Iran: Die Gründung des Iranischen Nationalrates

Der Iranische Nationalrat_das Logo

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aus dem Französischen von Fartâb und Ardašir Pârse

Le Monde Der Iranische Nationalrat (INR) hat seinen Gründungskongress am Samstag dem 27. und Sonntag dem 28. April in Paris abgehalten. Reza Pahlavi, der Sohn des Schahs des Iran, der 52 Jahre alt ist und seit 1979 im Exil lebt, ist einer der Gründungsmitglieder dieser neuen Oppositionsvereinigung, die 18 politische Parteien und Organisationen umfasst, von Monarchisten bis zu Paniranisten, von Sozialliberalen bis zur „grünen Bewegung“.

Reza Pahlavi als der Sprecher des Iranischen Nationalrates

Reza Pahlavi als der Sprecher des Iranischen Nationalrates

Was ist das Programm des Iranischen Nationalrates?

Reza Pahlavi: „Seit dem Wahlbetrug von 2009, der die Grüne Bewegung gebar, musste eine Instanz aufgebaut werden, so dass eine neue Generation nicht vergeblich geopfert wird und damit die Menschen im Inneren des Landes wissen, dass ihr Kampf weitergeht. Ich habe mit vielen Aktivisten und Dissidenten innerhalb des Iran, einschließlich politischer Gefangener gesprochen. Am Ende eines Jahres und drei Monaten des Austausches erreichten wir eine Charta mit 16 Punkten. Dieser Text wurde von 25.000 Menschen unterzeichnet. Unsere erste Forderung ist die Durchführung freier Wahlen. Und um dies zu erreichen, sind wir uns alle einig über die Notwendigkeit, das Regime zu stürzen.“

Was erwarten Sie von der Präsidentschaftswahl am 14. Juni 2013?

Reza Pahlavi: „Wir können nicht über echte Wahlen in einem System sprechen, das die Medien zensiert, die Bildung der Parteien nicht erlaubt, und die politischen Gegner verhaftet. Wir sollten nicht vergessen, dass im Jahr 2009, Herr Musavi und Herr Karrubi, die an der Spitze der Bewegung waren, die loyale Opposition innerhalb des Regimes waren und sie wollten nur das Regime reformieren. Sie sind jetzt unter Hausarrest. Andere Reformisten glauben nicht mehr an die Möglichkeit das Regime von innen zu reformieren. Auch sie sind zu dem Schluss gekommen, die Wahlen müssen vollständig boykottiert werden, denn die Wahlen bringen für das Regime die Legitimation.“

Wie wollen Sie das Regime stürzen?

Reza Pahlavi: „Unser Sieg auf den Straßen wird nicht mit Waffengewalt bestimmt. Wir befürworten eine gewaltfreie Kampagne des zivilen Ungehorsams, zusammen mit dem branchenweiten Streik, der das ganze Land lahmlegen würde. Kein Regime kann jemanden, der zu Hause bleibt und nicht arbeiten geht, zur Arbeit zwingen. Auf der anderen Seite sind wir für eine nationale Aussöhnung und Amnestie. Zu viele Menschen sind im System steckengeblieben und glauben nicht mehr daran und sie wollen aus ihm heraus, besonders die Revolutionsgarden und die Basij-Milizen. Wir sind mit einigen von ihnen im Kontakt. Sie müssen sicher sein und eine Garantie haben, dass es in Iran nach diesem Regime einen Platz für sie gibt.“

Was erwarten Sie von der internationalen Gemeinschaft?

Reza Pahlavi: „Die Verantwortlichen in den USA und in der EU wollen, dass die Situation sich ändert. Sie haben aus dem Scheitern der jüngsten Bemühungen in den Verhandlungen [Atomfrage] gelernt und sind bereit für ein anderes Regime (alternative). Aber anstelle der „roten Linie“ in Bezug auf eine nukleare Gefahr und den militärischen Angriff, der nur den Zusammenbruch des Regimes verzögert, sollte sich die internationale Gemeinschaft zu einer baldigen internationalen Allianz und eine nationalistische Mobilisierung in Iran vorbereiten. Wir möchten, dass die freien und demokratischen Länder unsere Kampagne des zivilen Ungehorsams unterstützen.

