Basler Staatsanwaltschaft gesteht ein, keine Beweise gegen Alexander Dorin zu besitzen

Ardašir Pârse; Herr Dorin, im Zusammenhang mit Ihrem Fall gibt es immer wieder interessante Neuigkeiten, die kein gutes Licht auf gewisse Staatsanwälte in Basel-Stadt werfen, wobei konkret der Staatsanwalt Markus Hofer gemeint ist. Was können Sie uns über die jüngsten Ereignisse berichten?

Alexander Dorin: In der Tat, während der letzten fünf Jahre(!) haben sich die Versäumnisse, Rechtsbrüche und Menschenrechtsverletzungen, für die allesamt die Staatsanwälte Thomas Homberger und Markus Hofer die Verantwortung tragen, getürmt.

Lassen sie uns kurz zusammen den neuesten Streich von Markus Hofer & Co. anschauen. Unlängst wurde ich von der Staatsanwaltschaft zur sogenannten Schlusseinvernahme geladen.  Wie Sie in einem vorangehenden Artikel auf Pârse & Pârse bereits berichteten, so wurde ich im Vorfeld dieser Einvernahme von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt zur Verhaftung ausgeschrieben, weil ich einen Termin arbeitstechnisch verschrieben musste. Ich weiss nicht, auf welches Gesetz sich die Staatsanwaltschaft berief, als sie mich wegen der Verschiebung eines Termins zur Verhaftung ausschrieb. Auf die Schweizerische Strafprozessordnung kann sie sich dabei jedenfalls nicht berufen haben, denn diese sieht vor, dass man eine Person vor der Ausschreibung zur Verhaftung darüber zuerst informieren muss, was bei mir aber nicht der Fall war. Aber wie wir seit Jahren sehen, so fühlen sich einige Justiz-Cowboys der Basler Staatsanwaltschaft offensichtlich nicht an das Gesetz gebunden.

Wie nun mittlerweile sogar der mir von der Staatsanwaltschaft aufgedrängte Anwalt Simon Berger in einer E-Mail vom 09. 09. 2020 an mich einräumte, so verstösst das Verhalten des Staatsanwalts Markus Hofer erneut gegen die Schweizerische Strafprozessordnung: Ich zitiere aus der E-Mail von Simon Berger an mich:

Gemäß einem Entscheid des Bundesstrafgerichts hat in einer Schlusseinvernahme zwingend die Nennung aller wesentlichen Beweismittel mit Aktenverweisen zu erfolgen (BStGer SK.2012.39 E. 4.1 f.). Das BStGer beanstandete in jenem Fall, dass in der Schlusseinvernahme bei den einzelnen Vorwürfen die Beweismittel samt Aktenhinweis nicht genannt worden seien, was gegen Art. 317 StPO verstoße. Die Ergebnisse des Vorverfahrens seien vorzulegen und die einzelnen Vorwürfe durch Aktenhinweise zu belegen. Eine Verknüpfung von Vorwurf und Beweisen sei der Sinn dieser Norm.

E-Mail des Anwalts Simon Berger an Alexander Dorin

Während dieser ‚Schlusseinvernahme hat Markus Hofer an Beweisen jedoch rein gar nichts vorgelegt, von Aktenverweisen ganz zu schweigen. Damit verstieß er zum wiederholten Mal gegen die Schweizer Strafprozessordnung und meine Menschenrechte. Wenn man die Tatsache mitberücksichtigt, dass ich während fast vier Monaten Untersuchungshaft während Verhöre praktisch durchgehend keinen Anwalt neben mir hatte, was ebenfalls einen Verstoß gegen die Schweizer Strafprozessordnung darstellt, so besitzt die Staatsanwaltschaft faktisch nichts, das sie gegen mich verwenden könnte.

Ardašir Pârse; Um was ging es dann während dieser Abschlusseinvernahme, wenn die Staatsanwaltschaft keine Beweise mit Querverweisen auf die Akten anführte?

