Beschneidung: Angela Merkel und ihr gespaltenes Verhältnis zum Grundgesetz

Berlin – Das im Mai 2012 gefällte Urteil zum Verbot der rituellen Beschneidung von minderjährigen Jungen das in zweiter Instanz vom Landgericht Köln gefällt wurde, stieß bei der Kanzlerin Merkel vergangene Woche auf heftige Kritik.

Die Financial Times Deutschland zitierte die Kanzlerin unter Berufung auf CDU-Mitglieder mit den Worten: „Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation.“ Ihr Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: „Verantwortungsvoll durchgeführte Beschneidungen müssen in diesem Land straffrei möglich sein.“ Die Bundesregierung wolle jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland. Beschneidungen müssten deshalb straffrei möglich sein. Man ist sich in Regierungskreisen einig und auch die für Familie und Jugend zuständige Ministerin Schröder betonte, eine verantwortungsvoll durchgeführte Beschneidung von Jungen müsse weiter erlaubt sein. „Jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland darf nicht unmöglich gemacht werden“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Im Vorfeld hatten sich bereits Politiker der Grünen und der FDP für eine klare Rechtssicherheit bei Beschneidungen ausgesprochen.

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit

Völlig zu Recht sah das Landgericht Köln in der Beschneidung von minderjährigen Jungen eine Körperverletzung. In der Urteilsbegründung ging das Gericht davon aus, dass eine Körperverletzung nur dann rechtlich unbedenklich ist, wenn sie von einem mündigen Individuum in freier Entscheidung gewollt ist. Die Kanzlerin stellt ihre Ansichten dabei über das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, denn im Art. 2 GG ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit garantiert, dort heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Daher kündigte die Bundesregierung an, rituelle Beschneidungen nach jüdischer und islamischer Tradition durch ein Gesetz legitimieren zu wollen. Über diesen Weg wird das Grundgesetz ausgehebelt. Das Grundrecht jedoch schützt sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit eines Menschen. Schmerzverursachende Maßnahmen und Verstümmelungen wie die Beschneidung werden durch diese rechtsstaatlichen Garantien verboten.

Des Weiteren handelt es sich hierbei um ein disponibles Rechtsgut, das heißt der Inhaber kann normalerweise nach freiem Willen darüber verfügen. Dies wiederum setzt Mündigkeit voraus und nachdem die zu beschneidenden Jungen durchwegs minderjährig sind, kann hier nicht von einer Freiwilligkeit ausgegangen werden, sondern von einer Misshandlung von Schutzbefohlenen. Die strafrechtlich relevante Expression zu Straftatbeständen gegen die körperliche Unversehrtheit finden wir in den § 223 bis § 231 StGB. Somit handelt es sich bei der Beschneidung von minderjährigen Jungen und Mädchen um nichts anderes als um eine Straftat.

Die Amputation der Vorhaut bleibt auch nicht ohne Folgen: So erfüllt sie wichtige erotische Funktionen, sie erleichtert nicht nur die Penetration sondern erhält die sexuelle Erregbarkeit. Durch die Beschneidung lebt man damit in diesen sexuellen Funktionen eingeschränkt. Die Entfernung der Vorhaut bei Säuglingen ist noch gravierender als bei älteren Kindern, da die Vorhaut und Eichel bei fast allen Neugeborenen noch fest verwachsen sind. Medizinische Studien haben bewiesen, dass Neugeborene extreme Schmerzen erleiden, und eine Anästhesie selten eingesetzt wird.

Letztlich ist die Beschneidung von Jungen ein medizinisch völlig unnötiger, kosmetischer Eingriff an einem nicht zustimmungsfähigen Patienten. Im Islam ist die Beschneidung von Jungen in Qur’an und Sunna zwingend gefordert und gilt als Wajib (Pflicht). Die Beschneidung soll dabei ab dem 7. Lebenstag bis zur Geschlechtsreife vollzogen werden. Mohammad sagte, „dass zur ursprünglichen Natur der Menschen fünf Handlungen gehören: Die Beschneidung, das Abrasieren der Schamhaare, das Kurzschneiden des Schnurrbarts, das Schneiden der Nägel und das Auszupfen der Achselhaare.“ Viele Befürworter von Beschneidungen argumentieren mit pseudohygienischen Aspekten, die die Beschneidung bringe. Abgesehen von einem ästhetischen Aspekt wird man daran nichts Positives finden können. Und eines ist sicher: Die Natur hat am Körper des Menschen nichts geschaffen, was überflüssig wäre. Dass Frau Merkel sich als Schutzpatronin abartiger Rituale hergibt, die noch dazu gegen das Grundgesetz verstoßen, darf einen ruhig nachdenklich stimmen.

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24 Gedanken zu „Beschneidung: Angela Merkel und ihr gespaltenes Verhältnis zum Grundgesetz

  1. Grundsätzllich: Ich bin nicht gegen die Beschneidung, wenn jemand sie an sich selbst vornehmen lässt, wenn sie ihm so wichtig ist, dass er selbst entscheiden kann, ob er sie durchführen lassen will oder nicht. Beschneidung an Kindern lehne ich grundsätzlich ab. Da haben archaische Bünde, die damals möglicherweise durchaus ihre Berechtigung gehabt haben mögen, heute nichts mehr zu suchen.

    Ich möchte und wage es nicht, mir vorzustellen, wie viele Jungen im Laufe der Zeit seit Bestehen der Beschneidung durch Unfähigkeit der Beschneider oder durch verseuchte Schneidemittel ums Leben gekommen sind. Darüber wird sinnigerweise nie berichtet. Die Beschneidung mag damals zu dieser archaischen Zeit ein probates Mittel gewesen sein, die Menschenopfer abzuschaffen und sich als Volk u. a. über die Beschneidung zu identifizieren. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als nach Jesus auch Unbeschnittene in die „Gnade Gottes“ aufgenommen wurden, war die Beschneidung religiös überflüssig geworden. Ein guter Jude kann sich nicht äußerlich durch die Beschneidung legitimieren, sondern nur durch Treue und eine tiefe religiöse Beziehung zu Gott in der Tiefe. Der Bund, den Gott mit den Juden geschlossen hatte, sollte lediglich die „Volkszugehörigkeit“ besiegeln. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich kann es wissenschaftlich nicht belegen, aber ich vermute, nein ich bin der festen Überzeugung, dass die Einführung der Knabenbeschneidung in religions-psychologischer Weise im gesamtreligiösen Kontext auch die Einführung der noch grausameren Mädchenbeschneidung beeinflusst hat, die für Millionen von Frauen ein hartes Schicksal nach sich zog und leider noch immer zieht und ziehen wird.

    Ich bin Christ und danke Paulus, dass er wohl die treibende Kraft war, die Beschneidung für Anhänger Jesu ad akta legen zu können.

    Religiöse Begründung gegen die Beschneidung von Jungen:
    Ich schmücke mich hier mal mit fremden Federn. Kommentatorin Eurakel auf PI hat zu diesem Thema wirklich Sinvolles beizutragen gehabt, dem ich mich im vollen Umfang anschließe.

    Eurakel:
    Das Hauptproblem an der ganzen Diskussion ist, dass Judentum und Islam Geburtsreligionen sind. Also Religionen, die den Anspruch haben, dass ein Mensch automatisch dazugehört und sich nicht aus freiem Willen entscheidet. Deswegen wird auch das Markierungszeichen dieser Religionen nicht als etwas Freiwilliges angesehen, sondern als eine Pflicht.

    Es tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber das erinnert mich an eine Viehherde, der ein Zeichen eingebrannt wird.

    Im Gegensatz dazu ist das Christentum ein freies Bekenntnis und sein Siegel ein unsichtbares.

    Da immer behauptet wird, alle “abrahamitischen Religionen” würden an den selben Gott glauben, sollte man endlich fragen: Wieso sollen die einen Schmerzen ertragen und mit einer Körpermarkierung herumlaufen und wieso sind die anderen davon befreit?

    Ist Gott ein Rassist, der von den Juden und Moslems ein schmerzhaftes Prozedere und einen Opferkult verlangt, während er die Christen zur Taufe reich beschenkt?

    Einwand auf einen Kommentar eines anderen Kommentators:
    Als Jude war Jesus aber beschnitten, zu seiner Zeit gab es noch gar keine Bibel!

    Aber sicher das: Die Juden hatten ihren Teil der Bibel rund 100 v.Chr. fertig gestellt.

    Dort kannst du im 1. Buch Mose und in Josua Kap. 5 lesen, dass die Beschneidung den Stamm bzw. das sich daraus bildende Volk markiert. Das aber fällt nicht unter das, was wir unter “Religionsgemeinschaft” und “Religionsausübung” verstehen.

    Du musst zwei Dinge auseinanderhalten: Das Volk der Juden und die Religion des Judentums. Wer nach jüdischem Ritus beschnitten ist, gehört zum Volk der Juden, ist aber frei, jeden anderen Glauben anzunehmen. Das Judentum ist kein Gefängnis. Umgekehrt kann man gläubiger Jude sein, ohne beschnitten zu sein.

    Der einfachste Beweis dafür, dass die Beschneidung und der Glaube unabhängig voneinander sind, ist der, dass die Religionszugehöriglkeit nicht über den beschnittenen Vater vererbt wird, sondern ausschließlich über die Mutter.
    #161 Eurakel (13. Jul 2012 01:30)

    #150 Heta

    Und wer wenn nicht Gott hat die Beschneidung angeordnet? Gen 17,10f.

    Ja, sehr gut, dass wir jetzt die Bibel zu Rate ziehen. Aus dem 1. Buch Mose:

    Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem S t a m m e s v e r b a n d (ich füge hinzu: also nicht vom Glauben!!!) ausgemerzt werden.

    Allerdings wollen die Männer bloß unter der Bedingung auf unseren Vorschlag eingehen, mit uns zusammen zu wohnen und ein einziges V o l k zu werden, dass sich bei uns alle Männer beschneiden lassen, so wie sie beschnitten sind.

    Weiter bei Josua:

    Als das V o l k auszog, waren alle beschnitten. Alle aber, die nach dem Auszug aus Ägypten unterwegs in der Wüste geboren wurden, hatte man nicht beschnitten.

    Als nun das ganze V o l k beschnitten war, blieb man an Ort und Stelle, im Lager, bis die Männer wieder gesund waren.

    -> Die Beschneidung ist Merkmal der Stammes-/ Volkszugehörigkeit. Man kann aber völlig unabhängig von diesem Merkmal jüdischen Glaubens sein. Und man kann als Zugehöriger des jüdischen Volkes Nicht-Jude sein.
    #162 Eurakel (13. Jul 2012 01:35)

    #150 Heta

    Hör genau zu, was der Rabbi oben im Video sagt. Er sagt, dass die Beschneidung der “Übertritt zum jüdischen V o l k” ist. Der Übertritt zu einer Volkszugehörigkeit ist aber durch Artikel 4 GG nicht abgedeckt.

    Das NT in der Apostelgeschichte:
    Paulus und Barnabas diskutierten die Frage der Beschneidung ohne Erfolg. Also wurde eine Delegation nach Jerusalem gesandt, um die Apostel zu fragen, damit sie in dieser Frage entscheiden. Während dieser Diskussion sprach Petrus: „Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, gleichwie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns (den Beschnittenen) und ihnen (den Unbeschnittenen), indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. […] Wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene.“ (Apostelgeschichte 15:8,9,11)

    Das war ein zwingendes Argument. Gott hatte die Unbeschnittenen akzeptiert so wie sie waren. Wieso konnte nicht jeder andere sie auch auf diese Weise akzeptieren? Sie konnten. Jakobus stand auf und schlug vor, einen Brief an die entfernten Versammlungen zu senden. Er wurde versandt und enthielt nicht ein Wort über die Beschneidung.

    Paulus (selbst als Jude geboren) brachte diese Frage in eine richtige Perspektive: „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleische Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geiste, nicht im Buchstaben; dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist.“ (Röm. 2.28,29)

    Hier ist die „Beschneidung der Herzen“, über die Jakobus sprach. Es ist nicht das Abtrennen der Vorhaut, aber das Abtrennen der gesamten „alten Natur“. Wenn einst die „alte Natur“ verschwunden ist, haben wir etwas Neues.: „Denn weder Beschneidung, noch Vorhaut ist etwas, sondern eine neue Schöpfung.“ (Gal. 6:15).

    Mein Fazit des hervorragenden Kommentars von Eurakel: Die Beschneidung fällt also nicht in das Glaubens- und Religionsressort, sondern in das Volkszugehörigkeitsressort und das ist kein Bestandteil der Religionsfreiheit. Wenn Gott also Beschnittene und Unbeschnittene gleich liebt und ihnen den Weg zu ihm eröffnet, dann hat der alte Bund zwischen Gott und den Juden im Grunde keine Bedeutung mehr.
    Die Juden werden das nicht so sehen. Aber ist diese blutige Tradition ein Akt der Religionsfreiheit?

    Das Gesetz ist, wie der Artikel von Ardasir Parse unmissverständlich wiedergibit eindeutig:
    Körperverletzung eines unmündigen Kindes in einer Weise, die nicht einmal mehr rückgängig zu machen ist, ist unzulässig. Wenn Religionen, ich betone, heute, keine anderen Möglichkeiten sehen, als ihre Gläubigen mittels blutigen Ritualen auch noch im Kindesalter zu rekrutieren, dann haben sie weder Gott noch eine gute Religion verstanden und haben sich von der Vernunft verabschiedet.

    Juden begreife ich ohnehin in dieser Frage nicht, weil sie ihre Volkszugehörigkeit spätestens, seit Muslime ihre Jungen – natürlich noch brutaler von Männlichkeitswahn befallen bei vollem Bewusstsein mit 8 – 10 Jahren beschneiden, um die „Männlichkeit“ zu fördern, äußerlich nicht mehr unterscheidbar sind. Somit hat der Bund mit Gott aus der Tora auch praktisch seinen Sinn verloren. Übrigens: Mohammed hat die Beschneidung empfohlen, nicht ausdrücklich vorgeschrieben. ABer er war es auch, der leichte Mädchenbeschneidung empfahl und somit im Grunde sich selbst als „Förderer“ der Beschneidung disqualifiziert hat.

    Nichtsdestotrotz bleibt: Blutiges Spektakel, welches mit Schmerzen, Tränen und noch schlimmer, vor allem im muslimischen Bereich mit Traumata verbunden sind, sind rundweg abzulehnen. Auch sehe ich nicht ein, warum unsere Krankenkassen solche OP überhaupt bezahlen? Es ist Betrug, eine Phimose zu diagnostizieren, wenn lediglich ein religiöses Ritual sich dahinter verbirgt. Es ist eine echte Dreistigkeit (Juden machen das nicht, weil sie ihre eigenen Beschneider haben), diese Kosten dieser bluttriefenden Rituale auch noch der Gemeinschaft der Kassenmitglieder aufzubürden.

    Ich sehe in einem gesetzlichen Verbot der Beschneidung keinen unzulässigen Eingriff in die Religionsfreiheit. Jude oder Muslim brauchen nicht beschnitten zu sein, um sich als Jude oder Muslim zu fühlen, sich zu identifizieren oder ihre religiöse Persönlichkeit in ihrer Religion aufzuspüren. Man soll es ihnen auf jeden Fall freistellen, sich als Erwachsener beschneiden zu lassen, wenn sie denn wollen. Diese Beschneidung ist dann auch religiös begründbar, weil er sich als Erwachsener dafür entscheiden kann. Erschwerend hinzu kommt noch der enorme Gruppendruck, dem Eltern aus dem jüdischen und muslimischen Bereich ausgesetzt sind. Der Gruppendruck dürfte kein Mittel sein, ein allgmeines Gesetzesverbot der Kindesbeschneidung zu torpedieren. Der Gruppendruck führt die Eltern zu keiner freien und individuellen Entscheidung gegen die Besschneidung. Mit einem solchen ges. Beschneidungsverbot wäre zumindest der Individualität der Entscheidung Vorschub geleistet.

    Man komme mir hier bitte nicht mit der Taufe von Kindern. Dieses Zeichen ist ein rein geistig-sakramentales Zeichen, welches das Kind, ob männlich oder weiblich jederzeit bei Eintritt der Religionsmündigkeit ablegen kann. Das Christentum ist keine Geburtsreligion. Eine Beschneidung kann nicht rückgängig gemacht werden.

    Es ist langsam an der Zeit, das Kindeswohl hier in Deutschland auch auf die Beschneidung hin auszurichten und auch in dieser Frage an die erste Stelle zu setzen. Kindeswohl heißt hier immer: Kein reliöser Grund darf als Grundlage dienen, einen operativen Eingriff an einem Kind vornehmen lassen zu dürfen. Ich bilde mir ein, ein religiöser Mensch zu sein, es zumindest zu versuchen. Ich denke, dass ernstzunehmende und vernunftgeprägte Juden und Muslime auch ohne das brutale blutige, weil lediglich äußere Zeichen der Beschneidung auskommen können, um ihren Glauben leben zu können. Es kann mir kein religiöser Jude oder Muslim erzählen, dass er mangels Beschneidung nicht den Himmel betreten könne. Das hat auch noch niemand aus dem Religonskreis behauptet.

    Im Falle der Ablehnung der Beschneidung von Jungen brauche ich nicht islamkritisch oder antijüdisch zu sein, um konstatieren zu können, dass die Beschneidung ein Akt brutaler Gewalt an einem unwissenden kind ist.

    Weiteres Fazit: Diese tumbe Regierung hat nichts Besseres zu tun, als den Religionen, die blutige Körperverletzungen an kleinen Jungen (die überdies auch die Beschneidung an Mädchen geistig-psychologisch initieren und somit legitimieren pflegen), die sich nicht wehren können, wieder einmal im Stich zu lassen, nur um Ruhe vor unangenehmen Fragestellung haben zu wollen. Kein Charakter, kein Durchsetzungsvermögen, kein Rückgrat, wie immer: Im Westen nichts Neues.

    Dass jüdische Verbände mit der Nazikeule kommen und Muslime mit der Opfermentalität ist ja wohl klar. Darüber sollte kein Wort mehr zu verlieren sein. Es ist müßig, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Und das dubiose Spiel der Kirchen ist nichts anderes als das Bewahren von Pfründen und Rechten. Leider werden hier auf Kosten von unmündigen und unschuldigen Kindern Grundsatzfragen ausgetragen, die schon längst hätten der Vergangenheit angehören müssen.

    • Danke Bazillus, für deinen aufklärenden Beitrag!
      Ich las ihn mit Gewinn.

      Die ‚Archaischen Bünde‘ muss man schon ein bisschen studieren, um sie verstehen zu können.
      Ein großes und vielschichtiges Thema, welches bis heute reicht und mehrmals über kreuz geht.
      Ich weiß nicht, ob das hier nicht zu umfangreich wird, und lasse diesen Teil erst einmal weg.
      Einfacher – und vor allem kürzer – ist es erstmal, von ‚früher‘ und ‚heute‘ zu sprechen.
      Die Schwierigkeit für uns Christen dabei: Darin noch den unveränderlichen Gott zu erkennen.

      Einen Beleg dafür, dass die Beschneidung quasi als Ersatzdroge eingeführt wurde, um Menschenopfer abzuschaffen finde ich in den Schriften nicht.
      Ob Opfer gottgefällig sind, oder nicht wurde sowohl schon lange vorher, nämlich Kains Brudermord vorausgehend, als auch vielfach lange nachher thematisiert. Aber auch dabei wurde – soweit ich mich spontan erinnere – nie eine Verbindung zur Beschneidung gezogen.

