Im Namen des Schwertes

IS-Kämper_Bild ©Almonta

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von Leon de Winter

Andrej Tarkowskis „Andrej Rubljow“ gehört zu den Meisterwerken des Kinos. Erzählt wird darin die wahre Lebensgeschichte eines genialen Ikonenmalers und Priesters. Der Film spielt im Russland des fünfzehnten Jahrhunderts. In einer Szene überfallen Tataren die Stadt Wladimir. Sie schlachten alles ab, was ihnen über den Weg läuft. Sie töten, verstümmeln, vergewaltigen, stehlen. Meisterhaft zeigt Tarkowski, mit welchen Gefühlen diese asiatischen Horden dabei vorgehen – sie töten mit großer Lust.

Wenn die Mörder in Nahaufnahme gezeigt werden, sehen wir entsetzt die glühende Begeisterung in ihren Gesichtern. Diese Männer haben alle zivilisatorischen Hemmungen abgelegt, können ihren primitivsten Bedürfnissen und Impulsen nachgeben. Sie haben die ultimative Befreiung erreicht. Weil sie völlig gefühllos sind und andere Menschen auf Objekte von Lust und Unterwerfung reduzieren, haben sie den Zenit ihrer sexuellen Potenz erreicht und können sich ganz offen wie Bestien aufführen.

Die aktuellen Fernsehbilder und die Dschihadistenvideos auf Youtube erinnern mich an diese Szene, eine der eindrucksvollsten in der Geschichte des Films. Wenn wir uns fragen, wie die Beduinen der Arabischen Halbinsel im siebten Jahrhundert oder die Mongolen im dreizehnten Jahrhundert die Welt eroberten und plünderten – der „Islamische Staat“ (IS) zeigt uns, wie sie vorgingen. Getrieben wurden sie vom wilden Bedürfnis, alles zu zerstören und zu erobern, wonach ihnen der Sinn stand.

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