Benjamin Netanjahu: Er wollte Krieg mit Iran, und bekam ihn in Gaza

Foto: AFP Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht nach einem Treffen mit dem italienischen Außenminister Federica Mogherini in der Knesset in Jerusalem am 16. Juli 2014.

Foto: AFP
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht nach einem Treffen mit dem italienischen Außenminister Federica Mogherini in der Knesset in Jerusalem am 16. Juli 2014.

Ein Kommentar von Ardašir Pârse

Tel Aviv – Das Ergebnis der Gespräche der letzten drei Wochen in Wien zwischen Iran und der P5 +1 Gruppe hätte normalerweise von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kommentiert werden müssen. Er hätte, wie schon in der Vergangenheit sicher, die lokalen und internationalen Medien um sich gesammelt, um zu sagen, dass die Verlängerung des Interimsabkommens aus dem November letzten Jahres um weitere vier Monate in Genf, als Ergebnis der Unnachgiebigkeit des Iran, erreicht wurde. Er hätte gesagt, dass die Genehmigung Teheran den Zugang zu 2,8 Milliarden US-Dollar eingefrorenen Bargeldes, im Gegenzug für einige Grenzwerte für die Anreicherung von Uran, bedeutet, dass die Iraner nuklear-militärische Forschung ungehindert fortsetzen können, während der Westen auf die Hebelwirkung durch Sanktionen verzichtet. Er würde die Führer der westlichen Staaten beschuldigen, den Iranern zu erlauben, mit Scheuklappen durch die Welt zu laufen. Nichts dergleichen ist mehr von ihm zu hören. Benjamin Netanjahu gibt heute nichts von all dem mehr von sich. Er hat zur Zeit andere Sorgen.

Heute kämpft ein großer Teil der IDF, der Israel Defense Forces, im und um den Gazastreifen herum, rund 70.000 Reservisten wurden einberufen und bereits über 400 palästinensische Todesopfer, darunter viele Zivilisten, Frauen und Kinder, sowie fünf tote Israelis sollen zu beklagen sein. Doch anstatt sich um die wahren Probleme Israels zu kümmern, wie israelische Sicherheitsbeamte immer wieder betonten, nämlich, dass der Palästinenserkonfikt die größte Bedrohung für Israel ist, beschäftigte sich die Regierung Natanyahu fast ausschließlich mit Iran. Israelische Beamte aus dem Lager Netanjahus hingegen, hatten in den vergangenen Monaten immer wieder davor gewarnt, dass das schlechteste Ergebnis ein Dauerzustand dieses schwachen Interimsabkommens wäre. Das sei genau das, was Iran will: Die Sanktionen schwächen, ohne im Gegenzug etwas an Substanz zurückzugeben. Aber was auch immer Netanjahu wirklich denkt, die Vereinbarung in Wien, die Frist bis November zu verlängern, wird heute nur verhaltene Kritik aus Israel zur Folge haben. Netanjahu hat andere Probleme: Er ist im Gazakrieg fest eingebunden.

Aus Netanjahus Iran-Hass-Perspektive gesehen, war die Hamas in Gaza auf der Liste der Bedrohungen für Israel, höchstens die viert-größte Bedrohung nach Iran, der Hisbollah und der steigenden Flut des Islamismus in der gesamten Region. im inneren Kreis des Ministerpräsidenten beurteilt man zunehmend die Perspektive nach der sich entwickelnden „Delegitimierung“ als eine größere Bedrohung als alles, was die Hamas in Gaza bisher getan hat – die Palästinensische Autonomiebehörde bringt Israel an den Internationalen Strafgerichtshof und mobilisiert die globale Meinung gegen Israel und setzt Israel unter diplomatischen Druck.

Netanjahus Iran-Politik versagte auf nationaler und internationaler Ebene

Das volle Ausmaß des Machtkampfes, innerhalb des israelischen Verteidigungs-Establishments, die Pläne von Netanyahu und seinem Verteidigungsminister Ehud Barak zu blockieren, die iranischen Atomanlagen unilateral anzugreifen, ist im Entstehen begriffen, angeführt von IDF Generalstabschef Gabi Ashkenazi, Meir Dagan, Kopf des Mossad und Shin Bet-Chef Yuval Diskin. Von diesem Triumvirat, der drei Köpfe der israelischen Sicherheitsbehörden angeführt, und stillschweigend von Präsident Shimon Peres unterstützt, hat den Wunsch eines rechtsextremen Netanyahus, unilateral iranische Atomanlagen anzugreifen, nicht in Erfüllung gehen lassen. Die Obama-Regierung, hat zusammen mit anderen westlichen Regierungen, auch eine Rolle dabei gespielt, Druck auf Netanjahu, sowohl gegen sein wirres Urteil, als auch seine niederen Instinkte auszuüben und ihn gezwungen, seine militärische Option, gegen einen kombinierten Ansatz, bestehend aus Sanktionen und Diplomatie einzutauschen.