      Als Identifikationsmerkmal des ‚Volkes‘ sehe ich die Beschneidung auch.
      Sehr richtig auch deine Feststellung (die auch bei einer Betrachtung der ‚Bünde‘ dabei wäre):
      „Ein guter Jude kann sich nicht äußerlich durch die Beschneidung legitimieren, sondern nur durch Treue und eine tiefe religiöse Beziehung zu Gott.“
      Mit diesem Satz und einigen anderen, der von dir hier gebrachten Bibelzitate sind wir beide mindestens auf der selben Spur!

      „lediglich Volkszugehörigkeit”
      Ein sekulares Staatsverständnis, für das ich selbst heute sehr plädiere, oder irgendwie formulierte Rechte der freien persönlichen Religionsausübung gab es damals – glaube ich – überhaupt nicht.
      Auch andere AT-Bibelschreiber nannten später aufkommende abweichende religiöse Praktiken, wie z. B. den Baalskult schlichtweg ‚Abfall‘, dem keinerlei Toleranz entgegen gebracht wurde.
      Alles was nicht richtig war, war dementsprechend einfach nur falsch, und nicht wert, ‚Religion‘ genannt zu werden. Demzufolge gab es auch gar nicht die ‚religiöse Ebene‘, wie bei uns heute, wo man geborener Staat-X-Bürger und überzeugter Religion-Y-Gläubiger sein konnte.
      Die Volkszugehörigkeit selbst scheint mir am treffensten als ethnisch definiert zu sein, also eine Population mit gemeinsamer Geschichte und Kultur und überwiegend biologisch definiert.
      Selbst die zwölf israelitischen Stämme sollten sich untereinander nicht vermischen.
      Bis heute, – trotz mehrfacher Zerstreuungen in die unterschiedlichsten Länder – haben sich biologische Eigenheiten bewahrt.

      Ich sehe daher die Israelische Beschneidung nicht als ‚religiöses‘ Kennzeichen, sondern eher als ethnisches, völkisches, rassisches, staatliches oder biologisches. Auch vom Wortsinn her, dass Religion bedeutet: ‚Wieder verbinden mit Gott‘, kann bei der Beschneidung keine Rede von einem Wiederverbinden sein, denn sie wurde eingesetzt, noch bevor der, dem sie primär galt (Isaak) geboren war. Auch die Islamische Beschneidung erkenne ich nicht als ‚religiös‘ an, weil ich dem Islam wegen seiner allumfassenden Ansprüche selbst nicht als Religion anerkenne.

      Allerdings ist die Beschneidung für beide Gruppen doch zweifellos eine ‚Sitte‘ (später mehr dazu).

      Dein Verdacht, wie es zu „der noch grausameren Mädchenbeschneidung“ kam, scheint mir sehr plausibel. Wenn selbsternannte Religionsgestalter vor Religiösem nicht halt machen, sondern ihre eigenen Phantasien mit einer derartigen Legitimation besetzen, kann es zu den schlimmsten Auswüchsen kommen. Das Gottesgebot (2. Mose 20, 7) „Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“ wurde wohl auch dagegen gesprochen.
      Bemerkenswert in diesem Zusammenhang finde ich, wie viel eine kleine Gruppe um Rüdiger Nehberg (ich sah ihn am 19.07.2012 bei Beckman) gegen die Mädchenbeschneidung mit Freundlichkeit dem Islam gegenüber erreichen konnte:
      Nicht weniger als einen Ächtungsbeschluss der Mädchenbeschneidung durch den Islam, von führenden Zuständigen (!), in Kairo am 23.11.2006!
      http://www.target-nehberg.de/HP-06_pressespiegel/index.php

      „Juden begreife ich ohnehin in dieser Frage nicht, weil sie ihre Volkszugehörigkeit spätestens, seit Muslime ihre Jungen …“
      Den Juden bedeutet ihre Sitte wohl mehr, als ein taktisches Alleinstellungsmerkmal, das bei Nachahmung wertlos wird. Es wäre doch übel, wenn sich Juden an Muslims (sprich: anders als …) definierten und eigenes Verhalten von einem Plagiatisten abhängig machten.

      Bei der Israelitischen Beschneidung ging es um einen Bund. Der sollte ein Glaubensbund sein, aber kein Religionsbund. Klingt paradox (ggf. später hierzu mehr). Er sollte auch Verheißungen bekräftigen: Dass Nachkommen im gelobten Land leben werden. Spätestens die in die Zerstreuung vertriebenen Israeliten konnten dies für sich selbst ja nicht mehr als Fakt sehen, und waren somit gezwungen, an diese Verheißung, d. h., an eine Rückkehr zu glauben.

      Unser Zugeständnis, so einen Glauben zu akzeptieren, beinhaltet auch, solch eine Integrationsunwilligkeit zu tolerieren!
      Dabei ist dieser Glaube uns Deutschen gegenüber Doppelbödig:

      Mithilfe der Brandmarkungsartigen Beschneidung wird eine original-israelitische Abstammung konserviert. Das stete Wissen: Wir sind anders, und gehören eigentlich woanders hin. Das geht über die Ebene einer Religionszugehörigkeit hinaus und betrifft – finde ich – eher Ebenen wie die einer Staatsangehörigkeit. Freilich ist es den Israeliten in der Zerstreuung nicht zu verdenken, dass sie – nun zum Glauben gezwungen – die Bewahrung ihrer Identität versuchten, auf der religiösen Ebene zu betreiben.

      Noch Problematischer ist die Toleranz zu islamistischer Beschneidung.
      Diese ist auch Brandmarkungsartig und konserviert ein vermeintliches Wissen:
      Wir sind anders (nämlich die einzig wahren Gläubigen), und eigentlich gehört alles uns. Das geht über die Ebene einer Religionszugehörigkeit weit hinaus und betrifft – finde ich – eher Ebenen wie die einer totalen (aber noch verschleierten) Kriegserklärung!

      Es kann für uns Deutsche verhängnisvoll werden, wenn wir Menschen beherbergen, die innerlich völlig anders sind, als wir selbst. Schlimmstenfalls sind darunter Schläfer, die innerlich anders ticken, z. B. wie eine Zeitbombe. Dann kann es irrelevant werden, ob die Andersartigkeit religiös, rassisch, kriminell oder sonstwie begründet war.

      Als Christ beanspruche ich übrigens Toleranzprinzipien wie sie sowohl der israelischen Andersartigkeit, als auch der islamischen entgegen gebracht werden. Das mag recht fundamentalistisch wirken, ist aber ganz harmlos:

      1) Als die flinkfüßigen Reporter an den Koran verteilenden Salafistenständen fragten, ob sie den Koran über unsere Gesetze stellten, wurde mir klar, das ich selbst eine solche Frage die Bibel betreffend bejahen müsste. Nichts verstehe ich 100%ig, versuche allem das beste zu entnehmen, aber zuletzt entscheidet mein Herz. Und natürlich mag das einem sehr anders Denkenden entsprechend unkalkulierbar erscheinen; aber so ist es nun mal, eigentlich bei jedem, nur dass ich auch dazu stehe. Und eigentlich geht es um mehr als nur um Deutschland, eigentlich fühle ich mich bei höherem Zuhause.

      2) Eigentlich gehört den Knechten Jesu – zu denen ich mich zähle – alles (1. Korinter 3, 21-23). Die Erbverheißung ist zugesichert, nur die Aushändigung noch Frage der Zeit. Aber so wie Eigentum laut Grundgesetz verpflichtet, so verpflichtet auch die Teilhaberschaft am Himmlischen Erbe, so damit umzugehen, dass sich kein anderer bestohlen, verängstigt oder bedroht fühlen muss. Was auch kein Problem sein muss, den Gott weis ja, was wir brauchen. Im Ergebnis höchstens eine spezielle, totale Liebeserklärung.

      Dann stellt sich natürlich die Frage, wieviel Toleranz wir uns erlauben können.
      Können wir uns erlauben eine schlummernde Feindseeligkeit zu tolerieren?
      Oder können wir uns erlauben, fremdabstämmige deutsch zu nennen, die zwar immer anders bleiben wollen, aber uns niemals nennenswert geschadet haben, sondern nur ihren eigenen Kindern (wenn überhaupt, denn ich weis nicht ob und wieviele erwachsene Israelis ihre Vorhaut wiederhaben wollen).
      Können wir es uns erlauben, Unterschiede bei Menschenrechten zu machen?
      Was können wir uns als Christliches Abendland erlauben?
      Christus selbst war beschnittener Jude, hat dagegen keine Silbe gesagt und auch Paulus hat zwar die ‚Heiden-Christen‘ von der Beschneidung freigestellt, aber sie den israelitischen gelassen!
      Könnten wir uns eine biblisch legitimierte Ausnahme vom Grundgesetz erlauben?
      Könnte uns ein christlicher Gottesstaat zum Segen werden?
      Da sind wir selbst noch von Mittelalter und Papsttum gebranntmarkt!

      Der Perserkönig Artaxerxes konnte den Juden sehr viel zugestehen (Esther 8, 12 p-s, Einheitsübersetzung): „Wir aber finden, dass die Juden .. als Bürger nach sehr gerechten Gesetzen leben, als Kinder des höchsten, größten und lebendigen Gottes, der unser Reich, wie schon zu Zeiten unserer Vorfahren, in der schönsten Ordnung erhält. … Ihr sollt überall eine Abschrift dieses Briefes öffentlich aushängen, damit man die Juden nach ihren eigenen Gesetzen leben lässt.“

      Oder könnten wir die Israelis fragen, wenn sie so sehr an die Gottesverheißung der Nachkommenschaft im gelobten Land glauben, dass sie dafür sogar ihre Söhne beschneiden, warum sie dann in unserem Land wohnen und auf unserem Gewissen lasten?

      Nun gibt es also eine Resolution zur Schaffung eines Beschneidungsgesetzes.
      Gegen das Grundgesetz verstieße ein solches Gesetz NICHT, wohl aber die bisherige (gesetzlose) Praxis. Das Grundgesetz sieht nämlich im gleichen Absatz (2) des zitierten Artikels 2 vor, dass gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit (wie auch gegen die ‚Freiheit der Person‘ und gegen das Leben insgesamt) „(nur) auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden darf.“ Was heißt das?

      Nicht jeder darf irgendwie einen anderen verletzen, ihn töten oder seiner Freiheit berauben. Auch staatliche Strafe durch Freiheitsentzug darf nicht irgendwie willkürlich geschehen, sondern nur nach Regeln, die für alle gleich ‚gesetzt‘ sind.

      In Artikel 1 des Grundgesetzes ist von „unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft“ die Rede.
      In Artikel 2 Grundgesetz, Absatz 1 (also noch vor der körperlichen Unversehrtheit) vom „Sittengesetz“.
      Alle drei (Menschenrechte, menschl. Gemeinschaft und Sittengesetz) sind allerdings selbst nicht exakt beschrieben.
      Erst Artikel 4 des Grundgesetzes geht auf die viel zitierte Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit ein, wäre also ohnehin nachgeordnet.

      Nun sieht es für mich als Deutschen wie folgt aus:
      Beschneidung ist kein Zeichen von Religion, sondern von Abstammung.
      Es sollen auch nicht die beschnitten werden, die von einem religiösen Glauben überzeugt werden, sondern die, die in die jeweilige Gemeinschaft hineingeboren wurden.
      Eine religionsfreiheitliche Begründung zur Körperverletzung an denjenigen, die gar nicht aufgrund eigener freiheitlicher Religionsentscheidung Opfer werden sollen, wäre daher völlig widersinnig.

      Dennoch ist es eine Sitte. Sitten respektiert auch Artikel 2 des Grundgesetzes.
      Nur ist es nicht unsere Sitte, sondern die der Hinzugekommenen.
      Es stellt sich also die Frage, ab wann der, die oder das XY zu Deutschland gehört!

      Für alle, die zu uns gehören sagen wir:
      Es gelten einheitliche Sitten, Gebräuche, Gesetze, Rechte und Pflichten.
      Z. B. sagen wir: Alle Kinder die zu uns gehören haben Recht und Pflicht auf Schulbildung, völlig egal ob irgend eine Religion das anders sieht. Notfalls greifen wir dazu in Erziehungsrecht und Religionsfreiheit ein.

      Art. 3, des Grundgesetzes sagt:
      „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. … Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. …“
      Und Art. 1, Absatz 3 des Grundgesetzes sagt:
      „Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.“

      Nach dem Grundgesetz könnte es also ein Gesetz geben, welches Grundrechte einschränkt (z. B. Strafgesetze), sie werden aber nicht auf eine Ungleichbehandlung hinauslaufen dürfen, und weder mit Abstammung noch mit Religion begründet werden.
      Das dürfte also recht kompliziert werden.

  2. Eine Berichtigung: 2.-letzter Absatz: Hier ist das Judentum deutlich ausgenommen. Ich meinte hier den Islam und die animistischen Religionen, die sich haben von der Knabenbeschneidung negativ haben inspirieren lassen. Gott hat den Menschen als gut erschaffen. Warum sollte noch heute hier auch nur einem Kind ob bewusst oder unbewusst Schmerzen zugefügt werden. Ich denke, dass bislang jedes Kind vor Schmerzen geweint oder aber aus Männlichkeitswahngründen von Erwachsenen aufoktroyiert, Schmerz verzerrte Gesichter bei diesem blutigen Akt haben durchleben müssen.

    Hygienegründe: Hier gibt es Wasser und Seife, die regelmäßig zum Einsatz kommen sollten. Das versteht sich ja wohl von selbst. Dass jedes Wort Mohammeds, was er gesagt haben könnte wie die leichte Beschneidung kleiner Mädchen, natürlich als Pflicht ausgelegt werden kann und leider auch wird, ist leider wahr und sollte dringend auf den Prüfstand.

  3. Stimme den vorherigen Kommentatoren zu. Unser Gesetzt hat Menschenrechte zu achten. Dazu gehört der freie Wille und frei Entscheidung. Mit Hygiene hat das nun überhaupt nichts zu tun. Das unterstellt ja allen nicht beschnittenen Unsauberkeit! Welch ein arroganter abgehobener religöser Wahn.
    Um es auf auf den Punkt zu bringen:
    Mehrheitlich wird ein beschnittener Penis unempfindlicher da die Vorhau blank liegt.
    Man muß es einfach mal testen: Vorhaut zurück ziehen und zurück lassen und dann in die Hose, wie das reibt. Auf Jahre spürt man dann so schnell nichts mehr.
    Vorteil: man kann poppen bis zum Anschlag, und damit die Frau das aushalten kann muß sie auch Ihrer Orgasmuszentren beraubt werden. Dann hat man eine fleischlische „Gummipuppe“ auf der man sich richtig austoben kann.
    Zu nichts anderem taugt diese Macho Hetero Religionsritus.
    Im Hirn ist das etwas falsch gepolt – den Rest am Körper hat die Natur schon richtig eingebaut.
    Frau Merkel ist Physikerin- von dem Thema Beschneidung versteht sie nichts.

  4. Wie ist das eigentlich im Iran?
    Leute die nur nach außen vorgeben Moslems zu sein lassen die ihre Kinder beschneiden oder nicht?

  5. Werter Jockel:
    Danke für den aufschlussreichen Kommentar insbesondere im Bereich der Verfassungsmäßigkeit einer entsprechenden Regelung.

    Abkehr vom Menschenopfer: In den Schriften findest Du es nicht, aber im Sonntagsblatt Bayern.

    http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2012_28_03_02.htm

    Ich habe nicht bestritten, dass die Beschneidung als Identifikationsmerkmal damals durchaus Sinn machte, weil Gott wusste, dass sein Volk Israel durch Kriege und Untergangsszenarien, denen es trotzen sollte, so weit verstreut werden wurde, über die ganze Welt. Darum hat auch die Beschneidung ihren Sinn gehabt. Das streite ich nicht ab. Spätestens, und das ist noch gar nicht so lange her, seitdem die Juden den Staat Israel gründeten, ist der Bund zumindest der Marginalisierung zugeführt.

    Muslime haben dieses „Auserwählungszeichen“ sinniger Weise lediglich kopiert, wie sie das Meiste vom Judentum kopiert haben ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass der Gott des Judentums eben nicht aus der Kaaba entsprungen ist wie ihr Gott als Chef von 360 Tagesgöttern, sogar mit drei Töchtern ausgestattet (satanische Verse).

    Das war nichts anderes als eine taktisch-religiöse Plagiatseinnahme des Judentums (und des Christentums), um nachher behaupten zu können, Jesus sei Muslim gewesen und Abraham auch, um so diese Religionen in die bleibende Nachrangigkeit dauerhaft einpflanzen und bis zu einem gewissen Grade einverleiben zu können, um daraus unberechtigt religiöse Führungsansprüche herleiten zu können, die noch heute zu Unterdrückung und Ausgrenzung von Juden und Christen führen.

  6. Nachtrag. Und wie man am Relief in dem Sonntagsblatt Bayern erkennen kann, ist die Beschneidung wohl noch älter als Gott sie dem Bunde mit seinem Volk einging. Daran mag erkannt werden, dass Gott selbst möglicherweise nicht einmal der Verusacher und Bestimmer dieser alttestamentarischen Beschneidungsregelung war und dieser Ritus sogar noch älter war. Man erinnere sich: Als die Juden aus Ägypten kamen, regierte dort Pharao, also war Juden dieses Ritual offensichtlich bekannt. Stammt diese Regelung also von Gott oder haben sich die Juden dieses Ritual von den Ägyptern abgeschaut und diese in den Mund Gottes gelegt?

    Diese Frage dürfte interessant sein. Kommt somit erschwerend hinzu. Wäre also durchaus sinnvoll, den Zeitpunkt der Anordnung Gottes dieses Rituals einmal zu eruieren. Vielleicht relativierte sich dann auch diese Bibelstelle.

    • Es gibt ja Leute, die Regeln ‚kreieren‘.
      Das können hilfreiche oder schädliche sein, glaubwürdige oder lächerliche.
      Manche guten Werke kann man nur schrittweise zur Geltung bringen, wie z. B. eine Menschenrechts-Charta. Dabei kann man sich auch über gute Zwischenschritte schon mal freuen.
      Wenn nun Religions-Kreateure etwas wie Beschneidung einführen um Menschenopfer abzuwenden, könnte dahinter ein gutes Motiv stecken.
      Wenn man Religionen auf dieser Ebene wahrnimmt, und mehrere – mehr oder weniger zufällig – dabei eine gleiche Vokabel namens ‚Gott‘ verwenden, dann ist man natürlich auch geneigt, eine solche Vokabel immer nur im Kontext des jeweiligen Menschenwerkes zu sehen, also vom alttestamentlichen, neutestamentlichen oder islamistischen Gott als verschiedene Objekte zu reden und zu denken.

      Eine solche Freiheit ist natürlich gut, wenn sie genutzt werden kann, um einen gesunden Glauben zu finden und vorbildliche Handlungsweisen zu entwickeln.
      Es ist auch gut, wenn die Staatsgewalt (die ja i. a. auch zu allerlei Negativschlagzeilen taugt) eine solche Freiheit einräumt.
      Dem Gläubigen selbst empfehle ich aber, sich zu vergewissern, was er glaubt, und dies dann mit ganzer Kraft zu tun.
      In einen halb vollgetanken Transatlantik-Flieger steige ich jedenfalls lieber nicht.

      Auf jeden Fall sind die Schöpfer und Gestalter einer Religion verantwortlich für das was sie schaffen.

      Wenn man nun menschlich denkt, dann könnte man Abraham (der auch schon vor der Beschneidungseinsetzung in Ägypten war) oder Mose (als Verfasser) unterstellen, dass daher die Inspiration kam. Ob man nun dieser ‚Vokabel‘ Gott auch noch das Prädikat Erstidee anhängt oder nicht, macht dann auch keinen großen Unterschied mehr.

