Iranische Mythologie II – Gayōmard und die Entstehung der Menschheit

111von Bahrâm

In meinem letzten Artikel behandelte ich das Wesen des Urrindes und seine herausragende Rolle für die Erschaffung der Tiere der guten Schöpfung.

In der iranischen Mythologie stammt auch die Menschheit von einem Urwesen ab, das persönlich vom einzigen Schöpfer Hormazd erschaffen wurde. Dieses Urwesen erleidet das gleiche Schicksal wie Gāve-iektā-āfaride; es wird durch Ahriman grausam aus seinem Leben gerissen. Aus seinem Samen entsteht dann zunächst 50 Jahre später das erste Menschenpaar, Mašyā und Mašyāna und diese alte iranische Geschichte, wird später sehr ähnlich in die nordische Mythologie als Ask und Embla und dann als Adam und Eva in die heiligen Bücher der abrahamitischen Religionen eingehen.

Das menschliche Urwesen bzw. der Urmensch der iranischen Mythologie trägt den Namen Gayōmard, welches die mittelpersische Form des avestischen Namens „Gaya maretan“ ist. Gaya maretan heißt so viel wie „sterbliches Leben“; Gaya bezeichnet hierbei „Leben“ und ist direkt mit dem griechischen Wort „Gaia“ verwandt, maretan bedeutet „sterblich“. Sinngemäß lässt sich Gaya maretan auch als „sterbliches Wesen“ übersetzen, was den Kern der Sache gut trifft. Im Neupersischen wurde dann aus dem Namen Gayōmard „Kiumars“ geformt, so wie es im Ŝāhname von Ferdowsi beschrieben ist. Auch heute ist Kiumars in Iran noch ein sehr beliebter Vorname. Ich werde in diesem Artikel jedoch ausschließlich die mittelpersische Variante Gayōmard benutzen, da diese im Gegensatz zum neupersischen Kiumars noch die avestische Abstammung des Wortes klar erkennen lässt.

Die Hauptquelle für Gayōmard und die Verbreitung der Geschichte des Menschengeschlechtes war das umfangreiche Chehrdād-Nask, welches jedoch leider in den Wirren der arabischen Invasion in seiner Gänze verloren gegangen ist. Vom Chehrdād-Nask ist im Dinkard [1] nur eine kurze Zusammenfassung des Inhalts erhalten geblieben. Laut dieser Zusammenfassung gab das Chehrdād-Nask die Geschichte der Menschheit wieder, von der Erschaffung Gayōmards bis hin zu der Entstehung der verschiedenen Menschengeschlechter:

The Chihrdad contains particulars about the race of mankind; how the formation of the first man, Gayomard, by Ohrmazd was for the manifestation of the bodily form (kerpih); and in what manner the first couple, Mashye und Mashyana arose. 2. About their progeny und lineage during the entire progress of mankind in the central region Xwaniratha, and the distribution from them into the six regions which are around Xwaniratha” (1)

Das Chehrdād-Nask enthielt auch die vollständige chronologische Erzählung der ersten iranischen königlichen Dynastien bis zum Regierungsantritt von König Goštasp [2]

Inhaltlich überschneiden sich diese Erzählungen im Chehrdād-Nask mit dem Ŝāhnāme-Epos von Ferdowsi, was darauf hinweist, dass Ferdowsi einen Teil seiner Quellen aus den Resten des Chehrdād-Nask schöpfte. Wenn man sich vom Ŝāhnāme jedoch die Aufklärung über Gayōmard und die Entstehung des Menschengeschlechtes nach der Sicht der iranischen Mythologie erhofft, so wird man enttäuscht werden. Zwar wurde Gayōmard als Kiumars von Ferdowsi in seinem Epos eingeführt, doch er hat dort seine ursprüngliche Rolle verloren.

Gayōmard ist im Ŝāhnāme nämlich nicht mehr das erste menschliche Wesen der Welt, sondern der erste König der Pishdādiān-Dynastie [3]. Dies ist ein schwerwiegender Bruch in der mythologischen Tradition des iranischen Volkes. Nicht nur, dass Gayōmard nach der originalen Tradition der erste und einzige Mensch der Welt war (und damit als König ausgeschlossen ist), sondern es wird in den zoroastrischen Texten auch explizit darauf hingewiesen, dass Hušang [4] der erste iranische König war, der über die damalige Welt herrschte. Im 8. Kapitel des Dinkard bei der Inhaltswiedergabe des Chehrdad-Nask steht geschrieben:

„[…] The original establishment of law and custom; that of village superintendence, for the cultivation and nourishment after the world, based upon the traditional early law; […] and that of monarchy, for the protection and government of the creatures, upon Hooshang the Peshdadian“ (2)

In den avestischen Texten wird unter den iranischen Königen, die die Opferzeremonien für verschiedene Yazdān durchführten, Hušang immer an erster Stelle genannt. (3)

Hušang ist in der iranischen Mythologie der erste König der über die Welt herrschte und nicht Gayōmard. Die ursprüngliche Sage von Gayōmard und der Entstehung der Menschheit, können wir also im Ŝāhnāme nicht ausfindig machen; das Chehrdād-Nask, das detailliert über diese Sage berichtet, ist leider verlorengegangen.

