Adam Lauks – eine DDR-jugoslawische Geschichte (2)

Dieses Bild hatte der damalige Direktor der SPIEGEL-Vertretung in der DDR Ulrich Schwarz in der Wohnung des Vaters von Adam Lauks gemacht. Er kam aus Berlin in den Schwarzwald im April 1986 um mit ihm ein Interview zu machen.

Dieses Bild hatte der damalige Direktor der SPIEGEL-Vertretung in der DDR Ulrich Schwarz in der Wohnung des Vaters von Adam Lauks gemacht. Er kam aus Berlin in den Schwarzwald im April 1986 um mit ihm ein Interview zu machen.

Teil 1

Ein Interview von und mit Ardašir Pârse und Adam Lauks

Ardašir Pârse: Herr Lauks, können Sie uns noch mehr über Ihre Verhaftung sagen?

Adam Lauks: Während der Fahrt kann ich mich nur noch an den einen Gedanken erinnern; ich habe gewusst, dass mein bisheriges Leben hier für immer zu Ende ging. Als der Wagen vor einem großen eisernen Tor hielt und sich das Tor hinter uns schloss wusste ich, dass die Zeit der Abrechnung gekommen war. Ich wusste nur nicht wofür diese Verhaftung sein musste. Eines wusste ich, dass die Zeit gekommen war um mich von dem Makel der Verdächtigung des Vertreters von „GORENJE“ Borislav Pajic, die in der Versammlung der Parteiorganisation BdKJ im JUGOBÜRO fiel, an dem Tag als man unter anderen Tagesordnungspunkten auch über zwei Anträge zur Aufnahme beraten und entschieden werden sollte, zu befreien.

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Adam Lauks – eine DDR-jugoslawische Geschichte (1)

Adam Lauks als Student in der DDR 1972/1973 kam ich aus Belgrad

Adam Lauks als Student in der DDR   –    1972/1973 kam er aus Belgrad

Ein Interview von und mit Ardašir Pârse und Adam Lauks

Ardašir Pârse: Herr Lauks, wir freuen uns sehr, Sie heute bei uns zu haben. Im Rahmen der politischen Geschichte, wollen wir uns in diesem Interview einem deutsch-deutschen Thema zuwenden. Herr Lauks, Sie sind eines der ungesühnten Folteropfer der STASI. Sie haben bereits im Jahr 1986 dem „Spiegel“, 1987 in MLADINA und im Jahr 2009 der „BILD“ ein Interview gegeben. Sie wurden am 19.05.1982 in Ost Deutschland von der STASI wegen Verstoßes gegen das Zoll- und Devisengesetz der DDR inhaftiert. Können Sie uns erläutern, weshalb genau Sie inhaftiert wurden?

Adam Lauks: Ich war von April bis 17. November 1981 an einer Wirtschaftsdiversion von einem ungeahntem Ausmaß beteiligt, die der STASI und somit der DDR einen errechneten Wirtschaftsschaden von weit über 1,5 Mrd. M DDR angerichtet hatte.

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God Bless America – Donald Trump 4 Better Days –

So sehen Sieger aus Bildquelle REUTERS

So sehen Sieger aus
Bildquelle REUTERS

Zum Ausgang der US-Wahl

Washington – Amerika hat den Frieden gewählt. Man kann doch noch Hoffnung haben. Nächstes Jahr werden in Deutschland die Staatsfeinde CDU, CSU, FDP, SPD und die Grünen gestürzt werden, denn weder Deutschland noch die Menschen in der Welt wollen eine Eine-Welt-Kultur und sie wollen keine Politik für Lobbyisten, sondern Politik für das Volk. Auch die Europäer wollen ihre Kultur und ihr Nationalbewusstsein erhalten und keine Sklaven von einzelnen Grosskonzernen und Börsen werden. Auch in Europa will man wieder auf die Strasse gehen können ohne vergewaltigt oder ausgeraubt zu werden.

