Ein Interview mit Alexander Dorin zum Thema: Verhaftung, U-Haft und Verfolgung eines Publizisten

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Ardašir Pârse: Herr Dorin, Sie sind am 16. Juni 2015 in ihrer Wohnung in Basel von einer Spezialeinheit der Polizei überwältigt, verhaftet und anschließend in das Untersuchungsgefängnis Basel-Stadt gebracht worden, welches Sie erst wieder nach fast vier Monaten Untersuchungshaft verlassen durften. Können Sie uns etwas Genaueres dazu sagen? Was waren die offiziellen Gründe für Ihre Verhaftung? Wie lief diese ab? Und wie verbrachten Sie die Zeit im Gefängnis?

Alexander Dorin: Ich hielt mich zu dem Zeitpunkt, es war ca. 11.00 Uhr vormittags, gerade im Garten meiner Liegenschaft auf, als ich die Hausglocke klingeln hörte. Ich ging zur Kellertüre und wollte durchs Haus zur Eingangstüre laufen, als ich plötzlich einen enormen Lärm vernahm. Die Haustüre wurde unter großem Getöse mit irgendetwas eingetreten und aufgebrochen, was im Normalfall nicht einfach ist, da es sich um eine alte massive Türe aus dem Jahr 1903 handelt. Ich hörte wie eine Horde laut schreiender Männer in die Liegenschaft stürmte, ganz so, als ob es um eine Geiselbefreiungsaktion ging. Ich trat reflexartig zurück, bin in den Garten, als plötzlich Mitglieder einer maskierten und bewaffneten Spezialeinheit durch die Türe an der Hinterseite der Liegenschaft in den Garten stürmten. Einer schrie mich an „auf den Boden!“ und schlug mir auf den Hinterkopf, so dass ich schließlich zu Boden fiel. Anschließend fesselte man mich an Händen und Füssen, richtete mich wieder auf und legte mir zusätzlich noch eine Augenbinde an. Dann drängte man mich ins Haus, da sich draußen offenbar bereits Schaulustige versammelten.

'Die beschädigte Eingangstüre von Dorins Haus'

‚Die beschädigte Eingangstüre von Dorins Haus‘

'Das von den Hausbewohnern improvisiert reparierte Türschloss'

‚Das von den Hausbewohnern improvisiert reparierte Türschloss‘

'Die zweite Türe im Eingang, die von der Spezialeinheit demoliert wurde'

‚Die zweite Türe im Eingang, die von der Spezialeinheit demoliert wurde‘

'Die zweite Türe im Eingang, die von der Spezialeinheit demoliert wurde'.

Man brachte mich in meine Wohnung und setzte mich gefesselt auf ein Sofa, während gleichzeitig die Hausdurchsuchung begann. Es wimmelte plötzlich von irgendwelchen Leuten, die sich durch die gesamte Wohnung wühlten und alles umkrempelten. Es wurde das gesamte Haus durchsucht. Sie drangen auch in alle Wohnungen der restlichen Hausbewohner ein. Einen Stock über mir wurde auch ein 58jähriger Bewohner samt seiner Freundin verhaftet – zum Glück waren die anderen beiden Hausbewohner nicht da. Während des Überfalls beschädigten die Eindringlinge nicht nur die alte Haustüre, sondern demolierten auch gleich noch die zweite Türe im Gang samt Scheibe. Bei mir in der Wohnung beschädigten sie auch noch eine alte indische Kommode – und das ohne jeden ersichtlichen Grund. Ich war erst kurz vor diesem Überfall nach Hause gekommen. Die Polizei hätte mich ohne weiteres an der Haustür anhalten und mit einem Hausdurchsuchungsbefehl konfrontieren können. Das brutale Eindringen und die Beschädigungen der Türen waren demnach völlig sinnlos.

Sie beschlagnahmten meinen Arbeitscomputer, den ich ausschließlich für meine publizistische Tätigkeit verwende und auf dem zahlreiche Dokumente gespeichert sind. Zudem wurden zwei externe Festplatten konfisziert, auf denen sich Tausende von Dokumenten befinden, die im Zusammenhang mit den Kriegen in Ex-Jugoslawien stehen. Ich erhielt diese Festplatten vom ehemaligen französischen Geheimdienst-Mitarbeiter Jugoslav ‚Dominique‘ Petrusic. Beschlagnahmt wurden auch Dokumente, die im Zusammenhang mit dem Haus stehen (z.B. Kaufvertrag). Zuletzt wurde auch sämtliches Bargeld beschlagnahmt, das sich in meiner Wohnung befand. So z.B. fast 20’000 Schweizer Franken, die aus den Mieteinnahmen vom Januar 2015 bis zum Juni 2015 stammten. Mit einem Teil des Geldes hätte ich die Hypothek und Nebenkosten bezahlen sollen. Es wurde auch Geld beschlagnahmt, das von einer Kontoauflösung meiner verstorbenen Eltern und dem Hausverkauf in Serbien stammt, oder besser gesagt der Rest davon, da ich von diesem Geld, während vieler Jahren, die Recherchen zu meinen Büchern selbst bezahlt habe. Die Herkunft des Geldes kann ich übrigens einwandfrei belegen.

Ardašir Pârse: Ein gelinde ausgedrückt rigoroses Vorgehen der Basler Justizbehörden. Was geschah dann?

Alexander Dorin: Ziemlich rigoros – richtig. Die führten sich wie wildgewordene High Tech-Cowboys auf, als ob sie zu viele Hollywood-Filme angeschaut hätten. Die US-Methoden werden nun wohl auch in der Schweiz angewandt. Ich wurde dann gefesselt in einen Polizeibus gebracht und in einen engen Metallkäfig gesperrt. Nach einer vielleicht zehn-minütigen Fahrt realisierte ich, dass wir im Basler Untersuchungsgefängnis ‚Waaghof‘ angekommen waren. Dort brachte man mich in einen Raum zur „Erkennungsdienstlichen Behandlung“, wo ich mir zuerst meine Fingerabdrücke entnehmen lassen musste, gefolgt von einem Speichelabstrich zwecks Registrierung meiner DNA. Zum Schluss wurde ich fotografiert und anschließend in die Zelle gebracht, wozu wir ein Labyrinth von Gängen durchquerten.

Die Zelle war etwa 12 qm groß. Drinnen herrschte eine ziemliche Hitze, da unlängst gerade ein neues Fenstersystem eingebaut wurde, das eine ausreichende Luftzufuhr fast nicht gewährleistete. Ich erfuhr am nächsten Tag, dass ich auf der geschlossenen Station gelandet war. Das heißt, dass man während fast 23 Stunden täglich in der Zelle eingesperrt ist. Man hat einen Hofgang von 60 Minuten täglich. Dieser Hof ist von Mauern umgeben und von oben mit einem Metallgitter verschlossen. Es geschah immer wieder, dass man während des Hofgangs zu den Verhören bestellt wurde oder gerade ein Anwalt zu Besuch war, so dass der Hofgang teilweise auch wegfiel. Ich fragte einen der Wärter nach einigen Wechselkleidern, erhielt jedoch zur Antwort, „dass es keine gäbe.“ Zum Glück gab mir ein Mitgefangener nach einer gewissen Zeit einige seiner Kleider, sonst wäre ich wohl komplett versifft.

Nach drei Tagen wurde ich aus der Zelle geholt und erneut an Händen und Füssen gefesselt. Man brachte mich wieder in einen Polizeibus und sperrte mich darin in den Käfig. Dann wurde ich zu einem anderen Gebäude in Basel gefahren, wo man mich dem Haftrichter vorführte. Kurz davor wurde mir von der Staatsanwaltschaft ein Pflichtverteidiger zugeteilt. Man muss sich einmal vorstellen, dass ausgerechnet die Staatsanwaltschaft entscheidet, wer einen Inhaftierten zu verteidigen hat, was in der Realität bedeutet, dass man so einem ‚Verteidiger’ null vertrauen kann. Und tatsächlich bekam ich als erstes von der Anwältin zu hören: „Hm, das schaut gar nicht gut aus, Sie werden wohl längere Zeit hierbleiben müssen“. Der Hammer jedoch war, als mir die Anwältin folgenden Tipp gab: „Bringen Sie sich einfach nicht um“. Das sind wahrlich super Ratschläge von einer Rechtsperson.

