer mit der Information rumläuft, dass er irgendwann gehen muss, wird er sich nicht optimal integrieren oder integrieren lassen. So einfach ist das.“
        Vielleicht hat deshalb auch Wulf gesagt, der Xxxxx gehöre zu Deutschland. So kompliziert ist das.

        Und wenn man bewusst immer mit der Information rumläuft, dass man irgendwann sterben muss, wird man klug!

        Psalm 90, 12+14: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
        … Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und FRÖHLICH sein unser Leben lang.“

        Klug sein heist also, sich nicht völlig auf dieser Welt zu integrieren, und nicht meinen sich völlig integrieren zu müssen. Zu wissen: Es gibt noch viel mehr, als das was Herr Kassaei auf der Überholspur je erjagen kann. Abraham war auch schon so klug (Hebräer 11,9+10) „Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“

        Ich bin zwar deutsch aber fühle mich primär als Weltbürger und wenn ich Weltbürger auf diesem Planeten willkommen heißen kann dann macht mich das: Fröhlich!

      • Liebe Sherry,
        hier herrscht ja ein herzlicher Ton. Ich bin das im Internet nicht gewohnt. Das DU nehme ich gerne an.
        „Gäste“ werden hier ganz unterschiedlich behandelt. Es gibt, wie in jedem Land Menschen, die, egal ob sie hier geboren sind oder nicht, allem fremden skeptisch bis feindseelig gegenüber stehen. Diese sind meist aus irgendwelchen Gründen verunsichert, und zum Glück eindeutig in der Minderzahl.
        Dann gibt es jene, auch wie in jedem anderen Land, welche alles fremde über das bekannte, vertraute stellen, weil sie mit ihrer Umwelt so unzufrieden sind, das sie alles andere automatisch für besser halten. Von diesen Menschen gibt es (leider) schon etwas mehr.
        Und es gibt jene, die eine Person akzeptieren, wie sie ist. Weil es zählt wie man ist, und nicht wo man herkommt, wenn dies auch manchmal einander beinflußt.
        Ob Migranten sich in anderen Ländern, wie den von Dir genannten (übrigens typischden „Einwanderungsländern“) anders oder besser „integrieren“, kann ich nicht genau beurteilen. Dort sagt man: Schön das ihr hier seid, und nun zeigt mal, was ihr so drauf habt. Seid immer schön artig, sonst geht ihr da hin, wo ihr hergekommen seid.
        Und das ist hier nicht so, jedenfalls nicht so konsequent.
        Integration ist meines Ermessens nach übrigens ein fürchterliches Wort, wenn man es lediglich auf Migranten bezieht. Es führt dazu, dass einige Migranten glauben, Nichtmigranten wären für ein funktionierendes Leben nicht auf Integration in die Gesellschsaft angewiesen, bzw wären automatisch ein Teil davon.
        Und da sind wir schon wieder beim Thema Gast. Ein Migrant ist nicht automatisch ein Gast. Er ist es so lange, wie er an meinem Tisch isst, mir vielleicht beim kochen oder Tisch abräumen hilft, aber die Grundsteuer, die Erhaltungskosten für meine Behausung, die Verpflegung, Energierechnung uswusf allein meiner Verantwortung überlässt. Somit bist Du in Deutschland kein Gast, sondern wie ich Gastgeber.
        Zu Deinem letzten Absatz.
        An ihren Taten werdet ihr sie erkennen. Mit Gerede kann ich maximal die dummen Menschlein beeindrucken. (böse: so gewinnt man Wahlen, aber kein persönliches Glück) Wenn ich es also schaffe, mich um eine Familie zu kümmern, diese als mein Heiligtum, weit über meiner eigenen Person ansehe, wird mein Glück am Glück meiner Lieben für mich spürbar.
        Das zu tun was man kann ist solange die grösste mögliche persönliche Leistung, solange man dabei die Bequemlichkeit nicht in den Vordergrund stellt, der Spaßfaktor als Belohnung wahrgenommen wird. Man könnte auch sagen, man findet seinen Platz im Leben und füllt diesen sinnvoll aus. Man will sich ja nicht nur wichtig fühlen, das würde mir nicht reichen. Die Gewissheit meiner Familie gutes zu tun ist befriedigender als jedes Gefühl.

        Sehr schöner Blog hier.

