Die russische Expansion in Persien (3)

Gulistan-Treaty

Persien vor und nach dem Vertrag von Golestan

Teil 2

Fath Ali Shah’s Geiz

Geiz war die herrschende Eigenschaft von Fath Ali Shah Qajar, und wie der letzte der

Fath Ali Shah

Fath Ali Shah Qajar

Kalifen zog er es vor, Juwelen und Gold zu horten, anstatt Geld für die nationale Verteidigung auszugeben. Aus diesem Grund waren die Schritte zum Aufbau einer neuen Armee unzureichend. Außerdem weigerten sich seine Söhne, unter Abbas Mirza zu dienen. Das Arsenal in Tabriz war mager, das Geld, das vorgesehen war, wurde veruntreut, und sogar die Kanonenkugeln, paßten nicht in die Kanonenmündungen. Ein Versuch wurde gemacht, um Blei lokal zu kaufen, aber man hatte sehr wenig erhalten. Mittlerweile kam der Winter, und wegen der Weigerung des Shahs, den Soldaten Lohn zu zahlen, wurden die Waffen niedergelegt. General Yermeloff machte prompt Gebrauch von Verstärkungen der Truppen, die ihn erreichten, und nachdem die Astrachan-Division die Shah-Truppen aus Derbent vertrieben hatte, überquerte eine andere Division den Fluss Aras und bedrohte Tabriz, die der Gnade eines entschlossenen Feindes ausgeliefert war. Tabriz wurde jedoch verschont, und der russische General zog sich zurück, ohne etwas von Bedeutung bewirkt zu haben.

Die Eroberung von Erivan 

Im Jahre 1827 belagerte General Paskievich, der den Oberbefehl erhalten hatte, wieder Erivan, aber zum dritten Mal widersetzte sich diese Stadt den Russen. Kurz darauf wurde Abbasabad, eine starke Befestigungsanlage am Aras bei Nakhchivan, durch Verrat eingenommen. Dieser Schlag hat die Perser schockiert und es wurden fruchtlose Anstrengungen unternommen, um Frieden zu schließen. Ein Sieg aber wurde endlich von Abbas Mirza in der Nähe von Echmiadzin über eine russische Division unter General Karkovski, bestehend aus fünftausend Infanteriesoldaten, tausend Mann Kavallerie und zwölf Kanonen, gewonnen.

Die Perser waren gleich stark in der Infanterie, aber stärker in der Kavallerie und Artillerie. Der letztere Teil wurde geschickt eingesetzt, und die persischen Truppen, die bestrebt waren ihren verlorenen Ruf wiederzuerlangen, setzten ihn berechnend und kühn ein. Der russische General wurde getötet, aber hätten die Perser nicht die Zeit verloren, um unsinnigerweise die toten Köpfe ihrer Feinde abzuschneiden, wäre die russische Streitmacht vernichtet worden. Russland hatte prinzipiell keine realistische Chance Schlachten gegen eine persische Armee zu gewinnen, wenn nicht folgenschwere Fehler vor allem von Abbas Mirza immer und immer wieder begangen worden wären. Trotz dieses Sieges weigerte sich Fath Ali Shah, die Geldversorgung fortzusetzen, die notwendig war, um die Armee auf dem Schlachtfeld zu halten, und der Sirdar, der von seinem Monarchen verlassen wurde, übergab Erivan, General Paskievich, der in der Folge den Titel Graf von Erivan erhalten hatte.

Die Übergabe von Tabriz

Die Habgier des Shahs führte zu einer noch größeren Katastrophe. Als er mit der Wehrlosigkeit der Stadt Tabriz im Jahr 1828 konfrontiert wurde, als Paskievich eine kleine Einheit von fünftausend Mann schickte, denen Tabriz von den Führern der Stadt kampflos übergeben wurde. Durch diesen Erfolg gelangten die Russen an das Arsenal, fast den gesamten Artilleriepark, und die Familien der Führer. Es gab daher keine Verlängerung des hoffnungslosen Krieges und die Stadt wurde den Russen überlassen, um die Bedingungen zu diktieren, auf denen der Frieden mit Persien aufgebaut werden sollte .