Der Haftrichter erklärte mir dann, ich sei wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz inhaftiert und bestätigte die drei Monate Untersuchungshaft, welche der Staatsanwalt Dr. Thomas Homberg davor über mich verhängte. Der Anklageschrift konnte ich dann entnehmen, dass mir vorgeworfen wurde, ich hätte innerhalb vor ca. fünf Monaten etwa acht Kilo Cannabis entgegengenommen und weiterverkauft. Zudem sei ich der Chef einer organisierten Bande. Danach brachte man mich wieder zurück ins Untersuchungsgefängnis auf die geschlossene Station in meine Zelle.

Ardašir Pârse: Wie ist es überhaupt zu diesem Cannabis-Vorwurf gekommen und worauf stützt sich dieser? Was wurde ihnen präsentiert, um die Vorwürfe zu untermauern?

Alexander Dorin: Für die Antwort muss ich an einer anderen Stelle anfangen. Etwa ein Jahr vor meiner Verhaftung wurde von einem serbischen Antiterror-Experten, Prof. Darko Trifunovic aus Belgrad, der Kontakt zwischen mir und dem ehemaligen französischen Geheimdienstmitarbeiter Jugoslav ‚Dominique‘ Petrusic hergestellt. Petrusic hielt sich während des Bosnienkrieges als Beobachter für die französische Regierung in Bosnien auf. Er musste im Auftrag Frankreichs einmal auch mehrere französische Piloten retten, die über Bosnien abstürzten und von den bosnischen Serben inhaftiert wurden, worüber ein französischer Sender auch eine Dokumentation drehte. Petrusic informierte die Öffentlichkeit nach seinem Ausstieg beim Geheimdienst immer wieder, dass die Wirklichkeit des bosnischen Bürgerkriegs eine ganz andere war, als es die westlichen Massenmedien und politische Kreise darstellten. Gerade im Zusammenhang mit Srebrenica erklärte er wiederholt, dass die offizielle Version der Ereignisse, also die Version Washingtons und Sarajevos, mit der Realität kaum etwas gemeinsam hat. Und so waren diverse Leute immer wieder der Meinung, dass ein Kontakt mit Petrusic für mich interessant sein könnte, da ja auch meine jahrelangen Recherchen in die genau gleiche Richtung gehen.

Ich traf also Petrusic eines Tages in Zürich und unterhielt mich mit ihm ausführlich. Gleich zu Beginn klärte er mich darüber auf, dass er oft beschattet wird, egal wo er sich gerade befindet. Ich solle mich demnach nicht wundern, falls sie auch mich beobachten würden. Und tatsächlich gab es ab diesem Zeitpunkt eindeutige Anzeichen dafür, dass man mir auf die Finger schaute. Hier ein Beispiel: im Zusammenhang mit einem weiteren Treffen mit Petrusic fuhr ich mit einigen Freunden erneut nach Zürich. Ich und Petrusic mussten wegen einer Dokumenten-Übersetzung ein Büro aufsuchen, während meine Freunde im Auto warteten. Als wir zum Auto zurückkamen, erzählten uns meine Freunde, dass sie während unserer Abwesenheit von der Polizei überprüft und ausgefragt wurden. Man wollte von ihnen wissen, woher sie Petrusic und mich kannten und was sie mit uns zu tun hätten. Es machte den Eindruck, als ob die Behörden meinen Bekanntenkreis einschüchtern wollten.

An meinem Wohnort Basel gab es regelmäßig solche Situationen. So wurden meine Bekannten und ich während unseres Beisammenseins öfters beobachtet. Am offensichtlichsten war das während eines Abendessens in einem Restaurant, wo es jedem meiner Bekannten aufgefallen war. Das gleiche in meinem Stammcafé, wo sich regelmäßig Polizeispitzel herumtrieben. Auch Leute aus meinem engsten Freundes- und Bekanntenkreis berichteten mir immer wieder, dass sie offensichtlich beschattet wurden. Es war eindeutig, dass ich seit meiner Bekanntschaft mit dem ehemaligen Geheimdienstler die Aufmerksamkeit gewisser Kreise verstärkt auf mich gelenkt hatte.

'Der ehemalige französische Geheimdienstagent Jugoslav "Dominique' Petrusic'

‚Der ehemalige französische Geheimdienstagent Jugoslav „Dominique‘ Petrusic‘

Wie sich später herausstellte, so wurde auch mein Haus beobachtet. Zudem engagierten die Behörden einen Fotografen, oder stellten gegenüber von meinem Haus eine Kamera auf, da mir während der Verhöre zahlreiche Fotos von Leuten gezeigt wurden, die vor meinem Haus aufgenommen wurden. Laut Zeugenaussagen wurde in einem Bürogebäude schräg gegenüber meinem Haus ebenfalls eine Kamera aufgestellt.

Im Zuge dieser Beobachtungen wurde offensichtlich auch mein Freundes- und Bekanntenkreis genau unter die Lupe genommen. Unter diesen Freunden und Bekannten gibt es solche, die Cannabis konsumieren. Einige davon regelmäßig, andere ab und zu. Jedenfalls ist es immer wieder vorgekommen, dass beim Beisammensein in meinem Haus Leute Cannabis konsumiert haben, was ich selbst nie als Problem empfunden habe, da die Schweizer Cannabis-Politik während vielen Jahren ziemlich liberal war. Bis vor einigen Jahren war die Situation in Basel und anderen Schweizer Städten vergleichbar mit Amsterdam, es gab zahlreiche Shops, in denen öffentlich Cannabis verkauft wurde. Die Shops wurden erst nach Jahren geschlossen, als die angrenzenden Länder Frankreich und Deutschland sich darüber beschwerten, dass immer mehr Leute in der Schweiz Cannabis kauften und damit über die Grenze gingen. Im Zuge der Schließung der Geschäfte wurden diverse Gerichtsverhandlungen gegen ehemalige Cannabisläden-Besitzer eröffnet. Die meisten von ihnen erhielten eine bedingte Strafe und mussten eine Geldbuße bezahlen, selbst wenn ihnen nachgewiesen wurde, dass sie während Jahren Hunderte Kilo Cannabis verkauften.

Es ist mir nicht bekannt, dass auch nur in einem der Fälle eine x-köpfige Spezialeinheit der Polizei mit einer dermaßen heftigen Brutalität einen dieser Leute überfiel, ihre Häuser auseinandernahm, Mitbewohner verhaftete und die Leute schließlich wie gefesselte Guantanamo-Häftlinge abführte und während vier Monaten einlochte. Die Hanfbeschuldigungen können demnach nur ein Vorwand gewesen sein, um dermaßen brutal gegen mich vorzugehen.

Ardašir Pârse: Ich war von Ihrer Unschuld bezüglich der Cannabisvorwürfe absolut überzeugt, was ich auch in einem Artikel mit dem Titel „Schweizer Tagesanzeiger gefährdete Alexander Dorins Leben“ am 18. Juli 2015 in unserem Online Magazin veröffentlicht habe. Was hat es mit dieser Hanf-Geschichte nun tatsächlich auf sich?

Alexander Dorin: Nichts spezielles oder weltbewegendes. Wie bereits erwähnt, so konsumiert ein Teil meines Bekanntenkreises Marihuana, was zumindest in der Schweiz absolut nichts Außergewöhnliches ist. Das zeigt allein schon die jahrelange Geschichte der Hanfshops, gegen die die Behörden lange Zeit nicht vorgegangen sind. Laut Schätzungen und Statistiken konsumieren in der Schweiz Hunderttausende Menschen regelmäßig Marihuana. Ich selbst konsumiere zwar kein Marihuana, verurteilte den Konsum jedoch nie, da ich der Meinung bin, dass Marihuana weit weniger schädlich ist als z.B. Alkohol, während ich harte Drogen dagegen strikt ablehne.