        Herzliche Grüsse

  3. Eines muessen wir allerdings unterscheiden, naemlich zwischen denjenigen die hier geboren sind und Menschen wie Herr Kassaei. Er hat ja fuer sich gesprochen und von Migranten gesprochen und nicht von Menschen die hier geboren sind und da gebe ich ihm in vielen Punkten recht, was er sagt, auch wenn er ein bischen hart drauf ist aber das Leben ist kein Ponyhof und sein Leben war sicher nicht einfach, das sollte man beruecksichtigen.

    • Ja, ich hab auch den Unterschied erwähnt, wie ich ihn sehe und Du weißt, dass unsere Generation immer gekämpft hat, um zu bekommen, was ihm zustand oder wollte! Daher haben wir kämpferisch alles erreicht, was wir heute sind! Du und ich sind ja auch sehr genaue und pedantische Menschen, die auf jeden Fall das erreichen, was sie sich in den Kopf setzen.

      • Also, unsere Generation muss immer noch sehr hart kämpfen, um für die selbe Leistung annähernd soviel zu ernten wie jene, die hier geboren sind. Das ist leider so, und da werde ich sicherlich kein Verständnis für Deutschland zeigen und so tun, als sei das normal und dürfe auch so bleiben.

        • Ich weiß es mein Schatz! Deutschland hat die Toren aufgemacht und jeder darf rein kommen, ohne dass die Kultur „Deutschland, das Einwanderungsland“ sich durchsetzen kann! Daher werden wir immer noch als Fremde, Gäste, Ausländer oder die Anderen betrachtet! In Amerika, Kanada, Neuseeland und Australien läuft es anders! Da ist ein Amerikaner ein Amerikaner, ohne dass man ihn nennt: „Der Amerikaner mit polnischer Abstammung“, wenn er oder seine Vorfahren aus Polen kommen! Aber hier wird immer noch gesagt, der Deutsche mit iranischer Abstammung, oder der Deutsche mit türkischer, arabischer, äthiopischer und so weiter! Diese Endung ist im Köpfe der Menschen noch fest wie Granit! Und dementsprechend wird man auch behandelt, nur weil die iranische Gesellschaft hier sehr erfolgreich ist als alle andere „Ausländer“, wird immer eine Ausnahme gemacht! You know, what I mean!

          • Richtig, Azizam. Ihr könnt ja auch einmal ein wenig recherchieren, wenn ihr Lust habt, wie es bei ausländischen Akademikern und Jobchancen aussieht. Das ist nämlich ein ganz mieses Ergebnis, was dabei rauskommt. In niederen Arbeiten sind die Jobchancen zwischen Deutschen und Migranten gerecht verteilt. In akademischen Berufen sind Ausländer klar im Nachteil. So etwas gibt es nur in Deutschland. In den Staaten gibt es keine Fotos in Bewerbungen … Keine Hautfarbenangaben und und und.

            Ich bin nicht vollends integriert, wenn ich hier keine Kritik ausübe. Ich bin es, wenn dieses Land mir soviel am Herzen liegt, dass ich es verbessern will. Mit meinen Gedanken und mit meiner Kritik!

            Gerade wir Iraner müssen manchmal aufpassen, dass wir uns nicht über-anpassen. Aber auch das ist ein weites Feld. Die Ghorban-Mentalität, die Tarof-Mentalität, das alles ist irgendwann aus Angst vor türkischen und arabischen Invasoren entstanden. Das muss bis zu einem gewissen Grad aufhören und sich normalisieren.

            • Die Ghorban-Mentalität, die Tarof-Mentalität, das alles ist irgendwann aus Angst vor türkischen und arabischen Invasoren entstanden. Richtig, wir müssen damit aufhören und immer mit erhobenem Kopf auftreten und durchs Leben gehen, egal wo wir uns gerade befinden! Das nenne ich die iranische Wiedergeburt! Und ich stelle erstaunlich fest, dass die Iraner jetzt kollektiv daran denken und handeln!

              Das auch mit Akademikern, Schatz alleine an iranischen Ärzten hier kann man feststellen, wie weit wir hier gebracht haben, dazu benötigt man nur die Gelbe Seite und auch in anderen Bereiche! Wobei Deutschland seine Tore aufgemacht hat, damit mehr Akademiker in dieses Land reinkommen, weil die eigene wandern aus!!!

