Liebesgedichte von Charles Bukowski werden in Iran erstmals veröffentlicht

Bukowski Buch_Quelle: AMAZON

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Teheran – Nach iranischen Medienberichten zufolge, werden Liebesgedichte vom deutsch-Amerikaner Charles Bukowski über Alkohol, Sex und den Outsidern der Gesellschaft zum ersten Mal in Iran veröffentlicht.

Der Verlag Sarzamin-e Ahurayi sagte, er wird die Gedichte, welche der Schriftsteller Alireza Behnam ins Persische übersetzt hat, veröffentlichen. Es war jedoch nicht bekannt, wie genau die Übersetzungen den Originalen entsprechen.

Bücher in Iran, benötigen die Zustimmung zur Veröffentlichung des Ministeriums für Kultur und islamische Führung. Es hat strenge Kriterien für die Veröffentlichung erhoben, insbesondere hinsichtlich erotischer Inhalte. Solche Bücher sind verboten, die erotischen Passagen werden entfernt oder neu islamkonform geschrieben.

Die Genehmigung des Ministeriums kann auch nach der Veröffentlichung eines Buches zurückgenommen werden. Genau das war dem Roman von Gabriel Garcia Marquez mit dem Titel Erinnerungen an meine traurigen Huren. „Whores“ im Titel wurde in „Sweethearts“ umgeändert, um die Genehmigung für die Veröffentlichung zu erhalten, aber es wurde danach dennoch verboten, denn das Ministerium nannte es unmoralisch und behauptete, es fördere die Prostitution. Das Verbot weckte damals erst recht das Interesse der Iraner an diesem Buch, das dann für den doppelten Preis auf dem Schwarzmarkt verkauft wurde.

Die Zensoren der Islamischen Republik werden in Bukowskis Roman viel finden, das sie zum Stirn runzeln bringen wird. Der Kultautor wurde nicht umsonst zum „Preisträger des amerikanischen Abschaums“ vom Time Magazine ernannt. Der in Deutschland geborene Schriftsteller starb in Los Angeles im Jahr 1994. Seine Geschichten sind sehr oft teilautobiografisch, wenn auch satirisch übertrieben. Die Werke handeln von Menschen, die sich auf der Schattenseite des „American Way of Life“ befinden. Seine Sterne im Buchhimmel sind Kleinkriminelle, Alkoholiker, Obdachlose und Prostituierte, abseits der normalen Gesellschaft im Konsumzyklus. „Auf der Basis seiner eigenen Erfahrungen schrieb er in knappem Stil harte, witzige Stories, Romane und Gedichte über das Leben in den Randzonen der bürgerlichen amerikanischen Gesellschaft. Schockwirkung erzielt er durch die Darstellung brutaler Gewalt“, schrieb der Literatur – Brockhaus.

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