Netanjahu bluffte vor drei Jahren nicht – als er bereit war, einen Militärschlag gegen den Iran zu führen. Er sah es als seine historische Pflicht an. Seine Drohungen spielten sicherlich eine große Rolle bei der Motivation der Amerikaner und Europäer, erhebliche Sanktionen gegen Iran zu starten. Aber es gab eine Grenze in der Opposition, die er nicht überwinden konnte. Jetzt ist das Atomprogramm des Iran ein Thema, eines schwierigen und langwierigen diplomatischen Prozesses, dessen Ausgang nicht absehbar ist. Genau wie sein Vorgänger Ehud Olmert in Ungnade gefallen war, sitzt nun auch Netanjahu mit einer Bodenoffensive in Gaza fest, anstatt bequem Luftschläge gegen iranische Atomanlagen zu starten.

Die Hamas ist keine existenzielle Bedrohung für Israel – wie wir in den letzten Tagen gesehen haben, denn ihre Bemühungen, um maximalen Schaden für Israel, hatten relativ wenig Erfolg. Aber es gab keinen Weg, sie zu ignorieren.

Die unausweichliche Frage ist, hatten Netanjahu und seine Sicherheitsberater ihre Augen am Ball? Inwieweit hat die konsequente paranoide Ausrichtung der Außenpolitik auf den Iran verhindert, Israel vor diesem aktuellen Konflikt zu schützen?

Am Freitag sprach Netanjahu mit US-Präsident Barack Obama und dankte ihm für die US-„finanzielle Unterstützung“ beim Aufbau neuer “Iron Dome-Batterien“; man nimmt an, dass er auch ein paar nette Worte zu seinem Umweltminister, Amir Peretz sagte, der als Verteidigungsminister vor acht Jahren, auf die Entwicklung eines Raketenabwehrsystems bestanden hatte – entgegen den Positionen von fast allen Verteidigungschefs.

Aber während die Iron Dome-Batterien viele Todesopfer verhindert haben und Netanjahu eine wichtigen Atempause lieferten, bevor er die schicksalhafte Entscheidung einer Bodenoffensive traf – wurden, andere Systeme entwickelt – vor allem ein unterirdisches Warn-Netzwerk gegen Tunnel. Und jetzt waren es die Hamas-Tunnel, welche die IDF nach Gaza gezwungen haben.

Militärische Bereitschaft, ist nur ein Teil der Gleichung. Die Hamas wurde in den letzten Jahren zunehmend geschwächt, in Ermangelung, vieler grundlegender Verpflichtungen für die 1,7 Millionen Menschen im Gazastreifen. Es gab in dieser Zeit in Israels nationaler Sicherheitsabteilung, und anderen offiziellen Stellen Initiativen, um eine neue Realität in und um Gaza zu schaffen, um lokale Leiden und Mängel zu lindern, und das könnte bald auch die Verzweiflung reduzieren und vielleicht auch die Motivation, weiter Raketen gegen Israel abzufeuern.

Israelische Beamte, die diese Ideen den Entscheidungsträgern zutrugen, war klar, dass derartige Programme nicht auf der nationalen Agenda standen. Iran und andere Angelegenheiten, nahmen die ganze Aufmerksamkeit in der Zeit zwischen einem nur kurzen Aufflackern in Gaza und dem jetzigen Gazakrieg in Anspruch.

Gaza hatte in der Vergangenheit keine Stimme und wenig Aufmerksamkeit in den Medien erhalten, die Raketen- und Luftangriffe sind nur ein stationärer Tropf in einem temporären Stadium. Und während der diplomatische Prozess mit der Palästinensischen Behörde, wenn es sie wirklich gibt, weitergeht, wird dort über Themen wie die Westbank, Jerusalem und den Grenzen diskutiert, Gaza von der Hamas regiert, ist nicht mehr als ein nachträglicher unliebsamer Einfall. Dies aber, ist nicht nur eine Folge politischer Fehler Netanjahus. Es ist auch ein Ergebnis der ägyptischen Feindseligkeit gegenüber den Palästinensern und der Hass auf die Hamas unter Abdel-Fattah al-Sissi, sowie ganz allgemein ein Ergebnis der internationalen Gleichgültigkeit.

