Die russische Expansion in Persien (2)

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Bildquelle: wikipedia

Teil 1

Aufstände in Persien nach den Niederlagen gegen Russland

Fath Ali Shah, war jedenfalls unter anderem wegen der Niederlagen, die er gegen Russland erlitten hatte, mit Aufständen in verschiedenen Teilen des Reiches, sowie mit Angriffen von Aussen konfrontiert. Die Führer von Khorasan, die immer die Oberhoheit der Qajars nicht anerkannt hatten, erhoben sich gegen seinen Sohn Mohammad Vali Mirza. Sie gelangten in den Besitz von Mashad, begannen aber zu streiten und zerschlugen sich selbst. In Folge dieser Rebellion wurde Ishak Khan, der mächtige Karai-Chef, vom General-Gouverneur gehängt.

Mittlerweile fiel der Emir von Bochara in Khorasan auf Einladung der Rebellen ein, aber er fand einen Zustand vor, der ihm zeigte, dass die Autorität des Shahs wiederhergestellt worden war, entschuldigte sich und zog sich zurück. Der Khan von Khiva erschien auch auf der Bühne, aber sein Gesandter wurde gedemütigt, indem er gezwungen wurde, auf einem Musikinstrument vor den persischen Generälen zu spielen. Nach dieser tödlichen Beleidigung wurde seine Armee besiegt. Die Turkmenen rebellierten auch zum zweiten Mal. Bei der zweiten Gelegenheit war ihr Führer ein Qajar-Adliger, aber sie wurden vertrieben und er selbst wurde gefangen genommen.

Im Jahre 1817, nach dem Ergebnis des Friedens, hoffte Persien vergeblich, dass durch die englische Fürsprache ein Teil der verlorenen Territorien zurückgegeben würden. Der Zar schickte General Yermeloff mit einer glänzenden Botschaft nach Tehran, aber anstatt auch nur einen Quadratmeter, der an Russland abgetretenen Gebiete zurückgegeben, schlug er eine Allianz gegen die Türkei vor. Weitere Forderungen waren die Erlaubnis für den Transit einer russischen Armee durch Astrabad und Khorasan, die dazu bestimmt war, in Khiva einzudringen, und die Gründung einer russischen Vertretung in Rasht. Alle diese Vorschläge, zusammen mit einem Angebot, dass russische Offiziere die persische Armee trainieren, wurden höflich abgewiesen, und der russische Gesandte, nachdem er grossartig unterhalten worden war, verliess Tehran mit Geschenken beladen in Richtung Heimat.

Fath Ali Shahs Kriege in Afghanistan

Wir müssen uns nun kurz nach Afghanistan in die Jahre 1805 und 1817 – 1818 begeben. Im Jahre 1805 versuchte der einstige Flüchtling Firuz Mirza, der Gouverneur von Herat war, Ghorian einzunehmen, eine Festung an der Grenze, die in persischen Händen geblieben war. Er wurde besiegt und wurde bis zu den Toren von Herat verfolgt. Es wurde vereinbart, als Strafe zwei Jahre lang Persien Tribut zu bezahlen und seinen Sohn als Geisel für seinen guten Willen zu überlassen. Zwölf Jahre später, im Jahre 1817, marschierte Hasan Ali Mirza, ein Sohn von Fath Ali Shah, nach Herat, um einen Angriff auf Ghorian zu starten.

Wieder kaufte sich Firuz Mirza durch Bezahlung von fünfzigtausend Toman frei von den Invasoren und die Münzen liess er im Namen von Fath Ali Shah prägen. Nach dem Abzug der persischen Armee, war er über die möglichen Konsequenzen seiner Taten erschrocken und bat um militärische Unterstützung aus Kabul.

