Sturm über Syrien – Ein Krieg ohne Friedensplan

Kurdisch Syrische Mädchen in Kobane in einem zerbombten Trümmerfeld

Kurdisch Syrische Mädchen in Kobane in einem zerbombten Trümmerfeld

Ein Kommentar von Ardašir Pârse

Der „Krieg gegen den Terror“ ein genialer Einfall der US-Geostrategen, ist jetzt in seinem 15. Jahr, doch die Dinge sind nachweislich nicht besser geworden sondern noch schlechter, weil niemand eine Vorstellung davon hat, wie Frieden aussehen könnte und weil vom Westen aufgebaute und von radikal-islamischen Verbündeten finanzierte radikal-islamische Gruppen den US-Geheimdiensten entglitten sind. Die Geister die man rief, wird man nicht mehr los und schliesslich will man das Feld nicht Russland und Iran überlassen. Anstatt zu versuchen, herauszufinden, was die richtige Politik für den Mittleren Osten sein könnte, um dann daraufhin zu arbeiten, wirft der Westen erst einmal Bomben vom Himmel – Bomben, die unweigerlich nicht nur den Satanischen Staat zerstören, sondern auch seine nicht-ISIS Nachbarn, Bomben, die unweigerlich neue Kräfte der Rache gegen den Westen rekrutieren werden. Nur das Bedürfnis zu befriedigen, dabei planlos gegen etwas, das man selbst angerichtet hat, etwas zu tun, ist blinder Aktionismus. Man kann nicht gewinnen, wenn man nicht vorher weiß, wie der Gewinn aussieht.

In Wahrheit hat der Westen keine Vision von Frieden und schon gar nicht die USA, denn eine Wirtschaft, die auf eine Kriegswirtschaft aufgebaut ist, hat an Frieden kein Interesse.

Erinnern wir uns an die Invasion in Irak 2003. Sie dauerte nur ein paar Wochen bis US-Soldaten Bagdad erreichten. Sie feierten, als sie Statuen von Saddam Hussein stürzten und zerstörten historische Teile der Prozessions-Straße Babylons und US-Soldaten rissen Steine aus dem Ishtar Tor, das zum Weltkulturerbe zählt und zwangen die Menschen aus ihren Ämtern. Sie verhielten sich nicht anders als die IS-Terroristen, die ebenso Kunstdenkmäler in Syrien zerstören und Kunstschätze dem Weltkulturerbe rauben. Das war jedoch der einfache Teil der Mission. Der Krieg begann am 19. März 2003 und am 1. Mai 2003 wurde dann das berühmte „Mission erfüllt“ -Banner auf der USS Abraham Lincoln gehisst.

Nach dieser Rede von George W. Bush haben mehr US-Amerikaner in Irak ihr Leben verloren als vor jener Rede. Die „Mission erfüllt“ – Lüge ist und war ein Mythos. Die US-Amerikaner und Briten mussten abziehen und hatten am Ende einen Krieg verloren – die selbsterfüllende Prophezeiung Saddam Husseins wurde wahr, der Irak wurde für die US-Soldaten zum Grab. Was von Irak geblieben ist, ist ein Sumpf aus Blut und Krieg und eine Schule des eiternden Hasses. Eine ähnliche Geschichte könnte man über Libyen oder Afghanistan erzählen. Mit anderen Worten, Vergeltung war noch nie eine Strategie für den Frieden und schon gar nicht, wenn sie auf Lügen aufgebaut wurde, wie in all diesen Kriegen. Und ohne eine Strategie für den Frieden, wird sich die Hassspirale weiterdrehen. Die Strategie kann nicht darin bestehen, radikale Gruppierungen zu bewaffnen, zu finanzieren, auszubilden und ihnen am Ende ganze Landstriche zu überlassen und vielleicht noch ein paar Sitze im Parlament, das wäre so als ob man ein paar gewaltbereiten Neonazis die Bundesländer Sachsen und Brandenburg überlässt und nebenbei noch ein paar Ministerämter in Berlin, weil es nicht anders geht. Das war die US-Strategie in Afghanistan und Briten und Amerikaner investierten Millionen von US-Dollar auf der Suche nach moderaten Taliban. Was ein moderater Taliban aber genau gewesen sein soll, konnte niemand so genau erklären, wo man doch monatelang in den Medien darüber berichtete, dass die Taliban ihre Frauen so schlecht behandeln.

