Tod von Kyros dem Großen

Kyros der GroßeVon Bahrâm

Vorheriger Artikel: Der Fall Babylons

Gleich wie die Geburt des Perserkönigs war auch dessen Tod unter den Persern von vielerlei Sagen umwoben, so dass es auch hier schwer fällt, den wahren historischen Kern herauszufischen. Von den antiken Geschichtsschreibern sind unterschiedliche Versionen von Kyros Ende überliefert, wobei die meisten darin übereinstimmen, dass ihn der Tod im fernen Osten seines Reiches ereilte.

Ktesias von Knidos, der seiner eigenen Auskunft nach Quellen aus erster Hand besaß, konnte berichten, dass Kyros in einer Schlacht gegen das zentralasiatische Volk der Derbiker durch eine indische Lanze verwundet wurde und infolge dessen verstarb; der babylonische Chronist Beressos, dessen Ausführungen in der Regel glaubwürdiger sind als die seiner griechischen Kollegen, schreibt dagegen, dass der Perserkönig in der Ebene von Daas durch die Hand der Dahae 1 seinen Tod fand. Unser bekannter Gewährsmann Herodot, der selbst zugab, dass in der Persis verschiedene Legenden über das Ende des Perserkönigs im Umlauf waren , erzählt, dass Kyros in einem Feldzug gegen die Massageten 2 jenseits des Jaxartes fiel. Xenophon berichtet dagegen in seinem politischen Erziehungsroman Kyropädie in Abweichung dessen, dass Kyros im hohen Alter auf einem Totenbett friedlich gleich eines griechischen Philosophen in den ewigen Schlaf versank. Weiterlesen

Unterwerfung Kleinasiens und Ostirans

Angriff eines persischen Heeres

Angriff eines persischen Heeres

Von Bahrâm
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Teil I: Der lydische Aufstand

Der Adelige Paktyes hielt die großzügige Geste des Kyros an die lydische Aristokratie für Schwäche und ergriff deshalb in seiner Abwesenheit die Gelegenheit und fiel offen von ihm ab.

Der durchtriebene Paktyes nutzte dabei seine Stellung als Schatzmeister aus, um die gerade von den Persern unterworfenen Lyder zum Abfall von Tabalos und Kyros zu bereden; das Gold und das Silber, das er im Rahmen seiner Tätigkeit eigentlich hätte abziehen sollen, verwand er in diesem Sinne um die Lyder und die Ionier an der kleinasiatischen Westküste gegen die Perser aufzustacheln. Mit einer eilig zusammengestellten Streitmacht aus ionischen Kriegern und dem Rest des lydischen Heeres zog Paktyes unter den jubelnden Zurufen der Lyder gen Sardes und belagerte den dortigen Statthalter Tabalos, welcher sich wie einst Kroisos in der Hochburg von Sardes verschanzen musste. Weiterlesen

Die Persische Revolte

Kyros der Große

Kyros der Große

Von Bahrâm

Teil I: Dämmerung

Als der Aufstand der Perser sich wie eine Flamme verbreitete und dank den tatkräftigen Bemühungen von Kyros im Jahre 553 v.Chr. die gesamte Persis erfasst hatte, erreichten in Windeseile die Nachrichten vom Abfall der Perser die medische Königsstadt Ekbatana. Astyages, als er von den Umtrieben des Kyros erfuhr, wurde außer sich vor Zorn, da er den falschen Rat der Hofmagier beherzigend, jenen vor mehreren Jahren sorglos in die Persis entlassen hatte.

Anstatt jedoch umgehend eine Armee in die persischen Stammlande zu entsenden, um den Aufstand so schnell wie möglich zu ersticken, gedachte Astyages stadtdessen mit eine Schar von dreihundert berittenen Kriegern den Kyros allein auf schnellstem Wege zu beseitigen. Er hielt dies für ratsamer, denn er dachte sich, dass ohne ihren geliebten Anführer der Widerstand der Perser schnell zusammenbrechen würde und ein Eingreifen der medischen Armee nicht mehr nötig sei.

