Sepandârmazdgân

Deine Lenden, Sulamith
Sind zwei rosa seidene Kissen
Drauf ich träume nächtelang

Deine Lippen, Sulamith
Sind ein roter Quell des Himmels
Dran ich trinke nächtelang

Deine Brüste sind zwei Hügel
Hügel aus dem Garten Eden
Drin ich wandle nächtelang

Deine Augen, Sulamith
Sind zwei wundervolle Rätsel
Dran ich rate nächtelang

Deine Haare, Sulamith,
Sind die Nacht der großen Liebe
Drin ich gerne sterben will

Hâfez Širâzi

Der Valentinstag wird heute im westlichen Kulturkreis meist auf eine Legende von Bischof Valentin, der im dritten Jahrhundert nach Christus als Bischof in der italienischen Stadt Terni lebte zurückgeführt. Bischof Valentin soll Verliebte christlich getraut haben, darunter auch Soldaten, die nach damaligem kaiserlichem Befehl unverheiratet bleiben mussten. Den frisch verheirateten Paaren soll er Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers, Claudius II, wurde er am 14. Februar 269 n. Chr. wegen seines christlichen Glaubens enthauptet, genau an dem Feiertag der römischen Göttin Juno, der Frau des Jupiters und Schutzpatronin der Ehe. Junge Mädchen gingen damals an diesem Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen. Im antiken Iran gab es bereits seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. ein den Frauen gewidmetes Fest, das unter dem Namen Sepandârmazdgân [سپندارمزدگان] bekannt ist.

Amesha Sepanta [Amešâ Sepanta] der große göttliche Funken

Es ist der Tag der Liebe, der Freundschaft und der Tag der Mutter Erde im antiken Iran, der darüber hinaus im Zoroastrismus der Amesha Spenta [Ameša Sepanta], den sechs unsterblichen Weisen, der sechs höchsten Geister im Reich des Lichts, welche Ahura Mazda [Ahurâ Mazdâ], dem Gott aller Güte im Kampf gegen Ahriman dem Bösen zur Seite stehen, gewidmet ist. Im Besonderen ist dieser Tag der Spenta Armaiti [Sepanta Arma’iti], der Mutter Erde gewidmet. Der siebte Unsterbliche ist Ahura Mazda, der Gott aller Güte selbst, der die anderen sechs Unsterblichen umschließt. In den Hymnen Zarathustras, den Gathas [Gâthâhâ], erscheinen sie als die wesentlichen Eigenschaften Ahura Mazdas, dem Hüter der Menschheit, die später vom zoroastrischen Klerus personifiziert worden sind:

  • Vohu Manah; Bahman: Guter Gedanke = Tiere
  • Aša Vahišta; Ordibehešt: Wahrhaftigkeit/Rechtschaffenheit = Feuer
  • Xšathra Vai’rya; Šahrivar: Herrschaft = Metalle und Mineralien
  • Sepanta Armai’ti; Espand: Heiliger Gedanke, Demut = Erde
  • Ha’urvatat; Xordâd: Reife, Ganzheit = Wasser
  • Ameretat; Amordâd: Unsterblichkeit = Pflanzen

Diese sechs Eigenschaften Ahura Mazdas bezeichnen heute sechs Monate des Jahres im iranischen Kalender (Bahman, Ordibehešt, Šahrivar, Epand, Xordâd, Amordâd). In ihrer Gesamtheit konstituieren sie den göttlichen Funken und die Einheit des Kosmos. In den Schriften Zarathustras, den Gathas, finden wir in Yasna 39,2 zum ersten Mal diesen Begriff in umgekehrter Reihenfolge als Sepanta Ameša. In den Gathas stellt jede dieser sechs Sepanta Ameša eine gute moralische Eigenschaft dar, nach der alle Sterblichen durch gute Gedanken, gute Worte und gute Taten streben sollten, um die Sepanta Ameša in sich zu assimilieren. In der antiken Philosophie ist die Ameša Sepanta als Grundlage mit dem Universum verknüpft. Aus Sicht der zoroastrischen Schöpfungsvorstellungen wird die Ameša Sepanta durch Sepanta Maynu (dem heiligen Geist) vertreten.

Während in der zoroastrischen Mythologie der Heilige Geist, die Personifizierung des Lebens, des Guten und des Lichtes darstellt, stellt sein Zwillingsbruder Angra Maynu, Ahriman den Teufel, die Personifizierung der Dunkelheit, den Zerstörer des Guten, dem Schöpfer des Bösen und dem Überbringer von Tod und Verderben dar. Die zoroastrische Vorstellung der Existenz eines heiligen Geistes in der persischen Mythologie wird viel später in die jüdische und dann in die christliche Religion als ein Element der Dreifaltigkeit eingehen.

