Gedicht von Omar Khayyâm

Omar_Khayyam

ای بس که نباشیم و جهان خواهد بود

نی نام ز ما و نی نشان خواهد بود

ز این پیش نبودیم و همان بود که بود

ز آن پس چو نباشیم، همان خواهد بود

عمر خیام‎

***

Ey bas ke nabâšimo jahân xâhad bud

Ney nâm ze mâvo ney nešân xâhad bud

Zin piš nabudimo hamân bud ke bud

Zân pas co nabâšim, hamân xâhad bud

(Omar Xayyâm)

***

Ausgelöscht wird sein, unsere Namen unsere Spur,

nichts hat gefehlt bevor wir ins Leben kamen

und so wird es sein wenn wir gegangen sind

(Omar Khayyam)

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16 Gedanken zu „Gedicht von Omar Khayyâm

  1. Ich kannte diesen Herrn nicht. Bei Wiki las ich, dass er eine bedeutende iranische Persönlichkeit war und offensichtlich noch immer ist. Somit hat er hier ein Gedicht kreiert, dessen Inhalt dem widerspricht, was gerade er geleistet hat. Er ist offensichtlich im Iran in aller Munde. Genau er war ein Mensch, der tiefe Spuren hinterlassen hat. Das Gedicht trifft möglicherweise bei einem Nobody zu. Aber bei Künstlern, Wissenschaftlern, Kulturschaffenden und anderen bedeutenden Persönlichkeiten eben nicht. Denn sie hinterließen eine Welt, die sie mit Bedeutendem – egal in welcher Wissens- und Könnensart – bereichert haben.

    Dieses Gedicht spricht jedoch wohl die Bescheidenheit eines großen Geistes an, der er offensichtlich war.

    • Werter Bazillus, um es einfach zu sagen, war Xayyâm eher ein Ketzer und ein raffinierter und sehr gekonnter Wissenschaftler und Mathematiker, der es schon zu seiner Zeit sehr gut verstanden hatte, wie er mit seinen Gedichten (raffinierten Zunge) die ganze Religion Islam in Frage zu stellen, ohne jemanden dabei zu beleidigen oder seinen Kopf zu riskieren! Bis heute ist es umstritten, ob er nun ein Muslim war oder nicht!! Er hat Gedichte, die sich auf JETZT und NU beziehen und was in der Vergangenheit war, heißt für ihn vergänglich und sterblich und vorbei und was in der Zukunft passiert, weiß doch keiner und es ist besser, im Nu und Jetzt zu leben, als ich das Paradies versprochen zu lassen, und dann im Namen des Gottes und der Religion jegliche Tyrannei zu erdulden. In der Zukunft werden wir seine Person genauer zu forschen und ein paar von seinen sehr wertvollen Gedichten übersetzen, damit Du den Unterschied kennst, zwischen Galilei und Xayyâm! Xayyâm lebte in einer fürchterlichen Zeit der Dogma und schaffte es jedoch alt zu werden und seine ketzerische Gedanken für uns als Kommenden (in seinen Gedichten sehr oft genannt) zu hinterlassen! Er war ein Genie, ein Meister der Rhetorik, wenn er mit den dogmatischen Mullahs seiner Zeit Diskussionen führte!

  2. Bei mir zu Hause liegt ein Buch, der die auf deutsch übersetzten Vierzeiler von Chayyam enthält. Trotz ihrer Kürze enthalten sie viel Weisheit und inspirieren jeden Menschen dazu, das Diesseitige im Hier und jetzt zu genießen, denn das Leben ist allzu schnell vorbei und was nach dem Tod auf uns wartet werden wir nicht in Erfahrung bringen.

    • Hallo Jockel,
      ich verstehe diesen Vierzeiler so, dass es besser ist, Nihilist zu sein, als einem Gott wie dem Gott des islam anzuhängen, dass es also besser ist, das große Nichts als Gott anzubeten oder in sein Herz einzulassen, als einen Gott, der sich Menschen wie Sklaven hält, die, nur um ihm schmeicheln und verehren zu können oder müssen, ihnen als einzige Garantie den islamischen Himmel erleben zu können gibt, dieses Ziel zu erreichen, wenn Sie anderen Menschen, die anders denken, Unfrieden, Diskriminierung, Hass, Rache und Tod bringen sollen.

