Syrische Rekruten im Bürgerkrieg werden zu einer „tickenden Zeitbombe“, ergaben Studien

 

Foto REUTERS Al-Qaida Kämpfer in Syrien_

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Al-Qaida Kämpfer in Syrien

Aus dem Englischen von Ardašir Pârse

Tel Aviv – Experten sagen: Ausländische Milizen bilden globale Jihad-Netzwerke, wenn sie zurück nach Hause kommen; denn in Syrien, treten vor allem ausländische arabische Kämpfer den Al-Qaida verbundenen Dschihad-Gruppen und ihren jihadistischen Rivalen bei.

Die rund 5.000 ausländischen arabischen Aufständischen, die in syrischen Rebelleneinheiten kämpfen, sind kollektiv „eine tickende Zeitbombe für ihre Herkunftsländer“, ergab eine neue Studie, die von israelischen Sicherheitsexperten am Dienstag veröffentlicht wurde.

Viele der Freiwilligen stellen ein Risiko dar, wenn sie zurückkehren, aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass sie sich am Aufbau lokaler Jihad Netzwerke beteiligen, sich bestehenden Inlandsnetzwerken anschließen, oder lokale Niederlassungen der transnationalen syrien-basierten Terrornetzwerke gründen, so die Autoren.

Die Studie wurde vom in Tel Aviv ansässigen Informationszentrum Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center, das führende Mitglieder der Geheimdienste in den 1980er Jahren gegründet hatten, veröffentlicht. Es ist die neueste einer Reihe von Vertiefungsstudien, die auf der Website des Informationszentrums veröffentlicht wurde, und die Prüfung der im Syrienkonflikt beteiligten Akteure zum Inhalt hat.

In Syrien, wählen ausländische arabische Kämpfer meist die an Al-Qaida angeschlossene Al-Nusra Front und seine Dschihad-Rivalen, den Islamischen Staat Irak und Großsyrien (ISIS) aus, fand die Studie heraus.

Kämpfer aus Ländern, wie Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Libyen, Irak und aus sunnitischen Staaten am Persischen Golf sind besonders gefährdet, ergab die Studie und stellte fest, dass die Kämpfer Kampferfahrung und Kampffähigkeiten erwerben, mit der Ideologie des Jihad und des radikalen Islam geprägt werden, und ein Netzwerk von Kontakten mit Salafisten-Dschihad-Organisationen und Aktivisten in der gesamten arabisch-muslimischen Welt bilden.

Nach ihrer Rückkehr werden die Kämpfer, wahrscheinlich lokalen Dschihad-Netzwerken beitreten oder neue Netzwerke für Terroranschläge und subversive Aktivitäten gründen. „Nach unserer Einschätzung werden die Netzwerke in Abstimmung mit oder durch die Al-Nusra Front und die ISIS und durch Kontakte in Syrien arbeiten“, so die Autoren.

Obwohl das Phänomen noch im Entstehen begriffen ist, wird die Zukunft mit Sicherheitsrisiken gefüllt werden, fügten sie hinzu.

Einige erste Warnzeichen erhielt man in Ägypten, wo syrische Kriegsveteranen [Anmerkung des Übersetzers: Das sind jene Terrorbanden, die gegen Bashar Al-Assad und gegen das syrische Volk Terror verbreiten und von westlichen Staaten aufgerüstet werden]  wegen der Beteiligung an terroristischen Aktivitäten gegen das ägyptische Regime festgenommen worden sind, oder sie bei Angriffen von der ägyptischen Terrorgruppe Ansar al-Bayt Maqdis getötet wurden.

Die saudischen Behörden haben Anfang dieses Monats ein Terrornetzwerk, welches in Saudi-Arabien operiert, aufgedeckt.

In Jordanien organisierte die ISIS Demonstrationen und Unruhen in der südlichen Stadt Ma’an, „eine Brutstätte der Anti-Regime-subversiven Tätigkeiten“, so die Studie weiter.

