Die Volkswirtschaften des Mittleren Osten waten im Blut seiner Straßen

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Von der palästinensischen Autonomiebehörde bis in den Iran, wirken sich Gewalt und Unsicherheit der Länder an den Aktienmärkten, in begrenzten Investition, geringem Wachstum und sogar noch niedrigerem Vertrauen aus. Die Aktienmärkte der arabischen Welt, die noch immer von der weltweiten Wirtschaftskrise des Jahres 2008 gebeutelt sind, wurden durch die anhaltenden Unruhen in Syrien, Ägypten und anderen Ländern der Region noch weiter nach unten gezogen.

Ägyptens 12-Monats-Renditen liegen bei 12%, die Börsenkapitalisierung bei 56 Mrd. $ und das BIP pro Kopf bei 3.111 $

Am 3. Juli gelang es Ausschreitungen durch Menschenmassen zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren, einen amtierenden Präsidenten zu stürzen, dieses Mal einen der Moslem-Bruderschaft eines „demokratisch“ gewählten Morsi. Millionen von Ägyptern, meist junge Menschen, fegten durch die Straßen in der Hoffnung auf eine echte soziale und wirtschaftliche Revolution.

Der Leitindex der Kairoer Börse, der 30 führenden Aktien, ist zur Jahresmitte um 4% gesunken, sprang um 7,3% am Tag von Morsis Sturz nach oben und kletterte danach um 18% gegenüber der Vorwoche. Der Index jedoch, liegt immer noch 60% von seinem Höhepunkt vor der globalen Krise im Jahr 2008 entfernt. Unterdessen fielen die Renditen von Staatsanleihen auf den tiefsten jemals gemessenen Punkt und die Kosten um eine Insolvenz der ägyptischen Regierung abzuwenden sind explodiert.

Die Ägypter sind deutlich frustriert: 25% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, 4% mehr als im Jahr 2010, und das Land leidet unter einer Arbeitslosenquote von 13%, wovon 80% der Arbeitslosen im Alter von unter 30 Jahren sind. Die Preise für Nahrungsmittel klettern weiter nach oben, Benzin-Engpässe sind beinahe endemisch und Stromausfälle sind Routine. Ägyptens Devisenreserven sind rapide geschrumpft, nachdem sie bereits auf etwa die Hälfte ihres früheren Standes seit dem Sturz von Ex-Präsident Hosni Mubarak gesunken sind. In dem Bemühen die Flut einzudämmen, erhielt Ägypten kürzlich eine 5 Mrd. $ Hilfe aus Qatar, aber es wird noch immer dringend ein weiterer $ 5 Milliarden-Kredit vom Internationalen Währungsfond benötigt. Der IWF besteht jedoch darauf, dass Ägypten erst seine staatlichen Subventionen beseitigt.

Ägyptens wirtschaftliche Probleme enden hier nicht. Seine Schulden sind auf 33 Mrd. $ gestiegen, der Tourismus musste einen scharfen Abschwung hinnehmen und das Wirtschaftswachstum hat sich von einer jährlichen 5%-Rate während der letzten fünf Jahre von Mubaraks Herrschaft, auf nur 2% oder weniger verlangsamt.

Syriens 12-Monats-Renditen liegen bei 56%, die Börsenkapitalisierung bei nur 0,9 Mrd. $ und das BIP pro Kopf bei 3.289 $ und Syrien marschiert auf einen wirtschaftlichen Kollaps zu.

Der Verlust von mehr als 100.000 Menschen, zusammen mit den internationalen Sanktionen und einer zusammenbrechenden Wirtschaft, hat die Börse von Damaskus in eine Talfahrt um 56% gegenüber dem Vorjahr gebracht. Der Markt ist sehr klein und der Handel ist extrem dünn. Weil die Zentralregierung, der Wirtschaft führender Player ist und die Kräfte des Marktes gezwungenermaßen manipuliert, zeigt die Talfahrt wahrscheinlich nicht Syriens wahre Situation.

