Ein Interview mit Alexander Dorin zum Thema: Die Srebrenica-Lüge (9)

 

Bildquelle: sense-agency.com Dražen Erdemović

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Dražen Erdemović

Teil 1 des Interviews
Teil 2 des Interviews
Teil 3 des Interviews
Teil 4 des Interviews
Teil 5 des Interviews
Teil 6 des Interviews
Teil 7 des Interviews
Teil 8 des Interviews

Ein Interview von Mira und Ardašir Pârse mit Alexander Dorin:

Mira Pârse: Herr Dorin, wir begrüssen Sie herzlich zur Fortsetzung im 9. Teil des Interviews, was können Sie uns noch zu den Ereignissen und Lügen von Srebrenica sagen?

Alexander Dorin: Wir haben den 8. Teil damit beendet, dass diverse serbische Angeklagte und Verurteilte darüber berichteten, wie sie zu Falschaussagen genötigt wurden, weil ihnen sonst ungleich höhere Haftstrafen angedroht wurden. In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Fall eingehen, der ein wesentlicher Bestandteil der zahlreichen Lügen über Srebrenica darstellt.

Der muslimische Bosnier Hakija Husejnović hat während diverser Interviews behauptet, dass er in einer Truppe von 2 000 muslimischen Männern gewesen sei, der vom serbischen Militär nach dem Fall Srebrenicas verhaftet worden sei. Seine Geschichte ist jedoch aus den folgenden Gründen völlig unglaubwürdig und unrealistisch: Wie hätten die Serben, die ja damals zahlenmäßig der muslimischen Armee in der Region etwa zehnfach unterlegen waren, irgendwo aus mehreren Kolonnen von insgesamt mindestens 8.000 bewaffneten muslimischen Kämpfern heraus einfach eine riesige Gruppe von 2.000 Männern verhaften können? Hätten sich diese Männer einer Verhaftung nicht widersetzt und zur Wehr gesetzt? Wieso hätten dann diese Tausende von Männern überhaupt aus Srebrenica flüchten sollen, wenn sie sich bei der ersten Gelegenheit widerstandslos verhaften lassen? Weshalb sind sie dann nicht gleich bei ihren Eltern, Frauen, Kindern und anderen Verwandten in Potočari geblieben, die sie ja in Srebrenica zurückgelassen haben, ohne davon auszugehen, dass ihnen die Serben etwas antun. Und dann, so behauptet jedenfalls Husejnović, habe man diese Truppe in eine Art Magazin oder Warenlager in das serbische Dorf Kravica gebracht, welches sich in der unmittelbaren Nähe von Bratunac befindet. Es ist jenes Kravica, in dem muslimische Soldaten während der orthodoxen Weihnachtsfeier im Jahr 1993 ein Massaker unter den serbischen Dorfbewohnern verübt haben. In diesem Magazin seien dann alle 2.000 Männer von den Serben durch Gewehrkugeln und Granaten ermordet worden. Unglaublich, denkt man sich, was diese Serben so alles fertig bekommen (später reduzierte das Den Haager Jugoslawien-Tribunal die Zahl auf 1.000).

(Kravica 1993: serbische Massakeropfer werden im zerstörten Dorf geborgen)

Der sogenannte US-Menschenrechtsbeauftragte John Shattuck behauptete sogar, die Gefangenen im Magazin, seien teilweise durch den Gebrauch von Handgranaten hingerichtet worden. Wer jedoch jemals selbst dieses Magazin in Kravica aufgesucht hat, dem müsste augenblicklich auffallen, jedenfalls dann, wenn er keine ethnischen Vorurteile hegt, dass diese Geschichte ins Reich der Märchen gehören muss. Zunächst einmal bietet das Magazin gar keinen Platz für 2.000 Männer. Und außerdem müsste man die Tötung von 2.000 Personen lange vorbereiten. Dazu war aber keine Zeit, da ja diese angebliche Verhaftung der muslimischen Riesentruppe nicht vorhersehbar gewesen wäre. Wie aber kann man innerhalb kürzester Zeit die Liquidierung von 2.000 Männern organisieren? Wer hätte das anordnen sollen? Wo sind die Befehle, wo die Täter? Wer hätte zu Kriegszeiten die ganzen Busse oder LKWs organisieren sollen, die man für so eine Tat benötigt hätte? Und vor allem: Wo sind die Toten?