      In diesem Licht gesehen, haben diese 4 Zeilen ihr Gutes. Also bitte nicht empören. Wie die werte Fartab Parse geschrieben hat, er hat mit den Mullahs seiner Zeit diskutiert und ihnen vielleilcht genau dieses sagen wollen. Er konnte wohl aus Selbsterhaltungsgründen nicht so deutlich werden wie wir hier im Forum. Nun wird es andere zukunftsfrohere Gedichte geben, die er zu Papyrus gebracht hat. Wir sollten seine Geisteshaltung jetzt nicht auf 4 Zeilen reduzieren. Auch Jesus hat am Kreuz das Verlassensein von Gott auf eindrucksvolle Weise bezeugt. Diese Situationen gehören zum Leben eines jeden Menschen dazu. Es gilt, diese Verlassenheit, die wir als großes Nichts und überdies sogar als größe Enttäuschung empfinden, zu überwinden, was Jesus ja auch so vorbildlich getan hat. Es ist vollbracht. Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist, die völlige Verschmelzung mit dem Vater. Ein besseres Schlusswort hätte Jesus auf Erden und dann in einer solchen Siutation nicht finden können. Einfach, genial, göttlich, übermenschlich in einer solchen Situation. Aber nichtsdestotrotz: Einen Moment lang hat Jesus eben auch dieses große Nichts der Verlassenheit gespürt.

      Wenn Herr Khayyam diesen Vierzeiler in diesem Sinne geschrieben haben sollte, hätte er kein vernichtenderes Urteil über diesen Gott des Islam sprechen können. Sieh das einfach mal aus dieser Perspektive. Dann ergibt dieses Gedicht einen überdimensionalen Sinn.

      Fazit: Das große Nichts ist besser als die Ausgrenzungsverse (also ein Großteil des Koran) des Islam. Also treffender, aber auch vernichtender, hätte sein Urteil kaum ausfallen können. Aber wir haben Jesus und viele andere Vorbilder, Ardasir und Fartab Parse haben zusätzlich Zarathustra, all dies erheblich besser als Nichts und noch viel besser, weil wahrlich göttlich besser, als der Gott des Islam und seine abgrundtief miese Ausgrenzungslehre, die einfach nur jedem gesunden Menschenverstand widerspricht und sogar noch abgrundtief schlechter ist, als das Leben eines Steins, denn selbst dieser hat noch Sinn im Leben, weil er anderen Lebewesen dienen kann, die unter ihm Schutz finden. Aber selbst diese Steine werden im Islam während der Apokaypse sogar noch missbraucht, dass sie den Muslimen anzeigen, dass sich hinter ihnen ein Jude versteckt, den es gilt, umzubringen. Was für eine Widerlichkeit. Ich würde mich schämen, einer solchen Religion des Zwangs, der Legitimation von Hass und Rache angehören zu wollen.

      • Werter Bazillus!

        Ich will hier ja nicht behaupten, dass der Menschheit Persönlichkeiten, wie Alexander der Große, Mohammed, Hitler, Stalin, … gerade noch gefehlt hätten.
        Doch durch ihre Leistungen sind ihre Namen der Menschheit bis jetzt länger im Gedächtnis geblieben, wie z. B. der des barmherzigen Samariters, dessen Namen Jesus uns nicht einmal nannte.

        Omar Khayyâm erzählt in diesen vier Zeilen von einem guten (?, zumindest mangelfreien) Anfang und einem guten Ende.
        Darin ist er in Übereinstimmung mit der biblischen Lehre.

        Innerhalb der Christenheit ist das ‚Leistungsprinzip‘ hoch umstritten. Können wir uns die Seligkeit verdienen?
        Luther fand zu seiner eigenen Überaschung die Gnade in der Schrift.

        Aber die Schrift sagt auch noch etwas mehr:
        Sie sagt von ‚den Gerechten‘ (den Toten, die in dem Herrn sterben), dass ihnen ihre Werke nachfolgen (Offb. 14, 13).
        Sie sagt, dass am Ende KEIN Andenken mehr an Wirren und Schmerz unserer Zeit sein wird.

        Z. B. Jes. 14, 20:
        „Man wird des Geschlechtes der Bösen nicht mehr gedenken“.

        Oder Jes. 65, 17:
        „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.“

        Und sie sagt, dass der Herr die Namen der Gerechten schon vom Anfang der Welt an im Buch des Lebens festgehalten hat (Offb. 17, 8).

        Deine und meine Namen waren also ganz konkret bekannt und genau diese Lebensgeschichten standen noch aus, (haben der Weltgeschichte gefehlt), bis der Herr uns ins Dasein rief!
        Und so schwer es auch zu verstehen ist, – auch die uns jetzt fatal erscheinenden Biographien ließ sich der Schicksalsgeber gefallen.

        Aber wenn unsere Weltgeschichte einmal vollständig durchgestanden ist, werden die einen in Vollkommenheit leben und die anderen abgehakt (vergessen worden) sein.