Aber in jedem Fall ist es auch der Mangel an Initiative im Gazastreifen von Netanjahu und seiner Regierung in den letzten fünf Jahren, als politischer Fehler, blind getrieben von seinem Hass auf Iran, der es versäumt hat, ein wichtiges Thema aus Gaza, seinem Nachbarn, zu machen, und diesen Krieg hat er damit, erst entstehen lassen.

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7 Gedanken zu „Benjamin Netanjahu: Er wollte Krieg mit Iran, und bekam ihn in Gaza

  1. Solange es Leute gibt, die glauben, es gäbe so etwas wie „die Juden“, „die Israelis“ und „die Palästinenser“, solange wird sich nichts ändern.

    Es gibt nur individuelle Menschen bzw. Körper…

    Wann hört endlich dieser messianisch-beschnittene Terror auf, d.h. „unsere“ „jüdisch-christlich-muslimisch-ikonoklastisch-protestantisch-kapitalistisch-kommunistisch-faschistisch-Hollywoodiale Geschichte“?

  2. Hallo Ardashir,
    ich verstehe nicht, warum Du von einem Fehler sprichst. Der böse Iran, vorallem Ahmadinejad waren doch ein Segen für Netanja. Dadurch, dass er Iran als eine Bedrohung aufbaute, schaffte er doch überhaupt (als einer mit einem Hardliner-Image) gewählt zu werden.
    Nur zur Info: Israelischer Mittelschicht blutet und seit Jahren geht es Israel nicht so blendend. Trotzdem interessierten sich bei den letzten Wahlen wenige für die wirtschaftliche Lage des Landes und um die Korruption, denn es gibt doch diese böse Bedrohung aus dem Iran.

    Außerdem dadruch, dass er immer über den iranischen Gefahr redete, lenkte er von der illegralen Siedlungsbau ab.

    Und dieser Einmarsch in Gaza: Warum soll dieser Einmarsch in Gaza schlimm sein?
    Dass dadurch viele unschuldige Menschen sterben, ist doch mitkalkuliert und ist dem Herrn Netanja vollkommen egal. Welchen Nachteil hat Israel durch diesen Einmarsch?
    Ein paar tote Soldaten (bisher unter 10). Ja und?
    Ok man gib viel Geld für die Monition/Waffen aus. Ja und? Erstens verfallen/veraltern einige Waffen und außerdem bekommt Israel die Waffen zum Größtenteil doch geschenkt!
    Oder geht es um den isaelischen Image? Warum sollen sie darunter leiden?
    Welcher westliche Politiker interessiert sich für die Menschen in Gaza? Jeder Politiker weiß doch, dass jeglicher Kritik gegen diesen Gaza-Feldzug ihm zum Verhängnis werden könnte.
    Herr Gauck und das Merkel kritisieren eher die Volldeppen, die antisemitische Parolen schreien, als den Gaza-Feldzug. Außerdem lieferen/schenken die munter Waffen nach Israel (danke Herr Gabriel).

    Die Wahrheit ist doch, dass Israel täglich wächst, und keiner etwas dagegen unternimmt.
    Warten wir es ab. Der Netanja wird weitere Wahlen gewinnen und länger an der Macht sein (durch seine Strategie).

    Grüße
    Jerry

    • Werter Jerry!

      Stimmt ja im Grossen und Ganzen alles was Sie sagen und steht auch nicht im Widerspruch zum Artikel, sondern ist eigentlich eine gute Ergaenzung. Politische Fehler sind ja nicht nur Fehler die Netanjahu zum Nachteil gereichen, sondern Fehler, die dem israelischen Volk schaden, er mag ja persoenlich einen Nutzen davon haben, und Dumme gibt es sicher genug die das Arschloch wiederwaehlen. Danke fuer Ihren Beitrag!

      • Lieber Ardashir,

        welchen Nachteil hat das israelische Volk durch diese Politik?
        Ich spreche nicht von moralischen Gesichtspunkten.
        Die Anzahl der Opfer auf der israelischen Seite (Soldaten) ist recht überschaubar (bisher unter 10). Anzahl der Opfer unter Zivilisten noch weniger.
        Auch ist die israelische Infrastruktur von den Angriffen bisher verschont worden (diese Rakette sind nicht mit V2 oder wirklich moderenen Raketten zu vergleichen). Schlimmste war bisher ein zerstörter Sauna.

