Schindlers Liste auf iranisch

Der iranische Schindler Abdolhoseyn Sardâri

Der iranische Schindler: Abdolhoseyn Sardâri

von Fartâb und Ardašir Pârse

Pârse & Pârse – Bevor wir über den iranischen Schindler berichten, zitieren wir aus dem Buch The Elusive Face Of Iran, geschrieben von der New York Times Journalistin Elaine Sciolino: „So wie ich dem Iran im Laufe der Jahre begegnet bin, habe ich zwei wichtige Bestandteile der iranischen Seele gefunden: Die Liebe zur Poesie und die Liebe zum Vaterland. Ich kenne keine andere Nation, die ihre Kunst der Poesie so ernst nimmt, und nur wenige Länder besitzen so ein tief verwurzeltes und dauerhaftes Gefühl des nationalen Stolzes. Selbst die Revolution und Gründung der Islamischen Republik konnten nicht den einzigartigen Sinn fürs „Perser-Sein“, das Hand in Hand mit den Dichtern, die die Tugenden der Schönheit, Liebe und der Tapferkeit gepriesen hatten, ausrotten.“

In The Lions Shadow

In The Lions Shadow

Vor einem Jahr wurde in englischer Sprache das Buch In The Lion’s Shadow; The Iranian Schindler (Im Schatten des Löwen; der iranische Schindler) veröffentlicht. Das Motiv des iranischen Autors, Fariborz Mokhtari [Fariborz Moxtâri] war den Iran und die Iraner, abgesehen von dem jetzigen Mullah-Regime, der Welt anders vorzustellen. Die Führer der Islamischen Republik Iran verleugnen den Holocaust und haben die Feindseligkeit Israel und den Juden gegenüber auf den höchsten Gipfel getrieben und auf ihre Fahnen des Hasses geschrieben. Das Buch behandelt die Aufopferung des iranischen Diplomaten, Abdol-Hosein Sardari [Abdolhoseyn Sardâri], der durch seinen Mut iranische und europäische Juden in Frankreich, während des Zweiten Weltkrieges, vor dem Holocaust gerettet hatte.

„Der iranische Schindler“ ist der Titel, den die iranischen Juden Sardâri, der damals Konsul der kaiserlichen Regierung des Iran in Paris war, gegeben haben. Sardâri, der in den 1940ger Jahren als iranischer Diplomat in Paris lebte, konnte mehr als 2.000 iranischen und europäischen Juden helfen aus Paris zu flüchten, um sich vor den Nazis in Sicherheit zu bringen. Aber dieser Dienst an den Juden, blieb bis zur Veröffentlichung dieses Buches über ihn unbekannt.

Nachdem im Jahr 1993 Steven Spielbergs berühmter Kinofilm Schindlers Liste in die Kinos kam, und einige Preise, darunter den Oscar bekommen hatte, erinnerten sich die iranischen Juden, dass auch Sardâri genau wie Schindler, der ca. ein Tausend Juden vor den Nazis gerettet hatte, ein Lebensretter war.

Oskar Schindler neben seiner Frau_Er rettete über 1000 Juden das Leben

Oskar Schindler neben seiner Frau: Er rettete über 1000 Juden das Leben

Während des Zweiten Weltkrieges und durch die Besatzung großer Teile Europas, als die Vichy Regierung durch die Zusammenarbeit mit den Nazis in Frankreich regierte, wurden die Juden in Frankreich, die vorher ein ruhigeres Leben führten, aus ihrer Heimat verdrängt und verjagt; viele von ihnen wurden in die Zwangsarbeiterlager deportiert und die unglücklichsten darunter in die Vernichtungslager der Nazis. Sardâri, der ein erfahrener Anwalt war, nutzte die Rassengesetze der Nazis zu Gunsten der iranischen Juden aus; während Hitler den Iran, der offiziell seine Neutralität im Zweiten Weltkrieg erklärt hatte, als eine arische Nation anerkannt hatte, die rassisch gesehen, ein Verbündeter der deutschen Nation sein sollte! Während dieser Zeit gab es iranische Juden, die mit ihren Familien in Frankreich lebten, entweder wegen des Studiums ihrer Kinder oder wegen ihrer Geschäftstätigkeit. Die iranischen Juden, die in Paris lebten, mussten eine gelbe Schleife tragen und ständig Dokumente bereit halten, die ihre Rassenidentität nachgewiesen hatten. Sie wussten, dass auch sie bald, wie andere Juden in diesem Land, zu Gefangenen Hitlers und der Vichy Regierung zählen werden, daher hatten sie die iranische Botschaft in Paris aufgesucht und dort ersuchten sie Ausreisepapiere und Hilfe, um in den Iran zurückzukehren oder auszureisen.

