Holocaustverleugnung und die Präsidentschaftswahlen in Iran

Israel_Bild-AFPVon Menashe Amir – Radio Israel

Die Anmerkungen in [ ] sind von der Pârse & Pârse Redaktion

Sie haben 35 Jahre lang alles Iranische den Arabern und dem arabischen Glauben geopfert, und heute erheben sich die Salafisten in Ägypten und sagen, „ihr Schiiten seid keine Muslime.“

Sechs Millionen Männer, Frauen, Kinder, groß und klein wurden getötet, und Sie sagen, „es ist ein Mythos“!?

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Einige Äußerungen von manchen Hochrangigen des Regimes, am Vorabend der Präsidentschaftswahlen in Iran, zeigen, wie weit sie nur eine Handvoll von unerfahrenen, inkompetenten und abenteuerlichen Menschen sind, die das Staatsmanagement eines antiken Landes in der Hand haben, um es so ungeschickt und dumm in den Abgrund zu ziehen.

Der eine sagt: „Es war falsch von uns zu behaupten, dass der Holocaust ein Mythos ist.“ Der andere sagt: „Wir haben einen Fehler gemacht zu sagen, es hat keine Hitler-Verbrechen gegeben.“ Der dritte sagt: „Wir haben überhaupt keinen Streit mit Israel“ (auf einmal heißt es, Israel ist keine „Besatzungsmacht in Palästina“, wie das Regime ständig betonte, um die legitime Existenz Israels zu verneinen!). Der vierte sagt: „Der Islam muss iranisch werden“, und er gibt von sich die Parole: „Der Frühling wird endlich kommen“, und der fünfte verkündet: „Wer in Iran sagt, dass Bashar al-Assad die rote Linie des iranischen Regimes sei, der hat gelogen“, dann gibt er weiter den Rat: „Es ist genug sich ständig Feinde zu schaffen.“

Wir haben aber noch keine Äußerung bezüglich der Atomfrage des Regimes gehört. Gäbe es keine Repression und wenn die Zensur etwas gelockert werden würde, könnten wir ohne Zweifel aus dem Munde der Hochrangigen des Regimes hören, dass das Beharren auf die Fortsetzung des Atomprogramms ein Verlust für die iranische Nation und das Regime ist.

Aber wenigstens ein Präsidentschaftskandidat, Ali Akbar Velayati, der in der Vergangenheit als Außenminister tätig war und jetzt seit Jahren als Berater des Führers in den internationalen Beziehungen sein Geld verdient, sagte: „Wir hätten das Atomprogramm für friedliche Zwecke verwenden können, ohne deswegen sanktioniert zu werden.“

Auch wenn diese unkonventionelle Äußerung am Vorabend der Präsidentschaftswahlen gemacht wurde, bringt sie jedoch eine gewisse Wahrheit zutage, und sie, die Staats- und Regierungsmänner haben dort wo es um das Management der internationalen Beziehungen im Interesse der Menschen geht, und eine Handvoll törichte, weltfremde, inkompetente, unqualifizierte und unerfahrene Personen sind, die keine Realität zu dieser Welt und keine Ahnung davon haben, dadurch schwere Verluste der iranischen Nation zugefügt.

Mohammad Bagher Ghalibaf

Mohammad Bagher Ghalibaf

Können Sie [Leserschaft] sich erinnern, als Ahmadinedschad sagte: „Der Holocaust ist ein Mythos?“ Jetzt kommt Mohammad Bagher Ghalibaf und sagt: „Es war nicht in unserem Interesse mit einem solchem Thema anzufangen!“ Auch Gholam Ali Haddad-Adel sagt: „Die Holocaustverleugnung hatte keinen Nutzen fürs Regime.“ Und andere Kandidaten sagen entweder unmissverständlich oder halbherzig die gleichen Worte.

Aber diejenigen, die den Mut aufbrachten zu sagen, dass es falsch war den Holocaust zu leugnen, haben eigentlich die „Spitze des Staates“ [Khamenei] und nicht nur den „Chef der Regierung“ [Ahmadinedschad] herausgefordert. Denn es war Seyyed Ali Hosseini Khamenei, er war der erste, der in seinen Worten eindeutig den Holocaust in Frage stellte! Noch bevor er zum Führer ernannt wurde.

Gholam Ali Haddad-Adel

Gholam Ali Haddad-Adel

Ahmadinedschad hat bei seiner Holocaustverleugnung doch nicht das Elefantenhorn gebrochen [Er hat nichts Außergewöhnliches und Einmaliges getan], sondern er hat lediglich die Worte des Führers noch arroganter und dreister wiedergegeben. Auch Khomeini hatte wiederholt in seinen Worten den Holocaust geleugnet und ihn als „Mythos“ bezeichnet.