        Dann wird Freude viel mehr sein, als die Abwesenheit von Trauer.
        Frieden wird sein und viel mehr, als die Abwesenheit von Krieg.
        Erfüllung wird mehr sein als das Fehlen von Widersprüchen in einem Nichts.
        Alle widersprüchlichen Lehren werden so vollständig durchschaut sein, dass sie so langweilig sind wie die Behauptung 1=0.
        Kein Lügengenerator und kein Teufel wird mehr Interesse erregen können.
        Sogar Computer werden den Herrn loben und Steine werden schreien.

        Der Stifter von Leben und Lebens-Sinn wird uns an einen reich gedeckten Tisch rufen.
        Da wird für Unsinn kein Platz sein, auch kein leerer.
        (Das Fehlen der Sinnlosigkeit wäre ja selbst wieder sinnlos).

        Aber Gott läßt sich nicht durch witzige Wortakrobatik beweisen. Er läßt sich erfahren, und zwar persönlich und konkret!

        Ich finde: Das Nichts kann nicht die Antwort auf den Islam sein (vgl. Lk. 11, 24-26!).
        Wir Menschen können kaum wahrnehmen, wie wichtig kommende Generationen sind
        (übrigens verhalten wir uns auch oft dementsprechend verantwortungslos).
        Aber Gott ist größer und hat sie auf dem Plan.

        Dass man im Dialog mit den Islamgelehrten nicht unbedingt auf Gottes Größe kommt, – na ja, überleben ist auch wichtig.
        Er hat wohl viele zum Nachdenken provoziert.
        Ich will ihn nicht verurteilen und mich nicht empören.
        Aber ich darf dem Nichts doch das Gute entgegensetzen.
        Dank dafür.

        • Werter Jockel,
          danke für Deine Einschätzung. Aber ich meinte, dass von – 1 über 0 bis +1, die 0 als Nullwert noch moralisch werthaltiger ist als die -1. Mehr wollte ich damit im Grunde nicht sagen. Ich glaube, dass wir dieses Gedicht nicht unbedingt im religiösen Kontext sehen müssen. Der Mann hat auf möglicherweise auf religiöse Mullahs mit dem „Nichts“ reagiert. Selbstverständlich wäre es besser gewesen, er hätte Zarathustra oder Jesus zitiert. Aber wir wissen ja nicht, in welchem Kontext er dieses Gedicht geschrieben hat. Ähnliches steht ja auch in der Bibel Kohelet 1 ff. (Windhauch, alles ist Windhauch) ist ja nun auch nicht gerade eine ermutigende Sache, wenn sich der Leser die weiteren Kapitel schenkt.
          Das Nichts ist auch nicht meine Antwort auf den Islam. Aber wenn jemand das Nichts gegen den Gott des Islam entgegenhält, hat er den besseren Teil erwählt, allein schon deshalb, weil aus dem Nichts Gedanken und Werke des Fruchtbaren und Positiven erwachsen kann.
          Danke für die Aufmerksamkeit.

          • Hallo Bazillus,
            „weil aus dem Nichts Gedanken und Werke des Fruchtbaren und Positiven erwachsen können.“
            Das ist jetzt aber eine ganz schöne Ladung Evolutionsglauben.

            Der Ausdruck: ‚von nichts kommt nichts.‘ wäre mir hier zwar zu platt, denn ich denke, es gibt durchaus Zufälle.

            Der Zufall kann etwas schaffen.
            Zufällig kann der Wind es schaffen, dass drei oder vier Sandkrümel übereinander getürmt stehen.
            Aber ein Sinn machendes Konstrukt, eine richtige Kreation geht Millionen mal eher zufällig kaputt, als dass sie entsteht.
            Zufällig konnte eine Concorde ein auf der Rollbahn liegendes Blechstück erwischen und dadurch explodieren.
            Aber entstand schon mal auf irgendeinem Schrottplatz zufällig auch nur ein funktionierender Rollator?

            Der Zufall ist destruktiv!

            Ich finde es die größte Blasphemie aller Zeiten, dass alles Gute, dass Gott geschaffen hat, nun als ‚Zufallsprodukt der Evolution‘ diffamiert wird!
            Alles, was man sehen und erfahren kann, ist – im Grunde genommen – kaum etwas wert, weil zufällig entstanden.
            Daher rühren die Respektlosigkeit und der Werteverfall, den ja auch du beklagst.
            Die Frage nach dem Schöpfergott wird vermutlich noch zu einer der größten geistlichen Schlüsselfragen der letzten Zeit werden.