220px-An_Early_Painting_of_Fath_Ali_ShahMahmud Shah, der aus dem Gefängnis entlassen worden war und Shah Shuja ins Exil in Ludhiana getrieben hatte, war der nominale Emir von Afghanistan, aber Fatteh Khan Barakzai, sein Wesir, war mächtig, und bei seinem Niedergang wurde Firuz Mirza tückisch aufgegriffen und nach Kabul deportiert. Die Führer von Khorasan wurden dann dazu aufgefordert, sich gegen den Shah zu erheben, und der Khan von Khiva war überzeugt, in Khorasan im Interesse Afghanistans einzudringen. Hasan Ali Mirza meisterte diese kritische Situation mit Entschlossenheit. 1818 griff er Fatteh Khan an, der besiegt und verwundet wurde. Kurz darauf erreichte Fath Ali Shah mit grossen Truppenverbänden den Kriegsschauplatz und Mahmud Shah wurde besiegt und ihm wurde Immunität gewährt, indem er sich bereit erklärte, seinen Wesir zu blenden, der später barbarisch hingerichtet wurde. Diese Tat führte zum Untergang der Durranis; Denn die Mutter, der Bruder und der Rächer des ermordeten Mannes griffen zu den Waffen, und nach acht Tagen Anarchie, erhielt er den Thron Afghanistans, den seine Nachkommen noch lange besetzten. Herat aber blieb Mahmud treu und nach seinem Tod wurde sein Sohn Kamran Mirza Nachfolger.

Feindseligkeiten der Türkei

Abbas_Mirza_in_battle

Bildquelle wikipedia Abbas Mirza

Die letzte Krieg zwischen Persien und der Türkei entstand aus der Handlung des Gouverneurs von Erzeroum heraus, der unter seinem Schutz zwei Nomadenstämme, die aus Aserbaidschan stammten, rekrutierte. Abbas Mirza zeigte Präsenz, aber seine Agenten wurde eingesperrt und er wurde dann angewiesen in die türkisch dominierten Gebiete einzudringen Die Türken, die schwach waren, fanden alle Bezirke neben Aserbaidschan, auch Kurdistan, besetzt vor. Weiter südlich versuchte der Pascha von Bagdad, in Persien einzudringen, wurde aber von Mohammed Ali Mirza, dem ältesten Sohn des Shahs, besiegt. Die Armee wurde an die Tore der Stadt verbracht, die jetzt der Gnade des Prinzen erlag. Aber die Krankheit liess ihn den Rückzug anordnen, und als er die Hügel vor Bagdad erreichte, verstarb er.

Mittlerweile setzten sich die Feindseligkeiten im Norden fort. Eine türkische Festung, die tausend Mann stark war, wurde von einer von Erivan betriebenen persischen Einheit erobert, die Gefangenen wurden aber ohne Lösegeld von Abbas Mirza freigelassen, der im grossen und ganzen keine Lust hatte, die Dinge zu weit zu treiben. Der Feldzug endete mit einer Schlacht, in der die Perser, einen hart umkämpften Sieg errungen hatten. In der südlichen Zone wurden alle militärischen Operationen gestoppt, weil die persische Armee unter Cholera litt, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal in Persien aufgetreten ist. Der Frieden wurde am Ende durch den 1823 unterzeichneten Vertrag von Erzeroum geschlossen. Seine Bedingungen enthielten keine territorialen Veränderungen.

Der Streit um Gokcha und seine Beschlagnahme durch Russland

Der Vertrag von Golestan war so vage ausgearbeitet worden, daß drei Bezirke, die zwischen Erivan in Armenien und dem Gokcha-See lagen, wovon der wichtigste Gokcha war, als territoriale Streitfrage geblieben sind. Verhandlungen wurden zwischen General Yermeloff, dem Generalgouverneur des Kaukasus und Abbas Mirza geführt, aber keine Einigung konnte erzielt werden und so, wurde Gokcha 1825 von russischen Truppen besetzt.

