Das „FIFA- Problem“ und die Verkommenheit des Profisports

Ex FIFA Präsident Sepp Blatter

Ex FIFA Präsident Sepp Blatter

ein Kommentar von Ardašir Pârse

Zürich – Die Korruption im Profisport führt zu einer unvermeidlichen Kollision zwischen dem großen Geld und einer massiv manipulierten, mit niederen Instinkten versehenen Fanbasis, der Geld nichts bedeutet, weil die meisten von ihnen auf Grund ihrer Bildung keines haben. Die soziale Kontrolle, über eine Strategie der Ablenkung, ist wesentlicher Bestandteil der Politik im Interesse der Finanzeliten in der Wall-Street in den Grosskonzernen und in der Strategie der US-Geopolitik Berater. Die öffentliche Aufmerksamkeit zu wichtigen Themen und die globalen Veränderungen, die von den politischen und wirtschaftlichen Eliten beschlossen werden, sollen verschleiert werden. Dazu gehört ein ständiger Strom von Unterhaltung, elektronischem Spielzeug, wie Mobiltelefone, iPads etc., unbedeutende und falsche Informationen und natürlich auch der Volkssport Fußball.

Die Strategie der Ablenkung ist ein wichtiger Punkt, um das öffentliche Interesse an grundlegendem Wissen in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Psychologie, Neurobiologie und Kybernetik zu verhindern. In einem US-Auszug aus Silent Weapons for Quiet Wars kann man lesen wie gedacht wird: „Lenken Sie die öffentliche Aufmerksamkeit ab von den realen sozialen Problemen, und lenken Sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf Fragen ohne wirkliche Bedeutung. Halten Sie die Öffentlichkeit beschäftigt, beschäftigt, beschäftigt, lassen Sie ihnen keine Zeit zu denken. Zurück auf die Farm zu den anderen Tieren.“

Es war faszinierend, die Berichterstattung über den FIFA Chef Sepp Blatter in der vergangenen Woche zu sehen, als die Schweizer Polizei eine Razzia in einem Luxus-Hotel, wo sich die Führung der Fußball-Organisation traf, zu beobachten. Viele Hinweise kursieren und deuten auf eine Beteiligung US-amerikanischer Geheimdienste an diesem Zugriff hin, um die FIFA zur Rücknahme der Zusage für die WM in Russland 2018 zu zwingen. Und so wurde Sepp Blatter Opfer US-amerikanischer Kriegspolitik gegen Russland. Warum jetzt gerade diese Aufregung um Korruption, wo doch jeder weiß und wusste, dass sowohl die WM in Süd-Afrika, in Frankreich und auch die WM 2022 in Qatar gekauft wurde?

Während die Kultur der Korruption unter seinem Vorsitz auf Blatter und die FIFA Führungsriege nun eingeschlagen hat, wird kaum jemand vergessen können, wie gut Blatter, 79, zu Afrika gewesen war, damit das erste WM-Turnier, das auf den afrikanischen Kontinent gebracht wurde, einen Geldregen, in einen Teil der verarmten Dritten Welt brachte. Er war damit ein Meister der demokratischen Verteidigung im Sport geworden.

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum Afrika einen besonderen Platz in Blatters Herz eingenommen hatte: Die afrikanischen Stimmen im FIFA-Kongress, die ihn an der Macht gehalten haben, könnten leicht zum Preis von Bestechung oder gut gespickten Fußball-Programmen erworben worden sein und das kristallisiert sich in diesen Tagen immer mehr heraus. In dieser Hinsicht verhielt sich Blatter nicht anders, als der altmodische Großstadt-Pol, der auf der Suche nach verbesserten Arbeitslosenstatistiken, den Beruf des „Strafzettelverteilers“ schafft, um wiedergewählt zu werden, während der Rest der Stadt, dadurch gerade abgezockt wird.

Niemand würde sich je erträumen, dass jemand ein gutes Wort für jemanden einlegt, sagen wir, für einen Bankier, dem strafbare Handlungen vorgeworfen werden, obwohl Banken viel Gutes tun, sie geben Kredite an Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und geben Hypotheken an Privathaushalte um zu helfen, dass Menschen Häuser kaufen können, und sie sind ein Motor einer modernen Wirtschaft. Aber wenn sie erwischt werden, was so einigen Bankiers schon passiert ist, macht sich niemand Sorgen über das Gute, das der Bankier ja auch getan hat.