Der verheerende Bürgerkrieg zwischen Präsident Bashar Al Assads Armee gegen die islamistischen Rebellen hat Dutzende von Milliarden US-Dollar gekostet, und Millionen Menschen  verletzt, viele getötet und viele zu Obdachlosen gemacht. Es wurde viel von der Infrastruktur des Landes zerstört. Der private Konsum ist stark gesunken, die jährliche Inflationsrate beträgt bis zu 40%, und das syrische Pfund ist unter 200 gegenüber dem Dollar gesunken, von ausgehend 45 Pfund bevor der Krieg ausbrach.

Ein Ende der Feindseligkeiten ist nicht in Sicht und die Zukunft Syriens bleibt trübe. Das Institute of International Finance hat vor kurzem gesagt, Syriens Wirtschaft ist im Jahr 2012 um 20% geschrumpft, und dass alle seine Währungsreserven bis Ende dieses Jahres erschöpft sein werden.

Jordaniens Wirtschaft ist von Energiekrisen und Flüchtlingsproblemen gezeichnet, die 12-Monats-Renditen liegen bei nur 2,6%, die Börsenkapitalisierung bei 23 Mrd. $ und das BIP pro Kopf bei 4.878 $.

Jordanien hat es bis jetzt geschafft, sich der Revolten des arabischen Frühlings zu entziehen, aber die Wirtschaft des Haschemitischen Königreichs steckt in einer Flaute. Die Arbeitslosigkeit beläuft sich auf 13%, das Haushaltsdefizit von 5 bis 6% des BIP besteht seit Jahren und das Land ist stark abhängig von ausländischer Hilfe, vor allem aus den Vereinigten Staaten. Der Börsenindex der lokalen Börse liegt 60% unter seinem Höchststand vom Jahr 2008.

Seit der Revolution in Ägypten, leidet Jordanien unter Energieknappheit: 88% des jordanischen Energiebedarfs basieren auf ägyptischem Gas. Erschwerend kommt hinzu, dass Jordanien in den vergangenen zwei Jahren mit über 500.000 Flüchtlingen an den Grenzen zu Syrien zu kämpfen hat.

Die Energie-und Flüchtlingsproblematik haben starke Einschnitte in Jordaniens Haushalt verursacht und werden voraussichtlich sein Haushaltsdefizit auf 9% des BIP vertiefen. Das Land hat vor kurzem einen 2 Milliarden $ Kredit vom IWF unterzeichnet und plant, weitere 2 Mrd. $ durch Anleihen, die durch US-Regierungsgarantien abgesichert sind zu erhöhen. Das Königreich ist zuversichtlich, dass eine Vereinbarung für Gaslieferungen aus Israels Tamar-Bohrungen helfen wird, den Weg für die Erholung der Wirtschaft zu finden.

Die Palästinensische Autonomiebehörde ist von verzerrten, abhängigen Strukturen gekennzeichnet. Die 12-Monats-Renditen liegen bei 12%, die Börsenkapitalisierung bei 4 Mrd. $ und das BIP pro Kopf bei 1.679 $.

Seit seiner Blütezeit im Jahr 2008 hat der palästinensische Aktienmarkt in Nablus 35% seines Wertes verloren und verharrt auf seinem Wert seit den vergangenen vier Jahren. Der Markt, hat seit seiner Gründung vor 15 Jahren, weniger als 50 Unternehmen und der Handel ist extrem dünn. Zu seinen bemerkenswerten börsennotierten Unternehmen gehören Palästina Development & Investment (Padico), Jerusalem Zigarette, Nablus Surgical Center und Golden Wheat Mills.

Der Al-Quds-Index hat nur 2% Gewinn in diesem Jahr registriert, was die Probleme in der Wirtschaft wiederspiegelt. Das PA Budget ist immer defizitär und erfordert massive externe Finanzspritzen. Im Jahr 2012 verlangsamte sich das Wachstum von 11 % in 2010 auf 6% in 2012 und eine weitere Verlangsamung dürfte im Jahr 2013 auftreten.