Glücklicherweise sind die Erschaffung von Gayōmard und die Entstehung des Menschengeschlechtes noch größtenteils im Bondaheš erhalten. Dieses Werk war auch die Hauptquelle für meinen Artikel um die Sage des iranischen Urrindes. In der Avesta selbst, ist die Sage von Gayōmard nur angedeutet, er ist dort hauptsächlich Gegenstand von Anpreisungen; meist in Zusammenhang mit dem Urrind.

„Wir beginnen  mit der Preisung und Anbetung des [Ur-]Stieres, des Gaya maretan (…)“ (4)

„Preisung dem Fravashi des Stieres, des Gayo-marethan (…)“(5)

Das Farvahar des Gayōmard wird auch an verschiedenen Stellen der Yasna-Liturgie angerufen, da dieser als Vorfahre der gesamten Menschheit den Zoroastriern verehrungswürdig erscheint.

„Des Gaya-merethna, des reinen, Fravashi preisen wir“ (6)

„Wir verehren den Fravashi die wohlgeschaffene Kuh und den Gaya-merethna den Reinen.“ (7)

Im Farvardin-Yašt ist eine Stelle enthalten, nach der Gayomard das erste menschliche Wesen war, welches Hormazd anpries:

„Den Fravashi den reinen Gayo-maratan preisen wir, der zuerst den Sinn des Ahura-Mazda erhörte und seine Befehle, aus dem er schuf das Geschlecht der arischen Gegenden, den Samen der arischen Gegenden.“ (8)

Hier wird auf das Entstehen des ersten Menschenpaares Mašyā und Mašyāna aus dem Samen von Gayomard angespielt, welche die Eltern der arischen und auch nicht-arischen Völker sind.

Die Erschaffung von Gayōmard

Gayōmard wurde vom iranischen Schöpfergott Hormazd nach der Erschaffung des Urrindes „Gāve-Iektā-āfarideh“ aus Erde geschaffen und zwar vom Tage Rām im Monat Dei bis zum Tage Anaghrān im Monat Sepandārmazd  (ein Zeitraum von 70 Tagen); er ist das sechste Ding, der materiellen Schöpfung. (9)

Hormazd erschuf ihn „im besten Land aller Länder“, im Mittelpunkt der Erde, in Irān-Viĵ. Beide Urgestalten lebten am Fluss Veh-Rūd; Gayōmard auf der rechten Uferseite und Gāve-Iektā-āfarideh auf der linken Uferseite. Beide waren vom Fluss jeweils gleich weit entfernt.

Gayōmard war eine herrliche, große Gestalt (3 Nāy das sind ca. 9 m), die wie die Sonne strahlte, denn sein Wesen war fest mit der Sonnenspähre verwoben (So wie das Urrind mit der Mondspähre verbunden war). (10)

Gayōmard wurde mit zwei Augen, zwei Ohren, einer Zunge und dem „Daxšak“ gesegnet. Daxšak bezeichnet in der iranischen Mythologie das Konzept, dass die Menschen aus seinem (dem Gayōmard) Samen entstehen werden. Dazu ließ Hormazd aus der Helligkeit und des Himmels den Samen der zukünftigen Menschen entstehen. Diese Samen bezogen anders als der Rest der materiellen Schöpfung ihre Herkunft nicht etwa aus dem Wasser, sondern aus dem Feuer. (Die gesamte materielle Schöpfung war nämlich am Anfang ein Wassertropfen; deshalb wird in der Feuer-Konsistenz der Samen betont). Den Samen für die Menschen pflanzte er in den Körper von Gayōmard, da die Vermehrung der Menschen seine Aufgabe war. (11)

Für 3000 Jahre lebte Gayomard auf der rechten Uferseite des Veh-Rūd, friedlich in der Nähe des Urrindes mit ihm zusammen.

Schicksalsbestimmung

Nachdem es Ĵāhi nach Ablauf dieser 3000 Jahre gelang, Ahriman aus seiner Apathie zu erwecken, drang dieser mit seinem bösen, dämonischen Heer in die gute Schöpfung ein. Diese peinigten die einzelnen 6 materiellen Schöpfungen in der Reihenfolge, wie sie Hormazd zuvor erschaffen hatte. Während die bösen Mächte sich daran machten, das Urrind zu töten, brachte Hormazd den erholsamen Schlaf, in Gestalt eines fünfzehn-jährigen Jungen zu Gayōmard, der sodann einschlief.

Als er später erwachte, sah er das ganze Ausmaß der Zerstörung. Die Welt war stockdunkel, so, als wäre es mitten in der Nacht. Die Erde war derart mit Xerafstars [5] bedeckt, dass nicht einmal ein Raum von der Größe einer Stecknadel von ihnen frei war. (12)

Nachdem es schließlich Ĵāhi gelang das Urrind zu töten, überlegte Ahriman:

„Ich habe alle Geschöpfe des Hormazd außer Kraft gesetzt, außer Gayōmard“ (13)

Um dem nachzukommen, startete er einen Angriff auf ihn, in dem er den Dämon Astuiād [6] und 1000 andere todbringende Divs [7] auf Gayōmard hetzte. Sie mussten jedoch verwundert feststellen, dass Gayōmard nicht zu töten war.

