Die türkische Sprache in Iran

Ahmad Kasravi

Ahmad Kasravi

aus dem Englischen von Ardašir Pârse

Die meisten Iraner glauben, dass man in Iran nur „Farsi“ spricht, und nur wenige sind sich bewusst, dass die türkische Sprache in Iran weit verbreitet ist und vielleicht sogar häufiger gesprochen wird als „Farsi“. Viele Iraner würden auf die Frage ob Türkisch in ihrem Land gesprochen wird antworten: Sicher, in einigen Provinzen wie Azarbaidschan und Khamse“, und viele von ihnen würden dies durch die Nähe dieser Provinzen zum Kaukasus oder des ehemaligen osmanischen Territoriums erklären.

Ahmad Kasravi احمد کسروی‎, der iranische Sprachwissenschaftler, Historiker, Philosoph, Jurist und Mullah schrieb in einem Artikel in arabischer Sprache, im syrischen Magazin Al-Irfan, Nr. 8, publiziert in den Jahren 1922 u. 1923 : „Ich habe noch nie gesehen oder gelesen, weder unter den Iranern selbst, noch bei den Ausländern, die über den Iran und seine Angelegenheiten schrieben oder diskutiert haben, die Wahrheit über diese Angelegenheit zu erfahren. Die Iraner, selbst diejenigen Iraner, die Türkisch sprechen können, behaupten, dass es eine Fremdsprache sei, die ihr Land zu Zeiten der türkischen und mongolischen Herrschaft durchdrungen hatte und sich mit der Klinge des Schwertes verbreitete. Sie verachten und verabscheuen unaufhörlich die türkische Sprache und würden es gerne sehen, sie zu beseitigen, und sie in ihren Provinzen auslöschen, um sie durch das „süße Persisch“ zu ersetzen.“ Und das hat sich bis heute nicht geändert. Das Wissen darüber ist spärlich und teilweise auch verzerrt.
Ausländische Bücher, die Orientalisten schrieben, um das Türkentum zu diskutieren und jene Völker, die diese Sprache sprechen, beschränken ihre Diskussionen auf die Osmanen, den Menschen in Turkestan und die Muslime Russlands, als die sog. Tataren bekannt, und nur selten liest man ein Wort über die türkisch sprechenden Menschen in Iran, und diejenigen, die den Iran und die Sprache dort behandeln, sprechen nur von Persisch und seinen Dialekten, wie Gilaki, Mazandarani oder Lurish usw., die in dieser oder jener Provinz dieses Landes noch immer gesprochen werden.

Ahmad Kasravi schrieb: „Aber in Bezug auf die türkische Sprache in Iran, vernachlässigen sie diese meistens, außer wenn sie selten erwähnen, dass Türkisch besonders in der Provinz Azarbaidschan beliebt ist. Wahrscheinlich kamen die meisten ihrer Informationen von Reisenden, Botschaftspersonal oder Missionaren, die in der Regel nichts, außer die Städte und Provinzen, insbesondere die nationalen und Provinzhauptstädte erlebt und gesehen hatten, und sie machten sich nur selten die Mühe, in die Dörfer oder Zeltlager der wandernden Nomadenstämme zu reisen, um ihre Sprachen und ihre anderen Angelegenheiten zu diskutieren.“ Er schrieb weiter: „Darüber hinaus enthält das Persische, persische Kunstwerke und kostbarste Literatur, wie die Poesie des Sa’di und Ferdousi und dergleichen. Und aus diesem Grund vernachlässigen die Kommentatoren, in Bezug auf iranische Sprachwissenschaften, jede andere Sprache, die dort gesprochen wird, so wie das Türkische. Im Vergleich zum Persischen, ist Türkisch lediglich, wie ein nettes Mädchen, das untätig neben einem zweiten unverschleierten schönen Mädchen sitzt, welches so wunderschön ist, dass sie einem das Herz als Juwel verzaubert und einem den Geist mit ihren Verzierungen raubt.“

Aber nun wollen wir den Weg bereisen, den vor und nach Ahmad Kasravi noch nie jemand bereiste, und wir wollen das Tor öffnen, das noch nie zuvor geöffnet wurde. Ich behaupte nicht, dass dieser Artikel perfekt ist und eine vollständige Untersuchung darstellt, aber wir werden uns auf unserer Reise in die Provinzen des Iran begeben und uns nun die Frage stellen, ob es mehr Türken oder Perser in Iran gibt?

Ahmad Kasravi schrieb weiter: „Die türkische Sprache ist nicht auf eine Provinz des Iran begrenzt, wie manche behaupten, sondern sie ist in jeder Provinz und in jedem Bezirk verbreitet. Die Türken und Perser in Iran sind nicht zwei getrennte Haufen, sondern wie ein Schachbrett in einem Spiel, in dem jeder Spieler die Ränge des Anderen durchdrungen hat, und die schwarzen Figuren mit den weißen Figuren vermischt sind. In den Bezirken, in dessen Dörfern, die Einwohner Persisch sprechen, sieht man auch Dörfer, in denen die Menschen Türkisch sprechen, und viele persische Städte, wie Teheran, Shiraz, Qazvin oder Hamadan, sind von allen Seiten von türkischen Dörfern und Stämmen umgeben, die Menschen von den beiden letztgenannten Städten sprechen und verstehen beide Sprachen.“

Es ist schwierig, in diesen Tagen zu entscheiden, ob es in Iran mehr Türken als Perser gibt. Dies kann durch eine Volkszählung entschieden werden, die Türken von Persern unterscheiden, aber die iranische Regierung hat eine solche Volkszählung in seinen Provinzen zu keiner Zeit, – bis heute –  durchgeführt. Ahmad Kasravis Einschätzung neigt im Allgemeinen zu der Überzeugung, dass die meisten Türken sind.