Zwei israelisch-arabische Freiwillige, die von syrischen Dschihadisten beauftragt wurden, Terroranschläge in Israel zu verüben, wurden von Sicherheitsbehörden vor der Durchführung ihres Angriffs festgenommen.

Reuven Erlich, der das Intelligence and Terrorism Information Center leitet, sagte der Jerusalem Post, dass „in Syrien, Al-Qaida eine große Infrastruktur errichtet, und dort ist sie am stärksten. Dies ist eine Plage, die nicht in Syrien verbleibt, sondern sich nach außen bewegt, in die ganze arabische Welt, den Westen, und sie könnte auch nach Israel kommen.

Er sagte, die arabischen Länder haben als Reaktion auf die Bedrohung begonnen, sich mit Maßnahmen zu beschäftigen, wie Gesetze zu erlassen, die ihren Bürgern Reisen in Kampfgebiete verbieten, und diejenigen, die von den syrischen Schlachtfeldern zurückkehren zu überwachen.

„Je mehr Syrien-Veteranen in arabische Staaten zurückkehren,“ warnte er, „umso mehr werden wahrscheinlich globale Jihad Netzwerke im Nahen Osten wachsen.“

„Dies ist nur der Anfang“, sagte Erlich. „Heute ist die Infrastruktur der Al-Qaida nicht mehr in Afghanistan-Pakistan. Das neue globale Terror-Zentrum liegt in Syrien. Es hat ganz andere Eigenschaften, und es ist hier, direkt vor unserer Nase. Das Wachstum der Terrorismus-Netzwerke mit Sitz in Syrien, ist viel schneller als jenes, das in Afghanistan entstand.“

Der Bericht des Zentrums ermittelte, dass die 5.000 arabischen Freiwilligen, die Mehrheit der syrischen 7000-8000 ausländischen Kämpfer im Kampf gegen das Assad-Regime bilden.

Die Freiwilligen werden oft von islamistischer Ideologie, religiös-sektiererischen Motiven, Feindseligkeit gegen das Assad-Regime, aber auch aus Abenteuerlust getrieben, fährt der Bericht fort. Viele von ihnen kommen wenig trainiert und mit wenig Kampferfahrung nach Syrien.

Diese Freiwilligen sind der „harte Kern der Salafi-Jihad-Al-Qaida und globalen Jihad Aktivisten, von denen einige Veteranen Kämpfer in Afghanistan, Irak, Libyen und anderen islamischen Kampfzonen waren“, so der Bericht.

„Die meisten der arabischen ausländischen Kämpfer kommen aus Städten und Dörfern, und nur ein paar aus den Hauptstädten.“

Laut der Beurteilung der Studie durch die Autoren, „bilden die arabischen ausländische Kämpfer das Rückgrat der Streitkräfte und kämpfen in den Reihen der Al-Nusra Front und ISIS . Sie haben auch eine hohe Unfallrate und viele sind getötet worden.“

Die Kämpfer aus Saudi-Arabien bilden eine hohe Anzahl von Selbstmordattentätern, stellten die Autoren fest.

Sie sagten, „dass Länder, aus denen viele Freiwillige stammen, vor allem diejenigen Länder sind, die politische Umbrüche [Arabischer Frühling] erlebt hatten, wie Tunesien, Libyen und Ägypten. „Pro-westliche“ Staaten wie Saudi-Arabien und Jordanien, die ihre Stabilität bewahrt haben, haben vor kurzem die Bemühungen, den Zufluss ihrer Staatsangehörigen in Syrien zu kämpfen gestoppt.“

Anfänglich sahen diese Regierungen die Probanden als Kämpfer gegen den Iran und dem schiitischen Islam, aber seit dem letzten Jahr, sahen sie die Gefahren des Terrorismus und die Subversion von syrischen Veteranen wurde deutlich, als sie in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt waren“, so der Bericht. Das veranlasste einige der arabischen Regime, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