Das Magazin in Kravica befindet sich direkt an der Straße, die mitten durch das Dorf führt. Wie dumm müsste irgendein Kommandant sein, wenn er gleich neben einer befahrenen Straße in einem Gebäude, das nicht durch Bäume oder sonst etwas verdeckt wird, Massentötungen von 2.000 Männern befiehlt? Einige müssen die Serben tatsächlich für sehr naiv halten. Würde nicht jeder andere Mensch Massentötungen zu verstecken versuchen? Hätte nicht jeder andere Verantwortliche dafür einen versteckten Platz ausgesucht, z. B. in einem Wald? In der Region Srebrenica-Bratunac waren damals bereits UNO-Truppen und andere Beobachter vor Ort. Wie hätten denn die Serben damals unbemerkt Tausende von Männer erschießen und diese dann auch noch wegschaffen können, ohne dass auch nur ein Mensch etwas davon mitbekommen hätte? Hätten die serbischen Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, dass sie jemand auf frischer Tat ertappt? Wussten denn die Serben nicht, dass sich Bosnien damals unter Satellitenüberwachung befand? Und weshalb existieren keine Satellitenbilder von den Tausenden Gefangenen und deren Abtransport nach den Tötungen? Keine einzige dieser Fragen wurde von der Anklage in Den Haag jemals gestellt. Wäre das geschehen, so hätte man natürlich zugeben müssen, dass die Geschichte nicht wahr sein kann. Man stellte diese Fragen aber erst gar nicht, und so hatte man das Problem der Beweisführung gleich präventiv gelöst. Das wäre etwa so, als behauptete ein Gefängnisinsasse in New York nach seiner Haftentlassung, in dem Gefängnis hätten Wärter vor seinen Augen 2.000 Häftlinge getötet. Die Staatsanwaltschaft erhöbe dann Anklage gegen den Gefängnisdirektor, obwohl außer der bloßen Behauptung weder Zeugen noch die Toten existieren. Und aufgrund dieser Behauptung würde der Direktor zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Wäre so etwas in irgendeinem demokratischen Rechtssystem dieser Welt vorstellbar? In Den Haag jedenfalls gehört es fast schon zur Regel.

Das Lagerhaus in Kravica (jeweils in der Mitte der Bilder). In der Räumlichkeit kann man unmöglich 1000 - 2000 Menschen unterbringen

Das Lagerhaus in Kravica (jeweils in der Mitte der Bilder). In der Räumlichkeit kann man unmöglich 1000 – 2000 Menschen unterbringen

Wie in den meisten anderen Fällen so gibt es auch Erklärungen von serbischer Seite zu der Geschichte, für die sich aber bis zum heutigen Tag niemand interessiert. Diverse serbische Quellen haben berichtet, dass man damals eine kleinere Gruppe von verhafteten muslimischen Männern in das Magazin nach Kravica gebracht habe, weil man Sie für einen Gefangenenaustausch benötigte. So schrieb z. B. Milivoje Ivanišević, dass es während der Inhaftierung zu einer Gefangenenrevolte gekommen sei. (siehe Endnote 20) Der Aufstand habe damit begonnen, dass ein muslimischer Gefangener dem serbischen Soldaten Krsto Dragičević die Waffe entrissen und diesen erschossen habe. Während des Aufstands sei ein weiterer serbischer Soldat, Rade Čuturić, der später gestorben sei, schwer verletzt worden (Rade Čuturić ist am 23.9.1995 während Gefechten bei Doboj ums Leben gekommen). Während dieser Revolte hätten die serbischen Wächter in die aus dem Magazin heraus stürmenden Gefangenen gefeuert. Die serbischen Angaben lassen sich, im Gegensatz zu den muslimischen, leicht nachprüfen. Krsto Dragičević wurde am 15. Juli 1995 beerdigt. Es ist anzunehmen, dass er sich nicht selbst getötet hat, wie auch zu vermuten ist, dass sich Rade Čuturić

Krsto Dragičević: wurde am 13. Juli 1995 während eines Gefangenenaufstandes getötet

Krsto Dragičević: wurde am 13. Juli 1995 während eines Gefangenenaufstandes getötet

nicht selbst angeschossen hat. Vertreter aus Den Haag könnten z. B. Familienangehörige der beiden Serben wie auch die 30 Wächter befragen, jedoch wurde darauf verzichtet. Aus Sicht Den Haags auch begreiflich, denn man möchte ja nicht die Aussage von Hakija Husejnović gefährden. Der ehemalige BBC-Journalist Jonathan Rooper befasste sich ebenfalls mit den Ereignissen in Kravica. So schrieb er in einer Analyse darüber: „Journalisten, die das Lagerhaus in Kravica besuchten, in dem laut John Shattuck, dem US-Gesandten für Menschenrechtsfragen, 2.000 bosnisch-muslimische Männer hingerichtet worden waren, konnten dort keinerlei Hinweise finden, die diese Anschuldigung gestützt hätte. Der holländische Fernsehjournalist Rolf Hartzuiker fuhr im Februar 1996, eine Woche nach Shattuck, nach Kravica und schrieb: „Das ist ein kompletter Betrug. John Shattuck muss willentlich gelogen haben. Die Geschichte von dem Warendepot ist absoluter Blödsinn. Es wurde von der Straße her beschossen, mit einem schweren Maschinengewehr. Die Mauer um den Eingang war voll von Einschusslöchern, ebenso wie die innere Wand hinter dem Eingangsbereich. Der Rest des Raumes ist mehr oder weniger unbeschädigt. Im Inneren explodierten niemals Granaten oder Raketen, wie das von Shattuck und anderen behauptet wird.“

Eingang des Lagerhauses in Kravica: es wurde von draussen auf den Eingang gefeuert, um den Gefangenenaufstand einzudämmen, im Inneren gab es keine Exekutionen

Eingang des Lagerhauses in Kravica: es wurde von draussen auf den Eingang gefeuert, um den Gefangenenaufstand einzudämmen, im Inneren gab es keine Exekutionen