Azarbaidschan ist die größte der vier damaligen Provinzen und sie war Irans wichtigste Provinz. Sie hatte zu Lebzeiten Ahmad Kasravis inkl. des Distrikts Khamse eine Bevölkerung von eineinhalb Millionen Menschen, die in der Regel sowohl von Nomaden, als auch Sesshaften, bewohnt waren, ihre Dörfer und die Städte, waren und sind auch heute noch von Türken, zusammen mit einer kleinen Minderheit von Mokri-Kurden in Azarbaidschan, die Kurdisch sprechen, bewohnt und kein Persisch sprechen können.

Die meisten Dörfer und Stämme in den Provinzen Fars und Chorasan und in den Bezirken Qazvin und Hamadan, in Eraq und Astarabad sind Türken, und die Reisenden, die durch die Straßen und Gassen von Teheran zu Fuß gegangen waren, waren erstaunt zu sehen, dass die Bewohner Türkisch sprachen. Einige von ihnen waren aus Azarbaidschan und Khamse in den letzten Jahren, Anfang des 20. Jhd, in die Städte migriert und blieben dort, und sahen sich nicht länger ihrem Herkunftsland verbunden, sondern identifizierten sich mit diesen Städten, ihrer neuen Heimat.

Für die anderen Teile des Iran gilt, dass die Mehrheit der Menschen dort keine Türken sind, aber es gibt viele unter den Stammesangehörigen und Dorfbewohnern, die Türken sind. Eine Ausnahme bietet uns die Provinz Kerman und die Bezirke von Gilan, Mazandaran, Kurdistan und Lurestan usw., in denen es keine Türken gibt, außer denen, die dort vor kurzem eingewandert sind, und sie betrachten sich selbst nicht als Bewohner dieser Provinzen und konnten nicht integriert werden. Ahmad Kasravi schrieb hierzu: „Das russische Sprichwort ist wahr, das besagt: „Es gibt kein Schiff ohne Knauf“. Tatsächlich hat Mazandaran zwei türkischen Stämme, zusammen mit ihren Clans und in Sari, der Hauptstadt der Region, leben über zwanzig türkischen Clans, die aus ganz Iran eingewandert waren und sich dort angesiedelt haben, und heute nicht mehr Türkisch sprechen.“

Sind diese Iraner Türken oder turkisiert?

Als die türkische Propaganda, sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt hatte, und die osmanische politische Perspektive sich vom Pan-Islamismus zum Panturkismus wandte, hatte es die iranischen Türken und insbesondere die Menschen in Azarbaidschan nicht ausgelassen, und so verbreiteten und veröffentlichten ihre Propagandisten Artikel in ihren Zeitungen, unter Berufung auf die Türken Irans, um zu beweisen, dass sie Türken waren wie sie, und dann kamen die Kaukasier, die an ihre Gefühle appellierten, unter Berufung auf sie selbst, und um zu zeigen, dass sie ihren eigenen, unabhängigen Staat namens „Republik Aserbaidschan“ bilden sollten, auch wenn es keine Beziehung zwischen ihren Ländern und Aserbaidschan gab, außer dass sie ihre Nachbarn waren. Sie ahnten nicht, dass die Menschen im iranischen Azarbaidschan eifrig die Fackel des Iran hochhalten würden, denn sie glaubten, dass sie die Fackel ungern und widerwillig trugen, und dass sie nicht zögern würden, sich vom Iran und der Einheit mit dem Land zu trennen, weil ihr gemeinsames Band der Sprache und des Glaubens und ihrer Einheit von Rasse und Abstammung gleich waren, und sie als Türken verbinden würde. Sie würden dann ihre Hauptstadt Baku auf Tabriz in Iran übertragen, und sie zur neuen Hauptstadt der Republik Aserbaidschan machen. Sie versuchten, ihre Propaganda zu verbreiten und schickten Delegationen, um die Aserbaidschaner in Iran aufzurufen, sich mit ihnen zu vereinen, um sie zu veranlassen, ihnen als Separatisten zu helfen. Ahmad Kasravi schrieb: „Die Presse veröffentlichte Artikel, die geschrieben wurden, um diesem Ziel näher zu kommen und um es zu erreichen, kämpften sie mit der Führung von Aciq Soz. Ihr Herausgeber war der berühmte, talentierte Schriftsteller Mohammad Amin Rasulzade, der Führer der Musavat Partei und die Iraner waren verärgert darüber, dass diese Republik Aserbaidschan genannt wurde, und kaum waren ein oder zwei Artikel zu diesem Thema im Kaukasus erschienen, erhob sich die Teheraner Presse und ging in die Verteidigung und reagierte mit der halboffiziellen Zeitung „Iran“ mit ihrem brillanten, talentierten Schriftsteller Malek osh-Sho’ara Bahar in ihrer Führung.“ Die beiden Zeitschriften polemisierten und diskutierten miteinander, auf eine Art und Weise, die alle Leistungen, und alles, was man im iranischen Azarbaidschan gebaut hatte, demolierte. Die Fragen waren folgende:

Waren Baku, Ganje und andere Länder, die im Südkaukasus gelegen sind, Teil Aserbaidschans und gab es dort eine Begründung für die Menschen in diesen Ländern, ihre Republik „Aserbaidschan“ zu nennen?