Auch wenn die Vorstellung über die Eigenschaften des Heiligen Geistes in Details abweichen wird, hatte der alttestamentliche Prophet Jesaja Jahrhunderte später ebenfalls sechs Wesenszüge des Heiligen Geistes vorausgesagt. Das Verhältnis von Ahura Mazda zu seinen Zwillingssöhnen Ahriman und insbesondere zu Sepanta Maynu, dem Heiligen Geist, ist im Zoroastrismus sehr vielfältig und komplex und so schwer zu definieren, wie das des Jahwe zum heiligen Geist im Juden- und Christentum.

Zwischen Ahriman dem Teufel und Ahura Mazda, dem Gott aller Güte mit Sepanta Maynu, dem Heiligen Geist, währt ein ewiger Kampf zwischen gut und böse, der in uns Menschen stattfindet. Die Verehrung der Ameša Sepanta wurde in westlichen Ländern bereits im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. während der sassanidischen Epoche von christlichen Missionaren häufig als Polytheismus verurteilt. Dies lag daran, dass die Ameša Sepanta in den zoroastrischen Schriften der Awesta [Avestâ]  personifiziert wurden.

In den Lehren Zarathustras aber handelt es sich bei der Ameša Sepanta um die Eigenschaften Ahura Mazdas und damit steht die Awesta in diesem Punkt auch nicht im Einklang mit der Lehre Zarathustras. Der zoroastrische Klerus sah in der Verehrung der Ameša Sepanta eine Schöpfung durch Ahura Mazda und sah diese letztlich als nichts anderes als die Anbetung des Schöpfers Ahura Mazdas selbst an. Seit den wissenschaftlichen Untersuchungen des Orientalisten Martin Haug, Ende des 19. Jahrhunderts, akzeptiert man jedoch den Zoroastrismus als den ersten Monotheismus der Welt. Der zoroastrische Klerus hat sehr viele seiner Ansichten zu den Gathas, den Lehren von Zarathustra, hinzugefügt und darüber hinaus hat er die Gathas zwischen seine Überlieferungen der Awesta gebracht. Wie Jalaloldin Achtiani, einer der Wegbreiter und führenden Gatha Forscher festgestellt hat, wurden durch das Jahrtausende lange verstecken der Gathas, auch die Chronologie der Gedichte von Zarathustra verfälscht. Deshalb hat es lange gedauert bis man mit viel Mühe die reine Lehre von Zarathustra von der Überlieferung des Klerus, der Awesta trennen konnte.

 Sepandârmazdgân der Tag der Liebenden

Der 29. Bahmann / 18. Februar ist heute der Tag der Liebenden in Iran. Dieser Tag war einst der Mutter Erde und allem Weiblichen gewidmet, denn die Erde liebt alle seine Geschöpfe wie eine Mutter gleichermaßen und ist symbolisch die Mutter aller Geschöpfe. Immer dann wenn im antiken Iran der Name des Tages auf denselben Namen des Monats fiel, fand ein Fest statt. Der 5. Tag eines Monats ist Sepandârmazdgân und im Monat Espand, der früher Spand oder Spanta hieß, fand dieses der Mutter Erde und den Frauen gewidmetes Fest statt.

Ursprünglich feierte man dieses Fest am 5. Espand, der dem 24. Februar im gregorianischen Kalender entspricht und eigentlich das richtige Datum darstellt. Der Unterschied im Datum heute, entstand durch Änderungen der islamischen Kleriker der Islamischen Republik im iranischen Kalender und stellt einen weiteren Versuch der systematischen Vernichtung und Substitution der iranischen Kultur durch fremde arabische Elemente dar. Man setzte das Datum auf den 29. Bahman/18. Februar, dem Geburtstag von Fatemeh, der Tochter des arabischen Propheten und versuchte damit den eigentlichen Hintergrund dieses Festes auszulöschen. Doch an diesem Tag wurden die Frauen seit je her von ihren Männern beschenkt, damit die Männer daran erinnert werden, die Frauen, genau wie die Mutter Erde zu achten und zu ehren. In manchen Gegenden z.B. in Kušistan war die Stellung der Frau ohnehin so hoch, dass zur Identifizierung der Kinder die Namen der Frauen benutzt wurden, anstatt der Namen der Männer.

