Iran und Israel: Grenzenlose Freundschaft

Maria Ellend,  Niederösterreich – In einer Zeit in der uns von den Mainstream-Medien und den Regierungen Irans und Israels gepredigt wird, dass Iraner Juden zu hassen haben und umgekehrt, verkörpern der Iraner Hamid und der Jude Samuel in perfekter Harmonie in Niederösterreich die Antithese. Eine idyllische Nachbarschaftsgeschichte am Rande eines bevorstehenden Krieges.

Es ist einer dieser wunderbaren, strahlend klaren Herbsttage. Samuel und Hamid, beide bereits gesetztere Herren, genießen auf der kleinen Terrasse bei Kaffee und Kuchen die wärmenden Sonnenstrahlen. Diesmal lädt der in Israel geborene Samuel Welber seinen iranischen Nachbarn Hamid Rahimi zum Plausch in der herausgeputzten Reihenhaus-Siedlung im niederösterreichischen Maria Ellend.

Seitdem sie 2006 eingezogen sind, leben sie Tür an Tür, Garten an Garten – und sind die besten Freunde. Und sie verkörpern die Antithese zu den Regierungen in ihrer ursprünglichen Heimat. Denn dort wird das Kriegsgeheul von Tag zu Tag lauter. „Das ist doch alles Wahnsinn“, betonen die beiden Männer unisono, „zum friedlichen Zusammenleben gibt es keine Alternative.“ Zwischen ihren Gärten wollten sie eigentlich gar keinen Zaun errichten, „aber unser Hund war dann immer drüben, im Iran sozusagen“, sagt Samuel. Rahimi lacht. Jetzt trennen nur 50 Zentimeter hohe Holzlatten die beiden Familien, das ist aber auch schon das Einzige.

Miriam, der elfjährige Wirbelwind der Welbers, kommt soeben von der Schule. Sie zischt vorbei an der Gartentür, das Schild am Eingang – „Shalom“, auch in hebräischer Schrift – nimmt sie nicht mehr bewusst wahr: Für sie ist Frieden gelebte Realität. Sie knallt ihren Schulrucksack in eine Ecke, gibt Mama und Papa ein dickes Begrüßungsbussi, dann ist wie selbstverständlich Rahimi an der Reihe.

„Weil jeweils zwei unserer insgesamt vier Kinder ungefähr gleich alt sind, zehn und elf die Kleinen, 17 und 19 die Großen, haben sie von Anfang an miteinander gespielt oder auch gelernt. Die Geburtstage feiern wir sowieso gemeinsam“, beschreibt Samuel den Alltag in der erweiterten Familie.

Den Frieden gefunden

Hier hat er seinen Frieden gefunden. Das war aber nicht immer so. „Ich war dreieinhalb Jahre Soldat in Israel. Mein Schlüsselerlebnis war die erste Intifada 1988 (palästinensischer Aufstand) . Ich war im Gazastreifen eingesetzt, und das war ein reiner Kampf gegen Frauen und Kinder. Damit wollte ich nichts zu tun haben. Ende ’89 bin ich dann ausgewandert und seit 1992 in Österreich“, schildert der 49-Jährige, der als Heimhelfer bei der Caritas arbeitet.

Die Ablehnung der staatlich verordneten Gewalt verbindet ihn mit dem fast gleichaltrigen Hamid. Er wurde 1985/1986 von den iranischen Mullahs in die Schlacht gegen aufständische Kurden gehetzt. „Ich sollte 122-Millimeter-Artillerie-Geschoße gegen ihre Stellungen abfeuern. Ich habe mich aber geweigert und wurde verhaftet“, sagt der 50-Jährige. Es gelang ihm die Flucht, nach einer abenteuerlichen Odyssee über Pakistan landete er 1988 als politischer Flüchtling in Österreich und arbeitet heute als Techniker für ein Unternehmen in Wien.