Infolge dieses hochmütigen Handelns brach in Persien das intensive Gefühl der Feindseligkeit gegen Russland aus, und durch ihre verächtliche Behandlung ihrer neuen muslimischen Untertanen endete dies in einer nationalen Demonstration zugunsten des Krieges. Abbas Mirza war nur zu ängstlich, um seinen verlorenen Ruf wiederzuerlangen, und aus jeder Provinz in Persien rekrutierten Männer zu Tausenden zu seinem Standort.
Ein russischer Gesandter, Fürst Menchikoff, wurde nach dem Antritt des Zaren Nicolas an den Hof von Tehran geschickt, und es wurde von dem friedliebenden Shah erhofft, dass eine befriedigende Einigung zustande kommen würde; Aber der russische Fürst hatte keine Weisungen Gokcha zu übergeben, und seine Mission unternahm nichts, um die persische öffentliche Meinung zu befriedigen, die tief verwurzelt war.

Erste persische Erfolge

kaukasus-russland-iranDer erste Akt der Feindseligkeit war ein Angriff auf eine russische Truppe durch den Prinzen von Talish, dessen Frau in ihren Händen war. Dem folgte ein Angriff auf Lenkoran, das von seiner Garnison aufgegeben wurde. Im Fokus des Krieges waren die Russen unvorbereitet, die Perser waren schneller als die Russen. Ein ganzes russisches Regiment wurde auf dem Weg nach Shisha gefangen genommen, und die Hälfte der Gefangenen trat in den Dienst des Shahs ein. Die Muslime von Ganja massakrierten die russische Garnison, und die Perser marschierten an die Tore von Tiflis. Sie waren so erfolgreich, dass in weniger als einem Monat, Shirwan, Shaki, Talish und Ganja von den Truppen des Shahs besetzt waren. Shisha aber widersetzte sich allen Bemühungen von Abbas Mirza.

Die Schlacht von Shamkar

Russland hatte inzwischen eine Armee bei Tilflis konzentriert, und die erste Schlacht wurde in Shamkar, in der Nähe von Ganja, durch eine russische Division von neuntausend Mann gegen eine persische Division gleicher Kraft ausgetragen. Die persische Kavallerie, die vom russischen Artilleriefeuer demoralisiert wurde floh, und wurde von Kosaken hinter der persischen Infanterie verfolgt.

Das sah der russische Hauptmann, und die Perser wurden angegriffen und liessen ihre Artillerie in den Händen des Feindes, in dieser Schlacht wurde Mohammed Mirza, danach wurde er Mohammed Shah, der Oberbefehlshaber, tatsächlich von den Kosaken gefangen genommen, wurde aber durch den Mut eines persischen Offiziers befreit und gerettet.

Die Schlacht von Ganja

Abbas Mirza beeilte sich nach Norden mit dreißigtausend Männern zu marschieren, um die Katastrophe zu korrigieren, und begegnete General Paskievich mit einer Armee, die nur halb so stark war, am 26. September 1826 in einer Ebene östlich von Ganja. Die persische Artillerie, die von einem englischen Offizier geleitet wurde, zwang eine russische Division sich zurückziehen Wäre die ganze Linie an dieser Stelle vorgerückt, hätte Persien die Schlacht gewonnen; Denn die russische Artillerie war schlecht bedient worden Leider verhielt sich Abbas Mirza wieder, wie er es in Aslanduz getan hatte, und seine Söhne erhielten Befehle, sich zurückzuziehen. Diese Anweisungen entmutigten die ganze Armee, bevor auch nur ein Schuss von den Regimenten gefallen war. Asaf-u-Dola, der Wesir, verliess das Schlachtfeld beim ersten Alarm und erreichte den Fluss Aras, etwa 250 km entfernt, in der folgenden Nacht in Richtung Kernland.

Teil 3

Quellen [Sir Percy Molesworth Sykes, History of Persia Vol 2, S. 410 ff; Vide Aitchison’s Treaties XVI]

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2 Gedanken zu „Die russische Expansion in Persien (2)

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