Der serbische Journalist Zoran Petrović-‚Piroćanac‘, machte in der Umgebung von Srebrenica am 13. und 14. Juli 1995 Filmaufnahmen für den serbischen Sender „RTV Studio B“. Dabei filmte er u.a. auch eine Gruppe muslimischer Männer, die sich während eines Durchbruchversuchs in einem Wald bei Sandići den serbischen Soldaten ergeben hatten. Es sind jene Männer, die anschließend wegen des vorgesehenen Gefangenenaustausches in das Lagerhaus nach Kravica gebracht wurden. Auf den Aufnahmen des serbischen Journalisten kann man kaum 200 Männer sehen und nicht 2.000 oder 1.000, wie das – je nach Quelle – von muslimischen und Haager Kreisen behauptet wird. Damit wird bereits die propagierte Zahl von bis zu 2.000 Gefangenen in das Reich der Märchen verwiesen. In einer anderen Szene in dem Video von Zoran Petrović-‚Piroćanac‘ sieht man vor dem Eingang des Magazins ca. 20 leblose Körper liegen. Es handelt sich um jene etwa 20 Männer, die nach dem Mord an dem serbischen Wärter nach draußen stürmen wollten, wobei die serbischen Wärter auf sie feuerten. Auf Fotos von der Außenansicht des Lagerhauses kann man deutlich die Einschusslöcher um den Eingang herum erkennen. Diese Einschusslöcher zeugen davon, dass von außen auf das Lagerhaus gefeuert wurde, nicht jedoch von innen. Hätte man die Gefangenen erschießen wollen, so hätte man wohl logischerweise nicht versucht, diese Gefangenen von außen durch die Wände zu erschießen, was jeder Laie schlussfolgern kann.

(Am Anfang des Videos sieht man die kaum 200 Gefangenen auf einer Wiese bei Sandići, die dann wegen eines geplanten Gefangenenaustausches ins Lagerhaus nach Kravica gebracht wurden. Ab Minute 0.41 sieht man im Video vor dem Eingang des Lagerhauses die ca. zwanzig Toten liegen, die während des Gefangenenaufstandes umgekommen sind.)

Zoran Petrović-‚Piroćanac‘ regte sich darüber auf, dass die westlichen Massenmedien seine damaligen Aufnahmen bereits oft komplett falsch interpretiert und dargestellt haben. Er sah damals zwar Kämpfe und Tote, konnte jedoch keine Erschiessungen beobachten. Später behauptete unsere Monopolpresse jedoch genau das (Rene Gremaux und Abe de Vries, ‚Deconstructie van een trauma‘, De groene Amsterdammer, 13.3.1996):

„Belgrad, an einem kühlen Januarabend. Der serbische Kameramann und Journalist Zoran Petrović Piroćanac ist wütend. Er erwägt rechtliche Maßnahmen, nachdem seine Arbeit jetzt als ein Beweisstück für einen Massenmord angesehen wird. Das deutsche Wochenmagazin Stern setzt in der Ausgabe vom 16. November 1995 den folgenden Kommentar unter ein Foto aus seinem Videoband: „Sekunden vor dem Mord: Bewaffnete Serben halten eine Gruppe von Muslimen in der Nähe von Konjević Polje. Ein serbischer Kameramann filmte die Szene bis die ersten Salven abgefeuert wurden.“ Aber Petrović sagt, er habe viel Zeit am Tatort verbracht, bevor und nachdem er gefilmt hatte. Und – er habe kein Verbrechen bemerkt. Und außerdem erkennt er die Worte, welche ihm Frank Westerman und Harm van den Berg von der holländischen Tageszeitung NRC Handelsblad in den Mund gelegt haben, nicht: „Unsere Truppen metzelten zweitausend Muslime nieder.“ Laut Petrović wurden die Muslime nicht massakriert, auch wenn viele starben.“

Zoran Petrović-'Piroćanac': regte sich über die Unterstellungen der westlichen Massenmedien auf

Zoran Petrović-‚Piroćanac‘: regte sich über die Unterstellungen der westlichen Massenmedien auf

