The New World Order – Der Mensch ohne Bargeld

von Egon W. Kreutzer

Bildquelle: all-hdwallpapers.com

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Aufmerksame Beobachter stellen fest, dass sich die Schlinge um das Bargeld allmählich aber unaufhaltsam immer enger zieht. Die Wahrheitspresse schweigt sich hierzulande weitgehend darüber aus, doch die Fakten sprechen eine bedeutsame Sprache.

Hier, im EU- und Euro-Europa gelten bereits folgende Beschränkungen für Zahlungen mit Bargeld:

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Dass es dabei nicht bleiben wird, ist gewiss.

Die Veränderungen, die ein Fortschreiten der Einschränkung der Bargeldverwendung hervorrufen wird, sind jedoch vielen noch unklar.

“Es macht doch nichts. Mehr als 1.000 Euro pro Monat hebe ich kaum einmal von meinem Konto ab – und damit bezahle ich doch auch nur Rechnungen, die deutlich unter dem Höchstbetrag bleiben. Für mich ändert sich doch gar nichts. Aber den Schwarzgeldgeschäften, den Drogendealern, den Schwarzarbeitern und den Steuerhinterziehern wird das Wasser abgegraben – und das kann doch nur gut sein.”

So die seelenruhige Stellungnahme des guten Staatsbürgers, der in der Einschränkung der Barzahlungen erst einmal einen Segen für sich sieht. Eine Welt ohne Bargeld, alles mit der einen Chipkarte, die zugleich Personalausweis, Gesundheitskarte und Mitgliedsausweis beim ADAC ist, mit der sich die Tür zum Arbeitsplatz öffnet, während gleichzeitig die Gleitzeituhr zu ticken beginnt, das ist doch eine Erleichterung!

Und viele werden hemmungslos “Hurrah” schreien, wenn die Implantation des Chips unter die Haut vom Hausarzt als IGEL-Leistung angeboten wird, weil sie dann nie mehr ihren Ausweis oder ihre Geldbörse vergessen können.

Schöne neue Welt?

Im Prinzip ja. Die Welt wird sich auch ohne Bargeld perfekt organisieren lassen. Es wird sogar preiswerte Chip-Zahl-Kassen für Bettler geben. Da kann man dann im Vorübergehen, ohne auf das Elend auch nur einen Blick zu werfen, schnell mal 50 Cent in den virtuellen Hut werfen, aus dem dafür zum Dank fünf Takte des Frühlingsstimmen-Walzers von Johann Strauß erklingen.

Im Supermarkt kommunizieren die Chips in den Produkten mit der Kasse, die Kasse kommuniziert mit dem implantierten Identitäts-Chip des Kunden, der kommuniziert mit dem Bankkonto – und wenn Deckung vorhanden ist, ist die Ware bezahlt, noch bevor man mit dem vollen Einkaufwagen die Regalreihen verlassen hat.

Es ist fast, als gäbe es überhaupt kein Geld mehr. Was man nicht mehr wahrnimmt, hört auf zu existieren. Wer ein Einkommen hat, das ausreicht, um alle Rechnungen prompt bezahlen zu können, wird sich eines Tages fühlen, wie im Schlaraffenland – so einfach wird das Leben sein, solange die gebratenen Täubchen nicht aufhören, in die hungrigen Mäuler zu fliegen.

Unter dem Aspekt der Praktikabilität des vollständigen bargeldlosen Zahlungsverkehrs ist die Abschaffung des Bargelds eigentlich längst überfällig. Es ist ja nur der Wechsel von einem altmodischen und umständlichen System auf ein neues, komfortables und viel einfacheres System.

Die Einführung eines solchen Systems alleine zur Vereinfachung von Bezahlvorgängen wäre den Regierungen allerdings vollkommen egal.

Das würden sie schlicht den freien Kräften des Marktes überlassen. Sollen sich doch Handel und Banken absprechen und die notwendigen Systeme schaffen – wenn die dann von den Konsumenten akzeptiert werden, ist alles in Ordnung – und wenn nicht, dann geht es uns auch nichts an, denn im Gesetz steht, was gesetzliches Zahlungsmittel ist, wie es auszusehen hat und dass es angenommen werden muss.

