Timur تیمور – Sturm über Westasien (1)

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Tamerlan

Der Mörder der Völker, die Geißel Allahs, der Antichrist, hervorgegangen aus einer unreinen Rasse aus den Steppenregionen jenseits der Berge Asiens gelegen, die keinen Wein trinkt und ihre Gerichte nicht salzt.

Einleitung

Timur oder besser bekannt in Europa als Tamerlan schuf eines der größten, aber auch kurzlebigsten Reiche, die jemals in Zentralasien existierten. Er war ein skrupelloser Eroberer, der die Bevölkerung in den unterworfenen Gebieten und Städten zu Hunderttausenden ermorden ließ, unter anderem im Sultanat von Delhi, im Königreich Georgien in Persien und andersowo und Aufstände schlug er gnadenlos nieder. Wo immer er erschien trennte er das Licht vom Schatten. So wurden bei der Eroberung von Isfahan 1387 n. Chr. in Persien laut Hafiz-i Abru 28 Schädeltürme auf einer Stadtseite gezählt, so dass man von einer Zahl von 70.000 Toten ausgehen kann. In der Stadt Isfizar ließ er 2.000 Menschen lebendig einmauern. Er war der größte türkisch-mongolische Schlächter der Geschichte mit mehreren Millionen Opfern, er strangulierte unter anderem 100.000 Hindus in Delhi im Jahr 1398 n. Chr., die Ermordung von 90.000 Arabern in Bagdad im Jahr 1401 n. Chr. und die gewaltigen Schlachten zwischen Hunderttausenden Türken und Mongolen und anderen, kennzeichnen seine Herrschaft und eines der dunkelsten Zeitalter in der Geschichte der Menschheit auf dem eurasischen Kontinent.

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Das timuridische Weltreich

Jenes Herrscherhaus, das Persiens Transoxanien Mitte des 14. Jahrhunderts regierte und mit Blut und Feuer überzog, war das Herrscherhaus von Chagatay, es war jenes das sich am wenigsten von den Dynastien, des Mongolenherrschers Chengiz Khan unterschieden hatte, Persien war seit beinahe eineinhalb Jahrhunderten von Mongol-Türken besetzt. In der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder gelegentliche Überfälle auf die östliche persische Provinz Khorasan, die prinzipiell die gesamte persische Geschichte in Khorasan reflektierten und fast ein Jahrtausend lang konnte Persien die Türken zuvor an den Grenzen jenseits des Amu Darja (Oxus) halten, und während der meisten Zeit war die iranische Provinz Transoxanien seit der mongolischen Herrschaft von Anarchie beherrscht. Im Jahr 1345 n.Chr. provozierte Kazan Khan, der Chagatay-Herrscher über die westlichen Regionen des Reiches, eine Rebellion wegen seiner Grausamkeit, die Adligen, unter einem gewissen Amir Kazghan vereinigten sich, um ihn zu entthronen, ein Plan, in dem sie im folgenden Jahr erfolgreich waren.

Amir Kazghan herrschte nach dieser Revolution als Marionette bis zu seinem Tod im Jahr 1357 n. Chr. und wurde von seinem Sohn Abdullah Khan ersetzt. Er aber wurde durch den Einfluss von Sali, dem neuen Wesir, ebenso abgesetzt, da auch er nur eine Marionette war und Samarkand wurde wieder Hauptstadt eines Reiches. Verliebt in die Frau der Marionette Abdullah Khan, tötete er ihn und stellte Timur Shqah Oghlan an seine Stelle.

Dieser Akt führte zu einer Revolte, die von einem Emir türkischer Herkunft namens Bayan Selduz und von Haji Barlas von Kesh (Shar-i Sabz) im Süden von Samarkand geleitet wurde, und die vereinigten Kräfte der Emire besiegten Abdullah Khan, der über den Oxus floh und von der Bildfläche verschwand. Die Regierung wurde nun von den Siegern gestellt, aber die Unfähigkeit dieses Türken Bayan Selduz, der ein hoffnungsloser Trunkenbold war, zerbrach das Reich in eine Reihe von Kleinstaaten, und Haji Barlas konnte nicht mehr tun, als sich in der Stadt Kesh zu behaupten.