Während des Prozesses gegen Radovan Karadžić in Den Haag konnte der Angeklagte einen geschützten moslemischen Zeugen aufbieten, der sich damals unter den Gefangenen im Lagerhaus in Kravica befand. Der Mann bezeugte, dass in dem einen Flügel des Lagerhauses knapp achtzig Leute untergebracht gewesen sind, es hätten keine 100 Leute Platz gehabt. Nachdem er einen Schuss gehört habe sei er durch ein Fenster gestiegen und geflüchtet. Es durfte sich um den Schuss handeln, den die Gefangenen abgefeuert haben, als sie einem serbischen Wächter das Gewehr entrissen und ihn erschossen haben (Blic online, ‚Musliman iz Srebrenice svedočio u Karadžićevu odbranu‘, 09.12.2013). Der Zeuge wies zudem darauf hin, dass mehrere, wegen der angeblichen Ereignisse in Kravica angeklagte und verurteilte Serben am 13. Juli 1995 überhaupt nicht anwesend waren. Serbische Medien zitierten weitere brisante Aussagen dieses Zeugen (Blic online, ‚Muslimanski vojnik: Armija BiH granatirala decu u Srebrenici‘. So erzählte der Zeuge auch von dem Mord an dem serbischen Richter Goran Zekič, der am 8.Mai 1992 in Srebrenica von muslimischen Tätern ermordet wurde, was Tage danach eine Massenflucht Tausender serbischer Bewohner Srebrenicas nach sich zog. Zudem habe ihm Mustafa Cerić, ehemaliger Präsident des bosnisch-muslimischen Weltkongresses und bosnischer Großmufti, 50.000 bosnische Mark dafür bezahlt, damit er über seine Erlebnisse nach dem Fall Srebrenicas schweigt und niemandem davon erzählt. Auch der ehemalige bosnisch-muslimische Präsident Alija Izetbegović sei in diesen Bestechungsversuch verwickelt gewesen. Er sei auch froh, dass er es als Zeuge nach Den Haag geschafft habe, weil seine Ermordung in Auftrag gegeben worden sei. Der Zeuge erzählte auch von einem Zwischenfall, als 1995 in Srebrenica eine Granate oder Bombe zwischen Fußball spielenden Kindern detoniert sei. Die Schuld dafür sei sofort den Serben in die Schuhe geschoben worden, in Wirklichkeit sei der Anschlag von muslimischen Kreisen inszeniert gewesen, um so eine NATO-Militärintervention gegen die Serben zu provozieren.

Die Angaben dieses Zeugen werden auch von serbischen Zeugen bestätigt. Vor etwa einem Jahr kontaktierte mich ein ehemaliges Mitglied einer serbischen Einheit, die damals nach dem Fall Srebrenicas in der Gegend stationiert gewesen ist. Der Mann erzählte mir ebenfalls, dass die damals im Lagerhaus in Kravica untergebrachten muslimischen Gefangenen während eines Aufstandes einen serbischen Wächter getötet hatten und anschließend versuchten, durch den Haupteingang zu türmen. Dabei seien maximal 20 Gefangene umgekommen, während der Rest der Gefangenen, die er auf weniger als 200 schätzte, durch die Fenster auf der anderen Seite des Gebäudes getürmt seien. Andere serbische Einheiten seien informiert worden, dass diese Gefangenen vermutlich via Sandići und/oder Konjević Polje flüchten, worauf man Soldaten in Bereitschaft gesetzt habe, die diesen Flüchtenden den Weg abschneiden sollten. Während des Zusammenstoßes der Flüchtenden mit den serbischen Einheiten hätten die Soldaten auf die Flüchtenden geschossen, dabei sei ein Teil der Flüchtenden umgekommen.

Während eines Veteranentreffens serbischer Soldaten in Šekovići 2010, hatte ich die Gelegenheit, mit ehemaligen serbischen Soldaten und Befehlshabern über die Ereignisse im Lagerhaus in Kravica zu sprechen. Anfangs wollten die Leute nichts dazu sagen, weil sie eingeschüchtert waren. Ermittler aus Den Haag und Sarajevo hatten bereits vielen von ihnen während Verhören mit Haft gedroht, falls sie öffentlich etwas erzählen würden. Zudem waren einige von ihnen bereits in Sarajevo und Den Haag ins Gefängnis gesteckt worden, obwohl die offizielle Darstellung der Ereignisse von Kravica nicht der Wahrheit entsprechen. Mein Begleiter Zoran Jovanović, der während des Krieges ebenfalls im Drina Korps diente, konnte sie jedoch beruhigen, indem er sich für mich verbürgte. Und so erklärten mir einige dieser Zeitzeugen ebenfalls, dass es während des Gefangenenaufstandes in Kravica ca. 20 Tote gab, der Rest sei eine reine Erfindung der Kläger in Den Haag. Der in Vlasenica ansässige Anwalt Rade Golić gab bekannt, dass bisher siebzehn Serben aussagten, sie seien von bosnisch-muslimischen Ermittlern erpresst worden, sie sollen Falschaussagen über die Ereignisse von Kravica machen, da sie ansonsten mit hohen Haftstrafen rechnen müssten (Svjetlana Tadić, ‚Rade Golić, advokat Milenka Trifunovića – Zahtjev za ponavljanje suđenja u slučaju Kravica‘, Glas Srpske, 09.10.2011).

Den Haager Ermittler konnten aus einem Massengrab bei Glogova 295 Körper und/oder Körperteile bergen. In diesem Grab, so behaupten zumindest die Kläger in Den Haag, würden Tote liegen, die im Lagerhaus in Kravica erschossen worden sein sollen. Es gab damals in Kravica tatsächlich eine gewisse Anzahl von Toten, jedoch stammen diese nicht aus dem Lagerhaus. Folgende muslimischen Zeugen berichteten, dass es in Kravica zu Gefechten zwischen der muslimischen und der serbischen Armee gekommen ist:

Ademović Ševal, Husić Ramiz, Kadrić Midhat, Memišević Nurif, Mustafić
Husejn, und Orić Fadil.