      Religionen, die man als Menschenwerk ansieht, taugen eh nicht viel. Zum Weiterverkaufen ja (es soll ja genügend religiöse Profis geben, die selbst nicht glauben), aber für das eigene Leben (Kraftquelle in Not oder so)?`

      Wenn man aber an Gott und der Bibel als sein Wort glaubt, dann ist natürlich Gott verantwortlich für die Einsetzung der Beschneidung – völlig unabhängig was Ägypter oder sonst wer tun. Dann muss man das wohl verknusen. Zumindest dann ist es so, dass hier Gott gewisse Opfer von Unschuldigen verlangt. Wie ja es sich ja auch bei den anderne Opfern, die Gott im alten Testament vorsah um unschuldige Tiere handelte.

      Ich gebe zu: Den gleichen und lieben Gott im alten wie im neuen Testament zu erkennen, ist nicht so einfach. Gott hat beide eingesetzt, und damit also auch gewollt.

      Das Alte Testament steht für den alten Bund, der mit Abraham gemacht wurde.

      Der neue Bund ist aber viel besser (Hebräer 8, 6), ohne Beschneidung und ist sogar zu großen Teilen schon bei vielen Menschen angekommen. Sogar bei vielen, die sich noch nicht einmal Christen nennen, oder mit den Kirchen, wie sie sie kennen etwas zu tun haben möchten.

      Der geht nämlich so (Hebräer 8, 10): „… Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und …“

      Nun sagt die Bibel selber, dass der erste Bund seine Macken hatte (Hebräer 8, 7), und da ist es natürlich schwer, das schlechtere liebend anzunehmen, wenn man schon besseres teilweise kennt.

      Ach, dass ich doch die so gesehen Teilwissenden neugierig machen könnte auf die … davor und dahinter. Wer lesen will, ist klar im Vorteil.

  7. http://blog.phimose-info.de/
    “Es gibt keine Komplikationen”

    In Massachussetts wurde einem 8 Tage alten Säugling bei einer jüdischen Brit Milah-Zeremonie von einem Mohel mit medizinischer Ausbildung ein Teil der Eichel abgetrennt.

    In Haifa wurde ein 8 Tage alter Säugling ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert, nachdem der Mohel ihm ein Drittel seines Penis abgeschnitten hatte.

    Im Blog von Anne Will schreibt ein Journalist, der 7 Jahre in Israel gelebt hat, dass es immer wieder Berichte von (mehr als beabsichtigten) Verstümmelungen gab, das Rabbinat in Jerusalem jedoch oft versuchte, diese Fälle zu vertuschen.

    Was nicht sein darf, darf eben nicht sein.

    Ist aber doch!

    Geschrieben von Stardust in Aufklärung, Religion Samstag, 14 Juli 2012 19:13 Bislang keine Kommentare

    Türkei: Beschneidung verursacht vorzeitigen Samenerguss

    Eine in der Türkei durchgeführte Studie hat untersucht, ob sich je nach Alter des Jungen bei der Beschneidung unterschiedliche Auswirkungen auf seine spätere sexuelle Funktionalität ergeben.

    Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen des Beschneidungsalters gefunden, allerdings stellte sich heraus, dass der vorzeitige Samenerguss mit 48-58 % der Männer die häufigste Form der sexuellen Dysfunktion war.

    Sollte Beschneidung diesem Problem nicht eigentlich abhelfen?

    Geschrieben von Stardust in Forschung Freitag, 13 Juli 2012 22:38 Bislang keine Kommentare
    Israel: Säkulare Familien beschneiden immer seltener

    Gestern abend in der Talkshow von Anne Will erklärte Rabbi Yitshak Ehrenberg im Brustton der Überzeugung, dass alle Juden, sogar die säkularsten, die niemals eine Synagoge betreten, dennoch die Beschneidung praktizieren.

    Bereits am Dienstag hatten allerdings die Israel National News berichtet, dass die Zahl der säkularen Israelis, die ihre Söhne nicht beschneiden lassen, besorgniserregende Ausmaße angenommen hat.

    “Neben den körperlichen Aspekten der Brit Milah, die Eltern natürlicherweise belastend finden, wissen wir, dass insbesondere säkulare Paare die Rituale, die mit diesem Prozess verbunden sind, verwirrend und befremdlich finden,” wird ein Sprecher der Organisation zitiert, die der Entwicklung nun gegensteuern soll.

    Belastend, verwirrend, befremdlich.

    Offensichtlich ist es so, dass die negativen Seiten der Beschneidung auch jüdischen Eltern nahegehen und sie sie keinesfalls als “Geschenk” sehen, wenn sie erst einmal nicht mehr durch die von Rabbi Ehrenberg repräsentierten autoritär-aufklärungsfeindlichen Glaubensdogmen davon abgehalten werden, hinzusehen, selbst zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

    Vielleicht dachten ja gestern abend auch einige deutsche, liberale, progressive oder säkulare Juden: “Wir sind nicht, wie Rabbi Ehrenberg es darstellt, er spricht nicht für uns.”

    Geschrieben von Stardust in Aufklärung, Religion Donnerstag, 12 Juli 2012 21:31

    Mein Kommentar:
    Wie ich schon vermutete: Selbst in heutiger Zeit werden „Unfälle“ dieser Art gern vertuscht. Allein diese hier auf dem blog-phimose-info.de geschilderten Fälle und die Vertuschungsstrategie des Jerusalemer Rabbinats lassen mich meine Einstellung gegen die Beschneidung verstärken. Kommen wir auf den Ursprungsartikel zurück: Beschneidung ist nichts anderes als reine vorsätzliche Körperverletzung an kleinen völlig unschuldigen Jungen, egal, wie wir es drehen und wenden wollen. Punkt. Basta.

  8. Diese ganzen Bestimmung sind null himmlischen Ursprungs, sondern „nur“ für das Abgrenzen der eigenen Religionsgemeinschaft gegenüber anderen dienlich (zumeist paaren sich noch dabei sehr profane Dinge ein wie z.B die schlechte Hygieneversorgung damals). Damals hat sie wohl einen „Sinn“ gehabt, aber heutzutage sind solche Traditionen, die Menschen verstümmeln, einfach zweckfrei. Es ist für mich unbegreiflich, wie sich Deutschland Juden und Moslems beugt. Für mich ist körperliche Unversertheit wichtiger als jede Religionsfreiheit. Was für kleinkarierte Religionen, wo ein Gott auf die Beschneidung der kleinen Vorhaut seiner Anhänger achtet, wobwohl er sie selbst erschaffen hat. Diese ganzen Religionen mit ihren Bestimmungen sind viel menschlicher als man denkt und ich sehe da nicht viel Göttliches.

    • Ganz genau, wenn man sich die anschaut, die in der Tradition Ismaels stehen, kann man den Sinn der äußeren Form nicht erkennen, weil sie allein auch keinen ergibt. Ismael wurde zuerst beschnitten, erfüllte also, wenn man so will, die äußere Form eher als Isaak, aber Gott wollte mehr als das Sichtbare Zeichen, er wollte etwas besoderes: Den GLAUBENSBUND.
      Glauben an Gott natürlich und d. h. an seine Worte und Verheißungen, selbst wenn sie lachhaft sind und auf sich warten lassen:

      Abraham (ca. 85J.) und Sara (ca. 75J.) waren schon hochbetagt, und ihnen wurden (u. a.) noch Kinder verheißen.
      Sara hatte schon keine Regel mehr und auch keinen Sex.
      Es war ihnen beiden selbst lachhaft.
      Und nur weil sie sich doch in den Glauben fügten, konnte die Verheißung sich erfüllen: Isaak verdankte seine Existens also diesem Glaubensbund.

      Nun kann man natürlich immer noch sagen:
      Deshalb muss es noch lange nicht wahr und himmlischen Ursprungs sein.
      Das beeindruckt mich nicht sonderlich, es ist ja nur eine Geschichte.

      OK – Glauben ist gefragt, das kann man tun oder lassen.

      Aber spannend wird es, wenn es nicht irgend eine Geschichte bleibt, die auch abgeschlossen ist, sondern wenn man das besondere erkennt.
      Dass die Geschichte immer noch andauernd, und vielleicht sogar einen selbst betrifft.

      Und dann findet sich außerordentlich Beeindruckendes!

      Zunächst einmal ging es bei der Beschneidung, wie schon gesagt, nicht einfach nur um ein Identifikationsmerkmal.

      Dass so etwas taktisch klug sein mag, mag auch ein menschlicher Verfasser, wie z. B. Mose erkannt haben.
      Die Funktion als Alleinstellungsmerkmal würde allerdings sogar ausscheiden, wenn er (Mose) es sich von den Ägyptern abgeschaut hätte.
      Dennoch ist z. B. Bazillus wohl beeindruckt, wie sehr die Beschneidung in Exil und Diaspora bewahrend wirkte. Er schrieb diese prophetische Voraussicht Gott zu mit den Worten:
      „weil Gott wusste, dass sein Volk Israel durch Kriege und Untergangsszenarien, denen es trotzen sollte, so weit verstreut werden wurde…“

      Aber auch das ist im Nachhinein natürlich leicht gesagt und muss nicht unbedingt beeindrucken.

      Mich hat am meisten beeindruckt, was ich selbst erst in diesen Tagen so richtig erkannt habe:

      Es ging sogar auch da schon um viel mehr, als um einen Bund für ein bestimmtes Volk!

      So wie ein Peterwagen seine Privilegien nicht hat, um besonders schnell zur Pommesbude zu gelangen;
      so hat auch dieser ganz besondere Glaubensbund seine Zielsetzung nicht einfach nur in irgend einem zahlreichen Volk.

      Die Bestimmung des Volkes Israel war von Anfang an (1. Mose 12,2+3), zum Segen für „alle Geschlechter auf Erden“ zu werden.

      Und dieser Segen war an den Glaubensbund mit Sara und Isaak geknüpft, NICHT (allein) an die Beschneidung.
      Der (Ismael), der nur die äußere Form erfüllte (der auch der typisch westlich Orientierte nichts abgewinnen kann), erhielt einen ganz anderen Segen.
      Er sollte zwar viele Nachkommen haben, sogar 12 Fürsten (nicht Imame), aber seine Beziehungen zu seiner Nachbarschaft sollte doch ganz anders werden:
      (1. Mose 16, 12) „seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn (sein), und er wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz.“

      Zu dem eigentlich von Gott gewollten Segen für die ganze Welt sollte Israel eigentlich mitwirken.
      Wenn sie dies, Gottes Willen entsprechend tun würden, dann würde es auch für sie selbst am besten sein.
      Und wenn nicht, dann würden sie auch die entsprechenden Konsequenzen treffen.
      Diese beiden möglichen Wege legte Mose seinem Volk zum Ende seiner Regentschaft noch einmal vor (5. Mose 30).

      Das ist eigentlich Entscheidungsfreiheit pur:
      Man soll aus dem Glauben liebend gehorsam sein, um im Glaubensbund unter diesem Segen zu stehen!
      Man kann aber auch ohne Glauben und Liebe gehorsam sein, und alle äußeren Zeichen gleichermaßen erfüllen – nur dann steht man in der Tradition Ismaels.
      Dies ist die höchste Form in der Gott dem Menschen die Entscheidungsfreiheit gibt:
      Man kann an ihn glauben, oder nicht – und es kann genauso aussehen.
      Dadurch kann auch keiner den rechten Glauben erzwingen, denn es will beherzigt sein (vergl. Lukas 17, 34-36)!

      Aber auch wenn sich einzelne verweigern, weiss Gott noch weiter (vergl. Lukas 19, 40).
      Er sah sogar voraus, dass Israel nicht auf dem rechten Weg bleiben wird.
      Das ist auch noch nichts besonderes, aber er gibt Kriterien dazu, an denen man die Dimensionen erkennen kann, um die es geht:

      Nicht irgend ein Segen wird ein bisschen schwächer, was man schon mit gewollter Deutung zurechtbiegen könnte.
      Israels Exil-Erfahrung war schon beeindruckend.
      Dass die Juden zum vorhergesagten Zeitpunkt wieder zurück durften, auch.
      Dass persische Könige als Herrscher derart vom freiheitlichen Menschenrechts-Geist inspiriert waren und sie zurück gehen ließen, noch mehr.
      Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

      Nach der Exilerfahrung gingen die Juden in sich und reflektierten, woran es lag, dass ihnen der ursprünglich verheißene Segen derart abging.
      Dabei – glaube ich – entstanden ‚Schulen‘ wie die der Pharisäer und Sadduzäer.
      Sie wollten alles richtig machen, und verstärkten ihr Augenmerk darauf, dass es auch wirklich sichtbar richtig war.
      Aber genau dadurch fielen sie in die Tradition Ismaels!

      Galater 4, 21-31 spricht von zwei Bundesschlüssen: Ein Bund mit Sara (der freien Frau) und einen Bund mit Hagar (Saras Magd und Mutter Ismaels).
      Der Bund mit der Freien ist der Glaubensbund und steht für das himmlische (kommende) Jerusalem, an das man ebenfalls glauben müsse (mit Geist).

      Der Bund mit Hagar, mit der Namensbedeutung ‚Sinai in Arabien‘ (wo Gott die 10 Gebote gab), steht für die menschlichen Versuche, die Werkgerechtigkeit und das irdische Jerusalem.
      Wohlgemerkt: Hier verbindet Paulus die irdische Hauptstadt der Juden, der Kinder Saras mit Hagar, und zwar zu einem Zeitpunkt, als es noch keinen muslimischen Anspruch auf Jerusalem gab!

      Warum?
      Weil die Juden nach christlichem Verständnis mit ihrer Werkgerechtigkeit, dem Opferdienst nicht anders oder besser sind als Ismael, dem seine Beschneidung und Abstammung auch nicht reichte um zum Glaubensbund zu gehören.
      Und auch die Muslime, die sich in der Tradition Ismaels sehen und ebenfalls Beschneidung und reichlich andere Rituale pflegen, werden diesen einzigartigen Glaubensbund damit niemals erreichen.

      Glauben an den Richtigen, ohne alles richtig machen zu können, ist also mehr, als alle offensichtlichen Kriterien richtig zu erfüllen, aber ohne den Glauben, den Gott haben will.
      Die buchstäblich formulierten Kriterien waren die Beschneidung, aber der Glaube Saras an das Gute, sogar in seiner Unterbrechung wo er nach Hagar rief (sie schlug vor, dass Abraham mit Hagar die Verheißung wahr machen solle), war eine Grundhaltung, nämlich die gönnende, die selbst bei eigenem Denkfehler das persönliche Wohl hinter das große Ziel stellt.
      Hagars und Ismaels Grundhaltungen waren nicht so liebevoll, weshalb auch Sara sich später entschloss, Hagar mit Ismael fortzujagen, was Gott auch billigte (1. Mose 21, 12).

      Glauben an den Lieben kann nur richtig in liebender Grundhaltung geschehen, ist dann aber viel mehr als alle äußeren Zeichen.

      Nur eine Generation später gibt es das biblische Abenteuer von Isaaks Sohn Jakob, der an die Wichtigkeit des Segens der Verheißung so sehr glaubte, dass er dafür alles andere hintan stellte, und sogar große Ausnahmen machte. Er betrog, kämpfte mit Gott (ohne zu verlieren!) und zahlte den Preis dafür. Auch er wurde von Gott gesegnet, woran man wieder einmal sieht, dass es Gott nicht um die Kriterienerfüllung als Selbstzweck geht, sondern um das, was da hinter steht.

      Aber jetzt noch einmal zurück zum Thema:
      Israel vollzog also den Glaubensbund, den Gott haben wollte auch nach dem Exil nicht richtig glaubend und liebend.
      Dadurch musste ihnen der Segen den sie eigentlich doch haben wollten, noch einmal verwehrt werden.
      Und das sollte noch krasser werden:

      Militärisch Denkende werden es besser wissen, als ich, was es bedeutet, wenn einer tausend jagen kann, oder zwei zehntausend.

      Derartige Verhältnisse waren sicher nicht im Spiel, als der babylonische König Nebukadnezer Jerusalem eroberte.
      Aber es waren vorhergesagte Benchmark-Punkte:

      5. Mose 32,30: „Wie geht’s zu, dass einer tausend verjagt und zwei sogar zehntausend flüchtig machen? Kommt’s nicht daher, dass ihr Fels sie verkauft hat und der HERR sie dahingegeben hat?“

      So etwas hat sich, zumindest soweit ich weiß, während der gesamten Entstehungszeit der Bibel mit den Israeliten nicht ereignet!

      Wenn es schon beeindruckend ist, dass Mose zu so krassen Zahlen greift, ist es doch noch beeindruckender, wenn sie sich erfüllen.
      Daran will ich mich jetzt nicht berauschen und ich bin froh, als deutscher jung genug zu sein, aber so etwas sehe ich nur in den Zügen nach Auschwitz und Treblinka.

      Und jetzt kommts:
      Dieses von Deutschland schuldhaft bewirkte, und von Israel erbrachte millionenfache Opfer wirkte nicht nur für das deutsche Grundgesetz sondern für die ganze Welt hinsichtlich vielfältiger Menschenrechtsdeklarationen

      SEGENSREICH.

      Beeindruckt und beschämt sage ich: DANKE.

      ——————–
      Nun steh ich da, als Bibel-liebender deutscher Christ.
      Im Genuss unseres guten Grundgesetzes.
      Und akzeptiere, dass den Juden die Beschneidung von Gott gegeben ward.
      Die aber gegen unser Grundgesetz ist.

      Der Gedanke eines christlichen Gottesstaates (der für Juden Ausnahmen machen könnte, weil es so in der Bibel steht) macht mir nur Angst, obwohl ich selber Christ bin.
      Ich will lieber unsere modernen Menschenrechte behalten, für dessen Zustandekommen schon

      genut mittelalterliche Märtyrer und
      genug Juden dran glauben mussten!

      Aber ihr Juden:
      Auch wenn wir Deutschen bei euch in der Schuld stehen, weil wir den Holocaust begangen haben,
      so ist es doch nicht unsere Schuld allein!
      Denn in eurem Buch steht selbst, dass so etwas nur geschehen kann, wenn euch euer Herr dahin gibt.
      Und das widerum würde er nicht tun, nur weil Nazis so wollen.

      Es gibt also etwas, das auch ihr tun müsst:

      Ihr sollt Segen sein für alle, und euch nicht nur um euch selber drehen!

      Es kann nur besser sein für alle, wenn auch ihr es so tut, wie es der HERR will.

      Ich will euch ermutigen und auch helfen.
      Natürlich darf ein Existenzrecht niemals fraglich sein.
      Aber auch das kann nicht nur für euch alleine gelten.
      Denkt doch mal darüber nach.

    • Apropos:
      „Was für kleinkarierte Religionen, wo ein Gott auf die Beschneidung der kleinen Vorhaut seiner Anhänger achtet, wobwohl er sie selbst erschaffen hat“

      Stimmt sehr überein mit:

      „Auch lässt er (Gott) sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.“

      „und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“

      Beides sagte Paulus den Griechen, es gibt also noch viel mehr Kleinkariertes, als das Beschneidungswesen.

      Und er auch ihnen eine ‚Bestimmung untergejubelt‘:
      „er (Gott) hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten.“
      (Apostelgeschichte 17, 24-27)

  9. Werter Jockel,
    einen hervorragenden Bogen vom AT ausgehend zum deutschen Grundgesetz hast Du geschlagen und uns gezeigt, dass

    1. letztlich die Liebe das tragende gegenseitige Fundament in der Beziehung zu Gott sein soll(te), nicht die Werktreue menschlicher Leistungen (die auch nicht verachtbar sind, wenn sie denn in Liebe erfüllt werden)
    2. dass sich aus zutiefst Schlechtem, Brutalem und Grausamen (aus den 6 Mio. toten Juden) ein Grundgesetz erwächst wie Phönix aus der Asche.