Es war aber nicht einfach ihnen zu helfen; denn die Vichy Regierung und die Nazi Spione insistierten darauf, dass beim Verjagen der Juden aus Frankreich keine Ausnahme gemacht werden sollte. Einige der Führer der iranischen Juden besuchten Sardâri, den Konsul der Regierung des kaiserlichen Iran in Paris, und baten ihn, durch Gespräche mit den Vertretern der deutschen und Vichy Regierung die Rückkehr in den Iran zu ermöglichen.

Zweiter von rechts_Abdolhoseyn Sardâri

Zweiter von rechts: Abdolhoseyn Sardâri

Sardâri argumentierte vor den Vertretern der Nazis und darunter Adolf Eichmann, dass trotz der Tatsache, dass einige Iraner die den Lehren des Propheten Moses für Tausende von Jahren gefolgt waren, immer noch Iraner waren, dass diese iranischen Juden arischrassig sind und daher werden sie eher „Djuguten“ (Mousaique) genannt. Sardâri nutzte alle Künste der Argumentation so, dass am Ende die Nazis seine Behauptungen nicht widerlegen konnten; sie riefen in Berlin die Forschung über die Reinheit der Rasse der„Iranisch-Mosaiue Gattung“ an. Sardâri hatte mit seiner Behauptung sogar raffiniert die Forschung darüber in die Irre geleitet. Über seine „Rassenerfindung“ können wir im Buch von Fariborz Mokhtari ausführlich lesen, denn das Buch beinhaltet alle Briefwechsel der Nazi Beamten mit verschiedenen Gelehrten zwecks dieser Behauptung.

Trotz der heiklen Lage war Sardâri in seiner Arbeit, die Rettung der iranischen und europäischen Juden aus Frankreich, erfolgreich. Sardâri stützte sich auf die Einverständniserklärung zwischen der Regierung des kaiserlichen Iran mit dem Nazi-Deutschland, und erstellte zwischen 500 bis 1.000 weiße Reisedokumente für die iranischen und nichtiranischen Juden in Frankreich; in jedem Reiseausweis wurden die Namen von zwei oder drei anderen Juden als Familienmitglieder, als die Ehefrau oder Ehemann, als Vater oder Mutter eingetragen, auch wenn sie in Wahrheit nicht miteinander verwandt waren. Er hatte es geschafft, in einer schrecklichen Zeit, in der Tausende von Juden aus Frankreich in die Vernichtungslager geschickt wurden, vielen der Familien zu helfen aus Paris zu flüchten.

Fariborz Mokhtari

Fariborz Mokhtari

Der Autor Fariborz Mokhtari, der ein Verwandter von Sardâri ist, hat sich zur Aufgabe gemacht, über die Aufopferung Sardâris zu recherchieren. Er hat in den letzten Jahren einige der Überlebenden dieses humanitären Aktes interviewt und schildert in seinem Buch In The Lion’s Shadow; The Iranian Schindler ihre Erinnerungen aus dieser Zeit. Im Buch lesen wir auch die Erinnerungen von Frau Eliane Senahi Cohanim, eine Frau, die jetzt den Rest ihres Lebens, im hohen Alter, in Kalifornien und bei ihrer Familie verbringt. Sie erzählt von ihren Erinnerungen in den schrecklichen Tagen der Invasion Hitlers und der Angst, ständig an den Kontrollposten durchsucht zu werden; sie war damals 7 Jahre alt. Bevor die Vichy Regierung in Frankreich an die Macht kam, verdiente George Senahi, Elianes Vater, als Kaufmann für Textilstoffe seinen Lebensunterhalt und führte ein ruhiges und glückliches Leben, in der Umgebung von Paris. Die diplomatische Hilfe von Sardâri rettete George Senahi und seine Familie, wie hunderte anderer Juden, das Leben; Eliane heiratete später in Iran Naser Cohanim, sie musste aber nach der islamischen Machtergreifung in Iran das Land wie einige andere Tausende  iranischer Juden verlassen und diesmal im hohen Alter in einem fremden Land, in den USA, mit ihren etwa 79 Jahren leben; aber sie lobpreist und ehrt bis heute Abdolhoseyn Sardâri, für das, was er getan hatte.