Denn der Genius der unendlichen Zeit, Zōrvān [8], bewirkte schon lange vorher, dass ab dem Eindringen von Ahriman in die Schöpfung, das Leben von Gayōmard auf 30 Jahre festgelegt wurde. Er sprach:

„Das Leben und die Herrschaft von Gayōmard wird auf 30 Winter beschränkt werden“ (14)

In diesem Zeitraum würde es nicht möglich sein, ihn in irgendeiner Weise zu vernichten. Ahriman lenkte angesichts dieser Bestimmung schließlich ernüchtert ein und befahl die Beschmutzung der anderen materiellen Schöpfungen.

Gayōmard, der sich dieser Ereignisse und ihrem Einfluss auf die Zukunft der Menschheitsgeschichte bewusst wurde, sagte anschließend:

„Jetzt, wo Ahriman gekommen ist und die Menschen aus meinem Samen kommen werden, ist es das Beste aller Dinge wenn sie gute Taten verrichten werden“. (15)

Denn jetzt in der Vermischung von Gut und Böse haben die zukünftigen Menschen die Wahl, entweder das Gute in der Welt zu verbreiten oder das Böse zu vermehren. Da Hormazd nicht allmächtig ist und das Böse nicht einfach vernichten kann, ist er auf die Menschen angewiesen, denn nur sie bzw. die Fravahars sind imstande auf der irdischen Ebene das Böse aus der Schöpfung zu verdrängen. Da der freie Wille in der iranischen Mythologie eine große Rolle spielt, kann man verstehen, wenn Gayōmard sich über die guten Taten der Menschen erfreut.

Gayōmard konnte also anders als das Urrind noch für genau 30 Jahre auf der „beschmutzten“ Welt sein Dasein fristen. Das Schicksal von Gayōmard stand nach dem Angriff von Ahriman sprichwörtlich in den Sternen (eigentlich in den Planeten). Zōrvān verfügte zwar die Begrenzung seiner Lebensdauer, aber der wahre Grund für sein Schicksal wurde auf die Konstellationen der 2 Planeten Jupiter und Saturn zurückgeführt. Der Bericht darüber gibt uns einen kleinen Einblick in die antike, fortgeschrittene persische Sternenkunde.

Als Ahriman in die Schöpfung gelangte, da befand sich der Planet Jupiter (Hormazd) im Sternbild des Krebs, in seiner Aufgangskonstellation. In dieser Position war Jupiter seinem Rivalen Saturn überlegen, so dass er das Weiterleben von Gayōmard bewirken konnte. Danach wanderte der Saturn (Keyvān) zum Sternbild Waage, zu seiner überlegenen Aufgangskonstellation.

In dieser Position wäre der sofortige Tod auf Gayōmard gefallen; da jedoch Jupiter noch im Sternbild des Krebs stand und aus seiner Überlegenheit heraus Gegenwehr leisten konnte, ergab sich ein Kompromiss, in der dann der Tod von Gayōmard auf 30 Jahre hinaus verschoben wurde.

Als nach 30 Jahren der Saturn gemäß seinem periodischen Bewegungszyklus wieder im Sternbild Waage stand, wanderte der Jupiter in das Sternbild Widder, welche seine Untergangsposition war. Auf diese Weise befand sich der Saturn in einer überlegenen Position und der Tod fiel schlussendlich auf Gayōmard. (16)

Gayōmards Tod

Gayomard knickte sogleich mit dem linken Fuß ein und fiel auf die linke Hand. Sein Körper war dabei zur südlichen Hemisphäre ausgerichtet. Der Tod drang zuerst in seinen kleinen Zeh des rechten Fußes ein. Von dort aus wanderte er dann zu seinem Bauch und brachte dort das Hungergefühl hervor. Hormazd half Gayōmard, in dem er ihm Fleisch und Fett zu essen gab, bevor dieser an Hunger starb. Doch es war vergebens. Das Leben wurde schwer in Gayōmards Brust; der Tod fiel auf seine Schulter und drang schließlich bis zu seinem Kopf vor. Gayōmard, die strahlende Sonnengestalt, die aufgrund seines reinen Glanzes seine Augen in die Sonne richten konnte, ohne ein einziges Mal zu blinzeln, erlosch durch den Tod allmählich, „so wie ein glühendes Eisenstück durch den Schlag mit dem Amboss schwarz wird“ (17)

Während er nun auf diese Weise starb und sein Leib auf die Erde fiel, entstanden aus seinem Körper 7 wichtige Metalle:

„Aus seinem Kopf entstand Blei, aus seinem Blut Zink, aus seinem Gehirn Silber, aus dem Fuß Eisen, aus den Knochen Kupfer, aus seinem Körperfett Kristall, aus seinen Armen Stahl und aus seinem aus dem Leben scheiden, entstand das Gold.“ (18)

Der Grund hierfür ist, dass der Körper von Gayōmard von metallischer Konsistenz war. In gleicher Konsequenz entstanden aus dem Leib des Urrindes verschiedene Arten von Pflanzen, weil sein Körper pflanzlicher Natur war.