        Hingegen vergrößert Israel durch seine aggressive Politik sein Territorium.
        Daher meine Frage: Warum sollen die Ihre Politik ändern? Vor westlichen Regierungen und Medien (vorallem USA+Deutschland) brauchen die sich nicht zu fürchten. Israel kann sich auf deren Unterstützung verlassen.
        Und um die Meinung der Bevölkerung in diesen Länder interessiert Israel so wie so nicht.

        Durch die israelische Politik schürren und verstärken sie lediglich den Hass der Araber (nicht allen Araber: Dem Sissi und den saudischen Prinzen sind diese Leute in Gaza wohl egal).
        Ich habe aber das Gefühl, dass Israel denkt/glaubt, dass die arabische Gefahr beherrschbar ist.

        Grüße
        Jerry

  3. Sehr weise Zitate von Golda Meir, der ehemaligen MP´in von Israel.

    „Die Moslems können kämpfen und verlieren, und dann wiederkommen und erneut kämpfen. Aber Israel kann nur einmal verlieren.“

    Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.“

    Von dieser Geisteshaltung heraus scheint mir die ganze Israelpolitik geprägt zu sein, egal wer das Land letztlich regiert.

    Ich gebe dem Vorkommentator Jerry recht, dass Ahmadineschad Netanjahu die verbale Munition geliefert hat, die er brauchte, um den unsinnigen Plan auszuhecken, die Atomanlagen Irans bombadieren zu wollen.
    Allerdings sollte man diesen Plan, so verwerflich er auch ist, im Zusammenhang sehen, wie sich Iran gegenüber der Hamas verhalten hat. Die Prioritätenliste mag vordergründig Iran auf dem ersten Platz gesehen haben. Aber wenn Taten Irans, nämlich die militärische und finanzielle Unterstützung der Hamas in Millionenhöhe (als einem unter mehreren Geldgebern) verquickt werden mit den Worten des damaligen iranischen Präsidenten, so scheint es mir, dass die Prioritätenliste in der persönlcihen Gedankenwelt Netanjahus durchaus verständlich schien, wie gesagt, der persönlichen N., nicht meiner.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-prahlt-mit-militaerhilfe-fuer-hamas-a-868501.html
    http://www.welt.de/print-wams/article138004/Iran-finanziert-Hamas.html

    Heute unterstützt Iran die Hamas nicht mehr wie viele andere Länder auch nicht, weil sie sich in Syrien und im Irak engagieren müssen, um möglicherweise nicht selbst in den Sog des fanatischen sunnitisch geprägten Hasses von aufgerüsteten ISIS-Verbrechern zu werden.

    Ich denke, dass Israel, was ja nur so klein wie Hessen ist, geprägt ist von den zwei Zitaten von Golda Meir. Diese sind weder boshaft noch zynisch. Sie bilden einfach eine Realiät auch heute noch.

    Jeder israelische MP hätte den Bodeneinsatz des Militärs angeordnet. Raketen auf das Südland Israels, welches jahrelang andauerte und für die Weltpresse überhaupt keine Meldung wert war und die verteidigende Bodenoffensive wäre auch zurzeit nicht angeordnet worden, wenn nicht jetzt Städte wie Tel Aviv angegriffen worden wären.

    Man stelle sich vor, Österreich hätte jahrzehntelang Raketen auf die Bergwelt der Schweiz geschossen ohne ein Opfer. Ob die Schweiz sich das hätte wohl lange gefallen lassen?

    Werter Jerry, ich glaube aber nicht, dass den Israelis egal ist, ob ein israelischer Soldat stirbt. Was für Gefangenaustauschaktionen haben denn die Israelis für Gilad Schalit durchgeführt. 1027 palästinensische Gefangene gegen einen Soldaten. Welches Land hätte das mit sich gemacht. USA tönen doch immer: Keine Verhandlungen mit Terroristen oder so.

    Ich glaube auch nicht, dass die IDF darauf aus ist, besonders viele Tote auf der palästinensischen Seite zu prodzuieren. Mit jedem Toten wächst der Imageschaden für Israel, welches weder in der westlichen latent, erst recht nicht in der islamischen Welt bereits jetzt öffentlich zutage tritt.

    Welche Armee warnt die Bewohner vor ihren Angriffen, Häuser zu verlassen? Und welche Kriegsverbrecher veranlassen Kinder und Frauen sich als Schutzschild gegen israelische Raketen zur Verfügung zu stellen.