Dazu schrieb das Srebrenica historical project folgendes:

Srebrenica historical project

„Erklärungen von mindestens sechs überlebenden Mitgliedern der Kolonne zufolge – es handelt sich um Ademović Ševal, Husić Ramiz, Kadrić Mid- hat, Memišević Nurif, Mustafić Husejn und Orić Fadil – war Kravica einer jener Orte, bei denen ihre Einheit in Kämpfe mit der VRS verwickelt war und schwere Verluste erlitt. Ademović spricht von „vielen Toten und Verwundeten“, Kadrić erwähnt eine „hohe Zahl von Verlusten“, Memišević verweist auf eine „große Zahl“ von Kämpfern, die bei einem Artillerieangriff der VRS getötet und verwundet worden sind, Orić schließlich hält fest, dass „mehrere hundert getötet worden sind“. Alle Zeugen informierten die muslimischen Behörden über ihre sichere Ankunft in Tuzla. Alle ihre Verlautbarungen stimmen darin überein, dass es zwischen der VRS und ihrer Einheit zu Kampfhandlungen mit beträchtlichen Verlusten für sie gekommen sei; diese Kämpfe fanden in enger örtlicher und zeitlicher Nähe zu dem Zwischenfall statt, der sich mit den Gefangenen in der Lagerhalle von Kravica ereignet hat.“

Wo soll dann der Rest der Toten aus dem Warenlager in Kravica liegen, die es laut den Aussagen von Hakija Husejnović geben müsste? Ich kann es gleich vorweg nehmen; diese Toten gibt es nicht. Die serbische Zeitung Press stellte ebenfalls fest, dass die Haager Kläger nicht mehr als die zwanzig Toten beweisen können, die es während des Gefangenenaufstandes im Warenlager in Kravica gegeben hat (Press online media, ‚Odbrana Borovčanina zatražila oslobađanje‘, 10. 09. 2009). Und dennoch wurden zahlreiche Serben wegen dieser ganzen Geschichte verurteilt.

Ardašir Pârse: Spontan fällt mir jetzt nur noch der Fall von Dražen Erdemović ein, der aussagte, er und seine Einheit hätten nach dem Fall Srebrenicas in der Umgebung von Zvornik auf einer Farm 1.200 Gefangene aus Srebrenica erschossen, er selbst habe zwischen 70 und 100 Gefangene getötet. Was wissen Sie über den Fall?

Das ist ein Fall, der an einen Spionagethriller erinnert und in den mehrere Geheimdienste verwickelt gewesen sind. Ich kann jedoch gleich zu Beginn sagen, dass die Geschichte von den 1.200 Exekutierten nicht der Wahrheit entspricht. Dražen Erdemović ist ein Kroate, der zu Beginn des Bosnienkrieges im Jahr 1992 einige Monate in der bosnisch-muslimischen Armee diente. Danach heuerte er bei der berüchtigten bosnisch-kroatischen Armee HVO an. Der Wechsel von der muslimischen Armee zur kroatischen wäre ja noch irgendwie nachvollziehbar, doch nach seiner Zeit bei der HVO wechselte Erdemović auch noch auf die serbische Seite! Das alles zeigt auf, dass Erdemović vor allem eines war; ein Söldner.

Dražen Erdemović (vorne links im Bild): kroatischer Söldner und Mitglied der 10. Sabotageeinheit

Dražen Erdemović (vorne links im Bild): kroatischer Söldner und Mitglied der 10. Sabotageeinheit

Auf der serbischen Seite wurde er ein Mitglied der 10. Sabotageeinheit. Diese Einheit bestand aus einem in Vlasenica und einem in Bjelina ansässigen Zug. Die Einheit aus Vlasenica war rein serbisch, während jene aus Bjelina erstaunlicherweise sozusagen multinational war. So dienten in der Bjelina-Einheit nebst Erdemović u.a. auch der Kroate Marko Boškić, der Slowene Franc Kos und der muslimische Bosnier Zijad Zigić.

Franc Kos: Nationalität: slowenisch

Franc Kos: Nationalität: slowenisch

Zijad Zigić: Nationalität: bosnisch-muslimisch

Zijad Zigić: Nationalität: bosnisch-muslimisch

Marko Boškić: Nationalität: kroatisch

Marko Boškić: Nationalität: kroatisch

Es ist reichlich seltsam, dass in einer Einheit der bosnischen Serben auch Slowenen, Kroaten und muslimische Bosnier dienten – wie ist das zu erklären? Die Antwort darauf gibt der ehemalige französische Geheimdienstmitarbeiter Jugoslav ‚Dominique‘ Petrušić, den wir in dieser Interview-Reihe bereits erwähnt haben. Petrušić informierte auf seiner Homepage und während Medienauftritten und Gerichtsprozessen darüber, dass die 10. Sabotageeinheit mit nicht-serbischen Söldnern infiltriert wurde. Der Initiator dieser Infiltrierung sei der muslimische General Fikret Muslimović gewesen, der später Berater des aktuellen bosnisch-muslimischen Präsidenten Bakir Izetbegović wurde. Es scheint logisch, dass so etwas ohne Hilfe einzelner Serben nicht möglich gewesen wäre und so erklärt Petrušić, dass auf serbischer Seite Aleksandar Vasiljević, ehemaliger General und Chef des jugoslawischen Geheimdienstes KOS (Kontraobaveštajna služba) mitgeholfen hatte, die bosnisch-serbische Armee zu infiltrieren. Bosnisch-muslimische Medien berichteten wiederholt über die enge Zusammenarbeit zwischen Fikret Muslimović und Aleksandar Vasiljević (Semir Halilović, Špijun KOS-a Sead Rekić: radio sam protiv RBiH po nalogu Aleksandra Vasiljevića i Fikreta Muslimovića!!!“, BH Magazin, 22.01.2013).