            Über allem, was ewige Bedeutung hat, hat Gott schon lange zuende gebrütet.
            Und Menschen sollen diese bekommen, indem sie sich von Gott retten lassen.

            Zufällig hatte der Teufel, der ja selbst ursprünglich ein gutes Geschöpf Gottes war, die destruktive Idee, dem Allerhöchsten gleich sein zu wollen. Und nachdem er im Himmel nicht Gott gleich werden konnte, versucht er nun auf der Erde, Gott ihm gleich zu machen: Gott, der Schöpfer allen Lebens, soll nicht mehr bedeuten als ein Evolution genanntes ‚Zufallsprinzip‘. Also nicht mehr Bedeutung haben, als er selbst, der er die Personifizierung der ersten zufällig entstandenen bösen Idee darstellt.

            Diese dumme Idee, Gott gleich sein zu wollen, war für das Universum der GAU:
            Das fatale daran: Er konnte nicht makellos sein. Er musste sein eigenes Geschaffensein verleugnen und Gott die ihm gebührende Ehrerbietung verweigern. Dann wollte er ihm wenigstens dem Anschein nach gleichwertig sein und bezichtigte Gott der Lüge. Damit war der Teufelskreis geschaffen: Eine Sünde zieht gerne die nächste nach.

            Domino-Effekte, Flächenbrände, innere Logik von Schadensmaschinerie, Overkill!
            Der natürliche Endpunkt der zufällig entstandenen destruktiven Idee ist das Aus, die Null, das Nichts.
            Und deshalb hat das Böse auch keine ewige Bedeutung.
            Die Frage dabei ist, wie viel Gutes dabei der Zerstörung anheim fällt.

            Böses Denken, fatale Religionen und verhängnisvolle Gewohnheiten haben durchaus Schadenspotetial.
            Und das ist es wohl, was du symbolisch mit ‚-1‘ bezifferst.

            Aber Gott ist viel mehr, als eine ‚+1‘, die hinzugegeben werden könnte, um die ‚-1‘ auf Null zu bringen.
            Gottes Seite überdauert den Kampf.
            Gott weiß die richtigen Antworten auf die bösen Herausforderungen.
            Antworten, die selbst NICHT böse sind.
            Er beantwortet nicht Terror mit Terror oder Lüge mit Lüge.
            Er opfert auch nicht Gutes der ewigen Zerstörung, sondern bleibt Herr der Lage und wird jeden seiner Knechte, – auch die Leid geprüften – im Übermaß belohnen und beschenken.
            Ewiger Zerstörung können die Menschen nur sich selbst zuführen, indem sie sich isgesammt gegen das Gute entscheiden. ‚Geopfert‘ hat er sich selbst.
            Sogar, wenn Gott von seinen Getreuen verraten wird, bleibt seine Güte unverändert.
            2. Tim. 2,13: „sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
            Bemerkenswert, dass der allmächtige Gott auch eine Unfähigkeit aufweist.
            Der natürliche Standpunkt Gottes ist und bleibt er selbst (Ich bin, der ich bin).
            Von einem Endpunkt kann man da nicht reden.

            Bald wird auch die letzte verlockende zufällig entstandene böse Idee durchgespielt sein.
            Das Universum wird sich satt gesehen haben, und wissen, dass einer auf alles die Antwort hat.
            Niemand wird solchen Funken mehr Nahrung geben, ketzerische Fragen werden nicht verboten sein, sondern sie werden als gut beantwortet altbekannt sein – und bestenfalls langweilen.

            Wo gedeiht Gutes?

            In der Pflanzenwelt:
            Auf fruchtbaren, Nährstoffreichen, unvergifteten Boden, wenn ‚zufällig‘ auch noch Regentropfen in die Nähe der Samen fallen, wenn Licht und Temperatur stimmen, und auch die Luft noch Kohlendioxid enthält.

            Den unvergifteten Boden kann ich vielleicht noch mit Null assoziieren, und die exakten Geographischen Landekoordinaten der Regentropfen als bedeutungsarm einordnen (den Restweg muss eben das Erdreich saugen).
            Aber insgesamt braucht man schon etwas mehr, als Nichts.