  4. Eine interessante Diskussion hier. Wer ist Gast, wer ist Gastgeber? Ich schätze, dass es da drei und mehr Sichtweisen gibt, die positiv-religiöse und die negativ-relgiiöse und die materiell-irdische.

    Positiv-religiöse Sicht: Gott der der Gastgeber, alle Menschen sind seine Geschöpfe und somit seine „Gäste“, die er alle, ob weiß, farbig, gläubig, nicht gläubig, behindert, nicht behindert, liebt, so sehr liebt, dass er sich in ihre Hände begibt und sich ihrem „ungerechten“ Urteil unterwirft und sich trotz dieser Ungerechtigkeit im Leid mit ihnen solidarisiert. Dieser Gott wünscht sich somit die Globalissierung, nicht die Selektion, sondern Zusammenführung aller Menschen unter sein liebendes Angebot einer Lebensweise in vielfäliger Form, sozusagen Einheit in Vielfalt, Hauptsache geprägt von Liebe, gutem Geist, Respekt und Anerkennung. Die 10 Gebote, konkretisiert von Jesu (Feindes)Liebesgebot wären ein Angebot, welches die Menschen leider so schwer annehmen können.

    Negativ-religöse Sicht: Gott ist der Gastgeber, der seine Menschen als Geschöpfe jedoch einteilt in gute Gläubige und schlechte Ungläubige, in Männer, die alle Rechte haben und Frauen, die wie verborgene Litfasssäulen total entmenschlicht verschleiert herumlaufen dürfen und den Männern in allem zu dienen haben wie ein Saatfeld dem Landwirt. Die Gläubigen sind ihm untergeben in Gehorsam und unhinterfragbarer sklavischer Untergebenheit. Die Ungläubigen sind eh Höllenfutter. Alle anderen Anders- und Nichtgläubigen sind letztlich zu unterwerfen, zu töten und einzuverleiben, egal auf welchem Wege dies geschieht, friedlich durch demographischen Wandel oder dschihadmäßig durch Krieg und Gewalt.

    Aus dieser Ausgrenzungshaltung entwickeln sich mit oder ohne Religion Egoismen, Einzelegoismen, Gruppenegoismen, Staatsegoismen, atheistische Ideologieegoismen. Und dann werden Ausdrücke geprägt wie „Asylanten, Einwanderer, die Fremden, die Anderen, die nicht so sind wie wir und auf der anderen Seite Patriotismus, Heimat in politischer Sichtweise, Nationalität, Identität. Dann werden Länder und Nationalitäten gebildet, die jede ihre eigene Seinsweise, Werdensweise und Identität bestimmen. Die Errungenschaften der Nationalstaaten ist die Auflösung der Kleingruppen, die sinnstiftende Identität, die die Nation zusammenhält, ein erster Schritt zur Globalisierung auch wenn es sich hier paradox anhört. Die Clan-Gesellschaften in islamischen Ländern verbunden mit der ungeistigen Religion bringen nicht Fortschritt, sondern Stagnation und die Kleinkriegsitutation bleibt präsent wie in afrikanischen Staaten noch vielerorten feststellbar ist. Dann folgt die Gestzgebung jedes einzelnen Landes, die einen getrennt von Religion, die anderen ohne Religion, die letzten machen die Religon zu ihrem Gesetz.

    Und da kommt dann das Unrecht ins Spiel. Diese Egoismen, die sogar dem Selbsterhaltungstrieb geschuldet sind, ob individuell oder gruppen- oder staatsorientiert, bestimmen dann die Spielregeln. Wenn dann „Fremde“ kommen, die sich weigern, sich an diese Spielregeln zu halten, gibt es Konflikte. Leider werden dann Machtinstrumente eingesetzt, um die errungene inländische Ordnung aufrecht zu erhalten. Das ist betrüblich, jedoch in einigen hartnäckigen Negativfällen erforderlich. Wir sind, ob in der Rolle des Gastgebers oder des Gastes nun einmal fehlerhafte Menschen, keine vollkommenen Gottwesen.

    Leider ist dies erforderlich, weil die Erkenntnis bei den Menschen nur allzu schwer reifen will, welche Staatsform, welcher Lebensentwurf, welche Religion, welche Philosophie die beste ist, obwohl es gedanklich so einfach wäre, nämlich wenn die Liebe, die Verantwortung, die Solidarität zu und für Jedermann das gesellschaftliche Schmiermittel sein könnte.

    Leider hat da jeder seine individuelle Einstellung, was auch in Ordnung ist.