Der Friedensvertrag von Turkomanchai

Der Friedensvertrag wurde mit Russland 1828 abgeschlossen. Die Sieger waren mit Feindseligkeiten der Türkei konfrontiert, und ihre Forderungen an Persien, waren exorbitant. Zu den Hauptpunkten gehörten die Abtretung der fruchtbaren Provinzen Erivan und Nakhchivan an Russland, und die Zahlung einer Entschädigung, die etwa 30 Millionen Silber Rubel entsprach oder mehr als 3.000.000 britische Pfund.

Turkmanchai

Territoriale Verluste nach dem Vertrag von Turkomanchai 1828

Die neue Grenze wurde in Artikel 4 des Vertrages ausführlich festgelegt. Sie folgte dem Fluss Aras, östlich bis zum 48. Längengrad. An diesem Punkt wanderte er nach Süden und gab einen Teil von Talish, einschließlich Lankoran an Russland ab und dann östlich weiter bis zum Kaspischen Meer, bis er Astara erreichte. Durch Artikel 7 wurde Abbas Mirza offiziell als Thronerbe von Persien anerkannt, und Russland erhielt das Recht, Konsule oder Handelsvertreter zu nominieren, wo immer das Handelsgut es erforderlich machte. Ein getrennter Passus befasste sich mit der Frage des Handels und der Sicherheit der Handelsobjekte. Mit ihren Bedingungen wurden 5 Prozent für die Zollgebühren für Ausfuhren und Einfuhren vereinbart; Die russischen Beamten durften die Waren, die für den persönlichen Gebrauch bestimmt waren, kostenlos übernehmen und konnten auch ihre persischen Angestellten schützen. Schließlich behielten sie die Macht über ihre eigenen Interessen.

Der Vertrag markierte den Beginn einer neuen Ära, da Persien von dieser Zeit an keine völlig unabhängige Macht war, die von Frankreich und England umstellt worden war. Frankreich hatte die Arena verlassen, und England war nicht zu langsam, um die veränderte Lage in Persien zu sehen. Der Vertrag ist aus einem anderen Gesichtspunkt kaum weniger wichtig; Denn er ist die Grundlage, auf der alle westlichen Nationen seither ihren diplomatischen Verkehr mit Persien geführt haben, und die extra-territorialen Privilegien, die sie für die Russen eingeführt haben, wurden auf die Europäer ausgedehnt und waren bis zur Islamischen Revolution 1979 in Kraft. Die Verhandlungen, die im November 1827 begannen, wurden erst im folgenden Februar des Jahres 1828 abgeschlossen, da der alte Shah, sich weigerte, die Türen seines Schatzhauses zu entriegeln. Er hatte auch Angst, dass das Geld von General Paskievich benutzt würde, um einen neuen Feldzug gegen Persien zu finanzieren. Leider konnte der britische Minister, Sir John Macdonald, den Shah in diesem Punkt beruhigen, und leider wurde der Vertrag unterzeichnet. Die königliche Zustimmung hatte der Shah gegeben, denn Paskievich bereitete sich darauf vor, in Tehran einzumarschieren, denn ihm war von den untreuen Führern von Aserbaidschan die Unterstützung von fünfzehntausend Kavalleriesoldaten versprochen worden.

Die Änderung des endgültigen Vertrages mit Hilfe von Grossbritannien

Die persische Regierung hielt daran fest, dass die Besetzung des Bezirks Gokcha durch Russland die Ursache des Krieges war und dass Großbritannien durch einen Vertrag von 1814 gebunden sei, Persien zu helfen. Die britische Sicht jedoch war, dass Persien einen aggressiven Krieg geführt hatte. Es wurde nicht anerkannt, dass Russland der Angreifer war und ihre Truppen in das persische Territorium eingedrungen waren, denn Grossbritannien wollte keinen Krieg gegen eine Macht führen, mit der sie seit kurzem selbst befreundet war und brachen daher den mit Persien geschlossenen Vertrag von 1814.