Waren die Menschen in Asarbaidschan, Khamse und anderen türkischsprechenden Gegenden des Iran türkischer Abstammung, die aus Turkestan eingewandert waren, oder waren sie Perser, die gezwungen worden waren, Türkisch zu sprechen, weil die Nachkommen Chengiz Khans ihre Länder überrannt hatten, und sie so ihre ursprüngliche persische Sprache völlig vergessen mussten?

„Aber die Polemik, egal wie lange sie dauerte, kam zu keinem Ergebnis, keiner der beiden Seiten erreichte einen klaren Sieg über den anderen, keine der beiden Seiten, sah das Thema aus einer wissenschaftlichen Perspektive, frei von Vorurteilen, sondern jede Seite wollte mit einer historischen oder wissenschaftlichen Grundlage, die sich beide in einem sehr wackeligen und verwirrten Zustand befanden, als ihre Positionen verteidigen, um auf ihren politischen Vorurteilen zu bauen, wie sie es wollten“, schrieb Ahmad Kasravi. Es dauerte von da an nicht lange, da fegte der Bolschewismus über den Kaukasus und die Aufmerksamkeit der kleinen Republiken, ging in eine andere Richtung und es wurde immer dringender, ihre Verteidigungsmittel und ihre Waffen zu verwenden, um ihre eigenen Länder vor ihren Feinden zu schützen, anstatt mit ihren Stiften, andere mit Propaganda zu überhäufen, um sich ihnen anzuschließen.

„Aber diese Fragen sind nicht so rätselhaft, wenn sie fair und frei von Vorurteilen untersucht und beantwortet werden, denn Iran grenzte an die Steppenregionen Turkestans, überfüllt mit umherziehenden türkischen Stämmen und Hirten von Pferden und Vieh“, schrieb Ahmad Kasravi. Die Orte und Siedlungen, zwischen diesen Steppen und Transoxianien bis nach Kleinasien, waren schon seit der Antike für die üppige Vielfalt und der Fülle der Pflanzenwelt und Weiden, sowie ihrer Fülle von weit verbreiteten Gärten bekannt. In der Tat, waren schon in den frühesten Zeiten und vor dieser Zeit, diese Regionen ein Zufluchtsort für diese türkischen Stämme gewesen. Sie nahmen dort Zuflucht, wenn sie vom Feind besiegt worden waren, und sie schlugen einen breiten Pfad bis nach Transoxianien und Syrien, oder in jede andere beliebige Region, die sie wollten, wenn sie in ihren Wüsten hart unter Druck gesetzt wurden, oder es einen Mangel an Weide- oder Grünfutter gab. Die Untaten von Hulagu Khan und seinen Nachkommen und die von Tamerlan, sowie den Seldschuken, einschließlich ihrem brutalen Überrennen des Iran und ihrer Trennung untereinander, waren die Länder jenseits des Amu Darja gewohnt und diese Länder und seine Menschen waren nicht anders, als die ihrer Vorfahren in prähistorischen Zeiten.

Iran hatte keine Mauer wie China, um sie zu blockieren oder zu beschränken, so brachen sie durch die iranischen Grenzen am Amu Darja in den Iran, zusammen mit ihren Kindern, Frauen, Pferden und Vieh, auf der Suche nach Sicherheit unterteilten sie die Weiden der Länge und Breite nach unter sich. Sie ließen sich überall dort nieder, wo sie ihr Vieh weiden lassen konnten und legten dort ihre Leichen ab. Wenn sie ein Land im Auge hatten, nahmen sie es unter Gewaltanwendung für sich selbst, um sich dort anzusiedeln und lebten dort, um zu profitieren und um es zu nutzen. Nicht mehr, als ein oder zwei Jahrzehnte vergingen, bis sie ihr Engagement in ihrem alten Land, jenseits des Amu Darja, vergessen hatten, und sich nicht mehr an ihre alte Heimat erinnerten, geschweige zurückkehren wollten, sondern sie vermischten sich mit den Menschen um sie herum und lernten ihre Kultur, die Art ihrer Kleidung und ihrer Religion zu akzeptieren und anzunehmen.

Die Sprache, ist die intensivste aller Faktoren, die ein Volk vom anderen unterscheidet, und sie ist nicht so einfach und schnell hinter sich zu lassen und wie andere Faktoren zu vergessen. Wenn eine Sprache der anderen Sprache begegnet, konkurriert sie und besiegt sie und hat ihre Position nicht aufgeben, auch wenn sie einen deutlichen Abdruck von ihr erhält und einen großen Korpus von Vokabeln und Ausdrücken von seinem Rivalen übernimmt. Die Türken, die alle diese Siedlungen in Transoxanien erlebt hatten, haben ihre Sprache nicht einfach vergessen oder verlassen, so wie sie viele andere Merkmale verließen und verloren haben. Ahmad Kasravi schrieb: „Da wir hier nur die Absicht haben, diesen Prozess zu erfassen, sollten wir sagen, dass es zwei Möglichkeiten gibt: entweder die Migranten sind nur eine kleine Anzahl, die unter einer indigenen Bevölkerung siedelt, die weit größer und mächtiger ist, um sie zu verschieben. Sie siedeln unter ihnen und leben mit ihnen, in diesem Fall würde es nicht lange dauern, bis sie untereinander heiraten und wegen ihrer geringen Zahl und Schwäche sich integrieren, so dass sie nicht mehr von ihnen unterschieden werden können. Dann hätten sie trotz ihrer türkischen Wurzeln, sie aufgegeben und vergessen müssen, um ihre Position für die persische Sprache oder was auch immer die einheimische Bevölkerung sprach, zu verlassen. Andernfalls könnten die Nomaden eine große Bevölkerung mit Macht und Ausdauer gewesen sein, die, wenn sie sich in einem Gebiet ansiedelten, es besetzten und die Menschen, die dort lebten, vertrieben haben, oder sie unterjochten und unabhängige Dörfer und Städte bauten. Im Fall der Aq Quyunlu und Qara Quyunlu Stämme, zum Beispiel, war es für sie keine Frage auf Türkisch gegen jede andere Sprache zu verzichten, sondern es war die einheimische iranische Bevölkerung, die unter ihre Herrschaft geriet und mit ihnen vermischt wurde, in sie assimiliert wurde und zusehen musste, wie ihre Sprache turkisiert und in die türkische Sprache verändert wurde, und nicht anders herum.“