    Ich denke, dass dieser Konfliktausbruch wieder einmal den grenzenlosen Hass der Hamasführung auf Israel im Sinne des Hadiths in der Gründungscharta der Hamas zeigt:
    Artikel 7 der Charta erklärt das Töten von Juden – nicht nur von jüdischen Bürgern Israels oder Zionisten – zur unbedingten Pflicht jedes Muslims, indem sie sie zur Voraussetzung für das Kommen des Jüngsten Gerichts erklärt:

    „Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‚Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’“

    – Sahih Muslim Buch 41, Nummer 6981,[39] zitiert in Artikel 7

    In Artikel 22 übernimmt die Charta die in Europa entstandene antisemitische Verschwörungstheorie vom Weltjudentum: Die Protokolle der Weisen von Zion seien echt, die Freimaurer, der Lions-Club und der Rotary-Club arbeiteten insgeheim „im Interesse der Zionisten“. Die Juden seien für die Französische Revolution, den „westlichen Kolonialismus“, den Kommunismus und die Weltkriege verantwortlich: „Es gibt keinen Krieg, wo sie nicht ihre Finger im Spiel haben…“[40] Zionisten strebten nach weltweiter Expansion.

    Daraus folgert Artikel 32:

    „Den Kreis des Konflikts mit dem Zionismus zu verlassen ist Hochverrat. Alle, die das tun, sollen verflucht sein. ‚Wer immer ihnen den Rücken zukehrt […] zieht sich den Zorn Allahs zu, und seine Wohnung soll die Hölle sein…‘ (Koran, 8:16)“

    – Artikel 32; bei Baumgarten S. 224
    Der Nahostkonflikt wird getragen von religiösem Fanatismus und Verschwörungstheorien, die bis heute Geltung haben.
    Das war Wikipedia.

    Allah spielt somit die größte Rolle und damit nimmt dier Hass auch kein Ende. Die Israelis haben spätestens jetzt erkannt, wo der Feind sitzt: Nicht nur bei der Fatah oder Hamas, sondern insbesondere im eigenen Land.

    Da werden die noch viel Ärger bekommen.

    Mit Verlaub, wenn ein Mensch mich vernichten will und dies auch lauthals verkündet und Killer, die mich töten wollen, finanziell unterstützt und die auch in Aktion treten und mehrere Male erfolglos auf mich schießen, so neige ich dazu, die beiden gedanklich in einen Sack zu stecken.
    Ist also die Gedankenwelt des Netanjahu so irreal? Da er aber Politiker eines Staates ist, hätte er anders und besonnener reagieren müssen. Das ist ohne jeden Zweifel richtig.

  4. Hallo Bazillus,

    einige Bemerkungen:

    „Raketen auf das Südland Israels, welches jahrelang andauerte und für die Weltpresse überhaupt keine Meldung wert war und die verteidigende Bodenoffensive wäre auch zurzeit nicht angeordnet worden, wenn nicht jetzt Städte wie Tel Aviv angegriffen worden wären. “

    Über diesen Konfikt wird doch fast täglich berichtet. Hamas böllert die Rakettchen und Israel antwortet meistens sehr biblisch. Ob die Bodenoffensive etwas mit den Raketten auf TelAviv zutun hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
    Der Bibi war doch vorher schon kurz vor Explosion, als Hamas und Fatah sich nähergekommen waren. Der Tot der drei Tora-Schüler kam für Bibi wie gerufen.

    „Werter Jerry, ich glaube aber nicht, dass den Israelis egal ist, ob ein israelischer Soldat stirbt. Was für Gefangenaustauschaktionen haben denn die Israelis für Gilad Schalit durchgeführt. 1027 palästinensische Gefangene gegen einen Soldaten. Welches Land hätte das mit sich gemacht. USA tönen doch immer: Keine Verhandlungen mit Terroristen oder so.“

    Egal nicht; das habe ich nicht behauptet, aber, wenn man in einem Krieg zieht, sind diese Anzahl doch recht übersichtlich! Nur zur Info: Im ersten Golfkrieg sind ungefähr eine Million Menschen gestorben.
    Für mich ist außerdem die Gefangenaustausch-Mentalität nur ein Show, was jetzt zu einer Staatsräson mutiert ist. Nach offizielle militärische Meinung ist es besser zu sterben, als Geisel zu sein. Was soll das für eine tolle Mentalität sein?