Das islamistische Regime in Teheran bezeichnet Hamid als „kriminell“, aber israelische Bomben auf den Iran lehnt er ab. Und ist damit einer Meinung mit Samuel: „Das ist doch absurd. Beide Länder benützen vorgeschobene Argumente, um von den eigenen Problemen abzulenken. Der Iran lässt den Atomstreit mit dem Westen hochkochen, um sich darüber hinwegzuturnen, dass die Wirtschaft auf dem Boden liegt, die Jugend keine Perspektiven hat und letztlich, um die Diktatur zu festigen. Und Israel stellt die Bedrohung durch den Iran ins Zentrum, um sich vor der längst überfällig friedlichen Lösung der Palästinenser-Frage zu drücken“, analysiert der gebürtige Israeli.

Letzteres ist für ihn der Schlüssel für eine Normalisierung in weiten Teilen des Nahen und Mittleren Ostens. Deswegen setzt er sich mittels Mahnwachen in Österreich auch öffentlich für einen „gerechten Frieden“ in der Region ein, bei dem „die Palästinenser nicht mehr als Menschen zweiter Klasse eingestuft werden“. Wegen solcher Aussagen hätten ihn andere Juden schon mehrfach als „Nestbeschmutzer“ beschimpft. Samuel nimmt’s gelassen: „Ich werde weiter die Wahrheit aussprechen.“

Existenzrecht für alle

Ein 50 Zentimeter hoher Holzzaun – ist das Einzige, was die beiden Nachbarn Hamid (li.) und Samuel trennt. 2000 Jahre Juden-Verfolgung seien eine riesige Katastrophe gewesen, aber, und jetzt wird der ansonsten immer lächelnde 49-Jährige ganz ernst, „heute sind die Israelis die Täter, das kann auch mit der Antisemitismus-Keule nicht mehr zugedeckt werden“. Alle in Nahost sollten ein gleichwertiges Existenzrecht haben, Juden wie Muslime und Christen.

Hamid nickt, nippt an seinem Kaffee und umarmt Samuel. Dann geht er. „Bis bald“, sagt er beiläufig und steigt über das Zäunchen. Morgen kommen die Welbers zum Grillen – für die neuerliche Familien-Zusammenführung braucht es nur einen kleinen Schritt.

Quelle: Der Kurier

 

7 Gedanken zu „Iran und Israel: Grenzenlose Freundschaft

  1. Ein Artikel auf haOlam:
    Inland
    Berechtigte Frage:
    Wo sind die moderaten Araber und Palästinenser?

    Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute, 4. Juni 2012

    In Israel gibt es Dutzende Organisationen, die offen für Frieden mit den Palästinensern und der arabischen Welt werben. Einige gehen sogar so weit die israelische Regierung aufzufordern die Forderungen der Palästinenser zu 100 Prozent zu erfüllen und sich komplett auf die Linien von vor 1967 zurückzuziehen.

    Viele dieser Organisationen und Parteien sind auch aktiv dabei, wenn es darum geht Proteste gegen Israels Handeln in den Palästinensergebieten zu beginnen, besonders gegen den Bau der Sicherheitssperre und neuer Häuser in Siedlungen.

    Israelische Menschenrechtsgruppen und andere Organisationen sind gewöhnlich die ersten, die die Israelischen Verteidigungskräfte oder die Regierung verurteilen, wenn mit den Palästinenser etwas schief geht. Einige Israelis haben sich entschieden ihre Proteste auszuweiten, indem sie an palästinensischen Straßendemonstrationen gegen die IDF in der Westbank oder die Polizei in Jerusalem teilnehmen.

    Auch sind die israelischen Medien voller Artikel – geschrieben von Juden – die dem israelischen Establishment gegenüber extrem kritisch sind und die offen palästinensische Forderungen nach Eigenstaatlichkeit und Unabhängigkeit unterstützen. Daher überrascht es nicht, dass palästinensisch Zeitungen ganze Seiten der Veröffentlichung von Übersetzungen (pro-palästinensischer) Artikel und Berichte gewidmet sind, die zuerst in den israelischen Medien erschienen.

    Einige israelische Politiker, besonders arabische Knesset-Abgeordnete, haben das parlamentarische Podium genutzt, um die Sache der Palästinenser voranzutreiben und zu verteidigen. Politik und Handeln Israels werden in der Knesset stärker verurteilt als im palästinensisch oder jedem arabischen Parlament. Das Palästinenserparlament ist übrigens seit 2007 wegen des Disputs zwischen Hamas und Fatah paralysiert.