    Nun ist leider das Grundgesetz so veränderbar, weil dieses Grundgesetz aus menschlicher Erkenntnis des Vergangenen erwachsen ist. Leider ist dieses Grundgesetz von Mehrheiten abhängig, das VErgangene nicht mehr so gegenwärtig und wird so zu Spielball der Mehrheitsmächte oder der Diktatorenmächte. Anders als die göttlichen 10 Gebote, fällt dieses Gesetz in dem Maße, in dem sich die Mehrheiten verändern, für die dieses Grundgesetz im Wege steht, nämlich dann, wenn in Europa die Islamvertreter das Sagenbekommen mittels der Scharia. Daran müssen wir denken. Selbstverständlich hat das Grundgesetz zusammen mit den allgemeinen Menschrenrechten das Bild der Würde des Menschen letztlich aus dem AT stammend wieder aufgegriffen und zumindest als Vorgabe in die irdische Vorbildgesetzgebung fruchtbar erneuert und integriert. Sie sind jedoch nicht in steinerne Tafeln eingebrannt und gelten nicht überall und können jederzeit wieder in der Versenkung verschwinden. Diese Gefahr besteht.

    Das Grunddilemma unter anderen ist ja gerade, dass sich der Islam nicht an die 10 Gebote gebunden fühlt. Sie sind in seinen Augen nicht das Wichtigste, sondern die ungöttliche Scharia, aufbauend auf der himmlischen Gesetzgebung des Koran. Damit steht der Koran im direkten Widerspruch zu dem Gott des AT und NT und den 10 Geboten. Daran ist auch zu erkennen, dass dieser Gott weder mit dem Gott des AT noch mit des NT identisch ist.

    Werter Jockel, der Bogen, den Du geschlagen hast, ist in sich stimmig und auch verständlich. Aber der Bogen, den Jesus geschlagen hat, ist noch überzeugender. Denn er hat gesagt, dass ehe Abraham ward, er sei. Jesus ist m. E. die Antwort auf sämtliche Bünde, die im AT jemals geschlossen worden sind. Das Volk der Juden war das Auserwählte, weil es Jesus von langer göttlicher Hand vorbereitet, in sich trug. Das AT war Richtschnur, Bundbegehren Gottes, aber eben immer von Gott ausgehend zum Menschen hin, auch wenn Gott bereits im AT exorbitantes Interesse der liebenden Art zu den Menschen gezeigt hat. Es war ihm nicht genug. Im Buch Hiob, in den Psalmen, in den Klageliedern wollte Gott, so angesprochen, sich in der Welt präsentieren und dem Menschen sagen, dass sie im Leid eben nicht allein sind. Diese Klagelieder brauchten unbedingt eine Antwort, die die Menschen verstehen konnten. Für die Menschen war Gott noch viel zu weit weg, selbst wenn er mit den Menschen „gerungen“ hat. In Jesus jedoch geht er bis zum Äußersten, was überhaupt möglich ist. Das Wort ist Fleisch geworden. Wir kommen bei aller Bewunderung für das AT an Jesus nicht vorbei. Jesus ist m. E. tatsächlich die Erfüllung aller Prophetie des AT und die solidarische Wirkkraft Gottes in der Welt für alle Zeiten, seien sie vergangen, seien sie zukünftig. Keine Gestalt auf Erden hat die Liebe Gottes zu den Menschen so offenbar werden lassen und grundiert wie a) Gott selbst und b) Jesus, sein Sohn, als sichtbares Zeichen Gottes, dessen Wesen er hier auf Erden so wunderbar verkörperte.

    ich sage es jetzt brutal: Gott am Kreuz, eine für Juden und Muslime inaktzeptable und ungeheure, ja blasphemisch provozierende Vorstellung, eine Vorstellung die die Allmacht Gottes nach ihrem Verständnis ad absurdum führt und auch viele Menschen auch heute noch abschreckt, selbst Christen, ist aber die einzige und einzig wahre , weil glaubwürdigste Möglichkeit Gottes zu zeigen, welch existenzielle Liebe er zu seinen Geschöpfen nicht nur empfindet, sondern in Jesus förmlich substantiell so wirkmächtig wie möglich den Menschen vorlebt.

    Das alles lässt im Grunde jede Diskussion um Äußerlichkeiten wie die Beschneidung im Keim ersticken. Hier wird offenbar: Nur die Liebe zählt, und zwar eine Liebe, die nicht in Schlagern oder in der Sexindustrie oder in billigen Romanen zu finden ist und diesen Begriff degradiert zu einer extrem billigen Sehnsucht der Triebe und des Herzflimmerns, sondern nur eine Liebe, die selbst in uneigennütziger, ja sich selbst aufgebender Weise (das Ego hinten angestellt) ausgeführt, wie Paulus im Hohelied der Liebe so treffend beschreibt, Hoffnung und Glauben verblassen lässt. Eine Liebe, die nur Gott innewohnt, die der Mensch, weil diese so unfassbar ist, nie wird in all ihrer Ausprägung leben können. Im Grunde überfordert uns Gott hier, weil er selbst nur aus vollkommener Liebe besteht, seine Gnade jedoch wird, weil er liebt, wirksam sein für alle, die ihn ernsthaft suchen.

    Weil diese Liebe Gottes in Jesus augenfällig zum Ausdruck gebracht, so vollkommen ist, verstehen die Menschen bei all dem Leid, das sie umgibt, Gott nicht und könnnen sich diesen Gott der Liebe nicht einmal denkerisch vorstellen. Das hat zur Folge, dass Juden Jesus nicht als Gottes Sohn anerkennen können und noch immer auf den Messias warten und der Koran schlicht und ergreifend lügt, weil er sich nicht vorstellen kann, dass Jesus Gott ist und am Kreuz gestorben sein kann.

    So ist Jesus wirklich zum provokanten Eckstein geworden. Ich brauche diesen Ausdruck zu oft, aber ich kenne keine bessere Methapher, die das auszudrücken vermag, was ich ausdrücken möchte. An ihm reiben sich die Menschen, weil sie letztlich Gott in seiner vollkommenen Liebe nicht in ihre Seelen einlassen können. Gründe gibt es ja genug. Leid, Not, Tod, Hunger usw. und dann ein liebender Gott? Was soll das? Die Theodizee-Frage ist allgegenwärtig hier in der westlichen Welt. In der muslimischen Welt wird diese Frage unterdrückt durch ein von Vorschriften durchsetztes religiöses Leben, welches keine Zeit lässt zu fragen, sondern nur zum unhinterfragbaren Gehorsam. Verdrängung und Desinformation über das Gottesbild ist in den Herzen eingepflanzt.

    In Jesus, welcher das Gottesbild glaubhaft zurecht gerückt hat, geben wir der Theodizeefrage Antwort, auch wenn diese Antwort vielleicht eine Antwort auf eine falsch gestellte Frage ist.

  10. Petition gegen rituelle Beschneidung an Minderjährigen
    20. Juli 2012

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

    § 1631d
    Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    http://eifelginster.wordpress.com/2012/07/21/297/

    • Schlägt ja ganz schöne Wellen.
      Die Petition ist unterstützenswert, sie wird aber gegen das demokratisch legitimierte, mehrheitsbestimmte Gesetzgebungsverfahren nicht ankommen.
      Außer, man kann die gesetzgebende Mehrheit damit erreichen.
      Sie erscheint mir ausgesprochen gut begründet, auch im internationalen Zusammenhang.
      Die in diesem Zusammenhang zu einem feststehenden Ausdruck erhobene Forderung ‚Jüdisches Leben‘ muss möglich sein, nehme ich mir gerade unter meinem – vielleicht auch etwas speziellen – Blickwinkel zur Brust. Zusammen mit dem Irrsinn des Islams.

  11. Werter Bazillus!
    Verzeih, wenn ich mich erst so spät wieder melde, das Lied des Mose hat mir noch zu brüten aufgegeben und die enthaltene Gott-und-Leid-Frage, mit dem von dir genannten Fachausdruck Theodizee nicht minder.

    Nur allzu richtig ist deine Ergänzung, dass die Welt ja am meisten durch Jesus gesegnet ist:
    Auch Galater 3, 14 sagt ja genau das: „damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.“

    Aber ich glaube, die Bestimmung von Israel, nämlich Segen für den Rest der Welt sein zu sollen, hat sich damit noch nicht erschöpft.
    Ich glaube, die Bedeutung Israels geht weiter, als ’nur‘ biologische Vorfahren und Umfeld von Jesus zu sein.
    Wie auch der nun erkennbare, aber schon im Lied des Mose (5. Mose 32, 1-30) prophezeihte Holocaust sich erst lange später erfüllte, als zur Zeit Jesu auf Erden.
    Auch Jesus selbst sagte zu der Samariterin am Jakobsbrunnen (Johannes 4,22): „das Heil kommt von den Juden“, also nicht nur von dem einen Juden Jesus. Doch dazu später mehr…

    Nun schriebst du: „leider ist das Grundgesetz so veränderbar…“

    Es hat sich ja nicht nur unser Grundgesetz in dieser Zeit formiert, sondern auch die UNO.
    Auch sie ist veränderbar, ’notfalls mit Mehrheit‘, wie es Angela Merkel mal rausgerutscht ist.
    Es wäre nur allzu schön, wenn man einen guten, allseits anerkannten und unveränderlichen Ausgangspunkt, einen guten ‚Fels‘ (5. Mose 32, 18; Matthäus 16, 18) hätte.

    Und wieviel Sinn würde es machen, diesen vor dem Vergessen zu bewahren!
    Den Israeliten sollte (5. Mose 32, 10) ‚jeweils nach sieben Jahren dies Gesetz vor ihren Ohren‘ ausgerufen werden.
    Da könnte sich Deutschland eine Scheibe von abschneiden, wenigstens mit dem Grundgesetz!
    Je bekannter dieses ist, desto weniger traut man sich, es auszuhöhlen.

    Für mich ist es bezeichend, dass die mit Gottes Finger in Stein geschriebenen 10 Gebote Gottes es nicht sehr weit brachten. Es sollte wohl so sein, dass Mose mit den frisch empfangenen Tafeln vom Berg herabstieg und – allzu menschlich – die Contenance verlor, sie zu Boden warf und zerbrach, als er das ebenso menschliche Treiben seines Volkes sah (2. Mose 32, 19). Ich glaube zwar, dass es ihm gelang, die 10 Gebote fehlerfrei eigenhändig neu zu schreiben. Und dennoch ist es nicht mehr das selbe. Die von Mose aufgeschriebenen Gebote sind eben nicht mehr in Stein gemeißelt.

    Sie sollen aber – so denke zumindest ich – nicht, und erst recht nicht nach Belieben verändert werden, sondern geliebt, gelebt und dadurch beliebt und belebt!

    Schon weil ein rein buchstäbliches Verständnis zahlreiche Widersprüche ergibt, kann es nicht reichen, den Buchstaben zu erfüllen. Wenn man das, was Gott haben will, (nur) buchstäblich versteht, ist man schnell auf der Ebene eines besseren Steuerberaters, legale Schlupflöcher suchend.
    Genauso wie es völlig sinnlos für Deutschland ist, eine Schuldenbremse zu haben, und gleichzeitig ungezügelt riesige Eventualverpflichtungen in Form von Bürgschaften einzugehen, die aber im Jahreshaushalt unerwähnt bleiben dürfen. So verkommt die Schuldenbremse zum schönen Schein, noch bevor sie in Kraft ist. Aber, das ist ein anderes Thema.

    Diesen – wie ich finde – sinnlosen buchstäblichen Ansatz macht wohl keine Religion stärker als der Islam!
    Es ist sein Grundansatz, dass der Mensch nicht weiß, was gut für ihn ist.
    Es gibt nur eine Wahrheit, und die stünde im Koran.
    Darüber bräuchte man nicht nachsinnen (wie es z. B. David tat, Psalm 63, 7), sondern man sollte einfach nur Gehorsam sein.
    Es reiche der Frau, wenn der Mann ihr sage, wo es lang geht.
    Es reiche dem Mann, wenn sein Glaubensführer ihm sage, wo es lang gehe.
    Es genüge, den Koran in arabisch murmeln zu können, ohne eine einzige Vokabel zu verstehen.
    Widersprüche werden mit billiger Mechanik aufgelöst: Es gilt einfach das neuere.
    Am Ende erstarrt alles in Kadavergehorsam und Schwarzweißmalerei!

    Vielleicht ergibt sich sogar die Daseinsberechtigung des Islam daraus, die Sinnlosigkeit von Kadavergehorsam, Werkgerechtigkeit, buchstäblichem Verständnis und Scheinfrömmigkeit vor dem ganzen Universum zu beweisen.
    Ich finde, dieser Frage lohnt es sich nachzugehen, bis an die Anfänge der Religionen, Traditionen, der Beschneidung und der Welt.

    Da gibt es dann wohl generell gesehen, erst einmal den berühmten großen Kampf zwischen

    Gut und Böse.

    Den drei abrahamitischen Religionen gemeinsam ist ja, dass Gott, auf der guten Seite, der stärkere ist, und am Ende siegen wird. Warum die ‚Endlösung‘ nicht schon längst erreicht wurde, und es jetzt noch so viel Leid gibt, obwohl Gott doch allmächtig, allwissend und allgütig ist, ist die bei Theologen so genannte Frage der Theodizee. Sie ist nicht einfach zu beantworten und hält viele von einem Glauben an Gott ab.

    Über die, die zugeben, böses zu wollen, sozusagen die ‚ehrlichen Bösen‘ braucht man ja nicht lange nachzudenken.
    Da ist der Kampf wohl eher ’nur‘ eine Frage der Potenz (Kraft u. ä.).
    Ich sehe allerdings keinen Grund für einen ‚bekennenden Bösen‘ sich an gute Regeln zu halten, folglich ist ein ehrlicher Böser noch längst kein immer ehrlicher Böser. Wenn eine solche Qualität beim Gegenübers fest steht, muss man sehr schnell auf alles gefasst sein – ein teuflisches Prinzip, aber leider nur eines.

    Häufiger und viel schwieriger sind die, die nur vorgeben, gutes zu wollen und den angeblich richtigen Weg weisen.
    Und mit der Wortbedeutung ‚Weg zur Wasserquelle‘ greift die islamische Scharia genau diesen Anspruch auf.
    Dass dem Islam dabei seine Taqiyya-Theorie entsprang, idt die Krönung dieser Bosheit:
    Die Fähigkeit, erfolgreiche Intrigen zu ersinnen, ist für Mohamed eine Frage der Kreativkraft und somit der Potenz.
    Weil Gott natürlich auch hierin der größte sein müsse, wäre er der beste Listenschmied. Welch ein Wahnsinn!

    Womit der Islam allerdings besonders schlecht zurecht kommen dürfte, wo er doch so viel Wert auf Kraft legt, ist die Frage, warum Gott es nötig habe zu lügen. Die Antwort liegt wohl in der umgekehrten Frage ‚warum sollte er auf Lügen verzichten?‘, was beinhaltet, dass die Wahrheit im Islam gar kein Wert als solcher ist. Es könnte aber einer der Gründe sein, warum man im Islam nicht so viel nachdenken soll.

    Jesus Christus ist hierzu der personifizierte Gegenpol. Er nennt sich selbst ‚die Wahrheit‘, und nur dies kann ‚der Weg‘ sein, der zum ‚Leben‘ führt (Johannes 14, 6). Womit er natürlich auch im Gegensatz zur Scharia steht.

    Im Gegensatz zur bösen (teuflischen) Seite, wo man sehr schnell mit allem rechnen muss, kämpft die wirklich gute Seite aber eben nicht mit allen Mitteln. Sie definiert sich in sich selbst („ich bin der ich bin“) und nicht an anderen, und schon gar nicht am Gegner. Sie selbst bleibt korrekt, auch wenn man unkorrekt mit ihr umgeht. Sie bleibt gut, auch wenn sie auf Böses trifft. Sogar wenn Bosheit auf der eigenen Seite auftritt, was nichts anderes als Verrat darstellt, bleibt sie sich selber treu (2. Timotheus 2, 13). Auch Judas lies Jesus mit vollem Wissen seinen Verrat begehen (Johannes 13, 27).

    Die gute Seite handelt nach dem Freiwilligkeitsprinzip, straft (und vernichtet) nicht augenblicklich, gewährt Entscheidungsfreiheit und Sündenmöglichkeit, gibt dem Bösen Zeit zu reifen und sogar den Demagogen Gelegenheit, viele zu verführen. Das schließt sogar den Verzicht auf allgegenwärtige unzweifelhafte Offenbarung mit ein. Sie nimmt dafür auch Leid in Kauf (was verstanden werden will) und hat Geduld mit denen, die noch Zeit zu ihrer Einsicht brauchen.
    Das Gute will gesucht, verstanden und geglaubt werden. Es soll sich vielfältig entwickeln, auch unter Menschen mit unterschiedlichem Teilwissen, wie z. B. die Frau am Jakobsbrunnen (Joh. 4, 25-42).

    Der Kampf zwischen Gut und Böse ist der Prototyp des assymetrischen Kampfes, nämlich eigentlich zwischen

    Wahrheit und Lüge.

    Im Menschen – fast schon natürlich veranlagt – sind Gedanken, wie …
    …gut ist anders als böse,
    …gutes Handeln ist anders als böses,
    …man zählt selbst lieber zu den guten,
    …böses Handeln passiert auch denen, die eigentlich gut sein wollen,
    …man möchte sich vergewissern, wer wie einzuschätzen sei,
    …man kann als einzelner nicht so einfach und sicher entscheiden,
    …man müsste das ‚Nötige‘ wohl irgendwie tun,
    …es müsste einen Größeren geben, der die Antworten weiß.
    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

    Fragen, die sehr schnell zu Religiösität und Frömmigkeit führen.
    Ein liebender Gott läßt den Menschen mit solchen Fragen natürlich nicht völlig allein.
    Bestimmt hat er den Menschen viel mehr offenbart, als dokumentiert wurde.
    Allein wie kurz die ältesten biblischen Berichte gefasst sind, zeigt dieses an.

    Da selbst das Handeln aus dem perfekt liebenden Ansatz wohl zu Wiederholungen und Gewohnheiten führen muss, kann man Frömmigkeit wohl kaum generell verwerfen. Aber, ob etwas eine rechte Frömmigkeit darstellt, kann man durchaus hinterfragen. In Matthäus 6, 1 rät Jesus: „Habt Acht auf eure Frömmigkeit…“

    Gerade die Frömmigkeit ist es, die Religionen gerne als Antwort auf die Fragen der Menschen geben.
    Die meisten dieser Antworten sind falsch, und werden seit der Aufklärung auch zunehmend als unzureichend empfunden.
    Die Menschheit kehrt sich von Religiösität insgesamt und dem konsequenten Glauben an einen real existierenden Gott ab.
    Dieses beklage ich und laste es den unzähligen falschen Antworten mit religiösem Anspruch an.
    Dem Herrn kann so ein Bärendienst erwiesen werden, weil die Menschen am Ende geneigt sind das Kind (Cristus) mit dem Bade (dem religiösen Getue) auszuschütten.

    Allzu oft sieht es so aus, als ob Religionen, die sich mit Gott legitimieren, noch schlimmer wirken, als der Atheismus.
    Ein Gottgläubiger kann darauf natürlich nur die Antwort haben, dass Gott selbst auch dann richtig ist, wenn es die Religionen falsch machen.

    Kann Gott – wo er schon der Demagogie ihren Freiraum lassen muss -, nicht wenigstens eine ‚richtige‘ Religion stiften, zu der alle Zugang haben?