            Gedanken und Werke?
            Ohne Sprache, Kontext und Umgebung – unmöglich.
            Wenn ein kleines Kind die Idee bekommen soll, seiner Mutter eine Blume zu schenken, dann braucht es doch…
            Das Kind, die Mutter, das Wissen, dass sich Mama freuen wird, die Blume, …

            Omar Khayyâm wollte vielleicht das übertriebene Sendungsbewusstsein der religiösen Elite relativieren.
            Seine Spur ist aber offenbar noch nicht ausgelöscht.
            Man könnte jetzt darauf wetten, dass sich seine Prophezeihungen auch nicht erfüllen werden. -)

            • Hallo Jockel,
              alles, was Du schreibst, ist ja im Großen und Ganzen richtig im religiösen Kontext gesehen und ich könnte dies unterschreiben. Bring das Gedicht doch einfach (ohne religiöse Sichtweise) auf die Formel Böses – Indifferentes – Gutes. Dann hast Du den Sinn meiner persönlichen Einschätzung des Gedichtes. Gottesbild des Islam = Negativ, Nichts = Indifferent, Gutes = Positiv. Nur den Zufall siehst Du, so meine ich etwas zu einseitig.

              Da hast Du jetzt wirklich zuviel reininterpretiert, zumal Du alles im relgiiösen Kontext begriffen hast, den ich im Grunde hier eher marginal meinte bei meinem Zahlenspielchen. Denn wir wissen ja nicht, in welchem Kontext dieses Gedicht dieser große Geist aus Iran gedichtet hat. Ist letztlich ja alles nur Spekulation.

              Den Zufall wertest Du aber jetzt wirklich zu sehr ab. Der Zufall spielt in der Natur eine sehr große Rolle, zwar nicht im Schöpfungsakt selbst, da der Wille Gottes über allem steht, aber innerhalb der Schöpfung ist er schon der Reproduktionsmotor. Welche Samenzelle befruchtet die Eizelle. Ein äußerst zufälliger Akt. Der Same einer Pflanze, die der Wind verbreitet, ist somit ein Zufallsprodukt, nicht die Art als solche, sondern der Zufall, der den Samen auf fruchtbaren oder unfruchtbaren Boden fallen lässt. Der Zufall der richtigen Mischung zwischen Regen, Wind und Sonne hat auf die Schöpfung sprich Ernte, einen riesigen Einfluss. Hungersnöte sprechen Legion. Der Zufall in sich bestimmt, je nach Wetter, ob viele Insekten Blüten befruchten oder nicht.

              Auch dem Zufall ist es vielfach zu verdanken, dass Menschen sich sympathisch-liebend treffen, die dann eine sinnvolle Ehe aufbauen können. Der Zufall kann selbstverständlich auch destruktiv sein. Er kann Menschen töten durch Verkehrsunfall oder kann Lebewesen der sichtbaren Art durch Tsunami oder Erdbeben zerstören.

              Diese Zufälle des Erlebenmüssens dieser Katastrophen (weil der Mensch damals nicht die physikalischen Wetter und Erdverhältnisse noch nicht kannte, wurden noch im AT immer dem rachsüchtigen und strafenden Gott in den Mund gelegt, weil die Menschen keine andere Erklärung parat hatten), trugen dazu bei, dass die Menschen ein Gottesbild schufen, welches verbogen, welches zum Teil destruktiv und willkürlich war. Dies hat der Islam übernommen.

              Ich glaube doch auch an die Schöpfung Gottes, ohne Zweifel. Gott ist der Ideengeber und der Schöpfer, der Künstler des Universums. Aber der Zufall spielt in der Natur eben eine immer große Rolle, so auch im Universum. Nahrung wird in der Natur durchaus öfter nur durch Zufall entdeckt. Ich glaube, dass der Zufall eine größere Rolle spielt als wir wahrhaben wollen.
              Und Gott hat ja auf der Erde, dem großen Nichts, seine Schöpferkraft entwickelt. Er hat die Erde für uns ausgesucht, denn sie war wüst und leer oder je nach Übersetzung wirr. Also hat der Wille Gottes durch seinen Geist (schwebte über den Wassern, schon die Autoren des Schöfpungsberichts haben erkannt, dass Wasser der Schlüssel zum Leben war!) diese Erde durch seinen Schöpfungsakt geformt und sie dem Zufall entrissen. Glaubst Du wirklich, dass Gott jedem Gesteinsbrocken im Universum seine Bahn bestimmt hat? Ich glaube, dass im Universum Schöpfungskraft, aber auch Zufall eine gewichtige Rolle spielt und wirkt. Beides hat seinen Platz wie im menschlichen Leben auch.