    In den meisten Parlamenten der gesamten arabischen Welt genießen die Parlamentarier nicht dieselbe Redefreiheit wie ihre Gegenüber in Israel. Abgeordnete in der arabischen Welt können nicht aufstehen und offen Frieden mit Israel fordern. Wann war das letzte Mal, dass ein arabisches Parlament oder ein prominenter Politiker oder Kolumnist Frieden und Kompromiss mit Israel forderte?

    Kann irgendjemand in den Palästinensergebieten oder der arabischen Welt eine Partei bilden, die für Frieden, Koexistenz und Harmonie mit Israel wirbt? Im Gegenteil, die einzigen Stimmen, die bei den Palästinensern und anderen Araber zu hören sind, sind die, die Boykott und die Delegitimierung Israels anstreben. Jeder Palästinenser oder Araber, der es wagt mit Israelis zu sprechen oder Israel zu besuchen, wird beschuldigt ein Verräter zu sein, weil er „Normalisierung“ mit dem „zionistischen Feind“ unterstützt.

    In Israel gingen einst Hunderttausende auf die Straße, um gegen den israelischen Krieg im Libanon und die Tötung von unschuldigen Zivilisten in Flüchtlingslagern zu protestieren. Die Massenproteste führten zum Rücktritt von Verteidigungsminister Ariel Sharon.

    Während des letzten Kriegs im Gazastreifen gab es mehr Proteste innerhalb Israels als in den meisten arabischen Hauptstädten oder in der Westbank – wo die Palästinenser hart daran arbeiteten Proteste zu unterdrücken.

    In Israel gibt es eine große Bewegung, die „Frieden Jetzt“ heißt und praktisch den meisten der Forderungen der Palästinenser beipflichtet. Hat irgendjemand jemals von einer palästinensischen oder arabischen „Frieden Jetzt“-Gruppe gehört?

    Im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte sind israelische Juden auf Pragmatismus und Moderatheit hin marschiert. Eine Mehrheit unterstützt jetzt die Zweistaaten-Lösung und ist – nach Angaben von Meinungsumfragen – sogar bereit Kompromisse zu Siedlungen und Jerusalem zu machen. Im Gegensatz dazu scheinen die Palästinenser rückwärts zu marschieren.

    Die Palästinenser sind bis zu einem Punkt radikalisiert worden, wo es fast unmöglich ist über Frieden und Koexistenz mit Israel zu reden. Für die Palästinenser sind die wahren Helden die Selbstmord-Bomber, die sich in Cafés und Bussen sprengen und unschuldige Zivilisten töten. Friedensaktivisten, Menschenrechtsvertreter, Moderate, Journalisten und Reformer haben fast nichts zu sagen und werden oft als „Verräter“ und „Fünfte Kolonne“ gebrandmarkt.

    http://www.haolam.de/?site=artikeldetail&id=9655

    Es ist toll, wenn Menschen sich verstehen, vor allem Menschen, die Hassgrenzen überwinden.
    Aber wir sollten die Realitäten nicht außer Acht lassen. Der Islam ist das Haupthindernis für den Frieden mit Israel.

    Alle in Nahost sollten ein gleichwertiges Existenzrecht haben, Juden wie Muslime und Christen.
    Dieser Satz ist keine Utopie in Israel, aber im Rest des Nahen Osten. Die Anhänger des Islam sollten sich daran halten. Unter dem Gesichtspunkt gesehen sollte die Frage neu aufgeworfen werden, wer da der Täter ist. Israel ist weiß Gott kein Unschuldslamm. Aber die andere Seite eben erst recht nicht. Sie hat Judenhassdoktrin sowohl in ihren Schulbüchern als auch in ihrer Religion grundgelegt. Da sollte der Hebel angesetzt werden.

    Für den Islam ist ganz Israel eine Siedlung, die ausgerottet gehört. Das ist die Ausgangslage für Israel. Und darum wird der Nahostkonflikt auch nicht lösbar sein.