Ich hatte einen Bekannten aus dem Kanton Tessin, der mich im Frühjahr 2014 fragte, ob ich in meinem Bekanntenkreis Leute hätte, die Marihuana konsumieren. Er erklärte mir, dass er in kleinerem Rahmen Hanf anbaue und noch Kunden suche. Ich fragte in meinem Bekanntenkreis nach und erhielt ein positives Feedback. Wir vereinbarten, dass er von Zeit zu Zeit mal vorbeikomme und Leuten aus meinem Bekanntenkreis Marihuana verkauft. Ich wollte meine Bekannten zuerst direkt mit dem Mann aus dem Tessin verbinden, jedoch war er der Meinung, dass das dann zu kompliziert wäre. Und so kam er gelegentlich mal vorbei und versorgte Leute aus meinem Umfeld. Das war am Anfang etwa höchstens einmal pro Monat der Fall, zum Schluss vielleicht zweimal. Es gab zwischendurch auch immer wieder mal Pausen von eineinhalb oder zwei Monaten. Ich selbst sah darin nie ein Problem, noch war das ein Geheimnis, das man hätte hüten müssen. Wie bereits erwähnt, so stellte der Hanfkonsum in der Schweiz nie ein Verbrechen dar, noch wurden Menschen deswegen brutal verfolgt.

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Ardašir Pârse: Ab welchem Punkt löste die Brutalität des Vorgehens gegen Sie bei Ihnen Skepsis aus und ließ Sie vermuten, dass es in Wirklichkeit um ihre Tätigkeit als Publizist geht? Immerhin veröffentlichen Sie seit vielen Jahren in ihren Büchern, Analysen und Interviews brisantes Material, das man als politischen Sprengstoff bezeichnen kann.

Alexander Dorin: Attacken gegen meine Person aufgrund meiner politischen Tätigkeit kannte ich natürlich bereits davor. Mich haben die Schweizer Medien bereits wiederholt verbal angegriffen und verleumdet. Auch international gab es solche Versuche, wie z.B. während der Buchmesse in Leipzig 2011, als die sogenannte „Gesellschaft für bedrohte Völker“ versuchte, meine Lesung zu sabotieren. Erwähnenswert ist auch die mysteriöse Polizeiaktion von 2005, als ich von der Basler Polizei vor meinem Haus verhaftet und für eine Nacht ins Untersuchungsgefängnis gesteckt wurde, wo mich ein Wärter zusammenschlug. Die Folge davon war ein beim Kantonsspital Basel dokumentierter Ausfall meines Gleichgewichtsorgans. Daneben erhielt ich über die Jahre zahlreiche Drohungen, ganz zu schweigen vom unaufgeklärten Tod des Koautors eines meiner Bücher, Zoran Jovanovic, vor einigen Jahren in Serbien usw. Ich war demnach bereits auf weiteren Ärger und Terror gefasst.

Um auf Ihre ursprüngliche Frage zurückzukommen: Bereits während der brutalen Erstürmung meines Hauses war mir sonnenklar, dass die Geschichte einen politischen Hintergrund hat. Alleine wegen des vorgeworfenen Hanfdelikts wäre die Brutalität des Polizei-Überfalls natürlich nie und nimmer zu erklären gewesen. Solche Überfälle würde man z.B. dann erwarten, wenn es um eine internationale Terrorzelle, einen Phädophilen-Ring, Menschenhandel, Handel mit Heroin oder Kokain und anderen schweren Drogen, Organhandel und andere schwere Delikte handelt, jedoch sicher nicht wegen Hanf, den man in der Schweiz während Jahren in Hunderten von Shops ungehindert kaufen konnte.

Ardašir Pârse: Und was deutete während der Haftzeit dann auf die Willkür Schweizer Amtsträger gegenüber Ihrer Person hin?

Alexander Dorin: Darüber müsste man ein separates Buch schreiben. Ich versuche hier wenigstens auf die wichtigsten Aspekte einzugehen. Ganz am Anfang verhörte mich ein gewisser Kommissar Roppel. Ich fragte ihn gleich zu Beginn, wie ich denn draußen meine finanziellen Angelegenheiten regeln könne, worauf er mir ins Gesicht log, dass das nicht möglich sei. Ich erfuhr erst zwei Monate später von einem Mithäftling, dass es dafür eigens einen Sozialdienst gibt. Kommissar Roppel enthielt mir das vor und log mich an, wohl in der Hoffnung, dass draußen möglichst großes Chaos für mich entsteht. Der gleiche Kommissar Roppel log eine Menschenrechtlerin und eine Anwältin, beide aus Deutschland, an, die sich nach meinem gesundheitlichen Befinden erkundigten. Kommissar Roppel antwortete den beiden Frauen, dass es mir gut ginge, obwohl er mich kein einziges Mal nach meinem Befinden gefragt hatte. Das stellt eindeutig einen Amtsmissbrauch dar und ist per Gesetz strafbar. Tatsächlich ging es mir natürlich überhaupt nicht gut. Ich fragte bereits zu Beginn der Haftzeit nach einem Psychiater, da sich sehr bald depressive Zustände einstellten, zudem litt ich an klaustrophobischen Zuständen. Der Wärter ignorierte meine Frage, bis ich schließlich meine Pflichtverteidigerin danach fragte. Diese erzählte mein Anliegen dem Haftrichter, worauf der lediglich dafür sorgte, dass man mir Beruhigungsmittel anbot. Tatsächlich stellt die alleinige Abgabe von Beruhigungsmitteln in einem solchen Fall in keiner Weise eine adäquate medizinische Behandlung dar, obwohl eine solche in der Schweiz per Gesetz garantiert ist. Es ist demnach völlig absurd, wenn Kommissar Roppel eigenmächtig und ohne Nachfrage Lügen nach außen trägt.

Als nächstes wurde ich einem Kommissar Michael Wilhelm überstellt. Der wirkte noch um einiges unangenehmer als sein Vorgänger. Und so begrüßte er mich während des ersten Treffens bereits mit folgenden Worten: „So, jetzt werden Sie mit mir das Vergnügen haben, ziehen Sie sich warm an“. Der Typ war dann auch kaum zu ertragen. Er schrie mich während der Verhöre mit Sätzen wie z.B. ‚“erzählen Sie gefälligst keinen Scheissdreck!“ an. Ich fragte ihn während stundenlangen Verhören bei der Sommerhitze nach einem Glas Wasser, doch erhielt ich keinen Tropfen. Er machte sich auch lustig über meine Situation und klopfe Sprüche wie z.B. „oh, so wie es ausschaut, müssen Sie leider noch länger in Haft bleiben“ usw.

Einmal erklärte ich ihm auch während eines Verhörs, dass Menschen unter diesen Haftbedingungen nicht selten einbrechen und plötzlich alles Mögliche ‚zugeben‘. Ich schilderte ihm die Haftbedingungen und verlangte, dass diese in das Protokoll aufgenommen werden, was von ihm jedoch wütend abgelehnt wurde. Er wollte es einfach nicht zulassen, dass auch nur ein einziges Wort über die Haftbedingungen irgendwo protokolliert wird. Ich hatte zudem immer wieder das unangenehme Gefühl, dass dieser Kommissar Wilhelm eine ziemlich rassistische und fremdenfeindliche Ader besitzt. So übergab er mir einmal ein Buch über Hitler und seine engsten Helfer, das eine Bekannte für mich abgegeben hatte. Der Kommissar fragte mich ‚“um was Schönes geht es denn in dem Buch?“, worauf ich antwortete „es geht um den Psychopathen Adolf Hitler und seine engsten Mittäter“. Die Antwort des Kommissars war folgende: „Nein nein, als Psychopathen würde ich Hitler nicht gerade bezeichnen“, wobei er mir bedeutungsvoll in die Augen schaute. Er wollte mir sinngemäß mitteilen, dass es wohl nicht ganz so verwerflich ist, wenn jemand mit dem ‚Dreckspack‘ aufräumt.