Astyages schickte in diesem Sinne dreihundert ausgewählte medische Reiter in die Persis mit dem Befehle: Weiterlesen

Die letzte Kaiserin – Farah Diba-Pahlavi

Kaiserin – Farah Diba-Pahlavi

Kaiserin – Farah Diba-Pahlavi

Bevor sie Iran verlassen musste, war das Leben der Farah Diba ein Traum. Nun schaut die ehemalige Kaiserin Irans mit betrübtem Blick auf ihr Land und hält sich auch mit Kritik nicht zurück. Ein Treffen in Paris. Weiterlesen

Die Kyros-Sage des Herodot (2)

Kyros der Große

Kyros der Große

Von Bahrâm

Vorheriger Artikel: Teil 1

In den folgenden zehn Jahren wuchs der junge Kyros unter der liebevollen Obhut seines Ziehmutter Kyno zu einem stattlichen, jungen Knaben heran. Als Sohn eines Rinderhirten arbeitete er dabei schon recht früh auf den weiten Viehweideplätzen, welche dem Mithradates gehörten. Die wahre Identität des jungen Burschen war in dieser Zeit gegenüber Fremden nicht offenbart worden, denn seine Zieheltern hüteten das Geheimnis streng und vermieden so oft wie es ging den Umgang mit den anderen Medern. Doch eines schicksalsträchtigen Tages begab es sich, dass das Geheimnis des jungen Kyros aufflog. Weiterlesen

Die Kyros-Sage des Herodot (1)

Kyros der Große

Kyros der Große

Von: Bahrâm

Am Mittwoch dieses Jahres, dem 29. Oktober (7. Ābān), wurde an die großartige Persönlichkeit Kyros dem Großen gedacht, der schon in der Antike zu einer Legende verklärt worden war. Kyros erstaunliche Leistungen konnten niemanden damals verborgen blieben, denn er hatte nicht nur mittels seines militärischen wie gleichermaßen politischen Geschickes in zwanzig Jahren drei große Reiche gestürzt und das erste bekannte Weltreich der Geschichte errichtet, sondern auch in bewusster Abgrenzung zu früheren Königen die religiösen Überzeugungen seiner fremden Untertanen, solange diese nicht die persische Herrschaft anfochten, nicht angetastet. Selbst als er den Persern die Herrschaft über die alte Welt schenkte, blieb er seinen Wurzeln immer treu, weshalb er von den Persern liebevoll als Vater bezeichnet wurde. Seiner charismatischen Aura konnten selbst die Griechen sich nicht entziehen, obwohl diese aufgrund der Machtpolitik der Achämeniden mit denselben oft auf Kriegsfuß standen. Wie kann man sonst erklären, dass Xenophon Kyros in seiner Kyroupaideia-Schrift seinen griechischen Lesern als Ideal eines politischen Herrschers darstellt und über ihn sagte: Weiterlesen

Ayādgār-ī Zarērān

Abb.1: Der heldenhafte Spandyād, der Sohn des Wištāsp Šāh

Abb.1: Der heldenhafte Spandyād, der Sohn des Wištāsp Šāh

Von: Bahrâm

Das mittelpersische Werk Ayādgār-ī Zarērān – („Erinnerungen an Zarēr“) ist die sasanidische Nachbearbeitung eines parthischen Epos über die religiösen Kriege zwischen dem Königreich des Wištāsp Šāh und dem Reich des Arĵāsp, dem Herrn der Xyons. Die Grundlage der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Fraktionen wird dabei durch den Übertritt des Wištāsp Šāh und seines Hofstaates zur mazdayasnischen Religion gebildet. Arĵāsp, der Herr der Xyons, ein den Iranern verwandtes Volk, akzeptiert die neue, durch Zardušt offenbarte Religion nicht, denn er hält an dem vorzarathustrischen, iranischen Paganismus fest und legt in einem Brief dem Wištāsp Šāh nahe, die mazdayasnische Religion zu verwerfen, um wieder gemeinsam den alten Glauben zu praktizieren; andernfalls würde Arĵāsp die iranischen Gegenden mit seiner Armee angreifen und großflächige Zerstörung bringen. Wištāsp Šāh weigert sich standhaft und so kommt es zu einem unvermeidlichen Zusammenprall der verfeindeten Armeen. Bezüglich des Schreibstils beschrieb die verstorbene Iranistin Mary Boyce das Ayādgār-ī Zarērān als ein Werk, „welches den Konventionen der heroischer Epik folgt, die durch viele Hyperbeln, fixen Epithetons und einer reichen Fülle an Vergleichen und formalen Repetitionen gekennzeichnet ist.“ (BOYCE M., 2012) Weiterlesen