              Die Evolutionstheorie Darwins halte ich noch nicht für endgültig bewiesen. Evolution gibt es eindeutig in der Breite innerhalb der Art, aber für mich noch nicht in der Folge von Art zu Art. ich denke, dass die Frage noch nicht beantwortet ist, wie sich aus dem Pantoffeltierchen, welches ja noch heute unverändert exististert, sich einige haben in ein Reptil bis hin zum Menschen entwickeln können. Warum gibt es denn dann das Pantoffeltierchen in seiner ursprünglichen Form noch heute? Die Verbindungsgliederfunde zwischen den Arten sind auf Erden Mangelware. Funde der eindeutigen einer Art zugehörigen Art sind Legion, nicht aber die Zwischengliedfunde, von denen es ja im Grunde noch mehr geben müsste als von der endgültig entwickelten Art, da die Natur dann doch sowas von experimentiert haben müsste. Denn die Evolutionwissenschaftler glauben ja wohl selbst nicht daran, dass ein Zufall so groß sein könnte, dass sich aus einem Fisch in der nächsten Generation ein Braunbär enwickelt hat. Also ich glaube, dass Gott jede Art für sich geschaffen hat, erlaube aber jeder Art eine Evolution in der Breite durchlaufen zu haben, weil eben Umwelteinflüsse eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen und dies sinnvoll ist und dem Schöpfungsglauben in keiner Weise widerspricht. Auch Menschen haben sich entwickelt z. B. in der Größe.

              Die Freiheit Gottes, die er dem Menschen gewährt hat, lässt den Menschen denken, auch gegen Gott zu denken. Liebe gibt es nicht ohne Freiheit, ansonsten wäre Zwangsglaube die Folge. Aber das Geschenk der Freiheit des Erkennens und des Glaubens kann der Mensch aber auch nicht nur aus den Genen, sondern auch nur in seinem Umfeld gedeihen lassen, in dem er aufwächst, zumindest kann er ihn massiv beeinflussen. Und da spielt dann auch der Zufall eine große Rolle. In welche Familie werde ich hineingeboren, in eine, die mir den Glauben vorlebt oder in eine, in der der Glaube keine Rolle spielt oder eben in eine atheistisch geprägte Familie, in eine Familie, die aus Armutsgründen keinen Zugang zu den Medien hat oder in eine Familie, die reich und materiell ungebunden ist. Welche Menschen treffe ich im Laufe meines Lebens an? Menschen, die mich missbrauchen für irgendwelche Zwecke oder Menschen, die es gut mit mir meinen oder Menschen, die mich abtreiben und mich erst garnicht leben lassen oder Menschen, die mich als Findelkind elternlos zurücklassen oder eben Menschen, die mich wegen meines Glaubens, meiner ideologie verfolgen oder Menschen, die sich völlig ohne Schuld im KZ wiederfinden und aus diesen vielfältigen Gründen ihren Glauben verlieren, weil sie zuviel Leid erfahren haben und eben nicht wie Hiob reagieren, da ihr Glaube eben nicht so fest war. Aber Leid hat schon aus manchem Gläubigen einen Ungläubigen gemacht, glaub es mir.

              Es kann Zufall sein, dass ich Menschen treffe, die mir dann vom christlichen oder einem anderen Glauben erzählen. Es kann aber auch besonders in der prägenden Zeit der Pubertät oder der Zeit der Bewusstseinsbildung in der Frühkindheit wichtig sein, welchen Menschen wir begegnen. Der Zufall ist also nicht immer schlecht. Denken wir an eine gute Missionsarbeit. In eine Gegend verschlägt es zum Beispiel Albert Schweitzer, Lambarene. Aber leider war in einer völlig anderen Gegend in Afrika kein Albert Schweitzer zu finden. Die Menschen um Lambarene hatten es somit besser als die Menschen, denen der Begriff „Lambarene“ fern war. War es Zufall,dass er sich gerade Lambarene ausgesucht hat? Wir können von Gottes Fügung sprechen. Aber wir können nun nicht hingehen, dass es Gottes Fügung war, die einen Menschen in ein positives Umfeld geführt zu haben und derselbe Gott gefügt hat, dass ein Kind in eine desolate Umwelt hineingeboren wird. Ich glaube, wir würden Gott da Unrecht tun. Aus menschlicher Sicht objektiv gesehen ist es für den Menschen eine große Ungerechtigkeit des Lebens, mal ganz allgemein ausgedrückt, in welche Umwelt er hineingeboren oder auch in welchem Zustand er selbst (krank oder gesund, schön oder weniger schön, behindert oder nicht behindert an Leib und Seele) auf die Welt gekommen ist.
              Jeder Mensch hat somit eine individuelle andere Ausgangsbasis, einen Zugang zu Gott zu finden oder eben auch nicht. Das alles wird Gott berücksichtigen im Jenseits.