Wenn Regierungen Gesetze machen, die den Gebrauch von Bargeld verbieten oder stark einschränken, stecken andere Motive dahinter.

Den Bürgern erzählt man das Märchen von den Steuerhinterziehern, die dann keine Chance mehr hätten, die Gemeinschaft zu betrügen – und die Bürger fressen diesen Köder, weil sie schon wieder vergessen haben, dass die Unternehmen mit den höchsten Gewinnen und die Menschen mit den höchsten Einkommen, also diejenigen, von denen sowohl pro Kopf als auch in Summe am meisten zu holen wäre, auch weiterhin mit Steuerprivilegien ausgestattet sein werden, während dem Frisörlehrling künftig auch noch die dreißig Euro Trinkgeld, die er pro Woche erhält, bei der Lohnsteuer und den Beiträgen zur Sozialversicherung angerechnet werden.

Den Bürgern erzählt man das Märchen von den Millionen vollzeitbeschäftigter Schwarzarbeiter, denen nun das Handwerk gelegt werden wird, während der Bürger vergessen hat, dass die Masse der Schwarzarbeit von großen Unternehmen mit dem Mittel der Einschaltung von Subunternehmen, die wiederum Subunternehmen einschalten, die ihrerseits Menschen auf Werkvertragsbasis ausbeuten, zu verantworten ist, und dass die verfolgbaren Geldströme erst dann Verdacht erwecken, wenn sie beim letzten Glied in der Kette, beim ausgebeuteten, illegal beschäftigten ausländischen Arbeiter angekommen sind, der jedoch so leicht durch einen anderen zu ersetzen ist, dass das Geschäft vollkommen unbehelligt fortgeführt werden kann.

Den Bürgern erzählt man das Märchen von den Drogendealern, die nicht mehr wissen, wohin mit den vielen kleinen Scheinen, die sie Tag für Tag von den Abhängigen einsammeln, vergisst aber zu erwähnen, dass Geldwäsche auch dann noch funktionieren wird, wenn es kein Bargeld mehr geben wird.

Es gibt tausende von Möglichkeiten, legale Geschäfte vorzutäuschen, um illegale zu verdecken. Die “Spielothek” ist nur eine davon – und obwohl die Behörden genau wissen, dass in den meisten dieser schlecht besuchten, schummrigen Etablissements nur Geldwäsche betrieben wird, gibt es trotz vollmundiger Ankündigungen immer noch keine gesetzliche Handhabe einzugreifen, und man sieht auch keinen Handlungsbedarf, entsprechende Gesetze zu erlassen.

Ich will hier keine Gebrauchsanweisungen für Geldwäscher veröffentlichen, doch ich kann Ihnen versichern, dass findige Köpfe längst die Pläne für die bargeldlose Epoche in der Schublade haben.

Bleibt noch das bisher unerwähnte Totschlag-Argument: Der Kampf gegen den Terrorismus.

Der Kampf der “Westlichen Wertegemeinschaft” gegen den Terrorismus gleicht auf’s Haar dem Kampf der “Christlichen Religionsgemeinschaften” gegen den Satan.

Satan ist, wie der Terrorismus, immer und überall. Satan wurde in die Welt gesetzt, um den bedingungslosen Gehorsam der Gläubigen gegenüber Gott, vertreten durch seine selbsternannten irdischen Stellvertreter zu prüfen.

Der Terrorismus wurde zum gleichen Zweck in die Welt gesetzt, nämlich um sich des bedingungslosen Gehorsams aller Bürger gegenüber den wahren Herrschern der Welt und ihren in Parteienklüngeln bestimmten nationalen Stellvertretern zu vergewissern.