Sir John Macdonald, der zur Rettung von Abbas Mirza gekommen war, indem er ihm Geld für seine dringenden Bedürfnisse der Verbindlichkeiten gegenüber Russland brachte, gelang es, eine Vereinbarung auszuhandeln, durch die wiederum für eine Zahlung von 200.000 Toman an die Russen, die Artikel 3 und 4 des Vertrages aufgehoben wurden. Diese Geldsumme wurde von Abbas Mirza dringend gebraucht, und nach seiner Zahlung hat Paskievich Tabriz geräumt. Die Streichung der beiden Artikel durch die Intervention von Sir John Macdonald beweist, dass der diplomatische Weg den er gegangen war, Persiens Lage auf der politischen Bühne der Weltgeschichte veränderte; Eine Änderung die begann, als die Übertragung der Angelegenheiten von Tehran, von London nach Kalkutta verlegt wurde. Durch diese Streichung von Vertragsbestimmungen, die für die neue Situation unanwendbar gewesen wären, setzte er ein Signal für Großbritannien, während die Barzahlung für Persien von unschätzbarem Wert war.

Die Ermordung des Kuriers des Zaren

Das Jahr, in dem der Vertrag von Turkomanchai unterzeichnet wurde, war für Persien ein Disaster. Durch den Inhalt dieses Vertrages musste die dritte Tranche der Entschädigung dem russischen Repräsentanten am 27. August 1828 übergeben werden, da diese Macht das Recht hatte, Aserbaidschan zu annektieren. Mit dem charakteristischen persischen Leichtsinn wurden keine Vorkehrungen für die Bezahlung dieses Geldes getroffen, und die britischen Gesandten konnten nichts dagegen tun.

Im Herbst erreichte eine Sonderkommission des Zaren, unter M. Grebaiodov, Tehran. Sie wurde mit grosser Ehre empfangen, aber die Behauptung des Gesandten, dass die armenischen Frauen von Asaf-u-Dola aufgegeben werden sollten, schuf das Unglück. Die Frauen wurden aufgegeben, aber die Entscheidung des Chefs Mujtahid, dass es rechtmäßig war, sie aus den Händen der Ungläubigen zu retten, verursachte Aufruhr. Die Bazare wurden geschlossen, ein Mob stürmte die Gesandtschaft des Zaren, und der Gesandte und sein Stab wurden getötet. Der Shah, in völliger Bestürzung über die Geschehnisse, schickte seinen Enkel Khosrow Mirza, um eine Entschuldigung der persischen Regierung anzubieten und ihr Entsetzen und ihre Empörung über die Tat auszudrücken. Russland war damals mit Feindseligkeiten der Türkei beschäftigt und war nicht bereit, Persien durch irgendeine Tat mit Härte zu belegen, um der osmanischen Macht ungestört zu begegnen. Infolgedessen waren die Forderungen Russlands nicht nur auf das Exil des Chefs Mujahid und die Bestrafung der Schuldigen beschränkt, sondern Zar Nikolas gab sich auch großzügig hinsichtlich der Kriegsentschädigung die Persien zahlen sollte. Bis 1828 schrumpfte das persische Staatsgebiet, der gesamte Kaukasus war prinzipiell verloren, der seit Jahrtausenden persisches Hoheitsbiet gewesen war. Paniranisten fordern noch heute die Wiedereingliederung der verloren gegangenen Territorien in das iranische Staatsgebiet.

 

Quellen [Sir Percy Molesworth Sykes, History of Persia Vol 2, S. 410 ff; Vide Aitchison’s Treaties XVI]

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