              Darum halte ich den Zufall zunächst einmal für neutral und nicht ausschließlich für destruktiv. Dinge passieren manchmal völlig ohne Grund, gute wie schlechte. Und der Mensch hat Kreativität genug, wenn er denn gesund ist, sich seines Verstandes in Vernunft bedienen zu können und sein Leben sinnvoll einzurichten, wir hoffen im Glauben. Aber viele Menschen zerbrechen auch an der ihnen übertragenen Aufgabe, nämlich sie begehen Suizid.

              Es ist also an uns, die frohe Botschaft – eben wie Jesus sagte und uns aufgab – in alle Welt zu tragen und zu verkünden, jeder in seinem beengten Umfeld. Es liegt also – und das ist kein Zufall – an uns Christen, mitzuhelfen, die Welt zu gestalten. Aber allein werden wir das auch nicht schaffen. Gott wird uns dabei helfen müssen. Im Moment jedoch sieht es eher danach aus, dass das Chrstentum hier auf dem Rückmarsch ist. Unsere Überzeugungskraft kann nicht nur Predigt, sondern muss insbesondere Vorbild-Vorleben sein und das ist schwer. Denn Christen sind auch nur Menschen, die einen Glaulben haben, dessen Ideale sie in der Regel selbst nie erreichen können. Das macht die Schwäche des Christentums aus, immer in diesem Spagat des quasi unerreichbaren Anspruchs (z. B. der Feindesliebe) leben zu müssen und dieses Ideal ist für den Normalchristen kaum zu erreichen. Aus diesem Grunde ist die Betrachtung über die Sünde im Christentum eben stark ausgeprägt, weil wir Sünden da erkennen, wo andere keine erkennen und sie begehen „müssen“, wenn wir a) fehlbare Menschen sind, und b) das idealistische christliche durch Jesus vorgegebene Ziel erreichen wollen, jeder Christ nach seinen schwachen Fähigkeiten.

              Deshalb schafft es auch keine Kirche, keine christliche Gruppe vollends glaubwürdig dazustehen, weil der Anspruch Jesu eben vollkommen-gut-göttlich ist. Die Nichtchristen kennen aber dieser Anspruch und so messen sie dann auch das Christentum an den Ansprüchen, die diese Religion mit sich bringt und da treten dann mitunter mächtige Lücken und Defizite nach außen hin zutage.

              Da sind die Regularien, die der Islam den Menschen gibt, weil er seine religiösen Dogmen nicht nur dem Guten, sondern auch der Fehlbarkeit, bis hin zum Bösen im Menschen angepasst hat, einfacher zu befolgen.

              Wir glauben andererseits aber auch an einen Gott, der sich unserer Schwächen bewusst ist und uns die Gnade schenkt, uns vielleicht auch unvollendet in seine Herrlichkeit einzulassen. Denn für Gott ist kein Ding unmöglich. Und beim christlichen Gott haben wir die Gewissheit, dass dieser Gott seine Allmacht nur im Positiven und Guten in sich trägt.

              Das ist eben auch der Denkfehler des Islamgottesbildes und des Islam selbst. Er betrachtet Gott als allmächtig sowohl im Guten als auch im Bösen und gibt damit zu erkennen, dass dieser Gott noch böser sein kann als der von ihm erschaffene Satan. In diesem Gott ist somit Gutes und Böses gleichzeitig und gleichwertig enthalten. Das ist der Urgrund der blasphemischen Sünde des Islam mit all seinen negativen Folgen hier auf Erden, die Zwang, Rache und Hass gegen Andersdenkende für die Religionsausbreitung zu legitimieren im Gegensatz zu Jesus, der seinen Missionaren eindeutig befahl, die Freiheit der Meinung des anderen zu respektieren. Viele von diesen Missionaren haben dieses jedoch ebenfalls nicht erkannt, weil sie sich offensichtlich zu wenig mit der Person Jesu beschäftigt haben und offensichtlich zu wenig in ddas NT der Bibel geschaut haben.

              Der werte Jockel trifft genau ins Schwarze, indem er beschreibt, wie Gott Luzifer erscahffen hat, nämlich makellos. Erst der Stolz, so sein zu wollen wie der Schöpfer ließ ihn sich in sich selbst krümmen und abstürzen. Gott duldet keinen Stolz in seiner Nähe, war er sich dochdemütig genug, sich selbst in Jesus zu den Menschen zu begben und sich von ihnen so mies behandeln zu lassen. Aber das gehörte zu seinem Plan, die Menschen mit ihm zu versöhnen. Die Hölle ist somit nicht vom jüdisch-christlichen Gott erschaffen worden, sondern von seinen Geschöpfen selbst, weil sie so werden wollen wie Gott, was uns ja heute auch das Genick bricht wie vor mythisch langer Zeit.