Als Gayōmard starb, ergriff Hormazd seinen Körper und vertraute ihn der Sonne (Xoršid [9]) an. Das ist das Sonnenlicht, welches auf die Erde scheint und sie reinigt, denn „Gayōmard war so beschaffen wie die Sonne“. (19)

Die Geburt von Mašyā und Mašyāna

An der Stelle wo Gayōmard starb, in Irān-Viĵ, fielen seine Samen auf die Erde. Diese Samen wurden durch das Licht der reinen Sonne von jeglicher bösen Verschmutzung gereinigt. 2 Teile davon wurden dann vom Izad Nariosang [10] bewacht, während ein anderer Teil unter die Obhut von Sepandārmazd [11] gestellt wurde. (20) Beide Gestalten wollten unter allen Umständen verhindern, dass Ahriman die Samen an sich reißt und vernichtet, so dass die Menschheit nicht hätte entstehen können.

40 Jahre später, wuchsen an dem Ort, wo die Samen auf die Erde fielen, das erste Menschenpaar namens Mašyā und Mašyāna in Gestalt einer fünfzehnblättrigen Rhabarber-Pflanze. (21) Der Name Mašyā ist mit dem altpersischen Wort „Martyā“ (Mensch bzw. Sterblicher) verwandt und hat dieselbe Bedeutung; Mašyāna ist dann nur die weibliche Form von Mašyā.

Beide waren als Baumgestalt derart miteinander verbunden, dass ihre Arme hinter ihren Ohren zusammenliefen; sie waren gleichgroß und von gleicher Form. Man konnte nicht erkennen, wer von ihnen der Mann und wer die Frau war; so gleichgeartet waren sie. Zwischen ihnen ward auch der Farr [12] erschaffen, der mit Hilfe des materiellen Körpers seine von Hormazd auferlegten Pflichten zu erfüllen wusste. (22) Die baumartige Gestalt von Mašyā und Mašyāna erinnert an die Geschichte des ersten Menschenpaares Ask und Embla in der nordischen Mythologie. Sie wurden aus Holz erschaffen, in Form einer Baumgestalt in der Schöpfung. Dieser Sage liegt wohl die Beobachtungsgabe der Völker zugrunde, die von dem Wachstum der Bäume gen Himmel an den aufrechten Gang des Menschen erinnert wurden.

Nach einer bestimmten Zeit jedoch nahmen Mašyā und Mašyāna menschenartige Gestalt an. Der Farr, der sich vormals zwischen ihnen befand, wurde dann zur Seele (Ravān), die allen Menschen innewohnt. (23)

Hormazd, stolz auf seine Schöpfung, sprach dann zu beiden:

„Ihr seid Menschen, ihr seid die Eltern der zukünftigen Menschheit. Ich habe euch mit dem gesunden Menschenverstand erschaffen, damit ihr eure Pflichten auf der Welt erfüllen könnt. Denkt gut, sprecht gut und tut Gutes. Preist nicht die Divs. “ (24)

Sie sahen sich dann gegenseitig an und dachten beide gleichzeitig „Er ist ein Mensch“. (25) Beide begingen dann ihre erste Tat, indem sie zusammen losliefen. Als sie die Welt um sich herum betrachteten sprachen beide bewundernd:

Hormazd hat das Wasser, die Erde, die Pflanzen, die Tiere, die Sterne, den Mond, die Sonne und alle anderen [guten] Güter der Welt, die durch Wohltätigkeit hervorgebracht wurden, erschaffen“ (26)

Indem sie dies sagten, sprachen sie die Wahrheit. Die Wahrheit zu sagen gehört im Zoroastrismus zu den gesegneten Taten; denn die Divs fürchten sich vor denjenigen, die die Wahrheit in die Welt tragen; sie fliehen vor denjenigen, die die Wahrheit sprechen. Dass Hormazd diese Welt erschaffen hat, ist eine sehr wichtige Wahrheit, die die schöpferische Überlegenheit von Hormazd gegenüber Ahriman, dem Bösen, klar verdeutlicht.

Ahriman wusste jedoch, dass beide Wesen verletzlich waren, denn aufgrund der Vermischung von Gut und Böse, war es für ihn einfacher die Geschöpfe von Hormazd auf seine Seite zu ziehen. Der freie Wille war und ist nicht bei jedem Wesen unangreifbar.

Der zerstörerische Geist Ahrimans nahm schließlich die Gelegenheit wahr; er stürzte aus der dunkelsten Finsternis hervor und drang in ihre Köpfe ein. Ihre Gedanken wurden derart verfinstert, dass sie irrtümlicherweise sprachen:

„Ahriman hat das Wasser, die Erde, die Pflanzen und alle anderen Dinge erschaffen“ (27)

Dies war ihre erste Lüge, die sie formuliert hatten. Ahriman freute sich sehr darüber, denn von nun an werden beide Menschen aufgrund ihres Bekenntnisses zur Lüge böse sein und ihre Seelen werden bis zur Wiederauferstehung der Körper beim Beginn des Feraškard in der Hölle festsitzen.

Der Grund für den „Sündenfall“ von Mašyā und Mašyāna nach ihrer ausgesprochenen Lüge liegt darin, dass Lügen im iranischen Weltbild eine schwerwiegende, schlimme Tat darstellt. Wahrheit und Lüge waren bei den Iranern nämlich gegensätzliche, metaphysische Konzepte, die laut ihren Vorstellungen direkte Auswirkungen auf die irdische Welt haben. Wer wahrhaftig sprach und handelte, der folgte Aša [13], dem rechten Weg. Wer hingegen es vorzog zu lügen, der entschied sich für Druĵ (Trug, Lüge), dem falschen Weg. Wer sich auf diesem lügnerischen Pfad befand, stärkte die Dämonen und letztendlich Ahriman, den Meister aller bösen Geister und Kreaturen. Durch das Lügen wird die Ordnung der Welt zerstört und dabei das Chaos in der Welt verbreitet.