Jetzt kommt Herr Gholam Ali Haddad-Adel, der von der Präsidentschaft träumt, und sagt: „Der Führer hat falsch gehandelt!“ Oder Mohammad Bagher Ghalibaf, der sagt: „Wir haben den Fehler gemacht den Holocaust zu verleugnen!“ Sie [das Regime] haben sich durch die Verteidigung Hitlers und seiner Verbrechen die ewige Schande gesichert.

Glaubten sie, dass dieser Schandfleck jemals gelöscht wird?

Hatten sie das geringste Gefühl der Menschlichkeit, als sie sagten, „der Holocaust ist ein Mythos“?

Sechs Millionen Männer, Frauen, Kinder, groß und klein wurden getötet, und Sie sagen, „es ist ein Mythos“!?

Schämen Sie sich nicht? Sind Sie kein Mensch?

Würde jetzt durch die Äußerungen von Haddad-Adel und Ghalibaf der Fehler behoben werden?

Auch die Äußerung von Haschemi Rafsandschani, der sagte: „Wir haben überhaupt keinen Streit mit Israel“!?

„Israel“?

Haschemi Rafsandschani

Haschemi Rafsandschani

Haben Sie [Haschemi Rafsandschani] etwa vergessen, dass dieses Wort [Israel] während Ihrer acht jährigen Amtszeit der Präsidentschaft verboten war, und es gab aus der Sicht des islamischen Regimes in Iran kein Land namens „Israel“, sondern es wurde das „Zionistische Regime“ genannt!?

Haben Sie [Rafsandschani] etwa vergessen, dass jeden Freitag, vor allem in den Zeiten, als Sie der Imam beim Freitagsgebet waren, alle durch ein Wort von Ihnen schrien, „Tod für Israel“ und die blau-weiße Fahne [Israels Fahne] mit Füßen getreten wurde!?

Jetzt sagen Sie [Rafsandschani]: „Wir wollen keinen Krieg mit Israel“!?

So einfach ist das!?

Dann wozu die Atombombe!?

Dann was ist der Zweck von so vielen Raketen, die Sie angehäuft haben!?

Waren Sie [Rafsandschani] etwa nicht insofern derjenige, der am Freitaggebet sagte: „Eine einzige islamische Atombombe reicht, um das Zionistische Regime zu vernichten“!?

Jetzt durch den Traum der Präsidentschaftswahl, durch Gaukelei und das Gesicht eines moderaten Politikers, erinnern Sie sich, dass „Iran keinen Konflikt mit Israel sucht“!?

Ja, das „iranische Volk“ hatte nie einen Konflikt mit Israel; niemals war das so!

Sie [das Regime] sind derjenige, der die Parole „Tod für Israel“ ausspricht.

Herr Rafsandschani, es war in Ihrer Zeit als Präsident, in der Sie dazu beigetragen und geholfen haben, dass die regionalen und globalen arabischen und islamistischen Terrororganisationen sich multiplizieren können.

Während Ihrer Amtszeit wurde das Atomprogramm des Regimes ins Leben gerufen!

Jetzt wollen Sie uns erzählen, dass Sie [das Regime] keinen Konflikt mit Israel suchen!?

Was würden Sie nach den Präsidentschaftswahlen erzählen!?

Ali Akbar Velayati

Ali Akbar Velayati

Jetzt befassen wir uns mit Ali Akbar Velayatis Äußerung, der sagte: „Das friedliche Atomprogramm hätte ohne Sanktionen weiter geführt werden können.“ Er hat raffiniert und indirekt gesagt: „Warum sollten wir keine Atombombe bauen?“ Er hat indirekt gesagt: „Hätten wir die Kernenergie gewollt, hätte die Welt uns nicht sanktioniert.“ Ja, er sagt die Wahrheit: Die Welt hat keine Einwände gegen eine friedliche Nutzung der Atomtechnologie durch das iranische Regime.

Der Ärger beginnt in dem Moment, indem das Regime unter dem Deckmantel der „friedlichen Nutzung“ eine Bombe baut und keine vertrauensbildenden Maßnahmen unternimmt.

Soll die Welt glauben, das Regime sitzt zwar krumm, spricht aber gerade?

Die Mullahs haben bereits immer gesagt: „Der Iran und alles Iranische muss dem Islam geopfert werden“. Um Gottes Willen!!

Jetzt kommt Esfandiar Rahim Maschaie [Er ist der Schwiegervater des Sohnes von Ahmadinedschad] und erzählt: „Islam und Iran können zusammen kombiniert werden“!!