    Wie könnte das aus Gottes Sicht aussehen?
    Gott will in Wahrheit Glauben und Liebe, aber Religionen fordern oft Rituale, gute Werke und eine Frömmigkeit, die nach der Herzenseinstellung oft gar nicht mehr fragt. So gesehen will ich den Konflikt, zumindest der abrahamitischen Religionen und der archaischen Bünde noch etwas anders formulieren. Es konzentriert sich in einer lange währenden Frage:

    liebend oder scheinfromm

    Gott wollte, so glaube ich, schon bei Abraham eine Heimat schaffen für den Glauben, den er sich wünscht.
    Gott wollte Nägel mit Köpfen machen.
    Er wollte den Glaubensinhalt, die Liebe, zusammen mit der Sichtbarkeit rechter Frömmigkeit.
    Die Liebe sollte nämlich mehr sein, als ein Lippenbekenntnis und zu konkreten Auswirkungen führen.
    Die Menschen sollten nicht mehr Tiere opfern (anderes Thema) und dabei selbst unverändert bleiben.

    Nun gibt es noch ein Dilemma. Wie kann man zeigen, worauf es ankommt, nämlich die Liebe?
    Sie ist selbst ein innerer Wert, also unsichtbar. Echte Liebe kann nicht ohne Auswirkungen bleiben. Dann wäre sie mindestens verhindert, vielleicht sogar tot (wie auch Glaube ohne Werke tot ist, Jakobus 2, 26).
    Andererseits kann die scheinbare Frömmigkeit der aus der Liebe resultierenden stark ähneln. Die perfekte Show kann sogar echter aussehen als das Original.

    Gott machte es folgender maßen:
    Er setzte den Glaubensinhalt mit Äußerlichkeiten in Kontrast zur leeren Hülle.
    Dies tat er von Anfang an, denn Ismael sollte noch vor Isaak beschnitten werden.

    Ganz schön bitter:
    Der beschnittene Ismael wurde in die Wüste gejagt.
    Zwar wurde er vom Engel am Leben erhalten,
    aber die ganz besondere Verheißung wurde ihm verwehrt.
    Er bekam eine geringere, fast möchte ich sagen, ‚Ersatzverheißung‘.
    Inklusive eines prophezeiten Dauerkonflikts!

    Wie nun Ismael aber ein (Er)Zeugnis des Unglaubens war, konnte er trotz seiner Beschneidung den Glaubensbund nicht erreichen. Schon seine Mutter hatte nicht die liebende Grundhaltung und achtete Sara gering (1. Mose 16, 5). Auch Ismael selbst hatte diese nicht, sondern trieb Mutwillen (1. Mose 21, 9).
    Sie beide haben diesen außerordentlichen Segen, den Gott geben wollte nicht erkannt, sondern mit ihren eigenen freien Willensentscheidungen die innere Begründung für das geliefert, was bei Gott schon vorher fest stand und er deshalb nur Isaak verheißen hatte. Sie hatten nur eine Chance, nämlich wenn Hagar den Rat des Engels, sich zu demütigen (1. Mose 16, 9), verinnerlicht, zur eigenen Grundhaltung gemacht und an Ismael weiter gegeben hätte.

    Sara aber hatte diese liebende Grundhaltung, weil sie sogar hinter Hagar zurücktrat, um die Verheißung wahr werden zu lassen.

    Nun war die Beschneidung für Abraham und seine Kinder auch ein Mittel, sich leichter in die ihre Bestimmung zu ergeben, denn die Beschneidung erfolgt ja ohne die eigene persönliche Entscheidung. Jeder Mann wird regelmäßig erinnert, am eigenen Körper und an einer Stelle, die nicht gerade selten im Zentrum des Denkens steht: Er sei etwas besonderes und gehöre zu einem besonderen Volk. Ich bin allerdings überfragt, ob der typische Israelit auch von seiner besonderen Bestimmung etwas erfährt, und er ein Sendungsbewustsein als Selbstverständnis mitbekommt, wie ich es hier schon mehrmals geschrieben habe.

    In späterer Zeit, wo die Existenz Gottes zunehmend in Frage stand, wurde natürlich auch die Beschneidung entsprechend unsinniger. Ttrotzdem wurde die Tradition der Frömmigkeit gepflegt, weitaus länger, als ernsthaft geglaubt wurde.

    Wohin Frömmigkeit ohne Liebe führt, sollte später noch deutlicher werden…

  12. Werter Jockel,
    „…Auch Jesus selbst sagte zu der Samariterin am Jakobsbrunnen (Johannes 4,22): “das Heil kommt von den Juden”, also nicht nur von dem einen Juden Jesus. Doch dazu später mehr…

    Wer sagt uns, dass Jesus sich u. a. auch sich selbst gemeint hat als „Krönung“ des Wirkens Gottes (seines Vaters) an seinem auserwählten Volk? In dem er sich selbst als Weg, die Wahrheit und das Leben bezeichnet, bezieht er selbstverständlich auch das theologische Wissen der Juden mit ein. Aber Jesus hatte schon zu Lebzeiten eche Schwierigkeiten selbst mit seinen Jüngern, indem er die Frage stellte, für wen ihn die Leute (i. d. R. Juden) halten.

    Du erwähnst das Lied des Mose. Ich denke, das ist gängige religiöse Praxis, seinen Schäfchen vordergründig erstmal Angst einzujagen, damit sie bei der „göttlichen“ Stange bleiben, wie die Kirchen dies ja auch lange versucht haben. Ich würde dieses Lied nicht auf den Holocaust beschränken. Diese Erfahrungen machten Juden zu allen Zeiten, auch heute noch. Die geistige Entfernung vom liebenden Gott führt nun einmal in die Irre. Ja, er führt bereits in die Irre, wenn Menschen an einen janusköpfigen Willkürgott wie den islamischen Tyrannengott glauben. An Israel und den Juden wurde und wird dies noch heute deutlich. Aber auch andere Völker werden und wurden verfolgt ohne Juden zu sein. Denken wir an den Millionenfachen Sklavenhandel durch Islam und die westliche Welt, bestehend in erster Linie aus Menschen um Afrika. Moses predigte die Bestrafung Gottes an untreuen Juden.

    Als Nachfolger eines „Juden“, nämlich Jesus als Gottes Sohn werden auch wir verfolgt, die wie uns Christen nennen. Auch wir sind auf dem besten Weg, Gott untreu zu werden hier in Europa und auch in den USA. Im Gegensatz zu der Situation des Moses, als er sein Lied verkündete, werden Christen von Menschen verfolgt, gerade weil sie Gott die Treue halten oder sie nur sagen, dass sie Christen seien. Das hat sich geändert. Gott straft, wenn Menschen sich von ihm wenden. Menschen strafen, wenn Christen oder Juden sich zu ihrem Gott bekennen. So ändern sich die Zeiten. Jesus hat uns die Verfolgung jedoch grundsätzlich vorausgesagt. Kommunismus und Islam sowie Hinduismus sind die Vollstrecker dieser jesuanischen Prophezeiung. Wobei ich immer wieder behaupte, dass Gott die Menschen nicht straft, egal, ob sie treu sind oder nicht, zumindest nicht hier auf Erden.

    Bei all Deiner durchaus berechtigten Kritik an kirchlichen Ritualen und Normen, die möglicherweise menschengemacht sind (aber nicht alle: Denken wir an die Taufe, zu der Jesus uns den Auftrag gegeben hat, ist auch ein Ritual, Jesu Gebot des Gedächtnis an das Abendmahl, die Sündenvergebung, ja selbst die Teufelsaustreibung war Jesus selbst wichtig) sind somit z. T. gottgewollt. Diese zu ritualisieren, finde ich völlig in Ordnung. Jesus selbst übrigens hat auch jüdische Rituale selbst verfolgt und ausgeführt. Er hat im Tempel, in Synagogen gelehrt und mit Sicherheit aus der Thora vorgelesen. Was hat er den Pharisäern denn im Grunde vorgeworfen? Nicht die Rituale selbst. Nein, er hat die Seelen- und Herzlosigkeit bei der Ausführung dieser Rituale angeprangert. Denken wir an die hohlen Gräber, von außen schön und von innen hohl und voller Unrat oder Totengebein. Ein schwerer Vorwurf.

    Und genau da fällst Du m. E. darauf herein, dass Rituale grundsätzlich oder zumindest oftmals oberflächlich ausgeführt werden. Das ist m. E. unzulässig, weil wir nie in das Herz der Menschen hineinschauen können, die diesen Ritualen folgen. Rituale können seelenlos ausgeführt werden, sie können jedoch auch sehr nützlich und notwendig für diejenigen sein, die in ihnen einen Wert an sich sehen und sie deshalb mit der Fülle ihrer Seele liebend ausführen. Wie bei allem kommt es doch immer nur darauf an. Wenn ich sonntags den Gottesdienst besuche, kann ich das mit leerem Herzen aus Routine machen, kann ich aber auch genausogut mit vollem Herzen und im Gedenken an Jesus tun, um ihm zu zeigen, dass ich ihn liebe. Ich kann einer alten Dame über die Straße helfen aus reiner Höflichkeit, aber auch aus Liebe, weil ich in ihr in dieser Situation Jesus selbst in seiner momentanen Hilflosigkeit sehe und ihr helfen, a) weil ich es gern tue, nicht aus Pflichtgefühl oder bloßer Höflichkeit und b) weil sie in diesem Moment Hilfe braucht, wie Jesus am Kreuz.

    Dieses äußerst banale Beispiel zeigt jedoch die Sprengkraft eines Gebetes, ja auch eines Rituals oder einer guten Tat. Auf die geistige GEsinnung, auf die Herzensbildung und auf den Bezug zu Gott oder Jesus kommt es an.

    Du schreibst zu Recht: „…Der Kampf zwischen Gut und Böse ist der Prototyp des assymetrischen Kampfes, nämlich eigentlich zwischen

    Wahrheit und Lüge.“

    Genau. Die Erkundung um die Wahrheit und die Lüge fängt immer bei mir selbst an. Tue ich Gutes, um selbst gut darzustehen oder in aller Demut im ganzen Herzen für den anderen und für Gott. Damit belüge ich mich selbst, wenn ich Gutes tue in erster Linie für mich selbst. Hat z. B. Mutter Theresa Gutes getan, um selbst super darzustehen und hat sie es getan, nur um anderen, den Ärmsten der Armen zu helfen.

    Ehrlichkeit ist oberstes Gebot mir selbst gegenüber. Da beginnt die Lüge, das Taktieren, das Täuschen und das Erhaschen von guter Meinung anderer. Und dieses Denken (ich nenne es das Denken von Grundauf) setzt sich in unserem Leben fort in jeder Arbeitssituation, in jeder Kommunikation mit dem Nächsten in jedem Dialog mit den Islamvertretern.

    Kleine selbstbiografische Story:
    In aller Demut darf ich von mir sagen, dass ich diese Gedanken schon mit ca. 16 Jahren gekommen sind, als ich regelmäßig alte Leute aus dem hiesigen Seniorenheim (früher Altenheim) im Rollstuhl durch die Stadt kutschiert habe. Eines Tages sprach mich eine Frau an, die mich ach so sehr lobte ob meines Tuns. Das schmeichelte mir ungeheuer und ich war noch eifriger bei der Sache, bis ich gedanklich innehielt und mich selbst fragte: „Hey Du alter Angeber, tust Du das nur, um das eigene Image aufzupolieren?“ Damals kam mir dann die Erkenntnis, dass Gutes tun und Gutes tun, manchmal zweierlei Dinge bedeuten können. Bei dieser Gelegenheit dachte ich an Jesus und seine Predigt gegen die Pharisäer. Ja, als dies mir bewusst wurde, fühlte ich mich genauso wie die angegriffenen Pharisäer. Jesus hat mir damals die richtigen für mich m. E. lebensverändernden Gedanken eingegeben. Er hat mich davor bewahrt, ein Mensch zu werden, der auf dem besten Wege war, zum egomanischen Selbstdarsteller zu mutieren. Ja, Du hast vollkommen Recht: Ja, selbst die Selbstlüge, eine gute Tat zu vollbringen, weil ich gut dastehen will zieht die gute Tat selbst letztlich in den Schmutz, lässt sie Anklage gegen mich selbst erheben.

    Ja, und ich muss gestehen, ich verfalle von Zeit zu Zeit immer mal wieder in diese alten Gewohnheitsmuster. Wer hört nicht gern Schmeicheleien? Nur wir müssen uns darum bemühen, Danke zu sagen, und zwar Gott gegenüber, dass er uns dieses und jenes hat machen lassen, weil er uns die Kraft dazu gegeben hat. Dank ist der Urgrund jeglichen guten Gebetes. Aus dem Dank kann Wahrheit und Liebe zu Gott und dem Nächsten erwachsen. Das nennen wir dann Demut, nicht devotes unterwürfiges hündisches VErhalten, sondern freiwillig gewähltes Sich-mit-dem-Nächsten-auf-eine-Stufe-stellen-wollen, egal in welcher sich der hilfsbedürftige Nächste befindet, nie von oben herab. Das kann ein Grundrezept der Liebe im Umgang mit Menschen sein. Der Hl. Geist hilft mir dann immer, mich selbst zu hinterfragen. Mit einer Erkenntnis an diesem einem Tag und einer daraufhin folgenden besseren Grundeinstellung vor 43 Jahren ist es nicht getan. Immer wieder war und bin ich versucht in diese alten letzlich egoistischen Rollenmuster zurück zu fallen. Ja, auch dagegen sollte man ankämpfen. Damit fängt der Kampf in uns selbst an zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge. Also die kirchliche Gewissenserforschung in das Ritual einer Bußandacht gepackt, kann durchaus positive Selbsterkenntnis bringen, ebenso Katechismusregeln, wenn sie als Lebenshilfe verstanden werden und nicht als quälende Gebote. Das Einschalten des gesunden relgiiösen Menschenverstandes ist ungeheuer wichtig. Ich kann Regeln, die ich für sinnvoll erachte, anwenden und andere, die mich abstoßen, die mich in psychische Unterdrückung im Abwägen des „Kosten-Nutzen-Verhältnisses“ bringen, ablehnen. Stehe ich dahinter oder nicht?

    Geistige Rituale sind, wenn sie mit gutem Leben, also mit dem Versuch der Liebe, durchgeführt werden, immer gut. Blutige Rituale, die anderen Schmerzen bringen, und zwar solchen, die sich nicht wehren können, lehne ich deshalb ab. Es gibt die psychische Vergewaltigung (Drohen, Angstbilden, um einen guten Zweck zu erreichen, wie Moses es durchaus legitim versucht hat und auch die Kirchen) und die körperliche Vergewaltigung an kleinen Jungen, die sich nicht wehren können, die Schmerzen herausschreien und tagelang unter den Schmerzen leiden, insbesondere dann, wenn dieser archaisch brutale Akt mit 7 Jahren und älter durchgeführt wird, nur um dem Männlichkeitswahn Vorschub zu leisten. Bei Säuglingen wird das Urvertrauen geschädigt, dessen bin ich mir sicher.

    Damit will ich zeigen, dass Liebe nicht gleich Liebe ist. Die Liebe muss errungen werden, ihr muss nachgejagt werden wie dem Frieden. Liebe ist nicht einfach so da. Sie ist ein fast unerreichbarer Idealzustand, den wir Menschen kaum erreichen können. Liebe in seiner vollkommenen Form ist eine Überforderung des Menschen, aber als Ziel unabdingbar. Alles Bemühen muss ihr gelten, sonst geht die Welt zugrunde. Die Kraft dazu finden wir nur durch intensives Gebet, aber auch durch sinnvolle und mit Liebe erfüllte Rituale, ja auch Rituale, die die Kirche zu bieten hat. Immer eine Herzenseinstellung.

    Werter Jockel, ja die Kirche hat viele Fehler gemacht. Aber hat Jesus uns im Matth-Evangelium auch Fehler gemacht, als er vom Weltgericht sprach und denen drohte in die ewige VErdammnis zu geraten, wenn sie Hungrige nicht speisen, Gefangene nicht besuchen usw.? Nein, er hat Realitäten angesprochen und uns vor Augen geführt, was passieren kann, wenn wir so handeln wie die Menschen, die zur Linken Gottes geschleudert werden. Wir können es als Drohung verstehen, aber auch als bloße menschenfreundliche Warnung, als Zeichen dafür, dass Gott uns so sehr liebt, dass er nicht will, dass wir der ewigen Gottesferne anheimfallen. Er sorgt sich um uns um unser ewiges Seelenheil sowohl in dem Lied Mose so auch in dem jesuanisch verkündeten matthäischen Weltgerichtes. Drohung kann auch lediglich heilsame Warnung sein, es muss nicht immer als Drohung verstanden werden. Hier immer die Frage, wie ich mit Worten umgehe. Fasse ich sie als Drohung auf, so darf ich sie ablehnen, verstehe ich sie als gutgemeinte (und Gott meint es gut) Warnung, kann sie heilsam für die Seele sein. Auch hier: Fällt das Wort auf steinigen Boden (Drohung) oder auf fruchtbaren (sorgenvolle Warnung, zu vergleichen mit dem Rot einer Lichtzeichenanlage)

    Über die Liebe ist viel geschrieben worden, gesungen worden, Musik komponiert worden, Kunst gebildet worden, aber sie bleibt wie Gott selbst ein Geheimnis. Sie ist die menschlich zwar denk-, fühl- und fruchtbare und auch zum Teil durchführbare (das ist der Teil des Ebenbildes Gottes in voll abgespeckter Form) aber immer in ihrer Vollkommenheit abstrakt bleibende Charaktere, der wir nur mit kleinen Schritten, ja auch ohnmächigen Schritten uns nahen können wie eben zu dem doch so nahen und so fernen vollkommen liebenden Gott der liebenden Dreifaltigkeit, diese und diesen Gott jedoch hier auf Erden kaum mit makelloser Seele erreichen werden.

  13. Kleiner Nachtrag: Holocaust! Waren alle Juden, die in den KZ umgekommen sind, untreue Juden? Wer sagt das? Das wäre dann ja sogar eine ungerechte Bestrafung durch Gott. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mehrheit der im KZ brutal ermordeten Juden gute Juden waren, die ihrem Gott treu geblieben sind. Aber im KZ mag die Treue zu ihrem Gott gelitten haben. Wir können nur für dies armen Menschen nachträglich beten, dass sie ihre Treue zu Gott nicht verloren haben durch die brutale Vorgehensweise der KZ-Schergen.

    Aus diesem Grunde straft Gott nicht hier auf Erden. Und ich wage zu bezweifeln, dass er es im Jenseits tun wird. Jesus hat hier auf Erden niemanden verurteilt. Er hat nicht einen Menschen verflucht im Gegensatz zum Koran, wo sogar Gläubige den Ungläubigen fluchen sollen.

  14. Thomas Heilmann (CDU) will für Berlin (wie zufällig ganz im Sinne der islamischen Scharia) die körperliche Unverletzlichkeit der männlichen Berliner Kinder „übergangsweise“ opfern und rituelle Genital-Beschneidungen straffrei stellen:

    Quelle: WELT 9. Aug. 2012, 22:48
    Justizsenator will Beschneidung einheitlich regeln

    Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) will in Berlin schnell Rechtsklarheit beim Umgang mit religiösen Beschneidungen schaffen. „Bis eine bundesweite Regelung getroffen ist, wollen wir eine Berliner Linie festlegen“, sagte Heilmann-Sprecherin Lisa Jani. Damit bestätigte sie Informationen des „Tagesspiegels“.

    Derzeit liefen Gespräche mit der Staatsanwaltschaft, jüdischen und islamischen Gemeinden sowie Verbänden und Ärzten. Es solle eine Übergangsregelung erarbeitet werden, betonte die Sprecherin. Die Überlegungen seien noch ganz am Anfang.

    Nach Angaben der Justizverwaltung liegen keine Strafanzeigen gegen Ärzte oder Beschneider vor. Betroffene Familien und Ärzte wollten aber wissen, was erlaubt sei und was nicht. …

    Das Landgericht Köln hatte Ende Juni eine religiös motivierte Beschneidung für rechtswidrig erklärt. Das erste Urteil dieser Art ist eine Einzelfallentscheidung und nicht bindend für andere Gerichte. Dennoch herrscht Verunsicherung. Viele Ärzte bieten diese Eingriffe seither nicht mehr an.