Wenn ein Streik stattfindet, können wir uns vorstellen eine Deckungskasse für verlorene Löhne und Gehälter zu gründen. Die westliche Welt hat lange darauf bestanden, dass die Regierungspolitik [der Mullahs] sich ändert. Sie muss in Richtung des Regime-Wechsels mit uns zusammenarbeiten. Die Menschen [Iraner] begrüßen die Sanktionen, wenn sie wissen, dass diese Sanktionen mit der Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte gekoppelt sind. Und ein demokratischer Iran würde die Spannungen und Bedrohungen in der unmittelbaren Umgebung, wie in Syrien, beseitigen. Die iranische Oppositionsszene hat sich schon lange zwischen Marxisten und Liberalen, pro Zentralisierung (Jakobiner) und Föderalisten, Religiösen, Laizisten, Monarchisten und Republikanern und…und…und … aufgeteilt. Heute hat sich zwischen allen Oppositionsgruppen ein Dialog gebildet und der Pluralismus und die Toleranz wachsen ständig. Die politische Reife in Iran, besonders in der jungen Generation ist gestiegen. Alle sind sich bewusst, dass das Land in Gefahr ist.“

Welche Rolle möchten Sie in der Zukunft spielen? Wünschen Sie sich die Rückkehr der Monarchie?

Reza Pahlavi: „Heute ist mein Wunsch die Rolle eines Verbindungsmannes in der Opposition zu spielen. Die Iraner selbst werden über die Staatsform entscheiden. Wenn sie eine Monarchie wie in Spanien wollen, warum nicht? Wichtig ist aber, dass der Iran sich zu einer echten Demokratie wandelt.“

Quelle: Le Monde

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23 Gedanken zu „Iran: Die Gründung des Iranischen Nationalrates

  1. Schön, dass so etwas konkret wird. Alles Gute!

    Ich hab leider seit längerem so wenig Zeit, dass ich sie mir nicht einmal nehmen kann, deshalb an dieser Stelle nur ganz kurz.

  2. Es ist gut, dass über dieses Thema geschrieben wurde. Ich und meine Familie beschäftigen uns nun eine Weile mit diesem Thema und der Opposition. Denn Iraner/innen neigen eher dazu immer alle zu kritisieren. Die Opposition hatten selber Streitigkeiten, so dass Uneinigkeiten entstanden und nicht konkret gehandelt werden konnte. So eine Mobilisierung finde ich eben gut, da es der erste Schritt zur Freiheit ist. Unser Ziel ist nun, wie auch Herr Pahlavi gesagt hat, das Regime zu stürzen. Im Sommer 2009 war die „Grüne Bewegung“ nur ein Auftakt dafür was dieses Jahr geschehen wird (hoffe ich zumindest). Es geht nicht um Reformation, denn dies hat schon Khâtami versucht gehabt. Wir haben gesehen, dass dies schlussendlich mit der „zweifachen“ Wahl Ahmadinejâds gescheitert ist.
    Also ich bin zuversichtlich, dass etwas geschehen wird.

    Mit freundlichen Grüssen
    Pedrâm

    • Pedrâme gerâmi,

      ich selbst habe zwei Tage am PC gesessen und die Gründung live erlebt und muss sagen, dass ich wirklich beeindruckt war, wie die Opposition miteinander umgegangen ist; im wahrsten Sinne des Wortes „demokratisch“! Die Teilnehmer hatten aus eigener Tasche die ganze Kosten bezahlt, von Flugtickets bis zu ihrem Hotelaufenthalt, ohne dafür Erwartungen zu haben.

      Es sind zwei Punkte, die ich erklären muss. Der erste Punkt ist die „Grüne Bewegung“, die meines Erachtens mit Recht in Verzug geriet, weil dadurch hatte das Volk noch mehr die nötige Erfahrung gesammelt, um endlich zu wissen, wer der Feind und wer der wahre Freund des Volkes ist, und wer nur als Position des Regimes die Maske der Opposition auf dem Gesichte trägt und für den Erhalt des Mullah-Regimes arbeitet.

      Der zweite Punkt ist, dass nun Xâtami kein Reformist in dem Sinne war (eigentlich eher eine Figur, um die westliche Welt hinters Licht zu führen, um weitere 8 Jahre zu herrschen). Er und seinesgleichen kamen nicht zu reformieren, sondern hatten lediglich die Rolle eines Sicherheitsventils, damit das Volk das Gefühl hatte gehört zu werden, und mit ein paar kleinen Freiheiten, die während seiner Zeit den jungen Menschen gegeben wurde, konnten sie das Volk noch in Schach halten.

      Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass der Zug endlich ins Rollen kam!

      Be omide piruziye Irân

      • „…weil dadurch hatte das Volk noch mehr die nötige Erfahrung gesammelt, um endlich zu wissen, wer der Feind und wer der wahre Freund des Volkes ist“.

        Dies gilt jedoch auch für das Regime. Die Facebook Seite Mussavis war/ist ein gutes Beispiel dafür. Das Regime hat sozusagen den Staat vor „Kafirs“ gesäubert, da es durch diese öffentliche Seite wusste wer gegen sie war. Diese Dreckskerle sind religiös, aber nicht dumm. Sie haben von der Revolution 1979 gelernt und wissen wie sie mit der Menge umgehen müssen. Unser Volk sollte sich einfach nicht unterkriegen lassen. Sie werden auch dieses mal versuchen uns einzuschüchtern, aber eben wir sollten unser Ziel das Regime zu stürzen stehts vor Augen haben. Es wird zu Opfern kommen, das kann man nicht ausschließen. Ein Wirrwarr wie in 2009 bringt uns kein Resultat, sondern nur unzählige Opfer, die für nichts gekämpft haben. Deshalb sollten wir uns mobilisieren und klüger vorangehen, uns neue Mittel ausdenken. Wenn das geschieht, dann werden wir mit einer 100% Sicherheit unser Ziel erreichen, denn in der Überzahl sind wir ja sowieso 🙂

  3. Der Plan ist weise und zutiefst unterstützenswert. Eine hervorragende Arbeit des Sohnes des Schahs, hier im Westen so verschiedenartige Gruppen und Gruppierungen in dieser Sache auf einen Nenner, unter einen Mantel zu bringen. Das erfordert ein Höchstmaß an Mühe und verlangt insbesondere Herzblut für das gemeinsame intensive Anliegen. Das hier im Westen, wo die Lethargie und die Gleichgültigkeit gegenüber politischer Not und Verfolgung so umfassend groß ist, ein Werk solchen Ausmaßes zustande zu bringen nötigt jedem Respekt, ja größten Respekt ab!!!

    Auch der Ort ist symbolträchtig. Hat Khomeini leider Unterschlupf in Frankreich gefunden (ein schwerer Fehler, wie es auch heutige gravierende Fehler sind, Islamisten solcher Art hier in ganz Europa zu dulden. Der Westen lernt einfach nicht aus Fehlern), so ist es auch nach außen hin eine zeichenhafte Geste, diese Aktion eben auch in Frankreich geschehen zu lassen. Ein großes und kräftiges Zeichen von großer Bedeutung.

    Aber: Wie stark ist die Opposition im Iran selbst. Ist sie dort einig? Hat sie auf den Großteil der dort lebenden Bevölkerung Einfluss? Die Opposition und die Gründung dieses Iranischen Nationalrates geschieht im Ausland. Sind die Iraner im eigenen Land selbst über diese Gründung informiert? Wieviel Werbung hierfür darf gemacht werden? Die Mullahs werden jede Werbung durch ihren allseits präsenten Geheimdienst (so nehme ich an) im Keim ersticken. Das iranische Volk verarmt zunehmend und zusehens, je länger die Sanktionen von außen andauern. Das ist das beste Mittel und der beste Weg, die Widerstandskraft zu brechen. Wie das Regime mit Reformern umgeht, wurde im Artikel bestens beschrieben. Bei Sturz des Schahs damals waren die Menschen satt, aktiv und wollten den Umsturz (selbstverständlich auch fatalerweise das Ausland). Und: Sie hatten einen Schah, der eben nicht über Leichen ging, der die Armee eben nicht gegen das eigene Volk eingesetzt hat. Linke und die muslimisch geprägten Menschen bildeten gegen den Schah eine unheilvolle Einheit, die im Debakel der Etablierung der jetzigen Mullahregierung mit all ihren Schattenseiten seit 1979 leider noch immer nicht ihr Ende gefunden hat.

    Also wieviel Wunschvorstellung und wieviel realsitische Umsetzungsmöglichkeiten stecken in diesem Vorhaben?