Valentinstag, der Tag des Verderbenstiftens auf Erden

Heute sind junge und alte Liebende auch in islamischen Ländern auf den Geschmack gekommen den Valentinstag nach westlichem Vorbild zu feiern. Dort jedoch, wie in Saudi Arabien, Pakistan oder in der Islamischen Republik Iran, wird dieses aus  Sicht der dort herrschenden Islamisten unislamische Fest von Staatswegen bekämpft. Wenn man Muslim ist, ist man an diesem Tag in jedem Fall verpflichtet, diesen Tag zu hassen.

In Saudi Arabien, der Geburtsstätte des islamischen Terrors, beobachtet an diesem Tag die Religionspolizei Geschäfte, die Rosen und andere Geschenke verkaufen, die mit diesem Tag in Verbindung stehen. Dort hat man schon Frauen verhaftet, wenn sie an diesem Tag rote Kleidung trugen. In Pakistan, der Hochburg des islamischen Terrorismus, fordert die islamische Organisation “Jamaat-e-Eslami“ ein Verbot des Valentinstags. Einer ihrer Führer verurteilt ihn als einen „schändlichen Tag, an dem Westler lediglich ihren Sexhunger stillen“.

Auch in der Islamischen Republik Iran achten Sittenwächter darauf, dass Herz- und Blumendekorationen an diesem Tag aus den Schaufenstern entfernt werden, ganz zu schweigen von Bildern sich umarmender Paare. Im Jahre 2008 hat die iranische Polizei in den Provinzen Ghom, Mashhad, Shahroud und Semnan präventiv die Valentinstagsgeschenke der Geschäfte beschlagnahmt. Auch in Kuwait soll Valentinstag verboten werden: „Der Staat sei verpflichtet, solche Aktivitäten zu stoppen“, sagte empört der Abgeordnete Walid al Tabatabai in Kuwait. Es gehe schließlich nur darum, „Profit zu machen und die kuwaitische Gesellschaft zu zerstören“. Die Menschen in diesen Ländern kaufen daher Wochen vorher schon die Geschenke, um dem islamischen Terror zu entgehen. Wer heute in einem islamischen Land lebt und unbekümmert Valentinstag mit seiner Liebsten feiern will, der muss schon nach Dubai reisen.

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21 Gedanken zu „Sepandârmazdgân

  1. Dass diese islamischen Spinner den Westlern immer ihren ungeheueren und scheinbar verwerflichen Sexhunger vorwerfen, bei uns im Westen die Vergewaltigungsstatistiken aber in der Regel genau von solchen Islamspinnern angeführt werden, finde ich immer wieder erstaunlich. Aber mir ist schon klar, dass gesunder „Sexhunger“ und Vergewaltigungen nichts miteinander zu tun haben und dass die gefährlichsten Leute immer diejenigen sind, die gesunde Regungen für krank und Krankes für normativ halten.

    Ansonsten: Informativer Artikel. Täusche ich mich darin oder ist es tatsächlich so, dass der Zoroastrismus noch ein Monotheismus war, der ohne den ganzen patriarchalischen Überbau auskam?

    • Hallo Bran the Blessed,

      obwohl Zarathustra den Klerus immer wieder stark kritisiert hat und ihn als ueberfluessig ansah, haben zoroastrische Kleriker sehr wohl mit einem patriarchalischem Ueberbau gearbeitet. Sie sind auch nicht ganz unschuldig an der Niederlage Persiens gegen die Araber, aber das werden wir zu einem spaeteren Zeitpunkt genauer beleuchten.

      Ueberall wo es einen Klerus gibt, wird die reine Lehre verfaelscht und nach machtspezifischen Aspekten ausgerichtet, leider. Der zoroastrische Klerus ging sogar soweit, wesentliche Teile des Mithraismus in die zoroastrische Lehre zu uebernehmen, obwohl Zarathustra die Vorstellung der Existenz von Engeln, Himmel und Hoelle etc. abgelehnt hat.