(Der ehemalige fraznzösische Geheimdienstler  Jugoslav ‚Dominique‘ Petrušić sagt vor einem Gericht in Sarajevo aus, dass der bosnisch-muslimische General Fikret Muslimović die serbische Armee mit mit einigen nicht-serbischen Söldnern infiltriert hat.) 

Vojislav Šešelj beschuldigte Aleksandar Vasiljević ebenfalls, dieser hätte im Auftrag ausländischer Interessengruppen während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien diverse Verbrechen organisiert, die später der serbischen Armee in die Schuhe geschoben wurden (Šešelj: ‚Streljanje na Ovčari naredio general Vasiljević‘, Blic oline, 19. 03. 2008). Das Inszenieren von Anschlägen unter falscher Flagge war während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien keine Seltenheit. So berichtete z.B. Leonard Doyle am 22. August 1992 in der Zeitung Independent darüber, dass ein Bombenanschlag vor einer Bäckerei in Sarajevo am 27. Mai 1992, während dem 16 Menschen getötet wurden und den die Massenmedien sofort den Serben zuschrieben, in Wirklichkeit von muslimischer Seite inszeniert wurde, was aus der Fakten- und Indizienlage eindeutig zu schließen ist. In dem Bericht erwähnt Leonard Doyle auch eine Reihe von anderen Anschlägen, die allesamt den Serben in die Schuhe geschoben wurden, obwohl alles darauf deutet, dass die muslimische Regierung dahinter steckt, um eine internationale Militärintervention gegen die Serben zu provozieren (Leonard Doyle, ‚Muslims ’slaughter their own people‘: Bosnia bread queue massacre was propaganda ploy, UN told‘, The Independent, 22.08.1992).

Aleksandar Vasiljević

Aleksandar Vasiljević

Fikret Muslimović

Fikret Muslimović

Zurück zur 10.Sabotageeinheit. Klar ist jedenfalls, dass muslimische, kroatische und slowenische Söldner nicht einfach so in den Reihen der serbischen Armee landen konnten, es muss einen Grund gehabt haben. Dieser Grund ist wohl in den Aussagen von dem bereits erwähnten Hakija Meholjić zu entnehmen, der aussagte, dass ‚Srebrenica-Massaker‘ sei bereits 1993 von amerikanisch-muslimischen Kreisen geplant worden. Das bestätigte auch der ehemalige CIA-Agent Robert Baer, wie wir in einem vorangehenden Teil dieser Interview-Reihe gesehen gaben. Gewisse Angehörige der 10. Sabotageeinheit, die unter dem Einfluss bosnisch-muslimischer Befehlshaber standen, sollten demnach dazu instrumentalisiert werden, dass sie nach dem bereits im Voraus geplanten Fall von Srebrenica Verbrechen verüben. Doch was genau ist passiert?

Am 3. März 1996 gab Erdemović in Serbien, in welches er erst etwa zehn Tage zuvor eingereist war, dem US-Sender ABC News ein Interview, in dem er erklärte, er und seine Einheit, die aus insgesamt acht Soldaten bestanden habe, hätten am 20. Juli 1995 auf einer Farm namens Branjevo, die sich nordöstlich von Srebrenica bei dem Dorf Pilica befindet, zwischen 1.000 und 1.200 muslimische Gefangene erschossen. (Später heißt es in der Anklageschrift seltsamerweise, dass die Erschießungen am 16. Juli verübt worden seien.) Er selbst habe zwischen 70 und 100 Gefangene erschossen. Merkwürdig, dass Erdemović als bosnischer Kroate ausgerechnet nach Serbien fährt, um dort so etwas zu gestehen. Zu diesem Zeitpunkt war ja Slobodan Milošević noch Präsident Restjugoslawiens. Wieso gab er das Interview nicht in Bosnien, Kroatien oder in sonst einem Land?

Nach dem Interview wurde Erdemović in Serbien jedenfalls unverzüglich verhaftet und dem Haftrichter in Novi Sad vorgeführt, während gleichzeitig Ermittlungen gegen ihn eingeleitet wurden. Es dauerte jedoch nicht lange, da verlangte das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag, Serbien solle Erdemović nach Den Haag ausliefern, was dann am 30. März 1996 auch geschah. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Man darf sich darüber mehr als wundern, dass der von den westlichen Massenmedien zum Vorzeigediktator stilisierte Milošević, Erdemović überhaupt auslieferte. Was hatte sich Milošević von Den Haag erhofft? Etwa Gerechtigkeit? Wäre es nicht logischer gewesen, wenn Milošević Erdemović nicht ausgeliefert hätte, um so die genauen Ermittlungen über ein angebliches serbisches Verbrechen zu verhindern? Tatsächlich aber zeigte sich Milošević kooperativ und ließ Erdemović nach Den Haag ausliefern, was bereits beweist, dass Milošević nichts zu verstecken hatte.