Forscher der Universität Tel Aviv, Dr. Ephraim Lavie und Yitzhak Gal haben vor kurzem eine Studie veröffentlicht, in der sie die verzerrte und abhängige Struktur, auf der die palästinensische Wirtschaft beruht hervorheben. Während die Wirtschaft ein Wachstum von 50% im Binnenmarkt im vergangenen Jahrzehnt und einen deutlichen Anstieg der Staatsausgaben erlebte, kam es mit ausländischer Hilfe zu Abhängigkeit, ohne Ressourcen zu generieren, die ein künftiges Wachstum garantieren.

Aber das Aufkommen neuer Friedensverhandlungen scheint neue Hoffnung gebracht zu haben: Allein im Juli durch US-Außenminister John Kerrys Eingriff in die regionale Shuttle-Diplomatie, schoss der palästinensische Aktienmarkt um 10% nach oben. Investoren spüren offenbar, dass erneute Gespräche zu einer deutlichen Verbesserung der schwächelnden palästinensischen Wirtschaft führen könnten.

Libanons 12-Monats-Renditen liegen bei nur 1%, die Börsenkapitalisierung beträgt 30 Mrd. $, und das BIP pro Kopf liegt bei 15.750 $. Der Bürgerkrieg in Syrien wirkt sich sehr negativ auf den Tourismus aus.

Der Libanon war eines der wenigen Länder, die kaum die Auswirkungen der globalen Krise 2008 zu spüren bekamen. Schnell hatte man sich von den Schäden, die man im Zweiten Libanonkrieg erlitten hatte, erholt. Im Jahre 2008 erreicht die Wachstumsrate 8% und Libanon lag in der Wachstumsrate an zweiter Stelle nach China. In den folgenden zwei Jahren erlebte man ein kontinuierliches Wachstum von 6% bis 8% und der Tourismus blühte.

Aber im Jahr 2012, drohten die Kämpfe in Syrien zwischen Bashar Al Assad und den islamistischen Rebellen auf das Land der Zedern überzugreifen. Die meisten Sunniten unterstützten die islamistischen Rebellen, während schiitische Muslime angeführt von der Hisbollah sich vereinigten, um den syrischen Präsidenten zu unterstützen. Die Spannungen erreichten einen Höhepunkt im Mai, als 25 Menschen innerhalb einer Woche in Kämpfen im Norden des Landes getötet wurden.

Dieses „Spillover“ verhieß nichts Gutes für die lokale Wirtschaft. Einnahmen aus dem Tourismus – die rund 20% des BIP ausmachen, sind seit Anfang des Jahres um 13% gefallen. Ausländische Investoren zogen einen Teil ihrer geplanten Investitionen in einer Größenordnung von 20% zurück und das Wachstum kam zum Erliegen. Flüchtlinge, meist Sunniten begannen die gemeinsame Grenze des Landes zu Syrien zu überschwemmen.

Die Auswirkungen der syrischen Krise belasten die libanesische Börse, die sich wie die meisten entwickelten Märkte noch nicht von der globalen Krise 2008 erholt hat. Von April bis Juni sank der Leitindex des Aktienmarktes um 10%, als die Kämpfe über die Grenze schwappten. Die Angst um die Sicherheit im Libanon und die mögliche Verlängerung des Bürgerkrieges zwischen den ethnischen und religiösen Fraktionen haben ein dickes Leichentuch über das Land hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten gelegt.

Irans 12-Monats-Renditen liegen bei 147%, die Börsenkapitalisierung beträgt 220 Mrd. $ und das BIP pro Kopf liegt bei 7.211 $. Die Blase auf den Aktienmärkten Teherans könnte platzen und sich in eine Liquiditätskrise verwandeln.