Alexander Dorin: Um nichts. Markus Hofer stellte lauter dumme und sinnlose Fragen, die sich in Sachen Absurdität gegenseitig übertrafen. So wollte er z.B. wissen, was ich zu dem Vorwurf sage, dass ich laut Beschuldigungen der Staatsanwaltschaft von 2013 bis 2015 mit Hanf einen Gesamtumsatz von einer Million und paar hunderttausend Schweizer Franken gemacht habe, ohne auch nur im Ansatz zu erklären, wie er auf solch einen hirnrissigen Schwachsinn kommt.

Dann wollte er eine Antwort auf eine andere Beschuldigung, laut der ich gegen das Waffengesetz verstoßen habe. Der Hintergrund: Während der Erstürmung meiner Liegenschaft drang die Spezialeinheit der Basler Polizei u.a. auch in die Erdgeschosswohnung ein. Dabei will die Staatanwaltschaft ein Elektroschockgerät gefunden haben, was aber nicht beweisbar ist, da erstens niemand einen Wohnungsdurchsuchungsbefehl vorgelegt bekommen hat, während andererseits beim Eindringen in die Wohnung kein einziger Zeuge vor Ort war. Weshalb aber zog es die Staatsanwaltschaft damals vor, dass weder der Mieter noch ich während der Wohnungsdurchsuchung anwesend waren? Die Antwort können Sie sich wohl selbst geben.

Und vor allem: Weshalb bekomme ich eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, wenn bei einem Mieter in der Liegenschaft angeblich ein Elektroschockgerät gefunden wurde? Ich selbst habe ja niemals in dieser Erdgeschosswohnung gewohnt. Weshalb bekam dann der Mieter nie eine solche Anzeige?

Dann wollte Hofer wissen, was ich dazu sage, dass mich die Staatsanwaltschaft beschuldigt, Chef einer Bande gewesen zu sein, die mit Hanf gedealt habe. Und wieder konnte Hofer KEINE EINZIGE Erklärung dazu abliefern, wie er denn auf so etwas komme.  Wo sind denn die Aussagen von Zeugen, die bestätigten, Teil einer solchen Bande gewesen zu sein, deren Anführer ich gewesen sein soll? Es existiert absolut nichts dergleichen, kein Mensch hat so etwas jemals behauptet.

Das Verhör dauerte ca. eine Stunde und vierzig Minuten. Während der gesamten Zeit wurden mir nichts als solche saudummen Fragen gestellt, ohne dass mir auch nur ein einziger materieller Beweis präsentiert worden wäre. Jedoch geht das rechtswidrige Verhalten von Markus Hofer auch danach weiter. Mittlerweile wurde mir angekündigt, dass demnächst noch weitere sogenannte Konfrontationsverhöre mit diversen Personen stattfinden sollen. Das macht erneut keinen Sinn, da ich ja unlängst zur Schlusseinvernahme erschienen bin. Was für einen Sinn ergibt denn das Wort ‚Schlusseinvernahme’, wenn nach dieser Schlusseinvernahme noch weitere Einvernahmen stattfinden?  Dazu möchte ich erneut aus der E-Mal des Anwalt Simon Berger an mich zitieren:

Es ist tatsächlich eigenartig, dass die Schlusseinvernahme quasi nicht das Ende der Ermittlungen darstellt.

Was soll man noch sagen, wenn sogar ein mir aufgedrängter Pflichtverteidiger das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegenüber mir als eigenartig bezeichnet? Sogar der Anwalt Dr. Stefan Suter, der mich während meiner Inhaftierung hätte verteidigen sollen, was er jedoch nicht tat, bezeichnete damals das Vorgehen der Basler Staatsanwaltschaft in einem Interview mit der serbischen Diasporazeitung Vesti als restriktiv.  Noch deutlichere Worte fand damals der Schweizer Menschenrechts-Anwalt Edmund Schönenberger, der dem damals mit meinem Fall beauftragten Staatsanwalt Thomas Homberger vorwarf, Methoden anzuwenden, die mit Faschismus gleichzusetzen seien! Und wohlgemerkt; das sind alles Aussagen von Schweizer Anwälten. So kann nachher niemand mehr behaupten, es handle sich dabei lediglich um meine Behauptungen.

