Mossad-Chef: „Nicht Iran, sondern der Palästina – Konflikt ist die größte Bedrohung für die Sicherheit Israels“

 

Foto: Reuters Mossadchef Tamir Pardo und Shin Bet Kopf Yoram Cohen.  Tamir Pardo, Chef des israelischen Geheimdienst Mossad, sitzt neben Yoram Cohen, der Chef der israelischen Shin Bet, der interne Sicherheitsdienst.

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Mossadchef Tamir Pardo und Shin Bet Kopf Yoram Cohen.
Tamir Pardo, Chef des israelischen Geheimdienst Mossad, sitzt neben Yoram Cohen, der Chef der israelischen Shin Bet, der interne Sicherheitsdienst.

Tel Aviv – Da alles darauf hindeutet, dass das iranische Atomprogramm keine existenzielle Bedrohung ist, sagt Tamir Pardo, würde er nicht empfehlen Israelis aufzuhetzen, um einen ausländischen Pass zu erhalten.

„Die größte Bedrohung für die Sicherheit Israels ist der Konflikt mit den Palästinensern und nicht das Atomprogramm des Iran“, sagte der Mossad-Chef Tamir Pardo am vergangenen Donnerstag bei einem Treffen in einem Privathaus, in dem 30 namhafte Geschäftsleute eingeladen waren.

Laut einer während des 90-minütigen Vortrages anwesenden Person, die anonym bleiben wollte, behandelte Pardo darin weitgehend die organisatorischen Veränderungen, die er beim Mossad gemacht hatte, sowie die Management-Politik der Spionage-Abteilung. Aber während der Frage-und-Antwort-Runde, baten die Teilnehmer ihn darum, die größten Bedrohungen für Israel zu beurteilen und zu benennen.

Pardo sagte, dass die größte Bedrohung für Israel der Konflikt mit den Palästinensern sei. Als einige der Teilnehmer ihn baten, das zu wiederholen, was er sagte, antwortete er: Ja, die größte Bedrohung ist die Palästina-Frage.“

Jemand fragte, ob die iranische nukleare Bedrohung die zweitgrößte Bedrohung sei. Pardo überraschte sein Publikum mit den Worten: Iran könnte in der Zukunft eine Atomwaffe produzieren oder kaufen, aber er würde nicht empfehlen Israelis aufhetzend zu raten, einen ausländischen Pass anzunehmen.“

Pardos Worte teilten nicht die Dringlichkeit in den Reden von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezüglich Teherans Atomprogramm. Es war klar geworden, dass Pardo dieses Problem nicht als eine erhebliche Bedrohung, geschweige denn als eine existentielle Bedrohung sieht. Pardo zählte die Bedrohungen, denen Israel ausgesetzt ist, auf, einschließlich der Übernahme von Teilen des Irak durch die islamische Organisation ISIS und ihre Gefahren für das benachbarte Jordanien unter König Abdullah.

Das ist ein beunruhigendes Problem für Israel“, sagte Pardo. Diese Organisation wird präsent bleiben. Sie umklammern die Öffentlichkeit, wie die israelisch ultra-orthodoxe Partei Shas es tut, mit einem Wohlfahrts- und Bildungssystem. Sie bekennen sich zum Mord, um ihrer selbst willen. Die Hamas ist im Vergleich dazu, eine relativ harmlose Organisation“, fuhr er fort.

Pardo glaubt, dass die jordanische Armee  einen Angriff aus Richtung Irak leicht händeln könnte, aber das Problem geht viel tiefer. Die Kombination von einem Angriff durch die ISIS aus dem Osten und der Anwesenheit von mehr als einer Million Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien könnte ernsthaft die Stabilität des Haschemitischen Königreichs Jordanien untergraben.

Pardos-Kommentare zum Iran sind deckungsgleich mit den Aussagen seines Vorgängers Meir Dagan und dem ehemaligen Leiter des Shin Bet-Sicherheitsdienstes, Yuval Diskin. In zahlreichen Vorträgen in den letzten Jahren, haben die beiden Männer, die Dringlichkeit einer Einigung mit den Palästinensern betont. Sie waren einem israelischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen gegenüber immer abgeneigt.

Schon im Dezember 2011, erklärte Pardo auf einer Versammlung vor 100 israelischen Botschaftern, dass er nicht glaube, dass das Atomprogramm des Iran eine existentielle Bedrohung für Israel sei. „Was bedeutet eine existenzielle Bedrohung“, fragte er, „Ist Iran eine Bedrohung für Israel? Offensichtlich ist er es. Aber wenn man sagt, dass eine iranische Atombombe die Existenz Israels bedroht, können wir unsere Geschäfte gleich schließen und anderswo hingehen. Dies ist nicht der Fall – mit dem Begriff der „existenziellen Bedrohung“ wird zu locker hantiert.“

Das Büro des Ministerpräsidenten, unter dessen Ägide der Mossad arbeitet, sagte in Reaktion darauf: Der Kopf des Mossad deckt drei Sicherheitsbedrohungen, die Israel gefährden ab – Irans Bestreben nach Kernwaffen, der palästinensische Konflikt und den globalen Jihad.“ Auf die Frage eines nuklearen Iran hin, sagte der Mossad-Chef: „…, dass Israel alles tun wird, um Iran am Erwerb der Fähigkeit, Atomwaffen zu produzieren, zu hindern.“

Quelle: Haaretz, Israel

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4 Gedanken zu „Mossad-Chef: „Nicht Iran, sondern der Palästina – Konflikt ist die größte Bedrohung für die Sicherheit Israels“

  1. Tangsir ist leider wieder aktiv… tja, totgesagte leben länger!

    Seine Beitrage sind nach wie vor einfach nur manipulativer, hasserfueller Mist mit einem pubertären Hauch von Pathos. In seinem Blog befinden sich meist eine Schar treuer Diener, die gemeinsam mit ihm Hass verspruehen.

  2. Pingback: Benjamin Netanjahu: Er wollte Krieg mit Iran, und bekam ihn in Gaza | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه

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