    Wenn jedoch eine ideolologie alle Errungenschaften der Werte des Aufnahmelandes infrage stellt und dem „Aufnahmeland“ seinen Lebensstil, seine rückwärtsgewandte, patriarchalistische, ausgrenzende und einfach nur primitive Lebensstrategie aufoktroyieren will wie der Islam oder der Kommunismus/Sozialismus und meint, die absolute Wahrheit verkünden zu müssen und das Sendungsbewusstsein hat, alle Menschen mit ihrer Wahrheit beglücken zu müssen, gibt es Konflikte, die gewaltsam enden können, nicht müssen. Es kann ja auch sein, dass die Aufnahmegesellschaft, weil vor lauter gutmenschlichem Relativismusdenkens (alle Religionen, Ideologien, Gesellschaftsformen sind gleich gut) selbst keine sinnstiftende Identität mehr vorhanden , sich in fremde – wenn auch schlechtere Gesellschaftssysteme integriert, freiwillig. Im Falle von Europa einfach nur paradox und suidizial.

    Letztlich dürfen wir bei alldem nicht vergessen, dass wir Bestandteil der Natur sind, wir somit auch mit „tierischen“, also dem archaischen „Besitz- und Eigentumsgen“ ausgestattet sind, wobei wir bei der Erkenntnis unserer Endlichkeit im Grunde nichs als „Eigentum“ im Sinne des BGB betrachten dürften. Das Totenhemd hat keine Taschen. Dieses „Gen“ dient wie im Tierreich auch, der Reviererhaltung, der Erhaltung des Besitzstandes, der Erhaltung des „So-bleiben-wie-es-ist-status-quo-Elements“; ja, es nutzt gnadenlos das Recht des „Stärkeren“ aus. Das macht die Aufnahme von „Gästen“ so schwierig. Mit Gästen, die wieder gehen, haben die Menschen keine Schwierigkeiten. Gastfreundschaft ist angesagt und menschliche Errungenschaft. Gäste, die bleiben wollen, sind keine Gäste mehr, sie entwickeln sich im Normalfall zu Gastgebern. Sie identifizieren sich mit den Idealen des Gastlandes und sind willkommen, jedenfalls unter zivilisiert denkenden Menschen. Es gibt immer negative primitive Ausnahmen, wohl dem Tierreich geschuldet (Rechtsradikalität).

    Eine offene Gesellschaft muss dieses archaische „Besitz- und Eigentumsgen“ erst einmal überwinden, um nicht so zu sein wie die Vertreter des Tierreiches. Dies ist unter Zuhilfenahme von Geist, von geistvoller und liebevoller Einsicht und Erkenntnis, die den guten Menschen ausmacht, auch möglich (hier ist an den Menschen das Ebenbild Gottes zu denken). Aber damit müssen auch Regularien geschaffen werden, die „das Fremde“ in die eigene Gesellschaft integrieren lässt. Dieses geht nie ohne Ansprüche an die zu Integrierenden zu stellen. Die meisten sind Selbstläufer, die erkannt haben, dass die Freiheit der hiesigen Gesellschaft die beste Form des Zusammenlebens darstellt und erfahren diese auch.

    Wer jedoch geistige Parallelgesellschaften aufbauen will wie der Islam dies tut, hat in einer freien Gesellschaft nichts verloren. Er dient nur der Zerstörung dieser Gesellschaft in dem Bewusstsein, dieser Gesellschaft etwas Gutes zu tun, was jedoch ganz und garnicht der Fall ist. Die Welt spricht Bände. Mehrheitsislam bedeutet Knechtung und Unterdrückung, Unfreiheit und Hass als Stilmittel des Zusammenlebens zwischen verschiedenen denkenden Menschen.

    Dann gibt es noch die Gäste, die sich in der sozialen Hängematte ausruhen und somit nichts für den Erhalt des Aufnahmelandes tun, sondern ihm schaden. Sie schaden dem Ansehen der hier sich redlich mühenden und bereits voll integrierten nicht mehr Fremden. Sie bewirken nur eines: Die Förderung von geistiger Fremdenfeindlichkeit und die Förderung geistiger Mauern.

    Da sollte Politik regulierend eingreifen dürfen.