Mein Eindruck erhärtete sich zusätzlich, als eines Tages ein türkischer Mithäftling wutentbrannt vom Verhör mit Kommissar Wilhelm zurück auf die Station gebracht wurde. Er schrie Sätze wie „dieser gottverdammte Nazi-Drecksack Wilhelm“ herum und fügte hinzu, dass er den Kommissar während des Verhörs auf Türkisch als „Hurensohn“ beschimpfte, weil dessen rassistisches Auftreten kaum zu ertragen war.

Nach Kommissar Wilhelm wurde ich eines Tages an einen Kommissar Altenbach weitergeleitet. Der empfing mich mit einem arrogant-bösen Herrenmenschen-Gesichtsausdruck und wollte mir zur Begrüßung nicht einmal die Hand reichen. Dann folgte der Satz „jetzt weht ein anderer Wind, machen Sie sich auf etwas gefasst“. Ich gab ihm zur Antwort „auf was soll ich mich denn gefasst machen, ihr Vorgänger war doch bereits schlimm genug“, worauf er in höhnisches Gelächter ausbrach uns sagte „meinen Sie? Nun, dann kennen Sie mich noch nicht!“ Ich dachte mir in dem Moment, ob diese menschenfeindlichen Kreaturen in ihrem Leben auch noch etwas anderes hinkriegen, als dass sie gegen alle den gleichen vorgefertigten Einschüchterungsdreck vom Stapel lassen, den ihnen ihre Ausbilder eingetrichtert haben und der wohl dazu dienen sollte, einen Gefangenen fertigzumachen. Auf den geistigen Zustand einiger Staatsanwälte werde ich etwas später noch gesondert eingehen. Ich kann jedoch bereits jetzt schon sagen, dass sich im Basler Untersuchungsgefängnis einige Staatsanwälte tummeln, die laut meiner Erfahrung anscheinend eine enorm gestörte Persönlichkeit vorzuweisen haben.

Ardašir Pârse: Können Sie uns davor noch etwas zu den Haftbedingungen sagen und wie ihre Menschenrechte respektiert wurden?

Alexander Dorin: Wie bereits erwähnt, so wurde mir vom ersten bis zum letzten Tag eine adäquate medizinische Behandlung verweigert. Ebenso erwähnte ich bereits, dass man mich finanziell ins Chaos treiben wollte, indem mir Kommissar Roppel verschwieg, dass es einen Sozialdienst gibt, der während der Haft die finanzielle Situation des Gefangenen regeln kann. Ich erhielt während fast vier Monaten Untersuchungshaft kein einziges Kleidungsstück. Hätten mir Mitgefangene nicht Socken, Unterhosen, T-Shirts und andere Kleidungsstücke ausgeliehen, so wäre ich komplett versifft.

Die ersten zwei Monate musste ich auf der geschlossenen Station verbringen. Das bedeutet, dass man während fast 23 Stunden täglich in der Zelle eingesperrt ist. Für den Rundgang im Hof hat man kaum eine Stunde täglich Zeit, für das Duschen vielleicht zehn Minuten. Wenn man während des Hofgangs zum Verhör mit dem Kommissar oder Anwaltstermin gerufen wird, so fällt auch der Hofgang weg. Ich saß mit Vergewaltigern, Heroin- und Kokaindealern und Mördern zusammen, die nach relativ kurzer Zeit bereits auf die offene Station verlegt wurden, wo man den Tag wenigstens außerhalb der Zelle in einem etwas größeren Aufenthaltsraum verbringen kann. Doch mir wollten sie offensichtlich so richtig die Hölle heiß machen und ließen mich während zwei Monaten wie ein Tier im Käfig schmoren.

Als nächstens wurde mir während ca. zwei Monaten das Recht verweigert, Angehörige und gute Freunde anzuschreiben, obwohl das zu den Grundrechten eines Gefangenen gehört. Kommissar Roppel begründete das folgendermaßen: „wir kennen diese Person nicht, deshalb können wir den Brief nicht durchlassen“. Dieselbe Taktik verfolgte später Kommissar Wilhelm und verstieß damit ebenfalls gegen die Grundrechte eines Gefangenen.

Dann machten die Kommissare und Staatsanwälte munter weiter mit ihren diversen Menschenrechtsbrüchen. So wollten mich während meiner Inhaftierung diverse Leute besuchen, darunter auch Mitglieder des Ahriman-Verlags. Diese wurden jedoch von den Kommissaren Roppel und Wilhelm angelogen, dass ich gar keinen Besuch wünschte. Nach meiner Freilassung erfuhr ich dann von diversen Leuten, dass sie mich besuchen wollten, jedoch mit der Erklärung abgespeist wurden, dass von meiner Seite her kein Besuch erwünscht sei. Richtig ist, dass ich einigen nahen Freunden schrieb, dass sie mich unter diesen Umständen nicht besuchen sollen. Total falsch ist dagegen, dass ich den Besuch von Verlagsmitgliedern und anderen Menschen abgelehnt hätte. Tatsächlich handelt es sich dabei um dreiste Lügen der Staatsanwaltschaft Basel.

Der vorläufige Gipfel wurde erreicht, als ein Schweizer Rechtsanwalt nicht zu mir durchgelassen wurde. Es handelt sich um Herrn Edmund Schönenberger, der für seine kritische Haltung gegenüber der Schweizer Justizwillkür und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen von Gefangenen bekannt ist. Herr Schönenberger suchte den Staatsanwalt Dr. Thomas Homberger auf und bat ihn unter Verweis auf die Schweizerische Gesetzgebung darum, dass er zu mir durchgelassen würde, was ihm von Dr. Thomas Homberger jedoch verweigerte wurde. In einem Brief an Homberger bezeichnete der Anwalt Schönenberger diesen daraufhin als Faschisten. Man muss nämlich wissen, dass man als Untersuchungshäftling das Anrecht auf insgesamt drei Anwälte hat. Ich muss mich diesem Eindruck anschließen, denn auch mich erinnerte das Vorgehen der Basler Staatsanwaltschaft sehr stark an faschistische Methoden.

Übrigens erwähnte Kommissar Michael Wilhelm, während einem der Terrorverhöre mit mir, dass ein ‚geistig verwirrter‘ Anwalt namens Edmund Schönenberger die Staatsanwaltschaft wegen mir kontaktiert habe. Wer sich als Rechtsperson dem Justizterror der Basler Staatsanwaltschaft widersetzt, der wird von dieser gleich diffamiert. Herr Schönenberger wiederholte gegenüber der serbischen Dijasporazeitung Vesti, dass der Staatsanwalt Dr. Thomas Homberger ein Faschist sei. Auch mein eigentlicher Anwalt, Dr. Stefan Suter aus Basel, erwähnte in einem Interview mit der Zeitung Vesti, dass das Vorgehen der Basler Staatsanwaltschaft gegenüber mir äußerst restriktiv sei.

Schriftverkehr mit der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt

Als ich nach meiner Freilassung nach dem Namen Dr. Thomas Homberger googelte, da fand ich heraus, dass diverse kritische Berichte im Internet, die gegen Herrn Homberger gerichtet waren, wieder gelöscht worden sind. Das gleiche geschah auch mit Artikeln des Basler Justizkritikers Peter Zihmann, der ebenfalls bereits über den Terror der Basler Staatsanwaltschaft berichtete. Die Basler Staatsanwaltschaft möchte es offenbar mit allen Mitteln verhindern, dass Berichte und Informationen über die von ihr unrechtstaatlich betriebenen Schweinereien an die Öffentlichkeit gelangen – womit eigentlich bereits genug über diese Staatsanwaltschaft ausgesagt wäre.

