Die Ära Mohammad Mossadeq

logoDonnerstag, 14.08.2014 , 16:30 Uhr (45 Minuten) , ZDFinfo

Anlässlich dieser Dokumentation auf ZDFInfo, in der wieder behauptet werden wird, dass Mossadeq demokratisch gewählter Ministerpräsident war, setzen wir diesen Artikel entgegen. Jeder, der die iranische Mashrute Verfassung kennt, weiß, dass der Ministerpräsident vom Šâh verfassungsgemäß ernannt und abgesetzt wurde. Wenn man überhaupt von einem Putsch sprechen kann, dann war die US-amerikanische Intervention eine Hilfe zur Verhindung eines verfassungsfeindlichen Putsches durch Mossadeq.

Wer die Wurzeln der Islamischen Revolution begreifen will kommt nicht umhin, eine Reise in die Vergangenheit, auch zurück zu den Lebzeiten und dem Wirken Mossadeqs anzutreten. Hier in dieser Zeit sind die alten Parolen und die alten Lügen, der Šâh sei ein Agent der Briten und der Amerikaner entstanden. Hier liegen viele anti-iranische Wurzeln für den Niedergang der iranischen Pahlavi-Dynastie und dem Niedergang und der Demonotierung Irans im 20. Jahrhundert. Šâhanšâh Mohammad Rezâ Pahlavi liebte Iran und genau das wurde ihm, wie einigen andern in der iranischen Geschichte, die Iran liebten, zum Verhängnis. Wer über Iran herrschen will, muss nicht nur Muslim sein sondern Anti-Iraner zugleich, das hat die iranische Geschichte immer wieder bewiesen.

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Liberalismus, das Kernproblem in Iran (6)

Teil 5 dieser Reihe

von Eran

Die Verstaatlichung des Erdöls in Iran

Vorgeschichte

Die Auseinandersetzungen der USA mit Großbritannien über die Kontrolle des Erdöls in Iran entluden sich in der „Abadankrise“ und in der Verstaatlichung des Erdöls in Iran. Abadan [Âbâdân] ist eine Stadt am Persischen Golf, in der im Jahre 1908 Öl entdeckt wurde. Innerhalb von 40 Jahren entwickelte sich die Raffinerie von Abadan zur größten Raffinerie der Welt. Die Raffinerie wie alle anderen Ölanlagen in diesem Teil Irans wurden von der AIOC auf der Grundlage eines 1933 zwischen den Briten und Iran geschlossenen Abkommens betrieben.

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Liberalismus, das Kernproblem in Iran (5)

Teil 4 dieser Reihe

von Eran

Achnacarry und Red Line Abkommen

Die Rivalität zwischen dem Amerikaner Rockefeller und den Brüdern Alfred und Ludvig Nobel prägte von Anfang an die Erdölindustrie. Der Erste Weltkrieg wurde hauptsächlich dank der Öltransporte von Rockefellers Standard Oil Company (New Jersey) gewonnen.

Als der amerikanische Magnat 1916 von der Unterzeichnung des geheimen Sykes-Picot-Abkommens also von der britisch-französischen Aufteilung des Nahen Ostens erfuhr, dessen schwarzes Gold er ausbeuten wollte, setzte er die Lieferungen aus. Großbritannien und Frankreich hatten in einem Geheimabkommen, dessen Inhalt in den Wirren der Russischen Revolution von den Revolutionären ans Tageslicht gebracht wurde, die Aufteilung des Nahen Ostens vereinbart: Sykes–Picot Abkommen.

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Irans erbitterter Kampf um die nationale Einheit

Die Geschichte Irans ist eine leidvolle Geschichte voller Verrat, den Bestrebungen fremder Mächte es zu schwächen und zu zerteilen. Die Verräter, die ihnen dabei halfen, waren in Parteien wie die Jebheye Meill und Hezbe Tude organisiert. Zudem waren die in Iran lebenden Türken (Tork) immer diejenigen, die der iranischen Nation am meisten schaden wollten. „[…]1907, 1945 und 1978 sind die tragischen Daten unserer neueren Geschichte […]“ erklärte der Šâh 1979 in Mexiko und die folgenden Untaten alliierter Geopolitik werden eine gewisse Kontinuität der Politik der Großmächte in Bezug auf den Iran verdeutlichen.

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Der Demokratisierungsprozess in Iran

Die Grundgedanken der Demokratie sind in der iranischen Philosophie und Geisteswelt seit der Zeit der Achämeniden, über den Universalgelehrten Pursinâ [Avicenna], dem Reformpolitiker Amir Kabir, die konstitutionelle Revolution 1905 – 1911 [انقلاب مشروطه], dem Historiker und Aufklärer Ahmad Kasravi, bis hin zum Ende der Regierungszeit Mohammad Rezâ Šâh Pahlavis, schon seit langem angelegt. Die Dynamik blieb dabei nicht nur der Theorie verhaftet, sondern bestimmte über 70 Jahre des vergangenen Jahrhunderts, nach dem Ende der absolutistischen Monarchie der türkischen Qajarenherrscher in Iran, bis zur Islamischen Revolution 1979 die Realpolitik und die weitere demokratische Entwicklung Irans.

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