    Manchmal kann ein Land auch überfordert werden, wenn zuviele Einwanderer aus anderen Kulturen hereinströmen. Spätestens dann, wenn die wirtschaftliche Entwicklung stagniert, in sich zusammenbricht, wird sich auch ein Bürgerkrieg entwickeln. Denn wenn Nahrung ausbleibt, wird der Mensch wieder trotz aller Bemühungen zum Reviertiger. Das muss bei alledem berücksichtigt werden. Werden die Ressourcen knapp, erinnern sich die Menschen wieder an ihre Nationalität. Dann kommt es darauf an, ob Liebe das Schmiermittel war, die Gesellschaft zusammenzuhalten oder nur oberlächliches Gutmenschentum, welches in relativistischer Manier eine Gesellschaft ohne das innere moralisch-ethische Rüstzeug zu bieten, überfordert hat.

  5. Werter Jockel, werte Blogbetreiber, selbstverständlich biete ich auch hier das „Du“ an und danke für Eure Bereitschaft dasgleiche zu tun. Ich selbst tu mich da noch immer schon fast senil schwer mit. Auch das ist eine geistige Mauer, die eingerissen werden sollte. Aber ich werde nunmehr, wenn mir was einfällt, Euch mit Du ansprechen. Danke für das Angebot.

    • Danke, lieber Bazillus!

      gerne nehme ich das ‚Du‘ von dir an. Du hast auch hier wiedermal hervorragend geschrieben, ebenso beim Venus-Symbol, wo ich mich ganz kurz fassen musste, weil ich weg musste, hast du den ‚Rest‘ perfekt ergänzt.

  6. Eure Diskussion finde ich zwar interessant, aber die geht mMn ein wenig am Thema vorbei.

    Liebe Sherry,
    Du hast natürlich Recht, wenn Du für Dich die im Grundgesetz verankerte Gleichbehandlung einforderst.
    Die Versuche einiger Schreiber hier, die Rechte und Pflichten eines Bürgers auf religiöse Bestimmungen des Christentums zu reduzieren empfinde ich als falsch. Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden, ich hoffe so.

    @Sherry:
    Als ich als 4jähriger eingeschult wurde habe ich mich einer latenten Feindlichkeit ausgesetzt gefühlt. Das lag aber nicht daran, daß ich „Ausländer“ war, sondern daran, daß ich nicht in das damals gängige Schema passte.
    Heute ist es so, daß eine hübsche Frau mit Migrationshintergrund bei einer Bewerbung für einen Beraterposten weit mehr Chancen hat, als ein besser qualifizierter männlicher Mitbewerber. Ein „Deutscher“, der die deutsche Sprache nicht beherrscht und keinen Schulabschluß vorzuweisen hat wird selbstverständlich und durchaus berechtigt nicht eingestellt.

    Ich habe viele Jahre als Unternehmensberater für international agierende Firmen(Konzerne gearbeitet. Während meiner 25jährigen Tätigkeit als Berater wurde NIE Geschlecht oder Herkunft eines Bewerbers besprochen. Leider ist es mittlerweile so, daß sich unqualifizierte Bewerber, vorwiegend solche aus islamisch geprägten Nationen, gerne in eine Opferrolle bugsieren, wenn sie die Anforderungen an die moderne Leistungsgesellschaft mangels Ausbildung nicht erfüllen. Durch die islamische Lobby werden auf diese Weise völlig tumbe und unqualifizierte Menschen in zB Flugzeuge gesetzt, die dann beim nächsten Problem mit dem Autopiloten abstürzen. Es gab schon Mitschnitte von blackbox, wo man die Crew hören konnte. Die Piloten skandierten „allahu akbar“, statt sich um die sichere Landung auch ohne Autopilot zu kümmern.

    Integration ist nur ein Thema für ungebildete, meist arabisch-islamisch zurückgebliebene Stammesangehörige.
    Osteuropäer, Nord- und Südamerikaner, Asiaten und Australier haben kaum Probleme und brauchen keine 5 Integrationsräte pro Familienmitglied.

    Ich differenziere durchaus zwischen Iranern und Persern, zwischen Ägyptern und Kopten, zwischen Turkmenen und Arabern… Du auch?

  7. Kleiner Nachtrag, nachdem ich mich wieder beruhigt habe:
    Die deutschen Ureinwohner sind nicht fremdenfeindlich. Wer anderes behauptet, ist Lügner.