Kurz gesagt, Türkisch sprechende Menschen in der iranischen Bevölkerung, die in jeder Region des Iran verbreitet wurden, waren nicht Perser, die gezwungen wurden, ihre ursprüngliche Sprache aufzugeben und zu vergessen, um Türkisch zu lernen. Niemand sprach Türkisch als unmittelbare, aufgezwungene Folge der türkischen Eroberer in Iran, so wie sich dieser Mythos in Iran verbreitete und heute noch in einigen Köpfen sitzt. Die Türkisch sprechenden Menschen sind nichts anderes, als die Nachkommen der Türken, die in alten Zeiten von Turkestan auf der Suche nach Sicherheit und Weideland in Richtung Westen gewandert waren, und sie wurden die Sieger über Iran und breiteten sich überall, hier und da, aus, besiedelten Landstriche und vermischten sich mit der Bevölkerung im Laufe der Zeit und folgten ihnen, wegen dem Mangel an eigener Kultur, hinsichtlich den Sitten und der Kleidung und der Religion der Besiegten, obwohl sie ihre türkische Sprache behielten, und ihre Nachkommen sprechen sie immer noch, obwohl es auch einige dieser Türken gibt, die in der einheimischen Bevölkerung assimiliert sind und ihre Sprache vergessen haben.

Der Nachweis, der diesen Anspruch zusätzlich zu dem, was oben beschrieben wurde, beweist, stammt aus Geschichtsbüchern. Um ein Volk zu zwingen, die Sprache, in die es hineingeboren worden war, aufzugeben und zu vergessen, und eine Fremdsprache gegen ihren Willen zu sprechen, haben auf das Extremste die Araber, an erster Stelle, betrieben. Sie besiegten die Iraner und nahmen ihre Fürsten und Könige gefangen und entwurzelten ihre Herrschaft und herrschten über ihr Land und beraubten sie ihrer Unabhängigkeit und verbreiteten unter ihnen ihren Islam und ihren Koran und regierten sie Jahrhunderte und machten Arabisch zur Sprache der Bürokratie und des Schriftverkehrs, und die Gerichte verboten den Menschen das Schreiben in einer anderen Sprache und ließen unter den Besiegten zwei- oder dreitausend Dichter und Gelehrte, die Arabisch zu lehren hatten, Arabisch breitete sich aus und wurde zur Gewohnheit und schafften so einige hunderttausend Autoren mit dieser Sprache, aber trotz alledem waren die Araber nie in der Lage, die Iraner dazu zu bekommen, ihre persischen Sprache zu verlassen und es durch Arabisch zu ersetzen. So sprechen wir heute als eines der wenigen Länder der Welt die von den Arabern überfallen wurden, immer noch Persisch. Dies ist zusätzlich zu den Unterschieden zwischen den beiden Seiten, in Aussehen und in den Unterschieden in der Sinnlichkeit und im Charakter zu erwähnen, die nicht nur durch einen Unterschied in der Rasse der einheimischen Bevölkerung erklärt werden kann. Man kann nicht behaupten, dass die Menschen in Azarbaidschan oder alle Türkisch sprechenden Menschen in Iran reine Türken, wie ihre Verwandten bei den Türken von Turkestan sind, diese Behauptung ist im einfachen Sinne eine Lüge. Ebenso kann man nicht behaupten, dass Azearbaidschan seit der Antike eine Wiege der türkischen Kultur gewesen sei,  es waren die Meder, die in Azarbaidschan, Hamadan und Eraq  Tausende von Jahren vor ihnen lebten, sie waren keine Türken, wie von einigen extremistischen türkischen Politikern behauptet wird. Ein solcher Anspruch ist nichts anderes, als eine Verfälschung der Geschichte.

Welches Türkisch?