Ardašir Pârse; Dem kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen, da ich bisher mehr als genug Beweise für das illegale und kriminelle Verhalten gewisser Angestellter der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt gesehen habe. Gibt es sonst noch irgendwelche Neuigkeiten im Zusammenhang mit Ihrem Fall, über die wir bisher nicht berichteten?

Alexander Dorin: Ja, die gibt es. Mittlerweile ist eine zweisprachige Dokumentation über meinen Fall so gut wie fertiggestellt worden, die mehrere hundert Seiten Dokumente, Zeugenaussagen und Fotos enthält. Wir müssen noch einige Dokumente nachträglich einbauen, da sich in der letzten Zeit schon wieder diverse Zeugen bei uns gemeldet und Aussagen gemacht haben. So z.B. ein weiterer Zeuge, der damals in einem Café in Basel zugegen war, als ein Mann mir gegenüber eingestand, dass er von der Basler Staatsanwaltschaft unter Androhung des Landesverweises dazu genötigt wurde, mich falsch zu belasten. Davor hatte bereits eine andere Person schriftlich bestätigt, während dieses Gesprächs dabei gewesen zu sein und alles mitgehört zu haben. Der gegenüber mir und anderen Zeugen geständige Mann, gab zudem während eines Konfrontationsverhörs in Anwesenheit des Anwalts Oliver Lücke zu, dass er von der Staatsanwaltschaft unter Druck gesetzt worden sei.

Zudem meldete sich mittlerweile auch jene Person zu Wort, die im Jahr 2005 von mir notariell dazu bevollmächtigt wurde, stellvertretend für mich das von meinen Eltern geerbte Haus in Beli Potok in der Nähe von Belgrad zu verkaufen, wie auch ein Sparkonto meiner Eltern in Belgrad aufzulösen. Zahlreiche beglaubigte Dokumente belegen, dass ich damals durch den Hausverkauf und die Kontoauflösung ca. 120’000 Euro Einnahmen hatte, wofür ich zum damaligen Eurokurs ca.  190’000 Schweizer Franken erhielt. Wie Sie vielleicht noch aus den älteren Interviews wissen, so hat die Basler Staatsanwaltschaft im Jahr 2015 den Rest dieses Erlöses in der Höhe von 90’000 Franken beschlagnahmt und rückt das illegal entwendete Geld seither nicht mehr heraus, obwohl zahlreiche Dokumente die Herkunft des Geldes einwandfrei belegen.

Ardašir Pârse; Ich bedanke mich bei Ihnen erneut dafür, dass Sie uns einen Einblick in die mehr als bedenklichen Machenschaften von Teilen der Schweizer Justiz geben.

Neue Dokumente im Skandalfall Alexander Dorin vs. Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bezeugen Justizkorruption

Ardašir Pârse: Herr Dorin, in Ihrem Fall tauchen immer wieder neue brisante Fakten auf. Nun sind Sie mittlerweile in den Besitz der Unterlagen der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt im Zusammenhang mit Ihrem Fall gelangt. Was können Sie uns darüber erzählen?

Alexander Dorin: Vor einiger Zeit forderte ein Basler Anwalt von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt die Unterlagen über meinen Fall an, worauf der Anwalt relativ lange warten musste. Als dem Anwalt schliesslich anhand der Dokumente das Ausmass der Brisanz des ganzen Falles bewusst wurde, schlug er mir vor, dass wir den Fall an einen Anwalt ausserhalb des Kantons Basel-Stadt weitergeben. Laut seinen Aussagen kann es für einen Basler Anwalt ein Problem darstellen, wenn er einen Fall annimmt, der darauf schliessen lässt, dass dessen Hintergrund ziemlich brisant ist und die Staatsanwaltschaft milde ausgedrückt nicht gerade souverän dastehen lässt.