    • Bitte verzeiht uns Christen, wenn wir einfach aus unserer Perspektive reden.
      Soweit ich bei meinen Recherchen kam, entspringt allerdings bei uns sogar viel mehr dem christlichen Geist (z. B. unser Grundgesetz), als es dem ersten Anschein nach aussieht.
      Für mich ist der einzig wahre und richtige Geist, selbstredend der christliche.
      Aber Gott ist nicht auf eine Gruppe seiner Diener allein angewiesen, auf Christen oder Kirchen, diese lassen in ihrem Lebenszeugnis manches mal zu wünschen übrig.
      Gott kann auch auf unorthodoxe Methoden zurückgreifen. Lukas 19,40: „Er (Jesus) antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

      Wenn es einen liebevollen Gott gibt, der die ganze Welt geschaffen hat, dann interessiert sich dieser auch für die ganze Welt mit ALLEN ihren Kulturen. (Vielleicht trage ich mal zusammen, wie treffend die Bibel über Zaratustra denkt, ich hab bis jetzt aber erst recht wenig.)

      Ein Beispiel, wie viel unwillkürlich von der eigenen Perspektive abhängt:
      Die Gleichstellung der Frau ist mMn ein UR-biblisches Thema. Heißt es doch schon bei der Schöpfung, „und er schuf sie als Mann und Frau“.
      Das neue Testament aber, und die ersten Apostel, hielten sich zu diesem Thema aber ziemlich bedeckt. Es hieß sogar, die Frauen mögen sich in der Versammlung zurückhalten und zuhause ihre Männer fragen. Das Gnadenangebot der Erlösung für alle Menschen hatte Priorität. Ich glaube, man hielt sich bedeckt, weil das Christentum sonst auf eine Frauenbewegung reduziert worden wäre, für welche die Zeit aber noch nicht reif war.

      Denn bis heute hat dieses Thema das Potential, alles Denken für sich zu vereinnahmen. Ich erinnere mich an eine Doku-Sendung, ‚die Päpstin‘, ich meine, bei Mona-Lisa, oder so. So weit ich es verfolgen konnte, gab es in der ganzen Dokumentation keinen einzigen Beleg dafür, dass sich die Päpstin für Frauenrechte ausgesprochen oder für Frauenrechte eingesetzt habe. Trotzdem hatte die ganze Dokumentation den steten Tenor, dass die Päpstin eine Frauenrechtlerin war. Musste sie ja (denn schließlich war sie ja eine Frau). So kurz haben die Filmemacher wohl gedacht. Und wenn es -Macherinnen waren, würde es mich auch nicht wundern. Einfach gefangen, in der feministischen Perspektive.

      Wenn uns ‚Ureinwohnern‘ Fremdenfeindlichkeit nachgesagt wird, ist das genau dann nicht gelogen, wenn die Feindlichkeit von Fremden verspürt wird. Wir sind nicht alle gleich, aber die Fremdenfeindlichen unter uns beschmutzen numal UNSER GANZES Nest. Schön, dass wenigstens du als Deutscher dich bei uns angenommen und ‚ZUHAUSE‘ fühlst.

      Wir wollen auch ganz bestimmt nicht „Rechte und Pflichten eines Bürgers auf religiöse Bestimmungen des Christentums zu reduzieren.“
      Ähnlich wie der Koran behauptet, er erkläre alles, nimmt für uns Christen der Liebe Gott auch die oberste Position ein, der z. B. sowieso jede Weisheit entspringt, und dass es Gott ist, der in Wirklichkeit die vermeintliche Weisheit der Bösen sogar unter Wahrung des Freiwilligkeitsprinzips zur Torheit werden lässt!
      Nicht weniger Anspruch, sondern eigentlich noch viel mehr, und es zeigt mir, was Gott doch für ein Könner ist!
      Also erklären sich für uns Christen auch Themen wie z. B. ‚was sich gehört und was nicht‘ natürlich von Gott ausgehend. Nur enden werden diese Themen noch längst nicht bei ‚religiösen Bestimungen‘ (die bestenfalls Hilfestellungen sein können), sondern in der einzig wahren Freiheit, die Gott für die Menschen haben will, in der Erkenntnis der Wahrheit, der begreifenden Liebe und beim Lobpreis für den HERRN!
      Und wenn du ein ‚Reduzieren‘ empfindest, dann meinst du doch, dass etwas gutes abgeschnitten wird. Lass hören! Zeig uns, was wir übersehen!
      Christen lassen sich gerne etwas sagen (vergleiche Jakobus 3, 17).