So wie es die Christenheit als selbstverständlich empfindet, sich ihren religiösen Führern in allen Seelennöten zu offenbaren, in weiten Teilen sogar jedes abweichende Verhalten persönlich und von Ohr zu Ohr zu beichten, so empfindet es das Stimmvieh der Scheindemokratien als selbstverständlich, dem Staat jedes Recht auf Einblick in alle Details seines Privatlebens zu gewähren, deren der Staat mit den jeweiligen Mitteln der Technik habhaft werden kann.

So wie die Christenheit weiß, dass der Kampf gegen Satan erst gewonnen werden kann, wenn die Welt untergegangen ist und das jüngste Gericht stattgefunden hat, wobei Satan weiterhin die Hölle beherrschen wird, wo alle schmoren müssen, die – ohne zu bereuen und um Vergebung zu bitten – gesündigt haben, sollte das Stimmvieh auch wissen, dass der Kampf gegen den Terrorismus erst zu Ende sein wird, wenn endgültig die Neue Weltordnung errichtet ist und sich die selbsternannten Eliten vollkommen sicher sein können, dass nur noch treudoofe Untertanen für ihr Wohlergehen sorgen, weil alle anderen durch Drohnen und anderes Mordgerät ausgetilgt wurden, oder bis zum Lebensende in finsteren Verließen vermodern.

Sonderbar, dass schon in der Offenbarung des Johannes (13,16) auf die Abschaffung des Bargelds hingewiesen wird:

Und es macht, daß die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

Wenn nur noch diejenigen kaufen und verkaufen können, die den Chip hinter der Stirn oder unter der Haut der rechten Hand tragen, dann ist die vollständige Kontrolle über alle Transaktionen erlangt.

Die schöne Weisheit, wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten, bekommt damit eine bisher ungekannte, neue und gefährliche Qualität.

Die Älteren unter uns erinnern sich noch, es gab in diesem unseren Lande einmal so genannte Grundrechte. Dazu gehörten zum Beispiel das Post- und Fernmeldegeheimnis, die Unverletzlichkeit der Wohnung, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit, und von alledem abgeleitet, hatte auch das Bankgeheimnis lange Zeit Bestand.

Zu spät haben wir Gewissheit erhalten, dass schon seit Bestehen der Bundesrepublik die Amerikaner so ziemlich alle Briefe öffneten, die über die Grenzen der Republik befördert werden sollten. Als Besatzungsmacht hatten sie sich dieses Recht vorbehalten und fleißig davon Gebrauch gemacht. Dass Telefone abgehört wurden, war vielen auch klar, aber wenn es nicht in der Leitung knackte, konnte man sich noch sicher fühlen. Wanzen, also Abhörmikrofone, waren sündhaft teuer und nur von Spezialisten zu installieren, also blieben sie Geheimdienstoperationen vorbehalten.

Inzwischen wird so ziemlich alles abgehört, aufgezeichnet und ausgewertet, was ‘Mensch’ so von sich gibt. Milliarden von Handys offenbaren jederzeit den Aufenthaltsort ihrer Besitzer, von Mautbrücken herunter werden Kennzeichen erfasst und die Fahrer fotografiert, die beglückenden Kundenkarten, die jedes größere Handelsunternehmen unter die Menschheit streut, geben klar Auskunft über Konsumgewohnheiten, einschließlich des Verbrauchs an Nikotin und Alkohol, Präservativen und Tiefkühlgerichten.

Klar, dass es längst die Idee geben muss, die Daten des Einkaufsverhaltens von Millionen Bürgern mit den Daten der elektronischen Gesundheitskarten der gleichen Bürger abzugleichen und daraus den Bedarf an Ärzten, Apotheken und Krankenhausbetten zu ermitteln, während die Krankenkassen heftig mit den Hufen scharren, um endlich Risikoprämien für Fehlverhalten kassieren zu können – und dann wird es eines Tages so weit sein, dass ein nett angestrichener Roboter im Supermarkt dafür sorgt, dass jeder nur noch das kaufen kann, was das “System” im Sinne der Kostendämpfung im Gesundheitswesen erlaubt.

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