In der Zwischenzeit wurde ich durch diverse Empfehlungen auf den im Kanton Bern praktizierenden Anwalt Oliver Lücke aufmerksam, der für seine Unabhängigkeit und sein entschiedenes Vorgehen gegen gewisse dubiose Machenschaften der Schweizer Justiz bekannt ist. Aus diesen Gründen schrieb mein erster Anwalt einen Brief an die Basler Staatsanwaltschaft und machte darin darauf aufmerksam, dass er den Fall an den neuen Anwalt in Bern abgibt. Er schlug der Staatsanwaltschaft vor, dass er mir den Stick mit den Unterlagen übergibt, damit ich diesen meinem neuen Anwalt überbringen kann. Weiterlesen

Aleppo feierte nach 5 Jahren Terror wieder Weihnachten

Nachdem Aleppo von  US- und EU- unterstützten Terrorbanden durch Russland, Iran, Libanon und der syrischen Armee befreit wurde, feierte man in Aleppo endlich wieder Weihnachten.

Adam Lauks – eine DDR-jugoslawische Geschichte (2)

Dieses Bild hatte der damalige Direktor der SPIEGEL-Vertretung in der DDR Ulrich Schwarz in der Wohnung des Vaters von Adam Lauks gemacht. Er kam aus Berlin in den Schwarzwald im April 1986 um mit ihm ein Interview zu machen.

Bildquelle: Ulrich Schwarz – Dieses Bild hatte der damalige Direktor der SPIEGEL-Vertretung in der DDR,  Ulrich Schwarz, in der Wohnung des Vaters von Adam Lauks gemacht. Er  kam aus Berlin in den Schwarzwald im April 1986 um mit ihm ein Interview zu machen.

 

Teil 1

Ein Interview von und mit Ardašir Pârse und Adam Lauks

Ardašir Pârse: Herr Lauks, können Sie uns noch mehr über Ihre Verhaftung sagen?

Adam Lauks: Während der Fahrt kann ich mich nur noch an den einen Gedanken erinnern; ich habe gewusst, dass mein bisheriges Leben hier für immer zu Ende ging. Als der Wagen vor einem großen eisernen Tor hielt und sich das Tor hinter uns schloss wusste ich, dass die Zeit der Abrechnung gekommen war. Ich wusste nur nicht wofür diese Verhaftung sein musste. Eines wusste ich, dass die Zeit gekommen war um mich von dem Makel der Verdächtigung des Vertreters von „GORENJE“ Borislav Pajic, die in der Versammlung der Parteiorganisation BdKJ im JUGOBÜRO fiel, an dem Tag als man unter anderen Tagesordnungspunkten auch über zwei Anträge zur Aufnahme beraten und entschieden werden sollte, zu befreien.

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Adam Lauks – eine DDR-jugoslawische Geschichte (1)

Adam Lauks als Student in der DDR 1972/1973 kam ich aus Belgrad

Adam Lauks als Student in der DDR   –    1972/1973 kam er aus Belgrad

Ein Interview von und mit Ardašir Pârse und Adam Lauks

Ardašir Pârse: Herr Lauks, wir freuen uns sehr, Sie heute bei uns zu haben. Im Rahmen der politischen Geschichte, wollen wir uns in diesem Interview einem deutsch-deutschen Thema zuwenden. Herr Lauks, Sie sind eines der ungesühnten Folteropfer der STASI. Sie haben bereits im Jahr 1986 dem „Spiegel“, 1987 in MLADINA und im Jahr 2009 der „BILD“ ein Interview gegeben. Sie wurden am 19.05.1982 in Ost Deutschland von der STASI wegen Verstoßes gegen das Zoll- und Devisengesetz der DDR inhaftiert. Können Sie uns erläutern, weshalb genau Sie inhaftiert wurden?