    Der Bundestag macht sich nun für ein Neuregelung stark, um medizinisch fachgerechte Beschneidungen aus religiösen Gründen zu erlauben. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur vom Wochenende sind den deutschen Strafverfolgungsbehörden bislang keine weiteren Strafanzeigen wegen der Beschneidung von Kindern bekannt.

    Die meisten Staatsanwaltschaften haben sich noch nicht festgelegt, wie sie in solchen Fällen vorgehen wollen. Eine Ausnahme ist Baden-Württemberg. Dort soll die rituelle Beschneidung von Jungen weiter grundsätzlich straffrei bleiben, wenn sie medizinisch korrekt ausgeführt wird.

    http://www.welt.de/regionales/berlin/article108558332/Justizsenator-will-Beschneidung-einheitlich-regeln.html

    Quelle: dapd
    in: WELT 09.08.12

    „Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Regelung für Berliner Strafverfolgungsbehörden zu finden“

    Berlin (dapd-bln). Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) strebt für die Hauptstadt übergangsweise eine einheitliche Regelung im Umgang mit religiösen Beschneidungen an. „Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Regelung für die Berliner Strafverfolgungsbehörden zu finden“, sagte Heilmann dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Diese Lösung solle nur für den Zeitraum gelten, bis eine bundeseinheitliche Regelung gefunden sei, bestätigte eine Sprecherin der Justizverwaltung.

    Heilmann unterstrich gegenüber der Zeitung, dass die juristische Einordnung ein schwieriges Thema sei. Die Verwaltung sei derzeit in Gesprächen mit Verbänden und Interessengruppen. Mit einer Handlungsanweisung für Strafverfolger könnte sichergestellt werden, in welchen Fällen zu ermitteln oder aber ein mögliches Verfahren einzustellen ist.

    Das Kölner Landgericht hatte Ende Juni die Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung gewertet, selbst wenn die Eltern einwilligen.

    http://www.welt.de/newsticker/news3/article108558723/Justizsenator-will-Beschneidung-uebergangsweise-einheitlich-regeln.html

  15. Also, der Artikel 136 der Weimarer Reichsverfassung ist (laut Artikel 140 GG) Bestandteil des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Und dort heißt es:
    „Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.“
    Staatsbürgerliche Pflicht ist in erster Linie Gesetzesbefolgungspflicht. Es gibt kein Recht auf Religionsausübung gegen die allgmeinen Gesetze. Die Gesetze gegen Körperverletzung sind nicht aus Willkür beschlossen worden.

    Als Strafe gegen Kriminelle wäre Beschneidung verfassungswidrig, so wie alle Körperstrafen. Das sollten sich diejenigen vor Augen halten, die das kleinen Kindern antun wollen.

  16. Werter Bazillus,
    Es ist gut, wenn man selbstkritisch ist und sich hinterfragt, warum man gute Werke tut (1. Kor. 13,1-13).
    Es kann auch nicht falsch sein, sich für den Empfang von guten Werken zu bedanken.
    Es ist normal, dass sich über Dank zu freuen. Das darf man sogar – ein bisschen – erwarten (Luk. 17, 11-19).
    Es ist auch normal, dass so etwas erbaut, ermutigt, anspornt oder gar beflügelt (Hebräer 10, 24).
    Man kann bei Kritik und Selbstkritik zwar die Motivation hinterfragen, aber – besonders beim anderen – kaum abschließend beurteilen. So wie wir als Christen ohnehin besser nicht vorschnell (wenn überhaupt) ver-urteilten sollten (Luk. 6, 37).
    Eine gute Tat bleibt auch dann erst einmal eine gute Tat, wenn sie aus zweifelhaften Motiven heraus getan wurde (Jes. 5, 20).
    Übertriebene Kritik und Selbstkritik kann auch sehr verletzen und blockieren, und in Wirklichkeit aber der guten Sache ‚im Namen der Wahrheit‘ einen Bärendienst erweisen.

    Es freut mich auch immer, verstanden zu werden und umgedreht verdanke ich nicht zu letzt dir und deinen untermauernden Beiträgen, werter Bazillus, dass ich mich relativ schnell gegen die Jüdische Beschneidung in Deutschland druchringen konnte. So glaube ich, noch nicht in Erstarrung zu sein, sondern eher in einem Abenteuer…

    Zur Theodizee-Debatte gehört auch etwas, was ich meistens als billige Schnelldeuterei empfinde.
    Ich meine es von den eher Scheinfrommen, also weniger von den wirklich Liebenden zu hören (wenn du mir diese plumpe Unterteilung erlaubst):
    Nämlich, wenn den Menschen die Leid tragen, dafür selbst eine persönliche Schuld zugeschoben wird (Joh. 9, 1-3).
    Für den Holocaust gilt das natürlich ganz besonders!
    Das wäre ja sogar noch Rechtfertigung der Übeltäter – pfui Teufel!
    Selbst wenn wir die Ansicht vertreten, dass durch die Nazis etwas kam, was schon vorhergesagt war, und in sofern sowieso irgendwann hätte kommen müssen, ging es doch nicht ohne dass sich die Nazis durch ihr Tun schwer versündigten.
    Selbst wenn daraus im Nachhinein sogar noch ein Segen erwächst, kann man dieses Böse deshalb noch lange nicht gut nennen.
    Selbst zu dem ‚Judasdienst‘, aus dem schließlich der vielleicht größte Segen aller Zeiten wuchs, sagte Jesus (Markus 14, 21): „weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird!“

    Auch wenn wir nicht verurteilen sollen, kommen wir doch nicht umhin, Geschehnisse zu bewerten.
    Oder schreiben wir denn hier zur Beschneidung wertungfrei?
    Wir schreiben nichts anderes, als dass sie eine Körperverletzung an Unmündigen und Wehrlosen ist.

    Viel zu oft haben Christen ihre eigenen Vorstellungen von richtig und falsch im Namen Gottes plaziert. Selbst in der Kindererziehung kommt der einschüchternde und religiös verlängerte, drohende Zeigefinger vor. Strafe in der Kindererziehung haben unsere deutschen Gesetze schon so weit geächtet, dass manch ein Elternteil fast froh sein muss, dass sein Kind nicht von Geburt an Anwalt ist. Selbst wenn man sein bockiges Kind am Arm festhält, damit es sich nicht losreist und auf die Straße rennt, kann das ein Anwalt schon Freiheitsberaubung nennen, die nur zum unmittelbaren Kindeswohl erlaubt ist.

    Vielleicht kamst du ja vor so einem Hintergrund dazu, dass Gott vielleicht überhaupt nicht strafe.
    Aber ich denke schon, dass er auch straft.
    Er sagte z. B. in 2. Mose 20, 7: „der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht“.
    Auch hier wendet sich Gott im Grunde genommen ganz besonders gegen die Scheinfrommen, die seinen Namen verwenden um ihre eigenen Ziele zu erreichen.
    Gerade die, die in selbstgefällige Schnelldeuterei verfallen, und sagen: „Jenes Unglück ist die Strafe Gottes für diese Schuld“, missbrauchen dadurch Gottes Namen. Und solches Treiben bedroht er nicht nur mit Strafe, er sichert sie sogar zu, worin ich einen Trostzweck erkennen kann!
    Sagst du nun: ‚Das predigte ja nur Mose‘? Strafe kommt auch an zahlreichen anderen Bibelstellen, auch bei Jesus, vor.
    Auch „wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben“ (Sprüche 17, 5), und sei es nur, weil damit die eigene selbstgefällige Rede über Theodizee damit so schön rund wird.
    Bei allem was wir über Leid sagen, dürfen wir nie vergessen, dass es weh tut, und dass auch wir in dieser Lage sein könnten.

    Natürlich ist es unbestritten christliche Botschaft, dass Jesus die Strafe, die wir verdient haben, gerne auf sich nimmt, um uns zu retten. Aber ich glaube, dass Gott weder Allerbarmer noch Allerlöser ist. Er bietet die Gnade der Erlösung zwar jedem an, aber annehmen müssen wir sie schon selbst. Nicht jeder möchte sich von der Sünde, die Gott doch von uns nehmen will, trennen. Wer im Bösen verharren will, bekommt von Gott auch dazu die Freiheit: Er wird weder gehirngewaschen, noch zwangsgeläutert, muss aber im allgemeinen die natürlichen (oder logischen) Konsequenzen seines Tuns tragen, wozu auch sein eigenes Ende zählt.
    So ein ‚Ende für immer‘ ist durchaus tragisch, weshalb sich so manche Religion fast reflexartig dagegen verwehrt. Mit Blick auf die Ewigkeit ist es eine ‚unendliche Konsequenz‘, aber ich denke, diesem ‚Ernst des Lebens‘ muss sich auch eine Religion stellen können. Laut Bibel wird allseitig anerkannt ein ausführliches und sehr gerechtes Endgericht gehalten werden, in welchem uns ggf. auch die wirkliche Dimension des Bösen in vermeitlich lieben Mitmenschen deutlich wird, und uns der mentale Abschied ohne ewige Wehmut gelingen wird. Die Textstellen spare ich mir hier, weil das ein wirklich anderes Thema ist.

    Überall, wo Gott spricht um zu retten, will er am meisten die Entscheidung des/der Betroffenen aus Einsicht.

    Strafe kann sogar Ausdruck von Liebe sein, um einen heilsamen Weg zur Besserung zu weisen. Jeremia 30, 11: „… Ich will dich mit Maßen züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.“
    Diesen Weg zur Besserung kann man sich sogar selbst wünschen (Jeremia 10, 24).

    Gott freut sich nicht, wenn er strafen muss. Strafe ist für ihn keine Genugtuung. Er freut sich viel mehr, wenn die Strafe ihr Ende erreicht. Zur heilsamen Strafe gehört auch der Trost!

    Ausbleibende Einsicht ist natürlich ein Problem. Auch wenn ich nicht glauben kann, dass Gott ewig insistiere, bis auch der Letzte sich bekehre, und dafür sogar spezielle Folterräume (Hölle, Vorhölle, Fegefeuer, oder was auch immer) parat habe, so finde ich es doch lieb, wenn Gott nach dem ersten Versuch nicht gleich aufgibt. Tut er auch nicht bei Menschen persönlich (Hiob 33, 29).

    So steigert Gott Strafe auch bei fehlender Einsicht (3. Mose 26, 18): „Wenn ihr mir aber auch dann noch nicht gehorcht, so will ich euch noch weiter strafen, siebenfältig, um eurer Sünden willen“.

    Was ist eine siebenfältige Strafe gegenüber einer unendlichen Konsequenz?
    Auch hier sehen wir, dass wir kaum mit Gott rechten können, weil wir es sehr schnell mit Dimensionen zu tun bekommen, in denen wir uns nicht auskennen.

    Isaak musste sich in die Beschneidung fügen. Ohne den Glaubensbund und die Verheißung wäre er gar nicht geboren, oder anders gesagt, ohne Gott würde er gar nicht existieren. So musste Isaak auch in die Vorhersehung bzw. sogar in die Vorherbestimmung fügen.

    Feministinnen, deren Mütter vom Herd nicht los kamen, ist das Wort ‚Bestimmung‘ vielleicht ein Reizwort.
    Aber eigentlich muss doch jeder, der an Gott als den Schöpfer glaubt, auch eine gewisse Bestimmung akzeptieren.

    Wie oft können Segen, Fluch und Strafe nicht auch als logische und natürliche, ggf. späte Folgen von klugem, gehorsamen oder dummen Verhalten aufgefasst werden?
    Dieser Sichtweise kann ich persönlich sehr viel abgewinnen: Gott ist seltener der aktiv Handelnde, Schicksale sind seltener wundersam und eine übereinstimmende Wahrnehmung mit gottfrei denkenden Menschen ist vielleicht öfter und leichter herstellbar. Gott hat den guten Rat, gibt ihn auch, aber das Lesen seiner Handschrift in der Geschichte ist nicht so sehr zwingend. Vielleicht sind auch die Neigungen der Menschen miteinander gekoppelt, Gottes Handeln in ‚Wundern‘ und in ‚Strafen‘ zu erkennen. Auch finde ich, ist es leichter erklärlich, wenn solche ‚Strafen‘ dann unschuldige Generationen treffen (weil Spätfolge).

    Um noch mal auf die o. g. ’siebenfältige Strafandrohung‘ zurückzukommen:
    Kann man sich wünschen, unter Gottes ‚besonderer Beobachtung‘ zu stehen, oder steht man damit nur unter dem Fluch eines ‚launischen Strafgottes‘ (oder wie du schriebst: ‚Willkürgottes‘ oder ‚Tyrannengottes‘), der einem das Leben noch viel mehr vermasseln kann, als man es selbst je tun würde?

    Ich habe mir von Israelis sagen lassen, dass es nicht wenige gibt, die sich wünschten, keine zu sein.
    Nur kurz möchte ich einschieben, dass sich das Dilemma in der öffentlichen Diskussion bei uns Nichtjuden anders zeigt: Gott ist nicht Geber (Verursacher!) verhängnisvoller Vorhersagen, sondern langweilige ‚Spaßbremse‘, was aber im Endeffekt auch nicht viel besser ist.

    Oh, wie tragisch, wenn man Gott nicht mehr als DEN lieben erkennen kann, in dessen Nähe es selbstredend nur vorteilhaft sein kann!

    Dies laste ich aber den Verantwortlichen an, die im Namen Gottes reden, wenn aus dem von ihnen gezeichneten Gesamtbild ein Zerrbild wird und ihre Satzungen in Wirklichkeit gar nicht mehr Gottes sind.

    Vielleicht denkst du, dass ich mich damit im Kern gegen alle katholischen Rituale wenden will.
    Und ich glaube nicht, dass du grundsätzlich gegen jedes Hinterfragen solcher Dinge wärest.
    Aber ich habe nichts gegen sinnvolle, oder schöne – sagen wir mal – ‚Ergänzungen‘, wenn man den Sinn erkennen kann, sich an der Schönheit erfreuen kann und die Hauptsache dadurch nicht verdrängt wird.

    Der hier lesbare kopflastige ‚rechte Glaube‘ der jockelschen Art kann durchaus auch sinnvolle und schöne Ergänzungen gebrauchen. Reden wir darüber, wenn du willst!

    Lachs gesagt, hab ich deine Kirche hier gar nicht so sehr ‚auf dem Kieker‘. Mir geht es hier, – bei der Beschneidung, – viel mehr um die Juden und den Versuch einer Gesamtschau mit ihnen. Deshalb hatte ich auch wenig von Jesus geschrieben, weshalb aber all das was du schriebst nicht falsch ist. Im Vorgriff schon mal meine Vermutung, dass wir uns wohl alle ein bisschen bewegen müssen, um zusammen zu kommen. Auch Luthers Äußerungen über die Juden – finde ich – kann man so nicht stehen lassen.

    Ich würde gerne an ein paar Beispielen zeigen, dass es einen außerordentlich wichtigen Aspekt, nämlich einen ziemlich großen Grundkonflikt der ganzen Weltgeschichte darstellt, ob die Frömmigkeit als Liebesresultat oder nur zum Schein, aber in Wahrheit ohne dieselbe zum Ausdruck kommt.
    Und natürlich muss man, so denke ich, auch die Beschneidung unter diesem Aspekt sehen!
    Und auch die Kirchen kommen nicht ganz ungeschoren davon, aber das hattest du ja selbst schon selbst eingeräumt.

    —–

    Unter den Aspekten:
    A) Beschneidung ist Glaubensbund.
    B) Israel soll Segen sein!
    C) Liebend oder Scheinfromm?

    würde ich gerne beleuchten:
    1) Abels Opferhaltung oder Kains (1. Mose 4, 7; Hebräer 11, 4)
    2) Marias Wissenssehnsucht oder Marthas Bewirtungsdienst (Lukas 10, 38-42)
    3) Sara oder Hagar
    4) Isaak oder Ismael
    5) Abraham: Glaubensheld oder Menschen opferndes Gehorsamsvorbild
    6) Gehorsam ist besser als Opfer (1. Samuel 15, 22)
    7) Beschneidung als Werkzeug zum Ehrenmord (1. Mose 34)
    8) Eure Opfer gefallen mir nicht (Amos 5, 21-24)
    9) Jesus Christus und die Pharisäer
    10) Hananias und Saphira (Apostelgeschichte 5, 1-11)
    11) Judentum und Islam
    12) Christentum und Judentum
    13) Humanistische Menschenrechte und Judentum mit Freiheits-Ebenen
    14) Aktuelle Diskussion und insbesondere die Grenzen der Berechtigung jüdischer Argumente (z. B. zionistischer Sicherheitsansatz)
    15) Ausblick mit dem Lied des Mose (5. Mose 32)

    (1) und (2) möchte ich hier nur am Rande erwähnen, zum Aspekt (C).
    (3) und (4) wurde schon weitgehend besprochen.

    Nach (7) werde ich wohl erst einmal abbrechen, des Umfangs halber, und damit auch Mitgestaltung oder Gegenrede besser möglich ist. Danach wird es vermutlich noch ’saftiger‘.

    Es wird auch so schon lang, allein schon um Fragen von Leid, Schicksal, (Vor-)Bestimmung und Strafe wenigstens einigermaßen gerecht zu werden. Der alttestamentliche Gott, wenn er denn nicht ein anderer Gott, oder eine weitere Person der Dreieinigkeit sein soll, will auch verstanden werden!

    Zu Isaak könnte man noch erwähnen, dass er sehr umfassend die Grundhaltung der Liebe von Sara übernahm. Er verzichtete ‚um des lieben Friedens willen‘ auf eigene Brunnen und grub zugeschüttete neu auf und erhielt reichen Segen als ‚Friedensrendite‘ (1. Mose 26, 12-33). Aber auch seine Nachbarn hatten nur Vorteile von Isaak: Ebenfalls Frieden und die hergeschenkten Brunnen.

    Auch ist es Isaak wohl gelungen, die Wichtigkeit des besonderen Segens seinen Familienangehörigen zu vermitteln. Nur dass darauf der Zweitgeborene, Jakob ansprang. Er luchste den Segen seinem Bruder ab, musste flüchten und machte dort (nicht ganz freiwillig) seinen Dienstherren reich. Auch er bekam eine Verheißung (1. Mose 28,14), dass durch ihn und seine Nachkommen „alle Geschlechter auf Erden gesegnet sein werden“. Sein Sohn Joseph wiederum legte auf geradezu traumhafte Weise dem ägyptischen Pharao das Vorsorgeprinzip nahe, wodurch ganz Ägypten, die Nachbarländer und seine eigene Familie die ’sieben mageren Jahre‘ überstanden.

    Ismael setzte – im Gegensatz zu Isaak – vermutlich mehr auf Kampfkraft. Von ihm hieß es, er solle ein guter Bogenschütze werden. Das ist natürlich nicht der Weg zum Frieden und auch nicht zum Segen. Er hatte keinen Glaubensbund und ich weiß nicht, ob die Tradition der Beschneidung schon von ihm ausgehend über Generationen weitergegeben wurde. Mohammed erwähnte sie doch nur als vorgeschrieben, setzte sie aber nicht als neu herabgesandtes Ritual ein. Araber und Muslims stehen wohl in der Tradition Ismaels und lehren nun eine rituelle Frömmigkeit ohne Glaubens- oder Liebesbezüge, rein als Pflicht.