Slobodan Miloševic: hatte offensichtlich nichts zu verbergen und lieferte Drazen Erdemović nach Den Haag aus

Slobodan Miloševic: hatte offensichtlich nichts zu verbergen und lieferte Drazen Erdemović nach Den Haag aus

Der in Holland lebende Journalist und Literaturwissenschaftler Germinal Civikov befasste sich intensiv mit dem Fall Erdemović. Er studierte die Gerichtsprotokolle und wohnte diversen sogenannten Verhandlungen gegen Erdemović in Den Haag selber bei. Abschließend schrieb Civikov unter dem Titel Srebrenica – der Kronzeuge ein Buch über Erdemović’s Geschichte. Beim studieren von Civikovs Buch und des Falls Erdemović sticht eines sofort ins Auge; das Den Haager Tribunal versuchte verkrampft eine direkte Verbindung zwischen General Ratko Mladić und Erdemović und dessen Mitstreitern herzustellen, was jedoch nicht gelang.

Germinal Civikov: entlarvte das Jugoslawientribunal in Den Haag als verlogene und politisch gesteuerte Organisation, die sich übelster Manipulation, Lügen und Betrügereien bedient

Germinal Civikov: entlarvte das Jugoslawientribunal in Den Haag als verlogene und politisch gesteuerte Organisation, die sich übelster Manipulation, Lügen und Betrügereien bedient

So kann in Den Haag z.B. niemand den Umstand erklären, dass der Kommandant der 10. Sabotageeinheit, Milorad Pelemiš, am Tag des Verbrechens gar nicht vor Ort war, weil er wegen eines Autounfalls im Krankenhaus lag. In wessen Auftrag aber könnten gewöhnliche Soldaten in Abwesenheit des Kommandanten Erschießungen durchführen? Dokumente beweisen zudem, dass die Soldaten der 10. Sabotageeinheit zum Zeitpunkt des Verbrechens beurlaubt gewesen sind! Das Tribunal wollte demnach allen Ernstes den Eindruck vermitteln, es sei normal, dass einzelne Mitglieder einer beurlaubten Einheit einfach so mal nebenbei in Abwesenheit des Kommandanten 1.200 Menschen erschießen.

Erdemović selbst verstrickte sich während diverser Prozesse in zahlreiche Widersprüche und stellte Behauptungen auf, die erwiesenermaßen falsch sind. Slobodan Milošević gelang es jedoch während eines Kreuzverhörs mit Erdemović, als er ihn darüber befragte, wer ihn und seine Einheit bezahlt habe, die Information zu entlocken, dass die Söldner für die Erledigung des Auftrags Gold angeboten bekommen haben (2013 wiederholte Erdemovic während des Prozesses gegen Ratko Mladić diese Behauptung). Die Armee der bosnischen Serben bezahlte die Soldaten jedoch niemals in Gold aus, was darauf hinweist, dass der Auftraggeber nicht der serbischen Armee angehörten. Ich fasse zusammen: mehrere Soldaten einer Einheit verüben während des Urlaubs in Abwesenheit des Kommandanten ein Verbrechen, für das ihnen Gold angeboten wurde. Stellen wir uns einmal vor, dass ein Bankangestellter während seines Urlaubs von Banditen Geld dafür angeboten bekommt, dass er die Bank überfällt. Der Mann überfällt also die Bank und meldet sich Monate später freiwillig bei der Polizei. Die Polizei verhaftet anschließend den Direktor der Bank und macht diesen dafür verantwortlich, dass der Bankangestellte während seines Urlaubs die Bank überfiel. Und stellen wir uns vor, die Polizei würde gar nie über die wirklichen Auftraggeber ermitteln, obwohl eindeutige Hinweise bestehen. Dann stellen wir uns weiter vor, die Polizei würde den Bankräuber später wieder laufen lassen, nur weil dieser den Bankdirektor beschuldigt, während er selbst schlussendlich keine Konsequenzen für seine Tat tragen muss (Erdemović wurde später vom Tribunal wieder laufen gelassen). Wäre so etwas rechtlich gesehen vorstellbar? Aber genau so wird in Den Haag vorgegangen!

Auch Slobodan Milošević erklärte in Den Haag, er werde im Laufe des Prozesses geheimdienstliche Erkenntnisse präsentieren, die aufzeigen, dass einzelne Mitglieder der 10. Sabotageeinheit im Auftrag der bosnisch-muslimischen Regierung in Sarajevo ein Verbrechen verübt haben, das den Serben in die Schuhe geschoben wurde. Es sollte jedoch nicht mehr zur Veröffentlichung dieser Angaben kommen, denn wenig später wurde er tot in seiner Haager Gefängniszelle aufgefunden.