Darüber hinaus, so die Studie, „haben eine Reihe von lokalen Salafi-Jihad-Netzwerke, Freiwillige nach Syrien geschickt, einschließlich der tunesischen Ansar Al-Sharia, der ägyptischen Ansar Al-Sharia und der Ansar Al-Bayt Maqdis, der bahrainischen Jamiyya Al-Asala Al-Islamiya und der libanesischen Fatah Al-Islam. Ebenso auch andere Gruppen wie Jaish Al-Umman, mit Sitz in Jordanien und Gaza, sowie andere Dschihad-Organisationen.“

Quelle: Jerusalem Post

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6 Gedanken zu „Syrische Rekruten im Bürgerkrieg werden zu einer „tickenden Zeitbombe“, ergaben Studien

  1. Nun, nach dieser Studie haben westliche Länder ja durchaus Potential, Opfer von zurückgekehrten Dschihadkämpfern zu werden, wenn diese nicht in Syrien umgekommen sind.
    Die radialen Islamisten scheinen ein ewiger und andauernder Dauerunruheherd der Welt zu sein. Sie träumen offenischtlich vom Weltkalifat. Inwieweit sie islamische Gesellschaften mit dieser geistigen Haltung unterwandern können, sollte mehr als kritisch beobachtet werden. Hätte Ägypten kein starkes Militär, hätte es dort ebenfalls wie in Libyen jetzt den islamischen Winter gegeben. Der Islam ist offensichtlich anfällig für gewaltaffines Handeln, welches im Koran grundgelegt ist.

    Und die islamisch geprägten Länder müssen nach Rückkehr dieser Elemente mehr als scharf auf diese Rückkehrer einen Blick werfen, wobei diese Länder keine Schwierigkeiten damit haben von Regierungsseite diese Nester gewaltsam auszuheben. .
    Diese Typen zwingen förmlich – je nach Umfang dieser Existenzen – auch den Westen durch erhöhte Sicherheitsstandards die Mutation eines Polizeistaat der Regierungen heraus, die nach GESTAPO-Manier die Gesellschaften kontrollieren wollen und durch diese Typen wohl auch müssen.

    Die Westen hat die Geister gerufen, indem er die diese Typen unterstützt hat, seinerzeit in Afghanistan gegen die Sowjetunion, heute in Syrien und hat so die Gefahren des Islamismus weiter gefördert und die Gefahr, die dahinter steckt, wie Naivlinge sträflich unterschätzt. Der Islamismus gleicht dem Partisanenkrieg, der im Grunde nie zu gewinnen ist, weil immer wieder Untergrundkämpfer ihre Nester zum Brennen bringen. Die Partisanen von früher hatten andere Ziele, nämlich politische, die Islamisten haben politische Ziele unterfüttert mit religösen Begründungen des Korans. Das macht dies Sache nicht ungefährlicher.

  2. Pingback: Nusra-Front-Terroristen und ISIS-Terroristen töten sich gegenseitig | kopten ohne grenzen

  3. Ist mir mittlerweile egal.Vielleicht wacht Europa dann mal endlich auf(vielleicht ist das von den Politkern aber auch gewollt um den totalem Überwachungsstaat einzuführen)wenn diese Vögel zurückkommen.Schaut euch doch mal die Wahlergebnisse an.Keiner will etwas davon wissen das es in allen Islamischen Ländern Mord,Totschlag und Unterdrückung wegen der Religion gibt.

    Laut DEBKA soll Israel jetzt aber wegen der Gefahr planen die Terroristen in Syrien und Irak mir Drohnen zu bekämpfen.50000 sollen es sein!
    http://www.debka.com/article/23984/Gantz-IDF-gets-set-to-target-50-000-Al-Qaeda-fighters-piling-up-around-Israel-in-Syria-and-Iraq

  4. Pingback: USA: Obamas lethargisches Verhalten gegenüber dem islamischen Staat IS | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه

  5. Pingback: Obamas lethargisches Verhalten gegenüber IS-Terroristen | kopten ohne grenzen

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