Hassan Rohani und die UN-Generalversammlung

Hassan Rohani im Interview mit CNN

“Die Nazis haben „verwerfliche Verbrechen“ gegen die Juden begangen.“

New York – In einem CNN-Interview am Rande der UN Generalversammlung, traf der iranische Führer einen deutlich anderen Ton als sein Vorgänger. Dennoch, darf man fragen: Erkennt Rohani wirklich den Holocaust an? In einer neuen Erklärung, die sicher eine breite Diskussion in jüdischen Kreisen verursachen wird, hat der iranische Präsident Hassan Rohani den Holocaust als ein verwerfliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft, fügte aber gleichzeitig hinzu, „es ist Aufgabe der Historiker seine Dimensionen zu reflektieren.“

In einem Interview mit CNN, Teile davon wurden am Dienstagabend ausgestrahlt, schlug Rohani einen Ton an, der sich dramatisch von der Holocaust-Leugnung seines Vorgängers Mahmoud Ahmadinejad unterscheidet. Aber ob er weit genug gegangen ist jüdische Kritiker zu befriedigen, darf bezweifelt werden.

„Ich habe gerade gesagt, dass ich kein Historiker bin“, sagte Rohani seinem Übersetzer, als Antwort auf die Frage über Ahmadinejads Ansichten über den Holocaust. „Und wenn es darum geht über die Dimensionen des Holocaust zu sprechen, sind es Historiker, die sich damit befassen sollten.“

„Aber im Allgemeinen kann ich Ihnen sagen, dass jedes Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das in der Geschichte passiert, verwerflich ist, einschließlich der Verbrechen der Nazis gegen die Juden. Welche Verbrechen sie auch immer den Juden angetan haben, verurteilen wir. Das Leben, und es macht keinen Unterschied, ob das Leben ein jüdisches Leben, christliches oder muslimisches ist – ist für uns das gleiche.“ Aber Rohani fügte in diesem Zusammenhang hinzu, „ein solches Verbrechen rechtfertigt nicht die Usurpierung und Besatzung eines anderen Landes, auch das ist verwerflich.“- Ein unpassender Vergleich, wenn man ernst genommen werden will!

Rohanis Aussage ist sicherlich eine Abkehr gegenüber seinem Vorgänger, aber wohl kaum genug, um die strenge Definition der Leugnung des Holocaust durch Holocaustleugner zu erfüllen.

Nach dem Holocaust History Project, gibt es drei wesentliche Elemente, in den Ansprüchen von Holocaust-Leugnern: Erstens, sie behaupten, dass es, während der Massenmorde an den Juden im Dritten Reich keine offizielle Nazi-Politik, Juden zu ermorden gegeben hätte. Zweitens behaupten sie, dass es keine Gaskammern gegeben habe, insbesondere nicht in Auschwitz-Birkenau, wo Mainstream- Historiker glauben, dass dort über 1 Millionen Juden vor allem in Gaskammern ermordet wurden. Und drittens behaupten sie, dass die Zahl der Todesopfer der europäischen Juden, während des Zweiten Weltkriegs, deutlich unter 6 Millionen lag. Leugner schweben in der Regel, Zahlen zwischen 300.000 und 1,5 Millionen vor.

Wenn man diese strengen Kriterien zu Grunde legt, könnte Rohani immer noch als ein Holocaust-Leugner bezeichnet werden, wenn auch als ein viel glatterer als Ahmadinejad. Die Verknüpfung, ja Gleichstellung mit den Auseinandersetzungen der Israelis mit den Palästinensern, zeigt eine alte muslimische Position, eine klare Verharmlosung des Holocaust durch den iranischen Präsidenten.

Hassan Rohani vor der UN GeneralversammlungAuf der Generalversammlung der Vereinten Nationen am vergangenen Dienstag sahen wir einen Rohani mit anderem Stil und dem selben Inhalt wie sein Vorgänger Mahmud Ahmadinedjad. Benjamin Netanjahu über Rohani: „Wie zu erwarten war, war es eine zynische und heuchlerische Rede“ sagte Benjamin Netanjahu in einer Presseerklärung am Mittwoch. Netanjahu bemerkte, dass „während Rohani über Frieden spricht, sein Land in den Syrienkonflikt involviert ist und nukleare Waffen entwickelt. Rohani sprach über Menschenrechte, während iranische Kräfte an groß angelegten Schlachten gegen „unschuldige Zivilisten“ [Anmerkung der Redaktion: Islamistische sunnitische Terroristen] in Syrien teilnehmen. Er sprach von einem zivilen Nuklearprogramm, obwohl der IAEA Bericht feststellte, dass das Programm militärische Dimensionen aufweist, sagte Netanjahu. „Rohanis Bemerkungen zeigten keinen Wechsel in der iranischen Politik,“ fuhr er fort. „Rohani,“ sagte er, „bietet keinen praktikablen Weg Irans Nuklearprogramm zu stoppen und machte keine Zugeständnisse im Hinblick auf die Einhaltung von Entscheidungen des UN Sicherheitsrates. Das ist genau Irans Strategie, – zu reden und auf Zeit zu spielen, um in den Besitz von Nuklearwaffen zu gelangen,“  fuhr Netanjahu fort. „Die Internationale Gemeinschaft muss Iran nicht an seinen Worten, sondern Taten messen.“ In seiner Stellungnahme stand Netanjahu zu seiner Entscheidung Rohanis Rede zu boykottieren und sagte, „dass dies notwendig war ein Regime nicht zu legitimieren, das den Holocaust nicht anerkennt und das öffentlich erklärt, den Staat Israel von der Landkarte tilgen zu wollen. Ich konnte der israelischen Delegation nicht erlauben, Teil einer zynischen List eines Regimes zu werden, das den Holocaust leugnet und zu unserer Vernichtung aufruft“, sagte er.

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Ein Gedanke zu „Hassan Rohani und die UN-Generalversammlung

  1. Die Frage ist doch, wer ist das Nach dem Holocaust History Project das meint der Welt vorschreiben zu können was sie denken darf? Ist es nicht vielmehr so, das sie an diese Definition verbreiten um die eigenen Verbrechen Israels gegen die Araber und ihr massives Atom-, Chemie- und Biowaffenarsenal zu legitimieren? Benjamin Netanjahu halte ich für einen eiskalten Lügner und Rassisten. Rohani versuchte wohl die Hand zu reichen, wurde aber beschimpft. Ja was erwarten denn die Israelis noch von ihm? Zu Kreuze zu kriechen?
    Meiner Meinung nach versucht Israel die Welt gegen den Iran aufzuhetzen. Da fragt sich wer dann als nächster dran ist. So fördert man nicht den Weltfrieden.
    Der Iran hat genügend andere Probleme, vor allen Dingen muss er sich erstmal aus seiner geistigen Eingleisigkeit und Intoleranz gegenüber NichtMuslimen lösen. Das betrifft auch die Minderheiten im Lande.
    Ich denke man sollte Rohani erstmal eine Chance geben und gucken wie sich der Iran weiter entwickelt.

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