  2. Sorry, OT:
    http://www.welt.de/finanzen/article109611421/Iran-setzt-Traenengas-gegen-Devisenhaendler-ein.html

    Internet-Seiten geben schon keine Kurse mehr an. Bei Protesten, an denen auch Geldhändler beteiligt waren, eskalierte die Lage.
    Ein Müllcontainer steht in der Nähe eines Basars in Teheran in Flammen: Hier war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen
    © AFP Ein Müllcontainer steht in der Nähe eines Basars in Teheran in Flammen: Hier war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen Bild teilen
    Währung unter Druck: Iran setzt Geheimdienst auf Devisen-Spekulanten an
    Im Iran ist es aus Wut über die Wirtschaftspolitik und den Sturzflug der Landeswährung zu Protesten gekommen. Die Polizei setzte nach Angaben von Augenzeugen Tränengas gegen die Demonstranten ein, unter denen auch Devisenhändler waren.

    Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe mit seiner Politik die Wirtschaft in eine Krise gestürzt, skandierten sie. Die iranische Währung Rial hat wegen der internationalen Sanktionen im Atomstreit in den vergangenen Tagen immer mehr an Wert verloren.

    Viele Iraner tauschten ihre Rial-Bestände in harte Währungen. Dem freien Handel mit dem Rial will der Iran nun einen Riegel vorschieben. Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, die Sanktionen zeigten Wirkung.

    Sinkender Lebensstandard im Iran

    Der Verfall der Landeswährung führt schon jetzt zu einem sinkenden Lebensstandard im Iran. Die offiziell ermittelte Teuerungsrate beträgt bereits 25 Prozent. Die Tendenz geht weiter nach oben. Der große Basar im Zentrum der Stadt blieb geschlossen.

    Der Betreiber eines Haushaltswarengeschäftes sagte, dass wegen der Unbeständigkeit des Rial kaum noch akkurate Preise festgelegt werden könnten. Von offizieller Seite hieß es, dass der Basar aus Sicherheitsgründen geschlossen sei, aber am Donnerstag wieder geöffnet werden solle.

    Auch im Parlament musste sich Ahmadinedschad Unfähigkeit in Bezug auf die Wirtschaft vorwerfen lassen. Die Sanktionen gegen den Iran haben die Banken des Landes vom internationalen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten und behindern auch die Öl-Exporte, die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Nach Schätzungen Israels sind dem Iran durch das Embargo zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar an Öleinnahmen entgangen.

    Westerwelle drängt auf Verschärfung

    Westerwelle sagte, die Wirkung der Sanktionen zeige, dass es richtig sei, weiter an einer politischen und diplomatischen Lösung des Atomkonflikts zu arbeiten. „Wir werden darauf drängen, noch im Oktober die Sanktionen weiter zu verschärfen, wenn es keine substanziellen Fortschritte bei den Verhandlungen gibt“, sagte der Minister

    Ahmadinedschad erklärte, dass „die Feinde“ die Ausfuhren behinderten. „Wir werden das hoffentlich ausgleichen können.“ Die Zentralbank habe genug harte Devisen bereitgestellt, um die Importe zu finanzieren.

    Der Iran steht im Verdacht, Kernwaffen zu entwickeln. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück. Gespräche der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran haben bislang zu keinem Ergebnis geführt. Bei einem Scheitern, drohte ein iranischer Abgeordneter mit der Ausweitung des Atomprogramms.

    Ahmadinedschad spricht von „Psycho-Krieg“

    Ahmadinedschad warf den Gegnern der Islamischen Republik vor, einen „psychologischen Krieg“ zu führen. Es gebe für den Kursverlauf des Rial keinen wirtschaftlichen Grund. In der vergangenen Woche hatte die Regierung ein Währungszentrum eingerichtet, das Importeure mit Dollar versorgen soll.

    Das scheint den Rial-Kursverfall eher beschleunigt zu haben. Dagegen sagte Wirtschaftsminister Schamseddin Hosseini der Nachrichtenagentur Mehr, das Währungszentrum werde Schritt für Schritt fertiggestellt „und das führt schließlich dazu, dass den Gaunern das Handwerk gelegt wird“.

    Rial verliert immer stärker an Wert

    Der Rial hat seit Juni 2011 etwa zwei Drittel seines Wertes zum Dollar verloren. Der Verfall beschleunigte sich zuletzt. Händler in Teheran sagten Reuters, für einen Dollar müssten rund 37.500 Rial bezahlt werden. Acht Tage zuvor habe der Kurs noch bei 24.600 Rial gelegen.