Wenn der Westen wirklich den Islamischen Staat zerstören wollte, würde er Bodentruppen senden, anstatt ein ganzes Land mit seinen Bomben nur aus der Luft zu bekämpfen. Er tut es nicht, weil der Westen nicht wirklich glaubt, dass es das Risiko wert wäre – sie haben selbst das Vertrauen in sich, dass der Westen alles erreichen könne, verloren. Es ist nur eine Show und Prahlerei: Cameron wird in die gleiche militärische one-up-man-show geraten, wie Blair es tat. Es geht den Briten auch nur darum vor den Amerikanern nicht ihr Gesicht zu verlieren, sie wissen um die Sinnlosigkeit des Einsatzes genauso wie Frau Merkel, die gerade wieder Steuergelder verbrennt. Es geht, wie bei allen anderen der westlichen willigen Koalition nur darum, gesehen zu werden, und zu zeigen, dass man präsent ist und angeblich etwas unternimmt, ganz gleich wie viele zivile Opfer diese Einsätze fordern werden und ganz nebenbei werden die regulären Regierungstruppen Bashar al Assads bevorzugt bombardiert. In Irak hatte die Koalition der Willigen 1,2 Mio. Iraker ermordet, in Afghanistan waren es Hunderttausende von Zivilisten.

Der Westen hat die Probleme des Dschihadismus als Ideologie nicht nur verschlimmert, sondern sogar zum Leben erweckt. Warum hören wir nicht auf, das künstliche, völkerrechtlich nicht anerkannte Konstrukt „Islamischen Staat“ zu benennen und nennen ihn nicht Satanischen Staat? Warum ehren wir seine Terroristen mit dem Status einer feindlichen Armee? Die lächerliche Vorstellung, wir könnten einen dritten Weltkrieg gegen einen bestimmten Stamm des Islamismus gewinnen, kann man vergessen, wenn man auch nur die geringste Ahnung vom Islam hat. Man kann keine gewalttätige Ideologie mit noch größerer Gewalt, die sich gegen jeden richtet, der zur falschen Zeit am falschen Ort sitzt, beseitigen, sondern damit füttert man diese Ideologie. Warum trocknet man nicht die Finanzkanäle aus Saudi-Arabien, der Türkei und Katar aus? Warum sanktioniert man nicht diese Terrorstaaten? Iran konnte man doch sogar rechtswidrig sanktionieren um am Ende dann doch die Urananreicherung und das Atomprogramm zu genehmigen.

Wir würden doch auch nicht einen Vorort von Brüssel bombardieren, um dort stationierte ISIS-Zellen zu eliminieren. Warum bombardieren wir dann syrische Städte, wenn so viele unschuldige Menschen dort leben? Vor ein paar Jahren, versuchte Cameron zu überzeugen, den Krieg gegen Bashar al-Assad zu führen, weil er gegen sein eigenes Volk Giftgas einsetzen würde, in Wahrheit aber waren es die sog. Rebellen die Giftgas eingesetzt hatten. Jetzt tun wir hier im Westen Ähnliches, vielleicht sogar in den gleichen Städten. Viele unschuldige Menschen sterben in Syrien – meist diejenigen, die zu schwach sind, zu alt oder zu jung, um zu fliehen. Und alle diese Bomben hinterlassen eine kontinuierliche Spur der Flucht der Menschen aus Syrien um Zuflucht in Europa zu finden und nähren den Hass des Islamismus.

Es kann nicht im Interesse westlicher Bürger sein, dass wir uns nicht mehr auf Veranstaltungen, in Kinos und Bars wagen, weil wir mit Terroranschlägen rechnen müssen. Und es kann nicht sein, dass zur Durchsetzung politischer Ziele, wie die Einschränkung von Bürgerrechten und der NWO, im Westen verübte Terroranschläge die Handschrift von Geheimdiensten tragen, die sich diese Extremisten zu Nutze machen, sie aufbauen, ausbilden und finanzieren, während alle Seiten ihre eigenen Vorstellungen einer pervertierten Welt in sich tragen und den Menschen aufzwingen wollen.

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2 Gedanken zu „Sturm über Syrien – Ein Krieg ohne Friedensplan

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