Ahmad Kasravi schrieb: „Es ist klar, dass jede Sprache, die durch die Menschen von verschiedenen Völkern in verschiedenen Regionen und ferne Weiten getragen und verteilt wird, und in Kontakt mit zahlreichen anderen Sprachen kommt, und von den siedelnden Menschen und Nomaden, Städtern und Dorfbewohnern gesprochen wird, sich in verschiedene Dialekte aufteilt, wie es das Arabische und Persische zum Beispiel getan haben. Natürlich ist das iranische Türkisch, oder Azarbaidschanisch nicht dieselbe Sprache, wie das Türkische in Turkestan, – die Wiege der türkischen Sprache, noch ist sie die gleiche wie die, die im Osmanischen Reich gesprochen wurde, noch ist sie die gleiche, wie jene Sprache, die im Kaukasus oder in Kirgisien oder von anderen russischen Muslimen gesprochen wird. Jeder dieser Dialekte unterscheidet sich voneinander, und in einigen Fällen können die Menschen dieser Sprachen nicht leicht miteinander kommunizieren. Es ist nicht schwer als Maßstab den Unterschied zwischen den einzelnen Dialekten zu erkennen, wenn man die Entfernungen zwischen den Territorien dieser Völker, die Türkisch als Sprache sprechen, miteinander vergleicht: die kaukasischen Länder verbinden Azarbaidschan mit dem osmanischen Territorium und Turkestan, Astrachan, Dagestan und Qazan usw. und so ist das kaukasische Türkisch seiner Schwester näher als dem Türkisch in Azarbaidschanisch, und bildet eine linguistische Verbindung mit anderen Sprachen der anderen genannten Länder. Aber wir sollten das azarbaidschanische Türkisch, als eine verfeinerte eigene Sprache berücksichtigen, denn sie hat all das, was eine Sprache braucht, um eine verfeinerte Sprache zu sein, trotz der Tatsache, dass es keine Literatursprache ist, hat sie in sämtlichen Kriterien und Eigenschaften, die sich von vielen anderen verfeinerten Sprachen unterscheiden würde, und es ist richtig, das zu diskutieren, Meinungen auf den Kopf zu stellen und ein paar von diesen Kriterien zu erwähnen.“

Ahmad Kasravi schrieb weiter: „Es gibt eine Fülle von Zeiten und Formen. Somit hat die Vergangenheitsform dieser Sprache vierzehn Modi. Ich sage vierzehn Modi und nicht vierzehn Formen [sighe = gram. Paradigma] wie im Arabischen, während die arabischen und persischen Sprachen nicht mehr als vier oder fünf Formen der Vergangenheit verwenden, wie Dahab , qad Dahab , Dahab kan [= er ging, er war gegangen, er ist gegangen]. Aber das arabische Imperfekt, das einen Platz in den meisten Sprachen zwischen der Gegenwart und der Zukunft besetzt, hat jede vier Formen : eine, das Präsens, eine das Post-Präsens oder die nahe Zukunft, und die beiden Formen, das Konditional und die Wunschform, zusammen mit der Zukunft, wird im Arabischen im Imperfekt durch das Hinzufügen der Silben „sin“ oder „sawf“ ausgedrückt.“

Das Fixieren der Substantive und ihre Konstruktionen, sowie ihre Fähigkeit, jede ähnliche Bedeutung auszudrücken ist ein weiteres Merkmal. Man findet hunderte von Bedeutungen, die nicht in die meisten anderen Sprachen übersetzt werden können. Im Persischen, beispielsweise, drücken die Bedeutungen „ofharwal“, „ada“ und „rakadh“ mit einem Wort aus ,“david“ [= lief]. Aber in Türkisch, hat jedes von ihnen sein eigenes separates Wort.

Er schreibt weiter: „Sie ist im Besitz von schlichten und einfachen Regeln, frei von Unregelmäßigkeiten und einem Passiv und einem Kognitiv, das es in den meisten Sprachen nicht gibt. So wird im Persischen und Englischen gesagt: „Zaid und Amr schlagen sich gegenseitig“, anstatt „Zaid schlägt Amr“ und „Zeid wurde geschlagen“ anstatt „Zaid wurde geschlagen.“ Das ist eine Unregelmäßigkeit, die in der persischen Sprache, die Regel ist, und nicht entfernt wird. Aber in Türkisch, fügen wir dem Verb etwas hinzu und es wird zum Kognitiv und wenn man „olma“ hinzufügt, wird es Passiv, und wenn man „dir“ hinzufügt, wird es zur transitiven Form: „verdi“ = geschlagen ,“vurushdi“ = schlug einander, „vuruldu“ = geschlagen wurde, verursacht „vurdu [r] du“ = ihn zu schlagen. Regelmäßigkeit der grammatikalischen Gesetze sind ein weiteres Merkmal. Die Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten sind selten, im Gegensatz zum Persischen und den meisten europäischen Sprachen, die viele unregelmäßige Verben und Ausnahmen von ihren Regeln haben, ganz im Gegensatz zum Arabischen, die viele schwache Verben haben. Die Existenz eines besonderen Zeichens für den Infinitiv, „makh“, unterscheidet sie vom Substantiv und den anderen Formen, im Gegensatz zur arabischen Sprache. Die Existenz der Mittel der Betonung erzielt man, indem „b“ oder „m“ dem ersten Buchstaben hinzugefügt wird.; „qap qara = stockdunkel oder pechschwarz“. Dies ist die Regel der Betonung bei Farben. Es gibt die Existenz von Wörtern durch Veränderungen in den ersten Buchstaben, mit der Wirkung ihrer Verallgemeinerung; Ketab – Metab = das Buch.“