      • Die Gesetze des Islam „Scharia“ und alle anderen Regeln, die die islamischen Kleriker, sei es Sunniten oder Schiiten aufstellen, haben nur mit dem Bauchnabel nach unten zutun! Alleine in der vorislamischen Zeit hatte das männliche Geschlechtsteil für die Araber an die 400 Begriffe und Namen, aber sie hatten keine Begriffe oder Wortschatz für Worte wie Verstand, Seele, Vernunft und Wissen gehabt! Und später mit dem Islam hatten sie sich mehr mit dem unteren Teil der Menschen befasst, als mit dem Verstand! Da können Sie sich vorstellen, verehrter Bran, wie weit entwickelt sie waren. Und an Sepandârmazdân wurden die Frauen in der antiken Zeit, vor der Islamisierung, im wahrsten Sinne des Wortes auf der Schulter getragen und die Männer sagten, dass sie sich an diesem Tag mit der Krone der Schöpfung (die Frau) schmücken.

        Über die Weltanschauung der zarathustrischen Kleriker hat mein Kollege Ardašir vollkommen Recht und in der Zukunft werden wir auch darüber schreiben, wie es kam, dass diese Kleriker ihren Teil erfüllt hatten und für den Untergang der Sassaniden gesorgt haben.

      • Danke für diese Antwort. Der Patriarchalismus schien aber eine gemässigte Ausrichtung gehabt zu haben, wenn die hier angesprochenen Feste zu Ehren der Frauen und der Mutter Erde auf diese Weise ausgerichtet wurden.

        Ich glaube nicht, dass ein Klerus nur schlechtes bringt. Im Katholizismus haben die Mönchsorden immer auch wieder besondere Köpfe hervorgebracht und auch eine Auslegung des Christentums, die sehr lebens- und menschenbezogen ist. Ich durfte das schon selber erleben.
        Und die Verfaelschung der Lehre, die der Klerus in Europa zugelassen hat, war nicht nur immer schlecht, insbesondere wenn sich die katholische Kirche an die schon vorhandenen Glaubenswelten der Kelten und Germaner anpassen musste. Ohne diese Verfälschungen gäbe es in Europa nicht eine Unzahl von Kappellen und Kirchen, die der heiligen Mutter Maria gewidmet sind und oftmals zu richtigen Quellheiligtümern in nahezu heidnischer Art geworden sind.
        Jede Religion hat durch die Zeit ihre hellen und dunklen Seiten…na ja, fast jede. Beim Islam habe ich die Hoffnung auf die hellen Seiten mittlerweile weitestgehend aufgegeben. Aber der Religionsgründer war ja auch ein gekränkter, mörderischer Narzisst.

        • Sie haben mir aus der Seele gesprochen, denn die Mönchen haben sehr viel beigetragen, wie Sie beschrieben haben; sie haben viele wertvollen Bücher mit der Hand geschrieben, lange bevor das Wissen um den Druck der Bücher entstanden wurde. Und wie schön haben Sie auch geschrieben, dass die meisten Kloster, Äbte und Kapellen der heiligen Maria gewidmet wurde, denn ursprünglich waren diese Ortschaften alle die Heiligtümer der Kelten und Germanen mit ihrer Weltanschauung, bei der der Schöpfer eher eine Schöpferin und Göttin war oder die Mutter Erde! Man, ich genieße es, solche weisen Worte zu lesen. Perfekt und danke!

    • Eine Vergewaltigung hat primär nichts mit Sex zu tun sondern ist die Handlung eines eigentlich Ohnmächtigen der sich ein schwächeres Opfer sucht um auch mal so etwas ein Machtgefühl zu spüren.

  2. Danke für diesen Artikel. Die Frauen bei uns wurden damals ganz anders geehrt als heute. Alles Schöne wird von Religion kontaminiert. Wenn ich diese Bilder mit den schwarz-tschadorierten Krähen der heutigen Zeit vergleiche, bricht mir echt das Herz. Ich habe damals schon einmal in einem Online-Koran das Suchwort „Liebe“ eingegeben, ich bin nicht fündig geworden. Armselig, sage ich nur. Armselig jedes Buch, das das Wort Liebe oder Zuneigung nicht enthält – vor allem, wenn das Buch (angeblich) von Gott himself kommt.

    • Sherrye nâzaninam, wie ich oben Bran erklärte, wurde ein ganzer Monat der Frau und der Liebe gewidmet und die Frauen hatten im antiken Iran eine sehr hohe Stellung! Der erhabene Zartošt hatte die Meinung seiner Tochter zu ihrer Vermählung gefragt und ob sie den Mann, der um ihre Hand angehalten hatte, heiraten möchte. Er sagte ihr: „Meine Tochter, such dir durch Deinen VERSTAND den besten Mann zum gemeinsames Leben und es gibt keinen Zwang“! Da siehst Du, wie die Stellung der Frau in der antiken Zeit war, sogar beruflich!