Viel Glück Donald Trump im Amt.

Die P & P Redaktion

SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (6)

savak

5. Teil

Der weite Weg zur Wahrheit

Der Shah hatte nie die volle Wahrheit erfahren. Was er David Frost in dem Interview im 2. Teil dieser Artikelreihe über einen Polizeioffizier sagte, „[…] der so wütend wird, wegen des Verhaltens des Kerls der inhaftiert wurde, dass er den Kopf verliert und den Kerl schlägt oder einen Stuhl auf seinem Kopf zertrümmert“ war nicht etwas, das er nur aus amerikanischen Filmen kannte; er wusste, dass das Teil einer Realität in seinem eigenen Land war. Wie auch immer, der SAVAK und Folter gehören in eine andere Kategorie. Folter impliziert die absichtliche, geheime Zufügung von Schmerzen oder psychologischer Repression um Informationen zu erhalten, wogegen Brutalität der Polizei eher eine spontane Reaktion der Wut oder des Missbrauches von Macht darstellt und mit Folter im eigentlichen Sinn nichts zu tun hat. In jedem Fall beeinflusst die vorherrschende Sicherheitskultur das Ausmaß der Wut, abhängig von den Werten und der Moral, die die Kultur enthält und ausdrückt. Es kann sein, dass SAVAKs Krieg gegen radikale Linke oder extremistische muslimische Revolutionäre zu einem persönlichen Krieg mutierte und sie zum Foltern nach dem Kubark Handbuch der CIA und zum Töten verleitete.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (5)

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4. Teil

Die Bedrohung

Fadaiyan Khalq

Fadaiyan Khalq

In den späten 1960iger und 1970iger Jahren waren die meist aktiven und repräsentativen Vertreter des bewaffneten Kampfes innerhalb iranischer Grenzen die Mojahedin Khalq und die Fadaiyan Khalq, zwei revolutionäre Organisationen, die signifikant SAVAKS strategische und taktische Evolution beeinflussten. Die Mojahedin waren besonders effektiv, wegen ihrer Anstrengungen eine theoretische Verbindung zwischen dem Marxismus und dem Islam herzustellen. Beide Organisationen waren Verfechter des bewaffneten Kampfes, geheimer Aktionen und des Terrorismus. Die Theorie des Guerillakampfes der Fadaiyan Khalq basierte auf zwei grundlegende Dinge: „Die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes inklusive der Ablehnung der Theorie des Überlebens und der bewaffnete Kampf als Strategie und Taktik.“ schrieben Amir Parviz Puyan und Masoud Ahmadzadeh. Diese beiden Führer argumentierten, dass die Linke durch die Fehler der Tudeh Partei und der wachsenden Kraft des Regimes dezimiert worden sei und deshalb nicht länger in den Genuss der Anerkennung der Massen kam. Deshalb habe es keine Möglichkeit mehr gegeben, eine Massenbewegung mit gewöhnlichen Mitteln zu organisieren. Nur durch das Schaffen von Opfern könne die Linke die Anerkennung erzielen, die sie brauche um den Respekt der Massen zu gewinnen. Sie glaubten, dass es notwendig war den Massen zu zeigen, dass das Regime des Shahs verwundbar war. Um das zu erzielen mussten die Revolutionäre lernen, sich zwischen den Massen wie ein Fisch im Wasser zu bewegen. So würde der bewaffnete Kampf das Regime des Shahs zu energischen und gewaltvollen Reaktionen gegen Teile der Bevölkerung provozieren um den Terroristen zu entgegnen. So würde das Regime des Shahs auch zum besten Promotor der revolutionären Sache werden und das würde für die Linke das erzielen, wozu die Linke durch ihre Inhalte selbst nicht in der Lage war.