Die türkische Sprache in Iran, ist lediglich eine gesprochene und keine literarische Sprache. Wir wissen heute nicht, was sie während der Zeit des Hulagu Khan und seiner türkischen Nachkommen war. War es die Sprache des Gerichtshofs und des Schreibens unter seiner Herrschaft oder nicht? Aber nach dem, was wir in der letzten Zeit hören und sehen, wurde sie verachtet und als die von Ausländern gesprochene Sprache beschimpft, und diese Verachtung und Abneigung gegen sie blieb auch bis zu den Tagen jener Könige des Iran, die Türkisch sprachen, aus der Safawiden- und Qajarendynastie. Tatsächlich war Türkisch in der Zeit der Safawiden Herrschaft das Schlimmste, denn die Flammen des Krieges zwischen dem Iran und den osmanischen Türken brannten. Dieser Konflikt entstand in der Zeit von Shah Esma’il, der erste Shah der Safawiden, bis hin zu den Tagen von Shah Sultan Hossein, der letzte ihrer Dynastie, und die Artikulierung, durch die Iraner von diesem Tag ihres Widerstandes gegen die Osmanen an, war in diesem Konflikt einmal die Sprache, die sie sprachen, involviert. Ahmad Kasravi schrieb dazu: „Das Schicksal der armen türkischen Sprache in diesem Zeitalter war nicht besser, als das Schicksal einer schönen jungen Dame, die jemand, dessen Familie in einer Blutfehde mit ihrer Familie war und ihre Wut und Abscheu für die Verbrechen ihrer Familie gegen sie freien Lauf ließen und sie demütigen und in ihr einen Weg sehen den Durst in ihren Herzen zu löschen. Als ob das noch nicht genug wäre, schrieben nur wenige unter den Kindern in Türkisch, da sie nichts anderes schreiben konnten als Persisch.“ Tatsächlich sind die meisten von ihnen nicht in der Lage, Türkisch gut zu lesen, und betrachten es einfacher, dies in Persisch zu tun. Während der Konstitutionellen Revolution von 1905 schrieben über dreißig Zeitschriften und veröffentlichten in Tabriz und anderen Städten Azarbaidschans ihre Artikel, aber nur drei von ihnen schrieben in der türkischen Sprache, und die wenigen Artikel, die in Türkisch erschienen, kann man sich an den Fingern einer Hand abzählen. Darüber hinaus betrachten wir die Gelehrten und Dichter, die in den letzten Jahrhunderten geboren wurden und gewirkt haben. Die berühmten Dichter aus Azarbaidschan und Khamse wurden für ihre Eloquenz und der Exzellenz ihrer Verse großer Ruhm zuteil, und nur wenige von den Versen wurden in der türkischen Sprache geschrieben. Da azarbaidschanisches Türkisch in den meisten Büchern und Zeitschriften fehlt, ist das der Grund, weshalb ihre Kinder nicht gewohnt sind, türkisch zu lesen und lieber auf Persisch lesen.

Quelle: Das syrische Magazin al-Irfan, vol. 8, no. 2, 3, 4, 5, aus den Jahren 1922, 1923

Von Ahmad Kasravi, ursprünglich veröffentlicht in al-Irfan, übersetzt aus dem Arabischen ins Englische von Professor Evan Siegel

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10 Gedanken zu „Die türkische Sprache in Iran

  1. Dorud, finde den Artikel sehr interessant. Auch ich war zuerst gegen den Pan-Türkismus oder Turanismus, aber mir ist mit der Zeit klar geworden, dass man diese türkischen Stämme nicht alle in einem Topf werfen kann. Zwar stammen sie fast alle vom Urvater Dschingis Khan ab, jedoch haben sie durch die Völkervermischung eine neue Identität erlangt. Das kann -wie hier von Ahmad Kasravi erklärt- auch anhand der Sprache erkannt werden. Der Anteil der Azeris ist im Iran natürlich am grössten, aber auch andere „mongolisch“ stammende Völker wie die Türkmenen sollten hier nicht zu kurz kommen. Für mich persönlich sollte man die Türkei in eine eigene Kategorie einteilen, da sie sich zu sehr von den anderen Völkern differenziert. Was mir bei diesem Artikel aufgefallen ist und dabei von Herrn Kasravi nicht beachtet wurde ist, dass vor der mongolischen „Invasion“, also in der Zeit der Hochblüte Persiens das genau Gleiche mit den anderen Völkern rund um Persien geschah. Auch die Perser oder besser gesagt die iranisch stämmigen Menschen besiedelten das Gebiet rund um Persien auch bis nach China. Das sieht man anhand der dort heut lebenden chinesischen Tajiken, die eine iranische Sprache sprechen. Ich glaube die iranische Kultur wurde damals verbreitet und hat sich mit den anderen Kulturen vermischt und gelangte dann in seine damalige Mischform mit der Herrschaft der Mongolen nach Persien zurück, wo sie sich noch einmal vermischte . Die Sprache ist vielleicht nicht überall erhalten geblieben, aber man kann dies auch anhand von den Kleidern, Musik und allgemein der Kultur ausmachen.
    Ausserdem werden hier die Perser mit den Türken verglichen. Perser sind wiederum eine Ethnie der iranischen Völker, machen aber durchaus den grössten Anteil aus. Zu dieser Kategorie gehören ausserdem noch die Afghanen, Bakhtiari, Tajiken etc. etc. Geklärt ist jedoch immer noch nicht zu welchem Stamm die Kurden gehören, obwohl sie auch eine iranische Sprache sprechen.
    Allgemein wollte ich noch sagen, dass Iran ein Land mit sehr vielen Ethnien ist, worauf ich sehr stolz bin. Obwohl ich die Araber hasse, gehört auch diese 2% Minderheit zu unserer Kultur. Ich hasse diejenigen, die uns Iraner separieren möchten. Fast meine ganze Familie stammt aus Dörfern in Khorâsân ab , was mich zu einem fast reinen Perser macht, da dort die Araber fast keinen Einfluss hatten. Das ist aber kein Grund mich überlegen zu fühlen und die anderen Ethnien zu verspotten. Ich lache zwar aus Gewohnheit über die „torki“ Witze, aber eigentlich sind die Azeris sehr gescheite Leute und nicht dumm, wie in diesen Witzen dargestellt.