      Und zu Koran werden wir auch schreiben, wie überhaupt dieses Buch in seiner heutigen Fassung entstanden ist und der ist nicht direkt durch Gabriel Mohammad diktiert wurde! Absurd ist, dass der Gott, um mit seinen Geschöpfen in Kontakt zu kommen, irgendwelchen Gesandten brauchte, und das auch durch irgendwelche Bücher, wo er selber weiß, dass seine Geschöpfe nicht lesen und schreiben können! Aber, dazu kommen wir auch.

      In dem Sinne Sepandârmazdgân bar to farxonde bâd, bânuye irâni, und das ist für Dich, to tâje sare marde irâni:

  3. Ich liebe diese Artikelreihe über die wichtigsten altiranischen Feste! Vielen lieben Dank Ardasir Parse!

    Was die Amesha-cpentas angeht, ist es ein bischen schwierig zu erklären. In den Gathas von Zartosht bezeichnen die Namen der Amesha-Cpentas noch die guten und förderlichen Eigenschaften von Ahura Mazda. In den späteren Schriften (Avesta) werden die Amesha-Cpentas personifiziert, wobei sie immer noch allegorisch zu verstehen sind. Ich würde mich hüten, sie als eigenständige Gottheiten zu sehen, vielmehr gefällt mir der Gedanke, dass die sechs Amesha-Cpentas Erscheinungsformen bzw. Emanationen des einen Ahura Mazda sind.

    Ich tue mich irgendwie schwer mit dem Gedanken, dass Zoroastrismus ein Monotheismus sein soll. Okay, zumindest Zartosht selbst zeigt in seinen Gathas die alleinige Anbetung des Ahura Mazdas in seinen verschiedenen Erscheinungsformen (Amesha-Cpentas). Wichtige vorzarathustrische Gottheiten wie Mithra und Ardvi-cura Anahaita werden in den Gathas gar nicht mehr erwähnt.
    Der Zororastrismus des Zartosht hat aber nicht lang überlebt. Schon zur Zeit des Artaxerxes des Zweiten (?) wurden ja Mithra und Anahita wieder erwähnt und ihr Kult gefördert. Und spätestens im Avesta zeigt sich, dass der Zoroastrismus zu jener Zeit , kein Monotheismus war. Am besten würde Henotheismus daraufd zutreffen: d.h es gibt eine Gottheit (Ahura Mazda), der eine Vorrangstellung genießt und oberster Gott ist, wobei andere Gottheiten (Yazatas) auch weiterhin verehrt werden. Alt-iranische Gottheiten haben im Avesta ja wieder Platz gefunden und wurden auch verehrt. Gottheiten wie Mithra und Tishtrya werden sogar im Avesta als „preiswürdig geschaffen wie Ahura Mazda “ bezeichnet und Anahita wird sogar von Ahura Mazda selbst angerufen!
    Also das zarathustrische Pantheon ist komplex und hat sich in der Geschichte sehr oft geändert.
    Ich bin gerade dabei die Yazatas und die Daevas im Avesta zu klassifizieren um mir einen Überblick zu beschaffen. Einfach ist die Sache nicht, denn viele Eigenschaften überschneiden sich.

    Ich möchte aber noch fragen, ob jemand weiss, wie das Fest bei den Zoroastriern in Iran und in Indien konkret gefeiert wird?

    • Bahrâme gerâmi,

      vielen Dank für Ihr Feedback. Das beste Buch, was jemals über Zartošt und sein Werk Gâthâhâ und seine Weltanschauung geschrieben wurde, ist das Buch: Zartošt, Mazdeyasnâ va hokumat; geschrieben von Mohanndes Jalâloddin štiyâni, in Persich:
      زرتشت؛ مزدیسنا و حکومت از مهندس جلال الدین آشتیانی