Der Gouverneur der Mongolei war in dieser Zeit Tughluk Timur Khan, der, als er den Zustand der Anarchie sah, in Transoxanien eingefallen war. Er begann im Jahre 1360 n.Chr, einen Feldzug zu diesem Zweck und marschierte gegen die Stadt Kesh; Haji Barlas, der die Chancen, die Stadt zu verteidigen für zu gering hielt, versuchte erst gar keine Verteidigung der Stadt aufzubauen und floh in die persische Provinz Khorasan, wo er später von mongolischen Brigarden getötet wurde.

Der Ruhm Tamerlans

Sir Percy Molesworth Sykes, britischer Offizier, Diplomat und Asienforscher schrieb in seinem Buch zu diesem Völkermörder in „History of Persia Volume 2“ auf der Seite 197: „Tamerlan hat Europa mehr als jeder anderer asiatische Eroberer beeindruckt. Chengiz Khan, eineinhalb Jahrhunderte zuvor, wurde nicht in direkten Kontakt mit dem Nahen Osten oder mit Europa gebracht, sondern eroberte Länder, die vom Westen entfernt waren, und erst nach seinem Tod unterwarfen die Nachkommen im Norden Russland und Mesopotamien im Süden. Tamerlan dagegen überrannte Persien und Mesopotamien und drang später in Russland ein und griff Teile des Wolgatals an; Er plünderte auch Moskau. Er wandte seine Augen Indien zu, dem damaligen Schatzhaus der Welt, in das er eindrang. Hier sprang er die Grenzen von Alexander dem Großen und von Chengiz Khan, der Erstere hielt vor dem Indus an, während der letztere kaum den Indus überquerte. Westlich auch, nahm er Damaskus und schwächte die Macht der Mameluken, und schließlich besiegte er Sultan Bayazid I. der Türkei auf dem Schlachtfeld von Angora und nahm ihn gefangen. Kein asiatischer Eroberer in historischen Zeiten hat solche militärische Prachtstücke vollbracht wie diese, und folglich hat keiner den Anspruch auf den Ruhm von Tamerlan“

Es ist schon frappierend, dass man feststellen kann, dass europäische Historiker dazu neigen, die grössten Schlächter der Geschichte mit Ruhm zu heroisieren, das taten sie bei Alexander von Makedonien, genauso wie bei Chengiz Khan und Tamerlan.

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Doch der Ruhm Timurs oder Tamerlans war gekennzeichnet von Brutalität und Tyrannei. Tamerlan wurde im Jahr 1335 n.Chr. geboren. Manche Historiker führen seine Abstammung auf einen gewissen Karachar Khan zurück, einem Wesir im Dienst des Herrscherhauses der Chagatay, der mit seiner Familie verbunden war. Diese Abstammungstheorie ist umstritten, aber ihre Korrektheit ist von geringer Bedeutung. Wir wissen, dass er der Sohn von Amir Turghay war, Chef des Gurkan-Clans der Barlas, ein türkischer Stamm und Neffe von Haji Barlas. Von seiner Jugend an machte er ungewöhnliche Versprechen sowohl in der Ratskammer, als auch auf dem Schlachtfeld, wo er unter Amir Kazghan, vor allem in Korasan diente. Er war auch bemerkenswert für seine Geschicklichkeit und Ausdauer in der Verfolgung seiner Ziele und ähnelte in dieser Hinsicht Alexander von Makedonien. Tamerlan war durch den Tod seines Vaters, zum Kopf seiner Familie geworden, zum Zeitpunkt der Flucht von Haji Barlas und dieses Ereignis erwies sich als eine Krise im Leben des jungen Emir. In Tarikh-i-Rashidi steht geschrieben:

„Sein Vater war tot und sein Onkel war geflohen.
Die Leute waren den Verwüstungen eines Fremden ausgesetzt.