    Glauben die Blogbetreiber, dass ein islamistisches Regime durch in der Mehrheit muslimisch-gläubige Menschen abgesetzt werden kann? Hier wird mit ungleich härteren Bandagen gekämpft. Dieses Regime schreckte und schreckt im Gegensatz zum Schah nicht vor intensiver Waffengewalt und Kerker verbunden mit Folter gegen das eigene Volk zurück. Die Justiz des Iran wird dem Regime gleichgeschaltet sein. Todesurteile und deren Vollstreckung sind nicht nur heute an der Tagesordnung, sondern werden exorbitant zunehmend jeden Widerstand demoralisieren. Und der Westen ist so unzuverlässig, so wankelmütig und für die Opposition kein verlässlicher Partner, wobei ich zugeben muss, dass das Vorhaben noch am Günstigsten ist, in die Wege geleitet zu werden in dieser Zeit, in der durch die meisten Länder die beschlossenen Sanktionen mittragen.

    Ein Gelingen dieses Vorhabens, welches Gott begleiten möge, hätte Vorbildcharakter für alle anderen Regime, die sich in dieser Zeit zu unselig etabliert haben: Tunesien, Ägypten, Irak, usw.

    Allein ich kann zurzeit diesen Optimismus noch nicht teilen. Aber eines ist sicher: Der erste Schritt, der dieses Ziel der Ablösung dieses Regimes im Auge hat, ist getan. Ein wichtiger Meilenstein. Ich hoffe hier an dieser Stelle selbstverständlich dass Allerbeste für dieses Ansinnen, aber das alles wird nicht ohne Blutvergießen ablaufen.

    • Werter Bazillus, Du wolltest wissen, wie weit die Opposition in Iran aktiv ist? Im Interview sagte Reza Pahlavi auch, dass viele der Oppositionsführer in Gefängnissen des Regimes sind und eigentlich wurde diese 16-Punkte Charta genau aus den Gefängnisse des Regimes verkündet und soweit ich weiß, wurde sie während fast zwei Jahren ca. 44 Mal umgeändert, damit es jedem verständlich ist und am Tag der Gründung habe ich auch alles live am PC erlebt, wie genau und pingelig über jedes Wort debattiert und dann die Vorschläge zur Auswahl und anschließend zu Wahl waren. Im Iran können keine Oppositionsorganisationen gebildet werden, daher musste man alles im Ausland gründen und man ist in Kontakt mit Iran. Das iranische Volk unterstützt den Nationalenrat und die erste Bestätigung ist, dass mehr als die Hälfte, die es geschafft haben die Charta zu unterschreiben, im Iran leben. Natürlich gab es am Tag der Wahlen, bei der fast 600 Personen gewählt wurden, um dann diesen Rat zu gründen, massive Hacker-Attacke von den Mullahs, damit die Menschen in Iran und Ausland nicht elektronisch wählen konnten. Das fand unter strenger Überwachung, denn die Wähler hatten sich mit ihren richtigen Namen registrieren lassen. Das Regime versucht auch mit Lobbyisten hier und durch das Infiltrieren alles zu sabotieren. Das Gute an diesem Rat ist, dass der Rat von Iranern für Iranern und ohne ein Cent finanzieller Unterstützung der westlichen Welt gegründet wurde! Denn wir haben schon gesehen, wie in einem besetzten Land wie der Irak einen Nationalrat für die Irakis gegründet wurde, nämlich durch die USA und ihre Alliierten! Jetzt schauen wir den syrischen Nationalrat!!! Die westliche Welt ist auch da skeptisch, weil dieser Rat zum größten Teil aus Islamisten, Salfisten und Muslimbrüder besteht und deswegen waren auch am Tag der Gründung des Iranischen Nationalrates einige der Vertreter der westlichen Welt da, um zu sehen, was da abläuft, und aus welchen Parteien und Gruppierungen der Rat besteht.

      Die Situation in Iran ist auch sehr schlechter geworden, obwohl Deutschland die meiste Weizen-Lieferung an Iran leistet, ist das Mehl knapp geworden und somit auch kostet Brot sehr viel mehr als vorher. Wenn Brot knapp wird, dann ist es höchster Alarm.