Diese zoroastrische Vorstellung wird auf eindrückliche Weise von der Behistun-Inschrift [14] des achämenidischen Großkönigs Darius I bestätigt. Ein Teil dieser königlichen Inschrift handelt von den Rebellionen der verschiedenen Völker nach der Usurpation Gaumātas. Für den jungen Darius sind die Gründe für die flächendeckenden Rebellionen gegen die persische Königsherrschaft vollkommen klar. Er schreibt:

„Die Länder, die abgefallen waren – die Lüge hat sie abtrünnig gemacht, weil diese Könige [die Rebellions-Anführer] das Volk belogen. „Darum gab der Allweise Herr [Hormazd] sie in meine Hand und ich verfuhr mit ihnen, wie es mir beliebte. du, der du nach mir König sein wirst, hüte dich sehr vor der Lüge! Einen Lügenknecht bestrafe streng, wenn du dir denkst: Mein Land soll fest stehen!“ (28)

Ferner erbittet König Darius in einer altpersischen Inschrift in Persepolis:

„Nicht möge ein Feindheer noch Misswuchs, noch die Lüge dieses Land heimsuchen – dies erflehe ich als Gunst vom Allweisen Herrn; dies soll mir der Allweise Herr schenken samt allen Göttern!“ (29)

Für das Wort „Lüge“ benutzt er das altpersische Wort Drauga, dass mit dem deutschem Wort Trug verwandt ist. Drauga findet im Wort Druĵ sein avestisches Äquivalent, dass heute in der persischen Sprache als Durugh unter den Iranern als neupersisches Wort für die Bezeichnung der Lüge gebraucht wird.

Iraner betrachteten die Lüge als Vorbote von Chaos und Zerstörung. Deshalb war, wie schon Herodot berichtet, das wahrhaftige Sprechen bei ihnen eine gesegnete Tat. Die Abscheu der Lüge unter den Iranern zeigt sich auch darin, dass eine ganze Klasse von mächtigen, weiblichen Dämonen Druĵa genannt wurden.

Als Mašyā und Mašyāna nun die von Ahriman gesprochene Lüge; nämlich, dass er der Urheber der irdischen Güter sei, mit eigenen Worten nachsagten, missachteten sie das Gebot von Hormazd. Denn er verbot ihnen die Anbetung der Divs, welche durch Lügen geschieht. Anders als Adam und Eva werden sie jedoch von Hormazd aufgrund ihres Bruchs mit der Wahrheit nicht ausdrücklich bestraft. Hormozd hatte nichts von der Rachsucht und Grausamkeit abrahamitischer Götter in der jüdischen, christlichen und islamischen Religion.

Die darauffolgenden 30 Tage ernährten sich beide von pflanzlicher Nahrung und webten Kleider aus Pflanzen-Materialien. Als die 30 Tage verstrichen waren, wanderten sie zu einer Wüste und begegneten dort einer weißhaarigen Ziege. Sie saugten mit ihrem Mund die Milch aus dem Euter dieser Ziege. Als Mašyāna die Milch getrunken hatte, sagte sie:

„Ich erlangte Befriedigung durch den Nicht-verzehr der Milch; jetzt wurde mir diese Befriedigung gestohlen, da ich die Milch getrunken habe“ (30)

Aufgrund dieser zweiten Lüge erlangten die Divs neue Kraft und diese stahlen dann den Geschmack jeglicher Nahrung; sie nahmen ihnen damit die geschmackliche Befriedigung am Essen.

Nach 30 weiteren Tagen erschien Mašyā und Mašyāna eine schwarzhaarige Ziege mit weißem Kiefer, welche durch ihre Hand erlegt wurde. Mit Hilfe der Yazdān zündeten sie ein Feuer mit dem Holz von Bäumen an, die für das Feuerlegen geeignet waren. Mit dem Atem aus ihren Mündern fachten sie das so angezündete Feuer an. Sie legten über das Feuer das getötete Tier, um es zu braten. 3 faustgroße Fleischstücke warfen sie dann direkt auf das Feuer in Anbetung des Genius des Feuers, Āzar [15]. 3 weitere Fleischstücke warfen sie gen Himmel, um die anderen himmlischen Yazdān zu preisen, mit deren Hilfe sie das Feuer erst anzünden konnten. (Zu dieser Zeit war die Kunst des Feuermachens noch nicht erfunden, es konnte nur Feuer aus Blitzschlägen verwendet werden). Den Rest des Fleisches verzehrten sie.