              Werte Blogbetreiber, so kann ein solches Gedicht auf einem Blog, der sich mit dem Iran intensiv beschäftigt, Anlass sein, dass Christen sich in eine, wir hoffen für alle Leser, auch die nichtchristlichen, eine möglicherweise konstruktive Diskussion der Fairness einlassen. Wir hoffen, und da spreche ich vielleicht auch für den werten Jockel, dass diese Diskussion auch für Euch interessant sein kann. Wir danken den Blogbetreibern, dass sie dies ermöglichen und zulassen.

  3. Ja, der Dank gilt auch von meiner Seite.
    Da kann ich Bazillus Ausführungen im großen und ganzen auch mit unterschreiben.
    Vielleicht ist es ja auch tatsächlich naiv von mir, wenn mir zufällig etwas gutes widerfährt, dieses dankbar aus Gottes Hand zu nehmen. Aber meine Erfahrung ist: Es gibt solche Zufälle, die sogar entgegen meine eigenen Anstrengungen passiert sind, und sich erst im Nachhinein als gut für mich erwiesen haben.

    Was zufällig oder Schicksalhaft erscheinen mag, was die redliche Wissenschaft als unvorhersehbar abgrenzt, ist dennoch auf Gottes Plan
    Matth. 10, 29: „Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.“
    Und denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten. (Röm. 8, 28)

    Die Naturwissenschaft trifft keine Aussage über eine Existenz Gottes, aber sie beschränkt sich auf das, was sie in ihrem Rahmen beschreiben kann. Und damit ist der Zufall für sie tatsächlich neutral. Aber auch sie muss konstatieren, dass dieser ‚angeblich neutrale‘ Zufall mehr kaputt macht, als er aufbaut.
    Die Naturwissenschaft prophezeit übrigens selbst einen solchen wertlosen Endpunkt: Sie nennt ihn ‚Wärmetod‘:
    Alles ist gleichmäßig lau warm, es gibt keine herausragenden Energiequellen mehr und auch keinerlei Bewegung.
    Neutral bewerten dürfte man diesen Zufall folglich also nur, wenn auch das, was er kaputt macht keinen Wert besitzt.
    Alles was wir erkennen, wert schätzen, lieben, einschließlich wir selbst: wären bedeutungslos.
    Das finde ich fatal!

    Deshalb entscheide ich mich lieber für einen naiven Glauben an Gott, als einen fatalen Glauben an ein Nichts.
    Letztlich ist ja auch die Abgrenzung der Wissenschaft eine freiwillige: Selbst nach der Entscheidung gegen diese Naivität sollte man also nicht vergessen, dass es auch noch mehr als das Nachweisbare geben kann.
    Vielleicht erhebt erst das persönlich Erlebbare und die subjektive Wahrnehmung den Menschen über eine wertfreie ‚Biologische Einheit‘.

    Zwar ist der Mensch im Universum wohl eher nur ein Staubkorn.
    Zwar ist es schwer zu erkennen, was durch die Ungebohrenen der Welt noch fehlt.
    Unsere Begrenztheit demütig zu erkennen, kann die geistliche, vertikale Dimension eröffnen.
    Nicht nur der Psalmist fragt Gott: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenktst?

    Ich finde, der Mensch ist mehr, als Kanonenfutter für Kriegsherren;
    mehr als Humankapital (Arbeitskraft) der Kapitalisten,
    mehr als Stimmvieh der Demokraten,
    und mehr als eine programmierbare Masse für Demagogen.

    Der Mensch soll aufrecht und gerade sein.
    Er soll frei sein und sich seine Würde nicht nehmen lassen.
    Er soll froh sein oder wenigsten froh werden können.
    Er soll lieben können, wie er auch Liebe erfahren soll.
    Er soll eine individuelle Stimme sein, die einstimmt in den Chor der Wahrheit Aussprechenden.
    Und da kann man ahnen, was fehlen würde…

  4. Der Stolz des Menschen lässt es nicht zu, dass sie zugeben, dass sie auch nur „Zufallsprodukte“ sind. Niemals, deshalb entwickeln sie lieber abenteuerliche Theorien, wonach Götter oder ein Gott sie in sinnvoller Absicht erschaffen hat. Das gibt ein gutes, geborgenes Gefühl, aber für mich ist e auch nicht das wahre. Ich sympathisiere deshalb mit Khayyam; für mich ist nach dem Tod wie vor der Geburt; nicht schlimm nicht gut sondern es ist einfach.

    @Fartab
    Ich schreibe momentan an meiner Abschlussarbeit deshalb hab ich wenige Zeit Kommentare abzugeben. 😉

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