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Ein Buch des Basler Justizkritikers Peter Zihlmann über die Irrwege der Schweizer Justiz

Schweizer Rechtsanwalt Edmund Schönenberger bezeichnete in einer Ausgabe der serbischen Dijasporazeitung Vesti den Basler Staatsanwalt Thomas Homberger als Faschisten'

Der Schweizer Rechtsanwalt Edmund Schönenberger bezeichnete in einer Ausgabe der serbischen Dijasporazeitung Vesti den Basler Staatsanwalt Thomas Homberger als Faschisten‘

Ardašir Pârse: Wie ging die Staatsanwaltschaft nun konkret gegen Sie vor? Was waren die konkreten Punkte der Beschuldigung und welche Methoden wurden angewandt?

Alexander Dorin: Anfangs wurde mir noch vorgeworfen, der Mann aus dem Tessin habe während eines halben Jahres einige Kilo Hanf zu mir nach Basel gebracht. Gleichzeitig unterstellte man mir, ich sei der Chef einer organisierten Bande, zu der nebst dem Tessiner auch sein Hanfzüchter, ein Plantagenmitarbeiter, zwei meiner Hausbewohner und ein Chauffeur zählen würden. Bei den Hausbewohnern handelt es sich um einen 58-jährigen Mann und seine Lebenspartnerin. Diese Mitbewohner wurden übrigens ebenfalls äußerst brutal verhaftet, schikaniert und anschließend für drei Monate im Untersuchungsgefängnis eingesperrt. Durch monatelangen Verhör-Terror und Haftzermürbung versuchte man sie dazu zu zwingen, dass sie mich als Chef einer organisierten Bande darstellten, deren Mitglieder sie gewesen sein sollen. Zum Glück ließen sie sich jedoch von der Staatsanwaltschaft und deren Hampelmänner nicht zu solch‘ falschen Beschuldigungen zwingen und blieben standhaft.

Auch mich versuchte man mit allen Mitteln dazu zu zwingen, dass ich meine Rolle als Chef einer organisierten Bande ‚bestätigen‘ sollte. Dazu wurden zahlreiche psychologische Terrortricks angewandt, kombiniert mit Haftbedingungen, die auch physisch sehr zusetzten. Das alles erinnerte mich an alte Stasi- und KGB-Methoden, nicht weniger auch an das ‚Rechtssystem‘ der USA.

Man zeige mir auch Fotoaufnahmen von Freunden und Bekannten, denen man allen und ausnahmslos andichtete, sie hätten bei mir Hanf bezogen. Es gab darunter tatsächlich Hanfkonsumenten, jedoch niemals und auch nicht annähernd in dem von der Staatsanwaltschaft erfundenen Ausmaß. Natürlich ließ ich mich nicht dazu zwingen, mir eine Zusammenarbeit mit meinen Hausbewohnern andichten zu lassen. Mitgefangene rieten mir ab einem gewissen Punkt jedoch dazu, ich solle der Staatsanwaltschaft einen Köder hinwerfen und den Anteil der Hanfkonsumenten in meinem Bekanntenkreis vorerst mal erhören. Anderenfalls, so meinten einige Mitgefangene, werde der Terror durch die Staatsanwaltschaft noch erhöht und meine Haftzeit verlängert. Man sollte dazu wissen, dass man während der Untersuchungshaft das Recht hat, nicht die Wahrheit zu sprechen. Lediglich vor Gericht ist das Lügen verboten.

Ich wollte das mal ausprobieren, da mir von anderen Gefangenen explizit dazu geraten wurde – und so bescheinigte ich einigen meiner Bekannten auf den Fotos, dass sie auch Hanfkonsumenten seien. Ich hätte besser nicht auf meine Mitgefangenen gehört, denn ab diesem Zeitpunkt ging der Stress erst richtig los. Der Staatsanwalt Homberger und seine Kommissare schienen sich in tollwütige Kampfhunde zu verwandeln, denen bereits der Schaum aus den Mäulern lief. Ich wurde plötzlich mit den abenteuerlichsten Vorwürfen und Beschuldigungen regelrecht bombardiert. In den an Wahnvorstellungen erinnernden Lügen der Staatsanwaltschaft war überall nur noch Hanf zu sehen. Hanf hier, Hanf dort, Hanf überall. Praktisch jeder meiner Bekannten war plötzlich ein Hanfkunde, Hanfverkäufer, Hanfkonsument usw.

Der Staatsanwalt Homberger schien dann vollends durchzudrehen, als er sich noch selbst übertraf und plötzlich das an Sciene Fiction erinnernde Märchen aufstellte, meine Liegenschaft sei durch Hanf finanziert worden. Dabei hat mir meine Mutter das Haus 2005 vererbt, was selbstverständlich dokumentarisch belegt ist. Er ließ jedoch nicht locker und behauptete zusätzlich, dass ich es nicht belegen könne, dass mir meine Mieter Miete bezahlen würden. Als ob es wahrscheinlich wäre, dass ich Leute in meinem Haus einquartiere, gratis wohnen lasse und auch noch die Hypothek selbst bezahle. Selbstverständlich ist auch das Mietverhältnis zwischen mir und meinen Mietern einwandfrei dokumentiert.

Ardašir Pârse: Was ging ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Alexander Dorin: Ich dachte zuerst ehrlich gesagt, dass ich in die Fänge eines Geisteskranken geraten bin. Es gibt ja in fast allen Berufen bestimmt auch Leute, die massive mentale Probleme haben, weshalb also nicht auch unter Staatsanwälten? Doch dann realisierte ich, dass sich auch die ihm unterstellten Kommissare auf die gleiche Weise verhielten. Eine gestörte Psyche schied somit als alleiniger Grund aus, obwohl man natürlich auch tatsächlich mentale Probleme haben muss, wenn man als Mensch und Beamter so auftritt. Mir wurde vielmehr bewusst, dass es sich um ein orchestriertes Vorgehen handelte, welches sich in erster Linie durch äußerst böse Absichten definierte. Es musste demnach eine Instanz oder Person geben, die ein Interesse daran hat, mich komplett fertigzumachen. Wer das genau ist, das kann ich bisher nicht beantworten, da die Vernetzungen der beteiligten Personen vorerst deren Geheimnis bleiben. Vordergründig kann man lediglich den Staatsanwalt Dr. Thomas Homberger als Rädelsführer der ganzen Aktion ausmachen, doch über ihm muss es noch weitere Personen geben, denn solche unrechtsstaatlichen Schweinereien sind mit der bloßen Bosheit eines Staatsanwaltes nicht zu erklären.

Ich erinnere mich daran, als der Kommissar Michael Wilhelm einmal während eines Verhörs zu mir unaufgefordert sagte, er würde nicht für die CIA arbeiten, als ob er sich für etwas rechtfertigen wollte. Mir ging dann durch den Kopf „nein Du Knallkopf, Du vielleicht nicht, aber einige Chefs deiner Chefs mit ziemlicher Sicherheit“. Schauen Sie sich die Schweizer Politik und Medienlandschaft nur mal an, die stecken doch alle mit dem Kopf bis zum Hals im Hintern der US-Politik.

Ardašir Pârse: Und wie ging es dann weiter?

Alexander Dorin: Der Terror der Staatsanwaltschaft schien kein Ende mehr zu nehmen, es folgten regelrechte Wellen von Schikanen und Terror. Als nächstes belegte der Staatsanwalt Homberger meine von meiner Mutter geerbte Liegenschaft mit Beschlag. Das heißt in der Praxis, dass ich bis zur Gerichtsverhandlung nicht mehr über das eigene Haus verfügen kann. Er dichtete mir immer absurdere Summen an, die ich mit dem Hanfhandel verdient haben soll. Auch die Mengen des mir vorgeworfenen Hanfhandels wurden immer absurder. Fing er noch mit einigen Kilos an, so gelangte er plötzlich zu 100 Kilo. Aus diesen 100 Kilo wurden dann 150, 200, 260…

Ab einem gewissen Punkt wurde Staatsanwalt Homberger vom Staatsanwalt Markus Hofer abgelöst. Dieser übernahm den ganzen verlogenen Verbaldreck seines Vorgängers und schlug in die gleiche Kerbe. Schlussendlich gelangten diese realitätsfremden Staatsanwälte zur Summe von ca. 300’000 Schweizer Franken, die man mir aus dem Hanfverkauf andichtete. Die Taktik hinter diesem kriminellen Vorgehen ist sonnenklar: man möchte mir einen möglichst hohen Betrag aus dem vorgeworfenen Hanfhandel andichten. Wenn das vor Gericht akzeptiert würde, so könnte man mich theoretisch zu Ersatzzahlungen in der Höhe des vorgeworfenen erzielten Betrags verdonnern. Das würde in der Praxis natürlich bedeuten, dass ich mein Haus verkaufen müsste, womit ich existenziell vernichtet wäre. Das gesamte Vorgehen der Staatsanwaltschaft Basel zielt ohnehin eindeutig auf die völlige Zerstörung meiner Existenz ab. Weshalb aber sollte jemanden wegen eines vorgeworfenen Hanfdelikts gleich die Existenz zerstört werden? Das steht doch in keinem Verhältnis zu den Vorwürfen.