      Die Fehler, die die westliche Welt macht, wiederholt sie leider sehr oft! Damals war es mit Bin Laden! Hauptsache ein Gegner gegen die damaligen Sowjetunion und dann Khomeini gegen den Schah, der anfing zu sagen, sein Land würde nicht mehr bereit sein, das Erdöl zu verschenken und jetzt in Irak und Syrien und in Ägypten sehen wir auch, wie es ist, wenn man die säkularen Kräfte vom Anfang an nicht unterstützte, damit die Islamisten an die Macht kommen! Daher wollen wir Iraner für uns und durch uns selbst Entscheidungen treffen! Die nächsten Monaten werden zeigen, wie weit dieser Nationalrat von der westlichen Welt moralisch unterstützt wird! Und wenn die Wahlen am 14. Juni da sind, wird bestimmt der Iranische Nationalrat das iranische Volk auffordern zu Hause zu bleiben und nicht zur Wahl zu gehen. Dann werden wir auch sehen, wie bedeutend der Nationalrat für das Volk ist.

      Mit dem Blutvergießen ist auch eine Sache! Wenn das Volk zu Hause bleibt und nicht ohne einen Plan auf die Straße geht, dann wird es auch keine Blutvergießung geben. Es gibt sicherlich noch welche aus den Reihen der Revolutionswächtern und Basijis, die die Macht nicht einfach abgeben wollen und sich zu Wehr setzen. Aber, alles ist vom Volk abhängig.

      • Recht herzlichen Dank für die Aufklärung. Damit ist ist für mich viel verständlicher geworden, welch ein großer und bedeutender Akt diese Nationalratsgründung im Grunde ist sowie die von ihr beschlossene Charta.
        Dass die Formulierungen x-mal geändert wurden, ist ein gutes Zeichen. Sie ist keine Husch-Pfusch-Angelegenheit, sondern wohl durchdacht und speziell für das Volk des Iran abgestellt.

        Mir bleibt also nur noch bestes Gelingen für diese Opposition zu wünschen! Diese Oppostionspolitiker sind durch eigene Leiderfahrung gestählt und geprüft. Das ist ein immenser Vorteil. Die lähmende Halbherzigkeit ist damit von vonrherein ausgeschlossen!

        • Aber da habe ich dann doch noch eine Frage. Wenn 50 % bei der Wahl zuhause bleiben, die anderen 50 % sich an der Wahl beteiligen, sind doch wieder die Mullahs dran, oder hab ich da was falsch verstanden.

          Allerdings wäre damit der Beweis erbracht, welchen Einfluss der neu gegründete Nationalrat hat. Dann könnten weitere Schritte überlegt werden.

          Ich glaube aber auch, dass das Mullahregime massive Wahlfälschung betreiben wird, so wie die drauf sind.

          • Werter Bazillus, da das Regime es nun seit Jahren tut und Wahlfälschung betreibt und Millionen Stimmen vorzaubert, ist es nun egal ob 99% zur Wahl gehen oder nur 1%! Das Entscheidende dabei ist das Ergebnis, denn bei einer Beteiligung von 99% müssen sie dann sauber arbeiten und den richtigen Kandidaten mit mehr Stimmen bekannt geben, was natürlich unmöglich ist, und das Szenario von 2009 sich wiederholt, als die Wähler die Wahl zwischen schlimm und schlimmer hatten und dabei doch das Schlimme wählten und das Schlimmere herauskam, wobei die Wahlen noch am Gange waren. Wenn nur 1% zur Wahl geht oder sagen wir mal auch 20%, ist es wieder ein Problem, denn das Regime, um seinen Betrug zu legitimieren, braucht lange Schlangen an den Wahllokalen, um es der Welt zu zeigen, das Regime wäre legitim! Dafür wird das Regime die Staatsdiener, Beamten, Lehrer und diejenigen mobilisieren plus die Basijis, und sie zwingen, entweder wählen oder es gibt keine Löhne und Gehälter! Ein noch größeres Problem ist, dass im Moment die Wölfe innerhalb des Regimes dabei sind sich in der Öffentlichkeit zu zerfetzen und jeder meint, er habe dicke Akten über den anderen Gegner, die er irgendwann dem Volk zeigen werde, wer hier böse und Verbrecher ist! Es gibt noch keinen bestimmten Kandidaten, auf den das Regime bauen könnte! Daher ist es wichtig einfach zu Hause zu bleiben und nicht zu wählen und sich die spätere Ärger sparen und nicht umsonst auf die Straße zu gehen und schreien: „Wo bleibt meine Stimme, die ich abgegeben habe!“ Denn es gibt im Persischen ein Sprichwort, das besagt „âzmude râ âzmudan xatâst“, im übertragenen Sinne heißt es, das, was schon mal beim Probieren ein falsches Ergebnis zeigte, noch mal zu testen, ist es falsch wieder zu probieren, in der Hoffnung ein anderes Ergebnis zu bekommen.