    Hier noch ein schönes Lied auf Pârsi, gesungen von einer Usbekin.
    In Samarqand, Usbekistan wird neben Usbekisch (mongolische Sprache) auch von vielen Pârsi gesprochen

    Mit freundlichem Gruss
    Pedrâm

    • Pedrâme gerâmi, danke für Dein Feedback. Leider herrschen in den Köpfen mancher Iraner der Faschismus und der Separatismus. Es gibt zwei Sorten von ihnen, die eine will sich reinrassisch und arisch sehen und die andere Sorte will sich von anderen abkapseln und separieren! Diese beide Sorten und Gruppierungen sind die Verlierer! Der Iran ist ein Vielvölkerstaat, schon zu Beginn seiner Geschichte!

      Jâvar xoš

      • Diese separatistischen Gedanken sind auch ein Grund dafür warum wir keine Revolution anfangen können. Im Iran haben wir das Problem, dass die Menschen egoistisch denken. Durch den Islam wurde diese Zusammengehörigkeit des arischen Volkes zerstört und muss jetzt in der Zukunft aufgebaut werden. Arier im Sinne Kuroshs gehören nicht einer Rasse an wie im Nationalsozialismus definiert. Es ist ja bekannt, dass der grosse Kurosh die Kulturen förderte und sie nicht versklavte. Daraufhin schworen im viele Menschen aus verschiedensten Länder und Kulturen ewige Treue. Sie gehörten Persien an, konnten aber ihre Kultur weiterhin praktizieren. Einige nahmen die persische Sprache an. All diese Länder und Kulturen, die an der Bildung des iranischen Volkes und Hochkultur teilhatten, nenne ich Arier. In dieser Kategorie gehören sowohl die Perser selber wie auch z.B die Juden, welche ich durchaus als Volk ansehe.
        Schlimm ist, dass durch dieses Regime all diese Ethnien zu flüchten versuchen und z.B die Kurden gegen uns Krieg führen und ein separates Kurdistan anstreben, obwohl sehr viele iranische Elemente in ihrer Kultur vorhanden ist so z.B das Nouruz-Fest. Vielleicht können sie sich mit der Türkei, Syrien oder Irak nicht identifizieren, aber sich von Iran abzuspalten, ist sehr fraglich.

        Auch dieser Artikel hat mich sehr traurig gemacht. Die Afghanen wurden viele Jahre als Arbeitervolk im Iran missbraucht. Jetzt will sie das Regime rausschmeißen.
        http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/keine-spur-von-islamischer-solidaritaet-1.18233532

        • In der Tat! Arier heißt: Edler Mensch in Gedanken, Reden und Verhalten! Sogar die Afghaner sind unsere Brüder und Schwester und ja, leider behandelt das Mullah-Regime alle Menschen im Iran schlecht.

  2. Der Artikel ist interessant und auch hochbrisant, denn viele Iraner können nicht wahrhaben, dass die Türken in den letzten Jahrhunderten die Geschichte des Irans sehr beeinflusst haben.

    Aber nochmal kurz zu dem Terminus „Arier“:
    Vor dem Einbruch des Islams war die ethnische Komponente unter den alten Iranern sehr wichtig. Man muss verstehen, dass die Bezeichnung „Arier“ sowohl von den alten Indern und Iranern verwendet wurde, ABER nur bei den Iranern wurde der Begriff „Arier“ (av. Airya, altp. Ariya) zur ethnischen Selbstbetzeichnung! Und bis setzt sich das fort, ist doch das Wort „Iraner“ aus dem iranischen Airya bzw. Ariya entstanden. Wenn sich die alten iranischen Völker als „Arier“ bezeichneten, so war das einfach nur die ältere Bezeichnung für „Iraner“
    Genauso wie der Landesname: Das neupersische „Iran“ entstand aus mittelpersisch „Eran“ und dieses wiederrum ging auf ein leider nicht schriftlich überliefertes altpersisches Wort „Ariyana“ bzw. dem avestischen Wort „Airyana (vaejah)“ („Land der Arier“) zurück. Der griechische Autor Strabo wandelte es in „Ariana“ um und bezeichnete in seinem geographischen Werk damit das Gebiet, das mehrheitlich von iranischen Stämmen bewohnt war.

    Unter den Iranern war die arische bzw. iranische Abstammung sehr wichtig; in seiner Grabinschrift ließ Darayavahush (Dareios I.) schreiben:
    „I am Darius the Great King, King of Kings, King of countries containing all kinds of men, King in this great earth far and wide, son of Hystaspes, an Achaemenian, a Persian, son of a Persian, an Aryan, having Aryan lineage.“

    Auch im Avesta, der ältesten iranischen Überlieferung, wird durchgehend von den arischen Gegenden gesprochen in denen die Arier lebten. Diese wurden ethnisch den Anariern (An-airya)entgegengesetzt.
    Die arischen Stämme waren verbunden durch eine arische Sprache, arischen Traditionen und arischer Glaubensvorstellungen mit natürlich lokalen und stammestypischen Unterschieden. Jede von ihnen berief sich auf ihre Abstammung.