      Das Thema aber, zumindest laut Überschrift („was denkt die zweite Generation?“) ist doch außerordentlich weit gefasst, je nachdem was diese so alles denkt.

      • Religion und Glaube gehören in den privaten Bereich, nicht in gesetzgebende Gremien. Den „christlichen“ Herrschern des Mittelalters wurde durch Reformen und Reformation bereits der Zahn gezogen, weltliche Machtgelüste uneingeschränkt ausleben zu dürfen. Jesus sagte durchaus berechtigt: Mein Reich ist nicht von/auf dieser Welt.
        Versteh mich nicht falsch, ich ziehe das Christentum jeder anderen Religion vor, aber religiöse Dogmen, auch christliche, haben in unserer modernen Gesellschaft keine Gewalt zu haben.
        WIR als Menschen sind der Souverän und Bestimmer, nicht die Dogmen der christlichen Kirche und erst recht nicht die sklavische Sharia.

        Der Kronprinz hat das erkannt.

        • Es gibt doch auch gute und weithin anerkannte Dogmen, wie z. B. „Du sollst nicht stehlen!“ Dieser Gedanke trägt auch unsere Gesetze. Unsere Gesetzesschöpfer hatten nach dem zweiten Weltkrieg noch eine gute Erinnerung an dieses Gottesgebot. An Staatsgewalt und staatliche Ordnung konten sie zu dem Zeitpunkt eigentlich nur schlechte Erinnerungen haben. Sie wollten es gut machen, und ließen sich daher von ihrer religiösen Prägung inspirieren und portierten diesen Gedanken in staatliche Gesetze.

          Religion wurde eine Instanz zum Erklären und Begründen, zur Sinnfindung und um das Ganze zu verstehen, aber ohne dass die religiös Kompetenten direkten Einfluss auf staatliche Ausführungsorgane bekamen. So etwas empfinde ich als ausgesprochen gesund, ebenso, wie die Staatsgewalt auch unbedingt geteilt sein sollte. Der Grund ist leicht erkennbar: Geteilte Kräfte müssen sich rechtfertigen. Fehler werden deutlich schneller erkennbar und korrigierbar. Machtmissbrauch wird schwieriger.

          Staatsherrscher, die auch in den religiösen Bereich hineinregieren, wie z. B. Hitler mit seiner selbstgemachten ‚Vorsehung‘ finde ich dabei ebenso problematisch, wie Religionen, die eine Staatsmacht für sich reklamieren.

          Ein respektvolles Miteinander muss für alle selbstverständlich sein!

          Eine gute Religion ist für mich etwas ganz besonderes, es kann aber nur eine sein, bei der man mitdenken darf. Wenn du sagst, „WIR als Menschen müssen SOUVERÄN und BESTIMMER sein“, klingt das mit der Betonung, wie ich es hier wiedergegeben habe auch schon ziemlich dogmatisch. Wenn ich z. B. bedenke, wieviele Menschen für Hitler geschrien haben, so ist auch das nicht frei von Gefahr.

          Eine gute Religion ist für mich etwas ganz besonderes, es kann aber nur eine sein, bei der man mitdenken darf, und dann freiwillig mehr oder weniger von dem annehmen darf, was man verstanden hat. Und sie muss in sich schon tragen, dass sie niemals zu Gewaltherschaft tendiert, wie es der Islam z. B. aber tut, wenn er die Mehrheit gewinnt.

          Eine gute Religion ist für mich etwas ganz besonderes, es könnte aber nur eine sein, die ich auch kenne. Auch ich bin da ganz Mensch und wittere sehr schnell Gefahr. Frei nach Churchill: „Trau keinem Dogma, das du nicht selbst nachgedacht hast!“

          Was kann uns davor bewahren, dass unsere Gesellschaft immer mehr verkommt? Wenn Religion immer nur eine nette ‚Privatsache‘ bleiben soll, und sich nicht zu Wort melden darf, dann hätten z. B. auch Lobbyisten ein leichtes Spiel, die ihnen passenden, ungerechten Gesetze zu schaffen.
          Dann würden wir auch irgendwann unter Dogmen leiden, nur unter anderen. Vielleicht würden uns irgendwann mal Geldverdiener vorschreiben, ob wir unseren Brei aus einem Pott, von einem Pad, oder gleich vom Tablett zu uns nehmen 🙂

          Und jetzt kommt das beste: Nach meiner bescheidenen persönlichen Wahrnehmung trägt die Bibel – mehr als alle mir bekannten Religionen, Kirchen und Denominationen – diesen mir lieb gewordenen und hier angerissenen ‚Prämissen-Satz‘ in sich!