  4. Lieben Dank für deine Mühe. Deine Arbeit ist sehr wertvoll, meine Liebe. Heute Abend finde ich endlich die Zeit, diesen Artikel in Ruhe zu lesen. Freue mich schon, ich habe bereits quergelesen. ❤

    • Bitte meine Blume, ich habe es gern getan, obwohl manchmal sind die persischen Texte Hammer schwer zu übersetzen und die Pointe muss dabei bleiben. Ich danke Dir auch, dass Du durch die Veröffentlichung mancher Artikel von uns auf die Seite INN dafür sorgst, dass eine größere Menge die Möglichkeit hat zu lesen. ❤

      • Danke Cosmopolit, dass Du uns auch liest. Wenn Du der Cosmopolit aus dem INN Froum bist, dann auch Willkommen hier. 😉

        In der Tat haben wir sehr viele ausgebildete Iraner, die ihre Heimat wieder aufbauen werden. Die Liebe zum Vaterland ist sehr groß.

      • Oh, danke, Cosmopolit! Wenn du wüsstest, wie selten wir ein „Danke“ hören. Freue mich sehr. Danke auch für deine wertvollen Beiträge im Forum!

  5. Ausgezeichnet. Ich hatte vor Monaten bereits geschrieben, dass eine nationale Einheit sehr wichtig ist und damit es gelingt ALLE Iraner daran teilnehmen sollen. Ich bin überaus glücklich, dass der Wunsch/Idee eines einfachen Bürgers bereits schon so schnell Einklang gefunden und realisiert worden ist. Es ist an der Zeit die iranische Nation zu befreien. Sobald Iran befreit ist werden wir Junge und ausgebildete Generation den Iran mit den Iranern im Iran gemeinsam aufbauen. Dobare misazamat Vatan.

  6. Liebe Freunde,
    ich wünsche zwar diesem Mann Alles Gute und daß er seine Ziele erreicht, aber ich habe da so meine Zweifel. Lediglich Zweifel, daß es klappen wird. Und ich stelle Ungereimtheiten fest.

    „Die Verantwortlichen in den USA und in der EU wollen, dass die Situation sich ändert.“
    2009 haben die Verantwortlichen in den USA und der EU zugeschaut, wie das Volk auf den Strassen Tehran zusammengeprügelt wurde. Danach wurden die Sanktionen einfach verstärkt. Wegen dem Nuklearprogramm, und nicht wegen Demokratiemangel.

    „Wir möchten, dass die freien und demokratischen Länder unsere Kampagne des zivilen Ungehorsams unterstützen.“
    Ich dachte, die Verantwortlichen tun das bereits?

    „Wenn ein Streik stattfindet, können wir uns vorstellen eine Deckungskasse für verlorene Löhne und Gehälter zu gründen.“
    Also er kann sich VORSTELLEN, daß ein Fonds (sicher notwendig!), einen zu gründe, mittenin der Streikphase? Und wer bezahlt das dann, nachdem er gegründet worden ist? Organisation war selten eine Stärke der Iraner, bei Allem Respekt, die reihenfolge müsste andersherum ausssehen..Natürlich könnte es sein, daß ich mich irre und alles auf die Goldwage lege, und im Grunde ist Alles längst vorbereitet. Aber ich habe meine Zweifel , und gerade aufgrund der Katastrophe von 1979 sollte man die Worte der Politiker genau analysieren, auch wenn R.P. einen gewissen Vorschuß-Sympathiebonus meinerseits hat.

    „Reza Pahlavi“
    Er läßt sich bewußt von allen Reza Pahlavi nennen, obwohl er Kronprinz ist. Das ist falsch, den die Monarchie ist das einzige, was den Iran symbolisch nach aussen repräsentiert. Und nicht ein „Bundepräsident“, aber auch hier mag ich mich irren.