Aber das ist der Unterschied zwischen Sport und gewöhnlichen menschlichen Aktivitäten. Korruption durchdringt die sportliche Welt, ja sie ist und war schon immer Bestandteil durch gewalttätige Fußballspieler und dem allgegenwärtigem Betrug in den amerikanischen College-Programmen, mittels leistungssteigernden Drogen, dem Doping, Glücksspiel, Schiedsrichterbestechung und natürlich die FIFA. Aber die meisten Menschen können sich nicht selbst befreien, von einer vermeintlichen Schönheit des Spiels, die Werte des Teamgeistes und Kameradschaft des organisierten Sports vermitteln sollen.

Man kann sich über „die Schönheit“, in einer Reihe von schwitzenden Menschen, die einem Ball nachlaufen, streiten, aber in der Skala des menschlichen Strebens, liegen solche Ereignisse irgendwo zwischen Zirkusnummer und Zaubershow. So beeindruckend wie es für viele ist, jemanden verschwitzt laufen zu sehen, der einen Ball ins gegnerische Tor schießen will, so schwer ist zu verstehen, wie so etwas zum Fortschritt der Menschheit beigetragen soll.

Was ist das Geheimnis, um die überwältigende Anziehungskraft des Sports? Er appelliert einfach nur an einen der niederen Instinkte der menschlichen Rasse.

Es gibt wenige Dinge, die der Umarmung des kapitalistischen Ideals, das die Welt in Geldwerte misst, entgangen sind. Fans scheinen die wirtschaftliche Vernunft in ihrer Bereitschaft Geld auszugeben, beim Sport aufgegeben zu haben und widmen sich unzählige Stunden dem Beobachten von Spielen gleich welcher Art und werden so betäubt und abgelenkt. Krieg und Profisport haben daher mehr gemeinsam, als man denkt.

Spiele auszutragen sind ritualisierte Kampfführung, bis hin zur schlimmsten Gewalt des Krieges, sie sind auch Stammes-Loyalität, durch Treue zum Team und zur Nation motiviert. Die hysterischen Jubel, die Traditionen, Teamfarben und Maskottchen, die langjährigen Rivalitäten und der Fanatismus, sind eine Art seltsames Überbleibsel aus einer prämodernen Welt, die mit all ihrer Irrationalität seit dem 20. Jahrhundert mit der kapitalistischen Welt des Geldes zusammen trifft.

In unserer Zeit, kollidieren täglich Sportfans mit der allgegenwärtigen Korruption und dem Geschäft des Sports.

Fans kümmern sich nur um Sieg und Treue zu ihrem Team. Geld – auch schmutziges Geld – ist kein  Problem für sie, das sehen wir auch in der Treue der Fans zum FC Bayern Chef und Steuerbetrüger Ulli Hoeneß, dessen dunkle Kanäle, aus dem die Gelder in der Schweiz stammten, nie untersucht wurden. So ist die allgegenwärtige Korruption für die Fans ganz in Ordnung, solange die FIFA ihr Team auf das Spielfeld bringt und mit ihren Dollars den Weltfußball finanziert. Die Öffentlichkeit bezahlt teurere Tickets und folgt den Spektakeln auf Bildschirmen aller Art, womit sich die Sponsoren, ganze Wirtschaftszweige und Inserenten mit ihnen in Verbindung setzen. Aus einem einzigen Grund: Um Geld zu machen – viel Geld.

1,2 Milliarden Menschen verfolgten weltweit die Fußball-WM 2014. Hier summiert sich eine Menge Geld, das auf nur sehr wenige Menschen durch die FIFA verteilt wurde.

Mit dem Rücktritt Blatters, wird die FIFA nicht sauberer werden, das sollte man wissen. Vielleicht wird die Korruption in der FIFA für eine Weile unter dem Druck der Medien und US-Staatsanwälten nachlassen, aber die Gelegenheit sie wieder aufleben zu lassen wird schon bald zurückkehren. Blatter & Co sind kein FIFA Problem. Sie sind nur ein Symptom einer Krankheit, die einfach nur das Wesen des kommerziellen Profisports widerspiegelt.

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