    Nach dem Angriff der Araber löste sich allmählich das ethnische Band der Arier auf und zwar durch den Einzug einer fremden, semitischen (unarischen) Religion, der Vernichtung von ganzen iranischen Völkern, Verschmelzung mit anderen Völkern und die Migration von Türken, Arabern etc. Das Land heisst zwar noch „Iran“ und die Personen, die darin leben, nennen sich „Iraner“, aber das Band, dass diese zusammenhält, ist nicht mehr einst auch von ethnischer Natur, sondern größtenteils durch gemeinsame Sprache und Kultur. Die iranische Kultur hatte schon immer eine starke Assimilationskraft und das hat dafür gesorgt, dass nach dem Untergang des Irans sein Glanz und seine Kultur noch bis heute durch die Jahrhunderte der Fremdherrschaft nachhallt. Ich mein, niemand kann heute beweisen, dass er von iranischer (arischer) Abstammung ist, aber TROTZDEM bekennen sich ALLE zur iranischen Kultur und fühlen sich als Iraner. DAS muss man sich im Gedächtnis rufen! Wisst ihr, vielleicht bin ich ein gemischter Nachfahre von Mongolen, Arabern, Türken etc., aber ich identifiziere mich mit dem Iran und seiner arischen Mythologie und Kultur. HEUTZUTAGE spielt die Ethnie keine große Rolle mehr im Iran und das ist ein Vorteil, denn dadurch konnte das Konzept von Iran und die iranische Kultur bis heute überleben!

    Zende baad Iran!

      • Nichts zu danken, Fartaab-jaan! 😉
        Ich finde es neuerdings komisch, wenn die Mehrheit der Iraner im Ausland sich als „Perser“ ausgeben, denn die Perser von einst waren nur ein Stammesverband unter den zahlreichen altiranischen Völkern. Okay, wir sprechen in Iran die neupersische Sprache, die aus mittelpersisch und altpersisch entstanden ist, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass all diese Iran wirklich von den antiken Persern abstammen (persischstämmig). Früher wollte ich immer wissen, wie mein Stammbaum ist, weil ich konnte mich nur als Iraner fühlen, wenn ich sicher davon ausgehen konnte, dass ich auch ethnisch ein Iraner bin. Aber heute ist mir das egal, denn allein durch meine Sprache und kulturellen Zugehörigkeit bin ich ein Iraner. Was in meinem Blut fließt ist unwichtig. Das ist die Stärke der iranischen Identität!

  3. Dorud Bahram,
    Danke für deinen Beitrag. War interessant zu lesen. Es gab sie sicherlich einmal diese arischen Völker und gibt sie sicher immer noch. Nicht jeder kann von sich aus sagen, dass er reiner Perser ist. Aber dennoch gibt durchaus einige, die das sagen können beispielsweise die Bakhtiaren, welche wie einige andere Stämme in den Bergen gelebt haben und sich seit Jahrtausenden nie vermischt haben mit anderen Völkern, so ist auch ihre Sprache erhalten geblieben und hat nur sehr geringen arabischen Einfluss. Stadtbewohner haben es schwierig ihre Herkunft zu definieren. Ich z.B bin ein Nachfahre von Dorfbewohnern aus Dizbâd e Bâlâ in Khorâsân. Auch dort hatten die Araber sehr wenig Einfluss außer natürlich auf die Religion, denn wir sind ein ismailitisches Dorf, Unsere alte Kultur und Sprache ist dort erhalten geblieben. Leider ist es so, dass mittlerweile viele von dort nach Mashad oder Neyshabur gezogen sind. Aber wie es üblich ist oder war, heiratete man meistens ein Familienmitglied. Das hat zwar viele Nachteile, aber so gab es natürlich keine Vermischung mit anderen Völkern. So bin ich ziemlich sicher, dass ich Perser bin.
    Vor der Zeit des Islam gab es sicherlich auch die Völkervermischung, aber nicht mit diesen unzivilisierten Arabern, sondern mit Hochkulturen wie die Assyrier, Ägypter, Babylonier, etc.
    Kulturell und geschichtlich sind alle Völker Irans Iraner.Aber nicht jeder, der die dominierende persische Sprache (Pârsi) spricht, ist automatisch Perser. Erstens weil die Sprache nicht unbedingt ausschlaggebend ist und weil zweitens Pârsi wiederum eine von vielen iranischen Sprachen und Dialekten ist.

    Liebe Grüsse
    Pedrâm

    • Und eines sollte man nicht vergessen: Umgekehrt kann man durchaus bei einigen sagen, dass sie arabische Einflüsse haben. Solche Dreckskerle nennen sich Seyed und sind auch noch stolz darauf. Das ist ein Produkt der arabischen Gehirnwäsche.

  4. Finde die Artikel extrem rassistisch orientiert, einseitig arisch/iranisch und gegen jedes fremde Volk gerichtet, welches den Iran besiedelte. Das mag dir jetzt zu wider sein, aber wären die Iraner nicht solche Feiglinge und Egoisten die stehts den Weg des geringsten Widerstandes gehen, wären vielleicht viele dieser schrecklichen Dinge nicht passiert. Und wenn man andere Völker über Jahrhunderte unterdrückt, werden diese hald irgendwann zurückschlagen. Ich bin ein grosser Fan des alten Persiens, auch des Shah aber auch anderer Dynastien die stehts als Sündenböcke dargestellt werden. Aber auf Leichen herumzutreten bringt euch/uns auch nicht weiter! lg eines Befürworters des Vielvölkerstaates

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