Wie könnte ein Iran mit seiner Ahurâ Mazdâ Kultur mit der arabischen Kultur kombiniert werden!!?

In einem Regime, dessen Staatsmänner sich arabischer als Araber fühlen, und doch die Araber sie als „Ajam“ [ein herablassendes Schimpfwort von Arabern bezüglich der Iraner] nennen, und für sie [Araber] sind die Mullahs nicht einmal mit von der Partie, glaubt man etwa an die Scheinheiligkeit Rahim Maschaies??

Ist es nicht eine List?

Will er nicht etwa mit diesen Worten, am Vorabend der Präsidentschaftswahlen, die Herzen der Menschen für sich gewinnen?

Esfandiar Rahim Maschaie und Ahmadinedschad

Esfandiar Rahim Maschaie und Ahmadinedschad

War das nicht etwa in der ersten Amtszeit von Ahmadinedschad, als die Statue von Ferdowsi gestohlen wurde, damit es keine Spur mehr von der iranischen Kultur gibt? [Zu der Zeit war Rahim Maschaie der Chef der Organisation für Kulturerbe, Handwerk und Tourismus]

Warum schwieg Rahim Maschaie darüber? Warum unternahm er nichts, um die Statue von Ferdowsi wiederherzustellen?

Sie sind im Geiste arabischer als Araber selbst geworden! Sie sind päpstlicher als der Papst geworden!

Aber die Araber lassen sie [die Mullahs] an nichts teilhaben.

Aus der Sicht der Araber sind und bleiben wir Iraner „Ajam“, und dieses Wort ist eine Beleidigung der Iranischen Hochkultur, aus dem Munde barfüßiger Nomaden! [Die Araber vor und nach dem Islam verwendeten den herablassenden Begriff „Al-Ajam“ (Iraner, die Anhänger des zoroastrischen Glaubens) und sie schöpften später neue Schimpfwörter daraus, wie „A’jam“ (stumm) und „A’jami“ (Fremder)]

Sie haben 35 Jahre lang alles Iranische den Arabern und dem arabischen Glauben geopfert, und heute erheben sich die Salafisten in Ägypten und sagen, „ihr Schiiten seid keine Muslime.“

Wahhabiten nennen die Schiiten Kafir [Ungläubige] und Mortad [Abtrünnige; Apostaten], die sich vom Islam abgelöst haben; sehen Sie [Leserschaft] sich das an, wie damit in der gesamten arabischen Welt die Schia Anhänger zum Tode verurteilt werden!?

Mostafa Pour-Mohammadi

Mostafa Pour-Mohammadi

Jetzt kommt Mostafa Pour-Mohammadi, ein anderer Präsidentschaftskandidat und erzählt: „Ich bitte um Entschuldigung, Syrien ist nicht die rote Linie des Regimes, wir haben keine Absicht uns Feinde zu machen.“ Und diese Worte wurden dann gesagt, nachdem einige der Führer des Mullah-Regimes gedroht hatten: „Wenn das Regime von Bashar al-Assad stürzt, werden sie [die Mullahs] den Nahen Osten und die ganze Welt in Brand stecken.“ [Pour-Mohammadi hat vor kurzem gesagt, dass Syrien die rote Linie des Regimes ist, aber änderte später seine Meinung wegen der bevorstehenden Wahlen!]

Was steckt hinter all dem Gelärme und Gebrause?

Die Präsidentschaftswahl rückt näher. Aber solche Äußerungen dieser Präsidentschaftskandidaten haben keinen Wert, um Stimmen zu gewinnen, sondern es ist eine Gelegenheit, um ihr Herz auszuschütten, um nicht direkt zu sagen: „Das Regime ist auf dem Holzweg.“

Haben Sie [das Regime] etwa 8 Jahre Krieg gegen den Irak vergessen? Nehmen Sie sich ein Beispiel davon und lernen Sie aus Ihren Fehlern!

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5 Gedanken zu „Holocaustverleugnung und die Präsidentschaftswahlen in Iran

  1. Ich bin gespannt, wie sich die politische Situation im Iran weiterentwickelt, in den kommenden Wochen und Monaten. Ich glaube an das iranische Volk und daran, dass viele kritische und weltoffene Stimmen unter ihnen sind. Die Iraner haben besseres verdient als die Unterdrückung und Diktatur, in der sie momentan leben. Hoffentlich wird das Land wieder demokratisch.

  2. Pingback: Holocaustverleugnung und die Präsidentschaftswahlen in Iran | kopten ohne grenzen

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