Abdolhoseyn Sardâri war auch der Onkel [mütterlicherseits] zweier wichtiger politischer Persönlichkeiten Irans: Dr. Amir Abbâs Hoveydâ, der für 13 Jahre der iranische Premierminister war und nur zwei Monate nach der islamischen Revolution, am 07.04.1978, während einer Pause bei seiner Gerichtsverhandlung, und vor Beendigung der Gerichtsverhandlung durch Sâdeq Xalxâli, dem Revolutionsrichter [Sadegh Khalkali] erschossen wurde. Fereydun Hoveydâ war der andere Neffe von Sardâr und Bruder von Dr. Amir Abbâs Hoveydâ. Er war auch ein Diplomat, Autor und Maler, der auch zwischen 1971 bis 1979 Botschafter bei den Vereinten Nationen war. Er hatte auch für einige Zeit das Amt des Vertreters des iranischen Außenministeriums vor der islamischen Revolution inne; er starb im Alter von 82 Jahren im November 2006 in New York. Sardâri blieb nach der islamischen Revolution nicht wie sein Neffe, Dr. Amir Abbâs Hoveydâ, in Iran und musste im hohen Alter, um sein Leben zu retten, nach Europa flüchten. Er bekam nach der islamischen Revolution wie alle anderen Diplomaten, die während der Pahlavi Ära gedient hatten keine Pension, und sein ganzer Besitz wurde im Namen der islamischen Revolution konfisziert.

Die Dienste und die Aufopferung von Sardâri, solange er lebte, blieben verkannt; er starb im Jahr 1981 in Croydon, im Süden von London, in sehr bedauernswertem und einsamem Zustand. Er lehnte die Anerkennung und Dankbarkeiten ihm gegenüber ab und beharrte darauf, er habe lediglich seine Pflicht als Mensch getan. Trotzdem haben die iranischen Juden in Kalifornien durch eine Gedenkfeier und Ehrungen, ihn und seine Mühen und Aufopferung der Welt bekannt gemacht. Das Simon Wiesenthal Zentrum, das für seine Jagd auf die Nazis weltberühmt ist, hatte im Jahr 2004, wenn auch etwas verspätet, in einer Zeremonie, Abdolhoseyn Sardâri geehrt und sein Neffe Fereydun Hoveydâ bekam in seinem Namen die Anerkennungsmedaille. Die Organisationen der iranischen Juden in Israel und den USA haben die Gedenkstätte Yad Vashem (Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust) gebeten, Abdolhoseyn Sardâri den Titel „Wohltäter der Menschheit“ zu verleihen.

Sardâri

Sardâri

Der Autor, Fariborz Mokhtari, schreibt: „In dieser Geschichte lernen wir einen Iraner kennen, der sein Leben, Vermögen und seinen Beruf aufs Spiel setzte, um seinen „iranischen“ Landsleuten zu helfen. Ihm war „ich bin ein Muslim, er ist ein Jude“ egal. Die Mühe und Aufopferung von Sardâri ist ein Zeugnis der historischen Toleranz und Anerkennung eines Iraners Andersgläubigen gegenüber, auch wenn in den letzten Jahren das Regime in Iran durch seine politische und religiöse Weltanschauung zum Symbol der Feindseligkeit Juden und Andersgläubigen gegenüber geworden ist.“

© Pârse & Pârse

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5 Gedanken zu „Schindlers Liste auf iranisch

  1. Danke für diesen Artikel. Hier in Deutschland kommen wir ja kaum aus dem Wissensschneckenhaus heraus.

    Diese Muslime wie Herr Sardari – ihm sei nachträglich alle Ehre zuteil – sind wohl die Edelsteine dieser Religionsideologie. Er war ein großer Mann, dessen Seele sich nicht hat vom mohamedanischen Judenhass gefangen nehmen lassen, im Gegenteil: Dieser Muslim hat selbst den islamischen Religionsgründer Mohammed mit seinem Mut, der vor eigener Verfolgung nicht verstummte, mit seinem Wesen, seiner Tatkraft und seine Edelmut beschämt. Mohammed, der selbst für die Ermordung mehrerer Hundert jüdischen Kriegsgefangenen im Grabenkrieg verantwortlich zeichnete, hat sich selbst allein in dieser Tat disqualifiziert in seiner Feigheit, diese Menschen in sein religionspolitisches Machtkalkül einzubeziehen und den Hinrichtungstod und den Folgeverbrechen (Angehörige dieser Hingerichteten als Sklaven dem Islam zuzuführen, als Instrumentalisierung seiner irdische-religiös-politischen Macht feige zu manifestieren. Somit können wir dem Muslim Sardari – Friede sei mit ihm – ein wirklich ehrenvolles Andenken zuteil werden lassen. Ohne Ansehen der Person hat er, seine existenziellen Eigeninteressen völlig außen vor gelassen und hinten angestellt, bescheiden Ehrungen abgewiesen, Juden das Leben gerettet. ER hat die Nazis mit ihren eigenen Waffen geschlagen und sie der rassistischen Dummheit und Niedertracht preisgegeben. Ein Mann, der alle unsere Hochachtung in höchstem Maße verdient.