Dementsprechend raubten die Fadaiyan Khalq Banken aus, attackierten die Polizei und Polizeistationen und verübten Attentate auf Sicherheitsbeamte. Aber das maoistische Gleichnis des Fisches im Wasser wurde nie verwirklicht. In Siahkal, einer gebirgigen Gegend am Kaspischen Meer in der Provinz Mazandaran, in der sie verschiedene Gendarmerie Außenposten angriffen, wurden sie enttarnt und mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung überwältigt. Sie argumentierten später, dass der Gedanke der hinter ihren Untaten stand, nie der war, militärisch zu gewinnen sondern die Verwundbarkeit des Regimes des Shahs aufzuzeigen. In Wahrheit aber hatten sie weniger bewiesen, dass der iranische Staat verwundbar war, sondern sie hatten eher den Wert des Opfers als Prestigeprinzip bewiesen. Ihre Niederlage bei Siahkal gegen die Sicherheitsbeamten des iranischen Staates, machte aus ihnen romantische Helden in Teilen der Jugend in Iran und Außerhalb. Dennoch hat bis 1976 die Fadaiyan Khalq Organisation in Iran praktisch aufgehört zu existieren.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (4)

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3. Teil

Die studentischen Führer – Kurosh Lashai

Kourosh Lashai, Headstone of Kourosh Lashai (1938 - 2002), memorial, ...

Kourosh Lashai, Headstone of Kourosh Lashai (1938 – 2002), memorial, …

Kurosh Lashai stammte aus einer Familie, die für die Regierung unter dem Shah arbeitete und er hatte keine besondere Abneigung gegen das Shahregime. Sein Vater war Innenminister gewesen und in den 1940iger und frühen 1950iger Jahren hatte sein Vater Gouverneursposten in mittelgroßen Verwaltungsdistrikten inne. Während Lashais Zeit im Gymnasium war er sowohl für Mossadeq als auch für den Shah und nach dem Fall Mossadeqs war er nur noch für Mossadeq gewesen. Als er Ende 1950 in Deutschland Medizin studierte, driftete er politisch nach links ab und begeisterte sich in den frühen 1960iger Jahren für Parviz Nikkhah. Als Nikkhah die neue revolutionäre Organisation der Tudeh Partei auf der Basis maoistischer Ideologie gründete, trat er der Organisation bei. Er wurde zu einer der Führer der Bewegung und erhielt bei verschiedenen Gelegenheiten ideologische und praktische Ausbildung in China, ging in den Iran um die Kurden für sich zu gewinnen und ging zurück nach Europa und wieder in den Iran, wo er im Herbst 1972 enttarnt und verhaftet wurde.

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SAVAK سازمان اطلاعات و امنیت کشور – Irans Geheimdienst unter dem Shah (3)

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2. Teil

Der weltpolitische Rahmen der 1960iger Jahre

Der SAVAK wurde etabliert, als die kommunistische Tudeh Partei als politische Kraft verschwand. Gegen Ende der 1950iger Jahre erreichte die kommunistische Bewegung in Iran ihren Tiefpunkt. Die 1960iger Jahre entfachten die Hoffnung der Linken, als ein Zusammenschluss mit den Nationalisten für eine Zeitlang erzielt wurde. Kennedys Präsidentschaft in den USA weckte Mossadeqs alte Gefolgschaft, während Fidel Castros Sieg in Cuba, von Che Guevara romantisiert, die iranische Jugend inspirierte. Das Ergebnis war eine zweite Nationale Front, aber sie verlor mehr und mehr an Kraft. 1962, in der Schweinebucht, Kennedys Konfrontation mit Khrushchev in Wien und die kubanische Krise, sie hatten den Enthusiasmus der US-Administration auf eine sog. neue Demokratie gedämpft. Die Weiße Revolution des Shahs im Jahr 1963 und Khomeinis Fähigkeit, effektiv Krieg in die Straßen Irans zu bringen, brachte die zweite Nationale Front als aktive politische Kraft in Iran fast an ihr Ende – aber nicht im Ausland.

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