    „Die Menschen [Iraner] begrüßen die Sanktionen, wenn sie wissen, dass diese Sanktionen mit der Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte gekoppelt sind. “
    Wie gesagt, der Westen hat sich nie um die Menschenrechte im Iran gekümmert, warum sollte er es jetzt tun? Selbst wenn etwas wahnsinnig Tolles wirtschaftliches für den Westen herausspringen würde und der Westen eigennützig handeln sollte: Was sollte dieser riesige Gewinn sein? Noch billigeres Öl als unter den Mullahs?

    „Und ein demokratischer Iran würde die Spannungen und Bedrohungen in der unmittelbaren Umgebung, wie in Syrien, beseitigen. “
    Sorry, aber ich glaube, daß RP (Kronprinz müssen wir ja nicht mehr sagen), die Geostrategie des Westens nicht verstanden hat oder nur so tut, um den Westen für sichzu gewinnen. In beiden Fällen eine falsche Strategie. Der Westen bringt überall ERWIESENERMASSEN ISlamisten an die Macht, lediglich in Pakistan werden Nationlaisten untertsützt, um das Land zu sprengen. Warum sollte der Westen dem Iran „Demokratie“ bringen wollen? Damit es uns besser geht? Damit die Menschen freier werden? Was wäre der Benefit für den Westen bei einem Regime Change???

    ICH glaube, daß der Westen an einer Modifikation der Isalmischen Republik interessiert ist, vielleicht wollen sie Khamenei und seine Leute loswerden/Schwächen, aber nicht den Rest der Clique? Selbst wenn der Westen den Islam loswerden wollte im Iran, die Kopftücher über Nacht verschwinden sollten, dann würden die Sepahi Leute und ein froßer Teil des Establishemnts bleiben, die Wirtschaft würde sich nicht ändern, und ich glaube auch nicht, daß die Sanktionen abgeschafft werden würden. Ich glaube auch nicht, daß selbst reza Pahlavi, wenn er plötzlich in Tehran stünde, lange dort stehen bleiben dürfte. er und seine Leute würden in den ersten Tagen bereits untergehen. Man würde ihn also nur benutzen. Aber er wäre NICHT die erste Option der MACHER.

    Dennoch, viel Glück.

    • Mein lieber Schamsi, danke für Dein Feedback. Ich lese die bittere Wahrheit in Deinem Kommentar und muss Dir bei einigen Punkten auch recht geben; dennoch bin ich der Meinung, dass es endlich mal Zeit ist mehr die positive Seite zu sehen. Nicht alle denken wie Du, Ardašir, Eran und meine Wenigkeit! So wie es aussieht, werden unseresgleichen in der Minderheit bleiben. Gestern habe ich auch Deinen Beitrag im Thread über Lizenzen gelesen und mir gefiel Deine Denkweise sehr. Aber zu der Person Reza Pahlavi muss ich sagen, dass er hier als der Sprecher der Organisation sprach und nicht als der Kronprinz! Viele von uns wollen in ihm den Retter wie sein Großvater und den Vater sehen, aber das geht nicht, denn er ist das Kind seiner Zeit, in der wir uns befinden. Vielleicht will er auch mehr machen und tun, aber die Zeiten sind vorbei, wo einer sich allein als Führer nennt und will alles in der Hand nehmen. Vielleicht will er nicht, dass man (wir Iraner und Anhänger) das in ihm sieht. Ich könnte nie im Leben die Brutalität meines Vaters bezüglich der Erziehung seiner Kinder anwenden, will ich auch nicht. Ich könnte nie die Stimme meines Kindes Zuhause ignorieren und nur das diktieren, was ich wollte, auch wenn ich nur das Gute meinem Kind wünsche! So ist es auch mit ihm. Dass wir Iraner ihm noch nicht den nötigen Respekt erweisen, und ihn einfach als Reza Pahlavi, ohne sein Titel „Kronprinz“ nennen, finde ich auch nicht in Ordnung, denn wir haben es noch nicht gelernt, dass sogar in Deutschland nach fast 90 Jahren Abschaffung der Monarchie immer noch die Nachkommen der Könige und Fürsten hier mit ihrem Titel genannt werden! Viele haben nicht die nötige Reife erreicht, um zu wissen, was eigentlich „liberal“ bedeutet, und dann im nächsten Atemzug sagen zu jemandem, der frei denkt und moderat ist und über die Werte der Freiheit spricht, er wäre ein liberaler Iraner!