      Dieses Buch ist aber sehr schwer zu verstehen, natürlich war ich damals gerade 25, als ich das Buch in die Hand nahm und las. Im nach hinein ist es immer noch schwer das Buch zu verdauen, ich bin ehrlich zu Ihnen, und ich sage Ihnen, danach wird alles bei Ihnen auf dem Kopf gestellt und sie bekommen eine andere Anschauung und als ich Ihren Kommentar gelesen hatte, musste ich sofort an dieses Buch denken und Ihnen das vorschlagen. Sie werden Augen machen, wie die zoroastrische Lehre im Laufe der Jahrhunderten sich anders entwickelt hatte, als das, was Zartošt gesagt und dran glaubte! Denn Sie haben Recht, er hatte tatsächlich die Da’eva verbannt, sie waren wie die indischen Gottheiten! Er hat ein Dualismus erschaffen, wohl ihm bewusst, dass im Menschen eine böse und eine gute Kraft existiert und als Makrokosmos auch positive und negative Kräfte im Universum! Und vor Zartošt glaubten unsere Ahnen, dass Ahriman und Ahurâ Mazdâ beide die Söhne oder Kinder eines Gottes sind, die in ständigem Kampf sind. Aber zwischen den beiden gut und böse herrschte ein Raum, oder besser gesagt, eine Pufferzone, die dann Zartošt weg nahm. Das heißt, dass unsere Ahnen an Jin und Jan glaubten, natürlich mit anderen Begriffen und wie wir aus den chinesischer Philosophie kennen, gibt es zwischen Jin und Jan eine Zone, praktisch diese Linie, die die beiden von einander trennt! Später hatte Zartošt alle andere Gottheiten als Amšâspandân: Ameša Spanta als die Izadân oder Gotteshelfer, die Ahurâ Mazdâ behilflich sind, definiert! Er stellte sich gegen Mithraismus, denn Mithraismus hatte Elemente der archaischen Arier oder der Ururahnen in sich, wie Ha’um Trinken oder den Stier opfern und sein Blut mit Ha’um vermischen und trinken und durch Ha’um Trinken während Ritualen in Ekstase zu fallen. Ha’um war eine Pflanze, die dann zu einem starke alkoholisierten Getränk verarbeitet wurde, und während dieser Rituale schliefen die Männer mit Frauen wie wilde und Zartošt fand dieses Ritual abscheulich und das Ganze, wie ein Stier geopfert und wurde und wie man sein Blut entnahm, um damit das Getränk zu verarbeiten.

      Und fand der Gedanke bei Zartošt den Anfang, dass wir Menschen einen Verstand besitzen und nun anfangen müssen, in dem Sinne zivilisierter zu werden! Diese Gebräuche wurden dann nach Zartošt Worten verbannt und nicht mehr verwendet, hatte aber immer noch seine Anhänger und Ritualmänner und Schamanen und erst mit dem Usurpator Geomâta, der sich als Bardiya oder Bardiyâ, den jüngeren Sohn des Kyros des Großen vorgab und nach dem Tod von Kambyses oder Kambujiya oder heute Kâmbiz, der älteren Sohn Kyros des Großen für eine Weile das Land regierte, fanden diese Rituale wieder im Zartoši Glaube den Weg! Er, Geomâta, selbst war ein Schamane, der diese Gebräuche wieder einführte! Und zu Beginn Darius des Großen hatte Darius wieder dafür gekämpft und erklärte diese Rituale für abscheulich und wer sie betrieb musste mit Strafen rechnen. Dann aber als Alexander den Iran befallen hatte und das Buche Avesta, das auf Rinderhäute geschrieben wurde, verbrannte, vergiss man für eine Zeit lang wieder die Lehre von Zartošt, und alles, was später wieder gesammelt und geschrieben wurde, hatte auch einiges von Mithraismus und alten schamanischen Gebräuche in sich! Daher ist das Beste, was man von Zartošt lesen und das als wahre Gedanke und Worte Zatošts glauben will, sind seine Gâthâhâ.

      Ich kann Ihnen nur das Buch, was ich oben genannt habe, empfehlen, denn da werden Sie zuerst einen Kulturschock erleben, und später fangen Sie an die Gedanken von Zartošt nicht mehr als die Religion von Zartošt zu halten.

      Für mich ist Zartošt ein großer Philosoph, dessen Gedanken und Weltanschauung in späteren philosophischen Werken der griechischen Philosophen den Platz fand und als das Fundament ihrer Philosophie gedient hat.

      Zu diesem Fest muss ich auch sagen, dass es eher eine Tradition und nationale Festlichkeit ist, als etwas religiöses und ist älter als Zoroastrismus. Die antike Perser/Iraner hatten an die 30 Feierlichkeiten und das ganze Jahr über nur gefeiert und getanzt und Freude gehabt, bis der Islam kam!

      Sepandârmazdgân farxonde bâd.

