Irans schrumpfende zoroastrische Gemeinde feiert seine Geschichte

Unbenannt

Yazd – Die Anhänger einer der weltweit ältesten und faszinierendsten monotheistischen Religionen versammelten sich vergangene Woche in der Höhle Chak Chak, um an die Prinzessin Nikbânu zu erinnern, berichtete die Assoziated Press am Wochenende.

In den, in der Nähe von Ardakan [Ardakân] in der Provinz Yazd gelegenen Bergen, rund 600 km südöstlich der Hauptstadt Teheran, befindet sich eine Höhle, die den Namen Cak Cak [چک‌ چک] trägt. In dieser Höhle findet jedes Jahr zum Sade-Fest eine Zeremonie der Zoroastrier statt. Es war der Ort, an dem Nikbânu, die zweite und jüngste Tochter des letzten Sassanidenkaisers Yazdegerd III vor den arabischen Invasoren Zuflucht suchte. Sie betete zu Ahurâ Mazdâ, dem Gott aller Güte, der die Höhle der Legende nach dann geöffnet haben soll, um sie vor den arabischen Invasoren zu schützen. Von der Decke der Höhle tropft heute noch Wasser. Das persische Wort Cak (Chak) [چک] bedeutet im Deutschen tröpfeln und der Legende nach sind diese Tropfen die Tränen des Berges zur Erinnerung an den Kummer Nikbânus in jenen Tagen.

Quellwasser tropft langsam von der Decke des Schreins, der in eine Felswand der Höhle geschlagen wurde, Quellwasser, welches dem Ort seinen Namen gegeben hat. Ein riesiger Baum steht in der Nähe, der angeblich aus Nikbânus Stock gewachsen war. „Wir haben uns alle hier versammelt, um uns an Nikbânu zu erinnern und unsere tiefen persischen Wurzeln zu feiern“, sagte der zoroastrische Geistliche  Ardašir Xoršidiyânn, in weiß gekleidet, als Symbol der Reinheit.

Viele Pilger übernachteten in Pavillons an der Basis des Berges. Familien saßen auf Teppichen und hielten Picknicks, während die Kinder spielten. Dariush Tirandazi, ein iranisch-amerikanischer Zoroastrier, brachte seine 22-jährige Tochter Nadia mit, damit sie den Glauben in dem Land, wo er geboren wurde, erleben kann. „Sie wollte lernen, und das war unsere Chance, hierher zu kommen und ihr diesen Gebetsort zu zeigen, ihre Chance, den Zoroastrismus zu verstehen und ihr die zoroastrische Kultur und ihre Werte zu geben.“

Der Zoroastrismus ist eine monotheistische Religion, aus der Zeit vor der Entstehung des Christentums und des Islam, und wurde vor etwa 3800 Jahren von Zarathustra gegründet. Es war die vorherrschende Religion in Persien vor der arabischen Invasion. Der Zoroastrismus betont, gute Taten und das Feuer spielt eine zentrale Rolle im Gottesdienst als Symbol der Wahrheit und des Geistes Gottes.

Tausende von Zoroastriern, genau wie viele andere Iraner, gingen seit der Islamischen Revolution ins Exil, wegen Verfolgung, sozialer und religiöser  Einschränkungen und einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Prosperität des Landes. Aber ein Dutzend sollen im vergangenen Jahr zurückgekehrt sein, um in Iran zu leben, behauptet die Regierung.

Präsident Hassan Rohani hat den ehemaligen Geheimdienstchef Ali Yunesi zu seinem Top-Berater ernannt, um den Anliegen der religiösen Minderheiten in Iran spezielle Aufmerksamkeit zu schenken. „Der Trend der Auswanderung von Zoroastriern ins Ausland, ist nach den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr gestoppt worden. Es ist sogar umgekehrt“, sagte Yunesi. „Wir hören uns ihre Forderungen an, um rechtliche Lösungen für ihre Probleme zu finden.“

Esfandiar Ekhtiari, der einzige zoroastrische Vertreter im iranischen Parlament, sagte, „seinen Glaubensbrüdern werden wegen ihrer Religion Spitzenpositionen in der Regierung verwehrt. Wir sind mit der Regierung im Gespräch, um eine rechtliche Lösung für einige unserer Bedenken zu finden. Allerdings haben wir die Freiheit unsere eigene Religion, unsere Sitten und Zeremonien frei auszuüben“, fuhr er fort.

Yunesi sagte, dass die Rohani-Administration, die Etablierung einer internationalen zoroastrischen Nachrichtenagentur in Iran unterstützt. Ekhtiari drängt Zoroastrier, die im Ausland leben dazu, in den Iran zurückzukehren, um mit den noch verbliebenen 25.000 anderen Gläubigen, die heute dort noch leben, zusammenzuleben. Der berühmteste Zoroastrier hier im Westen, war der Sänger der Rockgruppe Queen: Freddy Mercury.

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3 Gedanken zu „Irans schrumpfende zoroastrische Gemeinde feiert seine Geschichte

  1. Nur noch 25 000 Zoroastrier von einer Religion, die ursprünglich führend war! Ein typisch islamisches Bild. Eine Anzahl Alibi-Minderheiten in der ihnen genehmen Zahl, die man leicht maipulieren und drangsalieren kann, zu belassen, damit der Welt bewiesen wird, wie tolerant der Islam doch ist. Rohani weiß, dass er es sich bei den Machtverhältnissen im Iran leisten kann, die Zoroastrier zur Rückkehr zu bewegen. Diese im Ausland lebenden Zoroastrier wissen genau, was sie im Iran erwartet, wenn mal wieder noch härtere Hardliner wie Rohani an die Macht kommen. Die Iraner haben ja nur die demokratische Wahl zwischen Islam und Islam.

    Die Äußerung Rohanis “Wir hören uns ihre Forderungen an, um rechtliche Lösungen für ihre Probleme zu finden.” hört sich gut an, ist aber sehr unverbindlich. Die rechtlichen Lösungen des Islam heißt seit Bestehen des Islam: Dhimmitum für Minderheiten. Was soll da anderes bei raus kommen. Wir wollen da keine hoffnungsvollen Luftschlösser bauen.

  2. Nun, werte Fartab Parse, dankeschön, aber diese islamischen Manöver sind einfach zu durchsichtig, als dass der Mensch mit halbwegs gesundem Menschenverstand ausgerüstet, darauf hereinfallen könnte. Gutmenschen und Politiker in der EU oder in den USA mögen darauf hereinfallen (wollen) aus diplomatischen Gründen der Feigheit, der unvoreingenommene Beobachter fällt auf solche Mäzchen nicht mehr herein. Der islam ist nun einmal so gestrickt. Wir brauchen da doch auch nur in die Türkei (Armeiniergenozid zu Beginn des letzten Jahrhunderts) zu schauen, wie mit den Christen umgegangen wurde und heute noch wird (Zypern). So wird es dann auch im Iran mit den Zoroastriern gegangen sein und wie Sie erhellend schreiben, wird halt auch mit Juden im Iran so verfahren. Wobei es in islamischen Ländern Juden ohnehin wohl am schwersten haben, ihr Dasein dort fristen zu können. Iran hat ja wenigstens noch Juden im Staate wohnen, so einige andere haben nicht einmal mehr Alibi-Juden. Abbas will ja nicht einen Juden als Neubürger in einem Palästina-Staat ansiedeln lassen. Von S-Arabien ganz zu schweigen. Ich glaube auch nicht, dass sich Juden in Afghanistan oder Pakistan sehr wohl fühlen würden. Ich denke, dass diese Staaten auch „judenfrei“ sind.

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