      In und bei jedem Regime-Wechsel will die westliche Welt unsere Ressourcen haben! Zu Schahs Zeit hatte er Studenten nach Ausland geschickt, damit diese später das Knowhow nach Hause bringen und wir selbst das Erdöl weiter verarbeiten und verfeinern können, was der westlichen Welt nicht passte, weil sie sonst später gezwungen wäre mehr dafür zahlen! Und heute haben wir massenhaft Iraner, die Experten in vielen Bereichen des Wissens sind (Du selbst bist einer davon und auf Dich bin ich sehr stolz), und die westliche Welt würde lieber diese Experten für sich behalten, wehe der Tag kommt, und diese Genies und Experten nun das Land (Iran) aufbauen wollen und alle nach Iran gehen! Natürlich liebäugelt die westliche Welt immer noch mit Mullahs! Je mehr im Nahen Osten Unruhen gibt, werden mehr Waffen verkauft, und mehr Geld wieder zurück kommt, was man für das Erdöl bezahlt hat, denk an Deine Erklärung bei Lizenz 😉 Es geht der westliche Welt nur um die Atomenergie und sie schert sich einen Dreck um die Menschenrechte in Iran! Das ist auch das, was der Kronprinz Reza Pahlavi seit Jahren sagt! Er will, dass die rote Linie der westlichen Welt halt die Menschenrechtsfrage wird und nicht die Atomenergie!

      Weißt Du wann wir von einer westlichen Welt nach Deiner und meiner Vorstellung sprechen können, eine westliche Welt, die nicht ausbeuterisch reiche Länder an Erdöl und anderen Ressourcen schaut? Wenn es hier von Grund auf alle Werte des Liberalismus verschwindet und die Menschen anfangen anders zu denken und von ihrem hohen Ross runter zu kommen! Wenn hier alles demoliert und zerstört ist und die Menschen anfangen wieder ohne ihre iPod und all diese Shit-Technik ihr Gehirn zu benutzen! Du hast doch gesehen, was die Menschen hier für einen Aufstand gemacht hatten, als sie erfuhren, dass man ihnen Pferdefleisch zu Verzehr gegeben hat! Wobei es jeden Tag 16.000 Kinder an Hungersnot sterben!

      Ich will jedoch dieses Mal positiv bleiben, und wenn man schon mit Zweifel an einer Sache geht, dass „ich fange jetzt damit an, weiß aber, dass es scheitert!“ dann wird es eben der Fall sein! An das Finanzielle wird es bei diesem Nationalrat nicht fehlen, weil vor ein paar Monaten durch nur einen Aufruf nach ca. drei Tagen fast 3 Millionen Dollar zusammen kam! Also, es gibt genug reiche Iraner hier, die helfen wollen. Wenn wir jemandem zwar alles Gute wünschen, aber dann sofort sagen, dass wir an sein Glück und seinen Erfolg zweifeln, dann verbreiten wir uns selbst sehr viel Negatives in der Seele.

      Aber, ich verstehe vollkommen Deine Sicht!

      • Danke Liebe Fartab für die Darstellung deiner Sichtweise,
        ich möchte nicht die Träume der Iraner zerstören, wir sollten die Sache grundsätzlich unterstützen, aber dennoch immer nachfragen (aber eben wie Du sagst, nicht destruktiv, sondern konstruktiv). Sollten mehr Menschen so nachfragen, sind die Organisatoren gezwungen evt. Kurskorrekturen vorzunehmen, um die Sache sicherer zu machen. Egal wer was wann macht: immer Augen auf halten! Ich zähle dich übrigens absolut zu den Menschen, die ein riesiges Know How haben! Also, verfolgen wir die Sache aufmerksam weiter!

        • Das mit den Lizenzen schwebte mir schon eine ganze Weile im Kopf herum. Wenn ich bei der Bank einen Kredit für zum Beispiel eine Praxisgründung erhalte, dann darf ich es auch nur für die Praxis ausgeben und kann mir davon kein Privatflugzeug kaufen. Darauf achtet auch die Bank.

          • Danke Schamsi jân, vergiss nicht, dass Du und ich zu der „verbrannten Generation“ gehören, die nur darauf wartet das Land wieder aufzubauen! Wir werden bestimmt die Chance dazu bekommen. Aber wie Du schon geschrieben hast: Augen auf und alles kritisch sehen!

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