  4. Ein sehr schöner Artikel. Danke.

    Zumindest der geschichtliche Teil ist sehr schön. Nicht schön ist natürlich, dass diese islamischen Barbaren alles zerstören, was gut und schön ist und aus Liebe und Zuneigung etwas Schmutziges machen.
    Ausgerechnet die Islamisten, die so schwanzgesteuert sind wie ihr Prophet Mohammed es war, verdammen den Sexhunger! Dabei sind sie es, die nach Sex hungern sowohl im Diesseits wie auch im Jenseits. Um ihren Sex- und Machthunger zu stillen, haben sie die Frauen zu rechtlosen Sexobjekten degradiert. Diese am Islam erkrankten Männer haben das Hirn und den Sextrieb eines Karnickels und verweigern der Zivilisation den Einlass.

    • Oh Eure Göttin, die wie die Cher vor der Operation ist, danke für Euren Kommentar, ich freu mich auf Eure Göttlichkeit hier zu kommentieren.
      😉

      • *grins* für meine Anmaßung die Prophetin einer Göttin zu sein, hat mir Abdullah der Verblendete einen Exorzismus empfohlen – und wenn die Salafisten in Deutschland an die Macht kommen, wird er dafür sorgen, dass ich ausgepeitscht werde. Behandelt man so eine Prophetin? 😉

  5. „schändlichen Tag, an dem Westler lediglich ihren Sexhunger stillen“. Es gibt immer wieder Irre, die von sich auf andere schließen müssen. Bestes Beispiel war der Prophet selbst, dem „Manneskraft“ von 30 Kerlen nachgesagt wurde.

    Aus Islam Review:
    Unser Anliegen ist es, dem Leser einen Eindruck der Lehren Mohammeds zu geben. Einige dieser Gebote werden Sie schockieren, andere wiederum sind amüsant und wieder andere werden Sie sehr verwundern.

    Die Rechte der Frauen
    Frauen haben verschleiert zu sein

    Er {Umar} wünscht mit großem Eifer, daß die Verse des Al Hijab {wacht über die Schleier moslemischer Frauen} enthüllt werden. So offenbarte Allah die Verse Al – Hijabs. Band 1: 148

    Frauen sind arm an Verstand und Religion

    Mohammed fragte einige Frauen: „Ist das Zeugnis einer Frau nicht mit dem Halben eines Mannes gleichzusetzen?“Die Frauen sagten „Ja.“ Er sagte: „Der Grund dafür ist, das Frauen arm an Verstand sind.“ Band 3: 826

    Mohammed zu Frauen: „Ich habe niemanden gesehen, der mehr Mangel an Intelligenz und Religion hat, als ihr.“ Band 2: 541

    Die Mehrheit in der Hölle sind Frauen

    Mohammed sagte: „Mir wurde das Feuer der Hölle gezeigt und die Mehrheit derer, die dort hausten, waren Frauen.“ Band 1: 28+301, Band 2: 161, Band 7: 124

    Frauen sind schlechte Vorzeichen

    Mohammed sagte: „Ein schlechtes Vorzeichen ist in einer Frau zu sehen, in einem Haus und einem Pferd.“ Band 7: 30

    Frauen sind für Männer schädlich

    Mohammed sagte: „Ich habe nach mir keinen Kummer hinterlassen, der Männern mehr schaden könnte, als die Frauen.“ Band 7: 33

    Frauen dürfen keine Perücken tragen

    Mohammed sagte: „Tragt kein falsches Haar, denn Allah sendet seinen Fluch auf die Damen, die ihr Haar künstlich verlängern.“ Band 7: 133

    Sexualität und Ehe
    Die Manneskraft Mohammeds entsprach der von 30 Männern

    Anas sagte: „Der Prophet besuchte gewöhnlich alle seine Frauen in einer Stunde, Nacht und Tag und es waren 11 Frauen.“ Ich fragte Anas: „Hatte der Prophet denn die Kraft dazu?“ Anas antwortete: „Wir sagen gewöhnlich, daß dem Propheten die Kraft von 30 Männern gegeben wurde.“Band 1: 268

    Allah war in Eile, Mohammeds sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen.

    Als der Koranvers entdeckt wurde, der es Mohammed erlaubte, die Wechseljahre seiner Frauen zu verzögern, und als Mohammed sagte, daß Allah ihm erlaubt habe, die Frau seines Adoptivsohnes zu heiraten, da sagte Aisha, {eine seiner Frauen}: „O Apostel Allahs! Ich sehe es nicht, aber weiß, daß dein Herr sich beeilt, dir zu gefallen.“
    Band 7: 48

    Wenn eine Frau unwiderruflich geschieden wurde, kann sie nicht zu ihrem Mann zurückkehren, bis sie einen anderen Mann geheiratet hat und auch Verkehr mit ihm hatte.