Aus dem vorher abgezogenen Fell der Ziege webten sie dann für sich neue Kleider, die sie besser als die pflanzlichen Kleiderstücke vor der Kälte schützten. (31)

Nachdem sie das Weben erlernt hatten, entdeckten sie auch die Kunst der Metallherstellung. Sie gruben ein Loch in die Erde und schmolzen das dort vorgefundene Eisen ein, um daraus eine Axt anzufertigen. Mit dieser Axt fällten sie einen Baum und bauten daraus holzartige Werkzeuge. (32)

Die Fällung des Baumes war eine schwerwiegende, schamlose Sünde; durch diesen Akt wurden die Divs ganz aufgeregt. Sie hetzen den Neid-Dämon Rašk auf Mašyā und Mašyāna. Die beiden fielen sodann übereinander her, schlugen und rissen sich gegenseitig die Haare aus. (33)

Die Dämonen brüllten dann aus der Dunkelheit:

„Ihr seid Menschen, preist die Dämonen, damit euer Neid schwindet“ (34)

Als Mašyāna dies hörte, stürzen sie zu einer Kuh und saugten mit ihrem Mund die Milch aus dem Euter. Anschließend vergossen sie die aufgenommene Milch in nördliche Richtung, dorthin, wo sich das Böse in der Welt konzentriert, dorthin, wo sich der Eintritt des Duzax [16] befindet.

Diese Preisung der Divs führte zu ihrer stärksten Machtvermehrung; sie vertrockneten kraft ihrer neu erhaltenen Macht daraufhin die Geschlechtsorgane von Mašyā und Mašyāna , so dass diese die nächsten 50 Jahre nicht den Wunsch zum Verkehr haben würden; und selbst wenn sie den Verkehr praktizieren würden, so könnten keine Kinder von ihnen entstehen. (35)

Die Divs wollten ursprünglich verhindern, dass Mašyā und Mašyāna Nachkommen erzeugen und so auf diese Weise die Menschengeschlechter entstehen. Wahrscheinlich wurde durch das Einwirken von Hormazd der Fluch auf 50 Jahre begrenzt. Denn wie ich schon geschrieben habe, ist Hormazd unbedingt auf das Menschengeschlecht angewiesen, um die bösen Mächte um Ahriman, in der Zukunft auszulöschen. Mašyā und Mašyāna selbst hatten Hormazd versprochen die Erde mit ihren Nachkommen zu bevölkern, um ihm Hilfe zu leisten.

Die Entstehung der Menschengeschlechter

Nach Ablauf des 50-jährigen Fluchs, dachten beide an die Erzeugung von Nachkommen und wünschten sich dazu den Beischlaf, zuerst Mašyā und dann Mašyāna.

Mašyā sprach zu Mašyāna:

„Wenn ich deine Vagina erblicke, erhebt sich mein Geschlechtsorgan“ (36)

Mašyāna sprach zu ihm:

„Wenn ich deinen Penis sehe, erzittert mein Geschlechtsorgan “ (37)

In diesem Zustand der höchsten Erregung erfüllten sie sich ihren Wunsch, indem sie den Beischlaf vollzogen. Mašyāna wurde durch diese Handlung schwanger und gebar nach 9 Monaten Zwillinge; ein Mädchen und einen Jungen. Zu diesen gesellten sich nach weiteren Schwangerschaften von Mašyāna weitere fünf Zwillinge; auch hier jeweils immer ein Junge und ein Mädchen. Zusammen mit Mašyā und Mašyāna existierten zu dieser Zeit insgesamt sieben Menschenpaare aus 2 Generationen. (38) Unter den von Mašyā und Mašyāna erzeugten 6 Zwillingspaaren, war das Menschenpaar Siāmak und Vašāg das prominenteste, da nur sie mit Namen bekannt waren.

Nach genau 50 Jahren brachten diese 6 Zwillingspaare, darunter auch Siāmak und Vašāg, jeweils wieder selbst ein Zwillingspaar zur Welt; sie selbst (also die 6 Zwillingspaare der 2. Generation) und Mašyā und Mašyāna starben nach 100 Jahren. Im Bondaheš wird anschließend nur auf die Nachkommen-Linie des Menschenpaars Siāmak und Vašāg eingegangen, weil sie nach iranischer Vorstellung den Großteil der bekannten Menschengattungen erzeugten.

Von der Linie Siāmak und Vašāg entstammte das Menschenpaar Feravāg und Feravāgin. Von ihnen wurden insgesamt 15 Menschenpaare gezeugt. 9 von ihnen zogen aus dem zentral gelegenen Xuniras, dem Zentrum der Erde, aus und reisten auf dem Rücken des gewaltigen Rindes Hadayoš in die verschiedenen anderen 6 Kešvars [17] der Welt. Sie bezogen in diesen Ländern dann ihre Wohnstätten und errichteten ihre eigenen Herrscherhäuser.