    Hätte dieser Mann der Ehre und des Mutes den Islam gegründet, hätten wir heute keine Schwierigkeiten mit dieser Religion.

    • Gern getan, werter Bazillus, wir haben in unserer Geschichte Menschen, auf die wir sehr stolz sind und wie Du schon geschrieben hast: „Ein Mann, der alle unsere Hochachtung in höchstem Maße verdient.“

  2. Ein schöner Artikel und doch auch wieder traurig. Traurig nämlich die Tatsache, das selbst wir Europäer, deren Eltern teilweise noch selbst direkt betroffene und Zeitzeugen dieses schlimmsten Weltkrieges aller Zeiten waren, noch immer keine wirkliche Vorstellung davon haben, welch ausserordentlich weitreichende Spuren, Adolf Hitlers Tötungsregime weltweit hinterlassen hat.

    Die Rassenpolitik jener Zeit ist eine Sache, doch die darauf aufgebaute, industrialisierte Tötungsmaschinerie, die an die 60.000 000 Opfer forderte, war das wahrlich schockierendste an diesem grausamen 2.Weltkrieg. Es ist nicht begreifbar, nicht fassbar und es gibt keine Worte die auch nur im Ansatz begreifbar wiedergeben könnten, wie es aus menschlicher Sicht, überhaupt dazu hatte kommen können.
    Nicht alle dieser 60.000 000 Opfer waren Juden. Nein, denn unter ihnen waren abertausende, geistig behinderte Kinder, Roma und Sinti, abertausende kleine Bürger die Verfolgten halfen und dabei vom Regime erwischt wurden, Kommunisten, Sozialisten, Nazi Gegner in jeder erdenklichen Art und Form, tausende Befreiungskämpfer aus Großbritannien, Frankreich und den USA. Sie alle wurden Opfer dieses elenden Regimes. Das unbegreifbare an diesem Krieg ist im Grunde die Tatsache, wie deutlich uns allen vor Augen geführt wird, welch manipulierbaren Wesen, wir doch alle in unseren „mental und körperlich schwächsten“ Momenten sind. Es gab so viele Helfer und Gegner, auch das waren tausende und jeder Einzelne von ihnen, hat Großes geleistet um noch Schlimmeres „falls man das überhaupt so sagen kann“ abzuwenden. Ich möchte nicht wissen, wie viele Opfer mehr es noch gegeben hätte, ohne all jenen Menschen, die bis zum Ende dieses Krieges, Hilfsbereit und menschlich Risikobereit, extrem Risikobereit, den Mut hatten aktiv einzugreifen trotzdem sie sich vollends darüber im Klaren waren, das sie hier „ihr eigenes Leben“ aufs Spiel setzten. Es gab so viele „Märtyrer“ in jener Zeit. Wir alle kennen jedoch bis heute noch nicht mal, deren Namen.
    Und jetzt taucht da ein Licht aus dieser Zeit auf, Sardâri, der das tat, was eigentlich jeder Mensch für andere Menschen hätte tun sollen. Wieder einer mehr der echten „Helden“ aus dieser Kriegszeit, dessen Namen wir nun kennen. Und dennoch wünsche ich mir, das wir irgendwann „alle“ Namen, all jener mutigen Zeithelden, irgendwann auch kennenlernen werden.

    Was aber leider nur sehr wenige zu diesem Thema wissen ist: „Warum dieses fürchterliche Regime, so mächtig werden konnte, obschon die Methodik eine ganz einfache war“.