    „Ashia erzählte: die Frau von Rifaa Al – Qurazi kam zu dem Apostel Allahs und sagte: „O Apostel Allahs, Rifaa hat mich unwiderruflich geschieden. Nach ihm habe ich Abdur – Rahman bin Az – Zubair Al – Qurazi geheiratet, der bewiesener Maßen impotent ist.“ Allahs Apostel sagte zu ihr: „Möchtest du vielleicht zu Rifaa zurückkehren? Nein, du kannst nicht zu Rifa zurück, bis du und Abdur – Rahman {der impotente Mann} Verkehr hattet. Band 7: 186

    Da sind noch nicht mal Sprüche aus dem Koran dabei. Bei so vielen Seltsamkeiten wundert es nicht, dass er Islam eine mächtig gestutzte Weltsicht haben muss. Der Islam ist eine zutiefst sexuelle Religion. Sie dient jedoch dem Machterhalt und genau das ist das Ziel. Die Frauenunterdrückung ist nun einmal das wirksamste Instrument des Machterhalts. Zuerst die Frau (Kinder am laufenden Band, Kinderehen, Polygamie, arraangierte und Zwangsehe fördern den Kindersegen), es folgen strikte Trennungsregeln zwischen Mann und Frau. Ergebnis: frustrierte testosterongesteuerte junge Männer, die infolge Bildungslosigkeit und demzufolge Arbeitslosigkeit nicht wissen wohin mit ihrer Energie. Dann kommt der Dschihadgedanke ins Spiel. Und das sind dann genau die Menschen, die leicht zu Kriegshandlungen zu verführen sind, indem sie dann auch noch mit sexuellen Genüssen in ein islamisches „Himmelsbordell“ mit 72 Jungfrauen gelockt werden, der Tod als Vollorgasmus. Was für eine primitive Himmelsvorstellung, aber für sexuell aufgeladene Dschihadkämpfer doch das non plus ultra , oder!? Hier wird die sexuelle Strategie zum Politikum. Also der Islam weiß seine männlichen Gläubigen mittels sexuellem Frust durchaus politisch zu steuern. Und genau das ist das Ziel. Die Kontrolle über das Schlafzimmer übertrifft jede Spitzelei der kath. Kirche im Mittelalter im Ehebett. Die Religionspolizei achtet ja auch genau darauf, dass sich kein Mann und keine Frau in einem Zimmer (welch Tragödie) befindet.

    Es fällt auf, dass die Frau aus Sicht der Islamgrößen Mohammed und Allah sehr schlecht angesehen sind und darum verstehe ich auch die Begeisterung der muslimischen Frau überhaupt nicht, einer solchen Religion anzugehören (ich weiß: Konditionierung lebenslang). Das hat seinen Grund: Frauen in der Hölle, Frau kann Gebet eines Mannes ungültig machen wie Hund und Esel, Frau ist zu dusselig, selbst und allein eine Zeugenaussage vor Gericht machen zu können, weil sie ja „ohne Verstand“ sind, Frauen sind für Männer schädlich, habe ich heute wieder gelernt, usw. Die rechtliche koranische Ungleichstellung der Frau lässt sich mit diesem schlechten Ansehen von Frauen super begründen. Wie verächtlich dieser Prophet über Frauen gedacht und dies auch noch ausgesprochen hat, ist erstaunlich. Wer Frauen rechtlich ungleich stellt, hat die Macht, die absolute Macht bis ins Schlafzimmer.

    Leute, da passt doch wohl kein Valentinstag oder eine zoroastrischer Feiertag ins Bild. Das müsste doch wohl mindestens verstanden werden. Da könnte ja echte Liebe mit im Spiel sein und das geht doch wohl nun garnicht. Ironie off.

    Das Verbot des Valentinstags im Islam ist lediglich ein weiterer Beweis dafür, dass der Islam einfach nur kontroll- und machtbesessen ist und den Menschen keinerlei, nicht die geringste Freiheit lässt. Jede Kleinigkeit wird satanisiert. Der Islam kann nur die Entfaltungsmöglichkeiten von Menschen durch solche lächerlichen rechtlichen Gesten im Keim ersticken, zu anderem scheint er nicht fähig zu sein. Wer die Liebe im Keim erstickt (hier meine ich nicht einmal die sexuelle Liebe), der ist es nicht wert, Religion genannt zu werden.

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