Ardašir Pârse: Auf was stützen denn die Staatsanwälte ihre Vorwürfe überhaupt?

Alexander Dorin: Zum Großteil auf eine Reihe von erfundenen Behauptungen, verdrehten Fakten, falsch interpretierten Ereignissen, Mutmaßungen und auch schamlosen Lügen. Als ich schließlich nach zwei Monaten Haftterror von der geschlossenen Abteilung auf die offene Abteilung wechselte, da erfuhr ich von einem Gefangenen gleich zu Beginn ein äußerst brisantes und interessantes Detail, das meine damaligen Beobachtungen und Vermutungen vollends bestätigten. Der Mithäftling erzählte mir, dass bis vor kurzem ein Mann aus dem Tessin auf der Station war, der ihm von seinem Fall erzählte. Dieser Mann, es handelte sich um meinen ehemaligen Bekannten, nannte auch meinen Namen und sagte, dass er mir hohe Mengen von Hanf falsch anlasten müsse, weil er sonst lange Zeit nicht aus dem Gefängnis entlassen würde. Er nannte sogar die konkrete Zahl von hundert Kilo Hanf, die er mir anhängen müsse. Man beachte an dieser Stelle die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft später sogar diese Zahl noch mehr als verdoppelte.

Mein Mithäftling erzählte mir weiter, dass er nach dem Gespräch mit dem Tessiner sofort einen Warnbrief an meinen Anwalt Dr. Stefan Suter schrieb und ihn darauf hinwies, dass ich bald durch eine Falschaussage belastet würde. Der Tessiner wusste damals nämlich bereits von seinem Anwalt, dass ich von Herrn Suter verteidigt werde und teilte das auch seinem Mithäftling mit, der darauf sofort Dr. Suter anschrieb.

Ich fragte bei Herrn Suter an, ob ihn dieser Brief jemals erreicht hat, was dieser jedoch verneinte. Jemand von der Staatsanwaltschaft muss demnach den Brief abgefangen und beseitigt haben. Das war übrigens bei weitem nicht der einzige Fall, wo die Staatsanwalt Briefe nicht weitergeleitet hat. Ähnliche Situationen erlebte ich auch in meinem Fall und im Fall eines inhaftierten Inders, dessen Briefe an einen Anwalt einfach nicht durchgelassen wurden.

Ich fragte diesen Mithäftling, ob er seine Zeugenaussage nochmals schriftlich festhalten würde, was dieser dann ohne zu zögern auch tat. Ich nahm den Brief und schickte ihn mit meinem Namen als Absender an Herrn Suter. Wenig später erzählte mir mein Anwalt, dass ihn dieser Brief dieses Mal Gott sei Dank erreichte. Der Brief wird als Beweis für den Gerichtsprozess aufbewahrt. Zudem erklärte sich dieser ehemalige Häftling bereits, vor Gericht als Zeuge aufzutreten.

Mein Anwalt informierte die Staatsanwaltschaft übrigens bereits während meiner Gefangenschaft, dass eine Zeugenaussage existiert, die mich massiv entlastet. Die Folge davon war, dass der Staatsanwalt Thomas Homberger veranlasste, dass ich zurück auf die geschlossene Station gebracht wurde. Diese Zeugenaussage machte ihm offenbar einen Strich durch die Rechnung und verärgerte ihn massiv. Erst nach der Intervention meines Anwalts wurde ich nach einer Woche erneut auf die offene Station verlegt.

Der Basler Anwalt Dr. Stefan Suter warf der Basler Staatsanwaltschaft im Fall Dorin ein äusserst ristriktives Vorgehen vor.

Der Basler Anwalt Dr. Stefan Suter warf der Basler Staatsanwaltschaft im Fall Dorin ein äusserst ristriktives Vorgehen vor.

Ardašir Parse: Das ist ja allerhand! Gibt es noch andere Ereignisse, die aufzeigen, dass seitens der Staatsanwaltschaft solche Manipulationen betrieben wurden?

Alexander Dorin: Ja sicher. Es gab zwei Konfrontationen zwischen mir und dem Tessiner. Zu diesem Zeitpunkt wollte er mir dann plötzlich 200 Kg Hanf anhängen. Auf mehrfache Nachfrage meines Anwalts bestätigte er schließlich, dass ihm die Zahl von 200 Kg vom Tessiner Staatsanwalt vorgegeben wurde. Ich fragte ihn auch, weshalb er mir eine Zusammenarbeit von zweieinhalb Jahren anhängen möchte, wenn er mir doch 2014 selbst erzählt hatte, er würde Hanf für Kunden im Tessin und in Genf züchten. Er wich meinem Blick aus und stotterte zusammen, dass diese Kunden mit einem anderen Zeitraum zu tun hätten. Doch um welchen anderen Zeitraum soll es sich gehandelt haben? Es gibt keinen solchen ‚anderen Zeitraum‘. Während der zweiten Konfrontation hakte mein Anwalt nochmals nach und befragte ihn abermals zu seinen ehemaligen Kunden in Genf. Dieses Mal verweigerte er eine Antwort und meinte sogar, er würde ohne seinen Anwalt nichts zum Thema sagen, doch weshalb nicht? Wenn er nichts zu verbergen hätte und die Wahrheit sprechen würde, weshalb sollte er dann seine Aussage verweigern?

Interessanter wurde es noch, als ich auch mit dem ehemaligen Hanfzüchter des Tessiners konfrontiert wurde. Dieser behauptete zwischenzeitlich ebenfalls, es seien zwischen 2013 und 2015 ca. 200 Kg Hanf zu mir nach Basel gebracht worden. Ich fragte ihn, woher er denn die Information habe, dass 200 Kg Hanf zu mir gebracht worden seien, worauf er antwortete, die Info stamme vom Tessiner. Woher er den wissen wolle, dass diese Behauptung stimmt, fragte ich ihn, worauf er zugeben musste, dass er für die Richtigkeit dieser Behauptung selbst keine Beweise vorweisen könne.

Wenig später lief er dann voll ins Messer. Mein Anwalt fragte ihn, was denn die Grundlage für die Berechnungen der Menge ist, die nach Basel geliefert worden sei. Er antwortete, dass er irgendwie zur Menge von 200 Kg Hanf gelangen musste, worauf ihn mein Anwalt fragte, weshalb er denn zu dieser Menge gelangen musste. Er lief knallrot an und konnte zuerst nichts antworten, bevor er dann irgendetwas herum stotterte. Mein Anwalt und ich schauten uns lächelnd an, denn das war der direkte Beweis dafür, dass ihm die Zahl von 200 Kg von jemandem vorgegeben wurde.