    Der Agentur Mehr zufolge lag der Kurs am Mittwoch bei 36.100 Rial. Händler reagierten auf Anrufe von Reuters nicht. Zudem gab es Anzeichen, dass sie den Händel eingestellt haben. Auf der Internetseite Mazanex, die Kurse bereitstellt, hieß es: „Leider ist der Zugang zu dieser und verschiedenen ähnlichen Seiten nicht mehr möglich.“

    Der Geldwechsler SarafiJalali.com teilte mit: „Im Sinne der Politik der Zentralbank der Islamischen Republik des Iran und als Hilfe zur Organisation des Devisenmarktes des Iran, stellen wir derzeit keine Kurse bereit. Abhängig der Genehmigung der Zentralbank wird ein neuer Kurs bekanntgegeben.“
    Reuters/ca

    Frage: Könnte im Iran ein Krieg gegen die eigene Regierung entstehen?

    • Werter Bazillus, ich habe gestern die ganze Zeit die Nachrichten und Youtube Aufnahmen verfolgt und leider ist auch ein Demonstrant getötet und zwei andere sehr schwer verletzt und jetzt wo ich Dir schreibe, weiß ich nicht, ob sie noch am Leben sind. Für Heute ab 10 Uhr Tehraner Zeit ist auch Demo angekündigt. Ich werde jetzt wieder die Nachrichten verfolgen. Aber so wie es aussieht, wird es diesmal richtig krachen, denn die Bäuche sind leer, sogar von den Basaris und die Geldwechsler! Ich denke, der Punkt ist erreicht! Aber diese Regierung ist zu sehr zersplittert und in Machtkämpfe innerhalb der Banden beschäftigt und praktisch geschwächt und der Zerfall wird nicht lange auf sich warten lassen.

  3. http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/eskalation-im-syrien-konflikt-tuerkei-bombardiert-ziele-in-syrien-nato-rat-sichert-unterstuetzung-zu_aid_831884.html

    Endlich hat die NATO einen Grund gefunden, in Syrien die letzten Christennester auszuheben und weg zu bomben. Ironie off oder Realität? Ich weiß es mittlerweile nicht mehr. Überall da, wo die NATO sich einsetzt (ob durch Drohung oder durch reale Angriffe), werden Islamisten an die Macht gebombt. Sind die führenden westlichen Ekelpolitiker schon geschlossen zum Islam konvertiert?

    Ja, die Türkei darf zurückschießen, wenn nur ein Granatenangriff sie trifft, möglicherweise sogar versehentlich oder durch die Türkei selbst provoziert? Die näheren Umstände bleiben ja im Dunkeln. USA dürfen in Irak, in Afghanistan rumbomben, die Franzosen in Libyen usw. Nur Israel darf nix dergleichen. Israel darf keine Terroristen jagen. Versteht man hier nicht die Ausgangslage Israels und das Messen mit zweierlei Maß des Westens?

    Handelt jetzt die Türkei nicht kontraproduktiv, indem sie jetzt noch durch diesen Angriffe Öl ins Feuer gießt? „Die Angreifer“ des Artikels werden nicht ausdrücklich dem syrischen Militär zugeordnet. Vielleicht legen die syrischen „Rebellen = Islamisten“ die Lunte in diesem Krieg, um die NATO, die Islamistenbeschafferorganisation, zum Eingreifen zu zwingen. Syriens Armee würde wohl kaum in der jetzigen Situation die Türkei offiziell angreifen. Dafür ist sie im eigenen Land zu sehr beschäftigt.

    Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich. Beim Universum bin ich mir nicht so sicher, laut Einstein. Die menschliche Dummheit ist nicht nur in natürlichen Personen grundgelegt, sondern wohl insbesondere in poltischen Gremien und Verantwortungsträgern, die jeden Angriff unbedingt erwidern müssen ohne zu überlegen, von wem diese Angriffe gestartet wurden.