Obwohl Iran kein arabisches Land ist, ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region des Mittlerer Osten. Die Wahl von Hassan Rohani zum Staatspräsidenten und die damit verbundenen Hoffnungen über einen Politikwechsel in Iran vor zwei Monaten, trieb den Leitindex des Teheraner Aktienmarktes TEDPIX auf ein neues Rekordniveau. Seit 2008 hat der Index 400% zugenommen, allein im vergangenen Jahr ist er um mehr als 147% gestiegen.

Die phänomenale Leistung in diesem Markt, mit seinen fast 350 börsennotierten Unternehmen, scheint seltsam, wenn man bedenkt, dass die Wirtschaft des Landes im letzten Jahr um 2% schrumpfte und mit schweren internationalen Sanktionen seit über zwei Jahren wegen seines Atomprogramms belegt wurde. Viele Analysten warnen daher, dass der Aktienmarkt, der wie eine Goldgrube aussieht, eine Blase ist, die in nicht allzu ferner Zukunft platzen könnte.

Experten behaupten, dass die 40%-ige Abwertung des iranischen Rial gegenüber dem US-Dollar im vergangenen Jahrzehnt aufgrund der Sanktionen, eine wichtige Rolle bei dem Börsenboom spielt. Die Zentralbank hat auch dazu beigetragen, die Staatsverschuldung zu reduzieren, was zu einem Zusammenbruch der Staatsanleihen auf dem Markt führte und die Börse immer mehr Fahrt für Investoren gewann, die ihr Geld in Aktien anlegen.

Die Experten betonen, dass die Performance des Marktes weitgehend künstlich ist, aus fragwürdiger Geldpolitik und den Auswirkungen der Sanktionen resultiert. Dieselben Experten warnen vor der Entwicklung von Hyper-Inflation, genauso wie wie vor einem Wachstum einer Finanz-und Immobilienkrise als Blase, die platzen könnte und bald das Land in eine schwere Liquiditätskrise zwingen wird.

Quelle der Zahlen: Haaretz

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5 Gedanken zu „Die Volkswirtschaften des Mittleren Osten waten im Blut seiner Straßen

  1. Tolle Zusammenfassung von Börsendaten als Barometer für wirtschaftliche Entwicklungen in Ländern des Islam. Die Überschrift ist wunderbar gewählt: Blutvergießen in Ägypten, Blutvergießen in Syrien, welches bereits auf Libanon übergreift und das Blutvergießen und die damit verbundene Flüchtlingsproblematik lassen sich offensichtlich eben auch an Börsendaten festmachen. Ich persönlich verstehe von den Börsenaktivitäten so gut wie nix. Aber mir ist aufgefallen, dass an der westlichen Börse bereits Gerüchte ausreichen, um die Kurse fallen zu lassen.

    Während sich hier im Westen die Börsenkurse allein an der wirtschaftlichen Entwicklung und eben auch an „Gerüchten“ festmachen lassen, sind die islamischen Börsen eben nicht nur an Ereignisse gekoppelt, die rein wirtschaflicher Natur sind, sondern auch an Ereignisse, bei denen es buchstäblich um Leben und Tod geht.

    Diese Grundierung ist dem Artikel gut gelungen. Die Intention des Artikels, kalte, wirschaftliche Geldwert- und Aktienwertdaten mit den tatsächlich weitgehend menschenverachtenden bis hin zu Menschenleben kostenden Verhältnissen zu grundieren, ist sehr anschaulich praktiziert worden.