Adam Lauks: Ich war von April bis 17. November 1981 an einer Wirtschaftsdiversion von einem ungeahntem Ausmaß beteiligt, die der STASI und somit der DDR einen errechneten Wirtschaftsschaden von weit über 1,5 Mrd. M DDR angerichtet hatte.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (6)

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5. Teil

Der weite Weg zur Wahrheit

Der Shah hatte nie die volle Wahrheit erfahren. Was er David Frost in dem Interview im 2. Teil dieser Artikelreihe über einen Polizeioffizier sagte, „[…] der so wütend wird, wegen des Verhaltens des Kerls der inhaftiert wurde, dass er den Kopf verliert und den Kerl schlägt oder einen Stuhl auf seinem Kopf zertrümmert“ war nicht etwas, das er nur aus amerikanischen Filmen kannte; er wusste, dass das Teil einer Realität in seinem eigenen Land war. Wie auch immer, der SAVAK und Folter gehören in eine andere Kategorie. Folter impliziert die absichtliche, geheime Zufügung von Schmerzen oder psychologischer Repression um Informationen zu erhalten, wogegen Brutalität der Polizei eher eine spontane Reaktion der Wut oder des Missbrauches von Macht darstellt und mit Folter im eigentlichen Sinn nichts zu tun hat. In jedem Fall beeinflusst die vorherrschende Sicherheitskultur das Ausmaß der Wut, abhängig von den Werten und der Moral, die die Kultur enthält und ausdrückt. Es kann sein, dass SAVAKs Krieg gegen radikale Linke oder extremistische muslimische Revolutionäre zu einem persönlichen Krieg mutierte und sie zum Foltern nach dem Kubark Handbuch der CIA und zum Töten verleitete.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (5)

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4. Teil

Die Bedrohung

Fadaiyan Khalq

Fadaiyan Khalq

In den späten 1960iger und 1970iger Jahren waren die meist aktiven und repräsentativen Vertreter des bewaffneten Kampfes innerhalb iranischer Grenzen die Mojahedin Khalq und die Fadaiyan Khalq, zwei revolutionäre Organisationen, die signifikant SAVAKS strategische und taktische Evolution beeinflussten. Die Mojahedin waren besonders effektiv, wegen ihrer Anstrengungen eine theoretische Verbindung zwischen dem Marxismus und dem Islam herzustellen. Beide Organisationen waren Verfechter des bewaffneten Kampfes, geheimer Aktionen und des Terrorismus. Die Theorie des Guerillakampfes der Fadaiyan Khalq basierte auf zwei grundlegende Dinge: „Die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes inklusive der Ablehnung der Theorie des Überlebens und der bewaffnete Kampf als Strategie und Taktik.“ schrieben Amir Parviz Puyan und Masoud Ahmadzadeh. Diese beiden Führer argumentierten, dass die Linke durch die Fehler der Tudeh Partei und der wachsenden Kraft des Regimes dezimiert worden sei und deshalb nicht länger in den Genuss der Anerkennung der Massen kam. Deshalb habe es keine Möglichkeit mehr gegeben, eine Massenbewegung mit gewöhnlichen Mitteln zu organisieren. Nur durch das Schaffen von Opfern könne die Linke die Anerkennung erzielen, die sie brauche um den Respekt der Massen zu gewinnen. Sie glaubten, dass es notwendig war den Massen zu zeigen, dass das Regime des Shahs verwundbar war. Um das zu erzielen mussten die Revolutionäre lernen, sich zwischen den Massen wie ein Fisch im Wasser zu bewegen. So würde der bewaffnete Kampf das Regime des Shahs zu energischen und gewaltvollen Reaktionen gegen Teile der Bevölkerung provozieren um den Terroristen zu entgegnen. So würde das Regime des Shahs auch zum besten Promotor der revolutionären Sache werden und das würde für die Linke das erzielen, wozu die Linke durch ihre Inhalte selbst nicht in der Lage war.

Dementsprechend raubten die Fadaiyan Khalq Banken aus, attackierten die Polizei und Polizeistationen und verübten Attentate auf Sicherheitsbeamte. Aber das maoistische Gleichnis des Fisches im Wasser wurde nie verwirklicht. In Siahkal, einer gebirgigen Gegend am Kaspischen Meer in der Provinz Mazandaran, in der sie verschiedene Gendarmerie Außenposten angriffen, wurden sie enttarnt und mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung überwältigt. Sie argumentierten später, dass der Gedanke der hinter ihren Untaten stand, nie der war, militärisch zu gewinnen sondern die Verwundbarkeit des Regimes des Shahs aufzuzeigen. In Wahrheit aber hatten sie weniger bewiesen, dass der iranische Staat verwundbar war, sondern sie hatten eher den Wert des Opfers als Prestigeprinzip bewiesen. Ihre Niederlage bei Siahkal gegen die Sicherheitsbeamten des iranischen Staates, machte aus ihnen romantische Helden in Teilen der Jugend in Iran und Außerhalb. Dennoch hat bis 1976 die Fadaiyan Khalq Organisation in Iran praktisch aufgehört zu existieren.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (4)

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3. Teil

Die studentischen Führer – Kurosh Lashai

Kourosh Lashai, Headstone of Kourosh Lashai (1938 - 2002), memorial, ...