      • So, jetzt hat das türkische Parlament seine Genehmigung erteilt, und die Türkei (NATO) darf dann die syrische Stützpunkte bombardieren! Die Revolutionswächter der islamischen Republik hatten schon längst auch gesagt, dass im Falle eines Krieges gegen Syrien der Iran sich auch auf die Seite Syriens stellen wird und als Verbündeter gegen den Feind kämpfen wird! Gott bewahre!

  4. Zwei Männer leben Frieden mit ihren Familien, aber konnten dies nur flüchtender Weise.
    Damit sind sie für mich Vorbild, im Gegensatz zu ihren Regierungen, die das eigentlich sein sollten.
    Israel hat eine uralte Kultur des Debattierens.
    Gespräche sind der Weg, Konflikte zu entschärfen.
    Dabei ist die Fähigkeit, zuhören zu können, so finde ich, viel wichtiger, als die sich erfolgreich (redegewand, oder lautstark) artikulieren zu können.
    Machtmenschen und -Apparate tun das letztere, und finden damit ihre gläubigen Anhänger.
    Aber eigentlich ist das ein Betrug: Die polemische Rede, mit ihren glatten Vereinfachungen liegt angeblich im Interesse der Völker.
    Einfach sichtbare Vorteile werden ohne viel Aufhebens angeeignet.
    Einfach nachvollziehbare Sorgen und Ängste werden instrumentalisiert.
    Drohkulissen und Feindbilder sind unabdingbar – Nachdenken unerwünscht.

    Israel lebt tatsächlich viel mehr Dialog-Kultur als Palestinenser es tun.
    Aber – so finde ich – haben die Hardliner ein leichteres Spiel und setzten sich zu oft durch.
    Sie reden von gerechten Frieden, aber ich finde: Dieser Ausdruck muss weiter nachgefragt werden!
    Das Wasser des Jordans wird von Israel so intensiv abgepumpt, dass für Jordanier und Palestinenser nicht mehr viel bleibt.
    Der Neo-Liberalismus beutet die Menschen aus, wo immer es geht.
    Er belohnt den Leistungsfähigen, den geschickten, und den, der es schon geschafft hat.

    Die Palestinenser haben nicht viel geschafft.
    Ein geteiltes Gebiet, keine Souveränität, keine nennenswerte Wirtschaftskraft.
    Abhängigkeit vom Tropf internationaler Zuwendungen und intressensgeladener ‚Gönner‘.
    Seit Generationen keine Perspektive auf ein würdiges auskömmliches Leben.
    Es bleibt für viele ein illusorischer Traum, der die ‚Miserablen‘ der Wirklichkeit entfremdet und sie anfällig macht für die Lügen des Islam.

    Ich finde: Hier darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!
    Ich finde es eine unzulässige Vereinfachung zu sagen, der Westen habe ein Recht, in Afghanistan einzumarschieren.
    Und demnach hätte Israel auch ähnliche Rechte.

    Hier muss man anfangen, von Pflichten zu reden.
    „wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen“ (Lukas 12, 48).
    Die Hardliner Israels sollen einmal auszusprechen, wie die Welt denn aussehen soll, die sie sich wünschen, und wo und wie diejenigen leben sollen, die jetzt da sind, wo sie siedeln wollen!
    Der schnauzbärtige A aus Deutschland und der kleine A aus dem Iran waren um klare Worte in dieser Hinsicht nicht verlegen.
    Was dem Rest der Welt die Möglichkeit eröffnete, sich eine entsprechende Meinung dazu zu bilden.

    Ist es harmlos, Fragwürdiges nur zu denken und nicht auszusprechen, oder es nur zu tun, ohne auszusprechen?
    Warum weigern sich Menschen, andere zu töten?
    Glauben sie an eine höhere Moral?
    Eine höhere Moral, die sie dazu berechtigt, einen niedrigeren Weg zu gehen.
    Die sie antreibt, ihr „NEIN“ zu offenbaren, sich von den Schnelldeutern zum Staatsfeind erklären zu lassen und ihr eigenes Land zu verlassen.
    Ob sie dabei einen Satz wie „geh in ein Land, das ich dir zeigen werde“ im Ohr haben,
    ob sie einen festen Glauben an einen persönlich gesegneten Lebensweg haben, oder den Mut der Verzweiflung:

    Meine Meinung habe ich mir gebildet, meinen Segen haben sie auf jeden Fall!

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