    Zu (5), Abrahams Opfer (1. Mose 22, 1-19): Ging es um Glauben (und Liebe) oder um Gehorsam?
    Gott versuchte Abraham und sprach: Opfere mir Isaak, den du LIEB hast, auf einem Berge den ich dir zeigen werde.
    Abraham gehorchte und erst im letzten Moment gebot Gott einhalt.
    Hier ermöglicht das Alte Testament in der Tat zwei Bedeutungen.
    In 1. Mose 22,18 und 1. Mose 26, 5 wird in der Tat Abrahams Gehorsam gelobt.
    Doch 1. Mose 15, 6 sagt (beim Aufbruch in das unbekannte Land), Abraham glaubte, und das rechnete der Herr ihm zur Gerechtigkeit.
    Paulus deutete Abrahams Gehorsam klar als Glaubensleistung (Hebräer 11, 17-19), wo er nicht zuletzt auch dachte (glaubte), dass Gott ihn ja wieder erwecken kann.
    Wie kann man auch Gehorsam sein, ohne zu glauben, dass die Anweisung aus maßgeblicher Quelle stammt?
    Hebräer 11, 8 sagt: „durch den Glauben wurde Abraham gehorsam“. Anders könnte eine Gehorsamsleistung, eine Pflichtübung wohl auch nur durch unmittelbaren Zwang, dem sicheren Wissen der Alternativlosigkeit (danke, Frau Merkel, für dieses Wort: Hier taugt es tatsächlich!!!) erreicht werden. Selbst eine Strafandrohung müsste ja erstmal geglaubt werden.

    Aber hier geht es um Gehorsam zum dem Lieben (Gott). Und was ist eine alternativlose Pflichterfüllung, wenn ein lieber Gott fordert, den geliebten Sohn zu Opfern? Nicht mehr als ein Widerspruch in sich!
    Er wird nur aufgelöst, wenn man wenigsten an einen verborgenen Sinn glauben kann. Dass es doch das beste ist, auch für den geliebten, selbst wenn man es nicht ganz versteht.
    Glaubend und Gottergeben – eine Auslieferung des Geliebten:
    Nur möglich mit dem starken Glauben, dass dieser Gott tatsächlich ein Lieber ist!

    Das möchte ich jetzt gerne zum Grundsatz erheben: Gottesglaube und Liebeskraft sind eigentlich dasselbe.
    Die Liebe ist die originäre Triebkraft dabei, zwar nicht immer das treffendere Wort, die Liebe ist Gott, und allein auch deshalb schon die größte. Diesen Grundsatz hört man auch noch anders, nicht weniger schön, finde ich:
    ‚Jesus zu kennen‘ heißt ‚Jesus zu lieben‘!

    Gegenüberlegung (Kontrastdarstellung): Hätte Abraham an jemanden geglaubt, den er nicht als liebend erkannt hätte, wäre er so etwas wie ein ferngesteuerter Zombi gewesen: Mal glaubt er, sein Land verlassen zu müssen, und mal, seinen Sohn umzubringen. Wie wäre so ein Glaubensheld? Vielleicht nicht ganz die erste Wahl als Ehemann oder Vater.

    —–

    Zu (6), Gehorsam ist besser als Opfer (1. Samuel 15):
    Ein blutiges Kapitel des alten Testamentes. Gott ordnet einen totalen Vernichtungskrieg der Israeliten gegen die Amalekiter an!

    Das allein ist schon schwer genug zu verstehen. Spätestens hier komme ich aber zu dem Schluss, dass Gott nicht nur das liebe Christkind ist, welches Geschenke verteilt, dass er nicht nur willkommene Wunder tut, dass er nicht nur Leben gibt, sondern auch nimmt. Dass er Schicksale nicht gleichmäßig verteilt und für uns zuweilen kaum oder garnicht erklärlich ist.
    Das was Gott hier tut, tut kein Mensch. Machten wir ihn in unserer Vorstellung zu einem Menschen, dann wäre er der einzige Mensch, der so handelt, zunächst einmal: weil er der einzige wäre, der es könnte, wäre er der einzige Mensch, der sich erlaubte, andere so abzuurteilen, anstatt:
    …sie weiter gewähren zu lassen,
    …sie zu bekehren und einen Frieden mit ihnen zu machen,
    …sie auf humane Art zu töten (einzuschläfern),
    oder sie einfach wegzuzaubern, z. B. auf einen anderen Kontinent.

    Dann wäre Gott zweifelsohne der schlechteste denkbare Mensch!
    Als Gottgläubiger komme ich daher nicht umhin, anzuerkennen, dass Gott eben kein Mensch ist, und auch keine Erfindung von Menschen. Bei letzterem wäre die Bibel bestenfalls eine erheiternde Lektüre und ich selbst, nicht gottgläubig, sondern wenn schon gläubig höchstens geschichtengläubig. Aber wenn ich dann auch noch danach handelte, wäre ich vielleicht ein Gutmensch, ein Hinterwäldler oder ein Idiot.

    Ein Bibelglauben macht überhaupt nur Sinn, wenn man damit an einen richtigen Gott glauben kann, der mehr ist als ein Mensch oder ein Menschenwerk! (Obgleich ich mich nicht nach einer Abrahams-Glaubensprüfung sehne.)
    Wer dem noch folgen kann, wird Gott also nicht mit menschlichen Maßstäben messen können.
    Der muss es wohl als gottgegeben nehmen:
    Gott ordnete hier (bei den Amalekitern) ein Strafgericht an, inklusive einer Begründung aus ihrem Handeln.
    Er sprach hier klar und deutlich, durch den anerkannten Propheten Samuel.
    Er tat es machtvoll, indem er den millitärischen Erfolg sicherstellte, der wiederum rückwärts für die Echtheit dieses Befehls sprach.
    Und es sollte vollständig, kurz und bündig geschehen. Keine Hinterbliebenen, keine Witwen und Waisen, kein weiterschwelender Haß und keine Rachegelüste; aber auch: KEINE BEREICHERUNGEN!

    Nur hier versagten Saul und seine Leute. Sie ließen den König und die besten Schafe und Rinder am Leben und vernichteten auch sonst nicht, was besonders wertvoll war.
    Als Samuel Saul dann zur Rede stellte, wollte sich dieser herausreden, dass sie die Tiere ja opfern wollten.
    „Samuel aber sprach: Meinst du, dass der HERR Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des HERRN? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.“

    Liebe zu Gott sollte also zu Gehorsam führen, selbst wenn das eine ‚Strafarbeit‘ ist, die erst einmal so gar nicht liebevoll erscheint.
    Aber hier mischte sich Habsucht darunter, ein Egoismus, eine Eigenliebe, die hier nichts zu suchen hatte.
    Erst als Samuel kam und ihn zur Rede stellte, wollte Saul auf einmal alles tun, um noch zum Happy-End zu kommen.
    Der schöne Schein und seine persönliche Ehre waren ihm wichtig.
    Gott hätte sogar mehr bekommen, als ursprünglich ‚geplant‘.
    Doch solche Deals macht Gott nicht.
    Man kann ja jeden Feldzug und jeden Krieg mit Gottes-Ritualen, Siegeszeichen und Heiligkeitsweihen versehen.
    Man kann sich als der Gott opfernde zeigen, der auf seiner Seite steht.
    Wenn das aber nicht der Wahrheit entspricht, kommt Gott deshalb NICHT zur eigenen Seite herüber.
    Manches mal schweigt er vielleicht – aber vorspannen läßt er sich nicht!

    Nun bleibt noch zu bemerken, dass Israel, welches gerne die Einmaligkeit des Holocausts betont, und heute z. B. die Todesstrafe ablehnt, außer bei Völkermord und besonders schweren Terrorakten, selbst auch Genozide beging. Mit ‚göttlicher Legitimation‘ zwar (5. Mose 7, 1), – aber um sich darauf zu berufen, muss man wohl erst einmal daran glauben.
    Der heilige, von Gott angeordnete Krieg hat bis heute nichts an Brisanz verloren. Nur woran kann man glauben?

    Hintergrund zu den Amalikitern:
    Sie waren Nachfahren Abrahams, Isaaks und Esaus (1. Mose 36).
    Ob sie noch beschnitten waren, kann ich nicht sagen.
    Esau verachtete den besonderen Segen, der ihm als Erstgeborenen hätte zukommen sollen, und verkaufte seine ‚Erstgeburt‘ gegen ein Linsengericht an Jakob. Bald erkannte er seinen Schaden. Dennoch gelang es Jakob später, sich wieder mit Esau zu versöhnen (1. Mose 33).
    Die Amalikiter wurden – schon ca. 300 Jahre vorher bei Israels Exodus – zu ‚Erbfeinden‘, als sie dieses in der Wüste angriffen (2. Mose 17, 8).
    Gott gebot, diesen Angriff und die hinterhältigen Kleinscharmützel nicht zu vergessen, sondern die Amalekiter in der Zukunft vollständig zu vernichten (2. Mose 17, 14 + 5. Mose 25, 17-19).
    Rund 40 Jahre später prophezeite auch Bileam den Untergang der Amalekiter (4. Mose 24, 20).
    Es kam aber zunächst anders, und Israel sollte noch lange unter den Amalekitern leiden (z. B. Richter 6, 3), bis es zu dem hier besprochenen konkreten Vernichtungsauftrag kam. Auch diesem entgingen vermutlich noch ettliche, weil auch später noch von Amalekitern die Rede ist.

    —–

    zu (7), Beschneidung als Werkzeug zum Ehrenmord (1. Mose 34):
    Diese Geschichte schreibe ich bewusst erst nach den Amalikitern, obwohl sie lange früher spielte.
    Jakobs Tochter Dina wurde vom Königssohn Sichem vergewaltigt. Er wollte sie aber heiraten und mit der ganzen Jakobs-Familie in Frieden leben. Jakobs Söhne schlugen hinterhältig vor, das ginge nur, wenn er und seine ganze Stadt sich beschneiden würden. Sichem zögerte nicht und überredete seine ganze Stadt, sich zu beschneiden, mit den Argumenten, dass Jakobs Familie friedlich und reich sei. Zwei der Söhne nutzten aber den Tag, an dem die Sichener Männer Schmerzen hatten, um alle Männer der Stadt zu töten. Dann kamen auch die anderen Söhne und plünderten die Stadt. Jakob zeigte sich nicht einverstanden mit diesem Vorgehen, sah sich aber vor vollendete Tatsachen gestellt. Im folgenden zogen sie erst einmal weg (nach Behel).

    Hier gab es also: Unversöhnlichkeit, Wortbruch, hinterlistige Täuschung, unabgesprochenes Vorgehen, Mord, Plünderung, Zurücklassen von Hinterbliebenen und keinerlei Frage nach Gott.
    Sie hatten die, an denen sie sich rächen wollten, zu der Beschneidung, dem Zeichen des Bundes verholfen und sogar einen Bund mit ihnen gemacht, ohne sie aber als Bundesgenossen anzusehen.
    Es ist nicht unbedingt zwingend, von Ehrenmord zu sprechen, ebensowenig wie von Rache.
    Der Ausdruck Schande kommt allerdings im Bericht vor.
    Vielleicht war diese Geschichte sogar dem Schreiber selbst peinlich, und sie zumindest ein recht kurzes unkommentiertes Ende, und zwischendrin recht kurze Sätze, wie „denn solches durfte nicht geschehen“.

    Der Stamm, zu dem Sichem zählte, die Hiwiter, sollte aber über 400 Jahre später, als die Israeliten aus Ägypten kamen, einen Bund noch nachholen (Josua 9):
    Aus Angst vor den ins Land kommenden Israeliten und vermutlich ohne das Wissen über die Vorgeschichte entschlossen sich die Hiwiter, sie über ihren Wohnsitz zu täuschen und einen Bund mit ihnen zu schließen. Die Israelis ließen sich täuschen, weil sie Gott nicht fragten (Josua 9, 14), machten einen Bund mit Ihnen, und schworen bei dem Herrn, dass sie am Leben bleiben sollten.

    Das war natürlich nicht der gleiche Bund!
    Kein Glaubensbund mit Glauben an den einen Lieben, auch ohne Integration, Beschneidung und Annahme.
    Aber ein Ausgangspunkt fortwährender Diskriminierung.
    Sie wurden für Jahrhunderte zu Fronleuten für schwere Arbeit: Holzhauer und Wasserschöpfer.
    Bis heute wirkt dieses rassistische Gedankengut fort im Schabbes-Goi.
    http://www.de.chabad.org/library/article_cdo/aid/1878784/jewish/Mythos-Schabbes-Goi.htm#footnote4a1878784
    Das tut das Volk, das selbst aus der Unterdrückung in Ägypten kam.
    War es Zufall, dass es gerade die Hiwiter, und im ganzen Land nur diese waren, die einen Bund mit Israel bekamen?

    Wenn man hier eine ’schicksalhaft verknüpfte Retourkutsche‘ sehen will, findet man auch bei der Suche nach dem Ausgangspunkt solch großer Übel wie Rassismus so fatale Fehler wie:
    …den Mund des Herrn nicht zu fragen,
    …Wortbruch
    und Vergebungsverweigerung.

    Und stellt fest, dass Rassismus als Konsequenz daraus praktiziert wird:
    …dass man keinen Wortbruch begehen will,
    …keine ‚gute Integration‘ betreiben will (Josua 9, 7),
    …die List nachträgt (Begründung: ‚weil ihr gelogen habt‘)

    Obwohl man selbst gegen eben dieses Volk eine historisch viel größere Schuld auf sich geladen hat
    (Wortbruch am körperlich ‚ratifizierten‘ Bund!, Mord und Plünderei)!
    Soviel für heute zur Holocaust-Keule!

  17. zu (#5148, 8) Eure Opfer gefallen mir nicht (Amos 5, 21-24):
    Wiki: „Amos war ein sozialkritischer Prophet aus dem Südreich Juda, der im 8. Jahrhundert v. Chr. im Nordreich Israel predigte. … Nur eine Minderheit hatte Anteil am Wohlstand, der auf Kosten vor allem von Kleinbauern ging, die sich verschulden mussten und dann ihr Land und somit ihre Existenzgrundlage verloren. … Die Prophetie des Amosbuches ist die Botschaft vom kommenden Gott, der die von ihm ‚gegründete‘ Gesellschaft retten will – durch Umkehr oder Gericht. Sein Ziel ist, dass die Menschen die Gaben der Erde und den Ertrag ihrer Arbeit in messianischem Frieden gemeinsam genießen können. So entscheidet sich die ‚Wahrheit‘ des biblischen Gottes an der ‚Wahrheit‘ des gesellschaftlichen Zusammenlebens. … Die Verwirklichung von Recht und Gerechtigkeit ist gelebter Gottesbund.“

    Amos 5, 21-24 sagt nun: „Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

    Hier zeigt sich Gott, der Herr als unbestechlich. War es bei König Saul vielleicht noch eine einmalige Sache, dass mithilfe von Opfern ‚Gottes Verstimmung‘ über Ungehorsam besänftigt werden sollte, so hat dies hier schon Tradition. In Amos 4, 4-13 züchtigte Gott Israel, doch Israel zeigte sich resistent. Der Klerus rief sogar freiwillige Opfer aus (Vers 5), aber predigte nicht die Bekehrung (nicht einmal seines eigenen Standes) zu Gott. Wiederholt wurde beklagt: „dennoch bekehrt ihr euch nicht zu mir“.

    Opfer, ja sogar freiwillige Zusatzopfer sind also keine Hinwendung zu Gott, wenn sie nicht die Gerechtigkeit enthalten, die Gott haben will.
    Soziale Gerechtigkeit und Verantwortung wäre Ausdruck von Liebe gegen Gott, Opfer hingegen scheinen höchstens fromm.
    Denn in Wirklichkeit ist nicht Gott verstimmt, sondern beim Menschen stimmt etwas nicht.

    —–

    zu (#5148, 9), Jesus und die Pharisäer:
    Nach dem Exil ersann man Vorkehrungen, um nicht wieder in die Gefahr des Versagens zu geraten.
    Durch die Warnung Salomos (Prediger 7, 16): „Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest.“ lies man sich allerdings kaum bremsen. Parallel zur Niederschrift des Gesetzes (Tora) tradierte man dieses auch mündlich. Diese Gesetzes-Wiederholung (Mischna) wurde auch ausgelegt (Halacha) und zur Basis des späteren Talmud (heute rund 10.000 Seiten!). Erst nach Jesu Zeit schrieb man es nieder, aber im Denken der Pharisäer zu Jesu Lebzeit dürfte diese zusätzliche Regelhaftigkeit bereits vorhanden gewesen sein.
    5. Mose 32, 21 nennt die Verehrung eines ‚Nicht-Gottes‘ als einen Grund der jüdischen Tragödien, Jesaja 29, 13 spricht von ‚Menschengeboten‘ und der Jude Jesus sagte, dass genau diese Kritik zu seiner Zeit immer noch zuträfe (Matthäus 15, 7). Fromme Zusatzregeln (wie z. B. Händewaschen, Vers 20) sind nicht das, was Gott (mit dieser Intention als Seligkeitsfrage, bzw. heiligem Ernst) will.
    Auch in Matthäus 23, 28 „So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.“
    Diese hingegen sprachen (Vers 30): „Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten“.
    Sie taten also so, als ob sie mit ihren ganzen zusätzlichen Regeln (Vers 4: „Sie binden schwere und unerträgliche Bürden“) besser wären, als ihre Väter.
    Weil die selbstgemachten Maßregeln ja der rechten Frömmigkeit dienten, waren sie auch gottgewollt, also eine ‚Last des Herrn‘.

    Diese von Jesus kritisierten Machtinstrumente waren übrigens schon von Jeremia vorausgesagt.
    Die Pharisäer hatten schon Jeremia, sie sagten: „wir hätten solche Propheten niemals getötet“, aber taten doch genau das, wovor Jeremia warnte (Kap. 23, 36): „Aber sagt nicht mehr »Last des HERRN«; denn einem jeden wird sein eigenes Wort zur Last werden, weil ihr so die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht.“

    Vers 33 erklärt sogar die, die immer nach der Last fragen, selbst als lästig: „Was ist die Last, die der HERR jetzt ankündigt?, sollst du zu ihnen sagen: Ihr seid die Last“

    An einem besonders verkehrsreichem Tag sagte einmal die Nachrichtensprecherin zu ihrer jungen Zuhörerschaft: „Ihr steht nicht im Stau, ihr SEID der Stau!“

    Jesu Last ist aber nicht schwer, sondern leicht. Er sagte (Matthäus 11, 28-30): „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

    Die Juden erwarteten einen Messias, den Christus (Gesalbten) als Heilsbringer. Sie erwarteten …
    1. A: Einen, der auf ihrer Seite ist (und B: natürlich auch erkennbar).
    2. A: Einen, der das Richtige sagt (und B: selbstverständlich konnte nur das richtig sein, was sie selbst richtig verstanden)
    3. A: Einen, der das Richtige tut (und B: nicht das Falsche).
    4. A: Einen, der alles Verheißene erfüllt (und B: inklusive der Befreiung, Herrschaft in Frieden, …)

    Wäre so jemand gekommen, ist es UNVORSTELLBAR, dass sie ihn nicht angenommen hätten.
    Also hätten sie ihn auch zu ihrem König gemacht, denn dazu war er verheißen.
    Als König hätten sie ihm auch Respekt und Gehorsam gezollt. Dazu hätte dann auch gehört, was er wann in Angriff nähme. Die Erwartungen 4A und 4B hätten also für die Anerkennung schon mal keine entscheidende Rolle gespielt.
    Dieser König war zudem Herr über Wind und Wellen, machte spielend gesund, weckte Tote auf, und hatte übernatürliches Wissen, ja mit einem solchen König hätte man sich geradezu allmächtig wähnen können.
    Ein jeder im Land hätte sich diesem König untergeordnet. Auch darin, dass dieser niemanden der Hoffnungslosigkeit preisgibt und als Sünder für immer verwirft. Wäre doch jedermann froh auch selbst dabei zu sein. Menschliche Interpretationen wären gegen das direkte Wort eines derartigen Gesalbten im Staub versunken und auch die besondere Gottes-Sohnschaft hätte man ihm nicht abgesprochen. Zumal ‚Kindschaft‘ von der Wortbedeutung her bei den Juden ohnehin über das leibliche hinaus geht und auch soetwas wie Nachfolge umfasst.
    Warum nur nahmen die Juden Jesus nicht an?