Kourosh Lashai, Headstone of Kourosh Lashai (1938 – 2002), memorial, …

Kurosh Lashai stammte aus einer Familie, die für die Regierung unter dem Shah arbeitete und er hatte keine besondere Abneigung gegen das Shahregime. Sein Vater war Innenminister gewesen und in den 1940iger und frühen 1950iger Jahren hatte sein Vater Gouverneursposten in mittelgroßen Verwaltungsdistrikten inne. Während Lashais Zeit im Gymnasium war er sowohl für Mossadeq als auch für den Shah und nach dem Fall Mossadeqs war er nur noch für Mossadeq gewesen. Als er Ende 1950 in Deutschland Medizin studierte, driftete er politisch nach links ab und begeisterte sich in den frühen 1960iger Jahren für Parviz Nikkhah. Als Nikkhah die neue revolutionäre Organisation der Tudeh Partei auf der Basis maoistischer Ideologie gründete, trat er der Organisation bei. Er wurde zu einer der Führer der Bewegung und erhielt bei verschiedenen Gelegenheiten ideologische und praktische Ausbildung in China, ging in den Iran um die Kurden für sich zu gewinnen und ging zurück nach Europa und wieder in den Iran, wo er im Herbst 1972 enttarnt und verhaftet wurde.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (3)

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2. Teil

Der weltpolitische Rahmen der 1960iger Jahre

Der SAVAK wurde etabliert, als die kommunistische Tudeh Partei als politische Kraft verschwand. Gegen Ende der 1950iger Jahre erreichte die kommunistische Bewegung in Iran ihren Tiefpunkt. Die 1960iger Jahre entfachten die Hoffnung der Linken, als ein Zusammenschluss mit den Nationalisten für eine Zeitlang erzielt wurde. Kennedys Präsidentschaft in den USA weckte Mossadeqs alte Gefolgschaft, während Fidel Castros Sieg in Cuba, von Che Guevara romantisiert, die iranische Jugend inspirierte. Das Ergebnis war eine zweite Nationale Front, aber sie verlor mehr und mehr an Kraft. 1962, in der Schweinebucht, Kennedys Konfrontation mit Khrushchev in Wien und die kubanische Krise, sie hatten den Enthusiasmus der US-Administration auf eine sog. neue Demokratie gedämpft. Die Weiße Revolution des Shahs im Jahr 1963 und Khomeinis Fähigkeit, effektiv Krieg in die Straßen Irans zu bringen, brachte die zweite Nationale Front als aktive politische Kraft in Iran fast an ihr Ende – aber nicht im Ausland.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (2)

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1. Teil

Das Kubark Handbuch

Das Kubark Handbuch, ein aus dem Jahr 1953 stammendes CIA-Handbuch über Verhörmethoden, dokumentiert eine Fülle von Foltermethoden und anderer Repressalien die einen Gefangenen zum Sprechen bewegen. Mark Bowden schrieb im Jahr 2003 im Atlantic Monthly über dieses Handbuch, “es bleibt das umfassendste und detaillierteste Werk in Wort und Schrift über Verhörmethoden, es zwingt zur offiziellen Zurückhaltung diese Dinge zu erörtern oder sie niederzuschreiben, denn solche Dinge sind zweierlei: politisch peinlich und geheim.“

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (1)

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Einleitung

Die Idee einen Geheimdienst in Iran zu etablieren entstand in Gesprächen mit den USA, Israel und Großbritannien, ein Jahr nach dem Fall Mossadeqs. Bereits unter Mossadeq wurde eine politische Polizei ins Leben gerufen. Es dauerte jedoch noch Jahre bis die Idee eines echten Nachrichtendienstes umgesetzt und schließlich Gesetz wurde. Ursprünglich waren die Amerikaner, die in Iran stationiert waren nicht in diese Pläne involviert. Erst später wurde Oberst Giroux von den USA zugeteilt, beim Aufbau einer solchen Organisation behilflich zu sein.