    Ja, selbst kaltes die Welt des Kapitalismus beherrschendes Geld reagiert selbst in Zahlen (auch wenn sich dies zynisch anhört) auf das Blut von politisch-religiösem Kriegs- und Terrorwahn. Das sollte insbesondere den geldbesoffenen westlichen Ländern zu denken geben, die einen Zickzackkurs der völligen Desorientierung in ihrer Nahost- und Nordafrika-Politik, eine Hühnerhaufenpolitik der sich täglich ändernden politischen Verhältnisse in diesen Ländern bietet. Der Westen bieteten diesen völlig sinnentleerten Kurs, weil er in seinem Wertebild nur noch wirtschafltiche interessen wie eine Religionsschere im Kopf hat und somit nur noch sinnentleerte Worte zu bieten hat, eben nur Worte, jedoch nichts Substanzielles mehr außer den Göttern Wirtschaft und Geld, für die sie sogar die Gebote der Menschenrechte außer Kraft setzen, indem sie Menschenrechtsverachtende Regime mit Geld unterstützen und so ihre einstmals hehre Seele an den Teufel verkaufen. Das Wort „Freiheit“ wurde wohl immer mehr zu einem Synonym für wirtschaftliche Freiheit und die Freiheit des Egoismus. Wir nennen das heute Individualität. Aber keiner lebt für sich selbst allein. Der Mensch ist ein Sozialwesen.

    Wer mit einem Mursi oder mit den „siegreichen“ Rebellen im Syrienkrieg hofft, Demokratie und dazu auch noch die allgemeinen Menschenrechte einführen zu können, einem Mursi nachtrauert, weil er „doch demokratisch gewählt“ war (Hilter war auch demkratisch gewählt!), hat weder den Islam noch den Islamismus verstanden. Der hat garnichts verstanden. Die Fehler des Westens im Iran zu Zeiten des Schahs werden heute stumpf wiederholt, so stumpf, dass es einem graut. Ich dachte immer, der Mensch lernt aus Fehlern. Der Westen macht offensichtlich immer die gleichen. Sein größter Fehler ist, die Auswirkung einer ausgrenzenden Religion völlig zu unterschätzen. Dieses Fehlurteil verbunden mit eigener Identitätslosigkeit ergibt devote Ratlosigkeit, aber bitte: Immer aus leeren Worthülsen bestehende Ideologie der PC, der alles untergeordnet wird, koste es, was es wolle. Und genau diese Politik der pc-gemäßen Ratlosigkeit wird zurzeit betrieben.

    Solange jedoch nicht Roß und Reiter (die ausgrenzende Politik des Islam, die Menschenrechtslage in islamischen Ländern und die Identitätslosigkeit des Westens) genannt werden und solange nicht zugegeben wird, dass der Westen eben politkorrekt ideologisch, fernab jeglicher Realitätsbezogenheit agiert, solange wird sich nichts ändern.

    Kein Mensch kann mit dem Teufel Pakte schließen, ohne sich letztlich selbst zu schaden. Kulturen und Religionen sind eben nicht alle gleich gut. Wer es verabsäumt, hier in sbesondere nach den Kriterien der Definition allgemeiner Menschenrechte zu differenzieren, bekommt einfach nur Probleme, die wegen gewollter Erkenntnisblindheit nicht sein müssten.
    jede Ideologie, die Menschenrechtsverletzungen als Stilmittel in ihrem Programm hat, und dazu auch noch religiös – also überirdisch begründet – in politischer Weise handfest irdisch nach ihren Regeln regieren will, muss der politischen Differenzierung ausgesetzt werden. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, sollte Geld fließen.

      • Gern geschehen, werter Ardasir Parse, sollte aber keine Ergänzung, sondern nur meine bescheidene Meinung sein.
        Schade, dass in der Politik keine Mathematikregeln zählen, Hier
        Negatives mal Negatives ergibt Positives. – x – = +
        In der Politik gelten andere Regeln:
        Negatives (Islamausgrenzung, Menschenrechtsverletzung) mal Negatives (Erkenntnisbiindheit, PC-Ideologie als moralbildendes Gleichschaltungs- Nirwana) ergibt Negatives in Potenz.
        – x – = – hoch x, potenziert bis zum Weltkrieg.
        Das ist der gravierende Unterschied.