    Nun war (1A) Jesus ganz klar einer von ihnen. Er war Jude, Sohn Davids, sprach ihre Sprache, kannte die Propheten und achtete die Tora.
    Menschenmassen riefen sogar „Hosianna dem Sohn Davids“.
    Allerdings entzweiten sich Jesus und die klerikale Führungselite. Auch das war erkennbar (1B).
    Jesus sagte, wie auch schon Johannes der Täufer, das Richtige. So befanden sehr viele Menschen, die sich in seine Nachfolge stellten. Die Führungsriege allerdings mehrheitlich nicht. Es gab zahlreiche Streitgespräche, in denen Jesus – soweit man den christlichen Berichten glauben darf – ausnahmslos zu Gunsten Jesu ausgingen. Jüdische Quellen scheint es hierüber deutlich weniger zu geben.
    Bezeichnender Weise fing Jesus nicht an mit: „Ich bin der Messias, ihr müsst mir alle glauben!“,
    sondern mit seiner Kernbotschaft für die Menschen (Bergpredigt u. ä.), und bezog bereits dadurch eine erkennbar andere Position, als die der damaligen geistlichen Führer.
    Jesus tat sehr viel allseitig anerkannt richtiges. Kein Pharisäer sagte, ein ungeheilter Mensch wäre besser als ein geheilter. Niemand machte Heilung rückgängig.
    Jesus tat auch einiges umstrittenes: Er aß z. B. auch mit nicht gewaschenen Händen und sprach mit so genannten ‚Sündern‘. All dieses wäre aber niemals eine Anklage bei den Römern wert gewesen, war es doch eh nur eine ziemlich direkte Folge der abweichenden ‚Lehrmeinung‘ (Interpretation).

    Erst das Bekenntnis, dass er der Christus (griechisch: der Gesalbte) ist, machte ihn des Todes schuldig (Matthäus 26, 63-66): „der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich …, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes. Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. … Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.“
    Wohlgemerkt: Dass Christus auch Sohn Gottes sein könnte war NICHT das Problem, das hatte der Hohepriester selbst so gesagt, nur Jesus durfte dies nicht in Anspruch nehmen (da könnte ja jeder kommen).
    Demnach hat also die damalige klerikale Führung die Ablehnung Jesu gegenüber perfekt gemacht, die Todesstrafe auch tatsächlich durchgesetzt und damit die jüdischen Erwartungen 4A und 4B SELBST VEREITELT!

    In logischer Folge reduzieren sich die möglichen Ursachen der jüdischen Christusablehnung DRAMATISCH!
    Einige kleine Probleme bei 3B sind direkte Folge der Lehrabweichung, wie auch die erkennbare Distanzierung 1A, so dass sich eigentlich im Kern nur ein einziger Grund verbleibt:
    Es war allein der Lehr-Dissenz mit den damaligen Verantwortlichen!
    Jesus drückte es so aus (Joh 8,37): „Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet.“

    Nun gibt es drei erfreuliche Dinge und ein bedauerliches:
    1. Jesus möchte diese Schuld vergeben (wissen) und die perfekt gemachte Ablehnung überwinden. Etwaige diesbezügliche Schuldvorhaltungen wären also in höchstem Maße UNCHRISTLICH.
    2. Jesus ist auferstanden.
    3. Das Judentum ist auch nicht tot. Es entwickelt sich in unterschiedliche ‚Strömungen‘ und einige überwinden sehr viele der ursprünglichen Ablehnungsgründe! Mehr dazu unter (12). Fast könnten sie sagen (Matthäus 23, 30): „Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden.“ Gemäß des neuen Testaments (Römer 11) ist sogar das Zusammenfinden vorhergesagt!
    4. Das Christentum entwickelt(e) ein ‚Eigenleben‘. Mit ettlichen eigenen Fehlern setzt es so das beklagenswerte jüdische Versagen fort, was aber zunehmend auch erkannt wird, so dass erst seit 1945 „ein wachsender Teil der Neutestamentler und systematischen Theologen in Deutschland heute diese Traditionen nicht nur als historischen Ursprung, sondern auch als bleibende normative Orientierung für die ganze Kirche ansieht.“
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Judenchristen#Seit_1945
    Wie ich schon woanders sagte: Back to the Roots!

    Hieraus ergibt sich eine zentrale Möglichkeit für das Judentum:
    Die Juden können neu fragen, ob sie in Ablehnung zu Jesus verbleiben wollen.
    Wollen sie echten eigenen Gewinn, der über interreligiöse Beziehungen hinaus geht, können sie BIBLISCH prüfen, ob JESU Lehre nicht annehmbar wäre, und sie können die herkömmlichen Kirchen mit iher nun ebenfalls schon traditionsbehafteten Denkweise dabei erst einmal getrost VERGESSEN. Das wäre freiwillige Selbstirritation.
    Ein Dialog mit Judeochristen, messianischen Juden oder ‚Jews for Jesus‘ erschiene mir ebenfalls sehr sinnvoll. Anfangen könnte man damit, dass Juden ihre Definition überprüfen. Stellenweise begegnete mir, dass sie den Juden, die Christus angenommen hatten ihre jüdische Identität absprechen.

    Insbesondere, wenn im gedanklichen Dialog mit dem damaligen Jesus nicht mehr die Position der damaligen Pharisäer vertreten würde, stellte sich die frage des WARUMs in fundamentaler Art neu.
    In genau diesem Sinn hat Jacob Neusner in seinem Buch ‚Ein Rabbi spricht mit Jesus‘ wohl gedacht.
    Online zugänglichen Kritiken zufolge (Quelle: http://www.k-l-j.de/jesus_2.htm ) konzentrieren sich auch Neusners Probleme mit Jesus weniger auf die einzelnen Lehrpunkte, als darauf, dass er die Gottes-Sohn-Schaft beansprucht.
    Immer noch der gleiche springende Punkt, ob er Messias und Gottes-Sohn sei?

    Jesus baute eine Rampe um es uns leicht zu machen:
    1) Ein vorbereitender Prediger, Johannes der Täufer, stimmte das Volk auf das nahende Heil schon mal ein.
    2) Er selbst trumpfte auch nicht gleich auf, sondern begann erst einmal mit der leichtesten Bedeutung: Gotteskindschaft ist Gottesnachfolge (Luk. 6, 35).
    3) Dann erhöhte er und offenbarte die völlige Willensübereinstimmung (Joh. 10, 30): „ich und der Vater sind eins“ im Sinne von vollständig einig.
    4) Weiter sagte er dann (Joh. 14, 9-11): „Wer mich sieht, sieht den Vater, … ich bin im Vater, und er in mir.“ Die höchste denkbare Verbundenheit als gegenseitige Innigkeit, deren Durchdringung so vollkommen ist, dass es bei beiden zur gleichen Außenwahrnehmung führt.
    5) Im Kreise seiner Jünger bestätigte er, dass er der Christus ist, aber dies sollten sie (noch) nicht an die große Glocke hängen (Matth. 16, 16-20).
    6) Dann legte er den Pharisäern dar, dass der verheißene Christus mehr als nur ‚Sohn Davids‘ sein müsse, denn dieser nannte ihn schon ‚Herr‘ (Matth. 22, 42). Gottes-Kindschaft ist (zumindest bei Jesus) mehr als Nachfolge und Auftrag, sie ist auch Autorisierung!
    7) Schließlich machte er auch aus seiner ewigen Existenz keinen Hehl mehr und sagte (Joh. 8, 58): „…Ehe Abraham wurde, bin ich.“
    8) Die Pharisäer begriffen, dass der Verheißene auch Gottes Sohn sein musste. Schließlich schließt auch Jesaja 7,14 schon einen menschlichen Vater aus: „Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel (Gott mit uns).“
    9) Und bis zum Verhör direkt vor seiner Kreuzigung (Matthäus 26, 63-66) zwang er niemandem seine Gottes-Sohnschaft auf. Meist stapelte er sogar tief und nannte sich ‚Menschensohn‘, was allerdings für ihn als Gottessohn tatsächlich die Besonderheit darstellte.
    => Niemals sagte Jesus etwas wie ‚hört auf mich, weil ich der Christus bin‘, immer lies er es die Menschen selbst erkennen und aussprechen. Denn dadurch haben sie mehr: Was sie selbst sagten, und ihre eigene Erkenntnis, d. h. ihre eigenen Gründe, wie sie dazu kamen.
    Jesus liebt und will geliebt werden. Deshalb macht er es uns leicht und bietet uns kleine Schritte an.

    Nur, wer diese Rampe nun von der falschen Seite, der Seite der selbstgemachten Frömmigkeit angeht, der rennt sozusagen vor die Wand:
    Darf auch kein Mensch von sich aus behaupten, Gott zu sein, so können wir es Gott dennoch nicht verbieten, Mensch zu werden.
    Den Denkbereich um Gott herum hatten die Pharisäer für sich allein reserviert, da durfte niemand eindringen, nicht einmal Gott selbst. Jesus sprach in Lukas 11,52: „Weh euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und habt auch denen gewehrt, die hineinwollten.“
    Aber: Falls Jesus als Christus erkannt würde, würden natürlich sofort alle diese Ausschluss-Kriterien fallen.
    Juden müssten also nach dem Schritt der Christusannahme nicht weniger lehrkonsistent sein, als vorher, denn kein anderer Messias passt besser zu diesem Volk, als dieser und kein anderes Volk passt besser zu diesem Herrn als Israel.
    Ein Schritt kann nicht falsch sein, wenn die Gründe ihn nicht zu machen nur im Nichtmachen selbst liegen.
    Und noch mehr: Sollte dieses Umdenken eines von falsch nach richtig sein, so wird es Gott ganz sicher gefallen… .

    zu (#5148, 10), Hananias und Saphira (Apostelgeschichte 5, 1-11):
    Diese beiden gaben vor, ihr ganzes Vermögen zu spenden, behielten aber einen Teil für sich.
    Zur Rede gestellt, starben sie vor Schreck.
    Auch hier, im neuen Testament ist der Glauben wohl immer noch eine genauso ernste Sache, wo man nicht meinen sollte Gott hinters Licht führen zu können. Gottes Gebote sind immer noch genauso echt, wie auch Gott selbst.
    Nur dass die religiöse Gerichtsbarkeit nicht mehr, wie im AT (z. B. Achan, Josua 7) bei den Menschen liegt.
    Hier, in diesem exemplarischen Fall strafte Gott wohl selbst. Ich denke, er wollte keine Illusionen über den Ernst des Glaubens. Später zeigte sich, dass solch ein direktes Strafen Gottes die große Ausnahme bleiben sollte. Meistens gibt er den Menschen lange Zeit zur Einsicht. Gott will keine Angstherrschaft, sondern ’nur‘ den gebotenen Respekt. Aber er wendete sich entschieden dagegen, einen Anschein zu erwecken, deren Faktenbasis gar nicht stimmt, wie es bei dieser freiwilligen Liebesgabe der Fall war. Der Weg ist und bleibt, auch im NT: die Wahrheit. Fast möchte ich sagen, dass Gott hier ein Exempel gegen Scheinheiligkeit statuieren wollte.

    zu (#5148, 11), Judentum und Islam:
    Der Herr beklagte bei den Juden (Jeremia 5, 15): „Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene Faust“.
    Warum kommt der Islam als immerhin zweitgrößte Weltreligion in der Bibel kaum vor?
    Liegt es an der abgeschlossenen Entstehungszeit, also, weil die Bibel schon fertig war?
    Konnte sie ihn nicht vorhersagen?

    Nun sollte erst einmal bedacht werden, dass der Islam – wenn man ihn denn schon ‚Religion‘ nennt, eine ausgesprochene Zwangsreligion ist.
    Streng dogmatisch regelt er vielfältige Lebensbereiche, und geht dabei weit über ‚Religiöses‘ hinaus:
    Persönliche Lebensverhältnisse, gesellschaftliches Recht, Politik, militärische Anweisungen, Strafrecht, Verhältnisse von Frau und Mann, und Kultur werden vorgeschrieben.
    Der Einzelne darf nicht nachfragen, zweifeln, oder gar diskutieren.
    Er darf nicht eigene Gedanken entwickeln, Schriften neuinterpretieren oder gar eine persönliche Beziehung aufbauen.
    Alles was richtig ist, ist steht entweder schon fest oder wird allein durch Befugte fest gelegt.
    Folglich kann er auch kein eigenes Glaubensverständnis entwickeln, sondern er muss Vorgefertigtes übernehmen.
    Es wird veranlasst, arabische Koranverse zu murmeln, ohne Kenntnis der Wortbedeutungen.
    Durch Liebe begründete Erklärungen von Handlungen, oder Aufrufe zur Liebe kommen kaum vor.
    Auch wenn er sich ‚Gläubiger‘ nennt, ist er eigentlich doch nur ein ‚Gezwungener‘.
    Einmal im Islam, kann er auch nicht mehr austreten.
    Kinder von Muslims sind von Geburt an Muslims.
    Wo der Islam nicht die Oberhand hat, ist er gehalten, sich möglichst harmlos darzustellen.
    Lügen sind erlaubt.
    Zahlreiche religiöse Pflichten, wie z. B. täglich fünfmaliges Beten, sind vorgeschrieben.
    Auch vielfältige Gewaltmaßnahmen sind enthalten.
    Mohammed selbst war ausgesprochen gewalttätig.
    Die Lehre des Islam enthält zahlreiche jüdische und christliche Komponenten, die sich gut durch Mohammeds Kontakte mit Juden und Christen erklären lassen.
    Die ganze Lehre ist als Selbstzweck durchschaubar. ‚Opium für’s Volk‘
    Da der Koran dazu noch widersprüchlich ist, wurde die sog. Abrogation eingeführt: Es gilt einfach der zuletzt offenbarte Vers.

    Zusammengefasst ist der Islam eine kaum zu überbietende, lieblose Ansammlung gewalttätiger Regeln und gibt sich den Anschein von Frömmigkeit.

    Wer nun noch fragt, warum die Bibel nicht in prophetischer Voraussicht vor dem Islam warnt, der muss auch fragen, warum sie nicht vor der Giftigkeit des Schierlings, moderner Chemikalien, oder vor dem Genuss von Steinen warnt. Konsequenter Weise verbietet aber der Islam den Seinen, d. h. denen, die nicht fähig waren, ihm selbst zu entrinnen, auch den Alkoholgenuss.

    Dennoch schweigt die Bibel nicht völlig.
    Wie schon wortreich dargestellt, ist Gott von der Liebes-entleerten Fehldarstellung seines Wesens durch die von den Juden ersonnenen menschlichen Zusatzregeln besonders enttäuscht.

    Gott hat die Juden nicht ‚für umme‘ erwählt.
    Nicht, um Opfer, Zeremonien oder Paragraphenreiter zu bekommen.
    Auch nicht, um die Juden gegenüber anderen Völkern auszuzeichnen.

    Die Erwählung hatte ein Ziel!
    Erwählte Menschen sind beauftragte Boten.
    Sie sollen Zeugnis geben:
    … wie sie selbst seine Liebe erfuhren,
    … wie sie Gerechtigkeit suchen,
    … diese in einem lieben Gott fanden,
    … und diese Liebe teilen möchten.

    … wie sie als unperfekte Nichtpropheten glauben können,
    … Hoffnung schöpfen aus der Erlösung,
    … Vergebung empfangen und Versöhnung leben,
    … Wege zum Guten beschreiten und vermitteln,
    … Gottes Wahrheit menschlich realisieren.

    Und dies ist superverkürzt ausgedrückt mit den Worten:
    Durch sie sollten alle Völker gesegnet werden.
    Dies ist der Zweck des Glaubensbundes mit den Juden, für den die Beschneidung das äußere Zeichen ist.

    Nun hatten zu Mohammeds Zeiten die Juden schon wiederholt versagt.
    Auch bei den Christen hatte sich ettliches eingeschlichen.
    Das Christentum wurde Staatsreligion.
    Christianisierung erfolgte mit Gewalt.
    Persönlicher und freiwilliger Glaube litt auf Kosten der Vorschriften von geistlicher und weltlicher Obrigkeit.
    Teilweise sehr zweifelhafte Lehrpunkte wurden aufgestellt.
    Zahlreiche justiziable Erkennungsmerkmale verdrängten Jesu Liebesgebot (Johannes 13, 35; Epheser 3, 19) und bereiteten Kreuzzügen und der späteren Inquisition den Weg.

    Juden und Christen gemeinsam war, dass der rechte Glauben sehr kompliziert wurde und Frage von Macht, intellektueller Durchsetzungsfähigkeit und Ansehen.

    All die Gelehrten übertrafen sich selbst im Regelaufstellen.
    Im Namen Gottes, des Lieben vergaßen und verdrägten sie die Liebe.
    Das Wesen Gottes wurde aus dem Wesen seiner Beauftragten nicht mehr ersichtlich.

    Auf jede beliebige fiktive Frage hätten sie ‚ihre Antwort‘ gewusst.
    Die sie aber nicht von ihrem Tun hätte abbringen können.
    Damit waren sie im Zustand der Unbelehrbarkeit (5. Mose 32, 28, Jakobus 3, 17)
    Es sollte eine reale Herausforderung kommen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Gott sich fragte:
    ‚Wisst ihr eigentlich, was ihr da macht?
    Einfach lauter Menschensatzungen aufstellen!
    Scheinfrömmigkeit etablieren!
    Das ist Willkür statt Liebe!
    Aber überhaupt nicht besonderes!
    So etwas kann man sogar syntetisch herstellen!
    Ein bisschen Mystik, Engel-Theatralik, eine große Klappe, Macht, Gewalt und deren Herrschaftsmechanismen – und schon ist der Erfolg dabei!‘

    Nachdem nun ettliche Korrekturversuche Gottes vereitelt wurden, griff Gott zum Kontrastprogramm:
    Gott malt kein glänzendes Bild mit weißer Farbe auf weißem Grund (Röm. 3, 5-8).
    Gott will konkret erkennbar werden.
    Und deshalb -so glaube ich – steht der Islam in der Tradition Ismaels.

    Mit Ismael gab es bei Abraham auch einen Bund und eine Beschneidung.
    Und dieser Bund, besteht aus Formellem: der Beschneidung, aber ohne Glauben und Liebe und er steht in dierektem Kontrast mit dem Bund mit Isaak, der Glauben, Liebe und praktische Auswirkungen haben sollte.

    So wird noch deutlicher, wie sinnlos, ja schädlich die leere Frömmigkeit ist.
    Ismael baute auf Stärke im Konflikt – Isaak auf Freundlichkeit.
    Ismael steht für Gesetzlichkeit – doch nur Jesus konnte das Gesetz erfüllen.
    Israel steht im Glaubensbund und hat dabei Glaube und Liebe vergessen.
    Israels Glaubensbund soll allen Völkern zum Segen werden.
    Der ‚Segensmechanismus‘ beruht auf GEGENSEITIGKEIT, das ist das Gegenteil des Gleichgewichts des Schreckens und schließt auch Anti-Atom-Präventivschläge aus!

    Aber auch für das Christentum wurde der Islam zur Herausforderung.
    Vielleicht sogar noch mehr, als für das Judentum. Denn als der Islam aufkam, waren die Juden bereits in aller Herren Länder zerstreut.
    Es sollte sich zeigen, dass auch das Christentum zu der Zeit schon derart verkommen war, dass es zu massiver Gewalt griff und Kreuzzüge durchführte.
    Und es sollte hierbei, – wie auch noch später, bei der Inquisition – herauskommen, dass der Weg der Gewalt auch für das Christentum letztlich ebenso erfolg- wie sinnlos ist.

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