Während diverser Prozesse wurde im Zusammenhang mit Drazen Erdemović auch etwas anderes klar. Die Zahl der tatsächlich von Erdemović und einigen seiner Mitstreiter erschossenen Gefangenen dürfte ca. 120 betragen, das zeigen jedenfalls die Ergebnisse der Exhumierungen vor Ort. Darauf wies auch Dr. Ljubiša Simić vom Srebrenica historical project mehrfach hin. Der gleiche Ljubiša Simić wies übrigens wiederholt auch auf eine andere Manipulation bosnisch-muslimischer Behörden hin. Dr. Simić analysierte forensische Berichte, laut denen man ab einem bestimmten Zeitpunkt (2010) insgesamt 3.568 Tote obduziert habe. Beim Studium der forensischen Berichte fiel Dr. Simić jedoch auf, dass es sich nicht um 3.568 Tote handelte, sondern zu einem großen Prozentsatz auch um Teile von Toten. Nachdem er den ganzen pathologisch Bericht rekonstruiert hatte, gelangte er zu dem Schluss, dass sich die 3.568 forensischen Berichte auf 1.919 – 1.923 Tote beziehen, nicht auf 3.568. Damit ist erneut klar, dass bosnisch-muslimische Behörden in Potočari Tote und gar Teile von Toten(!) unter falschen Namen beisetzen, was wir in vorangehenden Teilen diesen Interviews bereits aufgezeigt haben. Damit wären wir wieder beim ersten Bericht des Den Haager Ermittlers Dean Manning aus dem Jahr 2000 angelangt, der ebenfalls von etwas weniger als 2.000 Toten spricht, was ziemlich genau zur Zahl der gefechtstoten muslimischen Soldaten passt.

Das Ziel des Auftauchens des Kroaten Drazen Erdemović vor dem Haager Jugoslawientribunal ist ziemlich eindeutig. Man wollte Erdemović quasi als Kronzeugen für die serbischen Verbrechen in Sachen Srebrenica präsentieren, wobei man keine direkte Verbindung zwischen den Verbrechen von Erdemović und seinen Mitstreitern und den Führern der bosnischen Serben, Ratko Mladić und Radovan Karadžić, herstellen konnte. Den gleichen Erdemović missbrauchten die Den Haager Ankläger schließlich dazu, die Zahl der tatsächlich getöteten Gefangenen um das zehnfache nach oben zu schrauben. Damit wollte man wohl zumindest in die Nähe der propagierten tausendfachen Erschießungen kommen. Das Tribunal missbrauchte Erdemović zudem dazu, um von den tatsächlichen Auftraggebern der Erschießungen von ca. 120 Kriegsgefangenen abzulenken. Das wird alleine schon durch den Umstand bestätigt, dass das Tribunal keinen einzigen von Erdemović angeblichen Mittätern verklagt, verhaftet oder auch nur befragt hat! Nicht einmal der ehemalige Kommandant der 10.Sabotageeinheit, Milorad Pelemiš, wurde jemals angeklagt oder vorgeladen – ja wie ist denn das möglich? Es ist ganz klar, dass das Den Haager Tribunal von den wahren Hintergründen ablenken möchte. Zwar wurden in Bosnien vor einiger Zeit mehrere ehemalige Mitglieder der 10. Sabotageeinheit verhaftet, jedoch wurden auch diese nie nach Den Haag ausgeliefert sondern in Bosnien einsperrt. Offensichtlich wollte man diese Leute aus dem Verkehr ziehen, damit sie keine weiteren Details über die Wahrheit der damaligen Ereignisse preisgeben können.

Ich kann das Buch von Germinal Civikov über den Fall Erdemović sehr empfehlen, da die darin aufgezeigten Details einen riesigen Betrug offenlegen. Auf der Homepage des Promedia-Verlages werden Civikovs Enthüllungen folgendermaßen beschrieben:

„Die Glaubwürdigkeit des Jugoslawien-Tribunals ist nach der Lektüre dieses Buches im Kern erschüttert. Verfehlungen und Manipulationen eines durch und durch politischen Prozesses treten dabei offen zu Tage.“

Der Kronzeuge

Drazen Erdemović wurde vom Den Haager Tribunal für seine ‚Kooperation‘ schlussendlich bezeichnenderweise mit der Freiheit belohnt. Heute lebt er unter geschützter Identität in einem Land außerhalb des ehemaligen Jugoslawien. Ob das Tribunal einen Serben frei ließe, wenn dieser die Beteiligung an einem Massenmord – ob fiktiv oder real – gestände? Nie und nimmer!

Mira Pârse: Vielen Dank Herr Dorin für die Fortsetzung diese aus unserer Sicht lückenlose und schlüssige Beweiskette im Fall Srebrenica, wir freuen uns auf die Fortsetzung der Reihe.

Fortsetzung folgt…

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13 Gedanken zu „Ein Interview mit Alexander Dorin zum Thema: Die Srebrenica-Lüge (9)

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  2. Die Geschichte der Herrschenden ist die herrschende Geschichte?
    Hoffentlich kommt diese unterdrückte Wahrheit an die Oberfläche. Wie kann man nur solch verbrecherische Lügengeschichten der westlichen Kriegstreiber als die Wahrheit hinstellen?

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