Mein Anwalt musste die Konfrontation wegen eines anderen Termins etwas vorzeitig verlassen. Ich bombardierte anschließend den ehemaligen Hanfzüchter mit unangenehmen Fragen, die ihn völlig aus der Fassung brachten und auf die er keine vernünftigen Antworten wusste. Die Kommissare Dithelm und Altenbach versuchten das schlimmste zu verhindern, indem sie mich dabei behindern wollten, weitere Fragen zu stellen: „sie können solche Fragen nicht stellen!“ und „das hatten wir doch alles schon!“, fuhren sie mich an. Ich entgegnete, dass ich mir die Art der Fragen während einer Konfrontation selbst aussuchen könne und dass ich mir solche Unterbrechungen gefälligst verbitte, was sie zähneknirschend hinnehmen mussten. Sie versuchten einfach schamlos die Abwesenheit meines Anwalts dazu auszunutzen, meine Befragung des ‚Zeugen‘ zu sabotieren.

Die Konfrontation endete als Desaster für die Staatsanwaltschaft, denn sie zeigte den montierten Charakter der ganzen Vorwürfe gegen mich schonungslos auf. Ich drehte mich zu den Kommissaren Altenbach und Wilhelm und sagte zu ihnen :“seht ihr, was für elende Lügner ihr hier als Zeugen aufbietet?“. Darauf antwortete Kommissar Dithelm mit hochrotem Kopf und ziemlich wütend: „haben Sie in ihrem Leben etwa noch nie gelogen?!“. „Doch“, antwortete ich, „nur nicht dann, wenn die Freiheit eines Menschen auf dem Spiel steht“, worauf Kommissar Wilhelm seinen hochroten Kopf senkte und nichts mehr zu antworten wusste.

Ardašir Pârse: Über den politischen Charakter ihrer Verfolgung durch die Schweizer Behörden muss man ja nicht länger spekulieren, dass beweist ja auch nicht zuletzt die vorangegangene Hetze gegen ihre Person durch die Schweizer Monopolpresse und ihre Verhaftung/Misshandlung durch die Basler Polizei von 2005. Gibt es dennoch noch Punkte im Zusammenhang mit ihrer Inhaftierung, die konkret aufzeigen, dass Sie hauptsächlich wegen ihrer publizistischen Tätigkeit verfolgt werden?

Alexander Dorin: Aber ja doch. Während der Erstürmung meines Hauses wurde mein Arbeitscomputer beschlagnahmt, den ich ausschließlich für meine publizistische Tätigkeit verwende. Auf ihm waren zahlreiche brisante Dokumente der Kriege im ehemaligen Jugoslawien gespeichert, die nicht nur die Einmischung fremder Mächte während der Inszenierung dieser Kriege beweisen (USA und Deutschland), sondern auch gleichzeitig die Machenschaften der führenden Massenmedien im Westen belegen, vor allem im Zusammenhang mit den Ereignissen in Srebrenica.

Ferner wurden zwei externe Festplatten mit zahlreichen Dokumenten beschlagnahmt, die mir der ehemalige französische Geheimdienstler Jugoslav ‚Dominique‘ Petrusic übergeben hatte. Zudem wurde auch eine Mappe beschlagnahmt, die ich ebenfalls von Petrusic erhalten habe. Auf der Mappe war ein Terroranschlag aus dem Bosnienkrieg aus dem Jahre 1995 eingezeichnet, der auch als ‚Tuzlanska Kapija‘-Vorfall bekannt ist. Am 25. Mai 1995 detonierte bei der Bosnischen Stadt Tuzla eine Bombe, die 71 Menschen in den Tod riss und etwa 150 verletzte. Der Terroranschlag wurde von der bosnisch-moslemischen Regierung und den westlichen Medien den Serben in die Schuhe geschoben. Jugoslav Petrusic untersuchte den Vorfall unter Mithilfe internationaler Ballistiker und wies dabei nach, dass die Bombe unmöglich aus serbischen Stellungen hätte abgefeuert werden können, sondern, dass es sich um eine an Ort und Stelle installierte Bombe gehandelt hat.

Petrusic hatte eine Mappe angefertigt, auf der der wirkliche Ablauf und Hintergrund eingezeichnet wurde und übergab mir diese. Eben diese Mappe wurde von der Basler Polizei während des Überfalls auf mein Haus aus meiner Wohnung entwendet. Während eines Verhörs wollte mich Kommissar Wilhelm darüber ausquetschen. Zusätzlich wurden mir Fotoserien von Herrn Petrusic gezeigt und auch Telefongespräche zwischen ihm und mir vorgespielt. Kommissar Wilhelm schien sich äusserst für Herrn Petrusic zu interessieren und stellte mir zahlreiche Fragen, die mit dem eigentlichen Vorwurf der Staatsanwaltschaft nicht im Geringsten etwas zu tun haben. Oder was hat mein Arbeitscomputer mit Hanf zu tun? Was haben meine Bücher mit Hanf zu tun? Was haben Jugoslav Petrusics Dokumente, Bilder, Mappen, Telefongespräche usw. mit Hanf zu tun?

‚Jugoslav Petrusic zeigt auf, dass der Anschlag nahe Tuzla von 1995 eine Inszenierung war, die man den Serben in die Schuhe schieben wollte‘

Ardašir Pârse: Nun gut, damit wäre eigentlich bereits genug zum Hintergrund ihrer Verfolgung gesagt. Ebenso wenig müssten wir jetzt hier über die Hintergründe der Verfolgung von Personen wie z.B. Jullian Assange und Edward Snowden spekulieren. Wie reagierte Jugoslav Petrusic, als Sie ihm nach ihrer Haftentlassung davon erzählten, dass Sie von der Basler Staatsanwaltschaft wegen ihm ausgequetscht worden sind?

Alexander Dorin: Herr Petrusic gab dem Staatsfernsehen der bosnisch-serbischen Republik (Republika Srpska) ein Interview und informierte ausführlich über den politischen Charakter meiner Verfolgung durch die Schweizer Behörden. Er sagte u.a., dass meine Verfolgung auch etwas mit der Zusammenarbeit zwischen ihm und mir zu tun habe, da diese Zusammenarbeit einigen Kreisen doch ziemlich ein Dorn im Auge ist. Herr Petrusic bereitet momentan übrigens ebenfalls eine Klage gegen die Basler Staatsanwaltschaft vor.

‚Jugoslav Petrusic informiert im Staatsfernsehen der bosnisch-serbischen Republik (Republika Srpska) über die politisch motivierte Verfolgung von Alexander Dorin durch die Basler Staatsanwaltschaft‘

Ardašir Pârse: War das Verhalten der Basler Staatsanwaltschaft Ihnen gegenüber bis zum letzten Tag von der gleichen Aggressivität gefärbt?

Alexander Dorin: Nicht ganz. Ab einem gewissen Punkt, es waren bereits ca. zwei Drittel meiner Inhaftierungzeit verstrichen, war vor allem bei den Kommissaren und Wärtern eine gewisse Verunsicherung zu registrieren. Die serbische Zeitung Vesti und der Ahriman-Verlag hatten öffentlich dazu aufgerufen, dass die Leser bei der Basler Staatsanwaltschaft gegen meine Inhaftierung und Verfolgung protestieren, was dazu führte, dass massenweise Protestkarten und -briefe das Untersuchungsgefängnis erreichten. Die Redaktion von Vesti begann zeitgleich damit, mir die jeweiligen Artikel über mich ins Gefängnis zu schicken. Einige Wärter sahen mich auf den Titelbildern der Zeitung und fragten mich nach dem Hintergrund. Ich erklärte ihnen, dass die serbischen und andere Medien mittlerweile über die Schweinereien berichteten, denen ich während meiner Haft seitens der Staatsanwaltschaft ausgesetzt war, worauf die Wärter gleich eine Spur netter wurden. Auch der überhebliche und arrogante Kommissar Altenbach, der mich bis zu diesem Zeitpunkt mit seinen kaltschnäuzigen Kommentaren traktierte, krebste plötzliche deutlich eine Spur zurück und gab Sätze von sich wie z.B. „es war ja nicht meine Entscheidung, dass Sie hier sein müssen“ und „es heißt ja nicht, dass Sie noch lange hier bleiben müssen“ usw. Lediglich von den feigen Staatsanwälten im Hintergrund war nichts zu hören, da sie sich auch nie persönlich zeigten und immer ihre Terror-Kommissare vorschickten, die für sie die Drecksarbeit erledigen sollten.