6 der insgesamt 15 Menschenpaare aus der Linie Feravāg und Feravāgin zogen es jedoch vor in Xuniras zu bleiben, dem vorzüglichsten der 7 Kešvars. Eins dieser 6 Menschenpaare namens Tāz und Gavāzak wanderten in die tazische Ebene (Arabische Halbinsel) und siedelten sich dort an; sie sind damit die Begründer und auch Namensgeber der tazischen Völker (Tāziān). Ein anderes Menschenpaar ließ sich auf dem iranischen Plateau nieder, dies waren Hušang , der erste iranische König überhaupt, und die Königin Guzak. Diese sind also die direkten Gründungseltern aller iranischen Stämme (Irāniān). (39)

Stammbaum der Menschheit[Abb.1] Abstammungslinie von Gayomard bis zu den Gründungseltern der Tazis und Iraner. (Aus Platzgründen habe ich die anderen 13 Zwillingspaare, welche von Feravag und Feravagin erzeugt wurden, ausgelassen)

Von der Linie Mašyā und seinen Nachkommen Siāmak und Ferāvag entspringen neben den tazischen und iranischen Stämmen auch die Menschen der verschiedenen Gebiete in Xuniras; nämlich in Zentralasien (Turān), Rom (Rūm), China (Çinestān), Gāi, Indien (Sand) und den übrigen 6 Kešvars der Erde. (40)

Die Entstehung der negroiden Völker (Zangī), wie die der Äthiopier und Libyer, die den alten Iranern durch ihre Eroberungen in Afrika unter Kambušyā bekannt waren, wurde auf die Machenschaften des bösartigen Dahāg [18] zurückgeführt (übrigens ein Nachkomme von Tāz), denn dieser „hetzte während seiner tausendjährigen Herrschaft den Dämon des Schlafes auf eine Frau und eine Pari [19] auf einen Mann.“ (41)

Er zwang sie vor seinen Augen den Beischlaf zu vollziehen; aus diesem ungewöhnlichen, perversen Akt heraus, gebaren sie dann die Gründungseltern der negroiden Rasse. Neben diesen nun schon genannten Völkern, die wir historisch durchaus einordnen können, werden auch eigenartige Menschengeschlechter angeführt, wie z. B die Erd-Menschen (Zamini), die im Wasser lebenden Menschen (Ābi), die Menschen mit nur einem Ohr (Bar-Gūš), die Ein-äugigen Menschen (Bar-Çašm), die Ein-beinigen Menschen (Iek-Pā), und die Menschen, die wie eine Fledermaus Flügel besitzen und sich in der Luft fortbewegen können.

Besonders interessant ist, dass drei Tierarten in die Liste der Menschenvölker aufgenommen wurden, nämlich die Spezies der See-Elefanten (Āb-Zavanagal), der Bären (Xers) und der Affen (Kapi). (42) Die Gleichsetzung von See-Elefanten mit den Menschen erinnert an den Mythos der Meerjungfrauen, deren Legendenbildung wohl auf die entfernte Sichtung von See-Elefanten zurückzuführen ist. Bären wurden wohl nur wegen ihrer Fähigkeit zum aufrechten Gang als menschenähnlich wahrgenommen. Die Gleichsetzung der affenartigen Tiere mit dem Menschen erscheint aufgrund der Ähnlichkeit des Körperbaus noch jetzt im Nachhinein am plausibelsten, vor allem da die verschiedenen Affenarten und die heutigen Menschen tatsächlich phylogenetisch sehr eng miteinander verwandt sind.

Zumindest die Bären und Affen wurden negativ konnotiert; sie erscheinen als bösartige Menschenwesen, die Unheil verbreiten. Der Bär genießt noch heute in Iran einen schlechten Ruf. Seine Abstammung ist wie bei der negroiden Rasse keine natürliche; sondern das Produkt einer Perversion; einer sündigen Handlung des einstigen, iranischen Königs Ĵamšid.

Als dieser nämlich aufgrund von Lügen seinen Farr, den königlichen Glückglanz, verlor, „nahm er sich aus Angst vor den Divs eine Dämonin zur Frau, und machte seine Schwester Ĵamag zur Frau eines Dämonen.“ (43)

Diese so ungleichen Paare erzeugten dann als Nachkommen die waldbewohnenden, mit einem dichten Pelz versehenen Bären und die wilden Affen, so wie auch andere unheilbringende Menschenarten (Sardehāie Tabā-konandeh)

Der Bondaheš konstatiert, dass insgesamt 25 Menschenlinien aus dem Samen von Gayōmard entstanden sind. 44 Erdmenschen, Wassermenschen, Ein-Ohrige, Ein-Äugige, Fledermaus-Menschen, Bären, Affen, See-Elefanten, Badasti, Römer, Türken, Chinesen, Gāiān, Tazis, Sandis, Inder, Iraner in Xuniras und die übrigen 7 Menschengeschlechter, die sich in den anderen 6 Kešvars der Erde aufhalten.

Aus diesen 25 „Haupt-Linien“ entstanden im Laufe der Zeit unzählige neue Menschenlinien. Durch die Vermischung der Schöpfung mit Ahriman wurden auch neue eigenartige Menschenarten erschaffen; z. B. die schon besprochenen Negroiden (Zangis) und die Gel-Ābi, die sowohl im Wasser als auch auf der Erde leben können. (45)

Anmerkungen:

[1] Dinkard (mp. Denkard —> „Religiöse Handlungen“), ein mittelpersisches Kompendium über den Zarathustrismus aus dem 9-10. Jdh.