    Es waren die vielen Millionen Stimmen, einzelner Bürger, die den Mann „regulär“ wählten, der ihnen doch im Grunde nur sagte, was sie hören wollten.
    Adolf Hitler hat nicht den Rassismus erfunden, sondern nur ein, beziehungsweise mehrere „Völker“ angeführt, die bereits rassistisch waren.
    Selbstverständlich hatten jedoch nur sehr wenige Menschen dieser Gesellschaft, trotz ihres „rassistischen“ Wesens, jemals einen derartigen Genozid im Sinn, wie ihn Hitler, tatsächlich in die Tat umsetzte.
    Dieses Schreckensregime hat jedoch eine „verborgene, dunkle Seite“, die nur ganz selten in unserer Geschichte des 20. Jahrhunderts Erwähnung findet. Und das ist die „Religion“ des Nationalsozialismus‘, die es diesem Regime überhaupt erst ermöglichte, solch verheerendes Unglück über die Welt zu bringen.
    Zu Zeiten um Hitlers Geburt, erblühte eine neue „Spiritismuswelle“.
    Eine deutsch/russische Okultistin, die in London als Bestsellerautorin höchsten Bekanntheitsgrad genoss, veröffentlichte ein als „Geschichtsbuch“ getarntes „okkultes“ Werk. Sie brachte den „verfälschten“ Mythos der „Arier“ und die erste, festgeschriebene „Rassentheorie“ nach Europa. Sie schrieb in diesem Werk die Weltgeschichte um und berief sich dabei auf unkonventionelle Quellen: Babylonische Astrologie (von den Chaldäern beeinflusst, wie es auch das „Henochbuch“ der frühesten Juden war, das später nicht mit ins alte Testament aufgenommen wurde), ägyptische Hieroglyphen und ein ganzes Durcheinander okkulter Überlieferungen.
    So behauptete Blavatsky, Giganten aus dem untergegangenen Atlantis hätten eine Rasse von „Übermenschen“ hervorgebracht. Die Arier. Diese wurden nun zu einem mächtigen Mythos einer Herrenrasse. Sie wurden zu den Begründern der Zivilisation, trugen den Samen der Zivilisation nach Griechenland und Rom, sie unterstützten die Germanen. Sie wurden zur Quelle tiefschürfender, kultureller Kreativität. Die wahre Herrenrasse eben usw.

    Blavatsky’s Buch verkaufte sich zu tausenden, denn es erschien zur genau richtigen Zeit.
    Der österreichische Okkultist und ebenfalls Autor, Guido von List, griff Blavatsky’s Ansichten auf, er übernahm Blavatsky’s Idee einer Herrenrasse und germanisierte sie. Blavatsky schrieb die Geschichte um, von List die „Erdkunde“ und versetzte so das „Ariertum“, von Persien in den europäischen Norden. Er machte Deutsche aus ihnen.
    Plötzlich repräsentierten die „einstigen“ Germanen, die Arier. Und schließlich tauchte noch ein bekannter Autor in diese „verruchte“ Ideologie mit ein. Jörg Lanz von Liebenfels, ein Zisterzienser Priester. Er präsentierte den Menschen das „Feindbild“ der Herrenrasse. Die Juden und andere von ihm sogenannte „niedere Völker“. Als er das Kloster verließ- indem er bisher „als Priester“ also „als ein Mann Gottes“ diente- veröffentlichte er mehrere Pamphleten unter dem Sammeltitel „Ostara“, benannt nach der germanischen „Frühlingsgöttin“. Darin verbreitete er nun die Ansicht, das die „Herrenrasse“ sogenannte „niedere Rassen“ bekämpfen müsse- auch die Juden. Sein Lösungsvorschlag:
    „Ausrottung durch Sterilisation und Kastration“.

    Welch netter Zeitgenosse, nicht wahr? (zynisch betrachtet natürlich)

    Doch die Ostara fand ihre Leser und verbreitete sich in ganz Wien. Zu ihren leidenschaftlichsten Lesern gehörte auch ein Mann ohne Wurzeln, Lebenssinn und mit trüben Zukunftsaussichten. Ein gescheiterter, eingebildeter Künstler. Sein Name: Adolf Hitler.