    „Ich glaube auch nicht, dass die IDF darauf aus ist, besonders viele Tote auf der palästinensischen Seite zu prodzuieren. Mit jedem Toten wächst der Imageschaden für Israel, welches weder in der westlichen latent, erst recht nicht in der islamischen Welt bereits jetzt öffentlich zutage tritt. “

    Imageschaden, ja. Aber warum soll das schlimm sein? Der amerikanisch/europäische Geldgeber schreckt dies nicht. Als Iraner bin ich echt neidisch auf Israel. Soviel Narrenfreiheit wünsche ich uns auch! Immerhin hat man auch häufig versucht, uns und unsere Kultur ausradiert (unter Mongolen, Araber, …).

    „Welche Armee warnt die Bewohner vor ihren Angriffen, Häuser zu verlassen? Und welche Kriegsverbrecher veranlassen Kinder und Frauen sich als Schutzschild gegen israelische Raketen zur Verfügung zu stellen. “

    Wollen Sie ersthaft behaupten, dass diese große Anzahl an zivilen Opfer nur mit den „Hamas Kriegsverbrecher“ zu tun hat? Ich bitte Sie.
    Es ist Krieg. Die Israelis versuchen einfach ihren Opferzahl einfach klein wie möglich zu halten und da ballert man gerne zwei Mal. Die Sache mit den Anrufen, ist für mich lediglich ein toller Propaganda-Zug. Wirkliche eine tolle Idee.
    Hamas führt eine asymmetrischen Krieg, und ja das gehört wohl dazu, sich zwischen der Zivilbevölkerung zu tarnen. Oder, was glauben Sie wie Résistance vorging?
    Nur zur Info: Ich finde die vorgehensweise von Hamas aussichtlos. Die werden dadurch militärisch nichts erreichen!

    Viele Palästinenser und speziell Hamas-Leute hassen Israel. Was glauben Sie wie ich als Azerbaijaner zu Russland stehe? Man muss seine Nachbaren nicht lieben. Hauptsache man respektiert die Grenzen. Ich hatte das Gefühl, dass Hamas in letzter Zeit sich bewegte und versuchte mit Fatah den diplomatischen Weg zu gehen.

    Ich bin aber der Meinung, dass, wenn es auch dazu kommen würde (also Hamas akzeptiert das Existenzrecht von Israel), würden die nicht ihr Land bekommen.
    Immerhin wird auch Israel von Personen wie Netanja, Lieberman, Bennett, … regiert und da sehe ich keine Wille zu Frieden. Lieber Expansion; enweder mit Krieg oder unblutig durch Siedlungbau in besetzten Gebieten.

    Mein wichtigster Wunsch ist aber nur eins: Der Iran sollte sich einfach raushalten!

  5. Lieber Bazillius,
    Ich bitte dich, was soll das „Man stelle sich vor, Österreich hätte jahrzehntelang Raketen auf die Bergwelt der Schweiz geschossen ohne ein Opfer. Ob die Schweiz sich das hätte wohl lange gefallen lassen?“ Erstens ist die Schweiz neutral und auf den Bergen leben jede Menge Menschen. Zweitens kannst du nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Früher haben die Palästinenser noch mit Steinen herumgeworfen, jetzt verfügen sie über billige Waffen. Besser gesagt die Hamas verfügt über Waffen. Israel hat im Gegensatz ein modernes effektives Kriegsarsenal und best-ausgebildete Soldaten und den besten Geheimdienst überhaupt. Und die wollen mir sagen, dass sie diese sogenannten Tunnels nicht entdeckt haben, Schwachsinn. Der Mossad könnte, wenn er wollte die Leute ausfindig machen, welche diese Tunnels bauen und benutzen. Stattdessen feuern die Israelis willkürlich Raketen nach Gaza ab und töten damit unschuldige Zivilisten. Über 1000 Tote, man stelle sich nur mal vor und auf der anderen Seite rund 50 und das noch Soldaten. Bazillius Krieg ist ein Spiel um Macht, da gibt es keine Moral. Die Soldaten sind nur die Marionetten des Systems, Hauptsache die Operation war erfolgreich, so denken Leute wie Netanjahu un Co. Die Raketen, welche von palästinensischer Seite abgefeuert wurden, waren eher die Antwort auf Israels drastisches Eingreifen ohne jede Beweislage, dass die Hamas diese drei Schüler ermorden liess. Ruckzuck ging das ganze. Israel geht wirklich zu weit.

    Gruss
    Pedrâm

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