[2] Goštasp (avest. Vištāspa —> „mit ungeschirrten Rossen“), berühmter König der iranischen Kayaniden-Dynastie und Schutzpatron des Zartošt

[3] Pišdādiān; die erste mythologische Königsdynastie, die über Iran und seine Grenzen hinaus herrschte

[4]Hušang (avest. Haošyangha); traditionell mit dem Beinamen Pišdādi versehen, der erste iranische Königsherrscher der Pišdādiān-Dynastie

[5] Xerafstars; Tiere der bösen Schöpfung, welche Schaden anrichten an Mensch und Vieh

[6] Astuiād (avest. Açto-vidhotus —> „Leibes-Auflöser“), der Dämon des Todes

[7] Div (avest. Daeva); Dämonen in der iranischen Mythologie, welche von Ahriman für die Zerstörung der guten Schöpfung erschaffen wurden

[8] Zōrvān (avest. Zruvan akarena —> anfangslose Zeit); personifiziertes Konzept von der unendlichen Zeit

[9] Xoršid (avest. Hvare kšaeta —-> strahlende Sonne); bezeichnet sowohl die Sonne als auch den Izad, der sie verkörpert,

[10] Nariosang (avest. Nairyo-çangha ); der iranische Gottes-Bote

[11] Sepandārmaz (avest. Spenta Armaity —> heilige Demut), eine weibliche Amašāspand, die die Mutter Erde symbolisiert, Namensträgerin des 5. Tages im Monat

[12] Farr (avest. Khvarenah und altpers. Farnah), der königliche Glücksglanz, der jemanden zum Herrschen befähigt; durch außergewöhnliche Taten kann der Farr selbst erlangt werden; doch ebenso verliert man es, wenn man sich schlechter Taten schuldig macht

[13] Āšā (altpers. Arta), zentrales Konzept im Zarathustrismus; es bezeichnet sowohl die natürliche kosmische Ordnung als auch den Pfad der Tugendhaftigkeit im Leben

[14] Behistun (in altpers. Zeit. Bagastāna —> Platz der Götter); ein Felsmassiv an einer uralten Karawanenstrasse, die von Medien nach Mesopotamien führte; dort hat Darius in unerreichbarer Höhe seine Inschrift über den Sieg des Ursupators Gaumāta anbringen lassen

[15] Āzar (avest. Atar), Izad des Feuers, Namensträger des 9. Tages im Monat

[16] Duzax (avest. Duzhaka); die Hölle in der persischen Religion; ihre Eintrittspforte liegt im Norden in der Nähe des Berges Arezur

[17] Kešvar (avest. Karešvar —> Land); in der iranischen Mythologie existiert das Konzept der 7 Länder; die größte und vorzüglichste von allen; Xuniras, liegt im Zentrum der Welt während die übrigen 6 Länder um Xuniras herum gruppiert sind.

[18] Dahāg (avest. Aži Dahāka), drachenartiges Monsterwesen, welcher nach dem Tode von Ĵamšid eine tausendjährige Gewaltherrschaft über Iran errichtet

[19] Pari (avest. Pairika); böse Kreaturen in Frauengestalt von bezaubernder Schöhnheit, die danach trachten tugendhafte Männer zu betören

Literaturverzeichnis:

1 Zoroastrian archive: Denkard Book 8, Nask 12 Chihrdad, 1, translated by E.W.West URL: http://www.avesta.org/denkard/dk8sbe.html#chap13 [Stand: 25.04.13]
2 Zoroastrian archive: Denkard Book 8, Nask 12 Chihrdad 5, translated by E.W.West URL: http://www.avesta.org/denkard/dk8sbe.html#chap13 [Stand: 25.04.13]
3 SPIEGEL, FRIEDRICH, Avesta Band III, Leipzig, Verlag von Willhelm Engelmann, 1863, S. 152
4 SPIEGEL, FRIEDRICH, Avesta Band II, Leipzig, Verlag von Willhelm Engelmann, 1859, S. 31
5 SPIEGEL, FRIEDRICH, Avesta Band II, Leipzig, Verlag von Willhelm Engelmann, 1859, S. 200
6 SPIEGEL, FRIEDRICH, Avesta Band II, Leipzig, Verlag von Willhelm Engelmann, 1859, S. 110
7 SPIEGEL, FRIEDRICH, Avesta Band II, Leipzig, Verlag von Willhelm Engelmann, 1859, S. 89
8 SPIEGEL, FRIEDRICH, Avesta Band III, Leipzig, Verlag von Willhelm Engelmann, 1863, S. 125
9 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 40- 41
10 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 40
11 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 41
12 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 53
13 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 53
14 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 66
15 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 53
16 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 66
17 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 70
18 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 80
19 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 70
20 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
21 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
22 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
23 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
24 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
25BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
26 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
27 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 81
28 HINZ, WALTHER, Darius und die Perser, Baden-Baden, Holle-Verlag, 1976, S. 161
29HINZ, WALTHER, Darius und die Perser, Baden-Baden, Holle-Verlag, 1976, S. 208
30 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
31 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
32 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
33 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
34 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
35 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
36 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
37 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
38 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 82
39 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 83
40 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 83
41 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 85
42 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 83
43 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 85
44 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 83
45 BAHAR, MEHRDAD , Bondaheš, Universität Teheran, Šerkat Sahāmi Čāpe Afsat, 1369, S. 83

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4 Gedanken zu „Iranische Mythologie II – Gayōmard und die Entstehung der Menschheit

    • Danke fuer Deine grosse Muehe, ich weiss wieviel Arbeit das macht. Ich hoffe Du wirst uns noch oefter mit iranischen Mythologie Artikeln begluecken. Ich finde die Arbeit ganz toll, weiter so!

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