Seine Feinde hatten den Stamm in Gefahr gebracht,
Sie waren wie ein Adler ohne Flügel oder Federn.“

Um die Situation zu retten, beschloss Tamerlan, sich Tughluk Timur Khan anzuschließen, durch den er zum Gouverneur von Transoxanien ernannt wurde. Im darauffolgenden Jahr erhielt der Khan von Jatah, Samarkand und ernannte seinen Sohn Khoja Ilias Oghlan zum Gouverneur von Transoxanien mit dem jungen Tamerlan als seinen Ratsvorsitzenden, obwohl ein gewisser Amir Begjit die oberste Autorität erhielt. Intrigen folgten natürlich, mit dem Ergebnis, dass Tamerlan aus Samarkand fliehen musste.

Dann wandte Tamerlan sich seinen Feinden zu und besiegte sie. Dann, mit nur einer Handvoll Männer suchte er seinen Schwager Amir Husayn, den Enkel von Amir Kazghan, der vor kurzem von Tughluk Timur besiegt worden war und in die Wüste flüchtete und fand ihn. Gemeinsam gingen die beiden nach Khiva, wo der Gouverneur versuchte, sie durch Verrat zu ergreifen, und sie wurden gezwungen, sich in die Wüste zum Schutz zurückzuziehen.

Dort führten sie ein Leben voller Risiken und der Härte, Tamerlan und seine mongolische Frau wurden von Turkmenen gefangen genommen und entkamen nur mit Mühe.

Tamerlan oder „Timur die Lahme“

Es war genau während dieser Zeit, als Timur in der iranischen Provinz Sistan seinen Beinamen der „Lahme“ erwarb; Und Details dieser Geschichte sind erhalten geblieben. Im Jahre 1363 n.Chr., als er im heutigen Süd-Afghanistan weilte, erhielt er einen Appell um Hilfe, von Jalal-u-Din Mahmud, dem Fürsten der persischen Provinz Sistan, dessen Untertanen rebellierten. Tamerlan und Amir Husayin akzeptierten sofort die Einladung, und mit Hilfe ihrer Veteranen wurden drei von sieben Festungen, die von den Rebellen gehalten wurden, genommen. Die übrig gebliebenen Festungen sprachen dann bei ihrem Fürsten vor und wiesen darauf hin, dass, wenn Tamerlan die anderen Festungen auch einnehmen würde, Sistan seiner Gnade unterliegen würde. Von diesen gewichtigen Argumenten überzeugt, bündelte Jalal-u-Din eine militärische Kraft, mit der er seinen Verbündeten Tamerlan angriff, und obwohl es Tamerlan gelang, das Zentrum der sistanischen Armee zu durchbrechen, erhielt er zwei Pfeilwunden, einen in den Arm und die andere in seinem Fuß, der dauerhaft verletzt wurde. Sowjetische Forscher fanden allerdings 1941 an seinem Skelett heraus, dass er an Knochentuberkulose gelitten hatte und das die wahre Ursache war. Deshalb wurde er bekannt als „Timur der Lahme“, zwei Wörter, die in europäischen Sprachen in der euphonischen Form von Tamerlan verschmolzen worden sind. Das Wort Timur bedeutet im mittel-türkischen Eisen. In Timurs Beschreibungen gibt es viele Berichte darüber, wie sich die Beziehungen und Anhänger in dieser Zeit um ihn sammelten.

Quellen: [Vide, A fifth Journey in Persia; Mohammedan Dynasties, p 228; Sistan part I to III., Sir Percy Molesworth Sykes, History of Persia Vol 2, p.196 ff; Marlowe, Tamerlane the Great;]

Teil 2

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3 Gedanken zu „Timur تیمور – Sturm über Westasien (1)

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