    • Ich bin Westerner, und ganz per-zu-fall interressiere mich für die Streitigkeiten seitens der Islamische Kulturkrise. Nach eine Aufenthalt auf der Global Ecologie Netwerk „Dorf“ Schweibenalp (Schweiz) hat mir eine Finanzguru von ein andere GEN Dorf in Schweden den sehr umfassend Text, Sacred Economics: Money, Gift & Society in the Age of Transition geschrieben von Charles Eisenstein. Herr Eisenstein ist Amerikaner,und wirbt (auf englisch) für eine neue Wirtschaftsvorgehen basiert auf negative Zinsen! Angeblich ist seiner Bitte nichts vollkommend neu, dennoch er bemüht sich Amerikanischer Politiker und Wirtschaftsexperten in detail aufzuzeichen wie die gegenwärtige Wirtschaftsvorkehrungen Schritt für Schritt völlig verändern konnte. Gewiss eine solche drastische Veränderungen setzte nicht nur Mut voraus aber auch Bereitschaft zu erhebliche Materielle Opfer…..eine ungeheuer Unterfangen auf US Boden. Aber wenn genugend Intelligente Leute in Uebersee seine Vision mitziehen konnten, konnte diese nötige Veränderungen wahrliche eine Chance bekommen.

  2. Es ist insbesondere die wirtschaftliche Freiheit, die seit jeher durch private und staatliche Vorrechte aller Art eingeschränkt wird. Das ist insofern höchst bedenklich, als es gerade auf die wirtschaftliche Freiheit ankommt. Denn nur wer wirtschaftlich frei ist, ist wirklich frei. Ist doch die Wirtschaft das Fundament, auf dem der Mensch steht, die materielle Grundlage, aus der er die Mittel für sein Dasein schöpft. Die wirtschaftliche Freiheit ist deshalb die entscheidende Freiheit. Alle anderen Freiheiten, wie sie auch heißen mögen, sind nur ein Abglanz der wirtschaftlichen Freiheit, um die es letzten Endes geht.

    Unbehindert durch äußere Umstände eine seinen Neigungen und Fähigkeiten angepasste Tätigkeit im freien Wettbewerb auszuüben, vom Ertrag dieser Tätigkeit die persönlichen Bedürfnisse des Lebens nach eigenem Belieben befriedigen zu können, das unbeschränkte Recht auf Erwerb von Privateigentum an den von Menschen erzeugten Gütern sowie das Recht des Zugangs zu Grund und Boden zu besitzen, stellt wirtschaftliche Freiheit dar. Sie schließt persönliche und Marktfreiheit, d.h. Freizügigkeit für Personen, Güter, Zahlungen und Nachrichten mit ein und gehört neben dem Recht der freien Meinungsäußerung zu den elementaren, unabdingbaren Freiheiten.

    Wie ersichtlich, basiert die wirtschaftliche Freiheit auf dem Grundsatz des freien Wettbewerbs. Er ist der zentrale Freiheitsbegriff, um den sich alle anderen Freiheiten anordnen. Frei ist, wer wirtschaftlich frei ist; und wirtschaftlich frei ist, wer sich ungehindert am Wettbewerb beteiligen kann. Umgekehrt ist unfrei, wer an der Teilnahme am Wettbewerb gehindert oder gar vom Wettbewerb ausgeschlossen ist. Wirtschaftliche Freiheit und damit das Fundament der Freiheit überhaupt ist nichts anderes als das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb.

    Was dagegen heute die so genannte Freiheit ausmacht, ist die Freiheit politischer Art, die vorwiegend darin besteht, bei irgendeiner Abstimmung, die meist zu Unrecht die Bezeichnung „Wahl“ führt, Ja oder Nein sagen oder irgendeinen Zettel abgeben zu dürfen. Diese politische Freiheit ist vergleichsweise bedeutungslos; sie kann, ebenso wie die persönliche Freiheit, ohne die wirtschaftliche Freiheit gewährt werden und ist dann ein Torso.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/halbwegs-glucklich.html

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