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‚Während seiner Zeit als Internierter im Basler Terrorgefägnis ‚Waaghof‘ erreichten Alexander Dorin zahlreiche Briefe empörter Menschen aus diversen Staaten weltweit, die damit gegen der Terror der Basler Staatsanwaltschaft protestierten‘

Schließlich übergab mich Kommissar Wilhelm zuletzt einer Kommissarin, da ich mich weigerte weiterhin mit ihm zu reden. Diese Kommissarin war dann auch auffallend nett. Sie wollte mit mir so eine Art abschließende Befragung führen – es ging um einen Bekannten von mir, der beschuldigt wurde, in meinem Haus Hanf entgegengenommen zu haben, was absolut nicht stimmte. Dieser Bekannte und sein Anwalt waren während des Gesprächs ebenfalls dabei.

Ich erklärte der Kommissarin jedoch, dass ich zuerst etwas anderes zu Protokoll geben müsste, da ich sonst kein Wort mit ihr reden würde. Sie willigte schließlich ein, da ein Abschlussprotokoll und die Befragung zur beschuldigten Person ohne meine Zusammenarbeit nicht möglich waren.

Ich erklärte ihr, dass ich seit bald vier Monaten dem Terror der Staatsanwaltschaft ausgesetzt gewesen bin. Ich sagte ihr auch „sehr geehrte Dame, ich werde mit diesen Terroristen von der Staatsanwaltschaft kein Wort mehr reden“, worauf sie meinte „beruhigen Sie sich“. Ich erzählte ihr von den grässlichen Haftbedingungen und den Terrormethoden, die von den Staatsanwälten Hombacher und Hofer angewandt wurden – wie auch den Terrormethoden der Kommissare. Ich zeigte ihr auch den Zeitungsartikel, in dem der Anwalt Edmund Schönenberger den Staatsanwalt Homberger als Faschisten bezeichnete und verlangte, dass sie diesen Artikel kopiert und mit in das Protokoll nimmt, was sie dann auch tat. Nach dieser Befragung wurde ich zuerst zurück in die Zelle gebracht, als mir dann ein Wärter wenig später sagte „packen Sie ihre Sachen, Sie können gehen“. Und so spuckte mich das Untersuchungsgefängnis Waaghof nach fast vier Monaten Staatsanwaltsschafts-Terror wieder aus. Ich denke, dass die nach all der Gegenwehr einfach langsam genug von mir hatten. Mit solchen Reaktionen konnten die einfach nicht rechnen.

Ardašir Pârse: Wie geht es nun weiter, was erwarten Sie?

Alexander Dorin: Von der Staatsanwaltschaft erwarte ich selbstverständlich nichts Gutes, da sie sich bisher mir gegenüber wie eine korrupte und mafiöse Bande verhielt, deren Ziel es ist, meine Existenz zu vernichten und meine Arbeit als Enthüllungsautor in Verruf zu bringen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich letztlich auch das Gericht an diesem Terror beteiligen wird. Zumindest das Basler Appellationsgericht hat sich bisher auf die Seite der Staatsanwaltschaft geschlagen, denn meine Beschwerden wurden bisher alle und ausnahmslos zurückgewiesen, was gleichzeitig ein Zeichen dafür sein könnte, dass man sich nicht zu sehr auf die Unabhängigkeit von Gerichten verlassen sollte.

Ardašir Pârse: Wie werden Sie reagieren, falls die Staatsanwaltschaft ihre Ziele unter Mithilfe eines Gerichts durchsetzt und ihre Existenz vernichtet?

Alexander Dorin: In diesem Fall würde ich zuerst appellieren und dann den Fall, falls nötig, vor das Bundesgericht ziehen. Und wenn das nicht nützen würde, so werde ich am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Klage erheben.

Ardašir Pârse: Und wenn sie vor diesem Gerichtshof nicht Recht erhalten würden?

Alexander Dorin: Dann hätte der Schweizer Staat einen lebenslangen Sozialfall am Hals.

Ardašir Pârse: Herr Dorin, ich bedanke mich recht herzlich für das Interview, wir werden den Fall weiter verfolgen und hoffen das Beste für Sie und den weiteren Fortgang des Verfahrens.

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7 Gedanken zu „Ein Interview mit Alexander Dorin zum Thema: Verhaftung, U-Haft und Verfolgung eines Publizisten

  1. Die Staatsanwälte Thomas Homberger und Markus Hofer gehören verklagt und suspendiert. Wer das Schweizer Rechtssystem dermassen missbraucht, beschmutzt und mit Füssen tritt, der gehört letztlich selber eingelocht. Das gleiche gilt für die Hampelmänner Roppel, Dithelm und Altenbach. Ich hoffe nur, dass Alexander Dorin und die geschädigten um ihn herum auf eine ordentlichen Schadensersatz klagen werden.

  2. Schade, dass das Basler Rechtssystem dermassen korrumpiert ist. So gesehen wird während der Gerichtsverhandlung kaum Gerechtigkeit zu erwarten sein, da Kriminelle wie Homberger und Hofer ohne Rückendeckung von oben sich nicht so mafiös verhalten könnten. Aber man muss die Wahrheit verbreiten, das wird ihnen eines Tages das Handwerk legen. Das passiert früher oder später jedem Unrechts-System.

  3. Tja die ganze Geschichte erstaunt mich leider nicht mehr seit ich gesehen habe,wie die basler StaWa mit David Klein umspringt,nachdem dieser vor Islamisten gewarnt hat und gegen einen eindeutig antisemitischen Hassanfall eines Pseudohampelmann,welcher wohlweislich dem rechtsextremen Dunstkreis zugehöriges Gedankengut von sich gab, klagte (Mussulminimo Rocky im Schweitzer Fernsehen).Der pseudolustige Komödiant wurde freigesprochen,David verurteilt.Irgendwie fühle ich mich au Schwitz und es leuchtet mir nicht ein,wieso ich für solch einen Schmarrn auch noch gezwungen werde Gebühren zu bezahlen,da unser liebes Stimmvolk der Zwangsbilaggebühr zustimmte.Eigendlich wenig erstaunlich,wenn man bedenkt,dass wir gegen eine zusätzliche Woche obligatorischer Ferien gestimmt haben.Jetzt nimmt es mich nur noch wunder,welche Medien sich getrauen der Wahrheit auf den Grund zu gehen und diese auch zu publizieren.Ich tipp auf Zürich.Auf die BaZ kann mann kann man wohl kaum mehr zählen,oder??? Frei nach Dürrenmatt interpretiert bedeutet dies wohl:“Stell Dir vor es herrscht eine (unterschwellige) Gedankendiktatur-und keinen interessierts… . . . -GUANTANABA$€£

  4. Solche Hampelmaenner gibt es leider nicht nur in der Schweiz sondern auch im Rest Europas. Meine persoenliche Erfahrung ist diejenige, dass diese Ruepel alle unter einer Decke stecken. Mit Rechtsprechung hat das alles nichts mehr zu tun. Am Besten ist es, wenn man mit diesen Ruepeln ueberhaupt nichts zu tun hat, wenn doch, steckt man in den Muehlen von Hampelmaennern, die tun und lassen was sie wollen und vom Staat auch noch geschuetzt werden..

  5. Der ‚Basler Teig‘ ist berüchtigt. Da spielen Staatsanwälte, Kommissare, Haftrichter, Appellation- und andere Gerichte lediglich Ping Pong mit Angeklagten. Hart ist auch, dass nicht wenige Anwälte zu diesem Teig gehören und die Angeklagten nicht richtig verteidigen, weil sie es sich mit ebendiesem Teig nicht verscherzen wollen. Sollten die Basler Gerichte den kriminellem Kurs der Staatsanwälte Thomas Homberger und Markus Hofer fortfahren, so muss der Fall ohne wenn und aber auf internationales Niveau gehoben werden (Strassburg).

  6. Pingback: Gab Naser Orić die Ermordung von Alexander Dorin in Auftrag? | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه

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