    Der erste Weltkrieg bracht aus, Hitler meldete sich freiwillig zum deutschen Heer. Sie verloren und Hitler war deswegen völlig von Sinnen. Die Deutschen entwickeln die „Dolchstoß Legende“ um ihre Niederlage zu rechtfertigen, Hitler übernahm auch diese und beschloss „Politiker“ zu werden.
    In München bildete dann eine Gruppe von „Antisemiten“ eine geheime Organisation. Die „Tule- Gesellschaft“, eine Geheimorganistation fanatisch intellektueller Rassisten, die bald zur Keimzelle der NSDAP wurden, der auch Hitler angehörte.
    Nur wenige Jahre darauf, kam Hitler dann an die Macht und Heinrich Himmler wurde zu seinem magische Meister der nationalsozialistischen Religion. Er war der schlimmste Saboteur, menschlicher Moralismen aus dem „dritten Reich“.
    Der Nationalsozialismus, eine Religion die aus „vielen“ und zwar teils bis heute noch anerkannten „Religionen“ hervorging. Man berief sich jedoch stets auf die „ursprünglichsten“ Wurzeln dieser Ansichten und Ideologie, Wurzeln die erst Blavatsky der Gesellschaft zugänglich machte, die durch von List germanisiert wurden und durch Liebenfels und der einflusseichen Unterstützung der „Tule- Gesellschaft“ erst in derartigen „Menschenhass“ umschlug. Ein Hass, dem am Ende 60.000 000 „Unschuldige“ zum Opfer fielen. Die Geschichte über die Entstehung des „dritten Reichs“, gegründet sich auf dem „fanatisch und okkult religiösem Glauben“ an eine „Rasse“ die allen anderen „Rassen“ überlegen ist. Es ist so einfach, Menschen unter dem Deckmantel eines Glaubens, durch und durch zu manipulieren, bis aus ihnen „wahre Teufel“ werden.

    Die Macht des Nationalsozialismus widerspiegelt nur allzu deutlich die Bedeutung von George Bernhard Shaw’s Worten, als er einst sagte:
    „Es ist eine leichte Sache hungernde Menschen zu bekehren, wenn man ihnen entgegen kommt mit der Bibel (egal welcher Art) in der einen und einem Stück Brot in der anderen Hand.“
    Denn genau das war die Situation in der sich sowohl Deutschland, als auch Österreich nach dem 1. Weltkrieg befand. Nur aus diesem Grund gelang es Adolf Hitler mit Hilfe von Himmler’s okkultischer Meisterschaft und seinem „kaltschnäuzig“ berechnenden Wesens (Charakter), den Menschen eine Art Bibel der Überzeugung zu schenken, während er ihnen Brot versprach. Die Ironie dabei, Himmler wuchs eigentlich in einem straff organisiertem, streng katholischem Elternhaus auf, ebenso Hitler (mit einem Schläger und Säufer als Vater und einer ihn geradezu fanatisch liebenden Mutter), sowie auch Göbels, Göring und Rudolf Hess.
    Sie alle haben jedoch besonders eins gemeinsam- sie hielten sich alle für „Propheten“, für besondere „Auserwählte“ und sahen in Adolf Hitler, ihren Messiah.

    Darum sage ich immer wieder sehr gern: „Seid vorsichtig mit dem, woran ihr glaubt, denn jeder Mensch ist immer nur so gut oder schlecht, wie es ihm sein innerer Glaube erlaubt“.

    Welch Segen, und mag er auch noch so klein gewesen sein, war es in jener Zeit doch, das es trotzdem und glücklicherweise auch Menschen gab, wie Sardâri und Schindler, sowie viele andere, für die wir keine Namen haben- die sich trotz den katastrophalen und miesen Lebensumständen jener Zeit, nicht haben „manipulieren lassen“, wie so viele andere.

    Danke für diesen Artikel. Wow! Der hat ja ganz schön was in mir ausgelöst, verzeiht meinen derart langen geschichtlichen Ausflug durch die „okkulten“ Hintergründe, des dritten Reichs.
    So hoffe ich dennoch, das mein wieder einmal „elend langes“ Kommentar, nicht allzu weit vom eigentlichen Thema abgetriftet ist.

    Mit ganz lieben Grüßen, Evelucas

      • Sehr bewegende Worte und sehr viele Informationen, für die ich Dir, werte Eve Lucas, sehr dankbar bin. In der Tat gibt es sehr viele Menschen, die während des 2. Weltkrieges Menschenleben gerettet haben, aber ihre Namen, wie Du schon erwähnt hast, nicht bekannt ist. Sardâri hatte es geschafft mehr als Schindler Menschenleben zu retten, aber weil wir nun Iraner sind, und ein Volk versklavt von Mullahs, interessiert sich kein großer Regisseur dafür, das was Sardâri tat, zu verfilmen! Na, ja, vielleicht in der Zukunft!

        Ich wünsche Dir auch ein frohes neues Jahr, auch wenn wir fast den ersten Monat davon zu Ende haben 🙂

        Schön Dich wieder zu lesen.

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