Amerikanische und britische Geheimdienstoperationen waren in inländische- und ausländische eingeteilt – das FBI und die CIA in den USA und das MI5 und MI6 in Großbritannien. Die neue iranische Organisation sollte sich ursprünglich dem türkischen Modell bedienen, in dem beide Funktionen in einer Institution umfassend zusammenliefen. Im ursprünglichen Konzept der vorgeschlagenen Organisation, war nur das Sammeln, Austauschen und Sichten von Informationen vorgesehen, die als wichtig für die nationale und internationale Sicherheit erachtet wurden um sie sich für militärische und zivile Institutionen zur Umsetzung anzueignen.

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Chemtrails, jetzt sind sie offiziell

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Vor Kurzem noch wurde es als Thema für Verschwörungstheoretiker abgetan. Nun aber ist es offiziell, der NDR u.a. berichten im nachfolgenden Video darüber, wie wir systematisch und vorsätzlich vergiftet werden: Weiterlesen

Politikum – Basler Staatsanwaltschaft zerstört rechtswidrig Alexander Dorins Lebensgrundlage

 

Ein Video, in dem u.a. der ehemalige französische Geheimdienstlmitarbeiter Jugoslav ‚Dominique‘ Petrusic zu sehen ist. Petrusic erklärt in dem Video im bosnischen Fernsehen vor einem Milionen-Publikum, dass die Basler Staatsanwaltschaft Alexander Dorin ausschliesslich deswegen verhaftet hat, weil er mit ihm zusammengearbeitet und brisante Dokumente betreffend der Jugoslawienkriege entgegengenommen habe. Petrusic und Alexander Dorin wurden von der Basler Staatanwaltschaft während Monaten beschattet und abgehört.

Ein Interview von und mit Alexander Dorin und Ardašir Pârse:

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Irans erster Animationsfilm auf dem Filmfestival in Cannes

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Ein Projekt des iranischen Studios Hoorakhsh im Bereich der Animationskunst mit dem Namen „The last fiction“. Dieser gezeichnete Animationsfilm aus der iranischen Mythologie im Stil von Myazaki (Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland) thematisiert den Untergang des Pishdadiden-Königs Jamshid, die Machtergreifung des arabischstämmigen Ahriman-Königs Zahak aus dessen Schultern zwei Schlangen wuchsen und dessen Untergang durch den jungen Fereydoon und Kaveh dem Schmid im Kontext des Shahname.

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Brexit: Brüssel ist sprachlos und die Zukunft der EU ungewiss

Bildquelle: neogaf.com

Bildquelle: neogaf.com

Bruxelles – Gestern Morgen, nachdem die Ergebnisse des britischen Referendums öffentlich wurden, die Europäische Union zu verlassen, wurden vom Sender Euronews Luftbilder von London ohne Ton gezeigt – ein gespenstisches Szenario. Das entsprach genau jenem Gefühl am Schuman-Platz in Brüssel, dem Zentrum der Europapolitik, wo sich die wichtigsten Institutionen der EU befinden: Schock, Sprach- und Ratlosigkeit.

Der Brexit zeigt nun das Scheitern der Europapolitik, eine gemeinsame europäische Identität zu kreieren. Europa versinkt im Nationalismus, andere EU Staaten werden dem Beispiel Großbritanniens bald folgen und das zeigt auch das Scheitern der US-Politik einen Kontinent für ihre Interessen zu beherrschen, der die militärischen Aufgaben zur US-Herrschaft auf dem eurasischen Kontinent übernehmen sollte. Der Brexit ist die initiale Stimme Europas gegen die Globalisierung der Welt, den die Briten mit viel Mut wagten.

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