          Beispiele:
          Johannes 15, 14-15; 1. Korinther 2, 10-12; 1. Korinther 3, 19-23
          Die Bibel ist moderner als man denken mag, oder vielleicht doch eher zeitlos?

          • Du kannst Dein Land und Deine Kultur nicht mit frommen Sprüchen aus der Bibel oder anderen Büchern gegen einen agressiven Angreifer verteidigen.
            Das christliche „Du sollst nicht töten“ steht dem islamischen „schlage die Nacken“ – „töte sie, wo immer Du sie findestl“ gegenüber.
            Beide religiösen Vorschriften haben in der heutigen Realität nix zu suchen. Wer mich angreift, muß mit seinem Tod rechnen.

            • Nein, darftst Du nicht.
              Du darfst das nicht Infrage stellen. denn es ist unser Land, unsere Gemeinschaft. Wir sind das Volk. Wer hier lebt und die Freiheit dieses Landes liebt, der gehört zu uns.

            • Dann werd ich es mir wohl merken müssen – aber das hatte ich ja schon.

              „‚Du sollst nicht töten!‘ … hat in der heutigen Realität nix zu suchen.“ ???

              Wer zu unserem Land dazugehört und es liebt, sollte aber tunlichst NICHT einfach mal so getötet werden (wird ja sogar zum Spass gemacht!) !!!
              So etwas fände ich gern in der Realität, in Gesetzen und auch in Religionen.

              ‚Du sollst nicht töten!‘ steht doch weniger der Selbstverteidigung, die du dir vorbehältst entgegen, als viel mehr der Agressivität möglicher Angreifer.

              Darf ich mich nächstens kürzer fassen?

  8. Ich auch: Ich bin Deutscher, ich bin stolz auf mein Land.

    Ich bin nun 73 Jahre alt, meine Mutter ( mit vier Kindern) und die vielen anderen Frauen und Mütter haben in Berlin in den Ruinen die Steine abgekopft und Deutschland wieder aufgebaut. Meine reguläre Arbeitszeit war 48 Stunden die Woche, plus jede Menge an Überstunden. Mein Lohn 0,75 Mark pro Stunde. Ich rede nicht wie ein Blinder von der Farbe.
    Jeder, woher er auch kommt ist mir willkommen, wenn er Hirn und Tatkraft mitbringt und einsetzt. Schöne Worte sind erbaulich, aber ohne Taten einfach nur Worte wie Schall und Rauch.
    Zum Jammern habe ich genug angesammelt, wie z.Bsp. Hunger, Kälte und mehr. Kopf hoch und durch.

    Grüße
    Manfred

    • Danke Manfred für diese nette Worte. 73 und immer noch aktiv! Und ja, Ihre Generation hier muss es ständig sagen und wiederholen, damit nicht vergessen wird, wer Deutschland aufgebaut hat!

      Grüße zurück 😉

  9. Fartâb Pârse ja ich bin aktiv und bestens informiert (dank Internet) was auf dieser Welt an Mord und Totschlag statfindet. Der künstlich gesäte Hass und Neid, wie er gesät wird und wie daraus Missgunst und Kriege angefacht werden. Die Begehrlichkeit ist grenzenlos geworden und wird von kleinen Gruppen gefördert.
    Ich danke Euch für die Informationen über die persische Geschichte die sehr beindruckend ist. Ich konnte schon einige Lücken bei mir auffüllen. Leider wurde durch Gewalt auch im persischen Reich diese hoch entwickelte Kultur durch primitive Kräfte zerstört. Ich hoffe der persische Geist hat das alles überlebt.

    Grüße
    Manfred

    • Es ist uns eine Ehre Manfred Sie als Leser zu haben und dazu beizutragen Ihre Wissenslücken bezüglich der persischen Geschichte aufzufüllen. Wir bemühen uns ständig über unsere Geschichte gut recherchiert zu schreiben, ich bitte Sie trotzdem uns Fragen zu stellen, wenn Sie noch Wissenslücken haben sollen, denn dann können wir explizit der Frage nachgehen.

      Einen schönen Abend noch.

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